Serge verkostet: Hazelburn

Springbank, Longrow, Hazelburn – drei Whiskys aus einer Destillerie: Springbank. Hazelburn, die ungetorfte und dreifach destillierte Variante, wird dabei gerne übersehen. Mit Recht?

Nein, sagt Serge Valentin (und wir sagen das nebenbei auch), denn Hazelburn hat durchaus seine Qualitäten, schon in den Standards. Der 12jährige wurde ja im letzten Jahr durch den 10jährigen ersetzt, und von dem hörte man noch weniger als von Hazelburn selbst. Von Serge aber hört man eine excellente Wertung in dieser Verkostung: 90 Punkte. Da kann selbst der Hazelburn von Cadenhead nicht ganz mithalten:

  • Hazelburn 10 yo (46%, OB, +/-2014): 90 Punkte
  • Hazelburn 13 yo 2001/2015 (50.8%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 288 bottles): 85 Punkte
Springbank ist ein arbeitendes Museum. Hier wird Whisky wie im 19. Jhd. gemacht, vom Mälzen bis hin zur Abfüllung, natürlich und unverfälscht. Ein einzigartiges Kleinod in der schottischen Whiskyindustrie. Copyright Ernst J. Scheiner
Springbank ist ein arbeitendes Museum. Hier wird Whisky wie im 19. Jhd. gemacht, vom Mälzen bis hin zur Abfüllung, natürlich und unverfälscht. Ein einzigartiges Kleinod in der schottischen Whiskyindustrie. Copyright Ernst J. Scheiner

Gewinn bei Arran steigt, Pläne für neue Destillerie schreiten voran

0

Eine Million Pfund Nettogewinn bei der Isle of Arran Distillery: Diese gute Nachricht kann man heute auf Herald Scotland nachlesen. Damit stieg der Gewinn der Inseldestillerie zum Vorjahr um 25%.

Die offiziellen Zahlen werden zwar erst in den nächsten Tagen veröffentlicht, aber es wird jetzt schon deutlich, wie sich das vergleichsweise kleine Haus vom allgemeinen Trend in der Whiskyindustrie absetzen kann und die sprichwörtlich durchschnittliche Destillerie outperformt.

61 Prozent der Verkäufe gingen in Exportmärkte, mit Frankreich als größtem Abnehmer. Neun Prozent gingen in die USA, sieben Prozent nach Taiwan.

Zwei neue Potstills sollen in der existierenden Destillerie noch in diesem Jahr zusätzlich eingebaut werden, was die Produktion auf 1 Million Liter bringen wird. Die neue Destillerie, für die die Baupläne jetzt eingereicht sind und die torfigen Whisky produzieren wird, soll eine anfängliche Kapazität von 800.000 Litern haben.

Unser Titelbild (Die Destillerie Arran) stammt von Lars Pechmann

So soll die neue Arran-Destillerie im Süden der Insel einmal aussehen
So soll die neue Arran-Destillerie im Süden der Insel einmal aussehen

R.I.P. Barry Walsh (Irish Distillers)

Wie Whiskycast heute berichtet, müssen sich die irische Whiskeyindustrie und Freunde des irischen Whiskeys von einem Großen verabschieden: Barry Walsh hat am 30. Juli den langen Kampf gegen den Krebs verloren.

Walsh, geboren im Jahr 1940, war bis zu seinem Abgang im Jahr 2004 Chief Blender für Irish Distillers und arbeitete bis zu seinem Tod als Berater für Destillerien. Ihm verdanken wir Whiskeys wie Midleton Very Rare und die Wiedergeburt der Marke Redbreast.

Unser Beileid gilt der Familie.

 

Benromach: Renoviertes Besucherzentrum, neue Destillerieabfüllung

Die Destillerie Benromach (sie gehört dem unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail) hat uns darüber informiert, dass die Räumlichkeiten des Besucherzentrums ausgebaut wurden. Es gibt jetzt insgesamt drei Tastingräume. Auch das Benromach House, das alte Haus des Distillery Managers, wurde im Zuge der Renovierung mit einem Tastingraum versehen.

