Zu Beginn des Jahres berichteten wir über die Expansionspläne der Belfast Distillery Company nach Südkorea. Diese neue und weitere Vertriebsmöglichkeit entstand durch ein Förderprogramm der britischen Regierung, welches diese nach dem Brexit für Nord-Irland bereitstellte. Das Online-Magazin Just-drinks.com veröffentlicht heute ein Interview mit dem CEO der Belfast Distillery Company, John Kelly, in dem er das Zustandekommen dieses Deals und die Bedeutung solch vermeintlich kleineren Märkte für die Belfast Distillery Company erläutert. Interviewerin Jessica Broadbent nutzt dieses Gespräch dann auch, um sich nach dem Stand der Umbauarbeiten in Teilen des alten, denkmalgeschützten Gefängnisses an der Crumlin Road in Belfast zu erkundigen. Hier soll die Belfast Distillery entstehen, geplant ist sie mit einer Kapazität von 0,5 Millionen Litern reinen Alkohols pro Jahr. John Kelly, der über 20 Jahre beim Getränke- und Spirituosen-Konzern Diageo tätig war, erlaubt auch noch einen tiefen Einblick in die momentanen Herausforderungen der jetzigen Zeit. Das äußerst interessantes und sehr langes Interview finden sie hinter diesem Link.
In der letzten Woche fand in Hamburg endlich wieder die Hanse Spirit statt, in diesem Jahr in der Messehalle B1, statt wie vor der Corona-Pause in der Fischauktionshalle (wir berichteten). An drei Tagen, vom 26. bis 28. Januar, präsentierten sich die Aussteller mit ihren Spirituosen und Spezialitäten auf fast 6.500 m², und luden sowohl zum Probieren und als auch Plaudern ein. Unser freier Mitarbeiter Stefan Bügler nahm diese Gelegenheit am ersten Veranstaltungstag wahr und besuchte die Hanse Spirit. Begleiten Sie ihn auf einem Messerundgang, auf dem er uns sieben der Aussteller aus dem Bereich Whisky näher vorstellt.
Alle Bilder Copyright Stefan Bügler
Messeschlaglichter – Die Hanse Spirit 2023 in Hamburg
Am vergangenen Donnerstag (26.1.23) war es wieder soweit: nach fast drei Jahren Zwangspause öffnete die Hanse Spirit für drei Tage ihre Tore. Seit 2011 ist die Messe eine Institution in Deutschlands Whisky-Norden, die in diesem Jahr wieder in die Hamburger Messehallen zurückkehrte. Im Vergleich zu den Vorjahren in der Fischauktionshalle bot der Veranstaltungsraum deutlich mehr Platz, was von vielen Stammgästen begrüßt wurde.
Rund 80 nationale und internationale Aussteller präsentierten ihren Whisk(e)y, aber auch Rum, Gin, Vodka, Liköre und andere Getränke. Sieben sehr unterschiedliche Aussteller stellen wir heute in unseren Messeschlaglichtern vor.
M&H – Milk and Honey Distillery, Israel
Seit 2014 fließt nicht nur als Milch und Honig in Israel, sondern auch der Rohbrand aus den Brennblasen von M&H in Tel Aviv. Kein geringerer als der Whisky-Experte Dr. James Swan begleitete die Brennerei, die mittlerweile ein breites und qualitativ hochwertiges Sortiment mit unterschiedlichsten Fassarten und Lagerorten aufgebaut hat. Davon waren auf der Messe einige Kostproben zu verkosten. Neben der Dead Sea Lagerung standen verschiedenste Abfüllungen (Single Cask bzw. Small Batch) aus der APEX Serie und natürlich der M&H Classic zur Verkostung bereit.
Shilton Almeida, Global Brand Ambassador
Meet: Shilton Almeida, Global Brand Ambassador
Shilton hat rund zwölf Jahre Erfahrung in der Whiskyindustrie und ist seit rund einem Jahr bei M&H. Ihn reizt es sehr die Whiskymarke M&H zu entwickeln, aber am meisten schätzt er das Team bzw. den Team Spirit in einer unabhängigen sehr innovativen Firma. Innovativ bedeutet für Shilton, dass der M&H Whisky in fünf unterschiedlichen Klimazonen in Israel reift und viele spannende und ungewöhnliche Fassarten (z.B. Granatapfelweinfässer) genutzt werden. Sein Lieblingswhisky ist der M&H Classic, weil dieser den Brennerei-Charakter optimal offenbart.
Catawiki – With a „license to sell“
Catawiki ist ein neuer aber stetig bekannter werdender Name in der Whiskywelt. Allerdings handelt es sich weder um eine Brennerei, einen Importeur oder Einzelhändler. Catawiki ist ein Online-Auktionshaus, das seine Whiskyexpertise in den letzten Jahren sehr stark ausgebaut hat.
Die Flaschenauswahl am Messestand war sehr erlesen und wurde mit viel Herz und Wissen vom Catawiki Team präsentiert.
Guido Mascini (2.v.r.) mit seinem Expertenteam Emile, Enrico und Nicolas (v.l.).
Meet Guido Mascini, Director Automotive, Wine and Whisky
Guido hat wahrhaftig die „License to Sell“, denn seine Mitarbeiternummer die er 2012 bei seinem Start bei Catawiki bekam lautet 009. 2011 startete die Firma mit sieben Mitarbeitern, heute sind es über 700, die für etwa eine halbe Milliarde Euro an Kundenumsatz verantwortlich sind. Eine rasante Entwicklung, die das damalige Start-Up derzeit zum Scale-Up macht. Guido sieht sogar Potential, dass sich die Firma zu einem Unicorn entwickelt. Die Whiskysparte entwickelte sich damals per Zufall, als in 2014 der externe Designer, der für den Auktionskatalog verantwortlich war, aufgrund einer Scheidung seine Balblair-Sammlung verkaufen wollte. Seitdem hat Guido ein Team von Whiskyexperten um sich versammelt, die einen umfassenden Service rund um die Whiskyauktion liefern. Guidos Lieblingswhisky ist ein Aberlour 18y.o. aus der eckigen Flasche.
