Tarona Whisky Messe Erfurt findet 2022 statt

Die letztjährige Ausgabe der Tarona Whisky Messe Erfurt konnte nur online stattfinden, und die diesjährige Ausgabe fiel dann sogar komplett aus. Doch im Juli schlossen die Veranstaltenden der Messe einen Mietvertrag mit dem Kaisersaal für das kommende Jahr 2022. Und heute teilten sie uns mit, dass die Tarona Whisky Messe Erfurt vom 4. bis 6. März 2022 stattfinden wird und ‚in der einzigartigen Atmosphäre des Kaisersaales in historischem Ambiente an drei Messetagen in die Welt des Whiskys‘ entführt wird.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Website zur Messe, die natürlich laufend aktualisiert wird. Der Vorverkauf zu dieser Veranstaltung soll noch in diesem Herbst starten.

Serge verkostet: Balblair im Duo

Die Highland-Brennerei Balblair steht für den fruchtigsten Malt im Norden Schottlands. Mit diesen Worten leitet Serge Valentin die heutige Verkostung zweier lang gereifter Whiskys aus dieser Destillerie ein. Diese Zwei bilden da auch keine Ausnahme, bieten unter anderem wie erwartet tropische Früchte und werden recht hoch bewertet:

AbfüllungPunkte

Balblair 25 yo (46%, OB, +/-2021)88
Balblair 40 yo (42.8%, Single Malts of Scotland, hogshead, cask #1346, 152 bottles, +/-2010)87

PR: Ältester Banff Single Malt (aus der Zeit zwischen 1906 und 1917) wird ab Mittwoch versteigert

Ein 15 Jahre alter Banff, der in den Jahren 1921 bis 1932 abgefüllt wurde, wird ab Mittwoch, den 13. Oktober 2021 bis zum 20. Oktober 2021 auf www.whisky-onlineauctions.com versteigert – und ist damit der älteste Banff, der jemals in Auktion kam. Sind schon spätere Abfüllungen der Destillerie, die im Jahr 1983 stillgelegt und danach abgerissen wurde, heute begehrte Sammlerstücke, so dürfte diese Abfüllung natürlich auf höchst reges Interesse in Sammlerkreisen stoßen.

Mehr über die Abfüllung und die Auktion (über deren Ausgang wir natürlich berichten werden), finden Sie im nachfolgenden Text, den uns das Auktionshaus zur Verfügung gestellt hat:


Oldest Bottle of Banff Single Malt Whisky To Be Auctioned

Blackpool, October 8th 2021: Whisky-Online Auctions, who specialise in old bottles of whisky, will be auctioning a unique 1920s official bottling of single malt whisky from the lost Banff distillery. The sale will begin on Wednesday 13th October and conclude on Wednesday 20th October 2021 at www.whisky-onlineauctions.com.

This ancient bottle of Pure Old Banff Malt Whisky 15-year-old was bottled by the Mile End Distillery Company Ltd, who had owned a share of the distillery since 1921. Banff distillery was sold to Distillers Company Limited in 1932, so it is certain that this whisky was bottled between 1921-1932.

The dates of the Mile End ownership mean that the youngest whisky in this Banff bottle – which is stated to be ‘Guaranteed Over 15 Years Old’ – will have been distilled between 1906 and 1917 – a period when, according to most sources, the Banff distillery was practising triple-distillation, a style that has almost died out in Scotland’s Highlands.

Until now the earliest vintages of Banff single malt available were independent bottlings distilled in the 1960s. The discovery of this official Banff from the 1920s is of great historical significance and is believed to be the first official bottling from the distillery from this era ever to go under the hammer.

This Pure Old Banff 15-year-old must also be the first triple-distilled Banff to come to auction, and at a strength of 21 under-proof (around 45%) the liquid should still be in good condition, providing fascinating insight into how triple-distilled Highland whisky tasted a century ago.

Whisky-Online Auctions owner Wayne Ormerod says:

“I’ve been dealing in whisky for over 30 years and I have handled tens of thousands of unique bottles, but during all this time I have never laid eyes on an old official bottling of Banff whisky before – let alone laid my hands on one! We’re honoured to have the privilege of bringing this historic official bottle of Banff single malt whisky to auction.

