Video: Special Releases 2017 Tasting mit Thomas Plaue – Convalmore 32yo

Gemeinsam mit Thomas Plaue und ca. 30 whiskybegeisterten Gästen konnten wir am 11. Oktober im Union Jack Whisky Pub in Berlin sämtliche 10 Abfüllungen der Diageo Special Releases 2017 verkosten – alle an einem einzigen Abend, alle fachkundig vorgestellt vom Master of Whisky bei Diageo himself. Wieder durften wir, wie schon im vorigen Jahr, dieses Tasting auf Video aufzeichnen und möchten diese Aufnahmen nun in der nächsten Zeit mit Ihnen hier teilen.

Teil 05 – Convalmore 32yo:

Die erste Lost Distillery in unserer Verkostung. Ihre Abfüllungen werden immer seltener, auch bei Unabhängigen taucht so gut wie nie mehr etwas auf – gerade einmal Cadenhead brachte heuer eine Abfüllung auf den Markt…

  • Destilliert: 1984 48,2 Vol.-%
  • Region: Speyside
  • Fass: Wiederbefüllte Hogshead-Fässer aus Amerikanischer Eiche
  • Max. 3.972 weltweit verfügbar
  • UVP: 1.399 €

Die ausführlichen offiziellen Tasting Notes:

Ein seltener und ungewöhnlich alter Whisky mit dezentem Stil aber mit enormen versteckten Tiefen. Er zeigt eine fantastische Balance und Anmut. Früchte vermählen sich mal mit Gewürzen und mal mit süßen Kräuternoten. Seinen charaktervollen Geist hat er ganz klar den exzellenten Fässern zu verdanken. Ideal als luxuriöser Aperitif.

Farbe: 18 Karat Gold. Gute „Beine“ und sehr dickflüssig.

Nase: Ein mildes Grundaroma, weich und süß, wie eine Buttergebäcktasche, die, leicht mit Muskatnuss bestäubt, bereit ist für die Puddingfüllung. Oder vielleicht mit Mandelöl und Eichenspänen. Darüber lässt sich eine fruchtige Fülle von leicht säuerlichen Äpfeln, gewürzten Birnen und reifen Melonen erahnen. Auch Orangenschale ist mit dabei, bevor sich die intensive Süße von braunem Zucker aufbaut. Die würzigen Noten entwickeln sich, mit einem Keksaroma, das mit Nelken und Zimt angereichert ist. Für den Ausgleich sorgen kandierte Zitrone, scharfe Äpfel und ein unterschwelliges, grünes Kräuteraroma. Ein Tropfen Wasser lässt die wachsige Note hervortreten und unterdrückt die fruchtigen Elemente.

Körper: Leicht bis mittelschwer. Geschmeidige Konsistenz.

Gaumen: Geschmeidig, süß und fruchtig, mit einem Hauch frischer Säure und Eichenwürze, damit der Süße rechtzeitig Einhalt geboten wird. Die Äpfel und das Gebäck der Nase bleibt, jetzt aber karamellisiert und bitter-süß, als Teil der fruchtigen Gaumenmitte. Der Geschmack wird mit einem Schluck Wasser etwas süßer. Auch hier macht sich sofort die leichte Säure wieder bemerkbar, die den Geschmack noch komplexer werden lässt. Eine pikante Fruchtnote verbindet sich mit leichten blumigen Noten, die Eichenwürze verschmilzt mit Holzkohle und Röstaromen und eine duftende Würze tritt hervor.

Abgang: Wärmend, würzig und lang anhaltend. Lakritze gibt den Weg frei für gedämpfte, gebackene und frisch geschnittene Äpfel und wärmende Eiche, die sich bis zum Schluss mit bitter-süßem Geschmack bemerkbar macht.

Unser Eindruck: Alte Schule, komplex und in seiner Vielschichtigkeit sehr spannend. In der Nase überaus freundlich und zugänglich, am Gaumen dann sehr breit und füllend. Kann etwas Wasser nehmen, braucht es aber keinesfalls. Wirklich schön!

Bis zur nächsten Folge!

Jesus.de: Interview mit „Whiskyvikar“ Wolfgang F. Rothe

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Whisky und Spiritualität versucht der als „Whiskyvikar“ bekannte Priester Dr. Wolfgang F. Rothe in seinem Wirken zu vereinen. In seiner pastoralen Tätigkeit, als Buchautor und in seinen Tastings, liegt es ihm immer daran, diese beiden Themen zu präsentieren.

