Nachdem wir heute schon über die Verkostung von unabhängig abgefüllten Ardbegs bei Serge Valentin berichteten, können wir Ihnen noch einen unabhängig abgefüllten Ardbeg anbieten: Den 20 Jahre alten Ardbeg von GourmetPool. Alle wichtigen Infos über dieses Bottling, das in einer Auflage von 227 Flaschen erscheint, die Bezugsquelle und die Tasting Notes dazu nachfolgend:
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Taste the exceptional. GourmetPool bringt die Original Single-Cask-Edition eines 20 Jahre alten Ardbeg auf den Markt.
Ursprünglich mit dem Ziel gestartet, aufwendig selektierte Weine unter eigenem Label zu vermarkten, hat sich GourmetPool schon früh zusätzlich dem Thema Whisky gewidmet. Die Vorgabe lautete: ausschließlich limitierte Einzelfassabfüllungen der Spitzendestillen aus Schottland. Ein weiteres jetzt abgefülltes Fass kommt von Ardbeg, was nicht zuletzt auch den geschmacklichen Vorlieben der Macher bei GourmetPool geschuldet ist.
Entstanden ist aus dem Fass mit der Nummer 3290 ein 20 Jahre alter Ardbeg Whisky mit 50,2% ABV. Der Whisky wurde im Jahr 2002 destilliert und 2023 abgefüllt. Die Anzahl der Flaschen ist auf 229 Stück limitiert.
Eine solche Abfüllung ist etwas sehr exklusives. Nur handverlesene, sehr hochwertige Fässer werden hierfür herangezogen. Und auch nicht jeder Abfüller bekommt die Gelegenheit, ein solch seltenes Fass zu erwerben und es als Originalabfüllung auf den Markt bringen zu dürfen.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir zum Kreis der Erlauchten zählen, die Ardbeg hierfür ausgewählt hat.“
sagt Stefan Fiedler, Geschäftsführer von GourmetPool.
Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.
Es ist schwer, den einzigartigen Geschmack und Geruch dieses 20 Jahre alten Ardbegs in Worte zu fassen, aber es ist sicherlich ein Whisky, den man nicht vergessen wird. Die Intensität und Komplexität der Aromen und Geschmacksnoten machen ihn zu einem wahren Meisterwerk und einer Erfahrung, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Serge Valentin von whiskyfun.com hat es mit prägnanten Worten auf den Punkt gebracht und den Whisky mit sagenhaften 90 von 100 Punkten bewertet:
FARBE: Stroh AROMA: viel fetter, trotz der Tatsache, dass er nachgefüllt wurde, Walnussöl, gereiftes Olivenöl (ich meine, dass die Oliven gereift sind, bevor sie gepresst werden), ein Hauch von Metallpolitur, Kupfer, Bremsflüssigkeit, neuem Linoleum, Wachstuch, Artischocke, Barbour-Fett, Teer… Sie sehen. Diesmal weniger direkte Küsteneinflüsse. Mit Wasser: noch mehr Olivenöl GESCHMACK: scharf, sehr druckvoll, pfeffrig, voller Teer und Asche, Chili, Klebstoff, Zitrusschalen (einschließlich des bitteren weißen Zeugs), pfeffriges Olivenöl… Dies ist wirklich ein sehr robuster Ardbeg. Mit Wasser: Zitrusfrüchte, Äpfel, Walnüsse, Grapefruit, Meerwasser, Muscheln, Fette.
Ruben Luyten von whiskynotes.be vergibt sogar 92 von 100 Punkten und schreibt u.a.
AROMA: ooh, auch schön. Ein bisschen sanfter, aber er hat erstaunliche bäuerliche Elemente, wie einige der torfigeren Broras. Pferdeställe und nasse Schafwolle. Dann brillante fettige Noten, samtig-erdiger Rauch und Schränke mit Fenchelsamen und getrockneten Kräutern. Subtile teerige Noten, Lederjacke, Walnuss und Menthol, sowie geräucherte Birne und leuchtende Zitronen. Es würde mir wirklich schwer fallen, allein aufgrund der Nase einen Favoriten zu bestimmen. GESCHMACK: Diesmal keine tropischen Früchte, aber dennoch ein brillantes Profil. Germolen, mit Anklängen von Pfefferminze, Grillrauch und Meerwasser. Geräucherter Fisch, mehr teerige Noten, Zitronen und Anklänge an frische Kräuter. Im Abgang viel Asche, zerstoßene Pfefferkörner und Lakritze. Auch Anklänge von verbranntem Heidekraut und kaltem Espresso.
Neben dieser Originalabfüllung sind eine Reihe weiterer Destinationen geplant, für die ein eigenständiges Designkonzept für Label und Verpackung entwickelt wurde. Die Farbgebung und Formensprache entspricht dem puristischen, aber dennoch modernen und hochwertigen Ansatz von GourmetPool, sich als unabhängiger Abfüller in diesem Segment zu positionieren.
12 ausgesprochen seltene Abfüllungen von Glenfiddich – sorgsam aufgeteilt auf verschiedene Märkte – und zu einem ganz besonderen Event einmalig an einem Ort zur Verkostung: Diese Gelegenheit konnte unser Gastautor, der österreichische Journalist und Spirituosenexperte Roland Graf vor kurzem wahrnehmen. Er erlebte verfrühte Whisky-Weihnachten in Dufftown bei Glenfiddich und konnte die Glenfiddich Archive Collection 2024 dort in festlichem Rahmen verkosten.
Seinen Bericht, den er exklusiv für uns von dort mitgebracht hat, können Sie gemeinsam mit einem kurzen Video und Bildern des Events in einer Fotogalerie untenstehend finden. Viel Vergnügen damit!
Gastartikel
Autor: Roland Graf
Frühe Bescherung in Dufftown: Whisky-Weihnachten mit Glenfiddichs „Archive Collection“ 2024
Ein intimer Einblick in Familien-Traditionen und ein Vorgeschmack auf zwölf limitierte Whiskys – zwischen 36 und 33 Jahren alt – waren gute Gründe für eine Dezember-Reise zu Glenfiddich. Denn selbst der Weihnachtsmann bekam seinen Single Malt.
