Willkommen zur 265. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
In der Ausgabe 265 finden Sie die folgenden neun neuen Videos:
Whisky Haexler – Dalwhinnie 15 Jahre 43,0% vol.
World Wide Whisky – Royal Brackla 12 Jahre
Speakeasy Whisky Club – The Great Sherry Cask Xperience The Caskhound
Whisky Enjoy – Doc Swinson’s Alter Ego Finish in Rum Casks Straight Rye
Malt Mariners – Best of Malt Mariners 2021 – 2. Akt
Barrel Beast – Lagavulin 12-year-old – Diageo Special Releases 2021
WhiskyJason – Glenallachie Cask Strength 10 Jahre Batch 6 gegen Batch 5
Friendly Mr. Z. – Kilkerran 16 Jahre aus 2021
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Die Brennerei Ziegler geht neue Wege und löst sich aus der Hawesko Gruppe, um mit einem eigenen Vertriebsteam einen Relaunch der Marken des Portfolios zu wagen.
Damit ist auch der AUREUM von Ziegler Vergangenheit – er wird durch den neuen FREUD Whisky abgelost, der schon Ende 2021 in Outlets zu finden war.
In der nachfolgenden Pressemitteilung präzisiert die Brennerei Ziegler die Veränderungen, die ab sofort Gültigkeit haben:
Presseartikel
Für den Inhalt ist das Unternehmen verantwortlich
Brennerei ZIEGLER stellt sich neu auf – der Relaunch mit eigenem Vertriebsteam
Freudenberg, 22. Dezember 2021: Deutschlands Traditionsdestillerie Ziegler brennt seit 1865 für die besonderen Genussmomente des Lebens. Das Gute bewahren, das Neue ermöglichen: Mit dieser Konzentration auf das Echte und Wesentliche geht Ziegler 2022 in eine neue Ära. Die Neuausrichtung der Marke ist eine Hommage an das Kulturerbe Edelbrand.
Nach 30 Jahren Hawesko Gruppe wieder selbständig im Vertrieb
Der Ziegler-Moment und das ikonische „Z“ für edle Geschmäcker
Freud: Die Poesie der Alten Zwetschge revolutioniert die Whisky-Welt
Im Einklang mit der Natur: Das ökologische Gleichgewicht bei Ziegler
Gustav Joseph Ziegler legte im Jahr 1865 den Grundstein der heutigen Institution Ziegler, als er auf dem elterlichen Hof neben dem Brauen auch das Brennen begann. Seither hat sich Ziegler zu einer Heritage- Marke deutscher Brennereikunst und einem Inbegriff unverfälschter Qualität entwickelt. In den mehr als eineinhalb Jahrhunderten des Bestehens hat die Edeldestillerie vieles erlebt und alles überstanden.
„Zum Wohl“, „Gesundheit“, „Prost“, „Auf unsere Zukunft“: Mit Edelbränden aus Freudenberg wurden Feste gefeiert, Staatsverträge geschlossen und Freundschaften besiegelt. Ziegler brennt – immer schon, immer noch, immer mehr – für die besonderen Momente im Leben, in denen Menschen einander nahe sind und das Verbindende über das Trennende stellen. Das kostbare Kulturgut, veredelt Augenblicke, die im Gedächtnis bleiben.
Unsere Geschichte ist zu gut, um nicht erzählt zu werden
CEO Andreas Rock
Eigenvertrieb und eine starke Markenidentität
Seit 157 Jahren schreibt Ziegler mit herausragenden Destillaten Geschichte. Jetzt steht die Transformation in eine neue Ära an. Nach drei Jahrzenten Teil der Wein Wolf / Hawesko-Gruppe, bei der Ziegler der einzige Produktionsbetrieb im Wein-Vertriebs-Portfolio war, startet der neue CEO Andreas Rock zum Jahresbeginn 2022 mit eigenem Vertriebsteam. Um noch näher an den Partnern und Kunden zu sein und die Marke damit noch nahbarer zu machen – wie zu ihren Glanzzeiten.
„Je dynamischer die Zeiten, desto mehr verhilft das Schnelllebige auch dem Altbewährten als Gegenkraft zu Konjunkturaufschwüngen.“ Hier setzt Andreas Rock an, um die Erfolgsgeschichte der Marke weiterzuentwickeln. Als Österreicher ist er in einem Kulturland des Schnapsbrennens aufgewachsen; das
Markenhandwerk hat er bei Red Bull gelernt. Ein Brand-Experte im doppelten Wortsinn also, der Ziegler wieder ins Gedächtnis der Genießer rufen und dort fest verankern möchte.
Die neue Marken-Maxime von Ziegler: Wir brennen!
Wir brennen für Gastgeber und Freigeister, für Kultur und Weltoffenheit, für Qualität und Nachhaltigkeit und die kostbarsten Lebensmomente, in denen die Zeit für einen Augenblick stillsteht.
Der Ziegler-Moment ist ein Augenblick menschlicher Verbundenheit und Verbindlichkeit. Momente, in denen wir das Leben und seine Herausforderungen nicht nur meistern, sondern auch auf eine Art huldigen möchten. Warum nicht in der unverfälschten Art, wie es Generationen vor uns getan haben – mit einem Edelbrand, der den Moment krönt? Mit viel Fingerspitzengefühl und kreativem Input wurde an allen Stellschrauben des Markenauftritts gedreht, denn „Tradition allein verkauft nicht“, sagt Andreas Rock.
