In seinem Videorreview #360 nimmt sich das Verkostungs-Urgestein Ralfy diesmal eines Peatmonsters aus der Speyside an: BenRiach 25yo Authenticus. Dieser Whisky ist eine Neuauflage des ursprünglichen Authenticus, nun älter und natürlich auch teurer. Der ehemalige siebzehnjährige kostete an die 80 Euro, dieser hier doppelt so viel.
Die wie immer ausführliche Verkostung bewertet den 25yo Authenticus mit satten 92 von 100 Punkten – und bei so einem Ergebnis könnte man den neuen Preis direkt für halbwegs angemessen halten…
Und die Käufe und Verkäufe in der Whiskybranche gehen munter weiter. Heute wurde der unabhängige Abfüller Murray McDavid an Aceo Ltd. verkauft, wie man auf der Website von Bruichladdich lesen kann. DASS man es dort lesen kann, liegt an der Tatsache, dass Murray McDavid seit 2000 mit Bruichladdich verbunden war – und nachdem Bruichladdich ja selber unlängst den Besitzer wechselte (der nennt sich jetzt Remy Cointreau), geht es jetzt Murray McDavid genauso. Der neue Besizer Aceo Ldt. ist bislang als Zulieferer der Whiskyindustrie tätig gewesen, mit Single Malts, Blends und Single Grains.
Aceo Ltd. betont, dass Murray McDavid als eigenständiges Unternehmen fortgeführt wird und auch in Zukunft seinem „Hausstil“ treu bleiben wird. Leiten werden das Unternehmen, so Aceo Ltd., „Menschen, die schon davor in dessen Abläufe eingebunden waren, und die die Wurzeln von Murray McDavid verstehen und auf ihnen weitere Erfolge aufbauen werden“. Ob damit das momentane Management gemeint ist (die Formulierung erscheint uns etwas schwammig und in vielerlei Hinsicht deutbar), wird man erst sehen…
Beam Inc. hat seiner Single Malt Marke Laphroaig eine neue Verpackung verpasst, und ist aktuell dabei, das neue Design in den Märkten zu verbreiten.
Mit der neuen Optik will Beam Inc. mehr Einheitlichkeit in das Markenportfolio bringen und hat zusammen mit dem Consumer-Club „Friends of Laphroaig“ das Re-Design entwickelt.
„Nachdem wir auf unsere Verbraucher gehört haben glauben wir, dass diese Neugestaltung eine größere Sichtbarkeit und Attraktivität bringen wird. Durch das Redesign wurde der Marke eine neue Persönlichkeit gegeben, die von unseren Fans mitgetragen wird“, sagte Michael Cockram, Senior Global Marketing Director bei Beam.
Letzte Woche veröfftentlichte Beam Inc. die Q1 Ergebnisse, dort ersichtlich erzielten sie bereits in den ersten 3 Monaten einen ordentlichen Netto-Gewinn, der durch die 8% Umsatzsteigerung getragen wird. Ob das Re-Design zu weiterem Wachstum beiträgt, bleibt abzuwarten.
Der Gründer Farm Distillery Kilchoman auf Islay, Anthony Wills, hat im neu gegründeten Kilchoman Channel auf Youtube ein Video gepostet, in dem er die neue 2013er Edition von Machir Bay verkostet und nebenher noch andere Produkte der Kilchoman Range vorstellt, so zum Beispiel den neuen Loch Gorm, 100% Islay, oder den Kilchoman 2007 Vintage. Kurzweilige und interessante 6 Minuten.
Die im Bau befindliche Destillerie Ardnamurchan hat den vakanten Posten des Destillerie Managers mit Graeme Bowie besetzt. Er arbeitet seit 28 Jahren in der Whisky-Industrie und war zuletzt Assistant Manager der Balblair Destillerie.
Keith Falconer, Vorsitzender des Adelphi Distillery kommentierte dies so: „In Graeme haben wir nicht nur ein äußerst erfahrener Brenner, der dieses Projekt bis zur Fertigstellung und darüber hinaus zu sehen kann, als auch jemanden mit einem Charakter, der ein freundliches und effizientes Geschäft aufbauen wird, auf das die örtlichen Gemeinde sehr stolz sein kann. Er wird eine große Bereicherung des bestehenden Adelphi Teams sein.“
Die Destillerie Allt-A-Bhainne produziert fast ausschließlich für Blends. Destillerie-Abfüllungen gibt es nicht, und ganz selten findet man bei Unabhängigen Abfüllern Whiskys dieser Brennerei aus der Speyside. Serge Valentin verkostet heute zwei von ihnen. Überzeugen kann leider keiner.
