Penderyn startet Suche nach Arbeitskräften für die neue Destillerie in Llandudno

Die walisische Brennerei Penderyn wird ja noch in diesem Jahr ihre neue Produktionsstätte in Llandudno eröffnen (wir berichteten unter anderem auch hier, als die Baugenehmigung im letzten Mai erteilt wurde).

Seit damals wurde an dem ehemaligen Schulgebäude in der Lloyd Street an der Brennerei selbst und am Besucherzentrum gearbeitet. Hinter dem bestehenden Gebäude wird auch ein moderner Zubau angefügt. Nach der Fertigstellung soll dort getorfter Whisky erzeugt werden – und nachdem man mit den Arbeiten bereits gut fortgeschritten ist, kümmert man sich nun auch um die zukünftige Belegschaft.

Business Live berichtet, dass man nun nach Mitarbeitern für die Brennerei sucht – insgesamt plant man, im ersten Jahr des Betriebs 13 Arbeitsplätze zu schaffen. Ausgeschrieben sind nun einmal die Posten des Managers für den Destilleriebetrieb und für das Besucherzentrum.

Neil Quigley, der Director of Operations bei Penderyn schätzt, dass innerhalb der nächsten Wochen bereits die Gerätschaft für die Destillation aufgestellt werden kann. Spätestens mit Anfang April wird man mit der Komissionierung der Anlagen beginnen können. Die offizielle Eröffnung für Besucher soll dann noch im Frühling oder Anfang Sommer erfolgen.

PR: Simple Sample stellt vor – Edle Single Cask Abfüllungen mit Sherry-Octave Finish

Vom unabhängigen deutschen Abfüller Simple Sample gibt es wieder zwei Neuheiten zu vermelden: Einen Invergordon Single Grain und einen Glenrothes Single Malt, beide mit Sherry-Octave Finish. Mehr zu den beiden neuen Abfüllungen und ein Link auf den Shop mit Bestellmöglichkeit finden Sie untenstehend:


Simple Sample stellt vor: Edle Single Cask Abfüllungen mit Sherry-Octave Finish

Simple Sample stellt gleich zwei neue Single Cask Abfüllungen vor. Beide erhielten ein mehrmonatiges Finish in extra kleinen Sherry-Octave Fässern.

Ein Octave ist ein Fass, welches ein Volumen von nur circa 50 Litern umfasst.
Durch die sehr geringe Fassgröße hat der Whisky einen hohen Kontakt zur Fasswand, welcher die Reifung enorm beschleunigt und besondere Noten hervorbringt.

Im Detail:

Invergordon Octave Cask by Simple Sample

Warum Invergordon und dann auch noch Single Grain?

„Weil es für uns einer der unterschätztesten Whiskys ist die wir uns so vorstellen können.
Wir konnten in der Vergangenheit unzählige Abfüllungen der Brennerei verkosten, von 8 Jahre bis über 30 Jahre alt und alle waren durchweg einfach nur wahnsinnig gut.

Die Entscheidung für ein eigenes Fass Invergordon Whisky fiel aber bei einem Blindtasting von uns. Dort hatten wir ebenfalls einen Invergordon mit reingepackt und die Teilnehmer hatten ihn „blind“ zu dem besten Whisky des Sets gekürt; und er hatte sehr starke Konkurrenz.

Zudem sind die Fässer, auch mit den interessanten Finishes, noch zu einem relativ guten Preis zu bekommen.“

Was ist an dem Invergordon besonders?

Er reifte für etwa 10 Jahre und 9 Monate in klassischen Ex-Bourbon Fässern.
Danach bekam er ein intensives Finish in extra kleinen Sherry-Octave Fässern von 3 Monaten.

Zusammenfassung

  • Invergordon Single Grain Whisky
  • 11 Jahre alt – 2009/2020
  • 55,0%vol. Fassstärke
  • Sherry Octave Finish von 3 Monaten
  • Limitiert auf 146 Flaschen zu je 0,5l
  • Handgravierte Flasche
  • 49,90€ inklusive 2,5cl Sample (1 l = 95,05 €)

Glenrothes Octave Cask by Simple Sample

„Mitgebracht haben wir dieses Mal einen Single Malt aus der beliebten Speyside Distillery Glenrothes. Dieser reifte insgesamt 10 Jahre lang, davon für 4 Monate in einem extra kleinen Sherry-Octave Cask. Dadurch bekam er eine intensive Komplexität und einen deutlichen, aber nicht überladenen Sherrytouch.“

Zusammenfassung

  • Glenrothes Single Malt Whisky
  • 2009/2020 – Deklariertes Alter 10 Jahre
  • Finish von 4 Monaten in einem Sherry-Octave Cask
  • Fassstärke mit 54,5%vol.
  • Handgravierte Flasche
  • Verfügbare Flaschen: 94 Stück
  • 49,90€ für 0,5l inklusive 2.5cl Sample (1 l = 95,05 €)

Die beiden Abfüllungen sind ab sofort und exklusiv im Onlineshop von Simple Sample erhältlich.

PR: Neu – Ardbeg 25 Jahre – ungezähmt und komplex

Gestern war er online zu beziehen (und – fast möchte man sagen: natürlich – auf der Stelle ausverkauft), nun kommt der neue Ardbeg 25yo (zum ersten Mal berichteten wir darüber hier) in die Embassies und ausgewählte Geschäfte.

