Zwei Nachrichten, die in den letzten Stunden über The Spirits Business aus Schottland kamen, bilden die volatile Situation in der Whiskyproduktion in Schottland recht treffend ab:

Zunächst einmal hat die Kythe Distillery (das Gedankenkind von – unter anderem – Angus MacRaild, dem Verkostungspartner von Serge Valentin) heute bekanntgegeben, dass die Whiskyproduktion in der streng nach alten Methoden arbeitenden Brennerei angelaufen ist und schon bald die ersten Fässer befüllt werden (den ersten New Make hat man ja schon im Juli produziert, aber das waren noch Probeläufe – jetzt sind die Stellschrauben fixiert und das „richtige“ Brennen beginnt). Man arbeitet dort mit eigenem Floor Mated Barley alter Provenienzen (z.B. Maris Otter), Brauereihefe und direkt mit Holz befeuerten Stills. Mit von der Partie sind Distillery Manager Jonny McMillan und Aaron Chan als Chairman der Brennerei.

Angus MacRaild über die direkt befeuerten Stills:
“It’s incredibly challenging to work with direct wood fire. There’s a lack of control, uncomfortable working conditions and at its heart it’s messy, but what we do see as a result of our persistence is a spirit that is reviving lost flavours for the future.”
Abfüllen wird man in refill Bourbon und Sherry casks. Ende des Jahres wird man auch Fässer an Privatpersonen verkaufen.
Das waren die guten Nachrichten. Nun zu den weniger guten:

Die Holyrood Distillery in Edinburgh hat die Produktion bis auf weiteres komplett eingestellt. Bis auf weiteres bedeutet, dass der Mitbegründer Rob Carpenter nicht sagen kann, wann die Whiskyproduktion in der Brennerei wieder hochgefahren wird. Zur Situation meinte er, dass gerüchtweise in ganz Schottland momentan nur mehr ein Drittel der früheren Menge in den Destillerien produziert würde. Man könne nicht sagen, wie sich die Situation in den nächsten zehn Jahren Jahren entwickeln würde. Carpenter zum Guardian:
“It is not really that people have stopped drinking spirits. [But] consumers are nervous. We all see what’s happening in the world. There is not a lot of predictability in things right now, and people are just being careful with what they spend their money on. This is a luxury spirit.”
Die Einstellung der Produktion betrifft laut dem Bericht in The Spirits Business die Führungen bei der Destillerie nicht – auf der Webseite kann man sie nach wie vor buchen – man hört, dass die Hälfte der Einnahmen dort von den Besuchern und den Führungen kommt (im letzten Jahr waren es 40.000 Gäste in der Brennerei).















