Unlängst hat Serge einige Whiskys aus der Destillerie Pulteneyverkostet, heute, am Samstag, ist Angus MacRaild an der Reihe, und zwar mit zwei unabhängig abgefüllten Ausgaben, die dennoch den Markennamn der Brennerei tragen dürfen. Sie stammen von Cadenhead und Gordon & MacPhail und sind aus den Sechzigern und Neunizgern des vorigen Jahrhunderts, also eher schwer zu bekommen, es sei denn, man hat am Sekundärmarkt Glück.
Auszahlen würde es sich wohl, wenn man den Bewertungen von Angus folgt. Hier die Ergebnisse der aktuellen Verkostung, die im Gegensatz zu unserer tabellarischen Übersicht ausführliche Notes beinhaltet:
Abfüllung
Punkte
Old Pulteney (85 proof, Cadenhead, 1960s)
90
Old Pulteney 15 yo 1974/1989 (57.6%, Gordon & MacPhail for Intertrade, 288 bottles)
93
Die Destillerie Pulteney. Bild: Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen.
Aus der Brennerei Craigellachie gibt es eine neue Abfüllung, die erste in der ebenso neuen Craigellachie Cask Collection: Craigellachie 13 Years Old Armagnac Cask Finish.
Dass man sich diese französische Spirituose als Vorbelegung für die Finish-Fässer ausgesucht hat, ist logisch: Was Craigellachie mit Armagnac verbindet, ist der Einsatz von Worm Tub Condensers bei der Erzeugung des Spirits. Diese Verwandtschaft, so Malt Master Stephanie Macleod, unterstützt den robusten Charakter des Speysiders und schafft es damit, den Destilleriecharakter deutlich zum Tragen zu bringen.
Der Craigellachie 13 Years Old Armagnac Cask Finish reifte zunächst 12 Jahre in amerikanischen Eichenfässern (refill und recharred), um dann in Bas-Armagnac-Fässern (die Vermutung, dass diese aus französischer Eiche gefertigt waren, liegt nahe) ein weiteres Jahr nachzureifen bevor er mit 46% vol. in die Flaschen kam. Der typische Craigellachie-Geschmack wurde durch das Finish mit Noten von Bratäpfeln und Zimt abgerundet, dazu kommen Karamellnoten, Ananas-Sirup und der Geruch nächtlicher Lagerfeuer.
In UK kostet der neue Craigellachie 13 Years Old Armagnac Cask Finish knapp 53 Pfund, er wird schon im April auch in Deutschland erhältlich sein, zu einem umgerechnet wohl ähnlichen Preis.
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Der Springbank Local Barley 10yo 56,2% vol. stammt aus dem Jahr 2019: Destilliert wurde er 2009 mit Optic Barley von der High Cattadale Farm. 9000 Flaschen gab es, abgefüllt aus 77% Bourbon-, 20% Sherry- und 3% Portweinfääsern.
Mindestens 750 Euro deshalb in der Wertangabe, weil diese Abfüllung momentan unglaublich begehrt ist – das ist der niedrigste Preis, den wir auf Auktionen gefunden haben – meist wird er vierstellig gehandelt.
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Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.
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Man könnte es fast für einen Aprilscherz halten, aber die Nachricht im The Teelegraph ist von gestern, den 31. März 2022, und daher wäre dieser Scherz etwas verfrüht gekommen (oder aber gut vorbereitet): Die Penderyn Distillery, die vor kurzem eine 1 Million Pfund schwere Werbekampagne in Neuseeland gestartet hat, in der sie Wales als das Neuseeland des Nordens präsentiert und sich damit als „vertraute Brennerei für neuseeländische Gaumen“ präsentiert (in Anlehnung an eine berühmte Kampagne aus dem Jahr 1993), hat in dieser Kampagne fälschlicherweise das Drachenlogo von Wales statt das eigene verwendet – und muss nun die Kampagne umändern und das Logo in allen Werbemitteln austauschen.
„Although the Visit Wales dragon and Penderyn logos at first glance appear similar, there are subtle differences. While the former has three feet on the ground, the latter is standing on two legs and has a slightly more upright body.“
Seitens Penderyn betont man, dass die Verwendung des walisischen Drachens ein Fehler im guten Glauben war und es scheint auch so, als hätte er – bis auf das arbeitsintensive und mit Kosten verbundene Austauschen des Logos – keine weiteren Folgen für die Brennerei.
