Die Geschichte der amerikanischen Craft Distilleries kann nicht erzählt werden, ohne den Namen Koval zu erwähnen. Die vom Österreicher Robert Birnecker und seiner Frau Dr. Sonat Birnecker gegründete Destillerie in Chicago hat sich einen festen Platz unter den amerikanischen Craft Distilleries erobert. Mit ihren Whiskeys und anderen Spirituosen heimst sie regelmäßig nationale und internationale Preise ein.
Auf Shinola.com findet sich heute ein Interview mit Dr. Sonat Birnecker, das die Anfänge der Destillerie ebenso beleuchtet wie die Pläne für die Zukunft. Es geht auch um Frauen als Brenner und ihre Sicht auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Robert und Sonat Birnecker. Bild: Koval Distillery
Mit heutigem Datum hat die Scotch Whisky Association (SWA) eine erneuerte Umweltstrategie der Öffentlichkeit vorgestellt, nach der die Mitglieder der Vereinigung ihr Handeln nachhaltig ausrichten sollen. Vier Eckpfeiler sollen hier diese Strategie tragen:
Die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Freisetzung von Treibhausgasen
Der verantwortliche Umgang mit Wasserressourcen
Das Anstreben einer Kreislaufwirtschaft in ihren Zulieferbedürfnissen
Nachhaltige Landnutzung
Das gesamte Strategiepapier lässt sich hier auf dieser Seite der SWA herunterladen, es behandelt die oben angesprochenen Punkte im Detail, und zusätzlich folgende Themen:
Gerade von Kilchoman angekündigt: Die zweite Original Cask Strength Edition aus der Islay-Destillerie. Sie wird ab dem in der Überschrift angegebenen Zeitpunkt nur online (und nur 1 Flasche pro Person) zu kaufen sein – für 69 Pfund. Danach wird sie wohl auch weltweit in die Geschäfte kommen.
Die neue Abfüllung stammt aus 95 Quarter Casks und konnte in ihnen über sechs Jahre lang reifen. Abgefüllt ist sie mit 56.9% – insgesamt 12.000 Flaschen wird es von ihr geben.
Geschmacklich soll man im neuen Kilchoman Karamell und Vanille finden, gemeinsam mit dem fruchtigen und rauchigen Kilchoman-Spirit dürfte dies eine interessante Kombination ergeben.
Von Ferrand Deutschland haben wir eine Presseinformation zur Übernahme des Vertriebs von Rozelieures Whisky für Deutschland und Österreich erhalten. Man wird die beiden Märkte mit vier Sorten versorgen, die alle torfig sind. Hier die detaillierteren Infos mit den offiziellen Tasting Notes:
Ferrand Deutschland übernimmt den Vertrieb von Rozelieures Whisky
Französische Single Malt Whiskys jetzt in Deutschland und Österreich erhältlich
Rozelieures – Single Malt Whisky aus Lothringen – ist ab sofort und exklusiv über FERRAND DEUTSCHLAND GmbH in Österreich und Deutschland vertreten.
1860 gegründet, produziert die Destillerie Rozelieures seit 150 Jahren Mirabelle Eauxde-Vie, sowie seit 15 Jahren mehrere Single Malt Whiskies. Das in der 5. Generation geführte Unternehmen besitzt über 250 Hektar Gerste auf lehm- und- kalkhaltigem Boden. Vom Mälzen der Gerste über das Maischen und die doppelte Destillation bis zur Fassreifung werden alle Produktions-Stufen im Hause mit höchster Sorgfalt ausgeführt.
Gelegen in der Nähe vom Vulkan Essey-la-Côte, verarbeitet mit natürlichem Wasser aus den Vogesen, sind sämtliche Rozelieures-Produkte authentisch, rein und vom Terroir geprägt.
Vier Single Malt Whiskies, alle torfig von 6 bis 45 ppm, werden aktuell angeboten:
ROZELIEURES „Origine“
Single Malt Whisky 40% vol.
Doppelte Destillation, Reifung in alten Sherry- und Cognac Fässern.
Großzügig, trockene Früchte, leicht torfig, schöner Nachhall.
UVP = 36,95 EUR
ROZELIEURES „Rare Collection“
Single Malt Whisky 40% vol.
Doppelte Destillation, Reifung in alten Sauternes-, Sherry- und CognacFässern.
Rund mit feinen fruchtigen Noten, etwas rauchig, sehr präzise.
UVP = 44,00 EUR
ROZELIEURES „Fumé Collection“
Single Malt Whisky 46% vol.