Harrison Ormerod of Whisky-Online Auctions says:

“Whiskies as rare as this Pure Old Banff 15-Year-Old come along only very infrequently and have a genuine historical significance, especially when they are from distilleries that have been closed and demolished so long ago. The liquid in this bottle will provide a fascinating insight into the ancient triple-distilled Highland style and the lost character of the single malt whisky made and enjoyed by our forefathers over a century ago.”

About Banff Distillery

Die Überreste der Lagerhäuser von Banff. Bild: Potstill Wien

The original Banff distillery was founded in 1824, but the distillery was moved in 1863 to Inverboyndie on Scotland’s northeastern Moray coast by owner James Simpson Jr.

Banff was plagued with ill luck throughout its history – the distillery suffered two major fires in its lifetime and was hit by the Luftwaffe in 1941, when the warehouses were being used as an RAF training base.

Banff survived various rebuilds and production stoppages before succumbing to economic forces during the whisky lake crisis in 1983, when it was closed and demolished by owners Distillers Company Ltd (DCL).

Banff’s whisky was highly regarded in the Simpson era, and at one time the distillery even supplied an official ‘Old Banff’ single malt as house whisky to the House of Commons.

After WWII, Banff’s whisky was never officially bottled during its lifetime: the only modern era official bottling of Banff appeared in 2004, over two decades after the distillery had been closed and demolished.

About Whisky-Online Auctions

Founded in 2012, Whisky-Online Auctions is the sister company to the long-established whisky retail website Whisky-Online.com. The family-owned company is one of the UK’s largest specialist online whisky auctions, focusing particularly on old and rare bottlings of single malt and blended whiskies. This expertise and an unparalleled network of contacts has enabled them to curate some of the most impressive whisky auctions of recent years.

TTB-Neuheiten: Bruichladdich Octomore 13.1, 13.2 und 13.3

Zwei Wochen nach dem offiziellen Launch der Octomore 12 in Deutschland sind bereits die Label für die Ausgaben des Jahres 2022 in der us-amerikanischen TTB-Datenbank aufgetaucht. Die Bruichladdich Octomore 13.1, 13.2 und 13.3 nennen sich als Serie „The Impossible Equation“, also anscheinend wieder so wie die 12er (Die unmögliche Gleichung“) – wobei das durchaus noch als Arbeitstitel verstanden werden kann – und versprechen auch fürs nächste Jahr außerordentlich knackige getorfte Whiskys aus der Destillerie Bruichladdich, und die Details wollen wir uns jetzt einmal gemeinsam ansehen:

Der Octomore 13.1 ist 5 Jahre alt, stammt aus Bourbonfässern und wird mit 59,2% vol. abgefüllt werden. Der Grad der Torfung des Getreides, das vom schottischen Festland stammt und von der Sorte Concerto ist: 137,3ppm. Hier die Etiketten:

Kommen wir zum Octomore 13.2 – er scheint aus dem selben Getreide (Concerto vom schottischen Festland stammend, mit 137,3ppm getorft) zu stammen und auch wurde 5 Jahre gereift, allerdings in Oloroso Casks. Sein Alkoholgehalt ist mit 58,3% vol. etwas niedriger als jener des 13.1 – und so sehen die Etiketten aus:

Kommen wir schlussendlich zum Octomore 13.3 – hier stammt die Concerto-Gerste von dem Lorgba Feld und Irene’s Feld auf der Octomore Farm auf Islay, und der fünf Jahre alte Whisky reifte in einer Mischung aus Bourbon- und Rotweinfässern (dank Thomas aus Baden wissen wir nun: RDC steht für Ribera Del Duero, RIC für ein Rioja-Fass – vielen Dank!). Abgefüllt ist der mit 129,3ppm getorfter Gerste erzeugte mit 61,1% vol.. Auch hier wieder die Etiketten:

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf. 

PR: Maturity Masters – Deutscher Whisky-Hersteller startet Crowdfunding-Kampagne

Mit einer interessanten Idee treten die Maturity Masters, Markus Giesbert und Severin Simon von Severin’s Feinbrennerei vor die Öffentlichkeit: Sie wollen Whisky an besonderen Orten lagern, wo das Klima ihrer Einschätzung nach auf die Reifung deutlichen Einfluss nehmen und so ein überzeugendes Geschmackserlebnis hervorbringen sollte. Und um dieses Vorhaben umzusetzen, hofft man auf die Mithilfe Gleichgesinnter und startet einen Crowdfunding Kampagne.

