Flaschenbilder z. T. © Whiskybase.com, mit freundlicher Genehmigung

Zwei nicht-rauchige, zwei rauchige Whiskys – könnte man bei unseren zuletzt verkosteten Whiskys meinen, aber so ganz stimmt das nicht. Der Caol Ila ist unpeated und 2013 im Rahmen der Diageo Special Editions erschienen. Also hält nur der Smokehead Sherry Bomb die Rauchfahne hoch. Was sich, abgesehen von der Rauchfreiheit, der Arran und der Caol Ila noch teilen, ist die Verwendung von Bourbon- und Sherryfässern. Auf letztere verzichtet der Glen Ord ganz.

Glen Ord 13yo 2004/2017m Douglas Laing Old Particular, 48.4 Alk./Vol. (Sample: privat) – Vom ersten Riechen an spricht das Getreide zu den Sinnen, mit einem leicht fruchtigen Unterton. Für seine 48.4% ist er zunächst am Gaumen unerwartet pfeffrig, das Mundgefühl wird dann aber von der nachfolgenden Malzsüße wieder etwas befriedet.

Ein destillatbetonter Whisky, bei dem das Refill-Bourbonfass die zweite Geige spielt. Unspektakulär, ohne dabei langweilig zu sein. 
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Arran 21yo, Originalabfüllung 46% Alk./Vol. (Sample: privat) – Der Arran 21yo ist in allen Phasen des Genießens durch ein Wort zutreffend definiert: Eleganz. Vom vielschichtigen Duft in der Nase, der bereits von schöner Reife erzählt, über das samtig weiche und changierende Mundgefühl (Schokonoten, Feigen und Datteln, Aprikose und Malz) bis zum ebenso samtigen und mundfüllenden Abgang, der kein ende nehmen will: Hier zeigt die Destillerie, dass Destillat und Fassmanagement perfekt sind und perfekt miteinander harmonieren.

Einfach schön!
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Caol Ila Stitchell Reserve 2013, OA,  59.7% Alk./Vol. (Sample: privat) – Nie im Leben käme man bei einer Blindverkostung auf die Idee, hier einen Caol Ila vor sich zu haben. Null Rauch, dafür druckvolle Karamell- und Fruchttöne. Genau so kraftvoll zeigt er sich dann auch am Gaumen, dabei aber wirklich perfekt balanciert – Vanille und dunkle Früchte vereinen sich mit Lakritze zu einem wuchtigen Mundgefühl. Im Finish dann mit viel Fantasie ein leiser Hauch von Rauch – oder sind das Holztöne?

Eine faszinierende Abfüllung!
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Smokehead Sherry Bomb Islay Single Malt, Ian MacLeod 48% Alk./Vol. (Sample: privat) – Die Nase sagt eher Smokehead als Sherry Bomb, da dominiert der Rauch und lässt noch einige Specknoten zu. Dann kommt etwas ungepflegter Kuhstall, der Rauch zieht sich etwas zurück. Am Gaumen explodiert da auch nichts, das trinkt sich eher gesittet und fast cremig. Hier hält sich der Rauch zurück und auch die Specktöne baden in Süße. Insofern, was den Knall betrifft, eher ein Maulheld – was ein wenig schade ist, denn als properer Sherryraucher geht er schon durch.

Fazit: Zwar kein Blindgänger, aber auch keine Bombe.
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Die Bilder der Abfüllungen für den Artikel und dessen Titelbild haben wir mit freundlicher Genehmigung zum Teil aus der Whiskydatenbank Whiskybase.com übernommen. Vielen Dank dafür!

Mit „Tasting-Splitter“ wollen wir unsere Verkostungsnotizen mit einem neuen Format ergänzen. In lockerer Abfolge berichten wir von den letzten Whiskys, die wir hier in der Redaktion im Glas hatten. Das tun wir nicht mit ausführlichen Beschreibungen des Geschmacks im klassischen Sinn, sondern wollen es auf eine ungezwungene Art tun. Eher emotional als analytisch wollen wir einige Fragen beantworten: Welchen Eindruck hinterlässt der Whisky? Was fällt uns besonders auf? Wie haben wir ihn im Moment erlebt? Welchen Charakter zeigt er?

Auch bei „Tasting-Splitter“ gilt, so wie bei den (nach wie vor geplanten) Verkostungen einzelner Whiskys: Unser Geschmack ist so subjektiv wie der Ihre. Wir fällen daher keine Urteile, sondern geben unseren persönlichen Eindruck kund. In diesem Sinne: Viel Vergnügen damit!