Wer die Abfüllungen von Glenfiddich kennt, weiß um die Seltenheit von „Winter Storm“, „Snow Phoenix“ und dem „Grand Yozakura“. Diese drei standen zur Auswahl, um am Christmas Eve für den Weihnachtsmann vor den Kamin gestellt zu werden. Alle drei hatten gute Argumente, um als „Santa’s Dram“ 2023 nominiert zu werden. Während Brian Kinsman als Malt Master es bei technischen Erklärungen bewenden ließ, nahm Global Brand Ambassador Struan Grant Ralph mit Akribie die Abstimmungen der acht Whisky-Autoren aus aller Welt auf. Am Ende siegte der aus dem 2010 eingestürzten Lagerhaus geborgene „Snow Phoenix“ vor dem in Eiswein-Fässern gereiften „Winter Storm“. Zum zweiten Mal landete neben der Karotte für die Rentiere dieser verführerisch fruchtige Whisky.
Denn in im Vorjahr man erstmals zur spät im Jahr stattfindenden Präsentation der „Archive Collection“ nach Dufftown geladen. Der ungewöhnliche Zeitpunkt ist stark mit der Geschichte der ersten Brennerei von William Grant & Sons verbunden. „Der erste von William Grant destillierte Whisky lief am Weihnachtstag des Jahres 1887 in die Fässer“, schilderte Kirsten Grant Meikle als Teil des „Cousins‘ Council“, das heute die Geschäfte führt. Spätestens zur 100 Jahr Feier ließ man diese Tradition wieder aufleben:
„Ich weiß nicht mehr genau, wann wir begonnen haben, aber irgendwann in den 1980er begannen die Familien-Mitglieder, die zu Weihnachten in der Speyside sind, ein Fass Single Malt gemeinsam abzufüllen“.
Kirsten Grant Meikle
Der ungewöhnliche Brauch blieb bislang „auf ein paar Flaschen für den Familienkreis“ beschränkt. Das wird sich 2024 ändern, denn Besucher des Destillerie-Shops werden exklusiv den Inhalt des „American Oak Hogshead 1987“ erwerben können. Wie alle zwölf Abfüllungen der „Archive Collection“ werden auch die lediglich 110 Flaschen des Familien-Whiskys nur für einen Markt zur Verfügung stehen – in diesem Fall dem Glenfiddich-Shop in Dufftown. „Das passt ja auch irgendwie“, will man auch so die Verbundenheit der Familie zur Brennerei unterstreichen. Persönlich sehe sie sich „nie als Besitzerin eines Geschäfts, sondern eher als Bewahrer der Marke“, so Kirsten Grant Meikle.
Die außergewöhnliche Qualität der Fässer zeigt sich schon bei der Aufstellung der ersten fünf Samples – sie stellten eine Farbpalette von fahlem Bernstein bis dunklem Kastanienbraun vor.
„Es sind wirkliche Einzelstücke, die alle eine Geschichte erzählen. Denn am Anfang ihrer Reise sahen sie alle gleich aus“
Brian Kinsman, Malt Master
Haushistoriker Andy Fairgrieve führte noch ein pragmatisches Argument angesichts der Whisky-Rezession der späten 1980er Jahre an: „Dass die 1987er und 1988er nicht in einem „12 years“ landeten, spricht für den schon damals außergewöhnliche Charakter“. Woran sich eine echte Feierstunde anschloss, die neben den Whiskys selbst – dazu gleich mehr! – vor allem die Gäste beitrugen. Es ist ein Unterschied, ob man von „amerikanischen Hogsheads“ hört oder ob einem der Jahrzehnte lang aktive Küfer Ian McDonald zeigt, wie er die ursprünglichen Fässer mit einem „Enlarger“ versehen hat. Gemeinsam mit dem schalkhaften Brennblasen-Schmied Dennis McBain, der 1958 (!) bei Glenfiddich begann, forschte man nach der geschmacklichen Veränderung des „new make“ in den so unterschiedlichen Fässern.
„Das intensive „charring” des US-Fasses haben wir damals mit der Stahlbürste abgetragen“, gab Ian McDonald z. B. eine Erklärung für die helle Farbe des über drei Jahrzehnte alten Whiskys aus dem Weinfass, das für die Emirate vorgesehen wurde. Es eröffnete den Reigen der raren Glenfiddichs, die ihre Weltpremiere – und das mehrheitlich aus den jeweils die Nummer „001“ tragenden Flaschen – erlebten.
Fünf der Einzelfass-Abfüllungen, deren Stärke zwischen 44,6% und 57,8% vol. ebenfalls beträchtlich variieren, werden für die exklusiven „Distiller’s Library“-Boutiquen in Asien bereitgestellt. Explizit für den deutschsprachigen Raum wurde hingegen das „Refill Barrel 1990“ (Cask No. 47698) freigegeben. „Es ist praktisch ident mit dem Einzelfass No. 47688; auch bei der Füllung liegen nur einige Tage dazwischen“, erläuterte Brian Kinsman. Wie unterschiedlich die Fass-Zwillinge dennoch waren, zeigen die exklusiven Verkostnotizen von WHISKYEXPERTS. Der eigentliche Unterschied liegt in den Füllstärken, „denn wir füllen seit vielen Jahren jeden Whisky mit zwei Stärken ins Fass: 63,5% und 66,5%“. Während diese Stärken für die Standard-Abfüllungen in der Regel vermählt werden, entwickelten diese beiden Fässer über 33 Jahre ihr Eigenleben – wenngleich diesen Vergleich nur eine Handvoll Personen nachvollziehen können.
Auf den einzelnen Märkten dürfen sich die Single Malt-Freunde mit den sprichwörtlich „tiefen Taschen“ aber schon jetzt auf noch mehr Ungewöhnliches einstellen. Schließlich kamen auch die letzten Jahrgänge (1987-1989) ins Fass, bei denen der „Whisky Act“ den Zusatz des Sherry-Konzentrats Paxarette noch nicht untersagt hatte. Den Rekord in Punkt „sherried Whisky“ stellte aber der fast schon schwarze Single Malt aus einem 1990 befüllten Sherry-Fass dar. Auch, wenn es nicht seinem persönlichen Geschmack („der Glenfiddich-Charakter muss immer erkennbar sein“) entspricht, war dieses Fass auch für ihn „ein einziges Fest der europäischen Eiche“. Der Duft nach Guyana-Rum und betonter Gerbstoff im Abgang machten einen polarisierenden Schluck aus diesem Whisky. Wobei ansonsten die 1990er Abfüllungen mit einer enormen Fülle an tropischen Früchten zu betören wussten. Die gute Nachricht für Sammler: Das am „leichtesten“, nämlich im globalen Duty Free-Handel, erhältliche 1990er Hogshead lieferte einen herausragenden Whisky (siehe Tasting Notes!). Und von ihm gibt es immerhin sogar 276 Flaschen.
