Indien wirft Pernod Ricard vor, Angaben zu importierten Whisky verfälscht und damit 300+ Mio. Dollar an Zöllen hinterzogen zu haben

In Summe könnten die Nachzahlungen und Strafen über 600 Millionen Dollar ausmachen - Pernod Ricard bestreitet die Anklage

Zwischen Indien und Pernod Ricard herrscht nicht erst seit gestern immer wieder dicke Luft. Schon seit 1994 gibt es immer wieder Steuerstreitigkeiten zwischen den beiden Parteien – und diese wurden nun durch eine neue ANschuldigung seitens der indischen Regierung nochmals ausgeweitet: Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, werfen die indischen Zollbehörden dem Hersteller von Marken wie Chivas Regal, The Glenlivet und Ballantine’s vor, gezielt Informationen über die genaue Zusammensetzung und das Alter importierter Scotch-Whisky-Zutaten zurückgehalten zu haben. Das mutmaßliche Ziel dieser Handlungen sei die Umgehung der hohen indischen Importzölle gewesen, um Steuern im dreistelligen Millionenbereich einzusparen. Dementsprechende fordert Indien nun eine Nachzahlung von Zöllen in der Höhe von 314 Millionen Dollar, die sich mit Strafen dann sogar auf über 600 Millionen Dollar summieren könnten.

Schon im September des Vorjahres warf die Untersuchung der indischen Behörden Pernod Ricard vor, die Einhebung von Zollabgaben durch interne Codenamen für ihre Produkte zu erschweren, um damit den Zollbeamten Vergleiche mit den Zöllen, die andere Unternehmen zu zahlen hatten, unmöglich zu machen. Durch diese Intransparenz sei es dem Konzern möglich gewesen, den internen Verrechnungswert der Importe künstlich niedrig anzusetzen.

Ein weiterer Vorwurf: Indien behauptet, dass Pernod Ricard den Wert der Importe von Scotch-Konzentraten (aus denen durch Zugabe von Wasser und Farbstoffen dann Whiskys wie Royal Stag erzeugt werden) um mehr als 2/3 zu niedrig angegeben hat. Dabei handelt es sich aber natürlich nicht um verdickten Scotch (der ja rechtlich nicht erlaubt ist). Als Scotch-Konzentrat bezeichnet man in der Industrie regulären, fassgereiften schottischen Malt oder Blended Whisky, der mit einer sehr hohen Alkoholstärke (oft um die 60 % vol. Alkoholstärke oder knapp darunter) exportiert wird, um im Zielland mit lokalem Alkohol und Wasser vermischt zu werden.

In einem Statement weist Pernod Indien alle Anschuldigungen zurück und wird diese Vorwürfe auch vor Gericht anfechten. Man sagt, dass der Vergleich der Zollkostrn allein mit Allied Blenders and Distillers gemacht würde und dutzende andere Firmen, die Scotch nach Indien bringen, ausklammert. Auch bemängelt man, dass man nicht zu allen Unterlagen, auf denen die Anschuldigungen beruhen, Zugang erhalten hätte.

Wir werden die Angelenheit für unsere Leser weiter verfolgen.

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SourceReuters

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