Doppelte Destillation, Reifung zu 100% in Sherry-Fässern. Single Cask.
Sehr rauchig, reich, komplex, Kokosnuss, Zigarren. Für Connaisseure und Liebhaber rauchiger Single Malts.
UVP = 55,00 EUR
ROZELIEURES „Tourbé Collection“
Single Malt Whisky 46% vol.
Doppelte Destillation, Reifung in ex-Bourbon-Fässern sowie neues Holz aus Lothringer Wäldern. Single Cask.
Sehr torfig, dennoch große Finesse, Vanille und Früchte. Zeigt Charakter und Komplexität mit 46% Vol. Auch zum Foodpairing.
UVP = 59,00 EUR
Der Erfolg eines Produkts hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab, dass er im Endeffekt nicht wirklich planbar ist. Das, was heute als Markenikone vor uns steht, ist bei aller Planung und aller eingesetzter Intelligenz und Strategie vor allem ein Produkt des Zusammenspiels von glücklichen Fügungen. Für jede erfolgreiche Marke gibt es neun andere, die die gleichen Voraussetzungen hatten und scheiterten. Und nicht unbedingt, weil die Leute dahinter ihren Job nicht richtig machten.
Jack Daniel’s ist so eine Marke, die es an die Spitze geschafft hat – eine der Whiskey-Ikonen Amerikas, die jeder kennt und die Mengen verkauft, von der viele andere nur träumen können.
Wie es zu dem Erfolg kam, ließe sich trefflich analysieren – oder man nähert sich dem Thema anekdotisch, so wie es Economic Times versucht: In fünf kurzen Geschichten will man dort beschreiben, was den Erfolg von Jack Daniel’s ausmacht. Wie sehr das gelingt, mag jeder für sich entscheiden – lesenswert sind die Geschichten allemal…
Kanadische Whiskys sind in unseren Ländern kein besonderer Renner – auch wenn der laut Jim Murray beste Whisky der Welt des Vorjahres (Crown Royal Northern Harvest) aus Kanada stammt. Für unsere puristischen Geschmäcker, die selbst unschmeckbaren Farbstoff schon mit Verachtung strafen, ist die Freiheit, die kanadische Brenner bei der Auswahl ihrer geschmacksgebenden Zutaten genießen, ein Horror. Trotzdem gibt es auch unter den Kanadiern Perlen, aber auch vieles, was unseren Geschmäckern so weit von Whisky entfernt vorkommt wie Bremen von den Alpen.
Serge Valentin hat heute vier Kanadier verkostet, mit sehr gemischten Ergebnissen. Aber sehen Sie selbst:
Lord Calvert (40%, OB, Canada, blend, +/-2015): 55 Punkte
8 Seconds (40%, OB, Canada, blend, +/-2015): 68 Punkte
Alberta Premium 30 yo (40%, OB, Canada, +/-2011): 87 Punkte
Potter 26 yo 1989/2016 (58.3%, Cadenhead, Indian corn whisky, Canada, bourbon barrel, 204 bottles): 66 Punkte
Diverse kanadische Whiskys – Foto von Hammersbach, CC-Lizenz
Heute ist der Tag, an dem Committee-Mitglieder den Ardbeg Twenty Oneonline bestellen können. 370 Euro wird die Flasche kosten, und es wird sie aller Voraussicht nach nicht besonders lange zu kaufen geben.
Wie schmeckt nun der Ardbeg Twenty One? Wie unterscheidet er sich von einem anderen einundzwanzigjährigen Ardbeg, den der unabhängige Abfüller Cadenhead im letzten Jahr auf den Markt gebracht hat (und der nur unwesentlich günstiger zu haben war)?
Silvia Behrens und Bernhard Rems haben die beiden Whiskys verkostet (das Sample des Ardbeg Twenty One erhielten wir von Ardbeg, der Ardbeg 21yo aus Privatbesitz). Es ist keine Verkostung A gegen B, kein Wettkampf, sondern einfach ein Vergleich. Und wir sagen es schon jetzt: Es sind zwei ganz unterschiedliche Whiskys.
Ardbeg Twenty One
Committee-Release
Originalabfüllung
46%
Nase: Weich, leicht torfig, sanft anflutend. Dann geht es in die Breite: Vanille, Jod, Zitrusnoten, Meeresgischt. Erdiger Eindruck hinter der Süße, Leder, Asche, Teer, Moos. Schwarzer Tee, Honigbanane, feuchtes Zedernholz – Keksteig, aber immer vermengt mit öligem Rauch. Alkohol macht sich fast gar nicht bemerkbar.
