Irish Distillers hat mit Jameson Caskmates eine recht erfolgreiche Marke in die Welt gesetzt, die mit ihrer Kombination zweier Welten punkten kann. Irischer Whiskey, in mit Bier präparierten Fässern gefinisht – schöner kann man die Pubkultur in einem Getränk kaum zusammenfassen.
Nach dem globalen Erfolg von Jameson Caskmates hat man im September in Irland Jameson Caskmates IPA Edition versuchsweise auf den Markt gebracht – hier wird der dreifach destillierte irische Whiskey in IPA-seasoned barrels gefinisht. Abgefüllt wird der daraus resultierende Whiskey mit 40%, der Preis in Irland liegt momentan bei 38 Euro.
Der Marktversuch in Irland ist zur Zufriedenheit von Irish Distillers verlaufen – jetzt kommt der weltweite Rollout. Zunächst wird der Jameson Caskmates IPA Edition im Dezember in den USA veröffentlicht, dann im Januar in Irland und später dann auch in anderen Märkten.
Jameson empfiehlt übrigens, den Whiskey auf Eis oder als Sideorder zu einem Craft IPA zu genießen.
Und die nächste langerwartete Abfüllung, die wir allerdings schon im Oktober in der TTB-Datenbank aufgefunden haben, wird am Horizont sichtbar: Springbank hat bekanntgegeben, dass der neue Springbank Local Barley 10yo am 5. Dezember erscheinen wird.
Gereift ist der neue (und jüngste) Local Barley zu 70% in Bourbonfässern, zu 30% stammt er aus Sherryfässern, was die doch etwas dunklere Farbe auf den Fotos erklären könnte. Die Tasting Notes, die wir hier in der Originalsprache bringen, lauten wie folgt:
Nose: The nose on this dram is constantly changing and always exquisite. Pick your favourite dessert: vanilla ice-cream with butterscotch sauce, pecan pie or creme caramel. Custard cream biscuit and chocolate honeycomb are also present. The tasting panel has a sweet tooth.
Palate: The whisky has a lovely delicate floral quality of lemongrass and citrus tea. There’s also the sweetness of almonds and marzipan which is balanced with a hint of peat and ends on a note of luxury, pure smooth velvet.
Finish: You can tell this was matured in a dunnage warehouse, with the soft earthy finish. At the end you can taste salted caramel and the spiciness of freshly baked cinnamon buns drizzled with honey.
Das Erscheinungsdatum des mit 57.3% abgefüllten Whiskys, von dem 9000 Flaschen auf den Markt kommen werden, gilt für das Vereinigte Königreich, für unsere Lande muss man sich auf etwas zusätzliche Wartezeit einstellen. Der reguläre Verkaufspreis in UK beträgt 86 Pfund, einen Preis für Deutschland können wir noch nicht nennen.
Die Naturbrennerei Kuenz in Dölsach zählt jetzt auch zu den österreichischen Whisky-Destillerien. Wie sie in ihrer heutigen Pressemitteilung bekannt gibt, wurde Batch Nr.1 des Rauchkofel Single Malts abgefüllt und ist nun direkt bei der Brennerei in Osttirol erhältlich. Näheres zum ersten Single Malt der Naturbrennerei Kuenz finden Sie im folgenden Pressetext:
Die Kuenz Naturbrennerei ist seit vielen Jahren bekannt, Destillate auf höchstem Niveau zu erzeugen. Titel wie „Nationensieger Österreich 2015“ auf der Destillata machten den Betrieb weit über die Grenzen Osttirols bekannt. Beim Familienbetrieb ist nun mit Johannes und Florian Kuenz die 12. Generation am Ruder, die mit dem Rauchkofel Single Malt Whisky die vielfältige Produktpalette erweitert.
Über die letzten Jahre reifte ein besonderer Tropfen in den Fässern der Osttiroler Destillerie. Für den ersten Batch des Rauchkofel Single Malts wurde ausschließlich Österreichische Gerste, in Zukunft wird die Brennerei sogar auf 100% Osttiroler Gerste setzen, verwendet.
Schon der Rauchkofel White Spirit, der ungelagerte Newmake vom Kuenzhof, ließ durch seine fruchtigen Aromen erkennen wo die Reise hingeht. Die Hälfte der Lagerzeit verbrachte der Single Malt in Virgin Oak Fässern aus steirischem Eichenholz. Wie sich der Brand nach dieser Zeit präsentiert, kann man mit dem Rauchkofel Red Spirit erleben. Beim Finishing entschieden sich die Brüder für First Fill Pedro Ximenez Sherry Fässer, die dem Whisky ein wunderbares Spiel aus Honig und Zartbitterschokolade verliehen.