Bei manchen Abfüllungen ist es noch einmal mehr schade, dass sie nicht international erhältlich sind – der neue Basil Hayden Subtle Smoke gehört unserer Auffassung nach dazu – er ist ein leicht rauchiger Bourbon, der jetzt in den USA von Beam Suntory auf den Markt gebracht wird.
Die Rauchigkeit stammt damit, dass man Fässer fürs Finish leicht toastet und auskohlt, danach wird Rauch von Hickory-Chips in die Fässer geblasen und der Bourbon sechs Monate darin gefinisht.
Mehr Infos zum Basil Hayden Subtle Smoke finden Sie in der nachfolgenden Presseaussendung:
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DISCOVER A SOFTER SIDE TO SMOKY SPIRITS WITH LATEST RELEASE FROM BASIL HAYDEN® – SUBTLE SMOKE
An innovative, one-time release with notes of soft char and light butterscotch
Basil Hayden Subtle Smoke is crafted differently from most other smoky spirits. The steps to create this unique bourbon begin with toasting and lightly charring a secondary barrel. Afterwards, hickory-smoked chips are delicately ignited at a constant feed to produce smoke, which is then pumped into the barrel, resulting in soft, charred notes. This six-month secondary aging process provides a smoother, more subtle take on smoky spirits, and creates the perfectly sophisticated, yet approachable introduction to both bourbon and Basil Hayden.
„We continue to honor my grandfather Booker Noe’s legacy of pushing the boundaries of what bourbon can be with the debut of Basil Hayden Subtle Smoke,“ said eighth generation Beam family distiller, Freddie Noe. „A showcase of the many ways in which our bourbon can be layered, refined and complex, yet approachable and inviting, Basil Hayden Subtle Smoke is reimagining how smoky spirits can taste.“
On the nose, aromas of mellow smoke character with a hint of vanilla preface flavors of soft char with light sweetness reminiscent of butterscotch and maple on the palette. Concluding with a crisp, yet delicate finish of smokiness with light toasted hickory wood, the new expression offers a subtle, welcoming introduction to a smoky spirit while paying homage to the bourbon’s signature high-rye style.
„Basil Hayden Subtle Smoke is proof that bourbon can be complex and smoky, but doesn’t need to be harsh,“ said Jonathan Marks, Senior Brand Director for Global Small Batch Bourbon at Beam Suntory. „We look forward to bringing new members into the Basil Hayden family with this bourbon that provides a subtle invitation to smoky spirits in a way that only Basil Hayden can.“
Perfect for gifting spirits connoisseurs or wow-ing friends at a dinner party, Basil Hayden Subtle Smoke is available now, for a limited time, at premium spirits retailers across the United States and with a suggested retail price of $49.99/750mL. Ideally served neat or on the rocks, Basil Hayden Subtle Smoke encourages those new and familiar with the category to discover all that bourbon can be through the subtle, unexpected infusion of smoke.
About Basil Hayden®
Crafted in 1992 by Booker Noe as part of the Small Batch collection, Basil Hayden introduced a more subtle side of bourbon compared to its counterparts. Inspired by bourbons with high-rye mash bills, Booker set out to create a bourbon that would offer an approachable taste profile and defy preconceived bourbon perceptions. Basil Hayden Bourbon welcomes new drinkers into whiskey and showcases new occasions to drink it. Beyond its flagship Basil Hayden Bourbon, the brand has pushed the boundaries of innovation in recent years. These intriguing offerings have included expressions such as Basil Hayden Toast, Dark Rye, 10-Year, and the new, limited time release of Basil Hayden Subtle Smoke.
About Beam Suntory Inc.
As a world leader in premium spirits, Beam Suntory inspires human connections. Consumers from all corners of the globe call for the company’s brands, including the iconic Jim Beam and Maker’s Mark bourbon brands and Courvoisier cognac, as well as world renowned premium brands including Basil Hayden, Knob Creek and Legent bourbon; Yamazaki, Hakushu, Hibiki and Toki Japanese whisky; Teacher’s, Laphroaig and Bowmore Scotch whisky; Canadian Club whisky; Hornitos and Sauza tequila; EFFEN, Haku and Pinnacle vodka; Sipsmith and Roku gin; and On The Rocks Premium Cocktails.