St. Kilian – Whisky made in Germany
Geht es irgendwo um deutschen Whisky, dann ist St. Kilian eigentlich immer dabei. Die Brennerei setzt Standards mit qualitativ hochwertigen und sehr unterschiedlichen Whiskies. Bestes Zeugnis dafür sind über 110 Goldmedaillen, die die Brennerei während ihres kurzen Wirkens schon gewonnen hat. Denn Eigentümer Andi Thümmler hat bei der Gründung von St. Kilian nicht nur in sehr gutes Equipment (u.a. Brennblasen aus Schottland, sehr gute Fässer) investiert, sondern auch in die Menschen, allen voran Master Distiller Mario Rudolf, der nicht nur für die Destillation des Rohbrandes, sondern auch für die Komposition der Whiskies zuständig ist.
St. Kilians Brand Ambassador Olli Fink
Meet Olli Fink
Meet Olli Fink. Er ist St. Kilians Brand Ambassador für die Nordhälfte Deutschlands und vertritt die Marke bei Messen und Tastings. Wenn er nicht für St. Kilian unterwegs ist, bietet der Flensburger private Tastings an und stellt rustikale Holzmöbel her. Olli hat fast zehn Jahre Erfahrung in der Whiskyindustrie und ist seit 2019 bei St. Kilian.
Auf der Hanse Spirit präsentierte Olli – neben den im Fachhandel erhältlichen Abfüllungen – diverse getorfte und ungetorfte Einzelfassabfüllungen, die einen Eindruck der Vielseitigkeit St. Kilians vermitteln, die auf mehr als 280 verschiedene Fasssorten zurückgeht. Das innovative Fassmanagement, die experimentelle Lagerung (Erdreifung, Bunker) und der hohe Qualitätsstandard sind Dinge die Olli an St. Kilian begeistern. Das wichtigste seien ihm jedoch die Menschen, die die Vielfalt des Teams ausmachen. Sein Lieblingswhisky ist derzeit der St. Kilian Signature 13 – für den Mario Rudolf fünf verschiedene Virgin Oak Fassarten vermählt hat – aufgrund der fantastischen Kirschnoten.
Prineus – mit Herzblut für den Whisky
Prineus wurde 2004 auf Initiative von Gerd Schmerschneider gegründet. Die Freundschaft zu John Glaser, der ein paar Jahre zuvor Compass Box gegründet hatte, war nicht nur prägend für ihn selbst, sondern auch für Prineus. Mit einem sehr ausgewählten Sortiment hat sich Prineus nun schon seit Jahren in der Top-Riege Deutscher Whiskyimporteure etabliert. Die Firma hat heute drei Gesellschafter, die Herzblut und Liebe für Whisky verbindet:
Gerd Schmerschneider, Thomas Unger, Marc-Björn Stock (v.l.)
Meet Gerd Schmerschneider, Thomas Unger und Marc-Björn Stock, Eigentümer von Prineus
„Kurze Wege im Mittelfeld“ sieht Gerd als größte Stärke des Teams. „Wir können sehr sehr schnell mit unseren Entscheidungen sein, die kommen von Herzen und deshalb sind wir auch mit Herzblut für unsere Marken dabei.“ Die „Drei“ sind sich auch sofort einig über die wichtigsten Eigenschaften der Firma: Import und Großhandel von kleinen aber feinen Marken (u.a. Whisky, Rum, Cognac, Gin) mit hoher Qualität und sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu den wichtigsten Whisky-Marken zählen Lindores Abbey, Chichibu, Firkin Whisky, Fable Whisky, Cley und bald Finn Thomson. In 2023 rechnen die drei mit einem großen Coming-out von Indri aus Indien. Neben dem schon erhältlichen sehr süffigen Indri-Standard ist eine sehr interessante Ausweitung des Sortiments geplant.
Der Whisky auf den sich alle „Drei“ freuen ist der „The one I love“ – von Compass Box. Er ist mit der Hilfe von Gerd entstanden und war auf der Messe im Vorverkauf. Nun ist die Flasche nur noch über die Facebookgruppe „I love Compassbox“ beziehbar, die für die restlichen Flaschen ein Vorkaufsrecht hat.
Lindores Abbey – wo alles begann
Hier destillierte 1494 Bruder John Cor für King James IV. einen Brand aus gemälzter Gerste. Es ist die erste Aufzeichnung dieser Art in Schottland. Deshalb gilt Lindores Abbey als die Wiege des Schottischen Whiskys. Im Jahr 2017 lebte diese Brenntradition an alter Stelle wieder auf. Drew und Helen McKenzie-Smith gründeten die Brennerei und sicherten sich in Gary Haggart einen Distillery Manager, der zuvor bei Cragganmore wirkte. Rund 150.000 Liter reinen Alkohol/Jahr stellt die Brennerei her und achtet auf höchste Qualität in Produktion und Lagerung.
Elliot Wynn-Higgins
Meet Elliot Wynn-Higgins, Export Manager und Manager für Fassverkäufe
Seit Juni 2018 ist Elliot bei Lindores und damit fast von Anfang an. Er ist verantwortlich für Fassverkäufe, die Betreuung der Fasseigentümer, baut die internationalen Marketing- und Vertriebsverbindungen auf und vertritt die Marke als Botschafter. An Lindores Abbey begeistert ihn einerseits die Verbindung von Historie und Moderne, die durch die heutige Destillation die DNA von 1494 weiterspinnt. Andererseits ist der menschliche Faktor in einem privat geführten Unternehmen mit einem tollen Team der Faktor, der die DNA auch wirklich mit Leben füllt.
Er mag Lindores am liebsten aus Ex-Old Forester Bourbonfässern und nennt deshalb auch die entsprechend gelagerten Einzelfassabfüllungen und den Cask of Lindores Bourbon.
