Ex-Master Distiller Jim McEwan darf seinen eigenen Namen benutzen

Für den Laien eigenartig klingende Prozesse um Namens- und Markenangelegenheiten kennen wir aus den USA zur Genüge, aber nicht nur von dort (in Erinnerung ist vielleicht der Kampf um die „Kinder“-Webdomain zwischen einem Schokoladeproduzenten und einer Organisation, den die Schokoladenmarke für sich entschied).

Ein solcher Prozess ist nun auch in Schottland zu Ende gegangen. Eine schottische Biermarke (McEwan’s) wollte wegen Verwechslungsgefahr dem ehemaligen Master Distiller von Bruichladdich, Jim McEwan, die Verwendung seines Namens für Whisky oder eine Whiskyfirma verbieten und klagte den 68jährigen.

Jim McEwan, der nach einer kurzen Ruhepause wieder im Business ist und bei der im Aufbau befindlichen Ardnahoe Distillery auf Islay tätig sein wird, konnte sich vor Gericht aber durchsetzen. Er darf seinen Namen als Trademark registrieren lassen, berichtet die Scottish Sun. Somit ist ein Streit, den man durchaus als skurril bezeichnen darf, zu Ende gegangen – ohne Jims Liebe zur klagenden Biermarke zu schmälern, die er „als bestes Bier der Welt“ bezeichnet.

Ob wir deswegen schon bald einen McEwan-Whisky trinken können, bleibt abzuwarten.

Jim McEwan in seiner Zeit bei Bruichladdich. Bild: Bruichladdich

 

Press & Journal: Baugenehmigung für Ardross Distillery erteilt

Die Spatzen haben es schon Anfang der Woche von den Dächern gepfiffen, dass die Ardross Distillery die Baugenehmigung erteilt bekommen wird, und nun ist es auch offiziell: Press & Journal berichtet, dass die zuständigen Stellen grünes Licht für den Bau der neuen Highland-Destillerie gegeben haben.

Trotz einiger Bürgerbedenken, die aber letztlich ausgeräumt werden konnten, hat sich der mit der Baugenehmigung beschäftigte Rat einstimmig für die Erteilung der Genehmigung entschieden. Die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bei Alness können nun für die Destillerie modifiziert werden.

Felder bei Alness. Photo credit: foxypar4 via VisualHunt.com / CC BY

Neu im April: Old Rip Van Winkle 25yo

Wer den haben will, sollte vorplanen, gute Beziehungen in die USA haben – und eine echte Liebe für ausgefallene Bourbons:  Old Rip Van Winkle 25yo, 50%. Nicht mehr als 710 Flaschen wird es von ihm geben. Und Sie müssen sich von 1.800 Dollar trennen, wenn Sie ihn besitzen wollen:

Jetzt im Bruichladdich Onlineshop: Octomore OBA Concept

Update 24.2.: Der OBA Concept ist nun komplett ausverkauft.

Knapp 3 Minuten nach Bekanntgabe ist der Bruichladdich-Server implodiert, aber wer Geduld und das dringende Bedürfnis nach einem besonderen Octomore hat, der sollte nicht aufgeben: Bruichladdich veröffentlicht den Octomore OBA Concept – und zwar (leider) nur exklusiv über den Online-Shop.

Was ist nun der OBA Concept? Es ist Adam Hannet’s Geheimnis, er verrät nichts über die Zusammensetzung des Whiskys, der extrem komplex sein soll. 3000 Flaschen zu 500ml gibt es, und man erhält sie zu einem Preis von je 95 Pfund plus Porto und Verpackung (danke an unseren Facebook-Leser König Eckat Der Erste).

Hier jedenfalls das, was Head Distiller Adam Hannett über ihn zu sagen hat:

 

“Curiosity has led us to a release full of complexity; layered flavours that combine and overlap each other in a way we haven’t seen before in Octomore. The dark dried fruit and bitter chocolate combination on the nose is followed by an explosion on the palate. Dry peat smoke, spicy ginger, liquorice and then tea leaves and damp tobacco. Apricot and sea salt wrapped in a blanket of salty, smoky dried fruit. This whisky has deep, dark depths to discover.”

„The complexity holds everything together, tightly bound and secret. A combination of the rarest spirit and casks we have. The finish is desperately long, the lingering flavours will twist and turn as they compete for the final word from this outrageous dram.“

Interessiert? Hier wäre er zu kaufen, wenn die Website wieder funktioniert…


 

Holyrood: Schottlands Destillerien im Wandel

Die Zeiten ändern sich – ändern sich auch die schottischen Destillerien? Und wenn ja, wie? Ein Artikel unter dem Titel „By the barrel: The changing face of Scotland’s distilleries“ im Holyrood-Magazin versucht, dieser Frage nachzugehen – und tut es ausführlich am Beispiel der Isle of Harris Distillery. Man interviewt Simon Erlanger, den Managing Director der Brennerei, und spricht mit dem Chairman der Scottish Craft Distillers Association, Alan Wolstenholme.