Was es Wissenswertes über diese außergewöhnliche Abfüllung, die in die Standardrange aufgenommen wird und daher wohl jährlich, wenn auch in sehr streng limitierter Auflage, erscheinen wird, zu sagen gibt, finden Sie untenstehend:


ARDBEG 25 JAHRE – UNGEZÄHMT UND KOMPLEX

Die Ardbeg-Range erweitert sich mit der ältesten und rarsten Abfüllung

Islay / München 26. Januar 2021. Ab Februar ist von der, auf der schottischen Insel Islay gelegenen Destillerie Ardbeg die bislang älteste und prestigeträchtigste Abfüllung in ihrem permanenten Whiskysortiment verfügbar: Ardbeg 25 Years Old. Ein exquisiter Single Malt Whisky, der beweist, dass selbst die längste Reifedauer die rauchige Kraft Ardbegs nicht zähmen kann. Komplexe und ultimativ majestätische Aromen vereinen sich in diesem Release, wie sie bislang noch nie aus der, im Jahr 1815 offiziell gegründeten Destillerie kamen. Eine seltene Gelegenheit, Ardbeg in seiner anspruchsvollsten und komplexesten Form zu erleben.

Destilliert in den 1990ern Jahren, als die Zukunft der Destillerie äußerst ungewiss war, gelang nur sehr wenig Destillat aus den Brennblasen in ehemalige Bourbon-Fässer. Ardbeg aus dieser Zeit ist entsprechend rar und nach einem Vierteljahrhundert Reife so überragend, dass er nun als permanente Abfüllung in kleinen Chargen verfügbar ist.

Passend zu solch kostbarem Whisky ist Ardbeg 25 Years Old in einer aufwendig gestalteten Flasche gefüllt. Die Käfig-Box in moderner Form symbolisiert Kraft und ist ein Symbol für die ungezähmte Komplexität dieses außergewöhnlichen Whiskys. Dr. Bill Lumsden, der Schöpfer sagt: „25 Jahre im Fass haben die rauchige Energie dieses Single Malts keinesfalls gezähmt. Und dennoch hat dieser Whisky eine bemerkenswerte Komplexität und Eleganz, die mich sehr fasziniert. Unverkennbar ist es ein Ardbeg – majestätisch, aber anders als jeder Ardbeg, den ich bislang probierte.“

Ardbeg 25 Years Old ist mit 46,0 Vol.% Alkohol nicht kühlgefiltert abgefüllt und wird für 750€ (UVP) bei allen Ardbeg Embassies und im Fachhandel in Deutschland ab Februar begrenzt verfügbar sein (Preis in Österreich könnte abweichen). 

VERKOSTUNGSNOTIZ ARDBEG 25 YEARS OLD

FARBE

Heller Bernstein

AN DER NASE

Ein kräftiger Schwall wie von geräucherter Sahne, Minze und Toffee mit Ardbegs klassischen Noten von Fenchel und Kiefernharz. Der Duft eines Lagerfeuers in der Ferne mischt sich mit Kräuter- und Fruchtnoten mit Bananen und Tropenfrüchten sowie duftendem Kerzenwachs.

AM GAUMEN

Ein lebendiger, würzig-scharfer Pfeffergeschmack mündet in einen süßen Schwall cremigen Zitronensorbets (mit kandierten Äpfeln, Birnen und Orangen), einem Hauch von Karbolseife und Teer, cremigem Toffee, Anis und Chili-Pfeffer.

NACHHALL

Ein langer, mild-anhaltender Nachgeschmack mit viel Sahne, Buttertoffee und delikaten, antiseptischen Noten, im elegant-wonnigen Ardbeg-Stil.

MGP Ingredients, Inc. kauft Luxco (Ezra Brooks, Yellowstone)

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Eine Fusion zweier amerikanischer Hersteller wurde gestern bekannt: MGP Ingredients, Inc., deren Erzeugnisse hauptsächlich für Fremdunternehmen produziert werden, hat gestern bekanntgegeben, dass man Luxco, von diesem Unternehmen stammt z.B. auch der bei uns bekannte Bourbon Ezra Brooks, gekauft hat. Grund für diesen Merger in einem Volumen von 425 Millonen Dollar ist, dass sich MGP Ingredients, Inc. in der Langzeit-Strategie dazu entschlossen hat, vermehrt auch mit eigenen Marken auf den Markt zu kommen.

Hier die englischsprachige Pressemitteilung, die den Deal detailliert:


MGP Ingredients, Inc. Announces Definitive Merger Agreement with Luxco

Deal represents an enterprise value of $475 million comprised of equal parts cash and stock

  • Consistent with MGP’s strategy of shifting into higher value-added products
  • Luxco represents a unique and attractive national spirits platform
  • Materially increases MGP’s scale in the branded-spirits sector and establishes an additional platform for future growth
  • Financially attractive and significantly diversifies the MGP business

ATCHISON, Kan., Jan. 25, 2021 (GLOBE NEWSWIRE) — MGP Ingredients, Inc. (Nasdaq:MGPI), a leading supplier of premium distilled spirits and specialty wheat proteins and starches, today announced a definitive agreement to acquire Luxco, Inc., and its affiliated companies (“Luxco”). Luxco is a leading branded beverage alcohol company across various categories, with a more than 60-year business heritage. For the unaudited twelve month period ended October 31, 2020, Luxco generated approximate net revenues of $202 million and 9-liter case volume of 4.8 million.

Luxco provides an established platform of extensive operational capabilities and a comprehensive national sales footprint with an attractive portfolio of brands including Ezra Brooks® Bourbon Whiskey, Daviess County® Straight Bourbon Whiskey, Yellowstone® Bourbon Whiskey, El Mayor® Tequila and Everclear®. This transaction will immediately increase MGP’s scale and market position in the branded-spirits sector and strengthen its platform for future growth of higher value-added products. Importantly, the transaction is expected to improve MGP’s gross margin and cash flow generation profile, and management expects EPS to be low to middle single digit percentage accretive in the first full year following its close, excluding one-time transaction expenses.