Hier einige Bilder von den neuen Tasting Rooms bei Benromach:

The Romach Room (Bild: Benromach)
The Romach Room (Bild: Benromach)
The Chapelton Room (Bild: Benromach)
The Chapelton Room (Bild: Benromach)
The Mosset Room (Bild: Benromach)
The Mosset Room (Bild: Benromach)

Zudem gibt die Destillerie bekannt, dass es im Besucherzentrum der Destillerie eine neue exklusive Distillery-Abfüllung gibt.

Für 90 Pfund können Sie dort und nur dort eine der 238 Flaschen aus dem Fass 757 kaufen. Die Destillerie beschreibt den Whisky so:

Nase: Vanille, dann tropische Früchte und Kakaopulver sowie etwas Torfrauch

Gaumen: Weich und würzig, Bananengeschmack, Mango und Passionsfrucht, ergänzt mit der Glut von Lagerfeuern – mit einer rauchigen Nuance.

Die Information ist so neu, dass Benromach noch kein Bild der neuen Abfüllung bereitstellen kann. Wir werden es aber natürlich nachreichen, sobald es eines gibt.

Serge verkostet: Edradour

Lange Zeit war Edradour die kleinste Destillerie Schottlands, bis sie von einigen kleineren neuen Destillerien abgelöst wurde, die noch kleiner sind. Jetzt arbeitet man dort daran, die Kapazität erheblich zu erweitern – mit einem Neubau, über den wir hier mit Bildern schon näher berichteten.

Serge Valentin verkostet heute einige Abfüllungen aus der Destillerie von Andrew Symington, der auch als unabhängiger Abfüller Signatory agiert – und wie um zu beweisen, wie viel sich in dieser Destillerie verändert hat, stellt er einen Standard aus dem Jahr 2000 neueren Abfüllungen gegenüber:

  • Edradour 10 yo (40%, OB, +/-2000): 55 Punkte
  • Edradour 15 yo ‘Fairy Flag’ (46%, OB, +/-2016): 86 Punkte
  • Edradour 15 yo 1999/2015 (56.4%, OB, casks #902-903, 472 bottles): 86 Punkte
  • Edradour 10 yo 2004/2015 (60.7%, OB, Straight From The Cask, sherry butt, cask #407, 912 bottles): 89 Punkte

Übrigens: Edradour ist ein schönes Beispiel dafür, dass man seine Meinung über eine Destillerie (und nicht nur zu der) alle paar Jahre erneut überprüfen sollte – nichts ist unangenehmer, als von einer zum Vorurteil verfestigten Meinung betrogen zu werden…

Edradour - Bildrechte bei Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries
Edradour – Bildrechte bei Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Wir verkosten: Scallywag Cask Strength #2

Scallywag Cask Strength Limited Edition #2 54,1%vol.

ohne Farbstoff, ohne Kältefiltrierung
Sample: Bremer Spirituosen Contor
Verkoster: Dirk Piesczek

Der „kleine Strolch“ aus dem Hause Douglas Laing schaut in seiner zweiten fassstarken Auflage bei uns in der Redaktion vorbei. Über diese Abfüllung aus der „Remarkable Regional Malts“-Reihe wissen wir, dass Whiskys der Brennereien Macallan, Mortlach und Glenrothes (und wohl noch weiteren) Verwendung fanden, die sowohl in Sherry-Butts als auch in Bourbon-Hogsheads reiften. Insgesamt konnten 4800 Flaschen abgefüllt werden.
scallytitel
Nase: Zu Beginn recht süß, dies wandelt sich schnell in deutliche fruchtig-herbe Noten und erinnert an Orangen. Hinzu kommen verstärkte würzige Noten wie Tabak und Leder und ein dezenter Anflug von Vanille. Insgesamt sehr voll.

Gaumen: Von Beginn an Mund füllend, der fruchtig-herbe Charakter ist sofort präsent und bildet ein schönes, spannendes Wechselspiel mit den erneut vorhandenen würzigen Noten.

Finish: Kurz, aber sehr kräftig und leicht adstringierend, die Fassstärke taucht hier erstmals auf.