Künftig sind im Kernsortiment eine Auswahl von acht Bränden, zwei Geisten und zwei Likören zu finden. Dem allgemeinen Kundenwunsch folgend und als weitere optisch erkennbare Zäsur, sind die Edeldestillate ab sofort in 50cl Flaschen erhältlich und tragen ein neues, markantes Design. „Wir haben das Logo und unseren Sandsteinbogen zeitgemäß interpretiert. Wir übersetzen, wenn man so will, die individuelle Persönlichkeit jedes Ziegler über ein eigenes ikonisches „Z“. Und machen damit Qualität begreifbar: jeder Brand trägt den Anteil Frucht pro Flasche und die individuelle Lagerdauer am Etikett“, so Rock.
Begleitend dazu erwartet die Partner in Gastronomie und Handel ein breitgefächertes Angebot an Aktivierungsmaßnahmen, das sich in Präsentation und Storytelling nahtlos an das überarbeitete Portfolio anschließt.
Der neue Deutsche Whisky: Das Ziegler-Novum mit dem gewissen Alles
Das Sortiment zu schärfen heißt für Ziegler aber nicht, dass es keinen Raum für Neues gibt. Im Gegenteil: Mit Freud bringt Ziegler einen neuen, deutschen Whisky auf den Markt und hat diesen bereits zum Bar Convent Berlin 2021 den wichtigsten Akteuren der Szene vorgestellt. Ein idealer Moment, in Zeiten in denen sich „New World Whiskys“ steigender Beliebtheit erfreuen. Mit Platzierungen im hochkarätigen Einzelhandel, dem KaDeWe in Berlin und dem Alsterhaus in Hamburg, konnten auch erste Endkonsumenten Freud Whisky bereits verkosten. „Die Rückmeldungen, sowohl aus der Bar- und Gastronomieszene als auch von den Konsumenten waren sehr vielversprechend“, resümiert CEO Andreas Rock.
Der Malt Whisky, der in frischen Eichen- und Kastanienfässern sowie Ex-Bourbon Fässern gelagert hat, um dann in den charakteristischen Fässern der Ziegler Alten Zwetschge sein Finish zu erfahren, erzielt pur und als Zutat in Cocktails bei Kennern Höchstnoten. Mit 41,5 % Alkoholgehalt und den sowohl nussigen als auch süß-fruchtigen Akzentuierungen spricht Freud Whisky ein breites Publikum an.
Der Name ist eine Hommage an die Heimat; die Poesie der Alten Zwetschge von Ziegler, das alchemistische Detail, das ihn für die Whisky-Welt so wertvoll macht.
Nachhaltigkeit als Leitsatz: Immer mehr vom weniger
Ein enges Zusammenspiel mit der Natur ist für die Brennerei existentiell. So steht das erzielbare Produktionsvolumen in direkter Abhängigkeit mit der verfügbaren Menge der Obstsorten, die geerntet und entsprechend bei Ziegler gebrannt und veredelt werden können. Zudem ließ der neue CEO die gesamte Wertschöpfungskette analysieren, um herauszufinden, wo in Zukunft noch ressourcenschonender gearbeitet werden kann. „Mehr vom Weniger geht immer“, sagt Rock: „Dass wir etwa in Zukunft kein Zuckerrohr mehr aus der Karibik importieren, nur um unseren eigenen Rum herzustellen, gebietet der ökologische Hausverstand.“ Ab 2022 wird die Traditionsdestillerie 20 Tonnen Verpackungsmaterial pro Jahr einsparen und ausschließlich recycelte Materialien verwenden. Das gilt auch für Korken und Flaschen. Überhaupt wird die Manufaktur in Sachen Kreislaufwirtschaft zu einem Leuchtturm-Projekt: ökologische Stromversorgung, Upcycling alter Fässer, der Brennabfall wird an Bauern als Dünger rückgeführt und selbst der Obstabfall, wie Wildkirschkerne, wird in der Aufforstung wiederverwendet.
„Wir brennen für die besonderen, kostbarsten Momente – auch in der Zukunft“, sagt Andreas Rock. Das Echte fällt niemals aus der Zeit, weil es zeitlos ist.
Das Team von Ziegler
Über Ziegler
1865 in Freudenberg am Main gegründet, war die Brennerei Ziegler ursprünglich eine Brauerei und Gastwirtschaft und seit jeher in Familienhand. In den 1980er Jahren wurde die Brennerei aufgrund des Ehrgeizes und der Brennkünste des jüngsten Familiensprosses Thomas Ziegler zu einer Institution der deutschen Spitzen-Gastronomie. Er war es, der die Tradition etablierte, das Obst für die Wildobstbrände ausschließlich in Handarbeit zu ernten und diese auch an den entscheidenden Produktionsschritten der Destillate immer beibehielt. Anfang der Neunziger Jahre ging die Brennerei aus dem Familienbesitz in die Hände der heutigen Vertriebsgesellschaft Hawesko über, in der sie 30 Jahre der einzige produzierende Betrieb war. Seit 2021 ist Ziegler wieder ein selbstständiges Unternehmen. Neben CEO Andreas Rock (ehemals Red Bull), haben sich Ex-Diageo Mann Christian Neumeyer Sales Director und CFO Christian Bauer, zuvor beim Digitalunternehmen Flyeralarm, das Ziel gesetzt auch zukünftig Deutschlands legendärste Brennerei zu sein und dabei modern und nachhaltig zu wirtschaften. Maßgebliche Unterstützung erfahren sie dabei von Brennmeister Paul Maier, der im Alter von 32 Jahren bereits 16 Jahre Erfahrung bei Ziegler mitbringt. Das aktuelle Sortiment umfasst die Brände: No.1 Wildkirsch, Williams, Alte Zwetschge, Alter Apfel, Mirabelle, Sauerkirsche, Marille und den neuen Freudenberger Obstbrand; die Geiste Waldhimbeer und Haselnuss sowie die Liköre No.1 Wildkirsch, Weinbergpfirsich. Mit Freud Whisky bringt die Brennerei Ziegler den neuen deutschen Whisky: der Name ist eine Hommage an die Heimat, die Abrundung erfolgt in den Fässern der Alten Zwetschge – das alchemistische Detail, das ihn für die Whisky- Welt so wertvoll macht.