Die Webseite jesus.de hat nun mit Rothe ein Interview geführt, das nicht nur zu den oben angesprochenen Punkten recht Interessantes bietet, sondern auch über die Kommunikation von Glaubensinhalten oder wie sich Alkohol und Religion vereinen lassen. Hier ein Auszug:

Überhöhen Sie den Whisky? Sie bezeichnen ihn als „himmlisches Erzeugnis“, sogar als eine „Ahnung vom Paradies“ …

Am Beispiel von Whisky versuche ich deutlich zu machen, dass jeder echte, das heißt maßvolle Genuss, in der Tat ein Geschenk des Himmels und ein Vorgeschmack des Paradieses ist. Schließlich hat uns Jesus ewiges Leben verheißen, „Leben in Fülle“ (Joh 10,10), Leben ohne Einschränkung, Leben in Genuss.

Wolfgang F. Rothe (links) benutzt Whisky auch als Vehikel, um über Spiritualität zu sprechen…

HS: Chivas mit guten Zahlen – auch dank China

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5,7% Plus im ersten Geschäftsquartal bei den Verkäufen vermeldet Chivas – als Teil von Pernod Ricard – heute in einem Artikel, den wir auf Herald Scotland gefunden haben. Zu verdanken, so der Beitrag weiter, sei dies sehr guten Zahlen, die die Marke Chivas in China einfahren konnte – dort stiegen die Verkäufe um 15 Prozent.

2.3 Milliarden Euro sind die Verkäufe in Q1 wert, und die gesamte Scotch-Sparte ist daran maßgeblich beteiligt. Der Executive Chairman von Chivas, Laurent Lacassagne, attribuiert den Erfolg der fortgesetzt starken Performance von Ballantine’s und dem Wiederaufstieg von Chivas.

2.5 Milliarden Euro Gewinn prognostiziert man bei Chivas für dieses Jahr, auch durch das anhaltende Wachstum in China.

Als einzige Sorgenmärkte identifiziert man im Artikel Frankreich und Spanien, wo die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückblieben.

Video-Interview: Ken Rose, The Lost Distillery Company

Blended Malts, die dem Geschmacksprofil alter, längst abgerissener Destillerien in Schottland nahekommen sollen – mit der Ankündigung der Wiedereröffnung von Rosebank, Port Ellen und Brora ist die Frage, wie so eine Annäherung an etwas Verlorenes möglich sein könnte, brisant geworden.

Wir sprachen im Rahmen der Aquavitae in Mülheim mit einem der Gründer der Lost Distillery Company, Ken Rose, über die Arbeit und Forschung, die hinter ihrem Anspruch steht, mit ihren Blended Malts den Geschmack alter Destillerien zum Leben zu erwecken und natürlich auch über die kürzlich erfolgten Ankündigungen zu Port Ellen, Brora und Rosebank. Eines vorab: Leicht machen es sich die Leute hinter der Lost Distillery Company nicht.

Viel Vergnügen bei unserem exklusiven Interview!

Serge verkostet: Drei offizielle Iren

Es ist schon erstaunlich, welche Vielzahl von Whiskeys aus Irland zu uns auf den Markt kommt – und viele davon aus Destillerien, die noch nicht destillieren oder gerade erst mal damit begonnen haben. Geburtswehen einer Gründerzeit, die der Whiskyfreund richtig einordnen kann: Vieles davon stammt aus den Beständen bestehender Brennereien und wird unter einem neuen Markennamen verkauft, um den Aufbau der eigenen Brennerei abzusichern (oder – auch so kann man es sehen – ohnehin stimmig zur langen Tradition des Bondings im irischen Whiskey). Und: beim Aussuchen der Fässer können die „Neuen“ schon mal ihr Talent und Fachverständnis beweisen – was in der Regel sehr gute Qualität garantieren soll.