In den Handel kommen alle Whiskys der zweiten „Archive“-Kollektion jedenfalls im Frühjahr 2024. Die Flaschenpreise werden voraussichtlich zwischen 3.500 und 4.600 Euro liegen, heißt es seitens William Grant.
Exklusiv! So schmecken die 12 Whiskys der “Archive Collection 2024″
1 Wine Cask Barrel 1989 (abgefüllt für die Vereinigten Emirate)
Das neue getoastete Fass wurde mit Paxarette eingelassen („wine-treated“, nennt es der ehemalige Küfer Ian McDonald). Für Brian Kinsman ist der für sein Alter sehr helle Single Malt ein „Glenfiddich unplugged“. Eine fast schon Obstbrand-intensive Fruchtigkeit von Marille und Zwetschke wird in der Nase von kandiertem Ingwer flankiert. Auch helle Getreide-Duftnoten, die mit Wasser an Makronen erinnern, sind vorhanden. Sanft und zugänglich zeigt sich der „Bleiche“ am Gaumen, wo Birne und Orange die feine Toastbrot-Note und Weißen Pfeffer konterkarieren.
2 Refill Barrel 1990 (die Abfüllung für den deutschsprachigen Markt)
Praktisch gleich alt wie No. 3 und auch nur zehn Inventarnummern „älter“, aber mit ursprünglich höherer Fassfüll-Stärke (66,5%) versehen. Nougat, Kokosraspel und etwas Malaga-Eis sind zu riechen. Auch der Geschmack erinnert an Patisserie mit seinem Mix aus Schokolade, Kakao und Piment. Auffällig ist die Minze-Note, die im Nachgeschmack an Spearmint-Zahnpasta anklingt und von einer pikanten Schlagseite (gesalzene Macadamia-Nüsse) abgelöst wird. Sehr komplex!
3 Refill American Oak Barrel 1990 (exklusiv für „The Distiller’s Library”/Asien)
Praktisch gleich alt wie die No. 2 der „Archive Collection“, aber mit weniger Stärke (62,5%) ins Fass gekommen. Deutlich zeigt sich hier mehr Frucht (sogar Erdbeere!), aber auch ein Anflug von Teer in der Nase. Orangenkandis und Marzipan gehen im Mund zu Tropenfrüchten wie Papaya über. Die dunkle Würze erinnert am Gaumen an die Schoko-Chili-Sauce „Mole“, während ein Tropfen Wasser die exotischen Früchte final stärker akzentuiert.
4 American Oak Hogshead 1987 (exklusiv im Distillery Shop in Dufftown)
Das erste von der Familie Grant traditionell zu Weihnachten befüllte Fass, das auf den Markt kommt, braucht viel Luft. Dann spannt sich der Duftbogen von Schoko-Brownie über Orangen-Öl und Erdbeer-Confit bis zu Marmorkuchen. Der ausgeprägte Destillerie-Charakter – schlank und nach Birne – ist von Beginn an erkennbar; Nuss-Schokolade und Lorbeer setzen widerstreitende Akzente vor einer an Consommé erinnernden Eindringlichkeit. Süße Orangen, Majoran und Thymian ergänzen einen vielschichtigen „dram“.
5 Archive Collection Sherry Barrel 1990 (exklusiv für „The Distiller’s Library”/Asien)
Für Brian Kinsman ein „Fest der europäischen Eiche“, erinnert der dunkelste Whisky der Kollektion im Geruch an Demerara-Rum: Zigarrenkiste, Rosinen, Melasse und Schokolade im „Toblerone“-Stil prägen den ungewöhnlichen Whisky. Kalter Kaffee, Süßorange und ein alkoholischer Biss weichen mit etwas Wasser einem reichhaltigen, leicht bitteren Ton (Lakritze), der final den Whisky-Charakter umso deutlicher zeigt. Polarisierend, allerdings ein wirklich außergewöhnlicher Single Malt!
6 Wine Cask Barrel 1989 (exklusiv für „The Distiller’s Library”/Asien)
Das zweite ehemalige Weinfass der Serie nötigt einem sofort ein „Wow!“ ab. Ananaskuchen mit Zuckerguss, Mango und Pfirsich legen hier reichlich Frucht vor. Sonnige Freude verbreiten die gelben Früchte auch am Gaumen. Das zart rauchige Mittelstück setzt den Kontrapunkt und wird von hellem Getreide und einem auffrischenden Gerbstoff abgelöst. Der weinige Nachklang wird so vorweggenommen und regt zum Weitertrinken an.
7 Refill American Oak Barrel 1988 (exklusiv für „The Distiller’s Library”/Asien)
Der einzige 35-jährige des Raritäten-Dutzends liefert einen Dufteindruck wie Pralinen mit kandierten Veilchen. Die Intensität in der Nase wird von Pekannuss, Kokos und Kardamom noch verstärkt. Saftig wie Schokoglasur netzt er den Gaumen, die würzigen Noten aus dem Geruch setzen sich fort und setzen Akzente auf dem an getrocknete Früchte (Mango, Nashibirne) erinnernden Mittelstück. Als Bonus gibt es im Nachgeschmack auch noch Salzmandeln und Bitterschokolade zu genießen.
8 Refill American Oak Barrel 1989 (für den Heimmarkt UK bestimmt)
Einladend und reichhaltig ist hier der Duft: Kirsche, Nougat, Weichkaramellen und die Birnen-Note des Haus-Stils tanzen förmlich einen Reigen. Wie eine fruchtig gefüllte Praline bringt dieser Single Malt dann am Gaumen die Geschmackbausteine in Stellung. Viel Kirsche zeigt sich erneut, dazu eine Selektion an hellem Obst, aus der Pfirsich und überreife Ringlotte herausragen. Schmelzige Schokolade sorgt dafür, dass man hier keinen „dash“ Wasser braucht, um das Spektrum zu genießen.
9 Refill American Oak Barrel 1990 (dem australischen Markt vorbehalten)
Frische, Frucht und Bitternoten äußern sich hier in einem mustergültig ausgewogenen Duftbild: Getrocknete Ananas, dazu geflämmte Zimtrinde, Grapefruit-Zesten und „Bienenstich“-Kuchen sind zu erschnuppern. Die trockene Anlage dieses Whiskys am Gaumen erinnert an Kakao und Zitronenschale zugleich. Der Mittelteil hat dann eine überraschende Palo Santo-Note vorzuweisen, während das Finale lang und pikant nachklingt.
