Serge verkostet: Alte Abfüllungen aus Bunnahabhain, noch und nöcher

Auch heute ist wieder die Destillerie Bunnahabhain das Thema der Verkostung bei Serge Valentin, so wie in den letzten Tagen. Der Unterschied zu gestern: Die Whiskys von heute sind noch älter.

Bedeutet das zwangsläufig auch bessere Benotungen: Jein. Serge beginnt gleich mit einem Ausreißer nach unten, um dann aber in hohen Noten zu schwelgen. Hier also die Wertungen der Verkostung:

  • Bunnahabhain 36 yo 1978/2015 (50.4%, Murray McDavid, Mission Gold, bourbon barrel, Willi Opitz finish, cask #1, 269 bottles): 78 Punkte
  • Bunnahabhain 40 yo 1974/2014 (47.2%, Maltbarn, bourbon): 91 Punkte
  • Bunnahabhain 31 yo 1979/2011 (48.5%, Adelphi, 516 bottles): 92 Punkte
  • Bunnahabhain 1965/1987 (50%, Scotch Malt Whisky Society, #10.5): 93 Punkte
  • Bunnahabhain 33 yo 1980/2014 (45.8%, The Whisky Agency and La Maison du Whisky, sherry, 495 bottles): 85 Punkte

Und nein, sagt Serge, morgen dann kein Bunnahabhain. Aber wahrscheinlich wieder Angus :).

Photo credit: Norio.NAKAYAMA via VisualHunt / CC BY-SA

orf.at: Warum Whisky mit Wasser besser schmeckt

Die Wissenschaftsredaktion von orf.at behandelt in einem gestern erschienenen Artikel eine Studie namens „Dilution of whisky – the molecular perspective“ im Magazin nature.com, in der die chemischen Prozesse rund um das Verdünnen von Whisky mit Wasser untersucht und erklärt werden – gemeinsam mit vielen anderen Medien wie BILD oder Spiegel.

Worum geht es? Der in seinem universellen Anspruch diskutable Titel des Artikels auf orf.at bezieht sich hauptsächlich auf torfige Whiskys, und dabei wiederum vor allem auf den Pflanzenstoff Guajacol, der entsteht, wenn Gerste über Torfrauch getrocknet wird. Dieser ist, so der Artikel, wasserliebend und wasserabstoßend gleichzeitig – und das bedeutet, dass er in verschiedenen Verdünnungsgraden des Whiskys unterschiedlich wirken kann:

Karlson und Friedman fütterten ihr Programm mit unterschiedlichen Mischverhältnissen von Alkohol und Wasser. Und fanden heraus, dass sich der halbflüchtige Aromastoff bei einem Alkoholgehalt von 27 bis 45 Prozent vor allem in der Nähe der Oberfläche des Whiskys befindet – also genau dort, wo der Geruch und der Geschmack am intensivsten wahrgenommen wird.

Wenn der Whisky mehr als 59% Alkohol hat, sinkt der Wirkstoff nach unten und der Whisky erscheint weniger rauchig. Wer also die Rauchigkeit eines Whiskys in der Nase intensivieren will, kann das bei Whiskys über 46% durch Wasserzugabe oft erreichen.

Was man unserer Meinung nach zum Artikel und zur Studie anmerken sollte: Guajacol ist bei weitem nicht der einzige Wirkstoff, der auf Wasserzugabe reagiert, und so können sich jede Menge Effekte im Whisky gleichzeitig ereignen, wenn man Wasser beifügt. Deshalb sollte man generelle, allgemeingültige Aussagen darüber, ob Wasserzugabe einem Whisky gut tut, weder aus dem Artikel ableiten noch sonst treffen (der Spiegel betrachtet das Thema übrigens etwas differenzierter als der österreichische Rundfunk). Man kann es tatsächlich nur bei jedem Whisky selbst ausprobieren. Manche öffnen sich, andere tendieren dazu, scharf und seifig zu werden. Und nicht alles, was der Nase gut tut, zeigt sich dann auch positiv am Gaumen oder im mit Wasserzufuhr zwangsläufig kürzer werdenden Finish.

