Dr. Mario Prinz vom Potstill in Wien hat uns von seiner Schottlandreise nicht nur Bilder von Abhainn Dearg (unsere Fotostrecke finden Sie hier) mitgebracht, sondern auch von der Isle of Harris Distillery, die sich gerade im Aufbau befindet (die Bilder wurden am 18. Mai aufgenommen). Mit seiner Hilfe können wir nun auch einen Blick IN die Destillerie werfen und uns über den Fortschritt beim Aufbau informieren. Die Destillerie soll ja schon in Bälde für Besucher öffnen (ein Update auf deren Seite detailliert, was man dort zu erwarten hat), aber ein exaktes Eröffnungsdatum wurde noch nicht angegeben.
Zunächst aber hier einmal ein Blick auf die im Bau befindlichen Lagerhäuser. Sie sind ca. 3 Kilometer von Tarbert entfernt an der Westküste gelegen:
Auch an der Destillerie selbst wird noch gebaut, aber hier hat sich schon einiges bewegt:
Jetzt Aufnahmen aus der Destillerie selbst, man sieht sehr schön, dass die Stills und andere Einrichtung schon vorhanden sind:
Unsere letzten beiden Bilder zeigen den seltsam geformten Spirit Safe . Jede Brennblase hat hier ihren eigenen:
Vielleicht ein interessanter Hinweis für alle, die heuer noch nach Schottland, genauer gesagt nach Edinburgh, fahren und kein Mitglied der Scotch Malt Whisky Society sind: Nach dem Verkauf der Society an private Investoren (wir berichteten hier) ändert sich auch der Modus der Räume der SMWS in 28 Queen Street; ab sofort sind diese permanent auch für Nichtmitglieder zugänglich.
Achtung! Das gilt NICHT für die anderen SMWS-Räume in The Vaults in Leith oder in London, in der Greville Street – dort ist der Zugang nach wie vor auf Mitglieder beschränkt.
Glenesk ist sehr selten zu finden. So selten, dass Serge Valentin für seine Head2Head-Verkostung keinen zweiten auftreiben konnte (was wir, mit Verlaub, bei Serge eher für einen Scherz halten – er würde wohl auch einen Whisky aus den Zeiten des Gilgamesch-Epos haben, wenn es denn von damals einen gäbe).
Die Blackadder-Abfüllung von Glenesk, die in der Verkostung zu finden ist, ist eine aus dem Vorjahr und vielleicht eine der letzten, die jemals in eine Flasche kommen. Dass sich ein Glendullan dagegen schwer tut, ist anzunehmen und nach der Verkostung auch offensichtlich. Gibt es unter unseren Lesern jemanden, der einen beeindruckenden Glendullan sein eigen nennt?
Glendullan 13 yo 2001/2014 (54.1%, Svenska Eldvatten, cask #SE043, 164 bottles): 75 Punkte
Glenesk 30 yo 1983/2014 (54.4%, Blackadder, Raw Cask, refill sherry butt, cask #4929, 328 bottles): 88 Punkte
Wie versprochen hat gestern der Veranstalter der Aquavitae die Ausstellerliste für die vom 17. bis 18. Oktober 2015 in Mülheim an der Ruhr stattfindende Messe vorgestellt – und sie ist noch umfangreicher geworden als im letzten Jahr. Laut einer Anmerkung auf der Webseite der Aquavitae sind das zu 90% Einzelstände und nicht einfach eine Auflistung der vertretenen Marken.
Natürlich werden Sie auch wieder Whiskyexperts unter den Ausstellern finden – wir freuen uns auch dieses Jahr sehr auf die Messe und den Kontakt mit unseren Lesern.
Whisky-Aussteller bzw. Stände in 2015 (Stand 15.06.2015) :
Das Mischen von Whisky und Tee – eine in Asien weit verbreitete Gewohnheit kommt nun anscheinend langsam auch nach Europa. Das Wall Street Journal hat diesen asiatischen Trend näher unter die Lupe genommen und konstatiert, dass beim Mischen beide Getränke ihre Charakteristik behalten und dennoch gemeinsam etwas Neues ergeben. Etwas sehr interessantes Neues.
