Die Ankunft auf Islay

Die Insel Islay mit dem Flugzeug zu besuchen ist ein besonderes Vergnügen. Von oben sieht man die Größe und die eigentliche Leere des Eilands, mit einigen Häusern und Siedlungen eingestreut, und kommt man wie wir von Süden, so erkennt man wie Perlen an einer Schnur die Destillerien an der Südküste aufgereiht.

Unsere Gruppe, bestehend aus internationalen Journalisten, flog auf Einladung von Diageo mit zwei Beechcraft vom Flughafen Farnborough in der Nähe Londons über diese Route.

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Unsere Beechraft in Farnborough

Der nachfolgende kleine Film zeigt die letzten Minuten des Anflugs auf den Flughafen Islay, der mitten in den Moorfeldern an der Küste zwischen Port Ellen und Bowmore liegt. Zu Beginn sehen Sie von rechts nach links die Destillerien Ardbeg, Lagavulin, Laphroaig und Port Ellen, später dann die Port Ellen Maltings. Starker Seitenwind machte den Anflug gelinde gesagt etwas unruhig.

Der kleine Flughafen auf Islay
Der kleine Flughafen auf Islay

Heimisch werden

Vom Flughafen aus ging es gleich zu unserer Unterkunft, dem Glenegedale House, das für die nächsten drei Tage unsere Heimat sein würde.

Ankunft im Glenegedale House
Ankunft im Glenegedale House

Gleich dort wurden wir doppelt mit Lagavulin begrüßt: Einerseits durch eine hervorragende Lagavulin-Torte, die unsere Gastgeberin Emma gebacken hatte, und durch Georgie Crawford, die Distillery Managerin, die uns die nächsten Tage begleiten würde.

Torte mit Lagavulin, Torte mit Guinness und Apfelkuchen. Im Hintergrund Nick Morgan, Head of Whisky Outreach von Diageo
Torte mit Lagavulin, Torte mit Guinness und Apfelkuchen. Im Hintergrund Nick Morgan, Head of Whisky Outreach bei Diageo
Georgie Bell erklärt das Programm der nächsten Tage
Georgie Crawford erklärt das Programm der nächsten Tage

Wie dicht das Programm sein würde, durften wir gleich zu Beginn erleben: Wir hatten kaum Zeit, unsere Sachen auf die Zimmer zu bringen und fanden uns gleich wieder vor dem Gästehaus ein, um die ersten Stationen in Angriff zu nehmen.

Kildalton Cross

Bevor es in die Destillerie Lagavulin ging, durften wir eine der geschichtsträchtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel besuchen: Das Kildalton Cross nahe der Siedlung Ardmore. Das 2,65 m hohe Keltenkreuz mit seinem 1,32 m langen Querbalken ist aus einem Stück eines lokal vorkommenden Steins gefertigt und stammt wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts. Es steht auf einem Friedhof mit einer verfallenen Kirche – und an diesem Nachmittag atmete der Platz eine ruhige, friedvolle und beeindruckende Atmosphäre.

kild1kild2Die Kirche steht nur mehr als Gemäuer, es finden sich Grabsteine darin, die über Bodengräbern angebracht sind. Leider haben die Menschen wenig Rücksicht auf die Platten genommen, und auch die Witterung hat das ihrige getan, um die Reliefarbeiten darauf fast unkenntlich zu machen.

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Die Rückseite der Kirche, auch hier Grabsteine des alten Friedhofs.

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Der Frühling hielt erst Einzug auf Islay. Bäume zeigen die ersten Knospen und Blätter, aber auf den Wiesen sind schon Blumen zu sehen.

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Lagavulin – erste Eindrücke

Von der Stelle, an der das Kildalton Cross steht, ging es wieder ein Stück des Weges zurück, an Ardbeg vorbei, zur Destillerie Lagavulin.

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Donald Colville, Diageo Global Malts Ambassador, weist uns den Weg

Drinnen gab es zur Begrüßung eine Kostprobe des 8jährigen Lagavulin zum 200jährigen Bestehen der Destillerie, die offizielle Jubiläumsausgabe – ein Whisky, der in seiner Art, die durch die reine Bourbonfass-Reifung entstand, mehr an den Lagavulin 12yo erinnert als an die Standardabfüllung. Ihn gibt es ja schon einige Zeit auf dem Markt, und er wurde durchwegs sehr wohlwollend aufgenommen. Einerseits durch seinen wirklich prägnanten Geschmack, andererseits wegen der Entscheidung der Destillerie, ihn mit Altersangabe zu versehen.

Georgie erläutert den Lagavulin 8yo
Georgie erläutert den Lagavulin 8yo

Hier noch einige Bilder der Destillerie von außen – im nächsten Teil unseres Berichts werden wir von der Führung durch die Destilleriegebäude und einigen Eindrücken vom Dinner sowie dem weiteren Reiseverlauf berichten…

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Auch die Fässer vor der Destillerie sind für das Jubiläum geschmückt…
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An diesen Platz kommt man nicht so einfach – die Hochtreppe führt vom Raum mit den Gärbottichen in den Stillroom – und zwar HINTER die Stills von Lagavulin.
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Die Malt Mill. Dies war eine eigene Destillerie auf dem Gelände von Lagavulin, gegründet 1908, geschlossen 1960.
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Die Pagodendächer von Lagavulin. Am Gelände wird übrigens frisch und munter renoviert und gestrichen – zum Feis Ile will man sich im besten Gewand präsentieren