Unser Whisky des Monats Mai 2017: Port Askaig

Die Kriterien für einen Whisky des Monats sind klar und offen: hohe Qualität und Genuss zu einem ansprechenden Preis, gekoppelt mit einer hohen Verfügbarkeit. Und dies alles, von unserer Seite aus, mit einem Höchstmaß an Subjektivität. Unsere Wahl für den Monat Mai fällt auf zwei Whiskys: Port Askaig 8yo und Port Askaig 15yo Sherry Cask:

Wie in jedem Jahr werden auch im Mai 2017 wieder große Massen auf die Insel Islay strömen. Das „Fèis Ìle – The Islay Festival of Music and Malt“, alljährlich am letzten Mai-Wochenende stattfindend, wird zum Magneten für die Fans der rauchigen Whiskys dieser Hebriden-Insel. Die acht Brennereien der Insel (plus dem Nachbarn von Jura) stellen für die Besucherinnen und Besucher des Festivals ein kompaktes Programm aus Touren und Tastings zusammen (jenes von Laphroaig fehlt allerdings noch auf der offiziellen Website des Festivals). Als Bonbon werden in den Destillerien die Festival-Bottlings angeboten, spezielle limitierte Abfüllungen, welche ausschließlich dort erhältlich sind und binnen kürzester Zeit ausverkauft sein werden. Und nur schwer können wir uns an die Angebote bei digitalen Verkaufsplattformen gewöhnen, welche kurz nach dem Erwerb eines solchen Bottlings noch vor Ort online gestellt werden und den Verdacht erwecken, mit dem sehr deutlichen Verkaufserlös soll die komplette Reise nach Islay finanziert werden.

Dies soll uns bei unserem aktuellen Whisky des Monats uninteressiert lassen. Wir befinden uns zwar auf der Insel Islay, doch eine Destillerie mit dem Namen Port Askaig würden wir vergeblich suchen. Es handelt sich um eine Marke der Firma Speciality Drinks Ltd, deren Eigentümer, die Brüder Sukhinder und Raj Singh sich seit mehreren Jahrzehnten im Spirit Business bewegen und denen unter anderem auch The Whisky Exchange (TWE), vielleicht der größte Online-Handel in der Branche, gehört. Unter dem Label Port Askaig werden in Batches, also Abfüllungen mit einer limitierten Flaschenanzahl, Islay-Whiskys unterschiedlichen Alters und Fassreifungen abgefüllt, ohne die Destillerie-Herkunft zu nennen.

Aus ihrem aktuellen Angebot stellen wir durch unsere Empfehlung zwei dieser Abfüllungen in den Vordergrund, beide ungefärbt, ungefiltert und mit 45,8 % Vol. abgefüllt. Der Port Askaig 8yo präsentiert sich in der Nase recht süß und malzig; gemeinsam mit Meeresluft und Rauch ein sehr ausgewogener Auftritt. Am Gaumen werden rauchig-torfige Noten deutlicher, mit der stets präsenten malzigen Süße ein harmonisches Wechselspiel der Aromen, welches sich im Finish wiederfindet.
Der Port Askaig 8yo ist für unter 40 € im Fachhandel erhältlich.

Der Port Askaig 15yo Sherry Cask verdeutlicht seine Lagerung in First Fill Oloroso-Sherryfässern schon in der Nase. Eine deutliche Fruchtsüße, kombiniert mit Honignoten und Vanillearomen, lässt die rauchigen und torfigen Noten nur im Hintergrund durchschimmern. Weich am Gaumen, hält der Fasseinfluss den Rauch und Torf weiterhin an der kurzen Leine. Dieses Zusammenspiel ermöglicht einen ausgewogenen Whisky, der sich mit einem trocken werdenden Finish weich verabschiedet.
Für den Port Askaig 15yo Sherry Cask muss etwas tiefer in das Portemonnaie gegriffen werden, er kann im Fachhandel für knapp unter 100 € erworben werden.

 

 

Whisky im Bild: Ein Besuch bei Glencadam

Nach kurzer Unterbrechung nehmen wir Sie heute wieder einmal mit auf eine Reise zu einer schottischen Destillerie – diesmal in die Highlands zu Glencadam.