Stauning – sss nicht sch
In Hamburg stolpert man sprachlich gesehen bekanntlich über den spitzen Stein. Bei Stauning aus Dänemark ist das genauso: Ssstauning, nicht Schtauning. Sehr klein fing die Brennerei damals in 2005 an, als sich neun Freunde in einer alten Schlachterei trafen, um herauszufinden wie Whisky produziert wird. Ab 2009 wurden 6.000, ab 2012 15.000 Liter reiner Alkohol produziert. Seit 2015 hält Diageo 40% der Anteile, die Produktion liegt heute ein Vielfaches über dem damaligen Niveau und Stauning ist zu einer international renommierten Marke geworden. Der erste Whisky wurde 2011 veröffentlicht und heute ist das Sortiment, das vorwiegend aus Rye Whisky und einigen Malt Whiskies besteht, aus keinem Fachgeschäft mehr wegzudenken.
Jonas Jensen (links) und Henning Grubb
Meet Jonas Jensen (links, Storyteller) und Henning Grubb (Brand Ambassador Deutschland, Österreich, Schweiz)
Jonas ist Geschichtenerzähler, arbeitet hauptsächlich in der Brennerei und ist auf der Hanse Spirit zum ersten Mal auf einer Messe dabei. Die Geschichten zu Stauning erzählt er mit einem Wir-Gefühl und einem Augenzwinkern und das seit August 2020. Erst seit einem Jahr dabei ist Henning, der seine Rolle als Botschafter für Stauning ebenfalls mit dem Stauning-Wir-Gefühl ausfüllt. Tatsächlich berichten beide von der tollen Atmosphäre wie in einem kleinen Familienunternehmen, in dem die Mitarbeiter mit starkem Vertrauen sehr eng zusammenarbeiteten und wo jeder immer von „wir“ spricht, wenn es um die Firma geht. Die Produktion ist modern und altmodisch zugleich und nicht auf Effizienz ausgerichtet. So bleibt Raum für kleine Experiente mit verrückten Fässern (z.B. Tabascofass). Die hands-on Mentalität des Anfangs ist immer noch präsent. Learning by doing wird als wichtige Philosophie betrachtet. Im Bereich Mälzen haben sich die Dänen eine so große Expertise erarbeitet, dass Brauereien sogar Spezialmalze von Stauning beziehen.
Jonas hat einen klaren Favoriten: den Stauning Single Malt mit Heidekrautrauch. Henning nennt auch die Single Malt Experimente (z.B. Maple Syrup Cask) aufgrund ihrer Vielfalt und der kleinen Auflage, findet aber auch die Rye Abfüllungen nicht weniger spannend.
Seven Seals – Die sieben Siegel der Reifung
Gegenüber von Stauning liegt der Stand von Seven Seals. Zentrales Know-how der Firma ist ein spezielles Veredlungs- und Reifeverfahren: die Stockhausen-Methode – gleichsam das Buch mit sieben Siegeln – in die nur wenige Personen eingeweiht sind. Irischer Whisky wird in der Schweiz in Fässern veredelt, deren Fassoberfläche durch einen mechanischen Eingriff exponentiell vergrößert wurde. Das ermöglicht eine weitaus schnellere Reifung und kreiert zudem eine intensive Aromenvielfalt, die herkömmlich gelagerte Whiskies erst viele Jahre später erreichen können. So gesehen verhalten sich der Fassraum und die Reifezeit aus der Sicht eines Whiskys in einem mit der Stockhausen-Methode behandelten Fasses komplett anderes, als in einem herkömmlichen. Von einer neuen „Relativitätstheorie- bzw. -praxis“ will er nicht natürlich nicht sprechen, wohl aber, dass Seven Seals die Grenzen einer traditionell geprägten Industrie stark verschiebt:
Thorsten Manus
Meet Thorsten Manus, Vertriebsleiter Deutschland und Brand Ambassador
Thorsten ist ein Urgestein in der Whiskybranche in der er seit 2008 wirkt. Seit 2021 ist er bei Seven Seals und absolut begeistert von der Geschichte des Firmengründers Dr. Dolf Stockhausen, „der komplett anderes denkt. Irische Tradition trifft auf schweizer Innovation und das zusammen ergibt eine der aromenreichsten und edelsten Whiskyranges, die es im Moment auf dem Markt gibt.“ Im Einzelnen sind das die Classic Range mit 46% aus Sherry, Amarone oder Portfässern -peated oder unpeated – sowie die Zodiac-Range mit fast 50% in unterschiedlichen Fassarten gereift. Alle Abfüllungen verfügen über eine sehr tiefe Farbe und ein intensives süffiges Aroma, das keinen Vergleich zu den traditionell gereiften Whiskies zu scheuen braucht. Im Gegenteil berichtet Thorsten von Experten-Blind-Tastings in Schottland in denen die Seven Seals Whiskies als schottisch eingestuft wurden. Es wird spannend sein, welchen Stellenwert diese Methode in der Zukunft erlangen wird. Zwar bedient sie nicht das Credo der Traditionalisten, aber der innovative Ansatz von Dr. Dolf Stockhausen scheint weitaus nachhaltiger (Holzverwertung, Angels Share, Zeiteinsatz) und geschmacklich sehr ansprechend. Thorstens Lieblingswhisky, der getorfte Taurus – der in zwei verschiedenen Portfässern reifte – ist hierfür ein sehr prägnantes Beispiel.
Auch die Speyside-Brennerei Aberlour gehört zu jenen, die von Serge Valentin recht hoch geschätzt werden. Gemessen daran finden ihre Malts allerdings eher selten eine Berücksichtigung bei den täglichen Verkostungen auf Whiskfun. Das heutige Tasting zeigt auf, dass ihre Malts sowohl als Destillerie-eigene sowie als unabhängige Abfüllung viel Freude und Genuss bringen können – und dies auch ohne den hohen Einsatz von Sherry-Fässer, wofür die Brennerei recht bekannt ist.
Abfüllung
Punkte
Aberlour 18 yo (43%, OB, 50cl, +/-2022)
86
Aberlour ‚A’bunadh Alba‘ (62.7%, OB, +/-2022)
86
Aberlour 30 yo 1990/2020 (44.8%, Whisky-Fässle, barrel)
Bereits im Juni 2021 veröffentlichten die Jackson Distillers ihre Pläne einer neuen Grain Distillery in den Scottish Border (wir berichteten). Die Baugenehmigung für die Brennerei erteilte das Scottish Borders Council im Herbst 2021 (wir berichteten). Doch die unterschiedlichen globalen Krisen führten zu einem Stillstand bei diesem Projekt. Jetzt allerdings nehmen die Jackson Distillers einen neuen Anlauf, bereits im April 2023 sollen die Bauarbeiten beginnen.
Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und der daraus folgenden Inflation müssen die Baukosten, so Trevor Jackson gegenüber The Herald of Scotland, neu bewertet werden. Für den geplanten Neubau müssen jetzt £53 Millionen aufgebracht werden, das sind £7 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Den Bedarf einer neuen, zusätzlichen Grain Distillery wird allerdings weiterhin gesehen. Die neue Brennerei wird 20 Millionen Liter reinen Alkohol pro Jahr produzieren können. Die Arbeiten sollen im April beginnen und innerhalb von 18 bis 24 Monaten abgeschlossen sein.
Bei unserem neuesten Gewinnspiel – in Zusammenarbeit mit unserem Partner Kirsch Import – werden Sherry-Fans jubeln, aber nicht nur die: Der Single Cask Glencadam 2005/2021 Pedro Ximénez Sherry Butt – übrigens vollständig darin gereift und nicht „nur“ gefinisht – zeigt eindrucksvoll, was die Highland-Destillerie Glencadam zu bieten hat: Hervorragende, klassische Whiskys mit viel Charakter und ohne Firlefanz.
Was unsere deutschen Leser tun müssen, um eine der drei Flaschen dieser Einzelfassabfüllung in Fassstärke gewinnen zu können? Nun, mitmachen, die Gewinnfrage beantworten und die Lösung dann an uns einsenden. Und die Beantwortung der Frage fällt viel leichter, wenn Sie die nachfolgenden Infos lesen.
Jedenfalls wünschen wir Ihnen viel Spaß und viel Glück bei unserem neuen Gewinnspiel!
Glencadam: 180 Jahre bis zum eigenen Whisky
Wir schreiben das Jahr 1825. Die ersten von Pferden gezogenen Omnibusse fahren durch Londons Straßen, die britische Hauptstadt läuft Peking den Rang als größte Metropole der Welt ab – und die schottische Brennereiwelt floriert. Nach dem Erlass des „Excise Act“ kurze Zeit zuvor waren die Whiskysteuern massiv gesunken. Eine der frühen Destillerien, die sich in der Folge lizensieren lässt, ist 1825 Glencadam. Es soll dennoch rund 180 Jahre dauern, bis die kleine Destillerie mit den roten Türen und Fensterrahmen ihren ersten eigenen Single Malt auf den Markt bringt.
Geheimtipp: Traditionelle Single Malts für Entdecker
Vor rund 17 Jahren war es an der Zeit: Glencadam sollte nicht mehr nur namenloser Bestandteil schottischer Blends sein, sondern sich selbst einen Namen machen. Ihr Image als „hidden gem“ hat sich die Highland-Brennerei aber bis heute bewahrt. Ihr fruchtiger, leicht würziger „East Highlands” Single Malt aus ungetorftem Gerstenmalz gilt bis heute als Geheimtipp. Die bis zu 30 Jahre alten, weder gefärbten noch kühlfiltrierten Whiskys entstehen wie zu Glencadams Gründerzeit in zwei Pot Stills. Aufgrund ihrer Bauweise erzeugen diese eine ausgesprochen zarte, weiche Spirituose. Denn: Die Lyne-Arme verlaufen in einem Winkel von 15 Grad nach oben, nicht nach unten.
Festmahl für Sherry-Fans: Pflaumen, Ahornsirup & Haferkekse
Auch für die Reifung der Malt Whiskys setzt Glencadam auf Tradition. In fast 200 Jahre alten Dunnage-Warehouses reifen die Abfüllungen zwischen niedrigen, dafür dicken Wänden sowie auf Lehmboden. Und zwar in verschiedenen Fasstypen – von Bourbon über White Port zu Sherry Casks. Das Single Cask Glencadam 2005/2021 reifte über 16 Jahre lang im Pedro Ximénez Sherry Butt Nr.1. Das Ergebnis? Ein eleganter Highland Single Malt, der bei fassstarken 57,5 Volumenprozenten vollmundige Noten von süßen Rosinen und Milchschokolade, von warmem Pekannusskuchen, Ahornsirup und Haferkeksen sowie komplexen Gewürzen entfaltet.
Wir verlosen drei Mal eine von insgesamt nur 308 Flaschen des Single Casks Glencadam 2005/2021 Pedro Ximénez Sherry Butt!
Glencadam 2005/2021 Pedro Ximénez Sherry Butt, Highland Single Malt Scotch Whisky (57,5% vol. Cask Strength, 0,7 Liter): destilliert am 15. April 2005, abgefüllt am 10. Juni 2021, vollständig gereift im Pedro Ximénez Sherry Butt; vollmundig, elegant und komplex; weder gefärbt noch kühlfiltriert.
Tasting Notes:
Nase: Elegante Aromen von süßen Rosinen, eingekochten Pflaumen, Milchschokolade und roten Trauben.
Gaumen: Warmer Pekannusskuchen, Ahornsirup, Trockenpflaumen und Haferkekse mit Muskatnuss und Tabakwürze.
Nachklang: Lang und wärmend mit Noten von Frucht-Crumble, Datteln, angekohlter Eiche und Kaffeesatz.
Und so gewinnen Sie 3x je eine von insgesamt nur 308 Flaschen des Single Casks Glencadam 2005/2021 Pedro Ximénez Sherry Butt:
Beantworten Sie einfach folgende Gewinnfrage: In welche Richtung verlaufen die Lyne-Arme der beiden Pot Stills der Brennerei Glancadam, um den Whisky besonders weich zu machen? (Kleiner Tipp: Die obenstehenden Infos lesen macht die Antwort leicht)
a – nach oben b – nach unten
Ihre Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net– und zwar mit dem Betreff „Glencadam“!
Unter allen Einsendungen aus Deutschland mit der richtigen Antwort und dem richtigen Betreff, die uns bis 12. Februar 2023, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir die Gewinner der Preise und geben sie am 13. Februar 2023 bekannt. Die Gewinne werden durch unseren Partner Kirsch Import versendet.