10 American Oak Hogshead 1987 (exklusiv für „The Distiller’s Library”/Asien)
Eine Spezialität der hauseigenen Küferei ist der Umbau von Bourbon-Fässern zu Hogsheads. Den „Enlarger“ hat Küfer Ian Mc Donald eingesetzt, dazu kamen neue Fass-Deckel. Getrocknete Ananas und „Bellini“-Pfirsiche, ja sogar gelbe Gummibärchen ergeben einen leichtfüßig-fruchtigen Charakter. Zugänglich und deutlich weniger expressiv am Gaumen, lässt der Whisky „Apfel im Schlafrock“ ebenso erkennen wie Milchkaffee und gedörrte Marille. Ein Dessert zum Trinken mit sanften 48,1%. Es gibt allerdings nur 110 Flaschen davon.
11 Refill American Oak Barrel 1990 (Archive-Abfüllung für Skandinavien)
Zwischen Haselnuss-Schnitten, Bienenwachs-Kerzen und gelben Tropenfrüchten, besonders: Maracuja, schillert dieser mit der zweit-kleinsten Auflage (130 Flaschen) gefüllte „dram“. Der Alkohol (54,1%) ist bei diesem Single Malt geradezu perfekt „versteckt“ worden: Frische erdige Noten à la Wiesenchampignon treffen im Mund auf Orangen-Fruchtfleisch. Löwenzahn-Honig und Grüner Pfeffer als Schlussakkorde.
12 American Oak Hogshead 1990 (die Archive-Abfüllung für Travel Retail-Shops)
Auch hier hat Küfer Ian Mc Donald „15 inches“ an Dauben und neue Fassdeckel verwendet, um aus den 40 Gallonen-Barrels 55 Gallonen (oder 255 Liter) fassende zu machen. Entsprechend einladend und reichhaltig ist der Duft nach Papaya, Mango und Maracuja – Whisky als „Fruit Punch“! Der Geschmack fällt dezenter aus und ist mit Apfel-Birnen-Melange ein Glenfiddich in Reinkultur, wenn nicht die pikanten Einsprengsel von gelber Chili und Paprika wären. Sie bieten dem süßlichen Biskuitteig am mittleren Gaumen Paroli und hinterlassen einen Nachklang von Grapefruit und Grünem Pfeffer. Großartig!
Nach der famosen Verkostung offizieller Ardbegs gestern, finden sich heute bei Serge Valentin wie angekündigt unabhängige Abfüllungen aus der Islay-Destillerie. Auch bei den neun Whiskys von heute gibt es nichts zu mäkeln für Serge – eine davon, ein alter Douglas Laing aus dem Jahr 2000, wird mit 95 Punkten sogar soetwas wie der „Gesamtsieger“ der beiden Sessions.
Hier wie üblich unsere kleine Tabelle der Verkostung:
Bis zuletzt war es nicht klar, ob sich die USA und die EU auf ein Abkommen verständigen können, das die als Reaktion auf die von Trump verhängten Strafzölle auf europäischen Stahl verhängte, abschaffen würde.
Abgeschafft ist es nicht, aber zumindest ist die Deadline für die endgültige Lösung des Problems vom 1. Januar 2024 auf 1. März 2025 verschoben. Wäre dies nicht geschehen, hätte der Strafzoll auf amerikanische Whiskeys nicht nur 25%, sondern satte 50% betragen – was den Import de facto zum Stillstand gebracht hätte.
“We greatly appreciate the efforts of the Biden administration to secure an extended suspension of the EU’s retaliatory tariffs on American whiskeys. This agreement is welcome news for US distillers across the country.”
Chris Swonger, Präsident und CEO of the Distilled Spirits Council of the United States (Discus)
Nach der Aufhebung der Strafzölle im Jahr 2022 stieg der Export von amerikanischen Whiskey in die EU um 29%, 44% aller Exporte der US-Produzenten, im Wert von 556 Millionen US-Dollar. Der Trend hat sich fortgesetzt: Laut einem Bericht in The Spirits Business stiegen die EU-Exporte von Januar 2023 bis Oktober 2023 um 69% im Vergleich zur selben Vorjahresperiode.
Jetzt fordert man seitens Discus, den Handelsstreit schon vor der nächsten Deadline endgültig beizulegen – auch der Planungssicherheit wegen. Ob das gelingen wird, wird sich weisen. Wir beobachten die Situation jedenfalls weiter für Sie.
Vielleicht sind Ihnen Theo und Wilhelm Evermann bereits im Fernsehen begegnet. Denn die Bimmerle Private Distillery erweckte ihre beiden Evermann Whisky-Sorten Theo, ein Blended Whisky, und Wilhelm, ein Single Malt, gemeinsam mit Sons of Motion Pictures für einen TV Spot zum Leben. Mehr zu diesem Spot (den wir auch hier eingebunden haben), wie dieser zustande kam sowie zu Theo Evermann und Wilhelm Evermann in der folgenden Presseaussendung, die wir von der Bimmerle Private Distillery erhalten haben:
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Mittelstand macht jetzt KI – So hauchen die Bimmerle Private Distillery & Sons of Motion Pictures einer Whiskybrand Leben ein
Im Sommer 2022 hat die Bimmerle Private Distillery ihren EVERMANN Whisky mit den zwei Sorten Theo, Blended Whisky, und Wilhelm, Single Malt, gelauncht. Jetzt folgt der erste TV Spot der Brand. Durch eine KI erwachen die Whisky-Charaktere nun zum Leben.
Sasbach,19.12.2023. Unter der Marke EVERMANN vertreibt die Bimmerle Private Distillery seit Juni 2022 zwei Schwarzwald Whiskys. Der Blended Whisky THEO EVERMANN mit 40%vol steht für den amerikanisch-inspirierten Abenteurer mit hoher Mixability. WILHELM EVERMANN, der Single Malt Whisky mit 42% vol, verkörpert den traditionsbewussten Schwarzwälder.
Bei Bimmerle war mit Launch der Marke klar, dass die Produkte durch ihr einzigartiges Fassmanagement für zwei unterschiedliche Charaktere der EVERMANN Familie stehen werden und die Kommunikation genau die Schnittstelle zwischen Produkt und Charakter werden muss.