Alles in allem: Ein sehr voller Whisky. An manchen Stellen merkt man ihm seine sicherlich vorhandene Jugendlichkeit ein klein wenig an. Doch durch die Dichte der Aromen – hier durften wohl sehr aktive Fässer ihre Arbeit verrichten – weiß der Scallywag diese zu kaschieren und präsentiert sich als sehr guter Repräsentant der Whisky-Region Speyside.

Seit Beginn des Jahres verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.

SWA warnt vor bis zu 20% höheren Zöllen durch Brexit

0

Die SWA (Scotch Whisky Association) warnt, dass durch den Brexit für Whisky in einigen wichtigen Märkten bis zu 20% höhere Zölle anfallen werden, berichtet unter anderem Herald Scotland. Das würde bedeuten, dass sich in diesen Märkten der Whisky entsprechend verteuern und der Absatz dadurch erschwert werden würde.

Grund dafür sei, dass man durch den Brexit unweigerlich den Zugang zu den Freihandelsmöglichkeiten der EU verliere, so David Frost, Chef der Scotch Whisky Association.

Die 20% Zoll würden unter anderem in Taiwan, Kolumbien, Südafrika und Peru anfallen. Nicht betroffen seien (und das ist gut für uns zu hören) Europa und die USA, Kanada und Mexiko.

Man müsse nun rasch und intensiv beginnen, in trilateralen Gesprächen (Europa, UK und die betroffenen Märkte) neue Handelsabkommen zu erzielen. Frost wies darauf hin, dass dies eine langwierige und schwierige Aufgabe sei: „Ich habe noch kein Handelsabkommen erlebt, das schneller als in drei Jahren ausgehandelt gewesen wäre“.

Titelbild: Fotorechte bei Danny Giessner.

Neu: Haig Club Clubman – der Haig Club zum Mixen

Wir haben ja schon vor einiger Zeit berichtet, dass die Verkäufe von Diageos Grain Whisky Haig Club alles andere als fantastisch waren. Als Grund wurde die doch hohe Preisbarriere ausgemacht. Damals, im April, wurde von dem Unternehmen auch eine neue, preisgünstigere Variante von Haig Club angekündigt – und diese ist nun offiziell vorgestellt worden.

clubman diageo haig club

Haig Club Clubman ist preislich deutlich unter den 45 Pfund, die der reguläre Haig Club kostet, angesetzt: 25 Pfund wird die Flasche des Single Grain Whiskys kosten. Haig Club Clubman ist definitiv dazu gedacht, mit Cola gemixt zu werden und soll ein jüngeres Publikum ansprechen. Der Grain Whisky ist ab sofort in Großbritannien erhältlich, wann er dann auf den weiteren Märkten erscheinen wird, ist noch nicht offiziell bekanntgegeben.

David Beckham introduces HAIG CLUB CLUBMAN - A new Single Grain Scotch Whisky from HAIG CLUB (PRNewsFoto/Diageo)
David Beckham wirbt für HAIG CLUB CLUBMAN – (PRNewsFoto/Diageo)

Beworben wird sie wieder mit David Beckham, die Launchkampagne soll im Oktober dieses Jahres starten und wird 2.5 Millionen Pfund kosten. Sie soll 95% aller Erwachsenen in Großbritannien erreichen.

Zur Unterscheidung vom bisherigen Haig Club wird Haig Club Clubman in einer länglicheren Flasche präsentiert, die aber das typische Haig-Blau beibehält.

Introducing HAIG CLUB CLUBMAN - a new Single Grain Scotch Whisky from Diageo together with David Beckham (PRNewsFoto/Diageo)
HAIG CLUB CLUBMAN – ein neuer Single Grain Scotch Whisky von Diageo together mit David Beckham (PRNewsFoto/Diageo)

 

Neu: Douglas Laing Big Peat Edinburgh Edition

Von Douglas Laing haben wir eine Information erhalten, dass das Unternehmen zum Edinburgh Fringe Festival eine streng limitierte Big Peat Edinburgh Edition mit eigens gestaltetem Label und etwas höherer Stärke herausbringen wird.