Langer Einleitung kurzer Sinn: darum geht es aber heute bei Serge gar nicht :-). Er verkostet drei offizielle Abfüllungen aus lang bestehenden irischen Brennereien (Bushmills, Jameson und Midleton) – mit eher durchwachsenem Ergebnis:

  • Bushmills ‘Red Bush’ (40%, OB, Irish blend, +/-2017): 75 Punkte
  • Jameson ‘Distiller’s Safe’ (43%, OB, Irish blend, +/-2017): 78 Punkte
  • Method and Madness ‘Single Pot Still’ (46%, OB, Irish, +/-2017): 80 Punkte

Video: Special Releases 2017 Tasting mit Thomas Plaue – Glen Elgin 18yo

Gemeinsam mit Thomas Plaue und ca. 30 whiskybegeisterten Gästen konnten wir am 11. Oktober im Union Jack Whisky Pub in Berlin sämtliche 10 Abfüllungen der Diageo Special Releases 2017 verkosten – alle an einem einzigen Abend, alle fachkundig vorgestellt vom Master of Whisky bei Diageo himself. Wieder durften wir, wie schon im vorigen Jahr, dieses Tasting auf Video aufzeichnen und möchten diese Aufnahmen nun in der nächsten Zeit mit Ihnen hier teilen.

Teil 04 – Glen Elgin 18yo

Nach dem sensationellen Glen Elgin 16yo, der in einer der vorigen Ausgaben der Special Releases zu finden war, waren wir natürlich sehr auf den 18jährigen aus der Speyside-Destillerie gespannt:

  • Destilliert: 1998 54,8 Vol. %
  • Region: Speyside
  • Fass: Ehemalige Weinfässer aus europäischer Eiche Max. 5.352 weltweit verfügbar
  • UVP:  349€

Die ausführlichen offiziellen Tasting Notes:

Ein herausrangendes Beispiel eines erstklassigen Malts mit ausgeprägtem, klassischem Speyside-Geschmack; frisch und doch üppiges Aroma mit Fruchtschichten machen ihn zu einem verlockenden Dram mit gerade genug Eiche für eine ausbalacierte Würze.

Farbe: Helle, bronzefarbene Herbstsonne. Gute Perlung.

Nase: Anfangs mild, reichhaltig und süß. Die Noten von Vanille-Toffee weichen langsam blätterigen, grünen Kräuternoten, Fenchel und frisch gemähtem Gras. Die Süße bleibt und trägt sich weiter mit kandierten Nüssen bis hin zu polierter Eiche und süßer Sahne. Das Aroma entwickelt sich dann durchgehend fruchtig, mit einem Hauch von Gartenfrüchten, getrockneten Apfelringen und gebackenen Äpfeln. Dazu kommen gedämpfte Birnen in einem Obstsalat, der auch Melone, Orange, Nektarine und Banane enthält und mit einer süßen Gebäckkruste abgerundet wird. Wasser sorgt für eine kühlende, blumige Note, doch das fruchtige Aroma bleibt.

Körper: Mittelschwer.

Gaumen: Geschmeidig und sehr süß. Ein Hauch Süße zieht über den Gaumen mit Spuren von Honig und Honigwaben, gefolgt von sauren Äpfeln, eichigen Gewürzen und braunem Zucker. Das Fruchtaroma bleibt im Mittelpunkt, süßer Puderzucker, Butter und Holz lassen sich am Rand erahnen. Die Würze baut sich auf, mit leichtem Zimt, dunkler Nelke und getrockneter Orangenschale. Wasser beruhigt die Gewürze und lässt die süßen Noten von Sahne, Sorbet und Mandeln hervortreten, die mit Gartenfrüchten und Fruchtgelee abgerundet werden.

Abgang: Ein mittellanger, recht trockener Abgang mit Eiche und holzigen Gewürzen, die Platz für braunen Zucker und einen Hauch Anis machen. Sobald der Anis verflüchtigt ist, kommen getrocknete Äpfel und Gewürze wieder kurz hervor, bis sie von süßer Eiche abgelöst werden.

Unser Eindruck: Vergleiche mit dem Glen Elgin 16 müssen wegen seiner Andersartigkeit scheitern. War der Glen Elgin 16yo ein sofort zugänglicher Fruchtkracher, so ist der Glen Elgin 18yo hochkomplex und filigran zugleich, und keiner, der sich sofort erschließt, aber einer, der fasziniert. Sicher kein Einsteigerwhisky – aber einer, der perfekt demonstriert, wie viel Tiefe schon in einem 18jährigen Single Malt stecken kann.

Bis zur nächsten Folge!