Beam Suntory was created in 2014 by combining the world leader in bourbon and the pioneer in Japanese whisky to form a new company with a deep heritage, passion for quality, innovative spirit and vision of Growing for Good. Headquartered in Chicago, Illinois, Beam Suntory is a subsidiary of Suntory Holdings Limited of Japan. For more information on Beam Suntory, its brands, and its commitment to social responsibility, please visit www.beamsuntory.com and www.drinksmart.com.
Vielen Dank für die zahlreichen Reaktionen auf unseren Aprilscherz 2022 – alle Whiskyfreunde können allerdings beruhigt durchatmen: Der Artikel unterhalb ist erstunken und erlogen 🙂
Wer in den letzten Monaten und sogar Jahren die Entwicklung auf dem Sekundärmarkt für Whisky beobachtet hat (dabei helfen unsere Berichte zu den monatlichen Reports von whiskystats.net), der wird festgestellt haben, dass die Fieberkurve der Sammlerpreise immer steiler nach oben zeigt. Man ist geneigt zu glauben, dass kurz- und langfristig Whisky momentan alle anderen Anlageformen um Längen schlägt.
Dass dadurch die Preise für Sammlereditionen in lichte Höhen steigen, ist nicht nur jenen ein Dorn im Auge, die Whisky lieber trinken als sammeln, sondern auch jenen, die sie gerne sammeln würden, aber zu spät gekommen sind. Und zusätzlich gibt es drei betroffene Parteien, an die man vorderhand nicht immer denkt:
Händler überlegen sich die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit, wenn sie Flaschen, die sie zum Preis A angeboten haben, schon 24 Stunden später zum Preis von A*2 auf Handelsplattformen sehen – und wenn sie selbst den Whisky zum erlebten Marktwert von A*2 anbieten, als geldgierig beschimpft werden
Produzenten können zwar neben den Standardausgaben Sonderabfüllungen zu einem guten Preis auf den Markt bringen, werden aber durch die enorme Nachfrage zu immer absurder begründeten „Special Releases“ gezwungen und manövrieren sich und ihre Marketingagenturen in eine niemals endende Atemlosigkeit, die irgendwann einmal zur Übersättigung führen wird.
Die Finanz sieht sich durch das sogenannte „Flipping“, also das unmittelbare nach dem Kauf teure Verkaufen (teilweise werden die Flaschen vom Anbieter bereits auf Plattformen zum Verkauf angeboten, bevor er sich selbst eine sichern konnte), einem mittlerweile erklecklichen Einnahmeverlust ausgesetzt und befürchtet dabei auch, dass auf diese Art jede Menge Schwarzgeld gewaschen werden könnte.
Von den drei Gegnern der Flipper ist wohl die Finanz der potenteste, und es sollte daher auch nicht verwundern, dass die Initiative zur Eindämmung des privaten Graumarktes wieder einmal von dort ausgeht.
Nachdem man – in Zusammenarbeit mit Plattformen wie Facebook – schon dem privaten Handel europaweit durch das Verbot von Geschäftsanbahnungen über Social Media einen gewissen Riegel vorgeschoben hat, holt man, übrigens in Abstimmung mit den Produzenten, zu einem weiteren Schlag gegen dieses Unwesen aus:
Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, wird noch vor der parlamentarischen Sommerpause in Brüssel ein Gesetz beschlossen werden, das für Privatleute eine Behaltefrist für Sonderabfüllungen von Spirituosen von sechs Monaten vorschreibt. Wer eine solche Sonderabfüllung vor dem Ablauf der Frist verkauft, hat mit einer Strafsteuer von 300% des Handelswertes der Flasche zu rechnen. Damit soll das Flipping unattraktiv gemacht und die Hitze aus dem Sekundärmarkt genommen werden.
Wer sich nun fragt, wie ein solches Gesetz exekutiert werden soll – auch daran hat man im Gesetzesantrag gedacht:
Die Regelung wird nur für Sonderabfüllungen eingeführt. Als solche gelten alle als „limitiert“ in den Handel gebrachten Abfüllungen, die nicht über mindestens 3 Jahre im Kernsortiment angeboten und dabei weitflächig verfügbar sind. Batchabfüllungen wie z.B. der Glendronach Cask Strength werden dabei als Abfüllungen im Kernsortiment betrachtet, sind also nicht betroffen. Jährliche Sonderausgaben wie zum Beispiel die Whiskys zum Ardbeg Day fallen sehr wohl unter die Regelung.
