Für die siebte Ausgabe ihrer Spirituosenmesse wechselte das Veranstaltungsteam der Aquavitae erneut den Veranstaltungsort. Nach dem Stadtgarten in Essen-Steele und der Zeche Zollverein durfte in diesem Jahr die Stadthalle Mülheim die Aquavitae beherbergen. Unsere Redakteure Simon Rosenkranz und Dirk Piesczek waren vor Ort.

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In der Stadthalle Mülheim fiel als erstes Weitläufigkeit der 2.000 qm Ausstellerfläche (damit fast eine Verdoppelung) dieses Veranstaltungsortes auf. Das Foyer mit Stehtischen, die Whisky-Lounge mit einer großen Anzahl von Sitzmöglichkeiten, der überdachte Raucherbereich an der hinteren Außentreppe mit Blick auf die Ruhr sowie auch das wunderschöne Restaurant mit einer Vielzahl an Tischen (und einem sehr guten Angebot an Speisen) boten genügend Rückzugsmöglichkeiten für das Ruhe suchende Messepublikum.

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Die Lounge des Standes der Whiskybotschaft aus Kerken
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Die Besucher und Besucherinnen auf der Aquavitae mussten sich umstellen: Auf anderen Whisky-Messen sucht man sich im Besucherstrom eine passende Lücke, man reiht sich ein, und dieser Strom bestimmt den eigenen Weg. Stoppt der Strom, bietet sich die Möglichkeit, selbst auszuscheren und an einem Stand das Angebot näher in Augenschein zu nehmen. Aus dem gemächlich voran gleitenden Strom heraus selbst zu bestimmen, an welchem Stand man stoppen möchte, ist ein schwieriges Unterfangen. Das eigene Anhalten würde den kompletten Strom zum Stillstand zwingen, sanfter rückwärtiger Druck und die Rucksäcke anderer Messebesucher verdeutlichen, dass ein Verbleiben im Strom der Besucher der Weg des geringsten Widerstandes ist und deshalb vielleicht die bessere Wahl.

Diese Weitläufigkeit führte manchmal dazu, dass das Gesuchte nicht sofort gefunden werden konnte. Wer allerdings zu Beginn seines Messesbesuches dem ausgeschilderten Aquavitae-Rundgang gefolgt ist, fiel danach die Orientierung und das Auffinden der Stände der rund 65 Aussteller deutlich leichter. Die Alternative dazu war ein selbstständiges Erforschen des Veranstaltungsortes. Der Vorteil des neuen Veranstaltungsortes wurde allerdings schnell deutlich. Selbst zu den üblichen Stoßzeiten war die Messe zwar gut gefüllt, es kam aber nicht das Gefühl auf, dass die Grenzen der Kapazität bald erreicht werden. Das Ergebnis war ein zu jeder Zeit äußerst angenehmer Messeaufenthalt.

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28 Tastings in vier verschieden Räumen – hier konnte die Aquavitae 2013 durch Vielfalt und auch wegen exquisiter Referenten und Referentinnen punkten und glänzen. Eine persönliche Erfahrung, die sicherlich unabhängig vom Veranstaltungsort ist: Bei einem Tasting gegen Ende der Messe überschätzt mancher Teilnehmer seine eigene Witzigkeit und unterschätzt den Wunsch der anderen Teilnehmer, den Referenten und Referentinnen einfach zuhören zu wollen – auch Whisky löst die Zunge.

Fazit: Von der Aquavitae waren wir in den Jahren zuvor ein sehr breites Angebot gewohnt. Als Spiritusosenmesse bot es schon immer uns Maltheads die Möglichkeit einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Der neue Veranstaltungsort war die richtige Wahl. Am 18.10. und 19.10.2014 wird das Veranstaltungsteam erneut beweisen, dass die Aquavitae eine der außergewöhnlichsten Spiritusosenmesse in Deutschland ist. Mindestens das.

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