Allt-A-Bhainne 18 yo 1992/2011 (46%, Mo Or Collection, bourbon hogshdead, cask #12, 460 bottles) 75 Punkte
Allt-A-Bhainne 20 yo (46%, Duthie’s, 246 bottles, +/-2013) 70 Punkte
Eine weitere Verkostungsnotiz findet sich heute auf Eyes for Spirits, und diese betrifft den Ardbeg Ardbog, der ja erst am 1. Juni zum Ardbeg Day released wird. Ardbeg-Fans wird diese eher etwas Magenschmerzen bereiten, da sie alles andere als begeistert von dieser Spezialabfülllung redet. Gerade mal 5 von 10 Punkten gibt Eyes for Spirits dem Ardbog. Das liegt vor allem daran, dass er am Gaumen laut dem Verkoster einen einzigen Eindruck hinterlässt: Teer. Alles andere, was geschmacklich da sein könnte, bleibt hinter dem Teer verborgen. In der Verkostungsnotiz liest sich das so:
Im Mund dominiert ein spezielles Aroma ganz enorm: Teer. Dies überlagert selbst das Torf-Aroma. Dazu erzeugt der Ardbog ein leichtes Brennen auf der Zunge. Aufgrund des intensiven Teer-Aromas ist es schwer zu sagen, ob unter dieser Decke noch andere Aromen versteckt sind. Gefunden habe ich keine. Schade, denn eigentlich ist man von Ardbeg mehr Komplexität gewohnt.
Auch wir werden im Laufe der nächsten Zeit die Möglichkeit haben, den Ardbeg Ardbog vorab zu verkosten. Ob unser Eindruck ebenso durchwachsen sein wird, berichten wir dann auf unserer Site…
Eyes for Spirit hat vor eine Verkostungsnotiz zum Glenlivet Alpha gebracht, die summa summarum durchaus als Lobpreisung betrachtet werden könnte. Vom Alpha war ja im Vorhinein nichts bekannt – die Flasche dunkel und undurchsichtig, keine Verkostungsnotizen der Destillerie, kein Alter – kein gar nichts. Der Preis, ca, 110 Euro, also angesichts des Mangels an Informationen etwas für Mutige.
Der Glenlivet Alpha bekommt auf Eyes for Spirits satte 10 von 10 Punkten. Hier ein kurzer Auszug über den Eindruck in der Nase:
Seine ganz große Trumpf-Karte hat der Alpha in der Nase. So ein derartig fruchtiges Bouquet findet man bei wenigen Whiskys. Zunächst hat man ein ganz deutliches Weisswein-Aroma, etwas Hefe, Muskat, Holz und Zitrone. Über allem thront jedoch ein überwältigendes Pfirsich-Aroma.
Das Blog Drinkspirits.com hält heute eine relativ ausführliche Verkostungsnotiz für Loki, die jüngste Abfüllung von Highland Park in der Valhalla-Serie. Wie schon bei vielen anderen Notizen ist man dem Whisky mehr als nur postiv zugetan – man lobt vor allem seine wirklich bemerkenswerte Komplexität, die für einen Whisky seines Alters ungewöhnlich ist. Weiters wird angemerkt, dass sich der Whisky nicht nur zwischen Nase und Gaumen erstaunlich wandelt, sondern auch nach dem Öffnen in der Flasche zeitabhängig ein breites Spektrum an Geschmacksnuancen zeigt.
Weniger gelobt wird der doch relativ hohe Preis. Geoff Kleinmann, der Loki verkostet hat und als Herausgeber des Blogs fungiert rät aber, sich von ihm nicht abschrecken zu lassen, weil der Whisky wirklich etwas Besonderes sei.
Die australischen ABC News bringen heute einen ca. zweiminütigen Videobeitrag über die aufstrebende Whiskyindustrie in Tasmanien. 2015 soll der erste Whisky aus der Destillerie von Peter Hope auf dem redland Estate in Flaschen abgefüllt werden. Ca. 200.000 Liter ist die jährlich erwartete Produktionsmenge, die ausschließlich mit auf eigenem Grund gewachsenen Getreide erzielt werden soll. An die 40 Menschen sollen in der Destillerie ab dem Zeitpunkt der ersten Abfüllung in Flaschen beschäftigt sein.