Am 01.Dezember 2017 startet nun der Verkauf der Erstabfüllung des Rauchkofel Single Malt Whiskys. Aufgrund der enormen Kundennachfrage, Interessenten konnten sich bereits über Monate hinweg Flaschen sichern, wird nur eine limitierte Stückzahl in den freien Verkauf gegeben. Die Familie Kuenz bietet außerdem eine exklusive COLLECTORS EDITION mit der Rauchkofel Serie (White Spirit, Red Spirit, Whisky aus dem ersten Batch) für Sammler sowie 50ml Flaschen als Kostprobe an.
Interessierten wird empfohlen sich direkt bei der Brennerei in Osttirol zu melden.
Kuenz Naturbrennerei Gödnach 2 9991 Dölsach info@kuenz-schnaps.at +43 4852 64307
Verkostungsnotiz Rauchkofel Single Malt Whisky Batch 1: Farbe: Bernstein Nosing: Gebirgshonig mit eleganter Vanille abgerundet mit harmonischer Sherrynote Geschmack: Feines Zusammenspiel von frischem Eichenholz und zartem Karamell abgerundet mit angenehmer Süße Nachklang: Überraschende Länge und intensiver Zarbitterschokoladenton
Vielfalt ist etwas Schönes, und so ist die Ankündigung der Destillerie Inchdairnie in Fife, einer seit 100 Jahren in Vergessenheit geratenen Ausprägung von Scotch neues Leben einzuhauchen, mit Freude zu sehen.
Wie Inchdairnies Managing Director Ian Palmer gegenüber The Spirits Business angab, wird ab dem heutigen Tag in der Brennerei ein Spirit hergestellt, der einen großen Anteil von schottischem Roggen enthält. Vor über 100 Jahren, so Palmer, sei diese Rezeptur nichts Unübliches gewesen, wie er bei Studien alter Unterlagen herausfand, danach aber in Vergessenheit geraten.
Ryelaw, wie sich der Ryewhisky nennt, wird offiziell als Single Grain Scotch Whisky tituliert werden, den Gesetzen und Vorgaben entsprechend. Nach dem Brennen wird der Ryelaw in frische amerikanische Eichenfässer gefüllt werden und darf darin reifen, bis er den Standards der Destillerie entspricht. Dass das durchaus länger dauern kann, hat die Destillerie, die seit 2015 in Betrieb ist, schon mit ihrem Single Malt unter Beweis gestellt: Die erste Abfüllung soll erst 2029, also mit 14 Jahren, auf den Markt kommen.
Inchdairnie. Foro: Dr. Mario PrinzInchdairnie. Foro: Dr. Mario PrinzInchdairnie. Foro: Dr. Mario Prinz
Dass der beliebte BenRiach 20yo und der BenRiach 16yo mit einigen anderen Abfüllungen vom Markt verschwinden werden, haben wir Ihnen ja bereits vor fast einem Jahr angekündigt, genauso wie das Erscheinen des neuen BenRiach 21yo, der heute offiziell vorgestellt wurde und damit den Reigen der Neuerscheinungen bei der Brennerei nach der Übernahme durch Brown-Forman fortsetzt.
Der BenRiach 21yo ist in vier verschiedenen Fasstypen gereift: Bourbon barrels, virgin oak, Pedro Ximenez und Rotweinfässern. Rachel Barrie, Master Blenderin bei der Speyside-Destillerie, hat die Fässer geblendet und damit laut Angaben der Brennerei einen facettenreichen und ausbalancierten Malt geschaffen.
Im Original beschreibt Rachel Barrie den Geschmack so:
This new unpeated expression is likely to both surprise and delight, as it opens with
fresh summer fruit compote, soft vanilla and vibrant candied peel, developing into tangy
red fruits, barley sugar and the warmth of chocolate ginger. I look forward to sharing this
enigmatic malt with all intrigued to discover more.
Und hier die offiziellen Tasting Notes:
Colour: Bright autumn gold.
Nose: Ripe summer fruit compote with contrasting candied peel and a warming stem ginger background.
Taste: Soft vanilla and cinnamon give way to tangy red fruits and citrus peel. Barley sugars and honeyed malt build into the long, sweet and satisfying finish.