Mehr dazu in der nachfolgenden Pressemitteilung, die wir von Maturity Masters erhalten haben:


Deutscher Whisky-Hersteller startet Crowdfunding-Kampagne

Die Maturity Masters lagern deutschen Whisky „an den besten Orten der Welt“

Deutschen Whisky an speziellen Orten lagern – das plant eine kleine nachhaltige Brennerei aus Alzenau in der Nähe von Frankfurt. Der deutsche Spirit soll mit dem besonderen Klima dieser Orte „geimpft“ werden. Das nötige Startgeld für das Vorhaben wollen die Maturity Masters in einer Crowdfunding-Kampagne einsammeln.

Markus Giesbert (links) und Severin Simon, die Maturity Masters

„Wir gehen quasi in Luftkurorte und machen uns das besondere Klima dieser Orte zunutze“, erklärt Ideengeber Markus Giesbert, ein Journalist mit Leidenschaft für Whisky.  Sein Partner ist der über die Region Frankfurt hinaus bekannte Brenner Severin Simon, der nördlich von Aschaffenburg eine Rum- und Whisky-Brennerei betreibt. „Wir brennen extrem nachhaltig mit Holzfeuerung, nutzen immer die gleichen Fässer und sind gespannt, wie sich das unterschiedliche Klima auf den Geschmack auswirkt“, erklärt Simon. Whisky-Fachleute räumen dem Projekt durchaus reelle Chancen ein, da es inzwischen erwiesen ist, dass der Geschmack eines Whiskys erheblich davon abhängt, wo das Whisky-Fass gelagert wurde. So hat etwa schottischen Insel-Whisky einen typisch maritimen Charakter. „Wir haben Orte herausgesucht, deren Klima eine spezielle Note besitzt“, sagt Giesbert. Die ersten Fässer wandern in die italienische Provinz Ligurien und in die portugiesische Region Alentejo. Jetzt benötigen die Maturity Masters Geld, um die Produktion auf- und auszubauen. „Jedes Jahr nehmen wir einen weiteren Geschmacks-Ort in Angriff“, so Simon. Die Produktion soll im Laufe der Jahre auf bis zu 100 Fässer anwachsen.

Die Crowdfunding-Kampagne der Whisky-Hersteller läuft auf der Online-Plattform Startnext

An Geld von der Bank kommen die beiden Whiskyenthusiasten nicht. „Whisky ist ein Lebensmittel, und nach den Basel III – Vorschriften dürfen Banken Lebensmittel nicht als Sicherheit bewerten. Obwohl Whisky ein Lebensmittel ist, dessen Wert im Laufe der Jahre ja steigt“, erklärt Giesbert die Schwierigkeiten bei einer klassischen Unternehmensfinanzierung. Dennoch herrscht Zuversicht bei den Reifungs-Meistern. „Die Rückmeldungen aus der Szene waren ausgesprochen positiv. Selbst Mitbewerber sind von der Idee angetan“, sagt Simon. Die Schwarmfinanzierung über die Plattform Startnext beginnt Mitte Oktober und soll bis Ende November laufen. Bereits mit Kleingeld kann man den Maturity Masters helfen, die jeden Teilnehmer im Gegenzug mit exquisiten Produkten aus ihrem geplanten Portfolio belohnen. Darunter auch – und das gibt es bisher in keiner deutschen Brennerei – eine Whisky-Flatrate, mit der Käufer eine Flasche Whisky erwerben und diese in der Brennerei immer wieder auffüllen können. „Lebenslang“, verspricht Simon.  

Ligurien – einer der Geschmacks-Orte, wo der deutsche Whisky reifen soll

PR: Neu – Oxford Artisan Distillery veröffentlicht Oxford Rye Batch #4 „The Graduate“

Nach Nummer 2 im Juli und Nummer 3 im August bringt nun die Oxford Artisan Distillery aus England ihre vierte Abfüllung des Oxford Rye unter dem Namen „The Graduate“ heraus. Seit 2. Oktober sind die Abfüllungen nun bei Onlineshops aus dem Vereinigten Königreich oder direkt im Webshop der Brennerei erhältlich, zum Preis von 95 Pfund.

Hier die Pressemitteilung dazu, die auch mehr über die genaue Zusammensetzung der Abfüllung verrät:


The Oxford Artisan Distillery unveils its fourth batch of Rye Whisky

The Oxford Artisan Distillery has announced the release of The Graduate, the fourth batch of Oxford Rye Whisky and its largest bottling run to date.

