Heute feiert man rund um den Globus den Internationalen Frauentag (die englischsprachige Webseite dazu, eine deutschsprachige haben wir leider nicht gefunden, stellt den Tag und die Aktionen dazu näher vor). Eine gute Sache, die mangels tatsächlicher Gleichstellung der Frauen (auch in unseren Ländern) höchste Berechtigung hat, auch wenn historisch betrachtet schon einiges erreicht wurde – genug halt noch nicht.
Im Whiskygeschäft sind Frauen nicht mehr die Ausnahme, sondern fast schon die Normalität, auch in leitenden Positionen. Eine Selbstverständlichkeit war das lange Zeit nicht, und vor einiger Zeit waren Frauen un Whisky, gerade wenn es um die Herstellung und Vermarktung ging, nicht etwas, was man in einem Atemzug nennen konnte.
Gut also, wenn man sich am Internationalen Frauentag auch mit den Pionierinnen in der Whiskybranche auseinandersetzt. Das Magazin Forbes gibt dazu die Möglichkeit, mit einem Artikel über vier Frauen, die im Whiskygeschäft schon frühzeitig viel bewegt haben. Der englischsprachige Artikel von Felipe Schrieberg, auf den wir Sie gerne hinweisen, beschäftigt sich abrissartig mit:
Bessie Williamson, die einst Laphroaig besaß
Jessie Roberta Cowan, die mit ihrem Mann Masatake Taketsuru Whisky nach Japan brachte
Das Finanzjahr 2018 bei Brown-Forman, dem US-Konzern mit Marken wie Jack Daniel’s oder BenRiach, beginnt schräg zum normalen Kalenderjahr. Daher sind die ersten 9 Monate des Finanzjahres 2018 bereits berichtsfertig. Und die Zahlen, die das Unternehmen präsentiert, sind solide: Die Nettoverkäufe zum Beispiel stiegen um 9% auf 2,5 Milliarden Dollar
Die am Erfolg beteiligten Märkte sind die USA mit 5% Steigerung, wo vor allem Jack Daniel’s und die Submarken boomten, Großbritannien und Deutschland mit jeweils 6% und 11% sowie Australien mit 10%. Schwach zeigte sich hingegen Japan mit -7%. Die wichtigsten Entwicklungsmärkte für das Unternehmen, Mexiko und Polen, verzeichneten jeweils einen Zuwachs von 10%.
Für das Gesamtjahr im Finanzzyklus rechnet man mit einem Plus von 7% bei den Nettoverkäufen und 11% operativen Einkommenszuwachs, berichtet The Spirits Business.
Sie hatte lange das Vorrecht, sich die nördlichste Festlanddestillerie in Schottland nennen zu dürfen: Old Pulteney in Wick. Das hat sie nun an Wolfburn verloren – aber nicht den guten Ruf, der ihren Abfüllungen anhaftet. Gerade die Originalabfüllungen mit Altersangaben werden immer wieder gelobt, aber auch von Unabhängigen gibt es sehr schöne Tropfen, wenngleich auch die Brennerei mit den sehr individuell geformten Brennblasen bei ihnen nicht sehr oft vertreten ist.
Vier Abfüllungen aus Old Pulteney hat Serge heute vorbereitet, drei Originalabfüllungen und einem vom unabhängigen Abfüller Cadenhead. Und sie scheinen Serge Valentin auch sehr zu schmecken, wenn man sich die Punktewertungen der Verkostung ansieht:
Old Pulteney 12 yo (40%, OB, +/-2017): 83 Punkte
Old Pulteney 17 yo (46%, OB, +/-2017): 88 Punkte
Old Pulteney 21 yo (46%, OB, +/-2017): 86 Punkte
Pulteney 11 yo 2006/2017 (55.8%, Cadenhead, Small Batch, two bourbon hogsheads): 82 Punkte
Die Destillerie Pulteney. Bild: Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen.Pulteney Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-LizenzDie Destillerie Pulteney. Bild: Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen.
