Sonntag, 17. Januar 2021, 08:13:24

Gegenseitige Strafzölle auf Whisky bleiben aufrecht – Industrie auf beiden Seiten des Atlantiks enttäuscht

Bei den Handelsbarrieren für Whisky ist keine Lösung in Sicht - im Gegenteil

Wer darauf gehofft hat, dass wirtschaftlich schwierige Zeiten Regierungen dazu bringen könnten, Handelsschranken abzubauen und so wieder etwas mehr Schwung in die lahmenden Exporte und Importe zu bringen, der sieht sich enttäuscht: Seitens der US-Regierung wurde jetzt zwar beschlossen, die Strafzölle auf europäische Güter in Teilen anzupassen, für viele Produkte, darunter auch Whisky, werden sie aber unverändert bei 25% belassen. Und wie das bei Streitereien so ist: Im Gegenzug wird man auch auf der europäischen Seite keine Änderungen für amerikanischen Whiskey erwarten dürfen.

Der Handelsstreit, der sich an europäischen Subventionen für den Flugzeughersteller Aurbus entzündet hat und uns diese Strafzölle auf Whisky beschert, bleibt im Kern ungelöst, und das bekommen Produzenten weiter zu spüren. Seit dem Beginn der Sanktionen sind die Exporte von schottischem Whisky in die USA um 30% zurückgegangen, was für die Industrie einen Gesamtverlust von über 300 Millionen Euro bedeutet. In dieser Rechnung sind die Effekte der Pandemie noch gar nicht berücksichtigt – es ergibt sich also in Summe eine noch widrigere Situation.

Dementsprechend enttäuscht fallen die Reaktionen von der Scotch Whisky Association (SWA) auf die Beibehaltung der Sanktionen aus, und ähnlich enttäuscht zeigt sich die andere Seite, DiSCUS, The Distilled Spirits Council US. Vor allem weist man jenseits des Atlantiks darauf hin, dass die EU die Sanktionen zusätzlich auf Rum, Brandy und Wodka aus den Vereinigten Staaten ausdehnen könnte und schon jetzt eine Erhöhung der Strafzölle von 25% auf 50% im Frühjahr plant – statt Deeskalation also eine Verschärfung der Lage.

Wie geht es weiter? Die Herauslösung des Vereinigten Königreichs aus der EU macht die Situation nicht einfacher, da nun Europa nicht mehr mit einer Stimme reden kann – aus bilateralen Gesprächen ist eine Gesprächsrunde geworden. Es bleibt abzuwarten, ob vielleicht ein neuer Präsident in den USA den gordischen Knoten zerschlagen kann oder will und ob sich die EU im Kern der Sache gesprächsbereit zeigt…

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