Der BenRiach 21yo wird demnächst im Handel erscheinen, und er wird Anfang 2018 von einem zweiten, diesmal aber rauchigen 21jährigen BenRiach ergänzt. Preis wurde in der Aussendung übrigens keiner genannt, aber er ist, wie man in englischen Webshops sehen kann, doch merkbar über dem Preis des alten 20yo positioniert (bei Master of Malt wird er z.B. mit 141 Euro ausgepreist, gegen 101 Euro für den BenRiach 20yo).
Der Advent beginnt, was Neuerscheinungen angeht, nicht besinnlich, sondern gleich mit zwei neuen Whiskys von Islay (einen davon konnten unsere aufmerksamen Leser zum ersten Mal übrigens hier entdecken):
Die Gerste für den neu erschienenen Bruichladdich The Organic 2009 stammt von den Mid Coul Farms in Dalcross am Moray Firth. William Rose, der Bauer, von dessen Feldern die biologische Gerste kommt, verwendet Fruchtwechsel, um auf künstlichen Dünger oder Pestizide verzichten zu können.
Die Gerste wurde 2009 verarbeitet, ist aber bereits im Jahr 2008 geerntet worden. Die Fässer sind ex-Bourbon und ex-Tennesseefässer, der Whisky konnte acht Jahre darin reifen und wurde dann mit 50% abgefüllt.
Insgesamt gibt es 18.000 Flaschen vom Bruichladdich The Organic 2009, im Webshop von Bruichladdich kostet er knapp unter 70 Pfund, er sollte aber in Bälde bei den entsprechenden Händlern in Deutschland erhältlich sein.
Der Bruichladdich Bere Barley 2008: Islay Grown stammt, wie der Name schon sagt, zu 100% von Gerste, die auf Islay wuchs, und zwar von der sechsreihigen Gerste, die als älteste kultivierte Gerstensorte Schottlands gilt. Im gegebenen Fall wuchs sie auf den Feldern des Dunlossit Estate.
Auch hier erfolgte die Reifung in ex-Bourbon und ex-Tennesseefässern, diesmal für neun Jahre. 18.000 Flaschen wurden mit 50% abgefüllt, der Whisky ist im Bruichladdich-Shop um 70 Pfund plus Porto erwerbbar, er wird aber, so wie der Organic, bei Händlern erhältlich sein.
Der Hausblend der Destillerie Tomatin ist The Antiquary, und den gibt es in verschiedenen Altersabstufungen. Der The Antiquary 35yo Blended Scotch ist dabei mit einem Preis von knapp 300 Euro und einer Kleinauflage von gerade einmal 800 Flaschen das obere Ende des Sortiments.
Dass ein guter Blend ein ausgezeichnetes Geschmackserlebnis sein kann, beweisen viele Abfüllungen, auch von Unabhängigen (Family Silver von Cooper’s Choice fällt da zum Beispiel ein). Und dass The Antiquary 35yo nicht nur preislich in der Oberliga mitspielt, zeigt die Wertung von Ralfy mit fantastischen 93 von 100 Punkten. Wie es dazu kommt, zeigt das obenstehende Video, das diesmal über 20 Minuten lang ist.
Seit fast fünf Jahren präsentieren wir Ihnen Monat für Monat einen Whisky, welchen wir beachtenswert finden, der halbwegs problemlos erhältlich ist und auch preislich im Rahmen bleibt. Und weil Weihnachten ist, sehen wir das letzte Kriterium diesmal nicht ganz so eng und erlauben uns auch mal den Griff in die gehobenere Preisklasse. Noch dazu haben wir diesmal nicht eine Einzelflasche, sondern eine Abfüllungsserie zum Whisky des Monats gekürt – und sie ist damit unsere sehr subjektive Weihnachtsempfehlung an unsere Leser: Der Bruichladdich Octomore.
Zum bereits achten Mal wurde der Bruichladdich Octomore in diesem Jahr veröffentlicht – ein Zeugnis dafür, wie sehr diese extrem getorften Whiskys nicht nur den Geschmack der Fans, sondern auch den Zeitgeist treffen. Dabei ist es interessant, dass der im Gesamtkonzept so futuristisch und innovativ anmutende Whisky nach einer längst vergangenen Destillerie auf der Insel Islay benannt ist, die auf dem Grundstück der Octomore Farm an den Hängen über Port Charlotte residierte. Man nimmt an, dass auch der Whisky von dort extrem torfig und jung war, als er ausgeschenkt wurde, und der Octomore ist eine Referenz auf diese lang vergangene, ungestüme Zeit.