Auf Whiskyfun hat Serge Valentin für den Jahresbeginn seine besten Whiskys in diversen Kategorien zusammengestellt – ausgesucht aus den Abfüllungen, die er im abgelaufenen Jahr verkostet hat. Er bezeichnet dies ausdrücklich nicht als Preisverleihung, sondern will es als Ausdruck seines persönlichen Geschmacks wissen.
Und da wir wissen, dass viele unsere Leser diesen als einen ihrer Orientierungspunkte auf ihrer Reise durch die Whiskywelt verwenden, wollen wir Ihnen daher die Favoriten hier kurz vorstellen – genaueres können Sie hier auf Whiskyfun nachlesen, so auch die ausgewählten Whiskys für Dezember:
Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?
Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.
„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der nun 182. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor – eine Sammlung von Meinungen zu verschiedenen Whiskys, die Ihnen ein wenig ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.
Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Die Redaktion bedankt sich an dieser Stelle für die vielen lieben Wünsche fürs Neue Jahr!
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein untergeordneter Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
Unsere Nachricht aus der Abteilung „Whisky des Monats“ zum neuen Jahr lautet: Hier ändert sich nichts! Weiterhin werden wir zum jeweiligen Ersten eines Monats Ihnen eine Abfüllung präsentieren, die uns mit ihrer Qualität und ebenfalls mit ihrem Preis überzeugt, und zusätzlich eine hohe Verfügbarkeit vorweisen kann. Oft bewegen wir uns da abseits der Trends, und manches mal fällt unsere Wahl auf ein Bottling, welchem wir uns einfach ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit wünschen. Wie beispielsweise in diesem Monat. Denn wir schauen uns die Blends aus dem Hause Black Bottle an und empfehlen Black Bottle 10 yo.
Alles Gute zum Neuen Jahr
Jahreswechsel! Dies ist normalerweise spätestens der richtige und passende Zeitpunkt, um eine kurze wie auch etwas unbestimmte – weil so dann auch ein klein wenig richtig – Aussicht auf das kommende Jahr zu publizieren. Artikel mit Überschriften wie „Auf diese zehn Destillerien sollten Sie achten“ versprechen ähnliche Klickraten wie Artikel mit Überschriften wie „Die zehn Besten“, „Die zehn Größen“ und „Die zehn Teuersten“. Und auch wir müssen zugeben: Ab und zu greifen wir auch hier zu, verzichten hier allerdings auf Klicks genierenden Zusätze wie „Nummer sieben wird Sie überraschen“.
Viel Potential bei den Blended Whiskys
Normalerweise geben wir auf Whiskyexperts keine Prognosen ab, und werden dies auch zukünftig nicht tun. Und doch vermuten wir, dass vielleicht bei den Blended Scotch Whisky viel Entwicklungspotential vorhanden ist. Oder dies sich bereits schon entfalltet hat, und wir das mit einer kleinen Verspätung auch jetzt bereits schon bemerken.
Denn auf der einen Seite bemerken wir schon seit längerem eine ständige Über-Premiumisierung. Sie führt weiterhin dazu, dass neue Abfüllungen auf dem Markt häufig nur noch mit dem Label „Limitiert“ erscheinen. Und dieses Label dann zeitgleich zu unlimitierten Preissteigerungen führt – wenn nicht im Fachhandel, dann doch irgendwann auf dem sogenannten Sekundär-Markt, auf dem sich Sammler, Trader und Liebhaber tummeln. Und auf der anderen Seite kann und möchte nicht jede und jeder diesem Trend folgen. Wer auf der Suche nach Geschmackserlebnissen ist, kann diese auch in anderen Preisklassen finden. So zum Beispiel bei Blended Whiskys.
Das Familienrezept in schwarzen Flaschen
Dies dachten sich auch die Gebrüder Charles, David und Gordon Graham. Sie waren eigentlich Teeblender, doch bevorzugten sie privat ebenfalls Whisky und mischten für den Eigenbedarf eine eigene Kreation. Diese fand auch im engeren Freundeskreis großen Anklang. So wurde dann 1879 aus dem Familienrezept eine neue Marke. Passend zum Namen des neuen Blends wurde eine markante und ganz in schwarz gehaltenen Flasche gewählt, die an die Form einer Brennblase erinnert. Black Bottle war geboren.
Wie so oft in den Historien schottischer Brennereien und Marken, durchlief auch die Marke Black Bottle unterschiedliche Besitzer-Wechsel. 2003 erwarb Burn Stewart Distillers den Blended Scotch Whisky, zusammen mit der Brennerei Bunnahabhain, von The Edrington Group. Zu dieser Zeit bezog Black Bottle, so lesen wir, seine Malts ausschließlich von der Insel Islay. Doch dies entsprach nicht, so fand Burn Stewarts Master Blender Ian MacMillan, dem eigentlichen Familienrezept. Black Bottle „verlor sich in Islay“. Der Blend musste „zu seinen nordöstlichen Wurzeln zurückkehren“. Zurück kehrte auch die schwarze Flasche. Sie wurde 1914 durch eine dunkelgrüne ersetzt (oberes Bild). Die zuvor verwendete Schwarze bezog Black Bottle aus Deutschland, der Erste Weltkrieg zwang damals zu einem Ersatz. Seine neue Interpretation des ursprünglichen Black Bottle präsentierte Ian MacMillan im September 2013, uns gefiel diese Abfüllung und wir beurteilten den Blend als „handwerklich einfach sehr gut gelungen“.
