Sonntag, 14. August 2022, 12:02:16

Whisky im Bild: Die Destillerie Glenturret

34 Bilder aus der Highland-Brennerei mit angeschlossenem Sterne-Restaurant, früher bei Edrington, nun im Besitz von Lalique

In unserem Beitrag von heute nimmt Sie Jochen Wied von Joe’s Tastings mit in die Destillerie Glenturret, die er im Rahmen des Besuchs des Spirit of Speyside Festivals besichtigt hat. Er schickt uns neben den Bildern auch einige begleitende Infos:

  • Nachdem Glenturret 2018 an die Lalique-Group (u.a. Hersteller edler Dekanter und weiterer Luxus-Glas-Artikel, siehe auch Bild mit Kronleuchtern mit einem Wert von jeweils über 30.000 GBP an der Verkostungs-Bar) verkauft wurde, hat dieser ein historisches Gutachten veranlasst, um nachzuprüfen, ob das Prädikat älteste Brennerei Schottlands mit Gründungsjahr 1775 auch stichhaltig ist. Dabei kam heraus, dass Glenturrett sogar älter ist und das Gründungsjahr nun 1763 lautet. Da hat sich das historische Gutachten durchaus gelohnt. Einziger Nachteil dabei: Logos auf Etiketten, Schildern, Merchandise-Artikeln, etc. mussten alle noch einmal geändert werden.
  • Vor dem Distillery Shop steht eine Statue der verstorbenen Destillerie-Katze Towser. Sie soll in ihren knapp 24 Jahren Lebenszeit 28.899 Mäuse gefangen haben. Damit hat sie es ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft.

Zum Mash Tun haben wir von Glenturret zusätzliche Infos erhalten, die jene, die ursprünglich im Text von Jochen zu finden waren, präzisieren. Wir bringen sie hier in deutscher Übersetzung:

  • Warum hat The Glenturret seinen Mash Tun geändert? The Glenturret hat sich schon immer leidenschaftlich für den Schutz seiner traditionellen Werte eingesetzt. Im Jahr 2019 wurde unser Distillery Manager, Ian Renwick, gebeten, sich mit der Steigerung der Destillerieproduktion zu befassen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Integrität unseres handwerklichen Ansatzes gewahrt bleibt. Ian beauftragte die lokalen Ingenieure Allen Associates, die branchenführend in der Prozessgestaltung sind, um nach Möglichkeiten zu suchen, nachhaltige Veränderungen vorzunehmen und gleichzeitig unser Volumen zu steigern. Ian und das Team verbrachten mehrere Jahre damit, einen neuen Prozess für die Destillerie zu entwerfen, der den Austausch unseres handbetriebenen Mash Tun beinhaltete. Obwohl der alte Mash Tun beim Extrahieren von Zucker effizient war, wurde erkannt, dass sein manuelles Design mehrere einschränkende Faktoren hatte. Der Prozess war alles andere als energieeffizient, er erforderte große Wassermengen und verursachte unnötig viel Abfall. Das Maischen war für unser Team unglaublich arbeitsintensiv und schränkte auch unsere Fähigkeit ein, bestimmte Malzsorten zu verarbeiten.

    Als Wächter über die Traditionen von The Glenturret ist es auch unsere Verantwortung und Pflicht, die Destillerie in eine nachhaltigere, umweltfreundlichere Zukunft zu führen. Vor diesem Hintergrund und zum Wohle unseres Teams wurde die Entscheidung getroffen, unseren Mash Tun zu ersetzen, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern und die Produktion in den kommenden Jahren nachhaltig zu steigern.
  • Bewegt sich die Destillerie weg von ihrem handwerklichen Ansatz bei der Whiskyherstellung? The Glenturret weicht nicht vom Ansatz „von Hand und Herz“ ab. Wir haben sehr eng mit den Designern zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass unsere Mash-Tun-Operatoren weiterhin die volle Kontrolle über alle Maischestufen haben. Wir sind uns bewusst, dass die Fähigkeiten und Erfahrungen unseres Teams weiterhin unser wichtigstes Kapital sind.
  • Ist der Mash Tun die einzige Änderung an der Produktion von The Glenturret? Unser neuer Mash Tun ist nicht die einzige Änderung in unserer Produktion. Wir haben diese Gelegenheit genutzt, um weitere Energieeinsparungen in unserem Prozess zu erzielen. Wir haben ein neues Vorheiz- und Heizsystem in unseren Brennblasen eingeführt. Dadurch können wir unsere Auswirkungen auf die Umwelt weiter reduzieren und gleichzeitig die Integrität unseres Spirits bewahren.

Viel Vergnügen mit den über 30 Bildern von Glenturret, die Sie mit Anklicken vergrößern und damit auch die Legende lesen können (alle Bilder Copyright Jochen Wied, Joe’s Tastings):

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