Neu in der TTB Datenbank: Laphroaig 28yo, Laphroaig Cairdeas Fino Finish

Zwei neue Laphroaig sind in der US-amerikanischen TTB-Datenbank aufgetaucht – was auf einen zukünftigen Marktstart hindeutet, aber keine absolute Sicherheit dafür ist. Wir bringen für Sie die Links darauf, aus Respekt vor dem Copyright auf das Artwork der Etiketten unterlassen wir es seit einiger Zeit, diese hier abzubilden. Sie müssen aber einfach nur unseren Links folgen, dann können Sie das jeweilige Artwork (das manchmal auch weiterführende Infos enthält) sehen.

  • Zunächst gibt es einen neuen Laphroaig Cairdeas, der im Fino Cask gefinisht ist, nachdem er im ex-Bourbon-Fass reifte. Er wird mit 51.8% abgefüllt werden. Die Fässer reiften in den Lagerhäusern 8 und 10.
  • Weiters ist in der Datenbank ein Laphroaig 28yo aufgetaucht, der zunächst in verschiedenen Fassgrößen vom Quarter Cask bis zum Butt reifte, um danach 12 Monate lang im Sherryfass nachzureifen. Der Whisky wird mit 46.3% abgefüllt. Wie der Cairdeas ist er nicht gefärbt und nicht kältefiltriert.

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf. 

Photo credit: zeevveez via Visualhunt / CC BY

R.I.P. Carl Reavey

Traurige Nachrichten aus der Destillerie Bruichladdich: Carl Reavey, der Head of Communications der Destillerie und damit ihr Sprachrohr in verschiedensten Kommunikationskanälen, ist heute plötzlich verstorben. Fast alle Texte, die seit 2012 auf der Website, in PR-Aussendungen und in sozialen Medien zu finden waren, stammten aus seiner Feder. Damit prägte er das Image von Bruichladdich entscheidend mit.

Carl Reavey wurde 61 Jahre alt. Unser Mitgefühl gilt der Familie.

Einen Nachruf können Sie auf der Website von Bruichladdich finden.

Carl Reavey. Bild © Bruichladdich

Irish Central: Interview mit Darryl McNally (Dublin Liberties Distillery)

2018 sollen die Stills arbeiten, aber schon jetzt macht das Projekt Schlagzeilen: Ihr gesourcter (also aus Fremdquellen zugekaufter) Whiskey ist laut Irish Central der schnellstwachsende Whiskey Irlands des Jahres 2017.

Im Online-Magazin hat man ein Interview mit Darryl McNally von eben jener Dublin Liberties Distillery geführt und ihn zu der Brennerei und den Entwicklungen in Irland befragt. Seine Expertise dazu ist nicht unerheblich, war McNally doch die letzten 18 Jahre für Pernod und Diageo zuständig, zuletzt als Master Distiller für Bushmills.

Hier ein Ausschnitt, in dem er über die Eigenheiten der Dublin Liberties Distillery spricht:

Our distillery will fall under the category of a craft to commercial size distiller, which will be able to handle up to 700,000 liters of alcohol. We’re in the process of building a really innovative, energy efficient, distillery right in the heart of Dublin City Center, which will be producing the finest distillery Dublin has seen for many years.

Along with a visitor’s center experience, which will not only showcase making whiskies but will also tell the liberties story of Dublin and the people of liberties and the many fine characters, it will be a historic tour of life in the Liberties. Paying our respects to those who came before us.

Das gesamte ausführliche Interview können Sie hier nachlesen.

Photo by infomatique on VisualHunt.com / CC BY-SA

Kickstarter: Whisky Flavour Poster, Wheel und Postkarten

Insgesamt 326 Geschmacksnoten für Whisky – davon jeweils 200 auf einem Poster entweder im Raster angeordnet oder auf einem zweiten Poster als Tasting Wheel dargestellt sowie Segmente als Postkarten – das ist das Kickstarter-Projekt, auf das uns dessen Team heute aufmerksam gemacht hat.

Die Initiatoren schreiben uns:

Über zweieinhalb Jahre haben wir gesucht, gesammelt und fotografiert und 326 Geschmacks- und Geruchsnoten zu Papier gebracht: die Aromen von Whisky, fotografiert im Whiskyglas.