Laut dem Artikel von Will Lyons wurde ihm das Mixen von Whisky und Tee zum ersten Mal bei Benjamin & Blum, einem Importeur von Luxus-Tee, in London nahegebracht. Dort mischte man mit ihm zum Beispiel Darjeeling mit Glenfiddich oder Oolong mit Lagavulin. Lyons meint, dass der Tee dem Whisky das Alkoholische nimmt und sanfter macht. Das Besondere aber, so Lyons, sei der Umstand, dass der Geschmack fast changierend sei, von Kaffee hin zu fruchtigen Noten und zurück. Das Ganze wird mehr als die Summe der Teile.
Dave Broom, der Autor des „Weltatlas des Whiskys“, gibt im Artikel den Tipp, trotz der Gemeinsamkeit von Tee und Whisky im Geschmacksprofil (malzige und rauchige Noten sowie tropische Früchte), es eher mit Gegensätzen zu versuchen, so zum Beispiel Lapsang souchong und Balvenie, oder Ardbeg mit einem Oolong.
Jedenfalls klingt aus dem Artikel jede Menge Begeisterung über das neue Geschmackserlebnis. Das Mixen von Whisky und Tee ist sicher ein spannendes Experimentierfeld für unsere Leser, jedenfalls aber eine spannende Lektüre.
Von Glenfiddich haben wir heute eine Pressemitteilung über eine Reise von fünf Experten aus Deutschland nach Schottland erhalten, die danach, inspiriert von den Eindrücken, für Glenfiddich „The Perfect Taste“, den perfekten Genuss auf ihre Art interpretieren sollen. Hier die Pressemitteilung in den essentiellen Teilen:
Mut, Leidenschaft und Entschlossenheit – diese Eigenschaften standen am Anfang der Glenfiddich Geschichte, die 1886 mit William Grant und seiner Vision „the best dram in the valley“, den besten Whisky im Tal herzustellen, begann. Weitergetragen von Generation zu Generation sind sie bis heute die Basis für das noch immer familiengeführte Unternehmen William Grant & Sons. Fast 130 Jahre nach der Gründung macht sich nun Markus Heinze mit seinem Team auf den Weg nach Schottland. Der Glenfiddich Markenbotschafter und Whisky-Kenner wandert gemeinsam mit vier weiteren Experten unterschiedlichster Branchen auf den Spuren des Gründervaters, um The Perfect Taste für Glenfiddich zu entwickeln.
Mit Mut und Leidenschaft zum perfekten Genussmoment
Ein mutiger Schritt stand am Anfang der Unternehmensgeschichte von Glenfiddich: Im Jahre 1886, im Alter von 47 Jahren, kündigte William Grant seinen Job, um seine eigene Destillerie zu gründen. Seiner Vision folgend, „the best dram in the valley“ herzustellen, ging er fest entschlossen seinen Weg mit der Unterstützung seiner Familie und baute in nur einem Jahr die heutige Glenfiddich Distillery auf. Genau diese Leidenschaft und den Mut, die Dinge auf seine eigene Weise anzupacken, führte ihn zum Erfolg.
In diesem Jahr, vom 15. bis 20. Juni, wandern fünf Experten aus den Bereichen Whisky, Food, Spices und Fashion auf den Spuren William Grants und begeben sich auf eine einzigartige Abenteuerreise: Auf die Suche nach The Perfect Taste – dem perfekten Genussmoment. Mit dabei: Markus Heinze, Whisky-Experte und Glenfiddich Markenbotschafter, Kevin Fehling, jüngster 3-Sterne-Koch Deutschlands, Onur Elci von der mobilen Kocheinheit „Kitchen Guerilla“, Florian Falk von der Online-Gewürzmanufaktur „Just Spices“ und Tim-Ole Mundt, Mitbegründer des Herren-Accessoires-Labels „Gentleman’s Agreement“.