Auch hier gilt das, was unser liebstes Genußmittel so besonders macht: Whisky ist zu komplex, um einfach beschrieben zu werden.

PR: Gratis Ebook über irischen Whiskey von whic.de

Von whic.de haben wir Informationen über ein kostenloses e-book erhalten, das der Händler ab dem 18.8. zum Download bereitstellt. Was Sie auf den 67 Seiten erwartet, können Sie in der offiziellen Pressemitteilung nachlesen:

Gratis Ebook über irischen Whiskey

München, Deutschland, 18.08.2017 – whic.de veröffentlichte heute das Whisky Ebook “IRISCHER WHISKEY – WHISKEY VON DER GRÜNEN INSEL”.

In 3 Kapiteln und auf 67 Seiten entführt das neue Whisky Ebook auf die grüne Insel Irland. Der erste Teil des Buches geht auf die turbulente Geschichte des Irish Whiskey ein genauso wie auf die Eigenarten im Herstellungsverfahren, während sich der zweite Teil – auf etwa 47 illustrierten Seiten – detailliert mit den aktiven und geplanten Brennereien Irlands befasst. Im dritten Teil wird das Porträt eines Iren vorgestellt, der die Whisk(e)yindustrie maßgeblich veränderte.

Das vorliegende Ebook ist das nunmehr achte Ebook von whic.de, und erscheint in Ergänzung zum 2015 erschienen Ebook über schottischen Whisky. Die zuvor erschienen Bücher wurden bereits tausendfach heruntergeladen.

Irischer Whiskey hatte lange Zeit mit Imageproblemen zu kämpfen und nur wenige große Namen überstanden die turbulenten Jahre. Das Umdenken der Whisk(e)yindustrie der letzten Jahre von en masse produzierten Blends zu individuellen Single Malts hat auch die grüne Insel erobert. Die umtriebigen Iren haben erkannt, von woher der neue Wind weht und viele kleinere und größere Brennereiprojekte sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wir möchten Ihnen ein Land im Aufbruch zeigen und Ihnen näher bringen, wie toll irischer Whiskey sein kann. – Leonie Klinkhammer, Whiskyberaterin, whic Ug (haftungsbeschränkt)

whic.de ist einer der am schnellsten wachsenden Whisky Fachhändler Deutschlands. Über 1700 Artikel rund um Whisky und Whiskey sind dauerhaft lieferbar. whic.de führt alle relevanten Whiskymarken sowie ein großes Sortiment unabhängiger Abfüllungen. Auch die ersten Schritte hin zu eigenen Whiskyabfüllungen wurden bereits getan.

Das Buch kann unter folgendem Link, kostenlos im Format PDF, heruntergeladen werden: http://whic.de/irish-whiskey-ebook

PR: Kammer-Kirsch mit Black Forest Rothaus bei der IWSC 2017 ausgezeichnet

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Bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) wurde der Black Forest Rothaus Single Malt besonders ausgezeichnet. Darüber informiert uns die deutsche Destillerie Kammer-Kirsch in ihrer heutigen Presseaussendung, welche Sie hier folgend finden:

Mit 47 Jahren Erfahrung gilt die International Wine & Spirit Competition (IWSC) als der renommierteste und angesehenste Wein- und Spirituosenwettbewerb der Welt. Mit einer Rekordzahl an eingereichten Spirituosen aus mehr als 80 Ländern lassen sich klar neue Trends in der Spirituosenwelt erkennen. Die Whiskies ohne Altersangabe sind auf dem Weg den langjährigen Mythos „je älter desto besser“ aus der Welt zu schaffen. Das Augenmerk wird auf die Kunst der Mischung und nicht auf die prestigeträchtige Altersangabe gelegt.

Der eingereichte Black Forest Rothaus Single Malt (Abfüllung 2017) bekommt unter den eingereichten Spirituosen in der Kategorie „Germany -Single Malt- No Age Stated“ die höchste Auszeichnung „SILVER OUTSTANDING“.

Die von Anfang an am deutschen Markt ausgerichtete Positionierung des Black Forest Rothaus Single Malts hat sich zu einem erkennbaren Konsumtrend in der Welt der Spirituosen durchgesetzt.