“Luxco presents a unique opportunity to take a material step towards realizing our long-term strategy. It significantly expands our product line in the higher-value branded-spirits sector and increases our sales and distribution capabilities across all 50 states,” said David Colo, president and CEO of MGP Ingredients, Inc. “We have enormous respect for the platform Luxco has built, and we’re excited to add its portfolio of fast-growing premium distilled spirits brands together with strong, cash-flow generating legacy brands. We welcome Donn and his family into the MGP shareholder base and look forward to growing together.”

“There is a clear strategic fit between Luxco and MGP and I believe this transaction represents a great outcome for Luxco employees and customers,” said Donn Lux, chairman and CEO of Luxco. “I’m excited to continue my involvement with this blend of two well-positioned companies whose strong records of performance and commitment to excellence provide an attractive platform for continued growth.”

Under the terms of the agreement, Luxco shareholders will receive aggregate cash consideration of $238 million, subject to customary adjustments for working capital, net indebtedness and transaction expenses. They will also receive 5.0 million shares of MGP common stock, valued at approximately $238 million based on a 20-day volume-weighted average price as of January 11, 2021. Luxco shareholders will have the right, subject to certain conditions, to nominate up to two of the Company’s nine Board directors with Donn Lux being designated as the Luxco shareholders’ first director following the closing of the transaction.

The cash portion of the purchase price, plus transaction-related expenses, will be financed by borrowings under MGP’s existing revolving credit facility. The transaction is anticipated to be completed during the first half of 2021, subject to regulatory approvals and customary closing conditions.

Nomura Securities International, Inc. acted as exclusive financial adviser to MGP in this transaction. Stinson LLP acted as MGP’s legal counsel. Perella Weinberg Partners acted as exclusive financial adviser to Luxco, and Bryan Cave Leighton Paisner LLP acted as Luxco’s legal counsel.

About MGP Ingredients, Inc.

Founded in 1941, MGP (Nasdaq: MGPI) is a leading supplier of premium distilled spirits and specialty wheat proteins and starches. Distilled spirits include bourbon and rye whiskeys, gins and vodkas, which are carefully crafted through a combination of art and science backed by a long history of experience. The company’s proteins and starches are created in the same manner and provide a host of functional, nutritional and sensory benefits for a wide range of food products. MGP additionally is a top producer of high quality industrial alcohol for use in both food and non-food applications. The company is headquartered in Atchison, Kansas, where it produces premium distilled spirits and food ingredients. The company also produces premium distilled spirits in Washington, D.C., and at its historic distillery in Lawrenceburg, Indiana. For more information, visit mgpingredients.com.

About Luxco

A leading producer, supplier, importer and bottler of beverage alcohol products, Luxco’s mission is to meet the needs and exceed the expectations of consumers, associates and business partners. Founded in St. Louis in 1958, Luxco remains locally owned and operated by the Lux family. Lux Row Distillers brings the family’s legacy to the heart of Bourbon Country in Bardstown, Kentucky and is now the home of Luxco’s bourbon portfolio, including Ezra Brooks, Rebel, Blood Oath, David Nicholson and Daviess County. Luxco has also built a distillery in the highlands of Jalisco, Mexico – Destiladora González Luxco – where the company’s 100 percent agave tequilas, El Mayor and Exotico, are produced. Luxco’s innovative and high-quality brand portfolio also includes Everclear Grain Alcohol, Pearl Vodka, Saint Brendan’s Irish Cream, The Quiet Man Irish Whiskey, and other well-recognized brands. For more information about the company and its brands, visit www.luxco.com.

Serge verkostet: Coleburn 1972/2020, G&M

Unter den in den letzten Jahren hinzugekommenen Whiskyfreunden wird es nicht allzu viele geben, die daheim eine Abfüllung aus der Destillerie Coleburn stehen haben. Coleburn ist eine Lost Distillery, die letzte Destillation dort fand im Jahr 1985 statt – und seit 2010 gab es gerade noch einmal acht Abfüllungen, die auf den Markt kamen. Jene von Gordon & MacPhail aus dem Vorjahr, die Serge heute als Solitär verkostet, ist die letzte aus den Beständen des unabhängigen Abfüllers, und es steht anzunehmen, dass es überhaupt die letzte war, die noch aus einem Fass kommt. Eine Rarität also, und zwar ohne Wenn und Aber.

Die Wertung für die Abfüllung finden Sie untenstehend, die genauen Tasting Notes können Sie hier nachlesen:

Coleburn 47 yo 1972/2020 (62.4%, Gordon & MacPhail 125th Anniversary, cask #3511, refill sherry puncheon, 363 bottles)91
Lagerhäuser von Coleburn. Bild: Potstill Vienna

Neu: Wemyss Untold Riches – Bunnahabhain 28yo

Von Wemyss Malts wurde heute ein neuer Whisky vorgestellt: Der Bunnahabhain 28yo wird unter dem Namen „Untold Riches“ veröffentlicht.

Der Whisky stammt aus einer Auswahl von insgesamt 31 Fässern (Hogsheads und Sherry Butts) und wurde mit 49,1% Alkoholstärke abgefüllt. Er soll nach altem Leder, staubigen Büchern, altem Holz, Maraschinokirschen und dunklen Früchten sowie Orangenöl duften, am Gaumen findet man laut Abfüller mit Demerara-Zucker umhüllte Walnüsse, Pekannüsse, Pflaumen, Datteln Bananenbrot und Sticky Toffeee Pudding.

Interessant am Wemyss Malts Untold Riches ist auch der Verkaufspreis: Im Vereinigten Königreich liegt dieser bei 150 Pfund. Er wird wohl im Lauf des Februars (Mitte bis Ende) über den deutschen Importeur Alba Import nach Deutschland kommen, dort rechnet man mit einem Preis zwischen 150 und 160 Euro.