„Die Faszination, die von Schottland ausgeht, ist nahezu unbeschreiblich und wird uns jeden Tag aufs Neue begegnen und begeistern. Genau von dieser Faszination bin ich schon seit langer Zeit beeindruckt und sie lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich sehr darauf, meine bisher vor Ort gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse gemeinsam mit dem Team zu teilen, stets zu erweitern und dadurch zum Erfolg dieser außergewöhnlichen Reise beizutragen“, so Markus Heinze. „William Grants Leidenschaft, Entschlossenheit, sein Pioniergeist und sein Wille auch andere, bisher unbekannte Wege zu gehen, prägen das Bild von Glenfiddich noch heute. Auch wir sind Querdenker auf einer leidenschaftlichen, abenteuerlichen Suche nach dem perfekten Glenfiddich-Genussmoment.“
Inspiriert von William Grants Vision und seinen Werten, bricht das Team auf, um innovative Kreationen zu entwickeln und „das Beste“ in den Mittelpunkt ihrer Reise zu stellen. Ein erstklassiges Food Pairing, eine besondere Aromenkombination, ein neuartiger Single Malt-Drink oder das passende Outfit für den stilechten Genuss? Alles ist möglich! Für Inspiration während der Reise ist gesorgt, denn egal, ob ein Blick hinter die Kulissen der Glenfiddich Distillery, das Treffen der Glenfiddich Familie und das Erleben deren Spirits, ein traditionelles Highland Dinner im schottischen Kilt oder eine Tour in das moderne Schottland – den Experten stehen alle Türen offen. Die gewonnenen Eindrücke sollen ihnen helfen die Idee für ihren The Perfect Taste zu finden und ein Genusserlebnis für alle Sinne zu entwickeln. „Die meisten assoziieren einen Whisky-Trinker heute immer noch mit einem alten Mann, der vor dem Kamin sitzt, Zigarre in der Hand. Doch dieses Bild ist nicht mehr zeitgemäß. Whisky ist etwas für stilvolle Menschen mit Geschmack, die das Leben genießen und Qualität schätzen. Durch Projekte wie The Perfect Taste von Glenfiddich wird an dem altmodischen Stereotyp gerüttelt. Ich freue mich darauf, meinen Teil für das neue, moderne Verständnis beizutragen und zu zeigen, dass Whisky auch ein geschmackliches Highlight in der Küche sein kann“, erklärt Kevin Fehling, der in Kürze sein neues Restaurant „The Table“ in Hamburg eröffnet.
Das grosse Abschlussdinner im Kreise der Familie
Der krönende Abschluss der Reise ist das große Dinner am Abend des 19. Juni, bei dem die Experten ihre Ideen präsentieren werden. An diesem Abend werden viele Familien- und Unternehmensmitglieder von William Grant & Sons zu Gast sein. Darunter Peter Gordon, Company Director William Grant & Sons und Nachfahre von William Grant. Er wird an diesem besonderen Abend persönlich über die Geschichte der Familie berichten. „Was uns als familiengeführtes Unternehmen ausmacht, ist die Mischung aus frischer Energie und jungen Ideen mit der Kontinuität und Erfahrung von langjährigen Mitarbeitern, die bereits seit 40 oder sogar 50 Jahren in unserem Unternehmen tätig sind”, erklärt Peter Gordon stolz das Erfolgsrezept des Traditionsunternehmens. Auch Tim-Ole Mundt, Mitbegründer des Labels Gentleman‘s Agreement für modische Herren-Accessoires, ist sich der Besonderheit des Unternehmens bewusst: „Als junger Gründer freue ich mich ungemein auf die Zusammenkunft mit der Familie Grant und der Tradition der Marke Glenfiddich. Einer einfachen Idee ein Gesicht zu geben, ist stets eine herausfordernde Angelegenheit. Wenn man sich das inzwischen über 100-jährige Gesicht von Glenfiddich anschaut, dann gilt für mich als Entrepreneur bloß: Augen auf, hier gibt es ordentlich etwas zu lernen! Ich bin also jetzt schon fast ehrfürchtig, aber wirklich freudig gespannt auf die Geschichte hinter Glenfiddich, die Geschichte der Grants.“