Ab dem 14.3. können Committee-Mitglieder den Ardbeg Grooves in der Clubabfüllung bestellen – das wurde heute den Mitgliedern in einer Mail bekannt gegeben. Gleichzeitig hat man auch den Termin des Ardbeg Days offiziell gemacht, und vor allem den Ort für die offizielle Feier unter dem Motto „Peat & Love“ – : Es ist der 2. Juni und Offenbach am Main.
Wie man an den Ardbeg Grooves – den „intensiv rauchig-süßen Dram aus den Fässern mit dem höchsten Groove“ kommt, wird noch gesondert mitgeteilt – es steht anzunehmen, dass sich das jährliche Bestellritual auch in diesem Jahr wiederholt.
Wer sich schon mal auf den Ardbeg Grooves einstimmen will, kann das mit dem obenstehenden Video machen, das die Destillerie heute veröffentlicht hat und das sie auf einen „trip to remember“ einlädt…
Der Highland Herold Frühjahr 2018 ist soeben erschienen – und wie üblich als PDF-Version gratis downloadbar. Auch diesmal hat sich die Redaktion wieder einer Menge interessanter Themen angenommen, wie man der Übersicht hier entnehmen kann:
Glen Scotia Distillery: Ernst J. Scheiner war in der Region Campbeltown unterwegs und berichtet von einer der drei dort heute noch produzierenden Brennereien. Dazu gibt es die Verkostungsnotizen von Katja Langstrof und Ralf Hauer aus der Blindverkostung des Glen Scotia 18 y.o. und des Glen Scotia Victoriana.
Cricket and Whisky: Wie Andrew Watts vom Profisportler zum Whiskymacher in der südafrikanischen James Sedgwick Distillery wurde und welche Whiskys er dort schuf beschreibt Ernst J. Scheiner in diesem Beitrag.
Finnlands Brennereien: Julia Nourney wirft einen Blick in den europäischen Norden und stellt die dort ansässigen Whiskydestillerien vor.
Whisky Review – Hillock 7 ½-Fünfzehntel: Thorsten Herold untersucht die in vier Fässern gelagerte, limitierte Brennereiabfüllung aus dem Hause Habbel.
Whisky aus Japan: Jürgen Liebenau besuchte die Nikka Yoichi Distillery auf Hokkaido, die zweitälteste noch in Betrieb befindliche Brennerei des Landes, und stellt sie in diesem Beitrag vor.
Die aktuelle Augabe können Sie hier herunterladen – wir wünschen viel Vergnügen mit der wie immer interessanten und informativen Lektüre.
Das hat man sich bei Diageo wahrscheinlich auch etwas anders vorgestellt: Um Spenden für den Elizabeth Cady Stanton and Susan B. Anthony Statue Fund und andere Frauenrechtsorganisationen in den USA zu generieren, hat man eine Sonderedition von Johnnie Walker namens „Jane Walker“ aufgelegt und verkauft diese in den USA (wir berichteten hier).
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Einige Publikationen in den USA (aber nicht nur) haben diese Aktion als einen zweifelhaften PR-Stunt angesehen, der ihrer Meinung nach Frauen zum Whiskytrinken verleiten soll und die Sonderedition als Gag gebrandmarkt. Diageo hat darauf bereits reagiert und diese Vorwürfe als ein Missverständnis bezeichnet.
Kaum haben sich hier die Wogen beruhigt, geht an anderer Stelle der Wirbel wieder los. Und zwar diesmal in Schottland, genauer gesagt in Kilmarnock.
Dort hat der Vorsitzende des East Ayrshire Council, Douglas Reidd, die Veröffentlichung der Jane Walker Edition als „Schlag ins Gesicht der Menschen von Kilmarnock“ bezeichnet, berichtet der Daily Record. Seinen Worten nach sei Johnnie Walker a) keine Kunstfigur, sondern eine für die Region wichtige geschichtliche Person und b) daher kein Objekt für Marketingspielereien. Hier einmal das wörtliche Zitat:
“One of Diageo’s oldest brands, the whisky and the family will be linked to Kilmarnock and our proud heritage forever. Diageo is custodian of this brand, conceived and manufactured in Kilmarnock, which became the world’s best-selling whisky long before Diageo.
The decision to launch the Jane Walker whisky is an insult to the people of Kilmarnock and yet another attempt to rewrite the brand’s history.
