Mit 1,4 Milliarden Einwohnern ist Indien nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Welt, sondern mit seiner rasant wachsenden Mittelschicht und ihrer zusammengerechnet enormen Kaufkraft auch ein riesiger Hoffnungsmarkt für andere Länder.
Die Spirituosenindustrie in Schottland hat schon längere Zeit auf diesen Markt gehofft, und ihn mit dem Handelsdeal zwischen Indien und UK aus dem Vorjahr (wir berichteten), der die Zölle von bis zu 150% zunächst halbiert hat und in den nächsten Jahren auf 40% senken wird, auch bekommen.
Die EU war in dieser Beziehung seitdem extrem benachteiligt – da die Zölle für die Produzenten der europäischen Gemeinschaft prohibitiv hoch blieben. Nun aber, nach dem Deal zwischen Indien und der EU, der gestern nach 20 Jahren finalisiert wurde, können unsere Whiskyproduzenten zu den gleichen vorteilhafteren Bedingungen nach Indien exportieren.
Die europäische Spirituosenindustrie ist dementsprechend enthusiastisch:
“This agreement is a real game changer for our sector. Cutting tariffs from 150% to 40% will unlock long-term growth, create new jobs across the value chain, and give Indian consumers greater choice through a complementary, rather than competing, offering. The deal benefits both sides: a stronger EU presence will support market diversification, boost revenues, attract investment, and generate downstream employment in India, without displacing domestic production.”
Mark Titterington, Generaldirektor SpiritsEurope
Für die Spirituosenindustrie ist Indien nach China volumensmäßig der zweitgrößte Markt – in Indien trinkt man anteilsmäßig mehr Spirituosen als Wein und Bier. Nun wird es wichtig sein, dass die Behörden beider Parteien gut mit der Industrie zusammenarbeiten, um den Vertrag schnell und effektiv zu implementieren. Leicht wird es trotz dieser Vereinbarung dennoch nicht werden – der indische Markt ist durch die unterschiedliche Gesetzgebung der Bundesstaaten sehr fragmentiert und schwierig zu bearbeiten, wie man aus der Industrie immer wieder hört.
