„Unser Briefing an die Agenturen war einfach: Wir suchen jemanden, der es schafft, unsere Realwelt, also Produkt, Herstellung und Vertrieb und die fiktive Charakterwelt von Theo und Wilhelm, in Form von zwei unterschiedlichen Darstellungsweisen mit viel Charme und Witz zu verbinden. Gematcht hat es dann direkt bei den SONS und der spannenden und vielfältigen Nutzung einer KI. Für uns war klar, dieser Spot darf etwas riskieren und mutig sein und das Thema KI barg genau dieses Abenteuer,“ so Ann-Kathrin Metzner, Head of Marketing.
Geschäftsführer und Regisseur Roman Rögner der Sons of Motion Pictures GmbH ist vom KI-Einsatz seines Teams begeistert. „Wir haben die Personen zwar real abgefilmt, Teile des Skripts, die visuellen Motive und die sehr aufwendigen Texturen der Menschen wurden dann aber von der KI maßgeblich unterstützt. Man darf dabei natürlich nicht vergessen, wie viel Manpower von Kreativkonzept, über Kundenkontakt bis hin zum Endprodukt als Basis noch benötigt wird,“ so Rögner.
Für die Verbreitung des Spots setzt Bimmerle auf den langjährigen Partner crossvertise GmbH. Gemeinsam wurde eine umfassende Kampagnenstrategie entwickelt, welche den potenziellen Kundinnen und Kunden vom Endgerät zum POS leitet. Ausgespielt werden der Spot und die angebundenen Contentpieces u.a. im TV beim Sender DMAX, im Connected TV auf den Streamingplattformen Netflix, Sky, RTL+, Joyn, Samsung TV Plus, DAZN und Freevee und sowie am POS durch DOOH- und OOH-Motive.
Da bleibt nur noch eine Frage zu stellen: „Und welcher EVERMANN bist du?“.
Auch die Angus Dundee Distillers werden in China eine Malt Whisky Destillerie errrichten. Wie das Unternehmen, zu dem in Schottland die Brennereien Tomintoul und Glencadam gehören, heute in einer englischsprachigen Pressemitteilung bekannt gibt, haben die Bauarbeiten für das Projekt in Chun’an in der Umgebung des Thousand Island Lake bereits begonnen. Die Brennerei wird sich auf einem 20 Hektar großen Gelände befinden. Es fügt sich dann, wie es heißt, nahtlos in die umliegende Naturlandschaft ein und wird den lokalen Architekturstil von Jiangnan Huizhou widerspiegeln. In einem Berg in der Nähe der Brennerei ist der Bau des weltweit größten Höhlen-Whisky-Reifungskellers geplant. Die stabile Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Höhle würden ideale Bedingungen für die Lagerung und Reifung von Whisky bieten. Die Brennerei soll auch durch ein visitor’s experience ergänzt werden.
Laut Brian Megson, Direktor von Angus Dundee Distillers, ist diese Investition ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen. Sie baut auf die bestehende Präsenz in China auf, den dortigen betrachten sie als einen der wichtigsten Whiskymärkte der Zukunft. „We are combining our notable Western heritage in producing the finest Scottish Single Malts with Eastern traditions in a location of exceptional natural beauty and resources“, so Brian Megson weiter.
Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Presseaussendung, die auch Entwurfs-Bilder der neuen Destillerie der Angus Dundee Distillers in China beinhaltet:
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Angus Dundee Distillers announces distillery project in China
Angus Dundee Distillers, which owns Tomintoul and Glencadam malt distilleries in Scotland, has today announced it is building a malt whisky distillery and visitor’s experience in Chun’an, China.
Construction work is now underway on the project, located in the picturesque setting of the Thousand Island Lake. This area is popular due to the exceptional natural beauty of its lakes and mountains.
Spanning a site of over 20 acres, the distillery’s iconic design will seamlessly integrate with the surrounding natural landscape and embrace the aesthetics of the Jiangnan Huizhou local architectural style. The distillery will source the purest water in China from the Nongfu Spring to make the highest quality malt whisky.
The natural environment will also play a pivotal role in the maturation process, with plans for the world’s largest cave whisky maturation cellar within a mountain close to the distillery. The stable temperature and humidity inside the cave will provide ideal conditions for storing and maturing whisky.
Brian Megson, Director of Angus Dundee Distillers, said:
“This investment is a major milestone for Angus Dundee Distillers and builds on our existing presence in China, a whisky market which we regard as one of the most important for the future. We are combining our notable Western heritage in producing the finest Scottish Single Malts with Eastern traditions in a location of exceptional natural beauty and resources.
“We want to create one of the leading distilleries in Asia, combining world-class whisky production with an outstanding visitor experience.”
Angus Dundee Distillers produces multi award winning Single Malt Scotch Whiskies at Tomintoul Distillery, situated in the heart of the Cairngorms National Park in Speyside; and Glencadam Distillery in the Highlands, one of Scotland’s oldest working distilleries dating back to 1825 located in Brechin, Angus.
Ohne ein paar große Ardbeg-Sessions, von Zeit zu Zeit eingeschoben, wäre Whisky-Fun kein richtiger Whisky-Spaß. Mit dieser These leitet Serge Valentin die heutige erste Verkostung von Destillerie-Abfüllungen der Islay-Brennerei ein. Morgen wird eine weitere Session folgen, hier sollen dann eine ‚wilde Menge‘ Indie-Bottlings die Verkostung des Tages bilden. Die heutige bringt viele sehr gute Bewertungen sowie eine herausragende, wie Sie in unserer Übersicht sehen:
Abfüllung
Punkte
Ardbeg 19 yo ‚Traigh Bhan Batch 5‘ (46.2%, OB, American oak & oloroso, batch #TB/05-12.02.2004/23.GM, 2023)
89
Ardbeg 2002/2023 (50.2%, OB, Private Single Cask, 2nd fill bourbon barrel, cask #3290, 229 bottles)
90
Ardbeg 25 yo (46%, OB, 2023 edition)
89
Ardbeg 26 yo 1975/2002 (46.2%, OB for Clan des Grands Malts, France, sherry hogshead, cask #4701, 252 bottles)
94
Ardbeg. Gemalt von David Christopher Schlierenkämper
Die scheinbar unendliche Geschichte der Falkirk Distillery nähert sich langsam einem weiteren Meilenstein. Die neue Brennerei in den Lowlands sollte eigentlich bereits 2017 eröffnen. Doch das Team der neuen Falkirk Distillery rund um Gründer George Stewart musste in den letzten Jahren sehr viel Geduld und Beharrlichkeit aufbringen. Erst im Juli 2020 konnte die volle Funktionsfähigkeit der Brennerei gefeiert werden. Und jetzt kündigt die Destillerie endlich ihre erste Single Malt Whisky Abfüllung an.