Abgefüllt ist dieser Blended Malt von Islay (er enthält Whiskys von Caol IlaArdbeg und Port Ellen) ohne Farbstoff und ohne Kältefiltration. Die Editionsflaschen (48% statt 46%) sind einzeln nummeriert. Ein Preis wurde in der Infomail nicht bekannt gegeben.

Gerade einmal 180 Flaschen wird es davon geben, und sie können über ausgesuchte (Online)Händler aus der Region bezogen werden, darunter Master of Malt, The Whisky Exchange, The Green Welly Stop und DouglasLaing.com.

dl-big_peat-edinburgh-night1

WoW: Scotch Whisky Transparency Campaign – was seither geschah

Im April startete John Glaser von Compass Box eine Kampagne, die helfen sollte, die Regeln für schottischen Whisky so zu ändern, dass Hersteller 100% transparent mit ihren Angaben zum Whisky sein dürfen – nachdem er von der SWA für seine Label für Flaming Heart und This is not a luxury whisky abgemahnt wurde. Zur Zeit ist es nämlich nicht erlaubt, am Etikett die einzelnen Bestandteile eines Blends oder eines Single Malts fassgenau aufzulisten. Man darf nur das Alter des jüngsten Whiskys angeben – oder gar keines.

compasstransp

Nach anfänglichen Solidaritätsbekundungen und dem aktiven Eintreten für diese Änderungen von einigen Playern am Markt (Bruichladdich zum Beispiel) ist es wieder ruhig um die Initiative geworden, zumindest, was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Grund dafür ist wohl auch, dass sich die ganz Großen im Business, wie zum Beispiel Diageo und Pernod Ricard, in dieser Angelegenheit (noch) nicht deklariert haben.

Im Hintergrund aber arbeitet Glaser natürlich nach wie vor an der Kampagne, und Words of Whisky hat ihn in einem Interview dazu befragt. Laut dem Interview arbeitet man mit der SWA zusammen und hofft, dass es noch dieses Jahr eine Lösung des Problems geben wird.

Alle Fragen und Antworten sowie eine Zusammenfassung der Vorgeschichte auf Words of Whisky.

John Glase, Compass Box
John Glaser, Compass Box

Exklusiv: Die neuen Destillerien Irlands – ein Reisebericht (Teil 2)

Im Frühjahr dieses Jahres reiste Mareike Spitzer, Gründerin von irish-whiskeys.de, auf die grüne Insel und besuchte viele der Destillerien, die momentan dort neu entstehen oder vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen haben. Als Importeur verschiedenster Marken und langjährige Kennerin der irischen Whiskeyszene hat sie dabei natürlich Eindrücke gewinnen können, die Touristen verwehrt bleiben. Ihren Bericht hat sie exklusiv für die Leser von Whiskyexperts verfasst. Hier Teil 2 – den ersten Teil von gestern können Sie hier nachlesen:

Die neuen Destillerien Irlands – Teil 2

ein Reisebericht von Mareike Spitzer

Von Nordirland aus ging es runter ganz in den Süden nach Waterford. Mark Reynier, der ehemalige Besitzer der Bruichladdich Distillery hat dort eine neue eigene Destillerie eröffnet, Waterford Distillery. Wie schon bei John Teeling in der Great Northern Distillery, wurde auch hier vormals Guiness gebrannt, nur hat Mark Reynier extra Pot Stills aus Schottland kommen lassen. John Teeling arbeitet mit den vorhandenen Stills.

Einen typischen Destillerie-Eindruck macht Waterford nicht - war sie doch vorher eine Brauerei
Einen typischen Destillerie-Eindruck macht Waterford nicht – war sie doch vorher eine Brauerei

In Waterford wird momentan nur Single Malt gebrannt, aber dies nach einer sehr besonderen Methode. Sie arbeiten mit ca. 50 Bauern aus der Region zusammen, von denen sie ihre Gerste erhalten. Jeder Brennvorgang wird strickt nach der Gerste eines Bauern getrennt. Dies wird in der Schaltzentrale auch genau dokumentiert. Das ist ein sehr aufwendiges Konstrukt und wir sind gespannt, wie das in Zukunft sich gestalten wird, wenn das Produktionsvolumen größer wird.