Um die Verordnung exekutieren zu können, wird eine europäische Datenbank, angelehnt an jene des us-amerikanischen Trade and Tobacco Tax and Trade Bureaus, angelegt, in der Produzenten und Importeure Sonderabfüllungen mit ihrem Erscheinunsgdatum einmelden (leider wird diese Datenbank, die sich bereits im Probebetrieb befindet, nicht öffentlich zugänglich sein, sodass wir keine Erscheinungsdaten einsehen und berichten können)
Die Überprüfung der Einhaltung der Regelung wird automatisiert erfolgen: Bots und Spiders werden die gängigen Handelsplattformen durchsuchen und verdächtige Einträge automatisch an die Behörde melden, die dann, im begründeten Verdachtsfall, eine genauere Untersuchung einleiten wird.
Seitens europäischen Union hofft man, durch diese Maßnahmen Steuerausfälle im Bereich von 120 bis 140 Millionen Euro jährlich verhindern zu können und sieht die geplante Gesetzesänderung auch als eine Unterstützung des regulären Handels, der durch den Graumarkt zunehmend unter Druck geraten ist.
Dem Vernehmen nach soll das Gesetz bereits im Mai in den entsprechenden Ausschüssen behandelt und noch im Juni im Plenum abgestimmt werden. Wenn es dann soweit ist, halten wir Sie auf dem Laufenden.
Eine ganz besondere Abfüllung kommt von Kirsch Import und Signatory auf den deutschen Markt – und auch wenn man wegen des Erscheinungsdatums erst einmal zweimal hinschauen muss, ist dieser Einhorn-Whisky dennoch real und wird bald im Handel verfügbar sein: Ein Ben Nevis aus dem Jahr 2014, eine Einhornzelfassabfüllung sozusagen, ein fabelhafter Whisky, der … ach, das können die von Kirsch Import wirklich besser beschreiben als wir:
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Für unsere Kunden nur das Fabelhafteste: Ben Nevis 2014/2021 ist das Einhorn unter den Einzelfässern
Schon 1988 gründete Andrew Symington die Signatory Vintage Scotch Whisky Company Ltd. Und seitdem sind die exklusiven Abfüllungen eines der erfolgreichsten unabhängigen „Bottlers“ Schottlands nicht mehr aus den Regalen von Whiskyfans wegzudenken. Die limitierten Abfüllungen aus wenigen Fässern kommen in Reihen auf den Markt – wie etwa in der Signatory Un-Chillfiltered Range, der Vintage-Collection Range oder der Cask Strength Collection.
Am heutigen Tage dürfen wir Ihnen eine neue Expression dieser Kollektion aus nur einem einzigen, auserlesenen Einzelfass anbieten, die es aus diesem Hause noch nie zuvor gegeben hat. Man könnte sie daher eigentlich auch als legendär bezeichnen. Ein Einhorn, quasi. Wie eigentlich alle anderen auch… Weil jedes Fass unterschiedlich ist. Sie wissen schon… Single Cask und so… Aber egal…
Vergessen Sie geschlossene Brennereien, alte Vintages und sonstige traditionsreiche Brennereien. Das ist doch alles gar nicht so wichtig in Bezug auf den Geschmack. Was wir Ihnen hier präsentieren, ist feenstaubtechnisch betrachtet einfach nur einzigartig und lässt keine Wünsche offen! Es handelt sich bei unserem heutigen Produkt um ein einmaliges Erlebnis – weder austauschbar noch wiederholbar. Nie wieder wird es ein Fass wie dieses geben. Hierin sind sich alle befragten Experten einig. Wie oft trifft man im Leben schließlich schon auf ein solches Fabelwesen?!
Prinzipiell ist dieses Einzelfass so gut, dass auch erfahrene Genießer bevorzugen, sich diesen mystisch-dunklen Dram in das Glas der Wahl einzuschenken und ihn dann wieder in die Flasche zurückzufüllen, um das Geschmacks-Unicorn nicht zum letzten Mal erlebt zu haben. Alles andere wäre verschenkt. Ein Endlos-Whisky, sozusagen. Die Jahre überdauernd wie die Legende des Einhorns. Im Preis-Leistungs-Verhältnis? Unschlagbar. Und weil das Einhorn symbolisch für alles Gute steht, gilt dies ebenso für das in allen Farben des Regenbogens glänzende Geschmackserlebnis, das unser Unicorn zu bieten hat.