Addendum: Wir haben am Dienstag auch noch die Pressemitteilung von Wemyss Malts direkt erhalten und ergänzen sie gerne hier im Artikel:


WEMYSS MALTS LAUNCHES UNTOLD RICHES; THE WHISKY MAKER’S FIRST EVER SINGLE MALT SCOTCH WHISKY CRAFTED FROM MULTIPLE CASKS OF DECADES OLD BUNNAHABHAIN.

Family whisky makers Wemyss Malts have handcrafted their first ever single malt whisky, naming it UNTOLD RICHES after the aromas and flavours discovered within.

The Edinburgh based independent bottlers adoration of this lauded Islay distillery led them to craft this limited edition Bunnahabhain single malt from casks that have been unhurriedly maturing for over 28 years.

Wemyss Malts specialises in producing small batch, hand crafted blended malt Scotch whiskies, and in addition to these also releases several single cask single malt whiskies each year.

The launch of the Untold Riches marks the first time the blending team at Wemyss Malts have utilised the same repertoire of skills and expertise required to craft their exceptional blended malts to create a single malt. This unique Islay single malt utilises their skillset and experience in careful cask selection and the considered art of blending.

To create this malty-sweet Islay whisky, Wemyss Malts blenders carefully selected 31 hogshead and sherry butt casks from several parcels of decade’s old, unpeated Bunnahabhain to blend into a single malt with a depth of untold riches.

The resulting whisky has an abundance of cereal rich and dried fruit flavours, an oily, mouth coating body and a subtle saffron spice finish. It has been bottled at 49.1% ABV; a strength found to be an ideal compliment to the whiskies flavours as well as being non chill-filtered and natural colour.

Untold Riches will be available from wemyssmalts.com from the 25th of January and from independent spirits retailers in the UK, Europe and Asia in February 2020. The whisky comes in a 70cl bottle and gift box with a suggested SRP of £149.95.

PR: BuyMyWhisky geht mit seinem neuen Onlineshop BuyYourWhisky.de online

Einen neuen Onlineshop für Whisky können wir am deutschen Markt begrüßen: BuyMyWhisky.com, die Online-Auktionsplattform für Whisky eröffnet mit buyyourwhisky.de einen Verkaufsshop für Whisky mit einer breiten Auswahl von Standards und Spezialitäten, darunter bereits auch eine Eigenabfüllung.

Seit Sonntag ist man online – untenstehend die offiziellen Infos der Betreiber:


BuyMyWhisky geht mit seinem neuen Onlineshop BuyYourWhisky.de an den Start !

BuyYourWhisky ging am Sonntag den 24.01 um 17:00 Uhr mit dem neuen Shop online.

Der Spezialist für besondere Abfüllungen, wie wir uns gerne bezeichnen, bietet eine Vielzahl von Single Malts und Blends an., auch Whisky aus bereits geschlossenen  Destillerien sind im Shop erhältlich. Man findet bei uns unter anderem auch die Erstabfüllung unseres Unternehmens (einen 23-jährigen Ben Nevis in Fassstärke und natürlich ohne Farbstoffe oder Kühlfiltration), der unter dem Namen Scottish Beauties vermarket wird.

Zudem Können wir schon jetzt darüber informieren, dass bereits im ersten Quartal 2021 eine weitere Abfüllung von buyyourwhisky in der Serie „Scottish Beauties“ auf den Markt kommen wird. Es bleibt also spannend, was man von uns noch alles zu sehen bekommt.

BuyYourWhisky bietet im neuen Onlineshop ein breit gefächertes Produktportfolio, das kontinuierlich erweitert werden wird.

Sollten Sie also auf der Suche nach interessanten Abfüllungen sein, so besuchen Sie gerne unseren Shop unter www.BuyYourWhisky.de

Eine komplette Anleitung für die Burns Night von der BBC – und eine kompakte von uns

Heute am Abend werden viele Menschen rund um die Welt dreierlei: Schotten, Liebhaber von Lyrik und beschwingt von einem guten Tropfen Whisky – denn heute ist die Burns Night, ein Fest für den schottischen Nationaldichter Robert Burns.

Wer die Burns Night in ihrer gesamten zeremoniellen Breite feiern will, den dürfen wir wieder einmal auf den ultimativen Leitfaden dazu hinweisen, den die BBC für die Vollzeitschotten zusammengestellt hat. Er detailliert den Ablauf in diesen Punkten:

  • Piping in the guests
  • Chairman’s welcome
  • The Selkirk Grace
  • Piping in the haggis
  • Address to the haggis
  • Toast to the haggis
  • The meal
  • The drink
  • The first entertainment
  • The immortal memory
  • The second entertainment
  • Toast to the Lassies
  • The final entertainment
  • Reply to the Toast to the Lassies
  • Vote of thanks
  • Auld Lang Syne

Und aye, es geht auch unkomplizierter – wer sich nicht durch die ganzen protokollarischen Schritte arbeiten will, dem empfehlen wir die Whiskyexperts-Kurzfassung:

  • rezitieren Sie ein Gedicht von Robert Burns
  • falls in Griffweite, essen Sie etwas Schottisches
  • genießen Sie einen guten schottischen Whisky – alleine oder mit Freunden (zur Zeit wohl virtuell)

Einen Whisky werden Sie ja in Griffweite haben – und bevor Sie nach einem Gedicht suchen müssen, ist hier eines seiner bekanntesten, das auch Namensgeber eines schottischen Blended Malts ist:

To a Mouse

Wee, sleeket, cowran, tim’rous beastie,
O, what a panic’s in thy breastie!
Thou need na start awa sae hasty,
          Wi’ bickerin brattle!
I wad be laith to rin an’ chase thee
          Wi’ murd’ring pattle!