Peter Gordon, Glenfiddich
The Perfect Taste
Zurück in Deutschland werden Markus Heinze, Kevin Fehling, Onur Elci, Florian Falk und Tim-Ole Mundt ihre Ideen perfektionieren. „Mich reizt vor allem die Herausforderung Whisky kulinarisch und kreativ einzusetzen, um neue Wege zu finden. Ich bin ein wissbegieriger Mensch, der sich gerne weiterbildet und neue Welten entdeckt“, freut sich Onur Elci von der mobilen Kocheinheit „Kitchen Guerilla“. Auch Florian Falk von der Gewürzmanufaktur „Just Spices“ ist sich sicher, dass sich rund um Glenfiddich einige ausgefallene Genussmomente entwickeln lassen: „Besonders durch die geteilte Leidenschaft für Genuss und den gemeinsamen Anspruch an gutes Essen und Trinken ergeben sich Synergien, die die Zusammenarbeit mit Glenfiddich für mich so spannend machen. Ich freue mich wahnsinnig darauf, Land und Leute näher kennenzulernen. Bei Just Spices lieben wir es, durch die Welt zu reisen und uns in den verschiedensten Ländern von den landestypischen Kompositionen und neuen Geschmackserlebnissen inspirieren zu lassen. Ich finde es auch unglaublich spannend, die Menschen hinter Glenfiddich kennenzulernen – für uns als noch junges Start-up-Unternehmen gibt es auch hier mit Sicherheit viele wertvolle Inspirationen.“ Durch William Grant und seine Vision ist ein einzigartiges Portfolio entstanden, das bei WhiskyLiebhabern auf der ganzen Welt neue Leidenschaften entfacht. Die perfekten Genussmomente der Experten basieren auf diesen meistausgezeichneten Single Malts und werden neue Wege in Sachen Whisky-Genuss beschreiten.
Eine tolle Aktion von Pernod Ricard, finden wir, und eine, die jede Menge Öffentlichkeit verdient hat – genau so wie das unterstützte Programm „HaLT Cologne„. Hier eine Pressemitteilung über die Aktivität der Mitarbeiter von Pernod Ricard – und ein Video dazu:
Um gemeinsam ein Zeichen für den verantwortungsbewussten Konsum von Alkohol zu setzen, schnürten weltweit am 11. Juni über 18.500 Mitarbeiter von Pernod Ricard die Turnschuhe, darunter auch die Mitarbeiter von Pernod Ricard Deutschland. Denn im Rahmen des diesjährigen CSR-Aktionstags „Responsib’All Day“, der bereits zum fünften Mal stattfand,beteiligten sich alle Mitarbeiter am speziell konzipierten, fünf Kilometer langen Lauf. Die Mitarbeiter in Köln erliefen durch ihren Einsatz eine Spendensumme in Höhe von 6.000 Euro, die am Ende des Tages durch eine symbolische Scheckübergabe an das Kölner Präventionsprogramm „HaLT Cologne“ übergeben wurde.
6.000 Euro zur Förderung der Präventionskampagne „HaLT Cologne“
„Unser Anliegen ist es, mit dem Lauf Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein für einen maßvollen Umgang mit Alkohol zu schaffen. Als Marktführer im Bereich Premiumspirituosen haben wir hier eine besondere Verantwortung. Das Kölner Programm ,HaLT Cologne‘ leistet enorm wichtige Präventionsarbeit, die wir als lokal ansässiges Unternehmen gerne unterstützen“, sagte Nicole Lichius, Head of Communication/CSR, Pernod Ricard Deutschland GmbH. Über die Spende in Höhe von 6.000 Euro freute sich Anne Kreft, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention der Drogenhilfe Köln, zusammen mit ihrem engagierten Team von „HaLT Cologne“. Einigkeit und Optimismus herrscht hinsichtlich der gemeinsamen Zielsetzung: „Mit ‚HaLT Cologne‘ leisten wir seit 2012 einen wichtigen Beitrag zur Prävention, sowohl reaktiv durch unsere Frühintervention bei Jugendlichen mit riskantem Alkoholkonsum, als auch präventiv durch verschiedene Beratungsangebote und gezielte Aufklärungsarbeit. Pernod Ricard hat sich freiwillig dazu verpflichtet, sich gegen den schädlichen Alkoholkonsum von Jugendlichen zu engagieren. Diese Form von gelebter Verantwortung begrüßen wir“, so Kreft.