Zu Beginn des Jahres 2020 erschien dann Black Bottle 10 yo, zunächst in Großbritannien, einige Monate später dann auch bei uns. Und auch wenn die Rezeptur auf das Original zurückgreift, die Präsentation dieser neuen Abfüllung ist der jetzigen Zeit angepasst. Mit einem hohen Maß an Transparenz und Offenheit, so weit wie möglich, benennt die Pressemitteilung die Zutaten dieses Blended Scotch wie auch ein klein wenig die Herstellung. 95% der verwendeten Single Malts stammen von Islay, ein weiter Single Malt kommt der Brennerei Tobermory als getorfter Ledaig. Der ungetorfte Malt stammt aus der Destillerie Bunnahabhain, die auch mit ihrem getorftem Malt zum Black Bottle 10 yo beiträgt.
Die sanfte Nase zeigt merklichen Rauch, dazu erscheinen Honig-Noten sowie ein leichter Anflug von Früchten. Rund, harmonisch und ausgewogen geht es auch am Gaumen weiter, ein wenig süßer, ein wenig würziger und mit dem weiterhin deutlichem, jedoch nicht überfordernden Rauch. Das überraschend kräftige Finish hält zudem auch noch recht lange an und verdichtet hier noch einmal die zuvor gezeigten Aromen. Insgesamt zeigt sich der zehnjährige Black Bottle als ein leicht zugänglicher Blended Whisky mit wohl akzentuierten und abgestimmten Aromen wie Rauch, Honig, Frucht und Würzigkeit. Und dies alles für um die 30 €.
The Alchemy Series
Im vergangenen August veröffentlichte Black Bottle eine neue Abfüllungsserie. Zur The Alchemy Series gehören Black Bottle Double Cask, eine Komposition aus in Sherryfässern gereiftem Malt Whisky und 12 Jahre alten Grain aus Weinfässern, so wie Black Bottle Islay Smoke. Dieser besteht, wie der Name es vermuten lässt, aus getorften Malt Whisky sowie ungetorften Grain Whisky. Beide erscheinen mit einem Distell typischen Alkoholgehalt von 46,3% Vol., kommen ohne Filtration aus und bewegen sich preislich ebenfalls um die 30 €. Auf den Flaschen sind die Abfüllungen als Experiment #1 respektive #2 gekennzeichnet. Wir schließen daraus (und hoffen), dass hier noch weitere folgen werden.
Im letzten November lud Black Bottle zur Online-Veranstaltung „The Taste Experiment“ (an dieser Stelle danken wir Brand Ambassador Chantalle Seidler für die Einladung). Im Verkostungs-Paket befanden sich unter anderem vier schwarze, undurchsichtige Mini-Bottles, nummeriert von 1 bis 4. Durch das Tasting führte Brendan Mccarron, seit letztem Jahr Master Distiller der Distell Group. Das geladene Publikum bestand aus den üblichen Verdächtigen aus der europäischen Blogger, Vlogger und Verkoster-Szene. Und Brendan Mccarron musste erst einmal um Geduld bitten. Denn die unruhigen Teile des Publikum dieser digitalen Whisky-Halbwelt begannen augenblicklich und unverzüglich, die Flasche Nr.1 zu öffnen und bereits während der Einführung in die Veranstaltung ihren Inhalt zu nosen. Doch es galt, bei dieser Verkostung die eigene Tasting-Welt zu verlassen und sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Denn die einzelnen Proben begleitet eine audiovisuelle Umsetzung der Whiskys, die die einzelnen Aromen und Geschmacks-Noten in Bilder, Töne und Geräusche übersetzen (Sie finden Näheres zu diesem Experient auch online). Zur Probe 3 las Brendan Mccarron lediglich nur seine eigenen Tasting Notes vor. So schnupperte und schmeckte sich diese Online-Community durch das Tasting-Paket, geleitet und geführt von den dazu gehörenden Videos. Und konnte natürlich die feinen, jedoch merklichen Unterschiede zwischen Probe 1 und 2 sowie zwischen Probe 3 und 4 deutlich wahrnehmen. Um so länger waren dann allerdings die Gesichter und um so größer die Augen, als Brendan Mccarron dann dieser Feinschmecker-Gruppe offenbarte, dass es sich bei Probe 1 und 2 jeweils um Black bottle double cask und bei den Proben 3 und 4 um Black bottle island smoke handelte. Also um zwei Whisky, die, abgefüllt in vier Proben und mit jeweils einer anderen Begleitung und Präsentation, dann auch zu vermeintlich vier unterschiedlichen Whisky werden. Den so auf das Glatteis Geführten zeigte sich, dass wir einen Whisky nicht nur über unsere Nase und Geschmacksknospen wahrnehmen. Diese Erkenntnis ist vielleicht nicht neu, und genau deshalb sehr viel wert bei einer Beurteilung. Wir danken Black Bottle, dass wir diese Erfahrung nochmal machen mussten, denn sie ist wichtig. In diesem Sinne: slàinte mhath!