Sazerac beteiligt sich an John Distilleries

Die US-amerikanische Firma Sazerac (zu ihr gehört unter anderem die Whiskey-Destillerie Buffalo Trace in Frankfort/Kentucky) steigt in den indischen Whisky-Markt ein. Wie The Spirits Business heute berichtet, beteiligt sie sich an den John Distilleries. Mit einem Verkauf von mehr als 13 Millionen Cases produziert John Distilleries auch die siebtgrößte Whisky-Marke der Welt, „Original Choice Whisky“. Allein auf diese Marke fielen im letzten Jahr knapp über 10 Mio. Cases (hier finden Sie eine Übersicht der 10 größten Whisky-Marken Indiens und ihre Verkaufszahlen aus dem Jahr 2013).

Die John Distilleries wurden erst 1996 von Paul P John gegründet. Hierzulande wurden sie in den letzten Jahren bekannt, weil sie mit ihrem indischen Single Malt Paul John auf dem europäischen Markt Fuß fassen möchten. Erst im Mai gaben die John Distilleries eine Verdoppelung ihrer Produktion und eine Erhöhung des Anteils an Premium-Spirituosen (darunter fällt u.a. auch Single Malt ) bekannt (wir berichteten).

Die Sazerac Company entwickelt sich weiter zu einem globalen Spirituosen-Hersteller. Anfang 2016 erwarb man Southern Comfort von Brown-Forman. Mit der Domaine Breuil de Segonzac befindet sich, neben der Whiskey-Destillerie Buffalo Trace, auch eine Cognac-Marke inklusive Destillerie, Weinberge und einem Schloss im Stil eines Herrenhauses im Besitz der Sazerac Company.

Neu: Glengoyne 30yo

Die Destillerie Glengoyne hat in einer Aussendung eine neue Abfüllung angekündigt, oder vielmehr die Wiedergeburt eines Klassikers, denn es gab ihn bereits einmal, nun aber in neuer Aufmachung: den Glengoyne 30yo.

Dieser mit 46.8% abgefüllte Whisky stammt aus 13 Sherry-Fässern, die vom Malt Master der Destillerie handverlesen werden. Insgesamt 6000 Flaschen pro Jahr plant man auf den Markt zu bringen. Hier die offiziellen Tasting Notes:

Nose: Black Cherry, Sherry Trifle, Marmalade, Tea Rose, Rum & Raisin Chocolate

Taste: Burst of sweetness changing quickly to Plum compote, Cinnamon, Cloves and Tangy Marmalade

Finish: Soft Oak dryness and Cinnamon

Der Preis der Abfülllung, wenn man sie im Glengoyne-Webshop bestellt: 600 Britische Pfund.

Wemyss Malts: Die neuen Abfüllungen zum Herbst sind da!

Der unabhängige Abfüller Wemyss Malts hat insgesamt 12 neue Single-Cask-Whiskys mit einem Alter von 9 bis 36 Jahren herausgebracht. Die Auswahl traf wie immer Charlie Maclean, und auch wie immer sind diese Abfüllungen weder gefärbt noch kühlgefiltert.
Die Abfüllungen im Herbst umfassen:

  • “Herb and Lime Salsa” – 26 Jahre alter Bunnahabhain aus einem Hogshead-Einzelfass, abgefüllt mit 46%
  • “Bittersweet Baklava” – 28 Jahre alter Bunnahabhain aus einem Hogshead-Einzelfass, abgefüllt mit 46%
  • “The Viceroy’s Elixir” – 29 Jahre alter Bunnahabhain aus einem Single Butt, abgefüllt mit 46%
  • “Mocha on the Deck” – 18 Jahre alter Bowmore aus einem Einzelfass, abgefüllt in Fassstärke mit 59.3%
  • “Carpaccio Salsa Verde” – 36 Jahre alter Caol Ila aus einem Hogshead-Einzelfass, abgefüllt mit 46%
  • “Stewed Fruit Relish” – 14 Jahre alter Craigellichie aus einem Hogshead-Einzelfass, abgefüllt mit 46%
  • “A Liquorice Potion” – 19 Jahre alter Benrinnes aus einem Single Barrel, abgefüllt mit 46%
  • “Forest Fresh” – 21 Jahre alter Glen Keith aus einem Hogshead-Einzelfass abgefüllt mit 46%
  • “Under the Lemon Tree” – 22 Jahre alter Linkwood aus einem Hogshead-Einzelfass abgefüllt mit 46%
  • “Apple Blossom” – 25 Jahre alter Blair Athol aus einem Hogshead-Einzelfass abgefüllt mit 46%
  • “Trawlerman’s Satchel” – 11 Jahre alter Croftengea aus der Loch Lomond Distillery, Hogshead-Einzelfass, abgefüllt mit 46%
  • “Princes Torte” – 9 Jahre alter Grain Whisky der Destillerie North British, Hogshead-Einzelfass, abgefüllt in Fassstärke mit 64.8%

