Die Geschichte rund um Uncle Nearest eilt von einem „Höhepunkt“ zum nächsten und liest sich mittlerweile wie eine Räuberpistole: Nun wird das Unternehmen hinter der in Konkursverwaltung befindlichen Brennerei Nearest Green von Farm Credit Mid-America, dem Hauptgläubiger des Unternehmens beschuldigt, ein Millionendarlehen des Musik-Magnaten Jay-Z vor seinen Gläubigern verheimlicht zu haben (es soll sich um 20 Millionen Dollar handeln), um es dem Zugriff der Bank zu entziehen.
Dieser Vorwurf kommt laut dem Artikel in The Spirits Business zu weiteren, schon länger erhobenen dazu – so sollen Fawn und Keith Weaver, die Uncle Nearest besitzen, den Wert der eigenen Fässer um 21 Millionen Dollar überhöht angegeben und Fässer für die Begleichung anderer Verpflichtungen verkauft haben. Auch der Firmenwert soll zehnfach überhöht mit etwa 1 Milliarde Dollar angegeben worden sein, und man habe seit 2018 keine Steuererklärungen mehr abgegeben und alle Geschäftsunterlagen vor 2024 vernichtet haben (unseren Bericht dazu finden Sie hier).
Der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Phillip Young prüft derzeit den Verkauf von Vermögenswerten, darunter auch ein Anwesen auf der Prominenten-Insel Martha’s Vineyard sowie ein Weingut im französischen Cognac, um Verbindlichkeiten zu decken. Auch will Farm Credit Mid-America mit einer neuen Eingabe vor Gericht erreichen, dass auch andere Firmen der Weavers in das Insolvenzverfahren eingebracht werden, weil man Verschleierungstaktik seitens der Weavers vermutet und die Weavers wohl für die Bank im Verdacht stehen, private Immobilien mit Firmengeldern finanziert oder Kredite zwischen verschiedenen Tochtergesellschaften verschoben zu haben, um Liquidität vorzutäuschen.
Fawn Weaver bestreitet übrigens nach wie vor, dass das Unternehmen insolvent sei und macht einen ehemaligen Finanzer von Uncle Nearest für die Malversationen verantwortlich und sieht die Zukunft der Nearest Green Distillery durch das Insolvenzverfahren gefährdet, nicht durch die Verbindlichkeiten.
Der zuständige Richter wird in Kürze entscheiden, ob die Zwangsverwaltung aufrecht bleibt. Whiskyexperts wird diese Geschichte weiter aufmerksam für Sie verfolgen.
