Achtung: Pro Haushalt ist wie immer nur eine Teilnahmemail möglich!
Teilnahmebedingungen:
Beim Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland wohnt, die Gewinnfrage beantwortet und seine Antwort mit dem Betreff „Glencadam“ einsendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 12. Februar 2023, 23:59 Uhr. Die Gewinner*innen werden am 13. Februar 2023 auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts und Kirsch Import sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn wird von Kirsch Import versendet, wir übermitteln dafür die Gewinneradressen an das Unternehmen. Diese Daten werden dort wie alle Adressdaten bei uns nach Abschluss des Gewinnspiels sofort und unwiederbringlich gelöscht.
Hinweis zum Datenschutz: Wir erheben nur jene Daten von Teilnehmern, die für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig sind (Name, email-Adresse und Postanschrift). Alle in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels und der erfolgreichen Versendung des Preises ausnahmslos gelöscht und weder für unsere Zwecke weiterverwendet noch an Dritte weitergegeben. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.
Wir wünschen Ihnen viel Glück und drücken Ihnen die Daumen! Herzlichst, Ihr Whiskyexperts-Team
Das war spannend! Unsere Gewinnspiel-Saison 2023 starteten wir dank unseres Partners Bremer Spirituosen Contor gleich mit drei ganz besonderen und exklusiven Whiskys: Drei Einzelfassabfüllungen aus der Paul John Distillery in Goa, Indien. Paul John gehört zu den Pionieren des indischen Whiskys und genießt weltweit mit seinen unter der kompetenten Leitung von Master Distiller Michael d’Souza destillierten und gereiften Abfüllungen höchstes Ansehen. Drei unserer deutschen Leser konnten die hervorragenden Whiskys gewinnen – aber wer war es?
Wir danken unseren Lesern für die vielen, vielen Einsendungen – unsere Glücksfee hat aus ihnen die Gewinner gezogen. Lesen Sie hier nochmals, was es zu gewinnen gab, bevor wir die Glücklichen beim Namen nennen:
Paul John Distillery – schottische Destillation und indisches Klima
Paul John, Gründer von John Distilleries Ltd, vertreibt seit 2012 sein gleichnamiges Sortiment an intensiv-komplexen, ungetorften wie auch leicht getorften Premium Single Malts, in Deutschland exklusiv über das Bremer Spirituosen Contor. Die ausdrucksstarke Range an ungetorften und leicht getorften Single Malts verbindet auf perfekte Weise die Vorzüge der intensiven Reifung im heißen Klima Indiens mit der Eleganz der streng nach schottischem Vorbild durchgeführten traditionellen Destillation in kleinen Kupferbrennblasen.
Die aus dem indischen Urlaubsparadies Goa stammenden Great Indian Single Malts sind unter Kennern schon längst kein Geheimtipp mehr. Fragt man Michael d’Souza, Master Distiller von Paul John Whisky, zu den Geheimnissen von Paul John, so bekommt man nur ein einziges Lösungswort: Indien. Der Stil der Paul John Great Indian Single Malt ist wie das Land und die indische Kultur – bunt, dynamisch, lebendig und überaus vielfältig. Die Whiskys haben einen robusten und dennoch sehr eleganten Grundcharakter mit tropischen Fruchtaromen, Gewürzen und opulenten Noten von Honig, Vanille oder Schokolade. Diese werden durch die Klimaverhältnisse und den hohen Angels Share noch intensiviert, denn in Indien reift ein Whisky fast viermal schneller als z.B. in Schottland.
Mit ober- und unterirdischen Warehouses schafft die Brennerei unterschiedliche Reifebedingungen und fördert so die Entwicklung einer großen Vielfalt an Aromen. Paul John verzichtet selbstverständlich auf Kältefiltration sowie die Zugabe von Aroma- und Farbstoffen. Bei der Auswahl der Fässer setzt das Unternehmen auf beste amerikanische Weißeiche, der Torf kommt hauptsächlich von der schottischen Insel Islay, aber die Gerste stammt zu 100% aus Indien. Die vielen Auszeichnungen machen das Brennerei-Team sehr stolz und sind eine wunderbare Bestätigung für ihr Streben nach handwerklicher Perfektion und der Herstellung von ausdrucksstarken indischen Single Malts auf Weltspitzenniveau.
Der indische Whiskyproduzent John Distilleries aus Goa und der deutsche Generalimporteur Bremer Spirituosen Contor freuen sich, für das erste Gewinnspiel des Jahres auf Whiskyexperts drei exklusive Einzelfässer vom Paul John Indian Single Malt präsentieren zu können – Raritäten in kleiner Auflage. Insgesamt gab es zum Marktstart nur 204 Flaschen vom Paul John Single Cask – Unpeated Cask #6929, 324 Flaschen vom Paul John Single Cask – Oloroso Peated Cask #12885 und 162 Flaschen vom Paul John Single Cask – Peated Cask #6337 erhältlich. Die drei Fässer wurden in natürlicher Fassstärke, nicht gefärbt und ohne Kältefiltrierung abgefüllt.