Zumindest, was die Belange der schottischen Whiskyindustrie anbelangt (und dazu zählen nicht nur große Konzerne, sondern natürlich auch kleine unabhängige Abfüller und Dienstleister), war der Brexit, der nun seit einem Jahr vollzogen ist, – sagen wir es sehr vornehm – keine ausgesprochen brillante Idee. Viele Schwierigkeiten, die auf die Branche zugekommen sind, waren absehbar und dennoch nicht zu verhindern, folgt man einem sehr interessanten Artikel in The Courier, der sich mit den Folgen der Herauslösung aus der EU beschäftigt.
Im Artikel werden unter den folgenden (frei übersetzen) Überschriften verschiedene Aspekte der Krise beleuchtet, die sich mit dem Brexit manifestiert haben:
Es geht schneller, Whisky nach Japan zu liefern als nach Frankreich
Alles ist generell schwieriger geworden
Man muss noch mehr unterschiedliche Etiketten für verschiedene Märkte produzieren
Der Whiskytourismus leidet nicht nur unter der Pandemie, sondern auch unter dem Brexit
Lieferkettenprobleme besonders bei Dingen, die aus der EU kommen, wie Karton und Flaschen
Wäre es einfacher gegangen? Ja, mit mehr Zeit
Der Brexit könnte aber auch neue Möglichkeiten bieten, sagt die Regierung
Im Artikel kommen Destilleriemanager, Repräsentanten der Scotch Whisky Association (SWA), Brand Ambassadore und Sprecher der Regierung zu Wort – interessanter Lesestoff also, und einer, der nicht versprechen kann, dass die angesprochenen Probleme schon im nächsten Jahr gelöst sein werden…
Es hat schon Tradition, dass wir bei Whiskyexperts auf das abgelaufene Jahr zurückschauen und es mit Ihnen gemeinsam Revue passieren lassen – und das wollen wir natürlich auch in diesem Jahr tun.
Langweilig war 2021 ja nicht, weder im ganz normalen Leben noch in der Whiskywelt. Man wurde als Mensch und als Whiskyfreund von der Pandemie wieder heftig gebeutelt, die Hoffnungen auf ein halbwegs normales Leben keimten zwar im Sommer kurz auf, verflüchtigten sich aber im Herbst wieder. Messen, Reisen – zumeist Fehlanzeige, und was die Verfügbarkeit neuer Abfüllungen betraf, durften wir gleich doppeltes Chaos ausbaden: Einerseits jenes, das der Brexit für schottische Whiskys nach sich zog und dann noch das, das durch die Probleme mit den Lieferketten im Rahmen der Pandemie generell entstand.
Zu berichten gab es trotzdem und deswegen genug, und so hat sich die Gesamtsumme unserer Artikel auf Whiskyexperts auf über 15.000 erhöht. Auch 2021 verging kein einziger Tag, an dem wir Ihnen nichts über Whisky berichten konnten, und damit setzen wir diese Serie seit dem ersten Tag unseres Erscheinens im Jahr 2013 lückenlos fort.
Mittlerweile verzeichnen wir laut Google Analytics von Januar bis Dezember über 3,6 Millionen Seitenaufrufe von über 850.000 jährlichen Besuchernin 2,2 Millionen Sitzungen, eine weitere deutliche Steigerung unserer Reichweite.
Mit unserem Mix an Artikeln erreichen wir nicht nur eingefleischte Whiskyfans, sondern auch Menschen, die erst am Anfang ihrer Leidenschaft für das Wasser des Lebens stehen und Whisky in anderen Lebenssituationen begegnen als es die „alten Hasen“ taten. Und das ist uns wichtig. Dementsprechend tragen wir diesem Umstand schon länger Rechnung, in dem wir unsere Berichterstattung auch auf Themen wie Whiskycocktails und Longdrinks ausgeweitet haben – seit einigen Wochen bringen wir auch hin und wieder News über Spirit Drinks und Whiskyliköre. Wir orientieren uns dabei an einer alten Kommunikationsweisheit: Hole die Leute dort ab, wo sie sind und mache sie neugierig auf das, wo sie hinkönnen.
Unser meistgelesener Artikel 2021 ist so ein Ziel der Sehnsucht gewesen: Ausnahme-Whisky aus der Kult-Brennerei mit 91 Punkten – Signatory Vintage Ardbeg 1979 für Kirsch Import kündigte einen Traumwhisky an, der mit seinem Preis von knapp 12.000 Euro einer war, den man sich nicht so einfach im Vorübergehen leisten konnte, der aber dennoch natürlich begehrlich und von höchstem Interesse war. Aber auch ganz normale Abfüllungen, sei es von großen Destillerien oder von unabhängigen Bottlern, fanden und finden auf Whiskyexperts großes Interesse. Damit sind wir, wie könnte es anders sein, ein Spiegelbild der gesamten Kategorie: Man hat seine Träume – und gut informiert kann man auch unter den „normalen“ Abfüllungen seine eigenen Schätze finden.
Diese ausführlichen Informationen wollen wir Ihnen auch 2022 bieten, wie üblich mit unseren eigenen Ansprüchen an unsereArbeit und mit dem Vorsatz, noch besser zu werden. Wir haben auch an einigen kleinen Stellschrauben gedreht und zum Beispiel das Layout in einigen Dingen konstanter gemacht, die Kategorien etwas umorganisiert und die dazugehörigen Seiten zugänglicher gemacht (probieren Sie es doch einfach im Menü oben aus).
Bleibt uns noch, uns bei unseren Lesern und Partnern für die Treue und die vielen freundlichen Worte, die wir in den letzten Tagen erhalten haben, zu bedanken. Wir freuen uns auf ein gemeinsames, glückliches und gesundes Jahr 2022. Vielen lieben Dank! Ihr Team von Whiskyexperts
Zum Jahresausklang gibt es noch eine Neuheit zu vermelden: whic.de veröffentlicht die 10. Ausgabe ihrer Abfüllungsserie „The War of the Peat“ – diesmal ein rauchiger, achtjähriger Whisky von den Orkneys mit einem Sherryfinish und natürlich in Fassstärke.