DieTasting Notesvonführenden Experten lauten wie folgt:
Nase: Côtes du Rhône Roséwein. Anschließend in erster Linie Feenstaub. Sehr prägnant sogar. Also, der Feenstaub. Je länger man daran riecht, desto dominanter wird er. Aber das Aroma ist keinesfalls eindimensional. Im Hintergrund sind außerdem unter anderem Feenstaub, Rosenblätter, Kolibri-Pups und vor allem auch Feenstaub wahrzunehmen.
Gaumen: Gummibären (überwiegend die roten, eigentlich aber ein Mix aus allen, aber auf gar keinen Fall den weißen. Also, einem Mix aus allen ohne den Weißen. Niemand mag die weißen Gummibären… Also ehrlich gesagt, sie sind nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut. So richtig mag sie daher niemand. Zumindest hat keiner je gesagt, dass es von den weißen Gummibären eine sortenreine Tüte geben sollte. Quasi wie die Color-Rado-Mischung, wo eigentlich niemand den Konfekt haben will… Sonst würde es ja Tüten mit ausschließlich Konfekt geben. Ja, es gibt die reinen Konfekt-Tüten. Lassen Sie sich aber bitte nicht täuschen! Eine Umfrage unter ausgewiesenen Gummibären hat ergeben, dass diese Art Tüten nur wegen des Lakritzanteils gekauft werden.)
Nachklang: Liebesapfel, Feenstaub und Gummibären (nicht alle Gummibären – siehe Geschmack).
Wir haben unsere besten Experten antreten lassen, um diese einmalige Abfüllung zu verkosten, und sie alle sind zu dem einstimmigen Ergebnis gekommen: Dieser Whisky ist fabelhaft! Andere Interpretationen sind daher ausgeschlossen. Die hier schwarz auf weiß für alle Zeiten festgehaltenen Notes sind richtig und keine anderen sonst. Wie wir alle wissen, haben Experten immer Recht, also lassen Sie sich nichts anquatschen, was von unseren Notes abweicht.
Ben Nevis 2014/2021 Signatory Vintage Highland Single Malt Scotch Whisky Selected by Kirsch Import
6 Jahre Dest. 2014 Abgef. 2021 Fasstyp: First Fill Sherry Butt (Finish) 823 Flaschen 46% vol. Cask Strength 0,7 Liter Nicht kühlfiltriert Nicht gefärbt UVP: 59,90€
Oft liegt es am Preis, dass ein Whisky nicht in unseren Empfehlungen zu Beginn eines jeden Monats auftaucht. Denn eine überzeugende Qualität und hohe Verfügbarkeit weisen viele Bottlings auf. Auch unsere Empfehlung in diesem Monat hatte bei seiner Markteinführung in Deutschland einen empfohlenen Preis, der über unserem, hier beim Whisky des Monats geltenden, Limit liegt. Doch die Dynamiken der Marktwirtschaft wirkten danach verbraucherfreundlich auf den, nun attraktiveren, Verkaufspreis, und so können wir nun auch im April 2022 den Fettercairn 12 yo empfehlen.
Wer erinnert sich schon an den Zweiten?
So geht die Geschichte: Als 1823 eine Gestzesänderung den damaligen Schwarzbrennern in Schottland eine attraktive und kostengünstige Möglichkeit bot, ihre berufliche Tätigkeit innerhalb eines legalen Rahmens auszuüben, war es George Smith, der die erste Lizenz im folgenden Jahr erwarb. Seine Destillerie Glenlivet gilt deshalb als erste legale Brennerei nach diesem „Act of Excise“. Von da an arbeitete die Brennerei in einem gesetzeskonformen Rahmen, was ihr mancher der lokalen Konkurrenten recht übel nahmen. Die Instrumente des nun notwendigen Selbstschutzes, die George Smith der Legende nach täglich bei sich trug, werden auch 200 Jahre später noch gerne und mit einem gewissen Stolz in der Brennerei vorgezeigt.
Fettercairn Distillery. Foto: Potstill Wien
In den folgenden Jahren kam die schottische Schwarzbrennerei fast vollständig zu erliegen, immer mehr Destillerien arbeiteten nun lieber gesetzestreu mit einer Lizenz, und folgten dem legalen Weg, den George Smith zuvor einschlug. Doch, wer war der Zweite?