Paul John Single Cask – Unpeated Cask #6929, limitiert auf 204 Flaschen 58,50% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #6929 reifte für 4,5 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass und wurde in Fassstärke mit 58,50% Alc./Vol. abgefüllt. Der Whisky besticht mit duftender Aprikose, saftigem Pfirsich und intensiven Aromen von cremiger Vanille.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Bernstein
Nase: Aprikose und Pfirsich begleitet von Karamellpudding und Orangenblütenhonig
Gaumen: Fruchtige Aromen erfreuen den Gaumen mit einer weichen, cremigen Vanille
Abklang: Delikat, süß und überraschend malzig
Paul John Single Cask – Peated Cask #6337, limitiert auf 162 Flaschen 57,50% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #6337 ist ein Muss für die Liebhaber rauchiger Whiskys, denn stark getorftes Malz bildet die Grundlage für diesen komplexen Whisky mit 57,50% Alc./Vol. Nach einer 6,5-jährigen Reifung in einem Ex-Bourbon Fass entstand ein vielschichtiger Malt, der mit einer warmen Rauchigkeit echte Lagerfeuer-Atmosphäre entstehen lässt.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Bernstein
Nase: Honigartige Aromen mit leichtem Torf und malzigen Zitrusnoten
Gaumen: Köstlich tropische Früchte und süßes Malz
Abklang: Lang, cremig und rauchig
Paul John Single Cask – Oloroso Peated #12885, limitiert auf 324 Flaschen 57,10% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #12885 vereint süß-würzige Sherrynoten mit einem kräftig rauchigen Charakter. Der Whisky reifte 4 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass, ehe er für weitere 2,5 Jahre in einem Oloroso Sherry Fass seinen Feinschliff bekam. Mit einer Fassstärke von 57,10% Alc./Vol überzeugt der rauchig-süße Whisky mit duftenden Noten von Manuka-Honig und köstlich-cremigem Salzkaramell.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Tiefes Gold
Nase: Reichhaltige Aromen von Manuka-Honig mit gesalzenem Karamell-Toffee, Torf und einem Hauch von Pflaumenkuchen
Gaumen: Köstlich cremige Geschmacksnoten, die durch süßes, rauchiges Malz verstärkt werden
Abklang: Lang, rauchig und mit einem Hauch Schokolade
Und eine der drei Einzelfassabfüllungen von Paul John gewonnen haben:
#6929: Ulf Heckmann aus 95349 Thurnau #6937: Sabine Blöser aus 65346 Eltville-Erbach #12885: Erwin Henisch aus 64823 Groß-Umstadt
Wir gratulieren den drei Glücklichen – unser Partner Bremer Spirituosen Contor wird die drei Flaschen natürlich zeitnah versenden. Viel Spaß beim Genießen, ein wenig neidisch sind wir schon auf Sie ;-).
Wie geht’s bei uns mit den Gewinnspielen weiter? Gleich heute :-). Freuen Sie sich darauf, versuchen Sie erneut Ihr Glück – und schauen Sie noch am Vormittag wieder bei uns vorbei. Wir versprechen: Es lohnt sich!
Willkommen zur 321. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs oder Poodcasts ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video oder Podcast ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass diese wöchentliche Rubrik ausschließlich für Verkostungsvideos gedacht ist und wir hier nur solche veröffentlichen (Ausnahme: Cocktailrezepte). Zusätzlich sei uns nochmals der Hinweis darauf gestattet, dass Videos frei von Links auf Shops und anderen kommerziellem Beiwerk sein müssen.
In der Ausgabe 321 finden Sie die folgenden neuen Videos:
WhiskyJason – Bunnahabhain 12 Cask Strength 2022 mit 56.6%
Malt Mariners – Old Pulteney 15 Jahre
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos oder Podcasts zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video oder den Podcast und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Thema sind ausschließlich Verkostungsvideos (diese Vorgabe gilt nicht für Podcasts). Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos und Podcasts für unsere Leser!
Bei Breaval (früher als Braes of Glenlivet bezeichnet) handelt es sich um keine besonders glamouröse Destillerie. Weitgehend automatisiert produziert sie hauptsächlich Malts für die Blends des Besitzers Pernod Ricard. Sie produziert seit 1973 still vor sich hin, drei offizielle Abfüllungen aus 2017-2019 gibt es, und bei unabhängigen Bottlern findet man insgesamt so an die 300 Abfüllungen.
Angus MacRaild hat vier davon in seiner neuesten Session auf Whiskyfun verkostet, und bis auf eine aus dem Vorjahr kann ihn keine so richtig begeistern. Hier die Tabelle der Wertungen aus der Verkostung:
Abfüllung
Punkte
Braeval 24 yo 1997/2021 (58.4%, The Good Spirits, cask #38066, barrel, 170 bottles)
87
Braes of Glenlivet 17 yo 1979/1997 (59.1%, Scotch Malt Whisky Society #113.1 ‚Sweet tobacco and pandrops‘)
81
Braes of Glenlivet 18 yo 1979/1998 (58.9%, Scotch Malt Whisky Society #113.3, for USA)
83
Braes of Glenlivet 30 yo 1974/2004 (57.0%, Signatory Vintage for USA, cask #550, 535 bottles)
Wer unsere Seite regelmäßig verfolgt, der wird wissen, dass die Anzahl neuer Whiskys, die in einem Monat erscheinen, nur mehr in Dutzenden gemessen werden kann. Selbst probieren kann man nicht alle, genau so wenig wie ältere Abfüllungen, die noch irgendwo erhältlich sind.
Hier schlägt die Stunde der Whiskyblogger. Sie verkosten für Sie und uns, und beschreiben ihre Eindrücke anschaulich auf ihren Seiten. Und wir bieten Ihnen hier einen Platz, an dem Sie ihre Tasting Notes vorstellen können.
Unsere Serie „Fremde Federn“ am Samstag ist unser Forum für jene Genießer, die Woche für Woche auf ihren Webseiten Whiskys vorstellen und damit Orientierung für andere Whiskyfreunde bieten. Wir möchten damit unseren Lesern zeigen, wie vielfältig Whisky und die Whiskyszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist.
Diesmal stellt Ihnen unsere Rubrik deutschsprachige Blogger in der 238. Folge wieder jede Menge Tasting Notes vor – eine Sammlung von Geschmackseindrücken verschiedener Whiskys, die Ihnen vielleicht ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen bei der Lektüre und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein untergeordneter Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
Unsere Gewinnspiel-Saison 2023 starten wir dank unseres Partners Bremer Spirituosen Contor gleich mit drei ganz besonderen und exklusiven Whiskys: Drei Einzelfassabfüllungen aus der Paul John Distillery in Goa, Indien. Paul John gehört zu den Pionieren des indischen Whiskys und genießt weltweit mit seinen unter der kompetenten Leitung von Master Distiller Michael d’Souza destillierten und gereiften Abfüllungen höchstes Ansehen. Drei unserer deutschen Leser können die hervorragenden Whiskys jetzt gewinnen – wir wünschen viel Glück!
Achtung! Das Gewinnspiel läuft nur noch bis Sonntag – also machen Sie JETZT mit!
