Für die Beiden war es nur eine reine Frage der Zeit, bis sich Mike Müller, Geschäftsführer der „Brick House Saxobar“ in Remscheid, und Michel Reick, (Mit-)Eigentümer der Bar und des Online-Shops „Whisky Dungeon“ im westfälischen Münster, über den Weg laufen. Es entwickelte sich eine Freundschaft und der Start eines gemeinsamen Projekts war nur der logische Schritt. Unter dem Label „Best Dram“ präsentieren sie seit März 2014 ausgesuchte Whisk(e)ys verschiedener Brennereien.
Von ihren aktuellen Abfüllungen stellten sie uns dieses Sample zur Verfügung, das von unserem Redakteur Dirk Piesczek verkostet wurde.

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Best Dram
Auchentoshan
17 Jahre

54,3 % Vol., Sherry Hogshead, ohne Kühlfilterung und Farbstoff

Die Lowländer, fast eine aussterbende Gattung. Es scheint mehr Lost Destilleries aus dieser Whisky-Region zu geben als noch produzierende Brennereien. Ihr leichter ungetorfter Charakter erfreut sich nicht einer so großen Beliebtheit, die Highländer und Speysider haben hier die Nase vorn.

Nase: Leicht und dezent präsentiert sich dieser Lowländer. Wir finden eine holzige Würzigkeit. Der Alkohol wunderbar eingebunden? Nein, er ist nicht vorhanden! Die 54,3 % Vol. sind hier nicht zu finden. Auf eine Zugabe von Wasser verzichten wir da lieber mal.

Gaumen: Ah, ein wunderbares Mundgefühl, ölig zeigt er sich am Gaumen. Dieser Auchentoshan hat die 17 Jahre im Fass sichtlich genossen und verdeutlicht, warum eine lange Reifezeit bei Whisky sinnvoll sein kann. Zum ersten Mal erscheint der Alkohol als ein leichtes Kitzeln an der Spitze der Zunge. Verwobene Aromen, es ist nicht ganz einfach, sie zu definieren. Es gibt eine Spur von Marzipan, eine kleine Zitrus-Note von Orange und ein leichtes Honig-Aroma.

Finish: Sehr lang und wärmend.

Alles in allem: Mit den Lowländern konnte ich nie etwas anfangen. Erstens gibt es nicht so viele davon, und zweitens war ich für ihre sanfte, leichte Art nicht der richtige Empfänger. Was andere an ihnen schätzen, hielt mich eher fern von ihnen. Dieser Auchentoshan zeigt, was ein Lowländer sein kann. Dafür gibt ein „Danke“ und ein „Gut“.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!