Das Ganze wird entweder als Poster, als Wheel oder in Teilen auf Postkarten dargestellt. Hier mal ein Ausschnitt des Posters, das die Geschmäcker in Form eines Tasting Wheels angeordnet zeigt:

Nicht ganz so strukturiert, aber dafür sehr dekorativ ist das Poster mit der Rasteranordnung (auch hier ein Ausschnitt):

Das Flavour Wheel hat das Format 82 x 88 cm, das Rasterposter das Format 59.4 x 84.1 cm. Beide zeigen etwas unterschiedliche Dinge, für die genaue Beschreibung schauen Sie doch bitte einfach auf die Kickstarter-Seite.

Insgesamt will man 3590 Dollar sammeln, um die Kosten zu decken. Mit dabei ist man mit Beträgen von 5 bis 200 Euro (im System von Kickstarter scheint das durch das internationale Projekt so eingestellt zu sein), dafür gibt es dann auch unterschiedliche „Belohnungen“ bis hin zu einem Poster im eigenen Design (vielleicht was für Clubs?).

Das Ganze passiert nach dem „Alles oder nichts“-Prinzip: Wenn in den nächsten 25 Tagen (bis zum 3. Februar) der Betrag nicht eingesammelt werden kann, dann bleibt das Projekt unrealisiert und keiner zahlt einen Cent.

IT: Irische Destillerien ziehen immer mehr Besucher an

Dass wir hier auf Whiskyexperts gehäuft Nachrichten zu irischem Whiskey bringen, liegt schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass sich die Whiskeyszene dort über die letzten Jahre mehr und mehr belebt hat. Aktuellstes Zeichen dafür sind die aktuellen Zahlen aus den irischen Destillerien, was den Zustrom an Besuchern betrifft.

Wie die Irish Times in einem Artikel berichtet, haben sich die Besucherzahlen bei den Destillerien im letzten Jahr deutlich positiv entwickelt. Ein Plus von 11% konnten jene zwölf Besucherzentren verzeichnen, die diese Daten auch erfassen. Statt 733.000 sind es nun, im Jahr 2017, 814.000 geworden.

Die Besucher kamen dabei laut den Unterlagen der Irish Whiskey Association, hauptsächlich aus den USA, UK, Deutschland, Frankreich und Nordeuropa. 

Abgesehen davon, dass diese Entwicklung bei den Destillerien selbst für Freude sorgt, ist sie auch für die irische Tourismusindustrie relevant, da die Besucher natürlich nicht allein in den Brennereien ihr Geld lassen, sondern natürlich auch in den Hotels, der Gastronomie und in vielen anderen Wirtschaftszweigen.

Für das laufende Jahr erwartet man sich eine weitere Steigerung, nicht zuletzt dadurch, dass 2018 weitere Besucherzentren, wie zum Beispiel der Destillerien in Clonakilty und Drogheda, dazukommen werden.

Die Connemara. (c) Beam Suntory

Serge verkostet: Strathmill

Zwei Abfüllungen aus der Destillerie Strathmill stehen heute auf dem Programm einer kleinen aber feinen Verkostungssession bei Serge Valentin (heute wieder einmal ohne seinen Partner Angus).

Serge sagt, Strathmill sei weder besonders bekannt noch besonders berühmt, und er könne nicht wirklich den Charakter der Destillerie beschreiben – aber  unserer Meinung nach gibt es immer wieder Abfüllungen von dort, die Aufmerksamkeit verdienen. Ob diesmal welche bei Serge dabei sind?

Nun ja, schlecht schneiden die beiden Bottlings aus dem Vorjahr in der Verkostung jedenfalls nicht ab:

  • Strathmill 2004/2017 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice): 82 Punkte
  • Strathmill 1975/2017 (47.4%, Malts of Scotland for G&B Whisky Fest, cask #MOS 17047, 87 bottles): 88 Punkte
By Ulysses.Hood – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37546947

MoM: Acht interessante Whiskys mit Weinfass-Finish

Cask Finishes, und dabei auch Wine Cask Finishes, sind momentan sehr gefragt. Einerseits bei Destillerien, weil man mit ihnen Whisky einen besonderen Touch geben kann, andererseits bei Genießern, denn – richtig eingesetzt – machen sie sowohl in der Nase als auch am Gaumen viel Freude. Richtig eingesetzt bedeutet dabei, dass das Finish den Charakter des Whiskys nicht überdecken, sondern unterstützen soll.