Wie Sie mitmachen können? Zum Beantworten unserer Gewinnfrage lesen Sie einfach unseren Artikel – dann fällt sie ganz leicht.
Paul John Distillery – schottische Destillation und indisches Klima
Paul John, Gründer von John Distilleries Ltd, vertreibt seit 2012 sein gleichnamiges Sortiment an intensiv-komplexen, ungetorften wie auch leicht getorften Premium Single Malts, in Deutschland exklusiv über das Bremer Spirituosen Contor. Die ausdrucksstarke Range an ungetorften und leicht getorften Single Malts verbindet auf perfekte Weise die Vorzüge der intensiven Reifung im heißen Klima Indiens mit der Eleganz der streng nach schottischem Vorbild durchgeführten traditionellen Destillation in kleinen Kupferbrennblasen.
Die aus dem indischen Urlaubsparadies Goa stammenden Great Indian Single Malts sind unter Kennern schon längst kein Geheimtipp mehr. Fragt man Michael d’Souza, Master Distiller von Paul John Whisky, zu den Geheimnissen von Paul John, so bekommt man nur ein einziges Lösungswort: Indien. Der Stil der Paul John Great Indian Single Malt ist wie das Land und die indische Kultur – bunt, dynamisch, lebendig und überaus vielfältig. Die Whiskys haben einen robusten und dennoch sehr eleganten Grundcharakter mit tropischen Fruchtaromen, Gewürzen und opulenten Noten von Honig, Vanille oder Schokolade. Diese werden durch die Klimaverhältnisse und den hohen Angels Share noch intensiviert, denn in Indien reift ein Whisky fast viermal schneller als z.B. in Schottland.
Mit ober- und unterirdischen Warehouses schafft die Brennerei unterschiedliche Reifebedingungen und fördert so die Entwicklung einer großen Vielfalt an Aromen. Paul John verzichtet selbstverständlich auf Kältefiltration sowie die Zugabe von Aroma- und Farbstoffen. Bei der Auswahl der Fässer setzt das Unternehmen auf beste amerikanische Weißeiche, der Torf kommt hauptsächlich von der schottischen Insel Islay, aber die Gerste stammt zu 100% aus Indien. Die vielen Auszeichnungen machen das Brennerei-Team sehr stolz und sind eine wunderbare Bestätigung für ihr Streben nach handwerklicher Perfektion und der Herstellung von ausdrucksstarken indischen Single Malts auf Weltspitzenniveau.
Der indische Whiskyproduzent John Distilleries aus Goa und der deutsche Generalimporteur Bremer Spirituosen Contor freuen sich, für das erste Gewinnspiel des Jahres auf Whiskyexperts drei exklusive Einzelfässer vom Paul John Indian Single Malt präsentieren zu können – Raritäten in kleiner Auflage. Insgesamt gab es zum Marktstart nur 204 Flaschen vom Paul John Single Cask – Unpeated Cask #6929, 324 Flaschen vom Paul John Single Cask – Oloroso Peated Cask #12885 und 162 Flaschen vom Paul John Single Cask – Peated Cask #6337 erhältlich. Die drei Fässer wurden in natürlicher Fassstärke, nicht gefärbt und ohne Kältefiltrierung abgefüllt.
Paul John Single Cask – Unpeated Cask #6929, limitiert auf 204 Flaschen 58,50% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #6929 reifte für 4,5 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass und wurde in Fassstärke mit 58,50% Alc./Vol. abgefüllt. Der Whisky besticht mit duftender Aprikose, saftigem Pfirsich und intensiven Aromen von cremiger Vanille.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Bernstein
Nase: Aprikose und Pfirsich begleitet von Karamellpudding und Orangenblütenhonig
Gaumen: Fruchtige Aromen erfreuen den Gaumen mit einer weichen, cremigen Vanille
Abklang: Delikat, süß und überraschend malzig
Paul John Single Cask – Peated Cask #6337, limitiert auf 162 Flaschen 57,50% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #6337 ist ein Muss für die Liebhaber rauchiger Whiskys, denn stark getorftes Malz bildet die Grundlage für diesen komplexen Whisky mit 57,50% Alc./Vol. Nach einer 6,5-jährigen Reifung in einem Ex-Bourbon Fass entstand ein vielschichtiger Malt, der mit einer warmen Rauchigkeit echte Lagerfeuer-Atmosphäre entstehen lässt.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Bernstein
Nase: Honigartige Aromen mit leichtem Torf und malzigen Zitrusnoten
Gaumen: Köstlich tropische Früchte und süßes Malz
Abklang: Lang, cremig und rauchig
Paul John Single Cask – Oloroso Peated #12885, limitiert auf 324 Flaschen 57,10% Alc./Vol.
Paul John Single Cask #12885 vereint süß-würzige Sherrynoten mit einem kräftig rauchigen Charakter. Der Whisky reifte 4 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass, ehe er für weitere 2,5 Jahre in einem Oloroso Sherry Fass seinen Feinschliff bekam. Mit einer Fassstärke von 57,10% Alc./Vol überzeugt der rauchig-süße Whisky mit duftenden Noten von Manuka-Honig und köstlich-cremigem Salzkaramell.
Verkostungsnotizen:
Farbe: Tiefes Gold
Nase: Reichhaltige Aromen von Manuka-Honig mit gesalzenem Karamell-Toffee, Torf und einem Hauch von Pflaumenkuchen
Gaumen: Köstlich cremige Geschmacksnoten, die durch süßes, rauchiges Malz verstärkt werden
Abklang: Lang, rauchig und mit einem Hauch Schokolade
Und so gewinnen Sie jetzt eine der drei Einzelfassabfüllungen von Paul John – Weltklasse-Whisky aus Indien:
Gewinnfrage: In welcher indischen Urlaubsregion findet man die Paul John Distillery?
a. Rajasthan b. Goa
Ihre Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net– und zwar mit dem Betreff „Paul John“!
Unter allen Einsendungen aus Deutschland mit der richtigen Antwort und dem richtigen Betreff, die uns bis 29. Januar 2023, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir die Gewinner der Preise und geben sie am 30. Januar 2023 bekannt. Die Gewinne werden durch unseren Partner Bremer Spirituosen Contor versendet.