Schon seit der ersten Abfüllung im Jahre 2009 wird die limitierte Auflage des Black Forest Rothaus Single Malts unter den Whisky-Liebhabern in Deutschland jedes Jahr mit Spannung erwartet. Die vom ersten bis zum letzten Schritt handwerklich gefertigte Komposition zeichnet sich auch dieses Jahr mit einer hervorragender Qualität aus. Die anfängliche süße Würze mit Anklängen von Rosinen und Vanille an der Nase entfaltet am Gaumen leichte Noten von Zartbitterschokolade, Trockenpflaumen und Aprikose. Der langanhaltende Abgang macht den goldgelben Whisky zum wahren Genuss.

Als mutiger Neuling auf dem Gebiet der Whiskyherstellung vereint die Destillerie Kammer-Kirsch in einer kongenialen Partnerschaft die eigene traditionsreiche Brennkunst mit der Braukunst der Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG in einem ausdrucksstarkem Whisky.

In der Badischen Staatsbrauerei Rothaus im Hochschwarzwald wird der Whisky aus speziellem Malz und besonders weichem Rothauser Brauwasser gemaischt und vergoren. In der Destillerie Kammer-Kirsch in Karlsruhe wird er anschließend in kleinen Kupferbrennblasen aromaerhaltend zweifach destilliert. Danach reifte der Whisky in Ex-Bourbon Fässern aus weißer Eiche bis zu seiner Vollendung. Auf seine Alkoholstärke wird er mit Brauwasser aus Rothaus eingestellt.

Die Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Wettbewerben bestätigen immer wieder aufs Neue die besondere Whisky Expertise der Destillerie.

BISC 2017 „Germany Whiskey Destillerie of the Year“

BISC 2017 Black Forest Rothaus Sherry Cask Finish 2016 – Gold

BISC 2017 Black Forest Rothaus Highland Cask Finish 2016 – Bronze

WSA 2017 Black Forest Rothaus Single Malt Whisky 2016 – Double-Gold Medaille

WSA 2017 Black Forest Rothaus Lemberger Cask Finish 2016 – Gold

Whisky im Bild: Zu Besuch bei Dallas Dhu (22 Bilder, 2017)

Während der großen Krise des schottischen Whiskys in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts kam für eine große Zahl der Brennereien das Aus. Recht viele wurden nach ihrer Stilllegung einfach abgerissen, bei einigen Destillerien fanden die Lagerhäuser noch Verwendung. Auch die Speyside-Brennerei Dallas Dhu beendete in dieser Zeit ihre Produktion, 1983 wurde die Brennerei geschlossen. Doch es gab für Dallas Dhu einen besonderen Plan. Die Einrichtung, die alten Geräte und die Gebäude wurden aufwändig renoviert. Fünf Jahre nach ihrer Schließung öffnete Dallas Dhu wieder, jedoch nicht als Destillerie, sondern als Museum. Seit dem kann hier die Herstellung von Whisky mit ihren verschiedenen Arbeitsschritten erfahren werden. Im letzten Monat überzeugten wir uns vor Ort. Begleiten Sie uns bei unserem Museums-Rundgang: Navigieren Sie bitte mit untenstehenden Schaltflächen zur nächsten Seite…

Bladnoch füllt erstes Fass seit Umbau

Es ist soweit: Die Destillerie Bladnoch in den Lowlands hat vor einigen Stunden ein Bild von der Befüllung des ersten Fasses nach dem Umbau der Destillerie gepostet. Nun also kommt der neue Spirit aus den neuen Stills unter dem neuen Besitzer zur Lagerung in die Fässer, und damit beginnt ein weiteres Kapitel in der schon zweihundertjährigen Geschichte dieser Brennerei.