Responsib’All Move – global Aufmerksamkeit schaffen, lokal engagieren
Die fünf Kilometer des „Responsib’All Move“ standen symbolisch für die fünf Industrie-Verpflichtungen (u.a. Reduktion des Alkoholkonsums von Minderjährigen, Rückgang von Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr), zu denen sich das Unternehmen gemeinsam mit 13 weiteren international tätigen Wein-, Bier- und Spirituosenherstellern im Jahr 2012 verpflichtet hat. Weltweit machten die Mitarbeiter dadurch die Öffentlichkeit auf diese Verpflichtungen aufmerksam.
Unter dem Titel „Why you should never drink whisky on the rocks“ ist vor einiger Zeit ein recht netter und interessanter englischsprachiger Bericht über eine Reise nach Islay auf BBC.com erschienen – nicht tiefschürfend, aber unterhaltsam. Er geht natürlich weit über das Thema Whisky und Eis hinaus. Es geht um die Erfahrungen dort mit Destillerien, Whiskys und Pubs, den Zauber von Islay im Allgemeinen und die lokalen Gegebenheiten wie zum Beispiel den miserablen öffentlichen Verkehr dort. Wir erfahren einiges über die Destillerietouren dort, über verschiedene Whiskys und auch, wie man seinen Whisky in einer Bar bestellt. Hier ein entsprechender Auszug:
Speaking of bars, there is a certain protocol to ordering malt in Scotland. First, please don’t call it Scotch. It’s whisky or malt. Second, unless you want to be the subject of ridicule, don’t order your malt on the rocks. Ice numbs the tongue and melts too fast. You either drink it neat or with a drop of water to open the flavours. Drinking it on the rocks is only acceptable if you’re drinking a blended whisky or if it’s scorching outside. But the odds of the latter happening are incredibly slim. In Scotland, summer is the second most famous myth after the Loch Ness Monster.
Schöne Bilder begleiten den Beitrag, den wir durchaus lesenwert finden.
Balmenach findet man als Single Malt hauptsächlich bei unabhängigen Abfüllern. Und auch dort ist die Destillerie aus der Speyside nicht sehr häufig vertreten, obwohl sie in den letzten Jahren dort häufiger anzutreffen ist. Bei der Knappheit an klassischen Marken für Unabhängige muss man vermehrt auf weniger Bekanntes ausweichen – manchmal ein Segen für Entdeckungsfreudige.
Serge Valentin hat heute zwei Abfüllungen von Unabhängigen aus der Destillerie Balmenach verkostet, darunter auch eine schon etwas ältere Eigenabfüllung von Scoma.de aus Deutschland. Echte Knüller sind, folgt man Serge’s Wertung, beide Abfüllungen nicht – aber wie schon oft betont: Im Endeffekt entscheidet der eigene Geschmack. Hier die Wertungen:
Balmenach 14 yo 2001/2015 (51.9%, Liquid Treasures, refill sherry hogshead, 245 bottles): 82 Punkte
Food Pairing ist in. Lange Zeit hat man Whisky bei uns in der Regel solo genossen – dann aber wurde die Zusammenstellung von Whisky und Essen (zum Beispiel Schokolade) immer beliebter. Und heutzutage gibt es schon immer mehr Verkostungen, bei denen zum Whisky das passende Essen gereicht wird. In der Tat ist die Stimulierung der Geschmacksknospen, das Kombinieren verschiedener Reize ein interessantes Betätigungsfeld – und wer sowieso gerne genießt, kann damit seinen Horizont fast spielerisch erweitern.