Achtung: Pro Haushalt ist nur eine Teilnahmemail möglich!
Teilnahmebedingungen:
Beim Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland wohnt, die Gewinnfrage beantwortet und seine Antwort mit dem Betreff „Paul John“ einsendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 29. Januar 2023, 23:59 Uhr. Der/die Gewinner*in werden am 30. Januar 2023 auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts und dem Bremer Spirituosen Contor sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn wird vom Bremer Spirituosen Contor versendet, wir übermitteln dafür die Gewinneradressen an das Unternehmen. Diese Daten werden dort wie alle Adressdaten bei uns nach Abschluss des Gewinnspiels sofort und unwiederbringlich gelöscht.
Hinweis zum Datenschutz: Wir erheben nur jene Daten von Teilnehmern, die für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig sind (Name, email-Adresse und Postanschrift). Alle in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels und der erfolgreichen Versendung des Preises ausnahmslos gelöscht und weder für unsere Zwecke weiterverwendet noch an Dritte weitergegeben. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.
Wir wünschen Ihnen viel Glück und drücken Ihnen die Daumen! Herzlichst, Ihr Whiskyexperts-Team
Die englische Whiskydestillerie-Szene ist aktiv und ständig im Wachsen. Vor einem Jahrzehnt noch war die Menge der arbeitenden Brennereien locker an den Fingern einer Hand abzuzählen, heute sind es knapp drei Dutzend, die sich um die Gunst der Whiskyfreunde bemühen.
Forbes hat nun seinen 2019 erstmals erschienenen Guide über alle bereits Whisky brennenden Destillerien vervollständigt, mit Links zu allen Brennereien und einer kurzen Beschreibung der Lage und der Tätigkeit. Wer sich also einen kompletten Überblick über die englischen Whiskybrennereien verschaffen will, ist mit diesem Guide bestens bedient.
Noch einmal beschäftigt sich Serge Valentin auf seiner Seite mit Islay-Whiskys, die nicht den Namen der Destillerie tragen dürfen. Die unabhängigen Abfüller behelfen sich teilweise mit hinweisschwangeren Phantasienamen – aber diesmal sind es einfach: Secret Islays.
Hier die Wertungen der sechs Abfüllungen in der Verkostung, die ersten drei für China und Taiwan und daher bei uns wohl auch nicht zu bekommen:
Abfüllung
Punkte
Islay 1991/2022 (49.8%, The Auld Alliance for Gene’s Dram, China, barrel, cask #2718, 258 bottles)
88
Islay 30 yo 1991 (51%, Thompson Bros. for Edward Zheng, China)
90
Islay 30 yo 1991/2021 (50.2%, Thompson Bros. for HNWS Taiwan, refill barrel, 263 bottles)
88
Secret Islay 32 yo 1990/2022 (50.7%, Swell de Spirits, Field Trip)
90
Islay Single Malt 1989/2022 (52.1% The Whisky Jury, refill barrel, cask #4416139, 269 bottles)
92
Islay Single Malt 31 yo 1990/2022 (51%, Whisky Sponge, refill barrel, 239 bottles)
92
Und mit unserem aktuellen Titelbild schauen wir zumindest in die Richtung der Destillerie, die Serge hinter der Abfüllung fünf vermutet oder weiß (also jene, deren Schlot hier links sichtbar ist)…
Nicht umsonst bauen fast alle Destillerien aufwendige und imposante Besucherzentren: Whiskeytourismus zählt für sie zu den wichtigsten Einnahmequellen, und auch die Gesamtwirtschaft profitiert natürlich enorm von den Gästen, die ihr Geld ja nicht nur in den Brennereien lassen.
In Irland ist die Zahl der Gäste, die des Whiskeys wegen ins Land kamen, 2022 um satte 425% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das bedeutet 677.000 Gäste, was allerdings immer noch weit vom Höchststand vor der Pandemie (1,02 Millionen Gäste im Jahr 2019) entfernt ist.
Den Löwenanteil am Zuwachs hatten Gäste aus den USA mit 34% Steigerung, gefolgt mit Respektabstand von Gästen aus Deutschland und Großbritannien mit 9,5% und 9%. 15% des Whiskeytourismus in Irland stammt übrigens von inländischen Gästen.
Die Zahlen stammen von der Irish Whiskey Association (IWA), und dort rechnet man damit, dass man in diesem Jahr nun wieder auf das Vorkrisenniveau kommen sollte.
Eine weitere interessante Zahl aus der Untersuchung: Whiskeytouristen haben 2022 200.000 Flaschen Whiskey direkt in den Destillerien gekauft. 2023 soll es übrigens 23 davon geben, die für Besucher geöffnet haben, mit insgesamt über 400 Angestellten.
Ein interessantes Crossover zwischen amerikanischer und schottischer Whiskykultur ist der neue Heaven’s Door Bootleg Series Vol. 4 – 11yo wheated Bourbon mit ex-Islay Finish – denn er verbrachte, wie der Name schon sagt, nach einer mehr als zehnjährigen klassischen Reifezeit in frischen Fässern aus amerikanischer Weißeiche fast ein ganzes Jahr in ex-Islay-Fässern, um dort torfige Noten anzunehmen.
Der Whisky der Marke von Bob Dylan bietet dadurch in der Nase Noten von gerösteten Marshmallows, Sandelholz, Zuckerpflaumen Marzpian und cremigem Mais. Am Gaumen folgen dann Eindrücke von einem Lagerfeuer im Winter, Barbecue auf Mesquitenholz (ein kalifornischer Strauch), Leder, Pfeifentabak, Zeder und Markklößen.
Der Whisky kommt in einer Lederbox, ist mit 55,5% vol. Alkoholstärke abgefüllt und präsentiert sich in einer Keramikflasche mit einem Gemälde von Bob Dylan, „Lighthouse in Maine“ aus dem Jahr 2017. Kostenpunkt der Abfüllung, die es auf der Webseite von Heaven’s Door und bei ausgesuchten US-Händlern zu kaufen gibt: 499,99 Dollar.