Was uns bislang an den Octomore-Abfüllungen fasziniert hat ist der Umstand, dass die extreme Rauchigkeit nicht wie ein Vorschlaghammer die anderen Aromen des Whiskys zerprügelt. Da sind jede Menge anderer Geschmäcker, die es zu entdecken gilt, sei es nun aus dem Destillat selbst, oder aus den experimentellen Fässern, die bei Octomore immer wieder verwendet werden. Nach dem ersten „Rauchschock“ findet man in ihm Tiefen, die man von solch jungen Whiskys eigentlich nicht erwartet. Und in der Tat hat der Octomore seine Blütezeit in einem Alter von 10 Jahren abwärts. Der dreizehnjährige Octomore, den wir verkosten konnten, bricht in unseren Augen ein wenig mit der Stilistik.
Die neueste Serie, „Masterclass“ genannt, gefällt aber besonders. Die Abfüllungen sind sich in ihrer Strahlkraft ebenbürtig, man kann allenfalls über den Geschmack, nicht aber über die Qualität seinen Liebling definieren. Aber auch in den früheren Reihen sind durchwegs interessante und faszinierende Abfüllungen zu finden. Head Distiller Adam Hannett kuratiert die Octomore-Serie mit viel Fachverstand und Enthusiasmus. Sie finden sicherlich einen Octomore, der Sie faszinieren wird – so lange Sie nicht dem Rauch generell abhold sind.
Nein, der Bruichladdich Octomore ist nicht billig und ja, der Bruichladdich Octomore versucht im Aussehen für manche ein wenig zu sehr très chic zu sein, aber er ist und bleibt ein ausgezeichneter Whisky voller Innovationskraft und de facto ein eigenes Genre begründend. Er ist ein Erlebnis und hat sich die Auszeichnung als unser Whisky des Monats verdient – in welcher Ausprägung auch immer…
Dass Glenmorangie sich für die lokale Umwelt mit interessanten Initiativen einsetzt, beweist unter anderem auch eine Aktion zur Aussiedelung von Austern im Dornoch Firth, über deren Ursprung wir bereits vor knapp einem Jahr berichteten. Nun hat uns dazu eine deutschsprachige Pressemitteilung erreicht, die wir hier gerne mit Ihnen teilen, berichtet sie doch auch darüber, dass Glenmorangie für solche und ähnliche Initiativen dreifach ausgezeichnet wurde:
Glenmorangie besiedelt Dornoch Firth mit heimischen Austern
Highland-Destillerie erhält drei Nachhaltigkeitspreise
Tain, Schottland / München, 30. November 2017. Austern in den Küstengewässern des Dornoch Firth wieder heimisch werden zu lassen und die Biodiversität in der Region zu erhöhen ist das Ziel der Glenmorangie Destillerie. Gemeinsam mit der Heriot-Watt Universität Edinburgh und der Marine Conservation Society siedelte die Highland-Destillerie europäische Austern (Ostrea edulis) an der schottischen Ostküste an. Sie gelten seit über 100 Jahren in der Region als ausgestorben. Dafür wurden die Partner mit drei Preisen im November 2017 ausgezeichnet. Die Scottish Environment Business Awards honorierten das nachhaltige Projekt zur Steigerung der Wasserqualität in der Küstenregion. Die Walpole British Luxury Awards würdigten ebenfalls die Umweltanstrengungen eines „Luxusherstellers mit Herz“ und die RSPB (Königliche Gesellschaft für Vogelschutz) prämierte mit ihrem Corporate Award das Engagement als eines der besten Naturschutzprojekte in Schottland.
Dr. Peter Nelson, Betriebsdirektor bei der Glenmorangie Company sagt:
„Wir freuen uns sehr, dass unsere Vision, die fragile Schönheit der schottischen Highlandküste zu schützen und zu erhalten, von jenen ausgezeichnet wurde, die sich für unsere Umwelt einsetzen. Wir hoffen, dass diese Auszeichnungen großer Ansporn für die nächsten Schritte sein werden, dauerhaft natürliche Austernbänke wieder im Dornoch Firth zu etablieren.“
Das Dornoch Environmental Enhancement Project (DEEP) zählt zu den ersten Ansätzen, europäische Austern in einer natürlichen Umgebung wiederanzusiedeln. Unter der Leitung von Dr. Bill Sanderson setzte ein Team der Heriot-Watt-Universität 300 Austern in den Dornoch Firth ein und beobachtet kontinuierlich das Wachstum. Austern sind bekannt für ihre Fähigkeit, Wasser zu filtern. Mit der Schaffung natürlicher Austernbänke sollen die flachen Muscheln künftig Restwasser aus der Biogasanlage der Destillerie weiter reinigen. In naher Zukunft hoffen die Experten, junge Austern in Teichen mit der Abwärme der Glenmorangie Destillerie aufziehen zu können.