Die 1825 gegründete Destillerie steht in Brechin und gehört Angus Dundee Distillers, ist also eine von den Brennereien, die sich noch in schottischem Besitz befinden. Aus Glencadam gibt es eine relativ breite Range von Standardabfüllungen mit Altersangabe, die zu probieren sich durchaus lohnen kann.

Gerhard Kreutz von Genuss am Gaumen hat die Destillerie besucht und uns ein Dutzend interessanter Aufnahmen von dort zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Danke dafür und Ihnen viel Freude bei Ihrer optischen Reise!

Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Glencadam. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen

Was macht Highland Park besonders? Master Whisky Maker Gordon Motion im Video-Gespräch

Nachdem wir gestern ein Video brachten, in dem Jason R. Craig, Brand Director von Highland Park, über die neue Markenwelt der Destillerie erzählte, wenden wir uns heute der Essenz dessen, was hinter jeder Markenwelt stehen sollte, zu: dem Whisky.

Master Whisky Maker Gordon Motion sprach in unserem exklusiven Video-Interview zunächst einmal darüber, wie nicht nur die Einwohner von Orkney eher untypische Schotten sind, sondern auch der Whisky etwas anders ist.

Gordon Motion, Master Whisky Maker Highland Park. Bild © Highland Park

Gordon führt das auf die fünf Eckpfeiler der Whiskyproduktion bei Highland Park zurück, die in der Summe die Besonderheit von Highland Park ausmachen:

  • Highland Park hat als eine von wenigen schottischen Destillerien eine aktive Tennenmälzerei
  • Der Torf aus dem Hobbister Moor ist ohne Baumholz entstanden
  • Die überwiegende Verwendung von Sherry Oak Casks
  • Das sehr ausgeglichene Klima auf den Orkneys, das zum Beispiel weit weniger kalt wird als in der Speyside
  • Die sogenannte Cask Harmonisation, bei der der von Fassstärke herunterverdünnte Whisky nochmals für einen Monat im Fass gelagert wird

Gordon erklärt diese Punkte ausführlicher, bevor wir ihn zum neuen Highland Park Valkyrie befragen, der ebenfalls auf dem Event in Dänemark präsentiert wurde, und der den Dark Origins ablösen wird. Über den Valkyrie und dessen Vorstellung werden wir am Dienstag, wenn wir die offizielle deutsche Presseaussendung erwarten, ausführlich in einem eigenen Beitrag berichten. Jetzt aber viel Vergnügen mit obenstehendem Video.

Neue Deutsche Whiskyvideos und Podcasts der Woche (21)

Auch an diesem Sonntag haben wir wieder jene Videos und Audiobeiträge, die uns von den Vloggern und Podcastern zur Veröffentlichung zugesendet wurden, gesammelt und stellen diese Ihnen zur Verfügung.

Wie üblich ergeht hier auch unser wöchentlicher Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.

Nun aber zu den Beiträgen dieser Woche:

Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

whisky

Titelbild: rbrwr via VisualHunt / CC BY-SA

Video: Ein nützlicher Ratgeber für das Autofahren in Schottland

Eine Schottlandreise steht für viele von uns auf dem Fixprogramm für Urlaube. Die meisten von uns werden diese Reise aber nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln absolvieren, sondern mit dem eigenen Wagen oder einem Mietauto. Und wer dies vorhat und kein alter Hase in Sachen Autoverkehr in Schottland ist, der wird sich sicher so seine Gedanken über den Linksverkehr und etwa abweichende Verkehrsregeln machen.

Genau für diese Leute hat vor einigen Tagen daher VisitScotland, die Tourismusorganisation für den nördlichen Teil des Vereinigten Königreichs, einen Ratgeber für Autofahrer in Schottland veröffentlicht, der Touristen auf die Besonderheiten des Verkehrs in der Heimat des Scotch vorbereiten soll. Das Youtube-Video dauert viereinhalb Minuten, und wir bringen es als unser Sonntagsvideo von heute, damit Sie Ihren Schottlandurlaub noch entspannter genießen können. Viel Vergnügen beim Schauen – und vielleicht später dann in Schottland!