Auf Buzzfeed findet man jetzt eine Zusammenstellung von 12 Vorschlägen, wie man Whisky und Essen perfekt kombinieren kann. Sie klingen alle irgendwie durchaus lecker, sodass man sie eigentlich ausprobieren sollte. Ardbeg Ten mit Sushi? Klingt gut. Basil Hayden Bourbon mit Räucherlachs? Gerne. Oder Lagavulin mit Blauschimmelkäse? Ausprobieren! Wir wünschen viel Vergnügen. Und vielleicht ist der Artikel ja auch eine Anregung, eigene Kombinationen zu entdecken…
Whisky pur? Mit Wasser? In Cocktails? Wir von Whiskyexperts finden: Genießen soll jeder auf seine Art – und wir wollen jeden dabei unterstützen, für sich den größten Genuss mit dem Wasser des Lebens zu finden.
Daher freuen wir uns besonders, Reinhard Pohorec, einen der besten Barkeeper im deutschsprachigen Raum und begeisterten Fachmann für Whiskycocktails, in unserem Team zu haben. Er wird seine Begeisterung in regelmäßigen Beiträgen mit unseren Lesern teilen – und seine Lieblingsrezepte für einfache, raffinierte, klassische oder experimentelle Cocktails mit Whisky, exklusiv hier auf Whiskyexperts.
Heute gibt es einen Klassiker zum Nachmixen – und eine tolle Geschichte als Zutat.
Unser Redakteur Reinhard Pohorec in seinem Element
September 1777, General John Burgoyne zieht zu Felde mit seinen britischen Truppen – die Luft ist erfüllt von knisternder Spannung und dem Geruch nach Schießpulver. Von Kanada aus rückt er südwärts vor, in Erwartung befreundeter Truppen, die von New York City kommend gen Norden marschieren. Doch die Verstärkung kommt nie an, Burgoyne selbst findet sich eingekesselt von amerikanischen Unabhängigkeitskämpfern. Am 18. Oktober schließlich kapituliert „Gentleman Johnny“, für viele Historiker ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte des American Revolutionary War.
Als „Schlachten von Saratoga“ (New York) werden die Kämpfe schließlich legendärer Historienstoff, unbarmherzig, spektakulär, zukunftsweisend.
Im darauffolgenden Jahrhundert avanciert jener geschichtsschwangere Boden zum Mekka für Reich und Schön.
Gideon Putnam gebiert die Idee eines europäisch inspirierten Spa entlang der Saratoga Springs Mineralquellen, er errichtet Putnam’s Tavern und Boarding House, baut der Haute Vollé und wohlhabenden Touristenströmen eine Spielwiese des glamourösen Lebens. Es folgen Hotels und Theater, Casinos und Pferderennbahnen spülen „gambling“ und noch mehr cash an Land. Dass nebst all dem bunten Treiben der Alkohol eine elementare Rolle einnehmen muss, versteht sich ja eigentlich von selbst.
Glücksspiel, Wetten und Wellness – Saratoga Springs verdient sich Schritt für Schritt den Ruf des Ostküsten Las Vegas.
Ein gewisser John Morrissey, „Old Smoke“ genannt und ein Raubein vor dem Herren, hat einen nicht unwesentlichen Anteil an dem Zockerei-Aufschwung, sein Club House ist legendär. So wie übrigens der Mann selbst, der die von bare-knuckle boxing rührenden Gewinne fleißig investiert und unternehmerisch tätig wird, vornehmlich im Bezug auf Karten und Wettscheine. Sein Casino ist Treffpunkt diverser Präsidenten der jungen Nation und anderer Prominenz, Ulysses S. Grant, Rutherford B. Hayes oder Mark Twain, alle sind sie da. Und auch Morrissey hält mehr als nur eine Zehenspitze in den Amerikanischen Polit-Teich. Er tritt den Demokraten bei und steht der berüchtigten Tammany Hall nahe. So heuert er auch die „Dead Rabbits“ (Bar Aficinados nun als Namensgeber einer der aktuell besten Bars weltweit bekannt) an um einer anti-Tammany Hall Gang Paroli zu bieten, die wiederum in William „Bill the Butcher“ Poole ihren Anführer sah. Nun ja, vielleicht klingelt da bei manch geneigtem Leser die Erinnerungsglocke an den Stoff, aus dem die guten Stories gewoben sind – „Gangs of New York“, just in case….