Diageo might see it as ‘another symbol of the brand’s commitment to progress’ but the fact is they would appear to be severing all ties with the Striding Man’s hometown.”
Um diese Wortmeldung korrekt einordnen zu können, sollte man in Betracht ziehen, dass die Region, die tatsächlich die Heimat der Walker-Familie ist, im Jahr 2012 die Abfüllanlagen für Johnnie Walker, die einen wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber darstellten, verloren hat. 700 Menschen wurden darauf arbeitslos.
Diageo wollte sich zu den konkreten Vorwürfen, die Jane Walker Edition sei respektlos gegenüber der Region, nicht äußern.
Johnnie Walker launches Johnnie Walker Black Label The Jane Walker Edition, donating $1 for every bottle made to organizations championing women’s causes. (PRNewsfoto/Johnnie Walker)
Zusammen mit ihrem deutschen Vertriebspartner Diversa Spezialitäten GmbH präsentiert Distell in dieser Woche zwei ihrer Brennereien und deren Whiskys – Bain’s und Deanston – in Deutschland. Gestern widmeten wir uns dem ersten Teil der Deanston/Bain’s Roadshow im Whiskyhort in Oberhausen und stellten Ihnen den südafrikanischen Grain Whisky Bain’s vor. In unserem heutigen Bericht bringen wir Ihnen die Brennerei Deanston und ihre Whisky näher.
Deanston. Bildrechte: Bernd Scheer
Die ehemalige Baumwollfabrik am Fluss Teith
Zugegeben, es gibt sicherlich jede Menge schönere Destillerien in Schottland als Deanston. Und dies ist nicht überraschend. Denn eigentlich sind die Gebäude, in der sich diese Brennerei befindet, für eine Baumwollmühle gebaut worden. Ihre Zeit war in den 60ern vorbei, und 1965 wurde dann eine Whiskybrennerei in diese Gebäude wortwörtlich eingebaut. Die architektonischen Gegebenheiten ließen manches Detail nicht so einfach zu. So ist zum Beispiel Deanston eine der wenigen Destillerien, deren Mashtuns ohne Abdeckung und damit offen sind. Der Grund ist hierfür recht simpel, die niedrige Raumhöhen machten eine Abdeckung unmöglich.
Deanston. Bildrechte: Bernd Scheer
Doch Billy Sinclair, International Brandambassador für die Distell Whiskys und damit auch für Deanston, möchte auf der Deanston/Bain’s Roadshow nicht über die archektonischen Besonderheiten referieren, sondern den Teilnehmern des Tastings im Whiskyhort in Oberhausen die Whiskys der Highland Brennerei vorstellen. Und dazu hat er ein große Anzahl an Abfüllungen aus dem Deanston Portfolio mitgebracht.
Billy Sinclair, International Brandambassador für die Distell Whiskys
Schon der Deanston Virgin Oak zeigt zu Beginn den typischen Charakter dieser Brennerei und ihrer Whiskys. Getreidetöne mischen sich hier mit Honig, Vanille und Zitrus und bilden gemeinsam einen weichen und doch reichen Whisky. Der darauf folgende Deanston 12yo nimmt diese Aromen auf. Er zeigt sich jedoch öliger und eleganter am Gaumen, insgesamt würziger und voller.
Beim nächsten zu verkostenden Whisky wird deutlich, dass es eigentlich nicht möglich ist, über Deanston zu sprechen, ohne die architektonischen Besonderheiten zu erwähnen. Denn diese kommen beim Deanston Organic voll zu tragen. Die Baumwollmühle, die Deanston vormals war, nutzte die direkte Lage am Fluss Teith. Die benötigte Energie gewann man mittels Wasserkraft, und auch heute bezieht Deanston, ökologisch unbedenklich, noch sämtliche für die Brennerei benötigte Energie aus dem Fluss.
Dieser Deanston Organic reifte insgesamt 15 Jahre. Zu Beginn lagerte er in früheren Bourbon Casks und erhielt eine abschließende Reifung in sogenannten Virgin Oak Fässern, also Eichenfässern ohne Vorbelegung. Deutliche Toffee-Noten zeigen sich beim Deanston Organic sowohl in der Nase als auch am Gaumen. Dazu kommen Getreidetöne und eine große Zuckersüße, alles in allem haben wir hier weiterhin einen sehr weichen Whisky, wobei dieses „weich“ eine sehr große Zugänglichkeit mit Charakter bedeutet.