Dr. Bill Sanderson (rechts) und George Stoyle kontrollieren im schottischen Dornoch Firth die Wiederansiedelung europäischer Austern
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Die Kilchoman Club Edition 2017 ist soeben angekündigt worden. 1241 Flaschen mit 57.4% des zu 100% in Bourbonfässern gereiften Whiskys können ab Mittwoch, dem 6. Dezember um 13 Uhr unserer Zeit bei Kilchoman im Clubshop online bestellt werden – und zwar wie üblich nur für Clubmitglieder. Preis: 99 Pfund plus Porto.
Die diesjährige Clubabfüllung bricht mit einer jahrelangen Tradition: Diesmal ist sie NICHT aus besonderen Fässern, sondern konzentriert sich auf den Destilleriecharakter im Bourbonfass. Aber (oder und): Es ist ein zehnjähriger Kilchoman, und zwar durch und durch. Hier alle Daten dazu – und wer Interesse hat, sollte sich vielleicht eine Erinnerung für nächsten Mittwoch setzen:
Einen Johnnie Walker, in dem Whisky aus drei Lost Distilleries zu finden ist, hat Diageo heute der Öffentlichkeit vorgestellt – und es wird nicht der letzte sein, der in der Serie erscheinen wird:
Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare enthält als sein Herzstück Whisky aus Brora, Pittyvaich und der geschlossenen Grain Distillery Cambus. Dazu findet man in ihm noch fünf andere Whiskys aus den Brennereien Royal Lochnagar, Clynelish, Glenkinchie, Glenlossie und Cameronbridge.
Abgefüllt ist der Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare mit 46%, in den USA kostet er 296 Dollar, was einen Preis von ca. 275 Euro bedeuten würde. Eine Anzahl der Flaschen wurde nicht genannt, sie sind aber einzeln durchnummeriert. Geschmacklich soll der Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare die Süße von Ananas zeigen, mit Haselnuss und dunkler Schokolade sowie ein leicht rauchiges Finish.
Master Distiller Jim Beveridge ist der Mann hinter der neuen Abfüllung, die, wie schon erwähnt, nicht die einzige der Serie bleiben soll.
Neues von Kammer-Kirsch: Man hat dort die Produkte der KOVAL Distillery aus Chicago in den Deutschlandvertrieb aufgenommen. Die Craft Distillery stellt nicht nur Whiskeys, sondern auch Gin her – und wurde von Brennmeister Robert Birnecker aus dem Salzkammergut in Oberösterreich gemeinsam mit seiner Frau Sonat gegründet. Hier alles Wissenswerte in der Pressemitteilung, die wir erhalten haben:
Kammer-Kirsch erweitert sein Sortiment um Produkte der KOVAL Distillery
Die Destillerie Kammer-Kirsch GmbH übernimmt den Import und Vertrieb von Whiskeys und Gins der amerikanischen KOVAL Distillery aus Chicago.
Die charakteristischen Whiskeys von KOVAL zeichnen sich durch ihre einzigartige Getreidezusammensetzung und Herstellungsweise aus. Millet Whiskey, Rye Whiskey, Bourbon Whiskey und Four Grain Whiskey vervollständigen in idealer Weise das vielfältige Whiskey-Sortiment von Kammer-Kirsch. Im Gin-Segment bietet Kammer-Kirsch ab sofort auch den prämierten KOVAL Dry Gin und den für 6 Monate fassgereiften Barreled Gin der unabhängigen, familiengeführten KOVAL Distillery an.
KOVAL wurde im Jahr 2008 von Robert Birnecker und Sonat Birnecker Hart gegründet. Es war die erste Brennerei in Chicago seit mehr als 150 Jahren. Die Firmengründer gaben ihre akademischen Laufbahnen auf, um neue Techniken mit der Destillationstradition von Roberts österreichischem Großvater zu vereinen. Mittlerweile hat sich KOVAL durch den einzigartigen Produktionsstil zu einer der größten unabhängigen Craft Destillerien der USA entwickelt und weltweit Auszeichnungen für die konstante Qualität erhalten.