Die beiden first fill bourbon casks, die im September 2020 mit ungetorftem ungetorfte Lowland-Spirit befüllt wurden, werden miteinander vermählt und als Limited Edition inaugural release mit einer Auflage von 640 Flaschen veröffentlicht. Ab dem 10. Januar 2024 sind diese über die Website der Falkirk Distillery erhältlich. Der Kauf ist auf eine Flasche pro Bestellung beschränkt, der Versand erfolgt ausschließlich innerhalb des Vereinigten Königreichs. Hier finden Sie die weiteren Infos.
Wer nicht bis zum nächsten Jahr warten möchte: Die ersten 100 Flaschen dieser Erstveröffentlichung werden später in dieser Woche exklusiv innerhalb einer Online-Auktion bei Whisky Auctioneer erhältlich sein.
Gestern stellte Kirsch Import innerhalb seiner Neuheiten die neuste Abfüllung der Isle of Raasay Distillery vor, heute ergänzen wir die Infos zu Isle of Raasay Dùn Cana mit der dazu gehörenden Presseaussendung. Mehr zu diesem limitierten Sherry Quarter Cask Release finden Sie hier folgend:
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Hoch hinaus mit dem Isle of Raasay Dùn Cana aus Sherry Quarter Casks
Stuhr, 19.12.2023 Ein winziges, wunderschönes Eiland vor der Westküste Schottlands schreibt Whiskygeschichte: Seit 2017 wird auf der Isle of Raasay, gegenüber von Skye, erstmals legal Single Malt gebrannt. Jetzt stellt die gleichnamige Brennerei eine neue, limitierte Abfüllung aus dem Sherry Quarter Cask vor: Dùn Cana.
Bildnachweis: Raasay Distillery
Die Isle of Raasay Distillery ist seit ihrer Gründung vor gut sechs Jahren zum Herzstück der Inselgemeinde geworden. Über zehn Prozent der rund 160 Einwohner legen heute bei der Whiskyherstellung Hand an. Ihre Insel dient dabei als stete Inspiration. Zum Beispiel für das neue, limitierte Sherry Quarter Cask Release, Dùn Cana.
Der Single Malt ist eine Hommage an seine Heimat auf den Hebriden und den gleichnamigen, ikonischen und markanten Gipfel des Dùn Caan (gälisch Dùn Cana), dem höchsten Hügel der Isle of Raasay. Von hier oben genießen Einheimische und Besucher:innen den verzaubernden Ausblick über die kleine, malerische Insel.
Bildnachweis: Raasay Distillery
Typisch für die Brennerei verbindet er getorften mit ungetorftem Whisky. Nach initialer Reifung in Rye Casks aus Kentucky vermählt, wurde dieser für neun Monate in kleinen Quarter Casks (125 Liter) veredelt, die zuvor Pedro Ximénez und Oloroso Sherry der Bodega Miguel Martin enthielten.
Bei 52 Volumenprozent verströmt Dùn Cana so pfeffrige Würze, getrocknete Sultaninen, geröstete Nüsse und einen Hauch von Vanille, bevor er mit salziger Schokolade und einem Hauch von aromatischem Holzrauch ausklingt.
Mit Dùn Cana startet die Brennerei in eine Abfüllungsreihe, die jährlich um eine Neuauflage erweitert wird. Jede Edition wird sich in der Fasszusammensetzung oder im Alter leicht unterscheiden.
Isle of Raasay Dùn Cana – First Edition Hebridean Single Malt Scotch Whisky Sherry Quarter Cask Release
Bildnachweis: Raasay Distillery
Herkunft: Schottland, Islands Fasstypen: First Fill American Oak Rye Casks, Pedro Ximénez & Oloroso Sherry Quarter Casks (Finish) Abgefüllte Flaschen: 14.000 (insgesamt) Alkoholgehalt: 52% vol. Flaschengröße: 0,7 Liter Sonstiges: nicht gefärbt, nicht kühlfiltriert
Über Raasay
Die Mitbegründer der Isle of Raasay Hebridean Distillery, Bill Dobbie und Alasdair Day, erkannten im Jahre 2015, dass die Isle of Raasay die Zutaten für den perfekten Whisky bietet. Die Baugenehmigung für den Umbau des Borodale House aus dem 19. Jahrhundert wurde erteilt und im September 2017 ging die Brennerei in Betrieb. Hier wird seitdem außergewöhnlicher Whisky hergestellt, inspiriert von älteren Stilen hebridischer Single Malts, die es heute nicht mehr gibt. Zudem wird ein handgefertigter Gin produziert, der den Stil, den Charakter und die geologische Vielfalt von Raasay widerspiegelt. Es gehört zum Ethos der Brennerei, jeden Tropfen Spirituose direkt auf der Insel herzustellen, zu reifen, abzufüllen und zu vermarkten.
Über Kirsch Import
Kirsch Import kennt die Spirituosenbranche seit 47 Jahren. Das Familienunternehmen aus Stuhr in der Nähe von Bremen hat sich früh auf das Premium-Segment spezialisiert: Über 4.500 hochwertige Spirituosen, darunter Deutschlands umfangreichstes Portfolio im Bereich Single Malt, verwaltet in zweiter Generation Christoph Kirsch.
Nach über 50 Jahren in der Whiskyindustrie wechselt, wie es Dram scotland formuliert, die Islay Ikone und Lagavulin-Legende Iain McArthur in den Ruhestand. Iain startete seine berufliche Whisky-Laufbahn in der Port Ellen Distillery. Danach wechselte er zu Lagavulin, seit einem halben Jahrhundert war er dort ein fester Bestandteil des Teams. Hier war er für den Torfabbau wie auch als warehouse manager für die Überwachung der Fässer zuständig. Berühmt und legendär waren natürlich seine warehouse tasting sessions.
“Being part of the Lagavulin family has been the adventure of a lifetime, but now I’m ready for a change of pace. At 18 Years Old, this bottling brings back fond memories for me, enjoying a dram and celebrating moments in my life. I hope everyone that loves this distillery as much as I do gets to enjoy it.”