Neu im Global Travel Retail: Shackleton Blended Whisky

Wer nach unserer Überschrift kurz überlegt, ob ein Whisky mit dem Namen Shackleton tatsächlich neu ist, der hat ein gutes Gedächtnis: Schon vor einigen Jahren gab es einen Blended Malt in zwei Ausgaben (2011 und 2013), der das Geschmacksprofil jenes Whiskys nachstellen sollte, den man in einer verlassenen Hütte der Antarktisexpedition des gleichnamigen Forschers (Sir Ernest Shackleton) fand. Der Blended Malt enthielt, zumindest in der ersten Ausgabe, dem Vernehmen nach einen guten Anteil an Whisky aus Glen Mhor (so wie der Originalwhisky) sowie rauchigen Dalmore (der recht selten produziert wurde). Auch dabei: Jura, Balblair und Pulteney sowie die Speysider Glenfarclas, Mannochmore, Longmorn, Benriach, Tamnavulin, Glenrothes.

Bei der Neuvorstellung, die dieser Tage als erster Blended Whisky von Whyte & Mackay unter dem Namen Shackleton im Travel Retail erscheinen wird, wird es wohl nicht Glen Mhor sein, mit dem man auch hier das Geschmacksprofil des Originals nachbauen will. Verantwortlich für ihn ist wiederum Master Blender Richard Paterson, aber im Fall des Blends handelt es sich ausschließlich um Highland Malts, die verwendet wurden.

Der für 40 Pfund erhältliche Blend wird zunächst im Global Travel Retail erscheinen, danach sehr rasch auch in Großbritannien und Frankreich, ab Juli im asiatischen Raum und ab September in den USA. Abgefüllt ist er mit 40%.

Was macht eine gute Markenwelt aus? Brand Director Jason R. Craig (Highland Park) im Video-Gespräch

„Der Single Malt von Orkney mit der Wikingerseele“ – so lautet die neue Positionierung von Highland Park. Eine neue Markenwelt wurde rund um diesen Gedanken geschaffen, und sie zieht sich – wie es sein soll – durch die gesamte Marke, von der Packungsgestaltung bis hin zur Namensgebung und allen Aktivitäten um den Whisky.

Wie erschafft man so eine Markenwelt? Wann ist sie gut und stimmig, und wann nicht? Wie lange arbeitet man daran und: Warum braucht eine Marke eigentlich eine Geschichte? Dies alles sind Fragen, die meist in der Branche, selten aber vor Publikum diskutiert werden. Das wollten wir einmal anders halten.

Im Rahmen der Vorstellung der neuen Markenwelt von Highland Park in Dänemark (unseren Bericht von gestern finden Sie hier), konnten wir zu diesem Thema ein Videointerview mit dem Brand Director Jason R. Craig führen. Er hat uns unsere diesbezüglichen Fragen sehr offen und ausführlich beantwortet und gibt obenstehend im siebenminütigen englischsprachigen Interview Einblick in die Überlegungen, die hinter dem stehen, was für uns Konsumenten letztendlich sichtbar ist. Viel Vergnügen damit!

WuF: Bericht aus der Destillerie InchDairnie

Das letzte Destilleriensterben in Schottland hat besonders in den Lowlands einen Kahlschlag verursacht – nur wenige überlebten dort die Jahre, in denen Whisky wie Blei in den Regalen lag.

Nun aber hat der Whiskyboom gerade dort viele neue Destillerien entstehen lassen, von Kingsbarns bis zur wiederbelebten Destillerie Annandale, um nur zwei zu nennen. Oder eben die Destillerie InchDairnie, die zwar schon einige Zeit produziert, auf deren Whisky wir aber noch gut zehn Jahre warten müssen, da man erst den 12jährigen als Single Malt abfüllt. New Make für die Blendindustrie wird aber schon jetzt verkauft.