Jede Einzelfass-Abfüllung ist auf wenige hundert Flaschen limitiert, die Preise bewegen sich zwischen von 60 und 390 Euro. Diese Abfüllungen werden bei ausgewählten Einzelhändlern in Großbritannien, der EU und in wichtigen asiatischen Märkten erhältlich sein.

PR: Psenner verstärkt Fokus auf Deutschland

Die Südtiroler Destillerie L. Psenner G.m.b.H. aus Tramin möchte sich in Zukunft mit ihrem „eRètico“, dem ersten Single Malt Whisky Italiens, verstärkt um den deutschen Markt kümmern. Aus diesem Grund hat der Familienbetrieb in München ein eigenes Büro gegründet, wie sie uns in der folgenden Presseaussendung heute mitteilte:

Firmenjubiläen haben ja oft die Eigenschaft, dass man als Unternehmer dies auch zum Anlass nimmt, über die vergangenen Perioden zu reflektieren und gleichzeitig die Weichen für eine weitere erfolgreiche Unternehmenszukunft zu stellen. Für die Südtiroler Destillerie L. Psenner G.m.b.H. aus Tramin, die in diesem Jahr voller Stolz ihr 70-jähriges Jubiläum feiern kann, gilt das in gleichem Maße. Der traditionsreiche Familienbetrieb ist einer der führenden Anbieter hochwertiger Grappas und Marktführer bei Obstbränden in Italien. Er wird inzwischen in dritter Generation von Dr. Werner Psenner geleitet, und er richtet den Blick deshalb zunehmend über die Alpen Richtung Deutschland, wo sich in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Fangemeinde für die edlen Grappas, Obstbrände und Liköre aus dem Hause Psenner entwickelt hat.

Dass dies keine Lippenbekenntnisse sind, zeigt sich schon daran, dass die Brennerei Psenner vor kurzem in München ein eigenes Büro gegründet hat, um den deutschen Markt noch fokussierter bearbeiten zu können. Dr. Werner Psenner meint dazu: „Von München aus fällt es uns einfach leichter, unseren Generalimporteur für Deutschland, die Wilhelm Kisker GmbH, beim Distributions- und Markenaufbau zu unterstützen. Wir planen jetzt gemeinsam, verstärkt den Fachhandel und die Gastronomie zu bearbeiten. Dabei wollen wir im ersten Schritt einen regionalen Vertriebsschwerpunkt auf Süddeutschland richten, da ein Großteil der Besucher unserer Brennerei in Tramin bisher aus Bayern und Baden-Württemberg zu uns kommen. Die kennen und schätzen unsere Destillate bereits.“

Ein weiterer Grund für die verstärkten Expansionspläne Richtung Deutschland liegt in „eRètico“, dem ersten Single Malt Whisky Italiens, der im vergangenen Jahr erstmals auf den Markt kam. Psenner gilt als Pionier bei der Entwicklung dieser Kategorie in seinem Heimatland und hat damit wie schon so oft in der Firmenhistorie neue Wege beschritten. eRètico reift drei Jahre lang ausschließlich in gebrauchten Grappa- und Sherry-Fässern aus französischer Eiche. Die langjährige Erfahrung Psenners mit holzfassgereiften Destillaten kommt dem Whisky dabei deutlich zugute. Kenner bescheinigen ihm – trotz seiner Jugend – eine erstaunliche Vollmundigkeit und Reife. „Der Whiskymarkt in Deutschland ist nach wie vor sehr spannend, und er bietet interessante Potentiale. Wir sind davon überzeugt, dass wir ihn mit unserem eRètico auf unsere eigene Art bereichern können“, so Dr. Psenner.

In den kommenden Wochen werden sich die Macher mit ihren Destillaten auf einigen renommierten Fachmessen präsentieren. Neben der „Alles für den Gast“ in Salzburg stehen die beiden Münchener Spirituosenmessen „089spirits“ und „Finest Spirits“ auf dem Programm. 