Die Stills von Waterford
Die Stills von Waterford

Nicht weit von Waterford entfernt liegt die schöne Stadt Cahir. Dort haben wir uns mit Jennifer Nickerson und ihrem Verlobten Liam getroffen. Die beiden haben zusammen mit Jennifers Vater Stuart Nickerson (ex-Glenglassaugh) die Tipperary Boutique Distillery gegründet. Den ersten Whiskey haben sie bereits als unabhängige Abfüllung im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt gebracht. Tipperary The Rising Single Malt Whiskey ist 11 Jahre alt, dreifach destilliert, im Bourbonfass gereift und mit 47 % abgefüllt. Ein wirklich toller Whiskey.

Der fruchtig- intensive Tipperary-Whiskey
Der fruchtig-intensive Tipperary-Whiskey

Auch der Standort für die Destillerie ist bereits gefunden. Liams Familie hat in der Nähe von Cahir eine Farm, die genug Platz bietet, um dort eine Destillerie zu bauen. Ihr Getreide bauen sie bereits dort an und hoffen im nächsten Jahr ihren ersten Whiskey aus diesem Getreide herstellen zu können.

Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen
Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen

Die Farm bietet wirklich den idealen Standort für eine Destillerie, weites Land mit viel Platz. Der Bau soll spätestens Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Wir haben die Farm besucht und konnten uns selbst ein Bild von der Landschaft und dem Gelände für die ehemalige Destillerie machen. Dort kann wirklich eine tolle Destillerie entstehen.

Von Cahir aus ging es nochmal in die Wicklow Mountains. Dort haben wir uns mit Heike Owens getroffen. Sie stellt Dunbur Whiskey Liqueur her. Es gibt zwei verschiedene Sorten des Likörs: Raspberry Infusion und Mixed Berry Liqueur. Der Likör wird aus rein natürlichen Zutaten hergestellt und da wollten wir uns doch davon überzeugen, wo die Beeren für den Likör geerntet werden – und wir wurden fündig. Außerdem wurden wir mit einer traumhaften Landschaft belohnt. Wicklow Head ist nur zu empfehlen. Wer die Wicklow Mountains besucht sollte sich die Leuchttürme am Wicklow Head nicht entgehen lassen.

Der Dunbur Liqueur
Der Dunbur Liqueur

Nur wenige Kilometer von Wicklow entfernt liegt der kleine Ort Redcross. Hier ist die Heimat von Barr an Uisce Whiskey. Ian ist Eigentümer eines Pubs in Redcross und Jason ist der Musiker des Pubs. Was fehlt, wenn man einen Pub und einen Musiker hat? Genau, der passende Whiskey dazu und diesen haben Ian und Jason in diesem Jahr auf den Markt gebracht. Es gibt den 1803 Single Malt Whiskey, der nach der Kirche in diesem Ort benannt ist. Die Kirche wurde im Jahr 1803 wieder erbaut. Außerdem gibt es einen blended Whiskey, Wicklow Rare, benannt nach der atemberaubenden Landschaft rund um Redcross und den Landstrich Barranisky.

Das Pub von Ian...
Das Pub von Ian…
...und sein Whiskey
…und sein Whiskey

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete der Besuch der Walsh Distillery. Sie liegt etwas außerhalb von Carlow in Royal Oak. Kurz vor der offiziellen Eröffnung durften wir die Destillerie bereits besuchen. Zunächst wird man von einer tollen Einfahrt Richtung Destillerie empfangen. Mitten im Grünen gelegen ragt sie dann empor.

Die Walsh Distillery kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung
Die Walsh Distillery kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung

Woody Kane empfing uns zur Führung. Er arbeitet schon lange für die Walsh Familie und führte uns zunächst über das Gelände von Royal Oak. Es gleicht einer Parklandschaft und man könnte schon nur außerhalb geraume Zeit verbringen. Wir waren aber wegen der Destillerie hier und in diese ging es sogleich. Die Destillerie ist etwas verwinkelter, doch wir dürfen uns alles hautnah anschauen. In ihr werden Single Malt, Single Pot Still und Single Grain Whiskey hergestellt.