Aber das ist eine andere Geschichte, wir wollten doch einen Drink, nicht wahr?
Das Ergebnis unserer (geringen) Mühen: Der Saratoga Cocktail
Kurzum, Morrissey wird brav und respektierter Staatsmann, man trinkt weiter gerne und viel – dass der Herr dann auch noch einen gewissen Jerry Thomas (seines Zeichens Autor des ersten weltbekannten Barbuchs „How to mix drinks or The Bon Vivant’s Companion“ und Barlegende schlechthin) zu seinen Freunden zählt, tut besonders dem alkoholischen Teil unserer kleinen Anekdote keinen Schaden. Dies mag weiters wohl zu der Namensgebung des Saratoga Cocktails führen, denn Jerry Thomas ist es auch, der erstmalig den Drink schriftlich festhält, in der Zweitausgabe der eben genannten Bar Bibel von 1887 nämlich.
Von getränketechnischer Seite her kann man den Saratoga als Variation eines Manhattan oder Verwandten des Vieux Carré sehen – auch wenn der Autor dieser Zeilen persönlich kein Freund solcher Kategorisierungen und strikter Zuordnungsversuche ist.
[alert type=yellow ] Man nehme
1oz good cognac
1oz rye whiskey
1oz red vermouth
2 dashes Angostura Bitters
Combine all ingredients in a mixing glass Stir with ice and strain into a coupe of small wine glass Garnish with a half lemon wheel
Anmerkungen:
Ein „guter“ Cognac ist ja durchaus empfehlenswert, der Begriff jedoch recht schwammig – ein VSOP tut den Zweck ideal.
Roggenwhiskey ob seiner würzigen Signatur gibt dem Drink Charakter und Trockenheit, make your pick! Der rote Vermouth darf ruhig auch „Eier“ und eine prononcierte Kräuter- und Bitterqualität haben, wie Pontica Red Vermouth.
[/alert]
Immer wieder und in vielerlei Form taucht der Name Saratoga in der Cocktail Historie auf. Harry Johnson, neben Jerry Thomas zweiter Wunderwutzi der frühen goldenen Bar Ära, mixt einen Saratoga Cocktail mit Brandy (also wohl Cognac oder Armagnac in jenen Tagen), Ananassirup, Maraschino und Boker’s Bitters – auch sehr schmackhaft aber hier gänzlich am Thema vorbei. „Genügend – Setzen, Herr Johnson!“. Für uns spannend ist einzig die beschriebene Spielart mit Brandy und Whiskey, zudem ein exzellentes Beispiel für die gelungene Melange zweier Basisspirituosen, zusammengeführt zu einem größeren Ganzen.
Um die Jahrhundertwende ändern sich die Zeiten an den Saratoga Springs, so wie dem Alkohol weitgehend der Kampf angesagt und schließlich auch der Gar ausgemacht wird, blicken auch Glücksspiel, Bon Vivant Dasein und das verschwenderische Leben der Wohlhabenden keiner rosigen Zukunft entgegen. Die Szenerie wird sauber geputzt. Die Pferde laufen anderswo, Würfel und Rubel fallen in neuen Destinationen und nach und nach schließen Saratogas Casinos, Hotels und derlei Etablissements.
Wenn Sie sich also einen Saratoga mixen und genießen, denken Sie mit einem verstohlenen Lächeln zurück an die längst vergangenen Tage, als die Welt noch in Ordnung und big spender mehr als nur Memorie war.
Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec
Kommen Sie ruhig näher, der schmeckt fantastisch 🙂
Von whic.de haben wir eine Pressemitteilung über ein von ihnen gestaltetes Ebook erhalten, das gratis heruntergeladen werden kann. Hier finden Sie alle Informationen dazu:
whic.de veröffentlichte heute das Whisky Ebook “SCOTCH WHISKY – ALLES ÜBER UISGE BEATHA”.