Auch die SWA, die Scotch Whisky Association, kommt im Artikel zu Wort – gemeinsam ergibt das sehr interessante Einblicke, die wir Ihnen als Lektüre ans Herz legen wollen.

Isle of Harris Destillerie
Isle of Harris Destillerie vor der Fertigstellung. Bild: Dr. Mario Prinz

Scotsman Food&Drink: Fünf der schönsten Destillerien Schottlands

Schönheit liegt zwar im Auge des Betrachters, aber die Auswahl, die man bei Scotsman Food and Drink bezüglich der schönsten Destillerien Schottlands getroffen hat, die kann man generell ganz gut nachvollziehen – und man setzt sie ja mit dem Titel relativ, nicht absolut.

Fünf Destillerien aus allen Epochen wurden ausgewählt, und man findet darunter Klassisches wie Blair Athol (unser Titelbild zeigt sie) oder Modernes wie Dalmunach. Auch noch dabei: Tormore, Ardbeg und Strathisla. Wieviele davon haben Sie schon besucht?

Für mehr Infos folgen Sie unserem Link zum Ursprungsartikel

Die Destillerie Blair Athol. Bild: Marcel Freudenstein
Die Destillerie Blair Athol. Bild: Marcel Freudenstein

Exklusiv: Fotografischer Rundgang auf der Hanse Spirit 2017

Die Hanse Spirit 2017 ist vorbei, und sie war bei Besuchern und Ausstellern ein großer Erfolg, glaubt man den Stimmen, die man nach der Messe vernommen hat. Über 60 Aussteller konnten gezählten 4886 Besuchern diverse Gattungen an Spirituosen, darunter natürlich auch eine große Whiskyauswahl präsentieren. Auch die gemütlichen Momente an den Food Trucks (davon wird es im nächsten Jahr des großen Erfolges wegen noch mehr geben) und Fachsimpeleien kamen nicht zu kurz. So ist es kein Wunder, dass die Messe auch schon für das nächste Jahr in Planung ist.

Wir waren diesmal in Form unserer freien Mitarbeiterin Petra Milde von meinwhisky.com vor Ort: Von ihr und dem Veranstalter stammen die nachfolgenden Bilder, die allen, die nicht auf der Hanse Spirit waren, einen visuellen Eindruck von der Messe geben sollen – und vielleicht findet sich der eine oder andere, der an den beiden Tagen dort war, ja darauf wieder:

Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Hanse Spirit
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde
Bild: © Petra Milde

Ardgowan mit weiteren Beratern, sucht 12 Millionen Pfund von Investoren

Weiter Gas gibt die geplante Lowland-Destillerie Ardgowan: Nach der Ernennung des früheren Managing Directors von Macallan, Willie Phillips (wir berichteten hier), kommen nun auch der frühere Direktor von Bruichladdich und Springbank, Gordon Wright, sowie der Experte für Destillation, Michael Egan, in beratenden Rollen an Bord. Sie sollen die Prozesse bei Ardgowan überwachen und erstklassige Ergebnisse im Produkt garantieren, berichtet Herald Scotland

Ardgowan CEO Martin McAdam gab auch bekannt, dass er über private Investoren 12 Millionen Pfund einsammeln möchte, um die Destilleriepläne weiter voranzutreiben. Bis 2019 soll die Brennerei dann in Betrieb gehen.

John Preston Neale: Das Ardgowan Estate bei Inverkip in einem alten Stich

N24: Loch Ness hat mehr Geheimnisse als nur Nessie

Ein Reisebericht über Schottland, mit einem Fokus auf die Gegend um Loch Ness, findet sich heute auf der Website von N24.de. In ihm geht es vor allem um die Sehenswürdigkeiten Schottlands, aber natürlich sind auch Whisky und Destillerien ein Thema. Berichtet wird von einem Besuch bei Tomatin, ohne dabei weiter in die Tiefe zu gehen.

Die Website gibt die Lesedauer des Artikels mit 7 Minuten an, die gestalten sich recht entspannt, wie dieser Ausschnitt zeigt:

Kultur in Reinform gibt es auch beim Besuch einer Whisky-Destillerie. 108 Brennereinen in Schottland sind noch aktiv. Darunter populäre Namen wie Glenfiddich und Dalmore. Weniger bekannt, aber hoch interessant ist die Tomatin-Brennerei am östlichen Rand der Monadhliath Mountains. Für die Marke Tomatin wird Single-Malt-Whisky produziert. Als Getreide wird ausschließlich gemälzte Gerste verwendet, woraus sich der Begriff Single Malt herleitet.

Urquhart Castle, Loch Ness. Photo credit: Michel Curi via VisualHunt / CC BY
Tomatin im Winter. Und mit Schafen.