MargareteMarie von whiskyundfrauen. auch für männer. hat die Destillerie InchDairnie besucht und einen Bericht und Fotos von dort mitgebracht. Nachdem InchDairnie kein Besucherzentrum besitzt, sind die Bilder der modernen Anlage Außenansichten, im Text aber sind die Besonderheiten der Anlage und Hintergründe sehr gut beschrieben. Hier ein kleiner Auszug:

Zwei verschiedene Malts werden derzeit bei InchDairnie hergestellt, für die jeweils unterschiedliche Gerstensorten, Hefestämme und Fassarten verwendet werden. Unter dem Namen „Strathenry“ produziert die Brennerei überwiegend Massenware für die Blended-Whisky-Industrie, hauptsächlich für Macduff International.

InchDairnie. Foto: Dr. Mario Prinz

Whiskyfun: Balblair (alt und neu)

Von Serges Gast-Verkoster  Angus MacRaild stammen die beiden Verkostungsnotizen von heute, die sich Balblair in einer neueren und älteren Version widmen. Die neuer Version ist ein Balblair 1993, der von der Destillerie für Royal Mile Whiskies in diesem Jahr abgefüllt wurde. Ihm gegenüber steht ein einundzwanzigjähriger Balblair aus dem Jahr 1964, der 1985 in die Flasche kam.

Hier die Wertungen der Verkostung:

  • Balblair 23 yo 1993/2017 (53.2%, OB for Royal Mile Whiskies, Bourbon Barrel, 204 bottles): 89 Punkte
  • Balblair 21 yo 1964/1985 (57.80%, Intertrade): 93 Punkte
Balblair. Bild: Potstill Wien

PR: Annandale Distillery im Vertrieb von ALBA IMPORT

Wir konnten ja schon als erste Newsseite vor der Whisky Messe in Limburg darüber berichten, dass die Produkte der Annandale Distillery im Exklusiv-Vertrieb von Alba Import nach Deutschland gelangen werden – nun haben wir dazu auch die offizielle Pressemitteilung und die Informationen über die ersten Abfüllungen erhalten. Erfahren Sie alle Details untenstehend:

Annandale Distillery im Vertrieb von ALBA IMPORT

Mit den Produkten von Annandale Distillery, der neuen und zugleich „alten“ Lowland Brennerei, erhält das „Vibrant Stills“ Portfolio von ALBA IMPORT spannenden Zuwachs.

Auf dem Weg gen Schottland ist Annandale Distillery die erste Brennerei hinter der englisch-schottischen Grenze und liegt nahe des Ortes Annan. Die historische Brennerei war von 1836 bis 1918 in Betrieb und produzierte einen typischen Lowland Whisky. Zuletzt war sie im Besitz von Johnnie Walker & Sons, bis sie im Zuge der Wirtschaftskrise 1918 stillgelegt werden musste. 1921 wurden die Gebäude an einen lokalen Farmer verkauft.

Zwei private Investoren, David Thomson und Teresa Church, kauften im Jahr 2007 die alten Gebäude von den Nachfahren des Farmers, mit dem ambitionierten Plan, Annandale Distillery nach authentischem historischem Vorbild wieder aufzubauen. Das Vorhaben wurde von Historic Scotland unterstützt und 2011 begannen die aufwendigen Sanierungs- und Restaurationsarbeiten, mit viel  Liebe zum Detail. Dabei wurden keine Kosten und Mühen gescheut.

Die Annandale Distillery

An der Konzeption der Brennanlage war der kürzlich verstorbene bekannte Whiskyexperte Dr. Jim Swan maßgeblich beteiligt, den David Thomson bereits seit Jahrzehnten persönlich kannte. Annandale Distillery arbeitet mit drei Brennblasen, einer großen Wash Still mit 12.000 Litern Fassungsvermögen und zwei kleineren Spirit Stills mit je 4.000 Litern Inhalt. Es war die Expertise von Dr. Jim Swan, die zu dieser ungewöhnlichen Konstellation führte. Durch die Aufteilung auf zwei kleine Spirit Stills hat das Destillat während der zweiten Destillation mehr Kupferkontakt, was zu einem sehr weichen New Make Spirit führt.

Am 03.11.2014 startete Annandale unter der Regie des ehemaligen Distillery Managers von Kilchoman Distillery, Malcom Rennie, die Produktion und am 15.11.2014 wurde das erste Fass befüllt. Damit war die historische Brennerei Annandale zurück auf der Whiskylandkarte.