Bei der Deanston/Bain’s Roadshow gilt es diese Abfüllungen zu verkosten. Bild (c) Whiskyexperts
Nichts hinzugefügt und nichts genommen
Die Whiskys der Brennerei Deanston machen noch zwei weitere Details aus. Diese Besonderheiten entstehen eigentlich nur dadurch, dass Deanston nichts Besonderes mit ihren Whiskys macht: Alle ihre Whiskys sind weder kühlgefiltert noch gefärbt. Abgefüllt werden die Whiskys, wie generell bei den Brennereien der Distell Group, mit einem Mindestalkoholgehalt von exakt 46,3 % Vol..
Der im Tasting folgende Deanston 18yo bildet da natürlich keine Ausnahme. Dieser sehr ausbalancierte Whisky mit den gewohnten Honig- und Malz-Noten ist dazu würziger als seine Vorgänger und bietet dazu noch ein kräftiges Finish. Er bildet den Auftakt der außergewöhnlichen und limitierten Abfüllungen von Deanston. Ihm folgt der einzige fassstarke Deanston des Abends, welcher ganze 20 Jahre in Oloroso-Fässern reifte. Äußerst würzig und mit kräftigen Kräuter-Noten präsentiert er sich schon in der Nase. Reife Früchte zeigen sich weiter, insgesamt sehr voll an Aromen und sehr komplex. Seine 55,3 % Vol. laden zum Spiel mit der Zugabe von Wasser ein.
Der Abschluss des Tastings ist dem Deanston Decenary vorbehalten. Anlässlich ihres 50sten Geburtstages wurden Whiskys vier unterschiedlicher Fassarten aus vier unterschiedlichen Jahrzehnten miteinander kombiniert. Aus dem Jahr 1977 kam Whisky aus Refill Fässern, American Oak Casks von 1982 wurden verwendet, weiterhin wurden hier 1996 befüllte Port Pipes sowie Pedro Ximénez Fässer von 2006 für den Deanston Decenary verwendet. Von diesem äußerst runden und sehr komplexen Whisky wurden 1.400 Flaschen abgefüllt.
Die Brennerei Deanston und ihre Abfüllungen stehen nicht unbedingt im Fokus vieler Whisky-Freunde. Zu Unrecht. Denn die Distell Group hat nach dem Erwerb der Burn Stewart Distillers und der dazu gehörenden Brennereien (Deanston, Bunnahabhain und Tobermory) einiges getan. Statt mit einem großen Marketing-Budget und wohlklingenden Geschichten die Verkaufszahlen zu forcieren, wurden die Stellschrauben in der Produktion und bei den Abfüllungen ein klein wenig gedreht. Ungefärbt, ungefiltert und auch abseits von Moden ohne überbordenden Fasseinfluss zeigt Deanston mit ihren Whiskys eine gewissen Ursprünglichkeit. Diese sollte mehr Freunde finden.
Die Deanston/Bain’s Roadshow hält heute Abend noch in Köln. Gastgeber dieser letztmaligen Gelegenheit ist das Whisky-Depot Köln.
Mittwoch, 07.03.2018, 18:30 Uhr
Whisky-Depot Köln, Hauptstraße, 39 50996 Köln – Rodenkirchen, in der Rheingalerie
Diageo Germany informiert uns über einige personelle Veränderungen, die sich im On Trade Team des Unternehmens Ende März ereignen werden und die wir – nicht nur – für unsere Leser aus der Industrie und dem Handel gerne weitergeben. Hier der Inhalt der Pressemitteilung, die uns dazu erreichte:
Personelle Veränderungen im On Trade Team von Diageo Germany
Markus Neher, On Trade Director Germany, verlässt Diageo Ende März 2018
Andreas Meyer, National Field Force Manager, und Torben Heitmann, National Group Account Manager, übernehmen die Interims-Führung des Diageo On Trade Bereichs
Hamburg, 07.03.2018 – Markus Neher, On Trade Director bei Diageo Germany, hat nach 16 erfolgreichen Jahren im Unternehmen beschlossen, ein neues Kapitel seiner Karriere außerhalb der Spirituosenindustrie zu beginnen. Ein Nachfolger für die Position wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Bis dahin werden Andreas Meyer, National Field Force Manager, und Torben Heitmann, National Group Account Manager, das On Trade Geschäft gemeinsam führen.
