Ardbeg Kelpie
Islay Single Malt, Committee Release
51.7% Vol Alk.
Verkoster: Bernhard Rems
Sample von Ardbeg

Nase: Ölig, schwer, Hafenimpressionen mit Algen, Jod. Deutlicher Torfrauch, leicht feuchter Kaffeesatz. Kampfer und sehr leise Zitrustöne. Ein dichter, kompakter Eindruck, sehr „erwachsen“.

Gaumen: Die Wuchtigkeit setzt sich fort. Zunächst süßer Fudge (aber keine Vanille wie bei amerikanischer Eiche), dann dichter, dunkler Toffee, Schokolade mit 90% Kakao. Sehr torfig, mit etwas schwarzem Pfeffer auf der Zunge und Nelkenöl, Räucherspeck, darunter schnell abtrocknend, doch die würzigen, rauchigen Töne bleiben dominierend.

Finish: Selbst jetzt, zwanzig Minuten nach der Verkostung und beim Tippen des Artikels ist der Kelpie noch hier. Es bleibt der Rauch, eine fette Süße und die Frische von Kiefernöl.

Alles in allem: Ein präsenter, fordernder Ardbeg, den man nicht einfach nebenbei trinken kann. War der Dark Cove ein Eleganter, ist der hier direkt, breit und präsent – und dabei kein grober Klotz, sondern einer mit Charakter. Das ist beeindruckend, wuchtig und groß und macht Freude – der Kelpie kann uns mit seinen ausgeprägten Noten absolut überzeugen.

(Die offiziellen Tasting Notes finden Sie übrigens hier)

Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.