Vielleicht ist es wirtschaftlich doch keine so gute Idee, sich gegenseitig mit Zöllen und Gegenzöllen sowie Boykotten zu belegen: Wie The Spirits Business heute berichtet, sind die Exporte von US-Spirituosen zwischen März und Dezember 2025 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 70% zurückgegangen. Oder in Zahlen ausgedrückt: Statt 203 Millionen Dollar sind es jetzt nur mehr 60 Millionen.
Die ganze Malaise hat damit begonnen, dass die USA begonnen haben, Zölle von bis zu 35% auf kanadische Importe einzuheben. Am 13. März 2025 reagierte Kanada mit 25% Zoll auf alle US-Spirituosen. Gleichzeitig boykottierten alle kanadischen Provinzen amerikanische Spirituosen – nur Alberta und Saskatchewan haben dieses Embargo seitdem wieder aufgehoben. Die kanadische Regierung hat die Zölle übrigens am 25. August 2025 wieder gestrichen – und die Amerikaner dürfen sie seit dem Gerichtsurteil in diesem Jahr auch nicht mehr einheben.
Der Schaden ist aber angerichtet und das Konsumentenvertrauen nachhaltig geschädigt – so ist Kanada vom zweitwichtigsten Exportmarkt für die US-Spirituosenindustrie innerhalb eines Jahres auf Platz 6 abgerutscht und verstärkt damit die fundamentalen Probleme für die Industrie noch mehr – völlig unnötig, möchte man sagen.
Im Gegenzug hat der Export kanadischer Spirituosen in die USA im Vorjahr um 11% zugelegt.
Besonders hart getroffen haben die Verwerfungen übrigens Brown-Forman, hier beträgt der Umsatzrückgang in Kanada satte 59%. Campari schrieb „nur“ 5% weniger Gewinn in Kanada. Diageo konnte dort im letzten Halbjahr 2,3% mehr verkaufen, auch Pernod Ricard „freut“ sich über die Schwäche der US-Konkurrenz und hat ein Gewinnplus von 13% in Kanada zu verbuchen.

Anm.: Titelbild durch AI generativ erweitert mit Firefly Fill & Expand