Nach der „grain-to-bottle“ Philosophie wird jeder Schritt der Destillation in Chicago ausgeführt – von der Maische bis hin zur Abfüllung. Das Wasser – ein Hauptbestandteil der Destillation – wird aus dem Lake Michigan gewonnen und mit natürlicher Holzkohle gefiltert.
Ausgangsprodukt für die Maische ist 100%naturreines Getreide aus dem Mittleren Westen der USA, das zu Mehl gemahlen und mit Enzymen aromaschonend eingemaischt wird. Im Destillationsprozess wird nur das Herzstück des Destillats weiterverarbeitet, um die feinen Getreidearomen nicht zu verlieren. Als Brenngerät kommt hier eine 5000l Kothe Brennblase aus Deutschland zum Einsatz, die mit modernen Sensoren und Regelgeräten ausgestattet ist.
Die Fasslagerung erfolgt in neuen, dezent ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Durch die einmalige Verwendung der Fässer und speziell auf die Produkte zugeschnittene Größe von 30 Gallonen (ca.115 Liter) kann der Whisky seinen reinen und fruchtigen Körper bestmöglich entfalten und die perfekte Reifung erzielen. Die Destillate tragen die Bezeichnung “Single Barrel”, da alle Fässer als Einzelfässer bei gleichbleibender Qualität abgefüllt und auf der Flasche deklariert werden.
Künstliche Intelligenz im Haushalt setzt sich immer mehr durch – nicht wenige Menschen in unseren Landen sprechen zum Beispiel mit einem walzenförmigen Gerät namens Alexa, andere rufen sporadisch „Ok, Google“ in ihr Smartphone oder haben eine kleine Siri in der Hosentasche.
Auf der US-amerikanischen Homepage des Bourbon-Giganten Jim Beam (die allerdings aus unseren Landen nicht erreichbar ist, wenn man nicht anonymisiert surft) wird das Ganze jetzt auf die Spitze getrieben – mit einem „intelligenten“ Bourbon Decanter namens „Jim“. Das um knapp 35 Dollar angepriesene Smart Device kann mit der Stimme von Master Distiller Fred Noe Fragen zu Bourbon beantworten. Und – das Wichtigste: Jim kann tatsächlich Bourbon einschenken. Nach sechs Monaten soll ihm aber der Saft ausgehen und er jeden Funken Intelligenz verlieren – er taugt dann nur mehr als Flasche ;-).
Machen Sie sich aber keine großen Hoffnungen, Jim wirklich kaufen zu können: Laut allen Angaben ist das Gerät momentan ausverkauft (und wird wohl nicht in Massenproduktion gehen). Für einen Schmunzler ist es aber allein vom Ansehen und Anhören her gut. Viel Spaß mit dem Video!
Auf der Insel Mull steht die Destillerie Tobermory. Momentan macht sie tatsächlich nicht mehr als dort zu stehen, denn die Produktionslinie für ihre beiden Whiskysorten (Tobermory als ungetorfter Stoff, Ledaig als getorfter) wird gerade renoviert und bleibt daher stillgelegt. Besuche und Touren sind dennoch möglich – aber das nur so nebenbei.
Dem getorften Whisky aus Tobermory, Ledaig, widmet Serge Valentin heute seine Verkostung, und er hat sich vier Unabhängige ausgesucht, die gegen die zehnjährige Originalabfüllung antreten. Wer die Destillerie über die letzten Jahre verfolgt hat, der wird dort eine deutliche Steigerung in der Qualität der Abfüllungen bemerkt haben, und Ledaig ist mittlerweile durchaus als interessante und wertige Alternative zu so manchem Islay-Malt zu sehen.
Wie schlagen sich also die jungen Wilden aus Tobermory in der Verkostung? Sensationell, meint Serge, so lange sie nicht aus einem Weinfass stammen (denn das ist nicht nach seinem Geschmack, ganz generell):
Ledaig 2005/2017 (45%, Gordon & MacPhail, Private Collection, Hermitage wood finish, 4,100 bottles): 78 Punkte
Ledaig 2004/2017 (55.5%, Gordon & MacPhail, Cask Strength, sherry, first fill and refill sherry hogsheads, casks # 16600503-16600506): 90 Punkte
Ledaig 2005/2017 (56.6%, Signatory Vintage for La Maison du Whisky): 91 Punkte
Ledaig 10 yo (57.4%, Chorlton Whisky, bourbon hogshead, 2017: 91 Punkte