I’m truly sorry Man’s dominion
Has broken Nature’s social union,
An’ justifies that ill opinion,
          Which makes thee startle,
At me, thy poor, earth-born companion,
          An’ fellow-mortal!

I doubt na, whyles, but thou may thieve;
What then? poor beastie, thou maun live!
A daimen-icker in a thrave
          ’S a sma’ request:
I’ll get a blessin wi’ the lave,
          An’ never miss ’t!

Thy wee-bit housie, too, in ruin!
It’s silly wa’s the win’s are strewin!
An’ naething, now, to big a new ane,
          O’ foggage green!
An’ bleak December’s winds ensuin,
          Baith snell an’ keen!

Thou saw the fields laid bare an’ waste,
An’ weary Winter comin fast,
An’ cozie here, beneath the blast,
          Thou thought to dwell,
Till crash! the cruel coulter past
          Out thro’ thy cell.

That wee-bit heap o’ leaves an’ stibble
Has cost thee monie a weary nibble!
Now thou’s turn’d out, for a’ thy trouble,
          But house or hald,
To thole the Winter’s sleety dribble,
          An’ cranreuch cauld!

But Mousie, thou art no thy-lane,
In proving foresight may be vain:
The best laid schemes o’ Mice an’ Men
          Gang aft agley,
An’ lea’e us nought but grief an’ pain,
          For promis’d joy!

Still, thou art blest, compar’d wi’ me!
The present only toucheth thee:
But Och! I backward cast my e’e,
          On prospects drear!
An’ forward tho’ I canna see,
          I guess an’ fear!

Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall eine wunderschöne und stimmungsvolle Burns Night

Scotch Whisky Association mit neuer Nachhaltigkeits-Strategie

Klimaneutralität ist ein wichtiges Ziel für viele Unternehmen, auch im Zeichen des Kampfes gegen den Klimawandel. Nachdem sich schon Diageo mit einer eigenen Strategie dazu verpflichtet hat (den Bericht dazu finden Sie hier bei uns), hat nur auch die SWA, die Scotch Whisky Association, einen konkreten Plan dafür erstellt.

Dieser Plan sieht einige konkrete Schritte vor, wie das Ziel (und bis wann) erreicht werden soll:

  • Die Klimaneutraliätet soll für die gesamte Whiskyindustrie bis 2040 erreicht sein
  • Bis 2025 sollen alle Verpackungen und Gebinde wiederverwendbar, recyclebar oder kompostierbar sein
  • Man verpflichtet sich, aktiv zum Schutz der schottischen Moorgebiete beizutragen
  • Bei der effizienten Nutzung von Wasser sollen alle Produzenten 2025 bereits im Rahmen der Richtlinien liegen

Seit 2009 verpflichten sich die schottischen Whiskyproduzenten in ihrer Umweltstrategie zu umweltbewußtem Handeln. Seitdem hat man bereits einiges erreicht, so der Artikel in Insider.co.uk:

  • Eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um 34%
  • 28% der Energie der Unternehmen wird von nicht-fossilen Energiequellen gestellt (2009 waren es 3%)
  • Die Effizienz bei der Wassernutzung konnte um 22% gesteigert werden
  • Nur mehr 1% Abfall wird in Deponien gelagert, 75% weniger als 2016

Video: Die Dingle-Halbinsel im Westen Irlands

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Eine kurze Unterbrechung des Alltags genehm? Dann kommen Sie mit uns für eineinhalb Minuten auf die Dingle Halbinsel, Heimat der gleichnamigen Dingle Distillery. Auch wenn diese im Film nicht vorkommt, sehen Sie doch einige Aufnahmen des Ortes und ansonsten wunderbare Natur, die einem wieder so richtig Lust aufs Reisen macht.

Der kurze Film wurde im Dezember von Tourism Ireland auf Vimeo veröffentlicht – wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Vergnügen damit!

Serge verkostet: Ein Quartett aus Strathmill

Von Strathmill, im Besitz von Diageo, gibt es keine Standardabfüllung, allenfalls Neuabfüllungen in der Flora & Fauna Serie, die als Destilleriebottlings zählen – wer also Single Malts der Speyside-Brennerei trinken will, der muss zu den Unabhängigen greifen.

Das tut auch Serge Valentin in der Verkostung heute, und er würzt das Ganze mit dem Flora & Fauna Bottling. Die Unabhängigen haben aber allesamt die Nase vorne:

Strathmill 12 yo (43%, OB, Flora & Fauna, +/-2019)80
Strathmill 14 yo 2006/2020 (61%, The Whisky Barrel, 1st fill sherry butt finish, cask #TWB1013, 685 bottles)86
Strathmill 11 yo 2009/2020 (58.5%, James Eadie, oloroso cask finish, 617 bottles)88
Strathmill 27 yo 1991/2019 (46.1%, Cadenhead, Single Cask, bourbon hogshead, 204 bottles)87

Und hier noch ein zur Jahreszeit passendes Bild der Destillerie:

By Ulysses.Hood – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37546947

Neue Deutsche Whiskyvideos und Pocasts der Woche (216)

Willkommen zur  216. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Die Liste der teilnehmenden Vlogs und Podcasts ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

In der Ausgabe 216 finden Sie rekordverdächtige vierzehn neue Videos und einen Podcast:

Podcast We talk Malts Folge 33 – Wer wird WTM Masterblender?

Whisky Evening – Glenglassaugh 30 Jahre

Whisky & Vinyl – Laphroaig 10

Malts and Metal – Highland Park CS Kilchoman MB CS

Barrelbeast – Octomore 10-year-old διάλογος – 4th-Ed.