Bladnoch wurde ja vom australischen Multimillionär David Prior im Jahr 2015 gekauft, als sich die irischen Armstrong-Brüder, die die Destillerie 1995 von Diageo erworben hatten, nicht über die Zukunft des Unternehmens einigen konnten. Seit Februar 2017 wurde die Brennerei, die die besten Tage bereits hinter sich hatte, von Grund auf renoviert (so wurden zum Beispiel auch die Brennblasen ausgetauscht). Jetzt also läuft „Bladnoch neu“ in die Fässer, und wir sind gespannt, wie sich der Umbau und die neue Eigentümerschaft auf den Stil der Brennerei auswirken wird.

Die Befüllung des ersten Fasses bei Bladnoch. Bild: Bladnoch Distillery

Serge verkostet: Bunnahabhain, mehr davon

Gestern ging es los bei Serge mit den Verkostungen von Whiskys aus der Destillerie Bunnahabhain, heute setzt sich die Serie mit einer Reihe von unabhängigen Abfüllungen fort, darunter einige, die mehr als 25 Jahre im Fass verbracht haben. War gestern auch ein deutlich torfiger Whisky dabei, so zeigen sich die Bottlings heute durchwegs ungetorft oder allenfalls mit einem leichten Anflug von Rauch.

Die Wertungen heute sind ähnlich hoch wie gestern – diesmal nichts unter 86 Punkten und der Plafond der Verkostung ist erst bei 92 Punkten erreicht:

  • Bunnahabhain 28 yo 1977/2005 (49.7%, Riegger’s Selection, cask #7865): 86 Punkte
  • Bunnahabhain 28 yo 1988/2016 (46.8%, The Single Malts of Scotland, hogshead, cask #100229, 344 bottles): 88 Punkte
  • Bunnahabhain 35 yo 1980/2015 (47.1%, Sansibar for Spirit Shop Selection, sherry, 165 bottles): 87 Punkte
  • Bunnahabhain 27 yo 1987/2014 (51.3%, Liquid Art, 115 bottles): 89 Punkte
  • Bunnahabhain 15 yo 2001/2017 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, cask #11604, 611 bottles): 87 Punkte
  • Bunnahabhain 35 yo 1973/2011 (49.4%, La Maison du Whisky, Artist, sherry butt, cask #12153, 426 bottles): 92 Punkte
Bunnahabhain. Photo credit: Nigel_Brown via Visualhunt.com / CC BY

Neu im TR: Bunnahabhain An Cladach

Nach wie vor ist Reisesaison, und so ist die Gelegenheit für den einen oder anderen Leser gegeben, eine Neuerscheinung von Bunnahabhain im Duty Free zu erstehen: Die Islay Distillery hat ihren neuen Bunnahabhain An Cladach heute vorgestellt.

An Cladach bedeutet „die Küste“ in schottischem Gälisch, und er soll einen starken Sherry-Einfluss mit sich bringen. Abgefüllt ist der An Cladach mit 50%, und zwar in der für den Travel Retail üblichen Gebindegröße von 1 Liter. 

Einen Preis dafür wissen wir noch nicht.

Der Eigentümer von Bunnahabhain, Distell, stellt mit dem An Cladach auch ein neues Verpackungsdesign für die Travel Retail Range vor, die der Marke bessere Sichtbarkeit und Einzigartigkeit bringen soll.

Video: Ralfy verkostet Glen Scotia 15yo und Glen Moray 15yo (#675 und #674)

Einen Doppelpack Ralfy haben wir heute für Sie: Obenstehend das erst vor wenigen Minuten erschienene Video zum Glen Scotia 15yo (Video #675) aus der Campbeltown-Destillerie, die im Schatten von Springbank steht. Nach Meinung vieler hat sich die Qualität der Abfüllungen von dort in letzter Zeit deutlich verbessert, und Ralfy unterstreicht das mit einer exzellenten Wertung von 92 aus 100 Punkten. Warum er diese Standardabfüllung so außergewöhnlich hoch benotet, können Sie dem knapp 25 Minuten langen Video entnehmen.

Das Video zum Glen Moray 15yo (Video #674), das wir Ihnen untenstehend zeigen, stammt vom Sonntag. Auch hier geht es um eine Standardabfüllung aus der Speyside-Destillerie, die auch unter dem Namen „Elgin Heritage“ firmiert. Ralfy mag ihn weniger, gibt ihm 83 von 100 Punkten. Was ihn daran stört, ist die leichte Note von ranziger Butter, die er darin entdeckt haben will – so ähnlich wie in Sake (und er verkostet dann gleich auch einen dazu).