The War of the Peat X von Whic ist da: Infernale Sherrybombe
Bremen, Deutschland, 31.12.2021 – Mit der zehnten Episode ihrer Whiskyserie The War of the Peat geht die torfrauchige Saga von whic weiter. Diesmal verschlägt es die Invasoren auf die Orkney Inseln – dort kommt nicht eine der schweren Rauchbomben, sondern eine dunkle Geheimwaffe zum Einsatz. Über 8 Jahre wurde der Überraschungs-Aromen-Angriff auf Ihre Sinne vorbereitet. Ein Sherry Butt aus dem spanischen Jerez sorgte für die Vollendung. Bei diesem Single Malt sollten Sie mit einem Nosingglas und Wasserreserven gewappnet sein. Mit einer enormen Stärke von 59,5% Vol. prasseln süße Amarenakirsch-Aromen, Serrano Schinken, Chilimarmelade und Noten verbrannter Heide auf Sie ein. Auf die Geschütze des guten Geschmacks können Sie sich trotz dieser toughen Eckdaten selbstverständlich verlassen: Bei diesem Whisky gibt es keine Kühlfilterung, natürliche Farbe und Fassstärke. Sichern Sie sich schnell eine der 692 Flaschen.
„Sirupsüße Fruchtaromen verbinden sich herrlich mit einer ausgefeilten Würze. Auch wenn es sich hier eher um ein Sherry-Geschütz handelt, bleiben „War of the Peat“-würdige Asche- und Tabaknoten nicht aus. Wirklich eine überraschende Geheimwaffe des Genusses.“
Arne Wesche, Gründer der whic GmbH
Die Serie The War of the Peat
Dieser Whitlaw wurde von Signatory für whics The War of the Peat Serie abgefüllt. Er ist der zehnte Teil einer 13-teiligen Saga von Torf und Rauch. Dafür kommen die Whiskys nummeriert in schwarzen Tuben und sind von außen genauso kunstvoll wie die Handwerkskunst, die für die Herstellung des Inhalts nötig war. Auf Kältefiltration und Farbstoffe wird natürlich verzichtet. Für die Labels wählte whic Darstellungen von den Invasoren aus dem H.G. Wells Roman „Der Krieg der Welten“. So wird aus The War of the Worlds nun The War of the Peat. Ein markantes Design für markante Tropfen.
Die Flaschen sind exklusiv bei whic.de erhältlich und können unter folgender URL gefunden werden: https://whic.de/war-of-the-peat
Die letzte Verkostung auf Whiskyfun im Jahr 2021 ist der Destillerie Highland Park gewidmet – vier unabhängige Abfüllungen und eine aus der Destillerie selbst sind die Kandidaten für sie. Allesamt erhalten Sie Punkte mit einer Acht vorne, also im Bereich von gut bis sehr gut.
Hier die Wertungen der Verkostung in der tabellarischen Übersicht:
Abfüllung
Punkte
Highland Park ‚Dragon Legend‘ (43.1%, OB, +/-2017)
83
Highland Park 12 yo 2008/2021 (61.3%, Scotch Malt Whisky Society, #4.270, ‚From Heather Moore to Seashore‘, bourbon hogshead, 244 bottles)
88
Highland Park 22 yo 1998/2021 (56.8%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, for LMDW, first fill bourbon barrel, cask #5300, 183 bottles)
89
An Orkney Distillery 8 yo 2012/2021 (57.1%, Watt Whisky, hogshead, 392 bottles)
Der geheimnisvolle Black Art von Bruichladdich erlebt seine 10. Auflage im nächsten Jahr, und dank der us-amerikanischen TTB-Datenbank können wir Ihnen heute schon einige Vorabinfos dazu liefern. Der letzte Black Art 9.1 wurde ja erst im Oktober 2021 präsentiert, also kann es schon noch einige Zeit dauern, bis der Bruichladdich Black Art 10.1 in den Geschäften auftaucht.
Zum Neuen: Der Bruichladdich Black Art 10.1 isterneut, so wie der Vorgänger, 29 Jahre alt und wird mit 45,1% vol. abgefüllt werden. Über die Fassauswahl ist wie immer bei dieser Serie nichts bekannt, sie kennt nur der Master Distiller Adam Hannett (und wohl jene Personen, die über die Lagerbestände bei Bruichladdich Buch führen) – und das Geheimnis darum, was nun wohl darin ist, bleibt ungelüftet.
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Serge Valentin hat heute auf Whiskyfun eine Verkostung von Whiskys aus der Highland-Destillerie Tullibardine angesetzt – und zwar mit Grund. Dieser sei, so Serge, dass ihn in letzter Zeit vermehrt Leute darauf angesprochen hätten, dass die Qualität der Abfüllungen aus Tullibardine merkbar zugenommen hätte.
Und in der Tat hat bei der Verkostung eine aktuelle 15 Jahre alte Originalabfüllung die Nase vorne:
Abfüllung
Punkte
Tullibardine 15 yo (43%, OB, +/-2020)
87
Tullibardine 8 yo 2012 (60.6%, Scotch Malt Whisky Society, #28.60, first fill barrel, ‚Juggling flavour balls‘, 237 bottles)
86
Tullibardine 9 yo 2011/2020 (64.5%, Hot Malt, Taiwan, sherry finish, cask #18/9133, 312 bottles)
86
Tullibardine 28 yo 1993/2021 (47.6%, Thompson Bros., UK exclusive, 347 bottles)
85
Tullibardine 30 yo 1989/2019 (47.1%, Hunter Laing, Old & Rare, Platinum Selection, 295 bottles)
85
Tullibardine. Bild: By Colin Kinnear, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14605355
Best of-Listen sind immer etwas sehr Subjektives, aber sie üben eine gewisse Faszination aus: Irgendwie möchte man doch ganz gerne immer wieder mal sehen, was andere Whiskygenießer als besonders empfinden – sei es, um sich selbst darin zu finden oder um etwas in der Liste zu vermissen.