Whisky Enjoy – Garrison Brothers Small Batch Fall 2020

Malt Mariners – Clontarf Reserve Irish Whiskey

Malte talks Malts – Ardmore 11 Jahre – Douglas Laing OP

Whisky in Drag – Springbank 15

Pat Hock – Glenlivet 12 Illicit Still

https://youtu.be/PmbvtUiYnGE

WhiskyJason – Highland Cattle 11yo Blended Malt

Friendly Mr. Z – Bootleggers 6yo über Schilf geräuchert

Whiskyllerie – Glendronach 21 vs Glenygone 21

World Wide Whisky – Edradour 10 Jahre Signatory Vintage

Whisky Plausch – Tullibardine 25


Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 8)

Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv im Vorabdruck präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz.

Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).

Das Buch Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten)  erscheint am 01.02.2021 im Alba Collection Verlag GbR. Es kann zum Preis von 19,- Euro hier vorbestellt werden.

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Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection

-hier geht es zur Folge 7-

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 8)

Das ungeschriebene Bargesetz „Selbstbedienung“ speicherte ich im Hinterkopf, die Flasche gab ich nach dem Notieren der Informationen zurück und mit dem bescheiden gefüllten Glas verkroch ich mich in eine ruhige Ecke der voller und voller werdenden Hotelbar. Mit dem Glas Organic vor mir, wartete ich auf meine Verabredung, die hoffentlich bald kommen würde. Nun ja, es war erst zehn Minuten über der verabredeten Zeit. Ich zwang mich zur Gelassenheit und widmete mich dem Glas vor mir auf dem Tisch.

Strohhell strahlte der Organic mich an und als ich an seiner Blume zuerst mit dem rechten und anschließend dem linken, sensibleren Nasenflügel schnupperte, ganz ruhig und ohne zu übertreiben einatmete, empfing ich Aromen von Orange und Zitrone. Keine Spur von Rauch, Räucherschinken oder Terpentin, wirklich ein gefälliger Strauß frugaler Noten. Erwartungsvoll wagte ich den ersten Schluck, nur einige Tropfen träufelte ich in die Kiefermulde unter die Zunge. Augenblicklich weckten die 50 % vol. Alkohol den Speichelfluss in den Backentaschen. Ich kaute die Tropfen ganz bewusst und schmeckte viel Malz und Holz am Gaumen. Auch cremiges Toffee Konfekt. Als der Schluck den Schlund passierte, fiel mir gleich das viele Holz auf. Die bestimmende Note von American Oak war mir zu eindimensional, zu plump durch die Speiseröhre geronnen und hatte sich recht schnell verflüchtigt. Nach dieser Kostprobe drängte sich alsbald die Frage auf: wo versteckten sich die biodynamischen Eigenschaften, das besonders intensive Geschmackserlebnis, das man beim Verzehr von Biogemüse erlebt? Beim Organic von Bruichladdich kam der biologische Gersteanbau in der Sensorik nicht zur Geltung. Für meinen Geschmack unterschied er sich in nichts von einem herkömmlich produzierten Single Malt. Aus diesem Grund fiel meine Bewertung mit zwei Stützrädern recht mittelmässig aus.

Im gut gefüllten Barraum hatte mich meine Verabredung entdeckt und sich mit einem Glas dunklem Ale zu meinem Wandtisch durchgedrängelt. Hier, in der hintersten Ecke, ließ es sich gut reden, die Menschentraube verdichtete sich um die große Bar und verschonte die hinterste Ecke mit ihrer Feierabendlaune.

„Hey Kajus! Schön, dass du gekommen bist, was magst du trinken?“

„Danke, hab mir schon ein Bier geholt“, sagte der Litauer, der frischrasiert und herb duftend in einer schwarzen Lederjacke an meinen Tisch trat. Sportlich attraktiv überragte er die meisten der Gäste. Irgendwie fühlte ich mich geehrt, als er sich mit einem gewinnenden Lächeln zu mir setzte. „Entschuldige, wie heißt du nochmals, ich habe leider deinen Namen vergessen.“

„Uli!“

„Jetzt fällt’s mir wieder ein. War ein hektischer Tag, über hundert Besucher hatten wir heute noch. Du bist mit dem Fahrrad gekommen. Alle Achtung! Nun erzähl mal, was hat dich nach Schottland verschlagen?“

„In den nächsten vier Wochen will ich von Brennerei zu Brennerei radeln, um ein Buch über Whisky zu schreiben. Und an Islay kommt keiner vorbei, nicht mal einer, der Torfwhiskys nicht ausstehen kann“, antwortete ich ganz ehrlich.

Kajus hob den Daumen. „Tolle Idee, das würde mir auch gefallen. Mit dem Fahrrad auf Tasting-Tour gehen, von einer Destillerie zur nächsten, bis ich meinen Lieblingswhisky gefunden habe.“

„Ja nur, das hört sich einfacher an als man glaubt. Allein heute probierte ich vier Malts, einen bei euch, zwei bei Lagavulin, einen bei Ardbeg. Ehrlich gesagt, nur weil ich mir Notizen mache, kann ich mich noch erinnern wie jeder aussieht, riecht, schmeckt und wie er vor allem im Abgang ist. Von heute sind die Eindrücke noch frisch, aber ich habe vor fünf Tagen Auchentoshan in Glasgow besucht und aus dem Stegreif könnte ich dir nicht mehr sagen, wie die beiden Dram dort schmeckten. Nur weil ich jede Verkostung in meinem Tagebuch notiere, kann ich mich noch an Details erinnern. Schließlich habe ich noch viele Brennereien vor mir, morgen Bruichladdich, dann geht’s weiter nach Campbeltown.“