Neben Malcolm Rennie war wiederum auch Dr. Jim Swan bei der Entwicklung der Brennrezeptur von Anfang an involviert. Annandale produziert heute zwei verschiedene Varianten von Spirit, sowohl ungetorft als auch mit 45 ppm schwer getorft.

David Thomson, Besitzer und Mastermind von Annandale hofft, im Jahre 2018 – also genau 100 Jahre nachdem die historische Brennerei die Produktion einstellte – den ersten Annandale Single Malt vorstellen zu können. Von beiden Varianten soll es erste Abfüllungen geben. Bereits jetzt bietet Annandale Distillery die zwei Geschmacksrichtungen als New Make Spirit an, der unter dem Namen „Rascally Liquor“ abgefüllt wird, in Anlehnung an den Draufgänger (Rascally: Schuft, Draufgänger, Schurke) Tam O’ Shanter aus der Poesie von Robert Burns.

David Thomson

Anlässlich der Whisky Fair in Limburg konnte Alba Import die zukünftige Zusammenarbeit mit Annandale Distillery bekannt geben und den Rascally Liquor erstmalig präsentieren. Eine echte Weltpremiere, denn bis dato war der Rascally Liquor nur bei der Brennerei vor Ort käuflich zu erwerben. Nun ist Rascally Liquor, der mit seinem cremig-weichen Geschmack zu überzeugen weiß, ab sofort in beiden Qualitäten „peated“ und „unpeated“ im deutschen Fachhandel erhältlich.

Deutschland ist somit auch der erste Markt weltweit, für den Annandale Distillery einen Distributeur benannt hat und hierauf ist man bei Alba Import besonders stolz.

„Wir fühlen uns geehrt, dass wir mit Annandale Distillery unser Portfolio mit einer weiteren privat geführten Brennerei bereichern können. Neben den beiden unabhängigen Brennereien Wolfburn Distillery in den nördlichen Highlands und Islay‘s Farmdistillery Kilchoman fügt sich die südliche Lowland Brennerei Annandale bestens in unser „Vibrant Stills“-Konzept ein – die Präsentation  junger, dynamischer und dennoch nach traditionellem Verfahren produzierender Brennereien aus den verschiedenen Regionen Schottlands, Irlands und der Bretagne“, kommentiert Geschäftsführer Dietmar Schulz. „Neben Wolfburn Distillery ist Annandale nun auch die zweite junge Brennerei mit historischen Wurzeln, die wir vertreten dürfen. Dies freut uns besonders.“

Daten zu Annandale Distillery:

  • die historische Brennerei war von 1836 bis 1918 in Produktion
  • die heutige Annandale Distillery wurde nach historischem Vorbild wieder aufgebaut
  • Produktionsbeginn im November 2014
  • 000 Liter Wash Still, 2 x 4.000 Liter Spirit Still
  • Jahresproduktion 250.000 Liter New Make Spirit, hergestellt in traditionellem Verfahren ohne Automation
  • Varianten: ungetorft und schwer getorft mit 45ppm, je 50% der Produktion
  • Portfolio: Rascally Liquor New Make Spirit
  • Webpage: annandaledistillery.com

 

Highland Park: Neue Brand World, neues Design, neue Abfüllung

Wenn Highland Park knapp einhundert Journalisten aus aller Welt nach Kopenhagen ruft, dann kann man sich ausmalen, dass der Anlass dafür kein nichtiger ist, sondern für die Destillerie und Marke von großer Bedeutung. Und in der Tat hat man dort nicht nur aus markentechnischer Sicht etwas ausgesprochen Besonderes vorgestellt: Den Relaunch der Traditionsmarke der nördlichsten Destillerie Schottlands.