So eine Möglichkeit haben Sie nun auch mit dem Artikel „The Best New Scotch Whisky Of 2021“ in Forbes, dem Magazin, das generell eine recht fundierte Berichterstattung über Whisky, und das eher im gehobenen Bereich, bietet. Hier hat der Journalist Brad Japhe ein Best of für die Neuerscheinungen bei Scotch Whisky im Jahr 2021 zusammengestellt.
Die Liste umfasst acht Einträge, sieben davon sind Single Malts, einer ist ein Blended Malt (zu keines Erstaunen einer von Compass Box). Zu jedem Whisky gibt es auch eine kurze Beschreibung die klar machen soll, warum der Autor den Whisky in die Liste aufgenommen hat. Von 80 bis 4000 Dollar reicht die Preisrange der Abfüllungen – also für jede Brieftasche etwas.
Die acht „Preisträger“ sind die folgenden:
Aberlour — 2002 18 Year Old First Fill Sherry Cask #5417 Single Malt Scotch ($500)
Bruichladdich — Octomore 12.3 Islay Single Malt Scotch ($400)
Compass Box — No Name No. 3 Blended Malt ($160)
The Dalmore — 12 year Old Sherry Cask Select ($80)
GlenAllachie — 12 Year Old Port Wood Finish Speyside Single Malt ($120)
GlenDronach — 1993 Vintage Cask 7102 ($600)
Laphroaig — 2021 Càirdeas Pedro Ximénez Casks Islay Single Malt Scotch Whisky ($120)
Talisker — Xpedition Oak 43 Year Old Single Malt ($4000)
Wenn Ihr Favorit in der Liste nicht enthalten ist, dann machen Sie sich nichts draus, sondern machen Sie ihre eigene Liste – eine schöne Art, das abgelaufene Whiskyjahr noch einmal Revue passieren zu lassen.
Für den Titel haben wir uns den teuersten der Whiskys aus der Liste herausgesucht – damit man diesen alten Talisker zumindest virtuell einmal vor Augen hat…
Japan, die USA, Frankreich und England sind die Herkunftsländer der zehn Abfüllungen, die Serge Valentin heute auf Whiskyfun verkostet. Bei den Punkten bewegt sich alles im grünen Bereich – bis auf zwei Ausnahmen, einmal aus Japan, wo Serge bei einer Abfüllung deutlich unter 80 Punkten bleibt, und einmal in Frankreich – hier könnte man die Flüssigkeit in seinem Punkteschema unter „armselig“ subsummieren.
Hier die zehn Whiskys, die in der Verkostung bewertet wurden:
Nobushi (40%, OB, Japan, blended, +/-2021)
72
Mars 2017/2021 ‚Tsunuki Aging‘ (60%, OB, for LMDW, Japan, bourbon barrel, cask #124, 200 bottles)
86
Alfred Giraud ‚Voyage‘ (46%, OB, France, 2021)
84
Black Mountain ‚BM N°2‘ (40%, OB, France, +/-2021)
35
Black Mountain ‚Notes Fumées‘ (45%, OB, France, +/-2021)
83
Finger Lakes 4 yo 2016 (56.5%, Scotch Malt Whisky Society, USA, Bourbon, new oak charred barrels, #B6.2, ‚Pumpkin red apple sauce‘, 168 bottles, +/-2021)
Auf ein wirklich erfolgreiches Geschäftsjahr kann das Auktionshaus Sotheby’s bei seinen Auktionen rund um Spirituosen zurückblicken: 132 Millionen Dollar hat man insgesamt im Jahr 2021 damit umgesetzt, ein neuer Rekord und eine Steigerung um 44% zum Vorjahr. Es steht anzunehmen, dass es bei den anderen Playern auf dem Markt für Whiskyauktionen nicht grundlegend anders aussiehr.
Nachstehend eine Presseinfo von Sotheby’s, die noch detailliertere Zahlen zum Inhalt hat, so zum Beispiel die Aufteilung nach Märkten und die einzelnen Versteigerungshighlights:
Presseartikel
Für den Inhalt ist das Unternehmen verantwortlich
Sotheby’s Annual Wine & Spirits Auction Sales Hit Record $132 Million
44% Increase on 2020
NEW YORK, 20 December 2021 – Sotheby’s Wine’s annual auction sales of wines and spirits reached record heights in 2021, led by a 44% increase in sales to a total of $132 million.
Looking back on the historic year, Jamie Ritchie, Worldwide Head of Sotheby’s Wine, said:
“2021 will be remembered as a transformative year in Sotheby’s wine and spirits business, where we repeatedly broke records in all areas of our business and launched new initiatives and partnerships across all categories and geographies. Our highest ever sales total of $132 million included market leadership in Asia with $67 million, standout growth in both spirits and wine, and a slew of record prices for both wines and whiskies. We launched our sales in Continental Europe and our first sale of Tea in Hong Kong. But, perhaps the most significant development of this year was our inaugural sales and partnerships with the Hospices de Beaune and The Distillers’ Charity, where we worked together with the négociants in Burgundy and the distilleries in Scotland to raise important funds to benefit their local communities.”
