Dienstag, 19. Januar 2021, 12:55:10

Whiskyauktion in Fernost mit sehr enttäuschendem Verlauf

Ist die Versteigerung an zu hoch gesetzten Erwartungen gescheitert? Die Auktion in Hong Kong brachte nur 12% des Schätzwertes der Sammlung

Normalerweise können wir hier immer wieder von Rekorderlösen bei Whiskyauktionen berichten. Diesmal aber sind die Neuigkeiten von ganz anderer Qualität: Der  Fine Wine & Whisky sale at Poly Auction, Hong Kong ist mit schon fast erschreckend geringen Umsätzen zu Ende gegangen, berichtet Whisky Advocate.

Ein paar Details: Die Whiskys in der Auktion waren auf 2 Millionen Dollar geschätzt worden, bei der Versteigerung im Juli wurden gerade einmal 236.000 Dollar erlöst, gerade einmal 12% des angesetzten Schätzwertes. Von den 221 Lots, die angeboten wurden, wurden 42 verkauft, und zwar eher am günstigeren Ende des Angebotes.

Nur zwei Flaschen konnten in Hong Kong überhaupt mehr als 10.000 Dollar erzielen: Ein Paar von Karuizawa 40yo wurde um knapp 26.000 Dollar versteigert, ein Port Ellen 40yo aus der Serie Casks of Distinction von Diageo erzielte knapp 62.000 Dollar.

37 der 47 Karuizawa wurden nicht an den Mann gebracht, so wie 53 der 60 Chichibus. Ebenso unverkauft blieben einige Macallan in Lalique, und auch die 9 Premium-Abfüllungen von Bowmore fanden keine Käufer.

Whisky Advocate stellt die Frage, ob diese Auktion an nachlassendem Interesse an Whisky scheiterte oder ob Hong Kong in der momentanen Situation kein gutes Pflaster für solche Auktionen ist – aber ähnliche Versteigerungen bei Bonhams und Sotheby’s in Hongkong in der selben Woche lieferten normale Resultate.

Die wahrscheinlichste Variante für den Auktionsflop könnte sein, so Whisky Advocate, dass der Verkäufer mit zu hohen Einstiegspreisen den Wert der Sammlung selbst überschätzt hatte und gegen die Empfehlungen der Auktionsspezialisten handelte. Damit haben Interessenten wohl bei den anderen Auktionen ihr Geld gelassen.

Was immer auch der Grund für das schlechte Resultat war, zeigt es jedenfalls, dass auch am Sekundärmarkt für Whisky die Bäume nicht in den Himmel wachsen und eine realistische Markteinschätzung nötig ist.

2 KOMMENTARE

  1. Also ganz so schlecht ist das für den Verkäufer ja auch nicht, denn er hat ja noch 179 Lots die er noch anbieten kann. Wenn er mit den 42 verkauften Lots $236’000 umgesetzt hat, dann wären das linear hochgerechnet (was natürlich statistischer Quetsch ist) $124181 wenn alles weg ginge. Da es aber die Angebote „am günstigeren Ende“ waren, geht das ja fast mit den 2 Millionen Dollars auf…

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