Das Einhorn und der Kühlring
Auf der Suche nach dem zweiten Lizenznehmer finden wir eine schmale und dünne Quellenlage vor. Denn der Zweite, der zweite Platz, der Nachkommende, dies sind alles Titel oder Bezeichnungen, mit denen sich niemand schmücken möchte. Die deutsche Wikipedia-Seite zur Whiskybrennerei Fettercairn weißt derselben und seinem Gründer Sir Alexander Ramsay diesen vermeintlichen Ruhm zu. Auf ihrer eigenen Website spricht Fettercairn selbst allerdings nur von „einer der ersten“. Dies hört sich deutlich besser an als der Zweite. Zumal die Brennerei einige bessere Besonderheiten und deutlichere Alleinstellungsmerkmale vorweisen kann.
Zum einen ist da natürlich das Einhorn. Dieses mystische Fabelwesen genoss in den letzten Jahren außerhalb der Whisky-Welt eine immer größer werdende Popularität. Doch das Fettercairn-Einhorn ist nicht Teil einer Modewelle. Vielmehr soll es innerhalb des Wappens des Clans der Ramsays Verwendung finden, verweist somit auf den Gründer Sir Alexander Ramsay und findet sich aktuell sowohl auf den Umverpackungen wie auch als Plakette auf den Flaschen.
Zum anderen ist da dieser Kühlring. Im Jahr 1952 fand der damalige Distillery Manager Alistair Menzies, der New Make der Brennerei müsse fruchtiger und etwas leichter werden. Dies erreichte er, in dem im oberen Bereich der Sprit Still kaltes Wasser an der Brennblase herunterläuft und so vor allem an der schmalen Stelle der Brennblase zu einem reflux-artigen Effekt führt. Schwerere Alkohole kondensieren, die leichteren steigen auf.
Diese Verfahren ist im Detail einzigartig, anderen Brennereien wenden anderen Techniken an, um diesen Effekt zu erzielen. Doch im Endeffekt zählt hier nicht der Weg, sondern das Ergebnis. Und das schauen wir uns jetzt mal beim Fettercairn 12 yo an:
So sind wir dann auch nicht überrascht, dass wir in der Nase auch schon direkt Frucht-Aromen wie süßliche Apfel und reife Birne vorfinden. Nicht überbordend, sonder fein abgestimmt, mit einem leicht würzigen, holzig-floralem Hintergrund, einem Anflug von Vanille und einer leichten säuerlichen Note. Am Gaumen etwas süßer, bestätigt der Fettercairn 12 yo die Aromen der Nase, dazu etwas mehr Aromen von frischem Holz und dafür etwas weniger Frucht und Säure. Im Finish recht lang und trocken werdend, hier dann erneut frisches Holz und etwas Karamell.
Nach der anfänglich ambitionierten Preisempfehlung ist diese Einstiegsabfüllung in das Portfolio der Brennerei mittlerweile im Handel für um die 40 € erhältlich. Neben dem Fettercairn 12 yo bietet die Brennerei noch weitere Abfüllungen an, so zum Beispiel die Fettercairn Warehouse Collection sowie Fettercairn 16 yo und 22 yo. Bei diesen Abfüllungen kommen auch Fässer mit unterschiedlichen Vorbelegungen zum Einsatz. Nur der 22-jährige reifte, wie über auch unsere Empfehlung in diesem Monat, ausschließlich in ehemaligen Bourbonfässern. In diesem Sinne: slàinte mhath! Und bleiben Sie neugierig.
Die diesjährige Ausgabe der Spezialabfüllung von Glenfiddich für das Spirit of Speyside Festival wird nicht dort vor Ort verkauft werden, sondern zugunsten der Ukraine versteigert – und zwar zwischen 5. und 9. Mai auf whiskyauctioneer.com. 470 Flaschen sind es, die dort unter den Hammer kommen.
Die Glenfiddich Spirit of Speyside – 2022 Edition wurde von Malt Master Brian Kinsman komponiert und ist mit 60,1% vol. abgefüllt. Es handelt sich dabei um einen 12 Jahre alten Single Malt aus drei amerikanischen Eichenfässern (62463 bis 62465), der am 15.12. 2009 destilliert wurde: virgin American oak, ex bourbon oak und refill American oak barrels. Er soll in der Nase Zitrusfrüchte, Erdnusscracker, Vanille, Eiche und reife, rote Früchte zeigen, am Gaumen dann kristallisierten Ingwer, cremigen Reispudding und getoastete Pecannüsse.