„Beide sind sehr erfahrene Experten in diesem Bereich und seit vielen Jahren erfolgreiche Führungskräfte bei Diageo“, sagt Dr. Christopher D. Stagg, Country Director Central Europe. Und weiter: „Ich freue mich, dass ich das On Trade Geschäft während dieser Übergangszeit in ihre fähigen Hände legen kann. Dieser Schritt wird sicherstellen, dass wir nahtlos an der Weiterentwicklung des On Trades und unserer vielseitigen Marken und Innovationen arbeiten können.“
Markus Neher verlässt Diageo Ende März 2018.
„Wir sind sehr froh, dass wir mit Markus Neher über 16 Jahre zusammenarbeiten konnten, er in den letzten sechs Jahren den On Trade Bereich geleitet und mit Unterstützung eines sehr talentierten Teams weiterentwickelt hat. Er hat wesentlich zum Erfolg dieser Abteilung und zu unserem Gesamtgeschäft beigetragen, indem er ein beständiges Wachstum sicherstellte und neue Organisationsstrukturen implementierte“, betont Dr. Stagg. „Wir haben sein umfangreiches Wissen über die Spirituosenindustrie und seine Leidenschaft für unsere Marken und unser Geschäft stets sehr geschätzt. Wir danken Markus Neher für sein Engagement in den letzten Jahren und wünschen ihm alles erdenklich Gute für seine berufliche Zukunft.“
Nach 31 Jahren bei Dalwhinnie geht Liz Stewart nun am 9. März mit 57 Jahren in Pension – und die im Besitz von Diageo stehende Highland-Destillerie feiert dies mit einer besonderen Abfüllung.
Liz Stewart war die erste Frau in Schottland, die in der Destillation von Malt Whisky arbeitete, als sie 1987 bei Dalwhinnie begann, schreibt Diageo in der englischsprachigen Aussendung, die wir erhalten haben. Ihre Karriere führte sie über die Befüllung von Fässern in den Lagerhäusern zur Überwachung der Fermentation hin zum Still House, wo sie für das Brennen des Spirits verantwortlich war. Mittlerweile sind 17% der Angestellten bei Diageo in der Malt-Produktion weiblich, und 40% im Management.
Zu Ehren von Liz Stewart hat Dalwhinnie nun eine eigene Abfüllung herausgebracht. Lizzie’s Dram, abgefüllt mit 48%, ist in einer limitierten Auflage von 7500 Flaschen erschienen. Erhältlich wird der Whisky allerdings nur in der Destillerie im Destillerieshop sein – einen Preis hat uns Diageo in der Aussendung nicht mitgeteilt.
Fünf Japaner, die bei uns nicht so leicht zu bekommen sind, stehen heute auf der Verkostungsliste bei Serge Valentin. Nicht alle davon sind Single Malts, gleich der erste bezeichnet sich als „Pure Malt“ – und Serge erwähnt extra dazu, dass „Pure Malt“ bei japanischen Whiskys nicht unbedingt bedeuten muss, dass der Whisky darin rein japanisch ist – das müsse sogar explizit am Label stehen.
Die restlichen vier sind dann tatsächlich japanische Single Malts, und sie sind auch jene, die mit hohen bis sehr hohen Punktewertungen versehen werden (ab 80 aufwärts).
Am letzten Wochenende fand in Franken die Whiskymesse The Village Nürnberg 2018 statt, einer der Höhepunkte des Messejahrs für Whiskyfreunde. Von Publikum wie auch von Ausstellern hoch frequentiert war sie, und was man nach der Messe so hörte, für beide ein voller Erfolg.