Master of Malt, ein Onlinehändler von der Insel, gibt in einem Blogeintrag einen kurzen Überblick über acht Whiskys, die ein Finish in Weinfässern aufweisen können. Dabei sind schottische Marken wie Tullibardine oder Arran und Edradour, aber auch amerikanische Whiskeys und auch zwei Iren, wovon einer ein Single Grain Whiskey ist.

Zu jedem Whisky gibt es im Artikel auch eine kurze Beschreibung, die vielleicht Lust machen könnte, sich das eine oder andere Bottling beim lokalen Händler zu holen.

Photo on Visualhunt.com

The Independent: Nicht mehr Nummer 1 – wie macht Diageo weiter?

Märkte ändern sich, Umstände ändern sich, Trends und Vorlieben ändern sich – reagieren die Unternehmen darauf mit geänderten Strategien?

Einen eher skeptischen Tenor, was den ehemaligen weltweiten Marktführer Diageo angeht, hat The Independent aus Irland in einem Artikel, der sich diesem Thema widmet. Ehemaliger Weltmarktführer deshalb, weil im letzten Jahr der chinesische Getränkekonzern Kueichow Moutai den Briten den Rang abgelaufen und sie auf Platz zwei verdrängt hat.

The Independent sieht eine von vielen Ursachen darin, dass Diageo sich auf dem irischen Markt strategische Schnitzer erlaubte. Man habe dort die Marke Bushmills verkauft, um einen Tequila zu kaufen, und damit dem Konkurrenten Pernod Ricard erlaubt, seine Marke Jameson ungehindert zu entwickeln. Dies räche sich nun, da Diageo am irischen Boom keinen Anteil habe.

Auch anderswo, so der Artikel, habe man Fehler begangen, und so müsse man sich bei dem Unternehmen Gedanken über die Zukunft machen. Auch auf der Bier-Seite sei dem Konzern starke Konkurrenz erwachsen, und das aktive Engagement potenter amerikanischer Großinvestoren sei eine weitere Unabwägbarkeit für Diageo.

Lesenswert!

Ralfy verkostet: Glencadam 15yo (Review #708)

Im letzten Video, kurz nach Weihnachten, hat Ralfy seinen persönlichen Whisky des Jahres 2017 vorgestellt – und es war der Glencadam 15yo (den entsprechenden Artikel mit dem Video können Sie hier finden).

Im heutigen Video, gerade eben publiziert, widmet er sich diesem Whisky ausführlich und begründet seine Entscheidung. Natürlich wird der Glencadam auch verkostet, und dabei erhält er satte 91 von 100 Punkten. Ralfy lobt ihn als einen Whisky, der das Beste zeigt, was ein Single Malt sein kann.

Knapp unter 10 Minuten ist das Video auf Youtube diesmal, und ganz dem Whisky gewidmet – wer also genau wissen will, warum Ralfy so entschieden hat, der sollte es sich ansehen. Und wer unabhängig davon mehr über den Glencadam 15yo erfahren will, der ebenso.

Serge und Angus verkosten: Ardmore x5

Ardmore ist eine, nicht nur wegen der Tatsache, dass sie als Highland-Brennerei einen rauchigen Malt produziert, interessante Destillerie, sondern weil sie immer wieder bei unabhängigen Abfüllern zu finden ist, aber auch von der Destillerie selbst aus beachtenswerte Bottlings zeigt. So zum Beispiel der neue 20-jährige Whisky, der ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Leistung bietet, oder die Sonderausgabe aus dem Port Cask, die viele Freunde fand.

Um diese Originalabfüllungen geht es heute aber nicht, sondern um fünf unabhängige Bottlings. Deren Bewertungen reichen von knapp unter 80 Punkten bis knapp an die magische 90 heran. Sie alle stammen aus 2016 bis, ja, bereits 2018. Hier die Verkostung als Liste mit den Punkten, diesmal jene von Angus zuerst:

  • Ardmore 5 yo 2011/2016 (46%, Carn Mor Strictly Limited, Bourbon Barrel, 690 bottles): 78 Punkte (Serge 78)
  • Ardmore 2011/2016 (48%, Wilson & Morgan, Heavily Peated): 82 Punkte (Serge 83)
  • Ardmore 8 yo 2008/2017 (54.5%, Berry Brothers & Rudd, #708607): 85 Punkte (Serge 85)
  • Ardmore 2002/2016 (57.5%, Gordon & MacPhail, CASK, refill sherry hogsheads, #935,936,938): 88 Punkte (Serge 87)
  • Ardmore 1997/2018 (60.1%, Berry Brothers & Rudd for The Whisky Show: Old & Rare, #149017): 89 Punkte (Serge 88)
Ardmore. Bild: Potstill

Stern: Besuch bei der Destillerie Arran

Einen recht ausführlichen Artikel über einen Besuch bei der Destillerie Arran können Sie auf stern.de nachlesen. Unter dem Titel „Wo Whisky verdünnen fast schon Pflicht ist“ beschreibt Autor Henry Lübberstedt seine Erfahrungen in der Brennerei und von der Reise auf die Insel.