Warum diese Abfüllung für die Ukraine versteigert wird, erklärt Claudia Falcone, Global Brand Director bei Glenfiddich, so:
“Our teams around the world have been so shocked by the continuing impact of the conflict on the people of Ukraine and neighbouring countries that we decided to do what we can to help. We have decided to use this year’s Spirit of Speyside exclusive bottling to raise as much money as possible to support the Disasters Emergency Committee and their invaluable efforts in helping Ukrainian citizens and refugees on their long road to recovery in the months ahead.”
Am 6. April können Sie auf Facebook bei einem Live-Kamingespräch zwischen Historiker Turtle Bunbury und Bernard Walsh von Walsh Whiskey (The Irishman) dabeisein, bei dem es um interessante Persönlichkeiten aus der Geschichte mit irischen Wurzeln geht, so zum Beispiel den Polarforscher Ernest Shakleton oder Arthur Conan Doyle, den Schöpfer von Sherlock Holmes.
Hier haben wir alle Infos dazu für Sie, zusammengestellt von Walsh Whiskey:
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You’re Invited!…to a Facebook LIVE Fireside Whiskey & Chat about extraordinary Irish lives with historian Turtle Bunbury
WHAT?: Turtle Bunbury will explore the extraordinary lives of adventurous Irish characters in conversation with whiskey entrepreneur Bernard Walsh, while matching them to whiskeys from The Irishman portfolio.
WHERE & WHEN?: A Free Facebook Live event at 7pm WET/GMT // 8pm CET // 9pm EET on Wednesday 6th April (next).
Carlow, Ireland – 31st March 2022: Whiskey entrepreneur Bernard Walsh will join author and historian, Turtle Bunbury to co-host a Facebook LIVE event exploring extraordinary historical Irish lives and matching them to whiskeys from The Irishman whiskey portfolio. The free Facebook Live event on The Irishman’s Facebook page is at 7pm WET/GMT // 8pm CET // 9pm EET on 6th April next.
The Irishman, which is dedicated to the exploration of Single Malt whiskey, is supporting Turtle Bunbury’sGlobal Irish, a new podcast series celebrating the extraordinary lives of Irish people who found fame in the 18th, 19th and early 20th centuries, coinciding with the first golden era of Irish whiskey.
The fireside chat and whiskey tasting will take place, via The Irishman Whiskey | Facebook page deep in the Irish country-side in the library at Lisnavagh House, home to Turtle’s family since the 17th century.
The extraordinary Irish characters that will be discussed are:
Hercules Mulligan (1740 – 1825), the Irish tailor and Patriot spy who saved none other than George Washington’s life…not once, but twice!
Ernest Shackleton (1874 –1922): The Kildare-born sailor, one of the most remarkable explorers of all time, whose heroic exploits in Antarctica have inspired people for over a hundred years. The discovery of the wreck of Shackleton’s ship Endurance, announced on 9 March 2022, makes this especially timely.
Nellie Cashman (1845 – 1925): The Cork woman who befriended Wyatt Earp and Doc Holliday, and became known as the ‘Angel of the Cassiar’ after a daring rescue operation in British Columbia.
The Incredible Mr (Arthur) Kavanagh (1831-1889): The limbless nobleman from County Carlow who became one of the most astonishing travellers in history.
Lola Montez (1821 – 1861): The incredible tale of the tempestuous Sligo-born dancer who seduced Franz Liszt and brought King Ludwig of Bavaria crashing down before embarking upon a new life running a saloon for gold miners in California.
Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) The remarkable story of the Sherlock Holmes creator’s Irish roots.
Turtle Bunbury’s Global Irish series is available across all podcast platforms, including Spotify, A-Cast, Audible and Apple, as well as being posted weekly to the following online locations:
IB v.s OB, Independent Bottling gegen Original Bottling – so lautet das „Duell“ (das ja bei Verkostungen immer ein freundschaftliches ist) bei Serge Valentin heute, wenn es um die Destillerie Aberlour geht. Von ihr behauptet Serge Valentin, dass sie einer seiner Lieblingsbrennereien ist, auch vielleicht deshalb, weil sie eine der beiden ersten Destillerien war, die er besucht hat.