Unser Leser Rainer Edlinger vom Whisky-Circle Pinzgau hat wie in jedem Jahr die Messe besucht, und er hat uns, die wir diesmal leider nicht dabei sein konnten, seine fotografischen Eindrücke zur Verfügung gestellt, damit wir die Bilder mit Ihnen teilen können. Begeben Sie sich mit uns auf einen Rundgang durch die Messe, gewinnen Sie einen Eindruck davon, falls Sie nicht dort sein konnten – und falls Sie es waren, dann schwelgen Sie in Erinnerungen. Auf geht’s!
Seit 2003 vergeben die Malt Maniacs, eine Gruppe erfahrener und enthusiastischer Whiskyfans, ihre jährlichen Malt Maniac Awards – die Auszeichnungen für besondere Whiskys, die sich in einer Blindverkostung als beste ihrer Kategorie durchsetzen konnten.
Dabei wird wie folgt vorgegangen: Die Preise werden allein für den Geschmack vergeben, und zwar in drei Kategorien: Daily Drams bis 50 Euro, Premium bis 150 Euro, und Ultra Premium mit einem Preis ab 151 Euro.
In den Kategorien gibt es jeweils fünf Preisträger: Kategoriesieger, bester Sherry Whisky, bester rauchiger Whisky, bester „naturbelassener“ Whisky und Thumbs Up. Zudem wird ein Gesamtsieger aller Kategorien gekürt, nämlich jener, der die insgesamt höchste Punktezahl erhält.
Die Gewinner aller Kategorien sind hier auf der Seite der Malt Maniacs ersichtlich, untenstehend ist eine Liste jener Abfüllungen, die wegen ihrer hohen Punktewertung eine Goldmedaille gewinnen konnten (sie überschneidet sich natürlich mit der Liste der anderen Preisträger):
Die meisten Whiskyfans werden von der Distell Group das erste Mal gehört haben, als diese südafrikanische Firma im April 2013 für £160 Millionen die schottischen Burn Stewart Distillers kauften. Seitdem gehören die Brennereien Tobermory, Bunnahabhain und Deanston zu diesem Unternehmen, welches eines der führenden Produzenten von Spirituosen (u.a. Bain’s), Wein und weiteren alkoholischen Getränken auf dem afrikanischen Kontinent ist.
Zusammen mit ihrem deutschen Vertriebspartner Diversa Spezialitäten GmbH präsentiert Distell in dieser Woche zwei ihrer Brennereien und deren Whiskys – Bain’s und Deanston – in Deutschland. Gestern Abend begann diese Deanston/Bain’s Roadshow ihre Tour in Oberhausen im Whiskyhort. In unserem heutigen Bericht widmen wir uns ganz dem Grain Whisky aus Südafrika. Morgen werden wir uns dann näher mit der Brennerei Deanston und ihren Whisky beschäftigen.
Die Eröffnung dieses Tastings oblag Andy Watts. Er ist der Master Distiller der südafrikanischen The James Sedgwick Distillery und als Master Blender der kreative Kopf hinter dem Grain Whisky Bain’s.
Master Distiller Andy Watts von der James Sedgwick Distillery wurde in diesem Jahr vom Whisky Magazine zum Master Distiller of the Year / Rest of the World ausgezeichnet. Bild (c) Whiskyexperts
Obwohl Grain Whisky, also Whisky, der (verkürzt dargestellt) aus einer Getreide-Maische mittels eines kontinuierlichen Brennvorgangs gewonnen wird, den Hauptteil des weltweit produzierten Whiskys stellt, sind die Liebhaber dieser Spielart eines Whiskys sehr überschaubar. Eigentlich zu unrecht, wie uns Andy Watts mit seiner, wie er es nannte, Dekonstruktion des Bain’s aufzeigte. Mittels vier Proben verdeutlichte er den Weg der Reifung, den Bain’s bis zu seiner Abfüllung mit einem Alter von nur 5 Jahren nimmt.