Warum Kopenhagen, warum Dänemark? Das hat viel mit eben dieser neuen Brand World zu tun, unter der sich Highland Park ab sofort präsentieren wird:

Die Einwohner der Orkneys sehen sich selbst in vielen Belangen als Abkömmlinge der Wikinger – und das mit Recht: DNA-Untersuchungen haben bewiesen, dass jeder dritte Bewohner dort tatsächlich Wikinger-Vorfahren hat. Kein Wunder, denn die Orkneys standen bis zum Jahr 1468 unter der Herrschaft der Wikingerreiche Dänemark und Norwegen.

Und auch heute unterscheidet sich der Lebensstil dort deutlich vom schottischen. Man sieht relativ wenige Kilts oder Dudelsäcke dort, und die Namen klingen zumeist anders als in Schottland (Magnus Eunson, der Gründer der Destillerie zum Beispiel, hat einen Namen, den man heute zig-tausendfach in den skandinavischen Ländern findet, nur 14x in Großbritannien, zwölf Mal davon auf den Orkneys).

Die Wikingerseele kann man historisch und aktuell also tatsächlich auf den Orkneys finden, und die Tugenden der Wikinger (die nicht nur Eroberer, sondern auch kunstfertige Handwerker mit ausgeprägtem Gemeinwesen waren), dienten als Inspirationsquelle für den neuen Auftritt der Marke Highland Park.

Den präsentierte man gestern, am 27. April, der Öffentlichkeit im Wikingermuseum in Roskilde, wo einige der schönsten Reste originaler Wikingerschiffe zu sehen sind – und einige imposante Nachbauten, mit denen man die Fahrten der Wikinger nachahmte:

Bild: Whiskyexperts
Bild: Whiskyexperts
Bild: Whiskyexperts
Bild: Whiskyexperts

Bild: Whiskyexperts
Bild: Whiskyexperts

In Hinblick auf diese neu in den Mittelpunkt gestellten Wikinger-Wurzeln hat man nach 10 Jahren erstmals auch die Flaschen der Standard-Range neu gestaltet. Die Inspiration dafür kam von einer Holzkirche namens „Stavkirke“, die als Weltkulturerbe in Ornes in Norwegen steht. Die dort zu sehenden Ornamente waren das Vorbild des neuen Designs der Range:

CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=380610

Master Whisky Maker Gordon Motion stellte diese neuen Flaschen im Rahmen eines Tastings auf dem Gelände des Wikingermuseums in Roskilde vor:

Gordon Motion mit den neuen Flaschen. Bild: Whiskyexperts
Bild: Whiskyexperts

Die Whiskys bekommen nun auch Beinamen, die für die Tugenden der Wikinger stehen: 10yo – Viking Scars, 12yo – Viking Honour, 18yo – Viking Pride.

Auch die Überverpackung (hier ein Bild des Highland Park 12yo) ist neu gestaltet worden:

Wichtig dabei: Es ändert sich das Design, aber nicht der Inhalt und nicht der Preis. Am Whisky wird nichts gedreht, und obwohl die Flaschen offensichtlich wesentlich aufwändiger in der Herstellung sind als die Vorläufer, wird auch der Preis seitens der Destillerie nicht erhöht werden.

Die Umgestaltung des Highland Park 18yo ist für den Juli geplant, auch die älteren Abfüllungen werden dann sukzessive in den nächsten 8 bis 12 Monaten auf das neue Design umgestellt.

Hier noch ein kurzes Brand Video dazu, das ebenfalls auf dem Event gezeigt wurde:

Im Rahmen der Veranstaltung haben wir auch drei Videointerviews führen können, die wir Ihnen in den kommenden Tagen präsentieren werden: Mit Gordon Motion, dem Master Whisky Maker, mit Jason R. Craig, der für die neue Brand World verantwortlich ist, und mit dem dänischen Designer Jim Lyngvild, der für das Design einer neuen Abfüllungsserie verantwortlich zeichnet, deren erstes Bottling ebenfalls an diesem Tag vorgestellt wurde: Highland Park Valkyrie. Mehr dazu im zweiten Teil unseres Berichts über Highland Park – The Orkney Single Malt with Viking Soul

Im Sinne unserer Redaktionsrichtlinien geben wir bekannt, dass unsere Reise auf Einladung und Kosten von Highland Park geschah. Highland Park hat keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und den Inhalt dieses Artikels.