Gaumen: Beginnt fast zurückhaltend, was sich aber in schöne Weichheit und ein harmonisches Gemenge von Süße, Rauch, Salz und etwas Nussigkeit auflöst. Zitronenzesten, Kohlenstaub, Teer, dann etwas Lakritze, alles enorm ausgewogen und ja, reif.
Finish: Lang, aschig, teerig, deutlich aber sanft, Lakritze im Abklang.
Alles in allem: Was uns besonders am Ardbeg Twenty One gefällt ist seine Eleganz und seine wirklich präsente Reife. Nichts für Rauchbombenfetischisten, aber sehr wohl was für jene, die Rauchigkeit als Teil eines Ensembles von Eindrücken sehen. Die wird er überzeugen und erfreuen. Eine sehr gelungene Abfüllung, die in ihrer Gesamtheit gefällt. Er ist nicht billig, aber im Kontext der momentan erhältlichen unabhängigen Ardbegs ähnlichen Alters auch nicht exorbitant gepreist. Eine vergnügliche Begegnung.
Nase: Russisch Brot. Süß, fast wie ein Cookie, dann erst kalte Asche, die sich später deutlicher durchsetzt. Feuchtes Treibholz, Zitrone, Dill, Jod. Ganz im Hintergrund etwas süßlich strenger Kuhstall, als wäre ein Tropfen New Make in die Abfüllung gerutscht.
Gaumen: Nussig, salzig zu Beginn, dann kommen die Zitronennoten – fast schon überdeutlich wie Ahoi-Brause. Rauch und Teer zeigen sich nur zurückhaltend, Lakritze ist ebenfalls da.
Finish: Frisch und salzig, wieder die Zitrone dabei, der Rauch eher im Hintergrund. Lang und trocken und wieder mit einem in gewisser Weise jugendlichen Eindruck.
Alles in allem: Spannend und lebendig ist er, und er wirkt wesentlich jünger, als es das Alter auf der Flasche vermuten lässt. Er hat Ecken und Kanten, wirkt etwas plakativ und ungestüm, ohne wirklich laut zu sein. Nicht der typischste aller Ardbegs, aber auf seine Weise sehr interessant.
Seit Beginn des Jahres verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.
Das Titelbild ist eine Collage aus dem offiziellen Bild des Ardbeg Twenty One und einem Bild von Rainer Edlinger.
Wer sein Hobby zum Beruf machen oder sich beruflich verändern will, der könnte dies unter Umständen schon bald tun: Die Hammerschmiede, die Heimat des Harzer Single Malt Whiskys „Glen Els“, sucht auf ihrer Website
Interessenten können bei entsprechender Eignung (ein Klick auf die jeweilige Berufsbezeichnung bringt Sie zu einer detaillierten Stellenbeschreibung) ihre Bewerbungen an bewerbung@hammerschmiede.de senden. Man bittet um eine vollständige, aussagekräftige Bewerbung inkl. Lebenslauf und aller relevanten Zeugnissen in digitaler Form.
Heuer im Frühjahr hat John MacLellan, ehemaliger Distillery Manager bei Kilchoman, seinen Kampf gegen den Krebs verloren – und die Destillerie mit ihm eine tragende und prägende Persönlichkeit, ohne die die Brennerei heute nicht das wäre, was sie ist. Unser Leser Kurt Rottenfußer hat uns von seinem letzten Islay-Aufenthalt ein Bild des neu errichteten Grabsteins für John MacLellan mitgebracht und schreibt dazu:
Es freut mich dass Sie die Chance ergreifen an John zu erinnern. Ich habe 10 Jahre in Kilchoman Cottages während meines Urlaubes „residiert“ und habe sowohl Caol Ila und die daneben liegende Kilchoman Distillery öfters besucht und immer ein offenes Ohr bei John gefunden.
Ganz schön dreist: Die Highland-Destillerie Tullibardine wurde am Wochenende (zwischen Samstag 17 Uhr und Sonntag 09:25) Opfer eines Einbruchdiebstahls. Der Dieb oder die Diebe ließen laut Bericht von The Courier insgesamt sieben Flaschen Whisky mitgehen, eine davon im Wert von knapp 15.000 Euro. Insgesamt beträgt der Schaden 16.000 Euro.
Ein Verdächtiger wurde auf der A9 von Unbeteiligten gesehen, als er sich mit zwei offenbar schweren Taschen abmühte. Er soll zwischen 25 und 35 Jahre alt sein und von normaler Statur. Er trug ein rotes Oberteil, helle Shorts und Arbeiterstiefel.