Viel Vergnügen mit den beiden Videos!

Whisky im Bild: Ein kurzer Blick auf Lagavulin (7 Bilder, 2017)

Wieder einmal möchten wir Sie zu einer Destillerie auf Islay mitnehmen, diesmal zu Lagavulin. Die an der Südküste der Insel gelegene Destillerie im Besitz von Diageo wird, von der Meerseite aus betrachtet, links von Laphroaig und rechts von Ardbeg umrahmt.

Alexandra Kreutz von Genuss am Gaumen in Vorarlberg hat im Mai dieses Jahres im Zuge ihrer Schottlandreise auch Lagavulin besucht und uns die Bilder ihres Besuches zur Verfügung gestellt. Diesmal sind es vor allem Bilder der Destillerie von außen – wenn Sie sich für das Innenleben der Brennerei interessieren, können Sie hier einen Bericht über unseren Besuch im Jahr 2016 und die Führung mit Distillery Managerin Georgie Crawford nachlesen.

Hier aber einmal zu den Bilder aus dem diesjährigen Frühjahr:

Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.
Lagavulin. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen.

Serge verkostet: Bunnahabhain

Die Destillerie Bunnahabhain (ausgesprochen: Bunnahavn) steht am Beginn eines Programms zur Renovierung – zwar bleiben die Brennblasen und insgesamt die Kapazität der Destillerie unangetastet, aber das Rundherum erfährt eine Aufwertung durch den Eigentümer, die südafrikanische Distell Group. Etwas, das die Whiskys aus der Islay-Destillerie nicht nötig hätten, denn in ihrer Vielfalt und gleichzeitig konstanten Typik haben sie viele Freunde weltweit.

Bunnahabhain produziert sowohl getorfte als auch ungetorfte Malts, und Serge Valentin bewegt sich mit seiner Verkostung vor allem (bis auf eine Ausnahme) diesmal auf der nicht rauchigen Seite. Eine relativ neue Originalabfüllung ist dabei (der Bunnahabhain „Stiuireadair„, ausgesprochen: „StuRadhur“ und frei übersetzt in etwa: „verdammt schwer zu merkender Name“ 😉 ), ansonsten handelt es sich um lauter Unabhängige. Hier die Bewertungen, unter denen sich einige satte 90er befinden:

  • Bunnahabhain ‘Stiuireadair’ (46.3%, OB, 2017): 85 Punkte
  • Bunnahabhain 27 yo 1989/2017 (41.9%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 192 bottles): 90 Punkte
  • Bunnahabhain 30 yo 1986/2017 (52.6%, North Star Spirits, bourbon hogshead): 92 Punkte
  • Bunnahabhain 28 yo (56.2%, Hunter Laing, The Kinship, bourbon cask, 214 bottles, 2017): 90 Punkte
  • Bunnahabhain 25 yo 1990/2015 (44.2%, Douglas Laing, Xtra Old Particular, refill hogshead, cask # DL 10984, 269 bottles): 91 Punkte
  • Bunnahabhain 24 yo 1990 ‘Blossom’ (51%, Vintage Malt Whisky Co., for Hot Malt Taiwan, hogshead, cask #7398, 270 bottles, +/-2015): 86 Punkte
  • Bunnahabhain 12 yo 1997/2009 (48%, Duncan Taylor, NC2): 80 Punkte
  • Bunnahabhain 7 yo 2005/2012 (46%, Spirit of Scotland, cask #5002237, refill sherry hogshead): 85 Punkte
Bunnahabhain. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Bunnahabhain. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Demnächst neu im TR: Highland Park „Voyage of the Raven“

Für den Travel Retail wird es bald eine neue Abfüllung von Highland Park geben, die vor allem durch ihr Design auffällt: Highland Park Voyage of the Raven. Viel mehr als ein Bild der Verpackung und der Flasche haben wir noch nicht davon – allerdings kann man darauf erkennen, dass der neue Highland Park mit 41.3% abgefüllt werden soll. Weiters ist bekannt, dass er zunächst einmal in den nächsten Wochen auf der Viking Line und in den Scandlines Bordershops zu finden sein wird.