Neu: Dewar’s 25 Years Old

Sein Erscheinen kündigten schon im letzten Monat verschiedene Whisky-Sites an. Und laut Duty Free News International ist er nun auch im internationalen Travel Retail erhältlich: Dewar’s 25 Years Old. Dieser Blend stellt den zweitältesten Dewar’s nach dem 30-jährigen aus dem Jahr 2015 dar. Dieser 25-jährige Blend erhielt ein Finsh in Fässern, in denen zuvor Whisky der Brennerei Royal Brackla reifte. Und nach Dewar’s Master Blenderin Stephanie MacLeod ist es ein Blend mit einem „endlos weichen, vollen und eleganten Geschmack“, mit Aromen von reifen Früchten, blumigen Noten und zartem Honig plus einem Hauch Rauch zum Schluss.

Der Dewar’s 25 Years Old soll im weltweiten Travel Retail erhältlich sein, der Verkaufspreis ist mit 225 $ angegeben, was in etwa 190€ entspricht.

Serge verkostet: Zwei Japaner

Der neue leuchtende Star des japanischen Whiskys trifft auf denjenigen, mit dem (fast) alles begann. Chichibu trifft auf die Abfüllung von Yamazaki, deren Bewertung den japanischen Whisky in die Weltöffentlichkeit hievte. Wie Serge Valentin anmerkt, ist es eigentlich Zeit für dieses Treffen. Und wie sein Tasting auf Whiskyfun zeigt, werden diese Whiskys auch nicht zu unrecht hoch geschätzt. Sein Favorit in diesem Duett ist der Chichibu, er geht allerdings nur mit einem Punkt Vorsprung aus diesem Tasting heraus. Recht knapp, und dies auf allerhöchstem Niveau, wie die Bewertungen in der Übersicht zeigen:

  • Chichibu 2011/2017 (58.6%, OB, for La Maison du Whisky, first fill bourbon barrel, cask #1292) 91 Punkte
  • Yamazaki ‘Sherry Cask 2013’ (48%, OB) 90 Punkte

Neu in Österreich: James Eadie’s Trademark X Blend

In Deutschland gibt es ihn schon, am Freitag wird er im Rahmen der Falstaff-Gala in der Wiener Hofburg vorgestellt (und nachdem wir von ihm noch nicht berichtet haben, nehmen wir das zum Anlass): Der James Eadie’s Trademark X Blend wird nach 70 Jahren wieder neu aufgelegt.

Die alte und die neue Flasche nebeneinander

Im Blend, der ursprünglich aus dem Jahr 1854 stammt, sind alle 12 noch existierenden Destillerien, die auch schon damals dabei waren, wieder vereint, darunter Caol Ila, Aberlour, Craigellachie und Lagavulin. Aber auch zwei Lost Distilleries werden zum Blenden des Trademark X Blends verwendet: Littlemill und Cambus als Grain – eher unüblich für einen Blend.

Herausgekommen ist ein leicht torfiger, aber fruchtig eleganter Blend, der von Master Blender Norman Matheson komponiert und von Rupert Patrick, Ur-Urenkel des Erfinders, neu auf den Markt gebracht wurde. In einigen Exportmärkten wie Frankreich und Deutschland gibt es ihn schon, jetzt kommt er – und auch das ist irgendwie ungewöhnlich, gleichzeitig in Österreich und Großbritannien in den Handel.

Als Richtpreis wird 45 Britische Pfund angegeben.

Video-Interview: Maltstock – das Whisky-Weekend zum Relaxen

Es ist zwar noch einige Zeit hin (genauer gesagt bis September 2018), aber viele Whiskyfreunde freuen sich schon jetzt darauf: Das Maltstock-Festival in Overasselt (nahe bei Nijmegen) in Holland. Über ein ganzes Wochenende treffen sich dort Whiskyfreunde, bringen ihre eigene Flasche mit und genießen ein geselliges Zusammensein, das von einem attraktiven Rahmenprogramm begleitet wird.

Im Rahmen der Aquavitae in Mülheim haben wir mit Lita van Wel gesprochen, die von Anfang an das Festival mitorganisiert hat. Sie erzählt uns über das Besondere von Maltstock, warum man es „The Relaxed Whisky Weekend“ nennt und was es sonst noch so darüber zu erzählen gibt. Lassen Sie sich von dem kompakten Interview inspirieren – und finden Sie zusätzliche Infos auf der offiziellen Website des Festivals www.maltstock.com.