In 8 Kapiteln und auf 350 Seiten vermittelt das Ebook die wichtigsten Hintergründe zu schottischem Whisky. Der erste Teil beschäftigt sich mit den grundlegenden Fragen zur Herstellung von Scotch Whisky im Allgemeinen, während sich der zweite Teil – auf etwa 300 illustrierten Seiten – detailliert mit den meisten der aktiven und vielen der geschlossenen schottischen Brennereien befasst.
“Whisky ist für viele Einsteiger ein Buch mit sieben Siegeln. Mit diesem Ebook bieten wir Einsteigern, aber auch Experten, ein ansprechendes Handbuch für die Welt des Scotch Whisky. Unser Ebook ist in dieser Form und in diesem Umfang einmalig. Wir sind sehr stolz auf dieses Produkt und freuen uns sehr, es heute der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ – Arne Wesche, Geschäftsführer, whic Ug (haftungsbeschränkt)
whic.de ist einer der am schnellsten wachsenden Whisky Fachhändler Deutschlands. Über 700 Artikel rund um Whisky und Whiskey sind dauerhaft lieferbar. whic.de führt alle relevanten Whiskymarken sowie ein großes Sortiment unabhängiger Abfüllungen. Auch die ersten Schritte hin zu eigenen Whiskyabfüllungen wurden bereits getan.
Von seinem Besuch in der Destillerie Abhainn Dearg auf der Insel Lewis hat uns Dr. Mario Prinz, Besitzer des Potstills in Wien, einige Bilder mitgebracht, die wir Ihnen heute in unserer Rubrik Whisky im Bild exklusiv präsentieren möchten. Alle Bildrechte liegen bei Dr. Mario Prinz.
So karg und schmucklos wie die Insel präsentiert sich auch die Destillerie Abhainn Dearg auf den äußeren Hebriden. Zweckmäßige Gebäude ohne Besucherzentrum oder behübschte Fassaden bieten einen grundehrlichen Eindruck ohne romantisierendes Beiwerk. Besucher sind aber dennoch gerne willkommen: Montag bis Samstag von 11 bis 1 und 2 bis 4 – Tour und Tasting gibt es zu jeder halben Stunde um 3 Pfund.
Marc Tayburn in seiner Abhainn Dearg Distillery. 20.000 Liter pro Jahr produziert er, und verglichen dazu ist Edradour, die die kleinste Destillerie in Schottland genannt wird, mit ihren ca. 130.000 Litern ein Riese.
Die Stills sind traditionelle Hebredian Mountain Stills. Diese wurden auch von den Schwarzbrennern auf den Outer Hebrides oft verwendet. Sie sind schlicht und zweckmäßig, und wie jede Brennblase geben sie durch ihre Form dem New Make einen spezifischen Geschmack.
Weil in manchen Internetgruppen diskutiert wurde, ob Abhainn Dearg überhaupt noch produziert: Ja, stetig und ohne großes Marketinggetöse. 2018 will man mit einem Zehnjährigen auf den Markt kommen. Die Fässer lagern im Warehouse auf dem Destilleriegelände.
Das übrigens sind Teile einer Schwarzbrennerblase, einer „Hebredian Mountain Still“, nach deren Schema die Brennblasen bei Abhainn Dearg gestaltet sind. Ein Stück Whiskygeschichte, wie man es nicht oft sieht…
Wer nach Schottland reist, wird aller Voraussicht nach auch in die Hauptstadt Edinburgh kommen. Für die, die noch niemals dort waren, ist unser heutiges Video eine nette Einführung – für jene, die Edinburgh bereits kennen, wahrscheinlich eine schöne Auffrischung der Erinnerung. Besuchen Sie mit Rick Steves die bekanntesten Sehenswürdigkeiten und entdecken Sie Edinburgh auch etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Auch ein Besuch bei Cadenhead ist dabei – klar, ist ja fast Pflicht :-).
25 Minuten, sehr leichtfüßig produziert und in HD – unser traditionelles Sonntagsvideo gibt es wie üblich hier auf Whiskyexperts (einfach oben den Play-Button anklicken) und auf Youtube. Auch in den kommenden Wochen werden wir Ihnen von Zeit zu Zeit eine schottische Stadt im Video vorstellen…
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