Diesmal „gewinnt“ die offizielle Abfüllung, die dann doch wieder eine für einen Händler ist, in der Verkostung um Längen:
Abfüllung
Punkte
Aberlour 12 yo 2008/2021 (52.3%, Maltbarn, sherry cask, 160 bottles)
81
Aberlour 21 yo 1999/2020 (51.2%, OB, selected by La Maison du Whisky for Jack Tar, Poland, 1st fill American oak barrel, cask #3856, 156 bottles)
Der unabhängige Abfüller The Last Drop will nicht mit Menge überzeugen. Der jährliche Output ist im Umfang bescheiden (2022 wird es drei Abfüllungen geben, zwei davon fallen in die Whiskykategorie), die Abfüllungen selbst sind allerdings im hochpreisigen Segment angesiedelt.
Für 2022 ist ein 20-40 Jahre alter Japanischer Blended Malt angekündigt, der offiziell natürlich nur 20 Jahre als ALtersbezeichnung tragen darf. Seine Whiskys stammen aus der jetzt geschlossenen Destillerie Hanyu, und aus der Periode zwischen 1980 und 2000. Mit 60% vol. abgefüllt, wird es von ihm 177 Flaschen geben, zum Preis von je 4200 Pfund.
Weiters bringt The Last Drop einen 44 Jahre alten Glenturret auf den Markt. Der 1977 in ein ex-sherry butt gelegte Spirit wird jetzt mit 45% vol. abgefüllt. Jede der insgesamt nur 168 Flaschen wird 4500 Pfund kosten.
Jameson legt in einer Kleinauflage von 2220 Flaschen eine Rarität aus lange vergangenen Zeiten wieder auf: Als erste Abfüllung der zweiteiligen „The Jameson Anthology“ kommt Jameson Remastered auf den Markt, ein 15 Jahre alter Single Pot Still – die erste Ausgabe dieses Stils bei Jameson seit dem Jahr 2000, als der letzte Single Pot Still – ebenfalls nur in einer kleinen Auflage – erschien.
Der Jameson Remastered stammt aus Bourbon Barrels und Oloroso Sherry Butts, die Whiskeys für seine Produktion reiften zwischen 15 und 17 Jahren. Geschmacklich soll er in der Nase nussige Töne, dunkle Beeren und Gartenfrüchte zeigen, am Gaumen wirke er robust und würzig. Man findet Fudge, Vanille, Früchte, Gewürze und Tannine im Finish, so die Brennerei.
Wer sich für diese Rarität interessiert, der muss ab 15 Uhr unserer Zeit am Freitag sich für eine Kaufoption (300 Euro für die 0,5l-Flasche mit 56,4% vol.) bewerben und auf das Glück hoffen, dass die Option gezogen werden kann. Ist der Interessent oder die Interessentin aus Deutschland oder Österreich, so braucht er eine ausländische Lieferadresse, denn Jameson liefert nur nach Irland, UK ohne Nordirland, Australien, Südafrika, Schweiz, Singapur, China, Neuseeland und Japan.
Die zweite Ausgabe der Jameson Anthology wird übrigens ein „Jameson Remixed“ sein, der eine neue Perspektive auf klassischen irischen Whiskey zeigen soll. Wir sind gespannt.
Mit dem Frühling kommt auch der neue Highland Herold #54 – er ist ab sofort erhältlich. Die neueste Ausgabe bietet wie immer lesenswerte Artikel zu Themen rund um das Wasser des Lebens. Was Sie diesmal erwartet, finden Sie wie immer in der
Inhaltsübersicht:
Rabenwhisky: Ernie Scheiner besuchte die Sauerländer Edelbrennerei, die Heimat des Mc Raven Single Malt.
Maischen und Läutern: Brauer und Brenner Mario Rudolf erklärt die Vorgänge in der Mash Tun.
Holzarten: Nicht alle Bäume liefern Holz, das sich zum Fassbau eignet. Dr. Heinz Weinberger ging der Frage nach, welche neben der Eiche noch in Frage kommen.
Wasser marsch!: Ob die Herabsetzung des Alkoholgehalts einer Spirituose vor der Flaschenfüllung schnell oder langsam geschieht, hat Einfluss auf den Geschmack. Julia Nourney beschreibt den Effekt im Detail.
Buchrezension: Frank Winter über die kürzlich erschienenen Werke „A Journeyman’s Journey“ von Jim McEvan und Udo Sonntag sowie „Isle of my Heart“ von Jim McEvan.