„Respekt, da hast du ja noch einige Meilen vor dir.“

„Ja schon, darüber reden wir später. Jetzt würde ich gerne wissen, wie du zu Laphroaig gekommen bist?“

Kajus fuhr sich durch das dichte Haar und überlegte einen Moment. „Kurz gefasst, meine Eltern kamen vor fünfzehn Jahren aus Litauen und haben sich in Manchester niedergelassen. Später sind sie nach Glasgow umgezogen, wo mein Vater einen Job in einer Flaschenfüllstation von Diageo fand. In Glasgow habe ich vor zwei Jahren mit Betriebswirtschaft an der Caledonian University angefangen. Nach vielen Bewerbungen und Beziehungen fand ich schließlich die Anstellung bei Laphroaig, weil die ihren Whisky auch in Glasgow in der Station meines Vaters abfüllen lassen.“

„Ach so, ich dachte hier auf Islay.“

„Oh nein, Islay ist unter uns gesagt nur noch das Aushängeschild der hiesigen Industrie, eigentlich nur noch ein Marketing Gag.“

„Wie soll ich das verstehen?“

„Die örtlichen Destillerien brennen hier nur noch, da sie den Traditionsnamen „Islay“ auf dem Etikett haben wollen. Aber das Ausgangsprodukt kommt vom Festland oder aus Australien oder den USA, ja sogar seit neuestem aus China. Hast du nicht den riesigen Blechkasten gleich um die Ecke am Fährpier gesehen, dort wird die importierte Gerste gelagert, bevor sie in die Diageo-Mälzerei Port Ellen und von dort gemahlen und aufbereitet an alle örtlichen Brennereien verkauft wird. Selbst das Wasser für die Maische kommt zum großen Teil mit dem Schiff und Tanklastern vom Festland, denn das hiesige Wasser ist so torfhaltig, dass es richtig braun aus der Leitung kommt. Um es trinkfertig aufzubereiten, braucht man aufwändige Filter. Es ist schon verrückt, die lokale Aufbereitung ist teurer als es mit dem Schiff übers Meer herzubringen. Die Insel besteht zu sechzig Prozent aus Torf und alles Wasser in den Bächen zwischen Port Askaig und Port Ellen ist Moorwasser und ungenießbar. Aber auch das Gas zum Befeuern der Brennblasen und zum Heizen kommt mit dem Schiff und mit Tanklastern vom Festland. Schließlich wird auch der Whisky als Bulkwhisky in Tanklastern nach Glasgow abtransportiert, dort mit gefiltertem Wasser gestreckt, bis der vorgeschriebene Mindestgehalt von 40 % vol. erreicht ist. Dann wird der Malt in Flaschen abgefüllt und von Glasgow aus weltweit verschifft.“

Bild: Whiskyexperts

Langsam dämmerte mir, dass ein kluger, aber auch sehr kritischer Kopf vor mir saß, der mit der Situation unzufrieden war. Vielleicht sah er in mir einen Journalisten, dem er sein Leid klagen konnte, dachte ich bei mir und meinte: „Das hört sich ja nach einer ausgetüftelten Spezialisierung an!“

„In BWL nennt man das Diversifikation. So muss es bei euch in Deutschland in der Autoindustrie zugehen: Zulieferung von überall her.“

„Na ja, bei den Mengen an produziertem Whisky geht das wohl gar nicht anders, oder?“, erwiderte ich, um mehr Informationen aus ihm herauszulocken.

„Ginge schon, doch dann wäre der Islay Malt um ein vieles teurer. Dafür gäbe es allerdings mehr Arbeitsplätze. Aber welcher Konzern will schon auf seinen Profit verzichten. Die Whiskygiganten sind alle Weltkonzerne, zum Teil auch Aktiengesellschaften. Aus Profitgründen haben sie in den letzten Jahren die Rationalisierung enorm vorangetrieben. Heute betreuen gerade mal acht bis zehn Arbeiter eine ganze Brennerei, die das Mälzen, die Abfüllung, das Marketing und den Vertrieb ausgelagert hat und nur noch auf die Gärung, das Brennen und die Fasslagerung spezialisiert ist. Eine Handvoll Arbeiter produziert eine Million oder mehr Liter Whisky pro Jahr, das ist doch nicht gut bei der anhaltenden Arbeitslosigkeit in Schottland. Auch in diesem Gewerbe heißt das Zauberwort inzwischen Shareholder Value, das kann ich nicht gutheißen.“

Langsam fragte ich mich, war mein Gegenüber ein Gewerkschafter, gar ein Kommunist, der Sand in die Mühlen des Kapitalismus streute? Verstohlen betrachtete ich ihn, ließ mir aber nichts anmerken und fragte weiter: „Kajus, du sprichst von Giganten, das hört sich nach etwas Bedrohlichem an.“

„Ich könnte auch Monopolisten sagen. Ich spreche nicht von den Kleinbrennereien, ich meine Global Player wie Diageo, Pernod Ricard, Beam Suntory, Rémy Cointreau und Brown Forman, die die Großzahl aller Brennereien in Schottland besitzen, die Eigentumsverhältnisse aber dezent verschleiern. Diese Strippenzieher halten sich bedeckt und agieren im Hintergrund, um dem Konsumenten zu suggerieren, dass die alten Brennereien wie Laphroaig eine eigenständige und seit 1815 durchgehende Firmengeschichte haben. Aber das ist Augenwischerei…“

„Ziemlich heftig, deine Kritik. Kannst du dies belegen?“, fragte ich dazwischen.