Um das Video zu sehen, bitte einfach unserem Link folgen.
Der indischstämmige Ivan Menezes wird ab 1. Juli neuer CEO bei Diageo, dem weltgrößten Hersteller alkoholischer Getränke, berichtet der Business Standard in seiner heutigen Ausgabe. Menezes, der bislang COO war, wird Paul Walsh ersetzen, der in den Ruhestand gehen wird. Allerdings wir Walsh Menezes noch ein Jahr begleiten, um einen geordneten Übergang zu ermöglichen.
Menezes hat einen Bachelor in Wirtschaft vom St. Stephen’s College, Delhi und ein PG Diplom vom indischen Institute of Management, Ahmedabad. Menezes arbeitete zuvor bei Nestle in Asien, Booz-Allen & Hamilton, Inc in den USA und Whirlpool in Europa.
Greg Davis, Master Destiller von Maker´s Mark, hat in einem Interview mit dem Business Insider wertvolle Tipps für Anfänger zur richtigen Verkostung eines Bourbon mit auf den Weg gegeben. Mit ihnen kann man entweder bei Tastings gehörig Eindruck schinden, oder – viel wichtiger – die eigenen Rezeptoren auf die intensiven Aromen des Bourbon einstimmen.
Tipp 1: Alles was hochprozentig ist wird nur mit leicht geöffneten Lippen verkostet, man nimmt dann einen Schluck und atmet nur durch die Nase.
Tipp 2: Atmen Sie mit einem langen und flachen Atem aus dem Mund wieder aus. Alkohol ist flüchtig und ein kontrollierter Atem sorgt dafür, dass Ihre Nasenschleimhäute nicht explodieren.
Tipp 3 : Die Größe des Schluckes wählen Sie so, das es für Sie noch angenehm im Mund bleibt. Es ist nicht nötig, gleich das ganze Glas zu trinken. Desweiteren sollten Sie sich nicht schämen, wenn Ihnen der Whisky nicht schmeckt. Spucken Sie ihn dann auch ruhig aus.
Tipp 4: Bitte achten Sie darauf, wie der Whisky auf alle Ihre Sinne Einfluss nimmt. Dies gilt sowohl für den Geruch, das Gefühl auf der Zunge, und auch für die Augen, die die Farbe des Whiskys wahrnehmen.
Es sei vielleicht dazu gesagt, dass man einen Scotch genauso verköstigen kann und sollte – auch wenn ein guter Bourbon durch seine geschmackliche Wucht vielleicht noch vorsichtiger angegangen werden sollte als der in der Regel differenziertere Single Malt…
Da durfte sich die Marketingabteilung aber mal so richtig austoben: Nicht nur, dass der neue „The Glenlivet Alpha“ ab jetzt erhältlich ist, der „Launch“ des „Whiskys der Prestigekategorie“ wird begleitet von einer „sechswöchigen Reihe von Online Challenges auf www.theglenlivet.com und www.facebook.com/TheGlenlivet.“
„Hier werden schrittweise Geheimnisse zu Alpha preisgegeben. Digitale interaktive Tools erlauben es Whisky Kennern und Einsteigern die außergewöhnlichen Aromen von The Glenlivet Alpha mit allen Sinnen kennenzulernen. „Die vollständige Entdeckung von Aromen erfordert ein multisensorisches Erleben – eines, das die Feinheiten des Sehens und Fühlens mit denen des Schmeckens und Riechens verbindet.”, so Master Distiller Alan Winchester. „Die Fass-Angaben sind ein gut gehütetes Geheimnis, das Whisky Genießer dazu auffordert, sich ihrer Sinne zu bedienen. Ich hoffe, dass sie dadurch eine noch größere Wertschätzung für die speziellen Aromen entwickeln und sich das Erleben der großen Komplexität und Tiefe dieses einzigartigen Single Malt Whiskys noch weiter intensiviert. Ich kann die Reaktionen der Menschen kaum erwarten.” (Aus der Presseinformation)
Zum Abschluss lüftet Master Distiller Alan Winchester dann per Videobotschaft das Geheimnis um Alter, Fasstyp und sonstiges von The Glenlivet Alpha und erklärt damit, was die glücklichen Käufer der 3.350 Flaschen überhaupt erworben und alle anderen möglicherweise verpasst haben (oder auch nicht).