Gestern stellten Vertreter von Diageo die Pläne für eine neue Brennerei (bisher ohne Namen, wir berichteten) in Shelby County/Kentucky im Shelbyville Country Club der interessierten Öffentlichkeit vor. Fred Minnick war vor Ort und berichtete gestern auf der Website des Whisky Advocate. Demnach gibt es Überlegungen, die Stills von Stitzel-Weller zu demontieren und auf dem Areal in Shelby County wieder aufzubauen. Sie sind seit 1991 nicht mehr in Betrieb, dort soll aber einer der besten Bourbons produziert worden sein. Geplant sind außerdem eine ca. 18 m hohe Column Still und ca. 8 m hohes Lagerhaus. Dieses, mit einer Fläche von über 5.000 qm, wird im Winter beheizt werden, um ein Einfrieren der Sprinkler-Anlagen zu verhindern. Diese Wärme wird aber keinen Einfluss auf die Reifung des Whiskeys haben.
Wer Master Distiller dieser Brennerei wird, steht noch nicht fest. Möglich ist, dass Diageo ihn von einem anderen Unternehmen abwirbt, möglich ist auch, dass es Jon Lund, Brennmeister von George Dickel, wird. Zu seinem Aufgabengebiet gehörte auch die Stitzel-Weller Brennerei.
In der neuen Kentucky Destillerie soll hauptsächlich Bulleit produziert werden, sagte Diageo Sprecher Alix Dunn. Dazu hat Diageo noch einige „innovative Produkte in der Pipeline“.
Am nächsten Dienstag wird es eine öffentliche Anhörung in in Shelbyville geben. Die Pläne für diese neue Brennerei werden bisher sowohl von Kentuckys Gouverneur als auch von lokalen Politikern unterstützt. Und auch die Anwohner können sich hierfür begeistern: Die neue Brennerei wird etwa eine Meile vom nächsten Wohngebiet entfernt sein. Diese Distanz sorgt dafür, dass die Gebäude dort nicht vom Whiskey Pilz befallen werden.

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