Facts & Figures
By region: Asia: $67 million; USA: $26 million; UK: $21 million; France: $18 million
By category: Spirits $21 million
Volume of sales increases: Sotheby’s staged 51 sales in the categories this year, 24% up on 2020
19 single owner sales, with an aggregate total of $75 million, 57% of the combined total
Asia powers the market, with sales in the region accounting for 51% of global total, placing Sotheby’s in market leadership position in the region for fourth consecutive year
Bidders from 56 countries (38% Americas, 37% Asia, 25% Europe)
Buyers from 52 countries:
Buyers from Asia accounted for 57% of auction sales (58% for Wine, 52% for Spirits)
Buyers from the Americas accounted for 20% of auction sales (20% for Wine, 20% for Spirits)
Buyers from Europe accounted for 23% of auction sales (22% for Wine, 28% for Spirits)
New buyers of wine and spirits made up 40% of the total number of buyers
One third of bidders on wine and spirits under 40 years of age
The number of first-time bidders of spirits saw a more than four-fold increase on 2020, with collectors from North America accounting for 45% of the total amount bid by collectors new to the category
Over $20 million in auction sales for charity partnerships
Lots sold: 14,150
Moving Sotheby’s centre of gravity to stage auctions and experiences beyond the traditional saleroom centres
“These new partnerships enable us to work in a much closer way across the entire wine and spirits industries, which provides greater opportunity and benefit to everyone, from the producers and their communities to consumers all around the world. We look forward to expanding this series in 2022, starting with our innovative new partnership with the Napa Valley Vintners, as well as additional charitable organisations that will be announced early in the New Year.”
Jamie Ritchie
In 2021, Sotheby’s made a significant commitment to work together with charitable organisations, uniting collectors with special opportunities to acquire rare wines and whiskies, while benefiting the communities of each region:
Sotheby’s partnered with the Hospices de Beaune for the first time. The 161st edition of the charity wine auction on 21 November brought $14.2 million. In addition, the legendary Charity Barrel realised a record $900,000, bringing the grand total raised for charity to $15.3 million
Records also tumbled at the inaugural charity Scotch whisky auction – ‘The Distillers One of One’ – near Edinburgh on 3 December, with an auction totalling $4.1 million, and $2.7 million raised for charity
Looking forward, as auction partners to Napa Valley Vintners, Sotheby’s will, for the first time, partner with a wine region to help connect wine consumers, collectors and connoisseurs to its wines. More details to follow.
Spirits
The year saw several partnerships with leading distilleries:
Sotheby’s X The Worshipful Company of Distillers and the Scotch Whisky Industry, for the first Distillers One of One auction – records for Bowmore, Balvenie, Glenfiddich, Ladyburn, and Talisker, and more ($4.1 million total, more than double the low estimate; December, Edinburgh)
Sotheby’s X The Macallan: A one-of-a-kind original bottle of 1967 whisky from The Macallan’s Anecdotes of Ages Collection with label artwork by Sir Peter Blake, sold for $437,500 (March, New York)
Sotheby’s X Bowmore: The Black Bowmore Archive Cabinet – the complete Black Bowmore single malt whisky collection direct from the Bowmore distillery – sold for $563,000 (April, Hong Kong)
Sotheby’s X Gordon & MacPhail: Auction record for a bottle of the world’s oldest single malt Scotch whisky – designed by architect and designer Sir David Adjaye OBE, Decanter #1 of Gordon & MacPhail Generations 80-Years-Old sold for $193,000 (October, Hong Kong)
Sotheby’s X The Dalmore: Auction record for The Dalmore – a one-of-a-kind set of six vintage single malts direct from the distillery, sold for $1.1 million, establishing the most valuable whisky lot sold by Sotheby’s in Asia (October, Hong Kong)
Sotheby’s X Diageo: Set #1 of the second release of Prima & Ultima, Diageo’s collectable series of rare, cask-strength single vintage malts containing eight whiskies from across Scotland, was offered exclusively through Sotheby’s directly from Diageo (September, Hong Kong)
A single-owner auction, Whisky & Whiskey | The Three Continents Collection, forming Part 1 of the largest collection of spirits by bottle count ever to be offered by Sotheby’s, totalled an above estimate $2.3 million and with 80% of the lots achieving prices above their high estimates (December, New York)
Looking ahead to 2022
“As wine regions and distilleries are increasingly looking for global reach and recognition, we will see a rise in on-site auctions and events enhanced with state-of-the-art digital experiences.”
Jamie Ritchie
Sotheby’s will hold its inaugural sale of Spirits in France from 12 – 21 January
More than 10 single owner sales are already scheduled
Top Spirits Lots in 2021
Glenfiddich The 1950s Collection, sold for $1.4 million
The Dalmore Decades No. 6 Collection, sold for $1.1 million
Talisker Cask of Distinction 1978 + Artwork by Callum Innes, sold for $831,780
Black Bowmore Archive Cabinet Direct From Bowmore, sold for $563,000
Bowmore Onyx 51 Year Old 1970, sold for $532,340
Yamazaki 55 Year Old, sold for $525,000
Karuizawa 52 Year Old Strong Eagle Cask #5627 1960, sold for $495,200
The Macallan 1967 Anecdotes of Ages Collection“A New Era Of Advertising”, with Sir Peter Blake Print and Exclusive Experience, sold for $437,500
The Balvenie 56 Year Old 1964, sold for $232,900
Glenlivet Gordon & MacPhail Generations 80 Year Old 44.9 abv 1940 + Exclusive Experience, sold for $193,000