Ob es sich bei der gestohlenen Flasche um den Tullibardine 1952 handelt, ist nicht bekannt – Der Preis könnte passen…
Seit Ende Mai wissen unsere Leser von ihm – denn damals ist er in der TTB-Datenbank zum ersten Mal aufgetaucht: Der Scapa Glansa. Nun ist er offiziell vorgestellt worden.
Der Scapa Glansa ist eine getorfte NAS-Abfüllung aus der Destillerie auf den Orkneys. Es ist der erste getorfte Whisky aus der Chivas gehörenden Brennerei. Zunächst wird er in amerikanischer Eiche gelagert, danach in Fässer abgefüllt, die zuvor getorften Whisky enthalten haben – also mit einem Fass-Finish. Der Geschmack soll an „weiche Früchte, Karamell-Toffee und Vanille erinnern, mit einem rauchigen Finish“.
Der Scapa Glansa ist mit 40% abgefüllt und wird laut The Spirits Business im Travel Retail und bei Händlern erhältlich sein – zumindest in den USA. Kostenpunkt: um die 60 Dollar für die Literflasche. Eine 70cl-Flasche wird es auch geben, wohl für den europäischen Handel. Allerdings: Eine offizielle Verlautbarung über die Verfügbarkeit bei uns gibt es noch nicht – wir werden darüber im Fall des Falles natürlich berichten.
Im Rahmen des weltweiten Auchentoshan-Wettbewerbs für Barkeeper um die Aufnahme in die „New Malt Order“ (wir berichteten hier), kreierten deutsche Mixologen Cocktails mit dem Single Malt aus den Lowlands. Die drei Siegercocktails des deutschen Wettbewerbs wollen wir Ihnen hier in lockerer Abfolge vorstellen. Hier kommt die finale Nummer 3. Viel Vergnügen beim Ausprobieren und Genießen!
„The fields of foundation“ von Lucia Schürmann
• 6cl Auchentoshan American Oak
• 3cl Aprikosen-Zitronenlikör
• 1/4 Pipette Zedernholz Bitters
Nach der Hacker-Attacke wieder online und auf jeden Fall erwähnenswert: Petra Milde hat auf MeinWhisky ein schriftliches Interview mit dem deutschen Glenfiddich Brand Ambassador Markus Heinze über die Glenfiddich Experimental Series geführt, in dem wir mehr über die beiden ersten Abfüllungen (den Glenfiddich Project XX, für den Heinze selbst ein Fass aussuchen durfte und den Glenfiddich IPA) erfahren. Hier ein Auszug aus dem Artikel, der die Auswahl der 20 Fässer für den Projekt XX beschreibt:
Auch, wenn es wohl kaum einer für möglich halten würde, wir sind tatsächlich gemeinsam durch das Warehouse spaziert und haben jeweils fünf Fässer nur nach der Optik ausgewählt. Anschließend haben wir uns in einer Tasting-Session für unseren Favoriten entschieden. Das spannende war, dass wir nicht wussten was uns erwartet. Daher war es auch nicht gerade leicht sich für das „beste“ Destillat zu entscheiden.
Auch über das Blenden des Project XX berichtet Heinze, und über den Glenfiddich IPA erfahren wir seine Entstehungsgeschichte. Wie es mit der Glenfiddich Experimental Series weitergeht, ist ebenfalls im Interview zu lesen.
Aufmerksame Leser unserer Seite werden die Ardnahoe Distillery bereits kennen (wir berichteten hier darüber): Hunter Laing, die Firma von Scott, Andrew und Stuart Laing hat sie als neunte Islay-Destillerie angekündigt – die Pläne dafür sind in der Öffentlichkeit zum ersten Mal im Jänner 2016 erwähnt worden.
Jetzt geht es mit einem bedeutenden Schritt weiter: Laut einem Bericht in Press & Journal hat die Heathgreen Company, in der die Eigentümer organisiert sind und die zur Gänze der Laing-Familie gehört, den Antrag auf Baugenehmigung für die Destillerie und das Besucherzentrum bei Port Askaig eingebracht. Am Mittwoch wird darüber entschieden, und dem Vernehmen nach soll die Genehmigung auch erteilt werden.
200.000 Liter will man in Ardnahoe jährlich produzieren, mit vier fixen Angestellten und saisonalen Arbeitskräften. Es wäre die erste neue Destillerie auf Islay seit Kilchoman – zwar wurde Gartbreck wesentlich eher an die Öffentlichkeit gebracht, aber dort ist nach dem Abspringen eines Partners (und wohl Geldgebers) nichts mehr vorangegangen.