Iain McArthur
Anlässlich seines Abschied veröffentlicht Lagavulin die Abfüllung „Iain’s Farewell Dram“. Iain McArthur selbst befüllte vor 18 Jahren die Second-Fill-Manzanilla-Fässer, die von ihm selbst per Hand mit 58,7 % Vol. in die Flaschen abgefüllt wurden. 18 dieser Flaschen werden in der Brennerei vor Ort erhältlich sein, die Einschreibemöglichkeit für die Kauf-Verlosung Vorort endete gestern. In den kommenden Monaten wird über Lagavulin und Malts.com veröffentlicht werden, wie darüber hinaus eine Flasche erworben werden kann. Fest steht bereits die unverbindliche Preisempfehlung, sie liegt bei £350, was etwas mehr als 400 € wären.
Die Fèis Ìle 2024 kündigt sich heute nochmals in der us-amerikanischen TTB-Datenbank an. Zwei Abfüllungen die Islay-Brennerei Bunnahabhain sind unsere neuesten Funde. Im Detail:
Bunnahabhain Fèis Ìle Editions 2024 Ruby Port Cask Finish 14 years old, so lautet der vollständige Name der Abfüllung, die zur Fèis Ìle 2024 erscheinen könnte. Das Taste Profile ist mit sweet – spicy – unpeated umschrieben, ohne Färbung, ohne Kühlfiltrierung und mit 58,7 % Vol. kommt dieser Single Malt im nächsten Jahr in die Flaschen. Er kam am 26.5.2009 zunächst in Bourbon Casks, anschließend erfolgte ab dem 17.11.2020 ein Finish in Ruby Port Hogsheads. Hier die Label:
Mit Bunnahabhain Fèis Ìle Editions 2024 Triple Sherry Wood Finish 23 years old ist der Name der nächste Abfüllung noch etwas länger. Das Taste Profile beschreibt diese als Nutty – Creamy- Floral, es sollen 4002 Flaschen der Edition erscheinen. Der 23 Jahre alte Single Malt erhielt ein Finish in Amontillado, Manzanilla und Oloroso sherry casks – an exceptional sherry bomb of a dram, wie es auf dem Etikett heißt. Auch dieses Bottling kommt ohne Färbung und ohne Kühlfiltrierung, abgefüllt wird in mit 53,3 % Vol. Hier die Label:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Neben der neuesten Abfüllung Isle of Raasay Distillery finden wir heute in Neuheiten bei Kirsch Import noch ein Bottling der Brennerei Glen Ord vom unabhängigen Abfüllers Signatory Vintage sowie neun neue Abfüllungen von Berry Bros. & Rudd. Hier alle Details:
Externer Text
Inhalt verantwortet das Unternehmen
Neue Geschmackshöhen erklimmen… …mit dem Isle of Raasay Dùn Cana aus Sherry Quarter Casks
Ein winziges, wunderschönes Eiland vor der Westküste Schottlands schreibt Whiskygeschichte: Seit 2017 wird auf der Isle of Raasay, gegenüber von Skye, erstmals legal Single Malt gebrannt. Die Isle of Raasay Distillery ist seitdem zum Herzstück der Inselgemeinde geworden. Über zehn Prozent der rund 160 Einwohner legen heute bei der Whiskyherstellung Hand an. Ihre Insel ist dabei stete Inspirationsquelle. Zum Beispiel für das neue, limitierte Sherry Quarter Cask Release, Dùn Cana.
Der Single Malt ist eine Hommage an seine Heimat auf den Hebriden und den ikonischen Gipfel des Dùn Caan (gälisch Dùn Cana), dem höchsten Hügel der Isle of Raasay. Typisch für die Brennerei verbindet er getorften mit ungetorftem Whisky. Nach initialer Reifung in Rye Casks aus Kentucky vermählt, wurde dieser für neun Monate in kleinen Quarter Casks (125 Liter) veredelt, die zuvor Pedro Ximénez und Oloroso Sherry der Bodega Miguel Martin enthielten.
Bei 52% vol. verströmt Dùn Cana so pfeffrige Würze, getrocknete Sultaninen, geröstete Nüsse und einen Hauch von Vanille, bevor er mit salziger Schokolade und Anklängen von aromatischem Holzrauch ausklingt.
Mit Dùn Cana startet die Brennerei in eine Abfüllungsreihe, die jährlich um eine Neuauflage erweitert werden wird. Jede Edition wird sich dabei in der Fasszusammensetzung oder im Alter leicht unterscheiden.
Isle of Raasay Dùn Cana – First Edition Hebridean Single Malt Scotch Whisky Sherry Quarter Cask Release
Herkunft: Schottland, Islands Fasstyp: First Fill American Oak Rye Casks, Pedro Ximénez & Oloroso Sherry Quarter Casks (Finish) 14.000 Flaschen (insgesamt) 52% vol. 0,7 Liter Nicht gefärbt Nicht kühlfiltriert
1988 gründete Andrew Symington seine Signatory Vintage Scotch Whisky Company Ltd. Heute lagern mehr als 10.000 Hogsheads, Butts und Co. im kleinen Highland-Örtchen Pitlochry. Die exklusiven Abfüllungen eines der erfolgreichsten unabhängigen „Bottlers“ Schottlands sind nicht mehr aus den Regalen von Whiskyfans wegzudenken. In limitierter Stückzahl aus einzelnen oder wenigen Fässern abgefüllt, kommen sie in Reihen auf den Markt – wie der Un-Chillfiltered Collection.
Vollen Geschmack dank Verzicht auf Kühlfiltration, das verspricht in dieser Woche der Glen Ord 2012/2023. Der Highlander ist in den Rängen unabhängiger Abfüllungen eher selten zu sehen. Mit dem Single Malt kommen Fans milder, malziger Whiskys voll auf ihre Kosten – insbesondere, wenn er wie von Signatory ausschließlich in Bourbon Casks gelagert wird. Nach einer Dekade in der amerikanischen Eiche streichelt er den Gaumen mit weicher Vanille, cremigem Karamell und sanfter Würze.