Lübberstedt konnte auf Arran eine Tour mitmachen, und hat diese mit vielen Fakten rund um die Brennerei angereichert. Hauptthema des Artikels ist dabei die Tatsache, dass Arran eine unabhängige Brennerei ist und nicht unter der Kontrolle eines Konzerns steht. Was das in einem globalen Markt bedeutet, versucht der Artikel ebenfalls zu beleuchten. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Auf die Unabhängigkeit legen wir größten Wert, unterstreicht John gleich zu Begrüßung im Visitor Center. Es sei eine Art Credo der Destille. Wahrscheinlich weil Gründer Harold J. Currie genau wusste, wie es sich anfühlt, von einem Konzern geschluckt zu werden. Viele Jahre war er Geschäftsführer beim ehemals weltgrößten Getränkehersteller Seagram sowie bei Chivas und Pernod-Ricard.  

Erwarten Sie vom Artikel nicht technischen Tiefgang, aber freuen Sie sich auf eine stimmungsvolle Reportage über eine interessante Destillerie…

Photo credit: samwilson.id.au via Visual Hunt / CC BY-SA

BR24: Bernd Schäfer, Whiskyexperte (Video)

Wenn man über die deutsche Whiskyszene spricht, dann fällt unweigerlich früher oder später der Name Bernd Schäfer. Als einer der profiliertesten Whiskykenner und Gründer des ersten deutschen Whiskyclubs sowie als einer der wenigen „Master of the Quaich“ ist er weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt und als Juror in internationalen Whiskybewerben gefragt.

Vor einigen Tagen hat ihm der bayerische Rundfunk auf seinem Kanal BR24 ein knapp dreiminütiges Portrait gewidmet, das nun auf der Webseite der BR-Mediathek abrufbar ist. In ihm spricht Bernd Schäfer über seine Leidenschaft und das Faszinosum Whisky und geht auch der Frage nach, was alles dazugehört, um ein guter Verkoster zu sein. Sehenswert und unterhaltsam!

Bild: BR24

Neue Deutsche Whiskyvideos der Woche (57)

Ein letztes Mal macht die Urlaubszeit die Ausbeute geringer als sonst, aber natürlich wollen wir dennoch nicht auf sie verzichten und präsentieren Ihnen hier wie jeden Sonntag Videos und Podcasts, die wir von den Erstellern der Beiträge selbst zur Veröffentlichung erhalten haben und mit denen wir Sie einladen wollen, ein wenig auf geschmackliche Entdeckungsreise zu gehen. Hier sind die Beiträge der Woche 57 unserer Serie:

Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort auch als Playlist komplett ansehen – frühere Folgen, bis zurück zu Episode 25, gibt es zudem jeweils als Playlist auf unserer Youtube-Seite und auch in der Sidebar auf unserer Webseite.

Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.

Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Video: Master Distiller John MacDonald über Balblair

Heute begleiten wir in unserem Sonntagsvideo den Master Distiller John MacDonald bei einem knapp vierminütigen Rundgang durch die Destillerie Balblair. Aus seiner Sicht erzählt er uns in dem Video von Anfang letzten Jahres über die Besonderheiten der Brennerei in den Highlands, die bereits 1790 gegründet wurde.

Schöne Bilder von Andy Waugh begleiten die Aussagen von John MacDonald – sehen Sie sich das an.

Und wenn Sie dann noch etwas mehr über Balblair erfahren wollen – warum werfen Sie nicht kurz einen Blick auf unser Interview mit Export Sales Executive Verónica Muntadas-Longridge, die ebenfalls einen kurzen Überblick über die Destillerie gibt und von verschiedenen Abfüllungen erzählt. Das Interview entstand anlässlich der Finest Spirits Vienna vor etwas über einem Jahr.