TSB: Single Malt Exporte erstmals über einer Milliarde Pfund

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Bei den wirtschaftlichen Daten rund um schottischen Whisky gibt es sehr Erfreuliches zu vermelden: Die Scotch Whisky Association hat bestätigt, dass nach Jahren des Rückgangs oder Stillstands die Exporte bei schottischem Whisky erstmals wieder gestiegen sind, und das gleich um vier Prozent.

Das Volumen der schottischen Whiskyexporte beträgt damit über 4 Milliarden Pfund. Erstmals über 1 Milliarde Pfund steigen dabei die schottischen Single Malts, eine Rekordsumme für dieses Marktsegment. Das ist eine Steigerung von 12%.

Aber auch Blends sind zum ersten Mal seit 2012 wieder stärker nachgefragt – hier gab es eine Steigerung von 1.2% – sie brachten die stolze Summe von 2.75 Milliarden Pfund, berichtet The Spirits Business.

Die größten Exportmärkte sind (in der Reihenfolge) Europa, Amerika und Asien, der US-Markt wuchs dabei um satte 14%.

In Summe betrachtet ist dies damit das stärkste Jahr für den Scotch-Export seit 2013.

Serge verkostet: Laphroaig ‘Four Oak’ vs. zwei Unabhängige

So ganz unvoreingenommen begegnet Serge Valentin der neuen Travel Retail Abfüllung ‘Four Oak’ der Islay Brennerei Laphroaig nicht. Und nicht nur deshalb wundert es uns nicht, dass seine Bewertung auf Whiskyfun zu dieser recht neuen Abfüllung, vorsichtig formuliert und für uns nicht überraschend, nicht überschwänglich ist. Wer die Qualitäten eines Laphroaigs entdecken möchte, wird oft bei unabhängigen Abfüllern fündig. So punkten die beiden Indies deutlich, jeweils 86 Punkte vergibt Serge hier.
Die heutige Verkostung in der Kurzübersicht:

  • Laphroaig ‘Four Oak’ (40%, OB, +/-2017) 72 Punkte
  • Laphroaig 10 yo 2005/2015 (55.9%, Duncan Taylor, Dimensions, cask #80080, 205 bottles) 86 Punkte
  • Laphroaig 12 yo 2004/2017 (50%, Hunter Laing, Old Malt Cask, cask # 13433, 324 bottles) 86 Punkte

Neu: Benromach 1976

Die Sperrfrist der Pressemitteilung von Benromach über ihren Benromach 1976 lief um Mitternacht ab, wir beginnen deshalb unseren Tag mit diesem neuen Bottling. Wie üblich ist sie englischsprachig, wie gewohnt finden Sie hier unsere Zusammenfassung:

Passend zum Beginn des Spirit of Speyside Whisky Festival und anlässlich eines erfolgreichen Jahres, sowohl für Brennerei und als auch des Besucherzentrums, stellt Benromach ihre neueste Abfüllung vor: Benromach 1976. 40 Jahre lang reifte dieser Whisky in dem Refill American Hogshead mit der Fass Nr. 2393, bevor er mit noch 53,5 % Vol. abgefüllt wurde. Ganze 32 Flaschen, zu einem Preis von £ 1250, sind erhältlich. Der Verkauf erfolgt ausschließlich im Besucherzentrum von Benromach.

Wie schon bei seinen beiden Vorgängern, Benromach 1974 und 1975, kommt auch diese Abfüllung in einer dekanterähnlichen Flasche mit kupferfarbenen Applikationen und einer hölzernen Präsentationsbox.

In den Jahren 2015 und 2016 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten zur Erweiterung der Brennerei und des Besucherzentrums durchgeführt. Das Vier-Sterne-Besucherzentrum der Benromach Destillerie, welches das ganze Jahr über für Touren geöffnet ist, verfügt nun über drei Verkostungsräume für Besucher, während das Benromach House – das alte Haus des Distillery Managers – auch renoviert wurde, um dort einen neuen Verkostungsraum zu beherbergen. Benromach konnte im letzten Jahr mehr als 12.000 Whisky-Fans aus der ganzen Welt begrüßen.