Glen Ord 2012/2023 Signatory Vintage Highland Single Malt Scotch Whisky The Un-Chillfiltered Collection
10 Jahre Dest. 19/12/2012 Abgef. 10/2023 Herkunft: Schottland, Highlands Fasstyp: First Fill Bourbon Barrels Fassnr. 800263, 800273, 800281 46% vol. 0,7 Liter Nicht gefärbt Nicht kühlfiltriert
Bourbonfässer von Berry Bros. & Rudd: Bis zu 47 Jahre alte Single Malts aus England und Schottland
Schmuggler während der Prohibition mit Spirituosen versorgen, Napoleon III. im Keller verstecken, den Dichter Lord Byron auf der großen Kaffeewaage wiegen: Bereits 1698 gegründet, blickt Berry Bros. & Rudd auf eine erstaunliche Firmengeschichte zurück. Die Londoner Institution steht für mehr als 300 Jahre Expertise auf dem Gebiet der Premium-Spirituosen und ist Lieferant des britischen Königshauses.
Qualität, die selbst King Charles überzeugt, liefert der unabhängige Abfüller jetzt mit zwei neuen Small Batches und sieben Single Casks – das älteste aus dem Jahr 1975.
Das Small Batch No.1 Benrinnes 2010/2023 verteilt großzügig schwere Aromen, Honig und Früchte, während der Linkwood 2013/2023, Small Batch No.2, üppige Vanillenoten und Kokosnuss aus Bourbon Casks mit (Eichen-)Würze verbindet. Wie Linkwood stammen u.a. die Brennereien Glenlossie und Glen Moray aus dem historischen Städtchen Elgin. Die geschmeidigen bzw. leichten Malts ergänzen zumeist feine Blends. Nicht so der kraftvolle Glenlossie 2010/2023 und der ausgesprochen fruchtig-liebliche Glen Moray 2008/2023.
Benrinnes 2010/2023 Berry Bros. & Rudd Speyside Single Malt Scotch Whisky Small Batch No.1
In der Regel nur unabhängig abgefüllt erhält man auch Whiskys wie den Balmenach 2011/2023 mit hellen, spritzigen Noten. Eine Seltenheit ist der Masthouse 2017/2023, ein fruchtbetonter, tropischer Single Malt aus der 2016 gegründeten Copper Rivet Distillery.
Der zähflüssige „mystery malt“ Orkney Islands 2006/2023 dagegen entpackt bei fassstarken 57,1% vol. intensive Torfnoten und üppige dunkle Früchte aus dem Sherry Cask. Ebenfalls anonym bleibt der Sutherland 2000/2023. Der sämige Highlander gibt mit seinen kräftigen Noten von floralem Honig, antiken Möbeln, Fruchtgummi und Wachs aber eindeutige Hinweise auf seine Herkunft…
Nach 47 Jahren im Fass ist er ein besonderes Erlebnis: Wer sich eine der insgesamt nur 192 Flaschen des Dufftown 1975/2023 sichern kann, wird mit komplexen Noten von gebuttertem Toast, Wildblumenwiesen, Sandelholz und Orangenzesten belohnt.
Stephen Gould, Eigentümer und master distiller der Golden Moon Distillery in Golden, Colorado, sieht bei seiner Brennerei einen „Bedarf an mehr PS“. In den letzten 15 Jahren sei viel Mühe in dieses Projekt gesteckt worden. Aufgrund von Covid, den Handelskriegen usw. stand die Destillerie in den letzten Jahren wie jeder in der Getränkewelt vor Herausforderungen – doch die Golden Moon Distillery sei noch gestärkt daraus hervorgegangen. Die Realität wäre jedoch jetzt, dass die Golden Moon Distillery mehr Leistung benötigt, um das, was bereits aufgebaut wurde, zu skalieren und das volle Potenzial des Unternehmens auszuschöpfen, heißt es bei The spirits business.
Aus diesem Grund sucht Gould einen Käufer für einen Teil oder das gesamte Unternehmen. Die Brennerei wird komplett ausgestattet angeboten, der Verkauf umfasst geistiges Eigentum, laufende Arbeiten, fertige Produkte und übertragbare Lizenzen. Der Verkostungsraum ‚Golden Moon Speakeasy‘ ist ebenfalls im Verkauf enthalten. Die Brennerei stellt Gin, Absinth, Likör und verschiedene Whiskey-Sorten her. Interessierte finden auf der Website der Golden Moon Distillery sowie über New Mill Capital eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.
Es war das Jahr 1791, als James Power die Powers John’s Lane Distillery in Dublin gründete. Das Firmengelände lag in den Liberties, in ihren Spitzenzeit produzierte die Brennerei fast 900.000 Gallonen Irish Whiskey pro Jahr (das müssten etwas mehr als 4 Millionen Liter sein), der in die ganze Welt exportiert wurde. Der Schriftsteller Alfred Barnard beschrieb 1886 ihre Brennblasen als „so hell und sauber wie brüniertes Gold“. Den aus diesen Destillierapparaten produzierten Whiskey nannte er „feiner als alles, was wir bisher probiert hatten“. Die Brennerei stellte 1976 die Whiskybrennerei ein, auf dem ehemaligen Gelände befindet sich heute das National College of Art and Design. Die historischen drei Pot Stills der Powers John’s Lane Distillery blieben erhalten, sind heute Eigentum des NCAD und befinden sich im Zentrum des Campuses. Und der Zahn der Zeit nagte deutlich an ihnen.
Dank einer aufwändigen Sanierung wurde der Verfall nun aufgehalten. Irish Distillers als Inhaber der Marke Power’s hat diese Sanierung und somit den Erhaltung drei drei antiken Brennblasen unterstützt. Die Unterstützung ist in der dazu gehörenden Pressemitteilung nicht konkret benannt. Ausgehend von den Kommentierungen in dieser Presseaussendung sollten wir allerdings von einem sehr umfangreichen Engagement ausgehen.
Die Arbeiten an den drei einzigartigen Pot Stills aus Kupfer nahmen acht Monate in Anspruch. Die Sanierung umfasste Strahlreinigung, Lackierung, Kupferreinigung und Lackierung der Destillierapparate aus Kupfer. Auch die Stufen, Ventile, Plattformen und Öfen, die zum Erhitzen der Destillierapparate verwendet wurden, wurden restauriert, um so die Funktionsweise und Feinheiten des Produktionsprozesses aufzuzeigen. Die umliegenden Bereiche wurden ebenfalls durch Reparaturen und Reinigung des umgebenden Mauerwerks, der Geländer und der Landschaftsgestaltung in Übereinstimmung mit der Conservation Architects-Abteilung des Dublin City Council verjüngt und aufgehübscht. Ein Stück der Geschichte des Irish Whiskeys, der Geschichte Irlands sowie der Stadt Dublin konnte so bewahrt, und es kann auch besichtigt werden. Das National College of Art and Design befindet sich auf der Thomas Street in Dublin.