Die Dekonstruktion des Bain’s
Zu Beginn präsentierte uns Andy Watts den auf 40 % Vol. reduzierten Grain Spirit, wie er direkt aus der Brennanlage kommt. Recht leicht und dezent in der Nase, zeigt er sich am Gaumen mild. Dazu kommt eine sehr große Süße, welche mit einer gewissen Künstlichkeit an Kaugummis aus den 70er Jahren erinnert. Doch schon eine dreijährige Lagerung in einem Refill Bourbon Cask (auf 40 % Vol. reduziert) verändert diesen Whisky deutlich, wie Andi uns mit der nächsten Probe zeigt. Weiterhin mild und recht rein, kommen nun schon leichte Holznoten hinzu.
Mit vier verschiedenen Proben zeigte Andy Watts den Reifeprozess des Bain’s auf. Bild (c) Whiskyexperts
Doch Bain’s ist nicht nur einfach in früheren Bourbon Fässern gelagerter Grain Whisky. Seine Reifung findet zweimal statt, wie uns Andi mit den nächsten beiden Proben zeigt. Bain’s wird zunächst für drei Jahre in First Fill Bourbon Casks gelagert. Und in der Nase, wie diese Probe zeigt, sind hier schon deutlich Vanille-Aromen zu erkennen. Hinzu kommt eine ebenfalls deutliche Kokosnuss-Note. Nach diesen drei Jahren reift dieser Grain Whisky dann nochmals in neuen First Fill Bourbon Casks für eine Zeit von 18 bis zu 30 Monaten nach, um dann als Bain’s abgefüllt zu werden. Und diese zusätzliche Reifung bekommt dem Grain Whisky sehr gut. Er wird noch weicher und runder, zudem zeigt er sich mit seinen Vanille-Noten, Kokosnuss-Armonen und Holzwürze sehr mild ausbalanciert. Den größten Zuwachs erhält er im Finish. War es bei den Fassproben zuvor recht kurz, verweilt der Bain’s mit seiner milden Würzigkeit deutlich länger.
Als 1994 endlich das Ende der Apartheid in Südafrika begann, betrat die Welt mit ihren Whiskys auch dieses Land am Südzipfel Afrikas. Vor allem die zwei großen J’s, eins aus Irland und eins aus den USA, wie Andy Watts sie nennt, kamen auf den südafrikanischen Markt. Doch Andy fand, dass diese Beiden nicht so ganz Südafrika entsprechen würden. So beschloss er, ein passenden Whisky zu entwickeln. Für Bain’s wird ausschließlich südafrikanischer Mais verwendet, dieser ist ein Bestandteil für diesen milden Whisky. Das verwendete, weiche Wasser – es fließt auf seinem natürlichen Weg durch sehr alten Sandstein – trägt ebenfalls dazu bei. Die durch die klimatischen Bedingungen ohnehin schnellere und hier dazu noch doppelte Reifung in First Fill Fässern sorgt für einen milden und zugleich aroma-vollen, ausbalancierten Grain Whisky.
Die nächsten Stationen der Roadshow
Die Deanston/Bain’s Roadshow hält heute Abend noch in Wülfrath bei Schlüter Genießertreff. Am Mittwoch bietet Köln dann die letztmalige Gelegenheit, Gastgeber dort ist das Whisky-Depot Köln.
Bei Ralfy gibt es wieder ein neues Video mit einer Verkostung zu sehen – diesmal geht es in die Highlands, in einen Industriebau, der ehemals als Baumwollmühle diente. Die Rede ist von Deanston, der seit 1965 arbeitenden Destillerie, die auch Drehort für einige Szenen des Films „Angels’s Share – ein Schluck für die Engel“ war.
Ralfy verkostet diesmal den Standard aus der Brennerei, den Deanston 12yo, ein mit 46.3% abgefüllter Malt (die Alkoholstärke resultiert aus dem Umstand, dass ab dieser Stärke keine Kältefiltration mehr nötig ist – aus diesem Grund sind die Whiskys der Brennereien der Distell Group, nämlich Deanston, Bunnahabhain und Tobermory, mindestens mit dieser Stärke abgefüllt).
Ralfy mag den Deanston 12yo ganz offensichtlich, denn das Resultat der 12 Minuten dauernden Verkostung ist eine Punktewertung von 88/100 – wieso genau Ralfy vom Whisky angetan ist, das können Sie im obenstehenden Video sehen, das auch auf Youtube zu finden ist.
An den Stills der Destillerie Deanston. Copyright Michael Schmidt