Mit dem Design bleibt Highland Park seiner neuen Linie, sich auf das Wikinger-Erbe der Orkneys zu berufen, treu. Die Flasche ist allerdings nicht mit den beim Highland Park 12 vorgestellten Reliefarbeiten verziert, es findet sich aber die Ornamentik der Wikinger auf der Halsbanderole.

Wenn wir Näheres zum Highland Park Voyage of the Raven in Erfahrung bringen können oder ev. eine offizielle Pressemitteilung erhalten, werden wir Sie natürlich unverzüglich informieren, auch über den zu erwartenden Preis.

Chivas: Streik in Kilmalid vorerst ausgesetzt

Positive Entwicklungen gibt es vom Arbeitskampf im Werk von Chivas in Kilmalid zu vermelden: Nachdem sich beide Seiten auf weitere Gespräche geeinigt haben, wird der Streik im Werk vorerst einmal abgeblasen.

Für gestern und heute wären eigentlich weitere Streiks angesetzt gewesen (nach einer ersten Arbeitsniederlegung Anfang August), nachdem man aber übereingekommen ist, die bisherigen Ergebnisse der Gespräche zwischen Gewerkschaft und Firmenleitung noch einmal zu bereden und neue Wege zu suchen, wird man auf die neuerliche Bestreikung der Produktion verzichten.

Der Streit entzündete sich daran, dass die Arbeiter in Kilmalid nach Sicht der Gewerkschaft im Durchschnitt um 900 Pfund weniger verdienen als jene im nahegelegenen Werk in Paisley – Zahlen, die die Geschäftsleitung von Chivas so nicht gelten lassen will.

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Konflikts lesen wollen, finden Sie alle Beiträge dazu auf dieser Seite.

Der Chivas-Standort in Kilmalid. Bild: Chivas

„Fake“ Bottle-Affäre: Macallan entfernt einige antike Flaschen aus Schauraum

Die Geschichte um die womöglich gefälschte Flasche Macallan 1878 in einem Schweizer Hotel, hat sich in der letzten Woche weiter entwickelt. Zur Erinnerung: Ein chinesischer Hotelgast hat im Hotel Waldhaus um sagenhafte 9999 Schweizer Franken 2cl eines Macallan 1878 getrunken, dessen Echtheit aber relativ bald von einigen Whiskyenthusiasten angezweifelt wurde.

Nachdem wir als erstes Medium weltweit über diese Zweifel berichteten, hat Hotelmanager Sandro Bernasconi nun ein schottisches Labor damit beauftragt, den Whisky zu analysieren und damit das Alter zweifelsfrei zu bestimmen. Sollte sich der Verdacht erhärten, so wird das Hotel dem Gast, einem bekannten Schriftsteller aus China, das Geld für den Macallan rückerstatten.

Aber auch über das Hotel hinaus hat die Geschichte Auswirkungen. Wie scotchwhisky.com berichtet, nimmt Macallan in ihren Schauräumen im Easter Elchie House einige der dort ausgestellten alten Macallan Flaschen aus den Displays, bis der Fall weiter geklärt wurde. Man hat dort ähnliche Flaschen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert ausgestellt, die man im Zuge von Auktionen oder auf dem freien Markt gekauft hat und die sich zum Teil bereits als Fälschungen erwiesen (teilweise war der darin enthaltene Whisky unter 10 Jahre alt). Einige Flaschen aus diesen Käufen habe man dennoch ausgestellt, weil nach der Meinung beauftragter Experten die Labels und Flaschen durchaus aus der Periode stammten. Nun aber, im Licht der Geschichte rund um die Schweizer Flasche, habe man „sehr wenige“ Flaschen davon vorläufig entfernt.

Edrington wird auch Sandro Bernasconi bei der Untersuchung der Flasche Macallan 1878 behilflich sein und sich der Analyse mit einigen eigenen Flaschen anschließen.