Die ersten Whiskeyfässer lagern bereits gefüllt in dem eigenen Warehouse. Wann der erste Whiskey aus der eigenen Destillerie auf den Markt gebracht werden soll steht noch nicht fest. Mittlerweile ist die Destillerie offiziell eröffnet und es wird sicherlich auch bald möglich sein als Endverbraucher dort eine Tour zu buchen.

Ein Blick auf die Stills bei der Walsh Distillery
Ein Blick auf die Stills bei der Walsh Distillery

Leider war danach unsere Zeit in Irland zu Ende. Wir hätten noch jede Menge weitere interessante Destillerien besuchen können, aber dafür war die Zeit zu knapp. Die werden auf der nächsten Reise besichtigt.

Irland ist mittlerweile sehr interessant geworden für Whiskeyliebhaber und ich kann es nur jedem empfehlen, der nach Irland reist, die ein oder andere bereits geöffnete Destillerie zu besuchen. Es muss nicht nur Jameson (Old Midleton) oder Bushmills sein, gerade die kleineren Destillerien bietet oft durchaus viel interessantere Touren an und man ist viel näher am Geschehen dran.

Serge verkostet: Ardbeg vs. Ledaig

Das kann spannend werden heute, hat Serge doch unlängst Ledaig als den neuen Ardbeg bezeichnet – und genau diese beiden Destillerien treten heute in der Verkostung mit- oder gegeneinander an. Der Ardbeg stammt aus dem neuesten Batch der Serie Elements of Islay, der Ledaig ist ein zehnjähriger Whisky von Single Cask Nation aus dem Vorjahr.

Wie geht das Duell aus?

  • Ar6 (55.7%, Elements of Islay, bourbon, 2016): 89 Punkte
  • Ledaig 10 yo 2005/2015 (56.7%, Single Cask Nation, refill bourbon barrel, cask #10, 235 bottles): 89 Punkte

Unentschieden also – und das betont Serge in seinen Anmerkungen nochmals, denn die beiden spielen laut seiner Einschätzung in der selben Liga.

Bildrechte: Ardbeg
Bildrechte: Ardbeg

Regeln für Whiskeygattungen in den USA – Anmerkungen zu möglichen Änderungen

The American Spectator bringt heute einen Gastbeitrag von Charles K. Cowdery über die anlaufenden Gespräche zu den Gesetzen, die die Bezeichnungen auf Labeln amerikanischer Spirituosen zum Inhalt haben. Geführt werden sie zwischen der Industrie und dem TTB, dem Tax and Trade Bureau, das aufmerksame Leser unserer Newssite als verlässlichen, wenn auch nicht ganz freiwilligen Informanten über Label neuer Abfüllungen kennen.

Der Artikel bringt vor allem einen Abriss der Geschehnisse, die zur momentanen Gesetzgebung führten, und die damals vor allem eine Auseinandersetzung zwischen Modernisten und Traditionalisten waren (mit den Traditionalisten als Gewinner). Der Artikel warnt davor, heute zu sehr den Wünschen der Industrie nachzugeben und weist andererseits dennoch auf die Notwendigkeit von Adaptierungen an geänderte Umstände hin, wenn es um die Festlegung verschiedener Whiskeytypen geht.

Ein interessantes Stück Geschichtsbetrachtung und Meinung.

Unser Titelbild zeigt den Ausschnitt eines Bourbon-Labels, ca. aus dem Jahr 1860

Whisky im Bild: Ben Nevis und Ben Nevis

Es gibt nur wenige Tage im Jahr (durchschnittlich 50), an denen sich der höchste Berg Schottlands, Ben Nevis, wolkenfrei zeigt. Einen dieser 50 Tage hat Fotograf Bernhard Czerny mit seiner Kamera eingefangen – wieder im Rahmen der Whisky-Wallfahrt 2016, die Whisky Vikar Dr. Wolfgang F. Rothe in diesem Jahr in Schottland geleitet hat.

Das Bild zeigt im Hintergrund Ben Nevis, und im Vordergrund ebenfalls, zumindest in Form der Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Ein Klick auf das Bild vergrößert es.

Ben Nevis und die Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Bildrechte bei Bernhard Czerny
Ben Nevis und die Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Bildrechte bei Bernhard Czerny