Serge verkostet: Tullibardine

Die Highland-Destillerie Tullibardine ist eine der jüngeren Brennereien in Schottland und erst nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Sie ist beileibe kein Baujuwel und sorgt eher mit ihren Whiskys für Aufmerksamkeit – die zumeist ohne großes Marketinggetöse erscheinen.

Serge Valentin hat heute vier Abfüllungen aus Tullibardine verkostet, darunter nicht nur den 225, eine Standardabfüllung aus der Cask Finish Serie, sondern auch den neuen „The Murray“, der durch Fassstärke, aufwendige Verpackung und niedrigen Preis auffällt. Wie es um den Geschmack desselben steht, können Sie auf Whiskyfun nachlesen. Hier jedenfalls einmal die Punktewertungen:

  • Tullibardine ‚225‘ (43%, OB, +/-2016): 78 Punkte
  • Tullibardine 10 yo 2006/2016 (57.6%, Lady of the Glen, bourbon, cask #35): 85 Punkte
  • Tullibardine 12 yo 2004/2016 ‘The Murray’ (56.1%, OB, Marquess Collection): 80 Punkte
  • Tullibardine 27 yo 1989/2016 (51.1%, Maltbarn, bourbon, 134 bottles):85 Punkte

The Hollywood Reporter: Das Leben von Jack Daniel wird verfilmt

The Hollywood Reporter berichtet in einem Exklusivartikel, dass in den USA das Leben von Jack Daniel als mehrteiliges Biopic verfilmt werden soll.

Der Kabelkanal WGN wird laut dem Bericht das Leben des Gründers der nach ihm benannten Whiskymarke mit Andrew Colville, der schon für Mad Men verantwortlich zeichnete, als Drehbuchautor verfilmen. Man wird sich dabei am Buch „Blood and Whiskey: The Life and Times of Jack Daniel“ von Peter Krass orientieren. Im Produzententeam sollen sich Leute wie Zack Beckman oder Jeff Holland befinden.

Die Story soll das Leben Jack Daniels von Kindheitstagen bis ins Alter, als er der Bourbon-Baron Tennessees wurde, beleuchten. Wann die Erstausstrahlung sein wird, ist nicht bekannt.

Jack Daniel

 

Video: Schottische Schlösser der Westküste aus der Luft (4k)

An einem mehr als ruhigen Newstag greifen wir ab und an mal in unseren Fundus von Videos, die wir vorbereitet haben und Ihnen gerne zwischendurch zeigen möchten, um die Wartezeit auf neue Releases oder anderes Aktuelles zu überbrücken.

Und nachdem heute so ein Tag zu sein scheint: Hier ein Video von Youtube, das wir sehr beeindruckend finden: Dunmure Castle, Greenan Castle und Castle Kennedy in höchster Auflösung (4k) von einer Drohne aus gefilmt. Sechs wunderschöne Minuten, um sich schnell mal zwischendurch nach Schottland zu träumen…

Serge verkostet: Royal Lochnagar vertikal

Mit seinen Verkostungsnotizen begibt sich Serge Valentin heute in die Highlands, in die Umgebung des Schlosses Balmoral. Dort liegt die Destillerie Lochnagar, die vor allem durch ihre Standardabfüllungen, aber auch durch einige unabhängige Bottlings bekannt ist. Serge verkostet sich in einer Vertikalverkostung quer durch die Erzeugungsjahre (bis in die 30er des vorigen Jahrhunderts!), und findet sowohl Solides wie auch Hervorragendes:

  • Royal Lochnagar 12 yo (40%, OB, +/-2016): 79 Punkte
  • Royal Lochnagar 2000/2012 ‚Distiller’s Edition‘ (40%, OB, batch #RL/00-12W): 79 Punkte
  • Royal Lochnagar ‘Selected Reserve’ (43%, OB, 75cl, +/-1988): 90 Punkte
  • John Begg ‘Royal Lochnagar’ (OB, late king George V, late 1930s): 90 Punkte

Hier erst einmal ein Blick auf das Balmoral Castle, dann einer auf die Destillerie:

Balmoral Castle. Photo credit: denisbin via Visualhunt / CC BY-ND
Die Destillerie Royal Lochnagar. Fotorechte bei Torsten Dahmke.

Billy Walker verlässt die BenRiach-Gruppe

Was nach der Bestellung von Rachel Barrie zum Master Blender (wir berichteten hier) eigentlich mehr als absehbar war, ist nun offiziell verkündet worden: Billy Walker wird die BenRiach-Gruppe verlassen, die er mit seinem Konsortium im Vorjahr an den amerikanischen Konzern Brown-Forman verkauft hat. Laut einem Artikel in The Spirits Business wird er allerdings die Gruppe während einer Übergangszeit noch weiter begleiten, bevor er sich wohl endgültig zurückzieht.

Billy Walker hat 2004 die Gruppe, der BenRiach, Glendronach und Glenglassaugh angehören, mitbegründet und sie entscheidend mitgeprägt.

Billy Walker © Brown-Forman