„Ja, klar! Ich wurde von Beam Suntory, was ein japanisches Unternehmen ist, eingestellt. Unser Nachbar Lagavulin gehört Diageo und Ardbeg ist der Geldscheißer der Franzosen von Moet Hennessy, denen auch Glenmorangie[1] gehört. Und wenn du morgen Bruichladdich besuchst, sei dir bewußt, die müssen nach der Pfeife von Rémy Cointreau tanzen.“

Kajus hatte sich echauffiert, sichtlich wütend war er auf diese Entwicklung. Mir war die ganze Aufregung aber recht, denn so erhielt ich einige Brocken Insiderwissen, das mir weiterhalf und ich bemerkte in ruhigem Ton: „Wenn ich das recht verstehe, habt ihr hier eine global vernetzte Whiskyindustrie.“

„Genau!“, antwortete Kajus und tippte mit dem rechten Zeigefinger auf mein aufgeschlagenes Tagebuch, derweil fuhr er fort: „All diese Weltkonzerne orientieren sich am Massengeschmack, um so ihren Profit zu steigern und ihren Marktanteil in diesem Kampf auszubauen. Ich kann das am Beispiel von Beam Suntory belegen. Dieser Konzern verkauft seinen schottischen Single Malt vor allem in die USA, wo traditionell Bourbon ‚on the rocks‘ getrunken wird. Da die Amis eben gewohnt sind, ihren Jim Beam eiskalt zu trinken, muss der importierte Scotch chill-filtered sein, um auf dem US-Markt Erfolg zu haben. Kühlfiltrierte Malts gibt es seit 1972, seither werden Pressfilter, ja, sogar gesundheitlich bedenkliche Asbestfilter benutzt, um zu verhindern, dass der Malt bei niedriger Temperatur wolkig im Glas steht. Ich bin ein absoluter Gegner des Filterns, denn dadurch entzieht man ihm eben auch wichtige Ballaststoffe, die seine Textur formen. Für mich wird dadurch die Reinheit des schottischen Whiskys verfälscht und das nur wegen der amerikanischen Vorliebe für einen Scotch auf Eiswürfeln.“ Kajus war richtig in Fahrt gekommen und sprach inzwischen so laut, dass die Gäste vom Nebentisch verwundert herüberschauten. Mit einer beschwichtigenden Handbewegung signalisiete ich ihm, leiser zu reden, was er auch tat.

Mit vorgebeugten Schultern und gesenkter Stimme sagte er: „Vermutlich weisst du, dass man bei einem alkoholischen Getränk die Qualität schlechter kontrollieren kann, je kälter es serviert wird. Ergo kann ein kaltes Getränk von minderwertiger Qualität sein und du merkst es nur schwer, denn bei Kälte lassen sich Aroma und Geschmack nur bedingt feststellen. Riech mal an einem Eis am Stiel, du wirst nichts riechen.“

Jetzt, wo Kajus sein Wissen so fundiert offenbarte, wurde mir immer klarer, dass ich eigentlich recht wenig über die Hintergründe des Whiskymachens wusste.

An der Südküste – Blick Richtung Osten zu Laphroaig

„Damit du mich recht verstehst Uli, ich arbeite nur die Sommersaison über bei Laphroaig, im September gehe ich nach Glasgow zurück und mache meinen Master in BWL.“

Eine gute halbe Stunde war über unserer Unterhaltung verstrichen und ich spürte, dass er langsam die Lust am Kritisieren und Bewerten der ganzen Situation verlor. So fragte ich ihn abschließend: „Kajus, was gibt’s du mir noch für einen Rat für meine weitere Tour?“

„Lass dir Zeit, bring Geduld mit und versuch die nicht so offensichtlichen Arbeitsprozesse in einer Destillerie zu begreifen. Auch die Kniffe der alten Hasen mitzubekommen und leg nicht zuviel Wert auf die organisierten Führungen, auf denen wird viel schöngeredet.“

Ich war froh über seine Offenheit und dass er nicht aus Höflichkeit gegenüber einem Fremden mit seiner Kritik hinter dem Berg gehalten hatte. Als Dankeschön lud ich ihn noch zu einem letzten Absacker nach eigener Wahl ein. Kajus entschied sich für einen Laphroaig, ich für eine kleine Flasche stilles Wasser. Gemeinsam verließen wir ziemlich spät die Hotelbar und vor dem Eingang bekräftigten wir den gemeinsamen Wunsch, in Kontakt zu bleiben.

Längst war die Nacht angebrochen, aber richtig finster war es nicht in diesen hohen Breiten. So konnte ich beobachten wie gewandt Kajus sein Rennrad bestieg und ohne Licht in die Islay-Nacht hinausfuhr. In Gedanken versunken, überaus zufrieden mit dem Erlebten, überquerte ich die ausgestorben daliegende Hafenstraße und sperrte möglichst leise die Haustür zu meinem B&B auf. Voller Vorfreude auf das Frühstück am Tag meiner Weiterreise ging ich zu Bett. Nicht ohne zuvor die Ohren mit den Stöpseln zu versiegeln. Immerhin befand sich meine Ruhestatt direkt an einer dünnen  Rigipswand.

(zur nächsten Folge)


[1] glen-mor-run-jee

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Limitiert auf 520/0,7l Flaschen präsentieren wir die neue Abfüllung des J.B.G Münsterländer Single Malt Whisky, gereift in zwei Bourbon Barrels aus amerikanische Weißeiche (Fass 101 und 102).

Am 9. Dezember 2014 diese Abfüllung destilliert und in die Fässer zur Reifung gegeben, wo der Spirit über sechs Jahre lang, bis zum 14. Dezember 2020, reifen durfte. Es entstand ein weicher, ausgewogener Whisky mit vollem Körper.

Tasting Notes:

Nase: Süßlich, malzig, getrocknete Früchte, Vanille
Geschmack: Süßlich, malzig, fruchtig, würzig nach Vanille
Abgang: Mild, langanhaltend.

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