Since the distillery launched their first batch of Oxford Rye Whisky back in April to great acclaim, each subsequent batch has been drawing praise for its quality of flavour. Supporting biodiversity through sustainable farming, the distillery only use heritage organic grains grown both close to Oxford and on prestigious estates such as Highgrove and Sandringham.

Officially launching at this year’s The Whisky Show, where the distillery are exhibiting for the first time, Oxford Rye Whisky Batch #4 has been bottled at the highest proof so far at 51.3% ABV and consists of 1,428 bottles. Harvested in 2017, the grain for this release was grown just 7 miles from the distillery, in soft sandy soils.

The distillery’s grain contributes to soil health in the English countryside, and are grown specifically for the distillery, making The Oxford Artisan Distillery the only distillery in the world with a license to use these heritage grains, farmed exclusively for flavour and not yield.

Oxford Rye Whisky Batch #4 is a bright, spicy and herbal whisky. Notes of sticky ginger cake, old books and ripe banana mingle with creamy custard, salty roasted nuts and toffee.

Master Distiller, Francisco Rosa comments: “For those who enjoyed our first whisky release, this is The Graduate. Similar in style but with older, bigger and bolder flavours and an acquired complexity.”

Consisting of six casks, (numbers 25, 27, 28, 31, 33 and 36), this batch has been matured in a variety of American oak casks, from several cooperages. The range of barrels, from different origins (and climates) to varying toast levels and sizes (both 130L and 225L), all aid the complexity of the final product.

Explaining how the distillery’s intricate production techniques create the whisky’s flavour profile, Francisco comments: 

“The grains bring herbal, floral, spicy and nutty notes, and the sandy soils they were grown in add a salty influence to the grain character. The fermentation in Hungarian oak vats brings fruit and boosts the lovely creamy notes. Our bespoke stills give espresso and toasted sourdough smokiness, and finally, it is the interaction with the casks, marrying all these flavour notes together, also adding sweetness, vanilla and toffee.”

Oxford Rye Whisky Batch #4 is priced at £95 and will launch at The Whisky Show at 5pm on Friday 1st October, and will then be available from specialist retailers including Master of Malt, Hedonism, The Whisky Exchange, The Whisky Shop and the distillery’s website from Saturday 2nd October.

At the end of August, the distillery launched a series of experimental whiskies titled Grain Stories, with the inaugural release of Heritage Corn Whisky. Distilled from diverse corn varieties grown in England especially for the distillery.

Serge verkostet: Rosebank im Duo

Ein legendärer Lowlander ist der Whisky aus der Destillerie Rosebank – und so nimmt es nicht Wunder, dass die Brennerei, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben war, vom neuen Besitzer, dem unabhängigen Abfüller Ian Macleod Distillers jetzt wiederbelebt wird, so wie es Diageo mit Brora getan hat oder mit Port Ellen tun wird.

Zwei Abfüllungen aus Rosebank (natürlich der alten Brennerei) werden heute bei Serge Valentin verkostet, eine davon von einem Unabhängigen, die andere jetzt wieder eine Originalabfüllung – und beide punkten gleich, und zwar sehr hoch:

AbfüllungPunkte

Rosebank 21 yo ‚The Roses – Fascination‘ (49.5%, Specialty Drinks for The Whisky Exchange, Edition Five, Madeira cask, 633 bottles, 2021)90
Rosebank 30 yo 1990/2020 ‚Release 1‘ (48.6%, OB, refill casks, 4350 bottles)90
Ansicht der alten Rosebank Distillery

PR: Vienna Distribution bringt Whiskys von Hunter Laing nach Österreich

Der unabhängige Abfüller und Besitzer der Islay-Brennerei Ardnahoe Hunter Laing and Company Ltd hat in Österreich einen neuen Vertriebspartner: Ab sofort bringt Vienna Distribution die Abfüllungen der Old Malt Cask Serie und die Scarabus-Serie von Islay Single Malts in die Alpenrepublik.

Dazu haben wir für Sie eine Pressemitteilung mit weiteren Infos erhalten:


Hunter Laing bestätigt exklusive österreichische Partnerschaft mit Vienna Distribution

Ein weiterer unabhängiger Abfüller und Whiskyblender wurde dem schnell wachsenden Portfolio von Vienna Distribution hinzugefügt: Es ist Hunter Laing mit seiner aufregenden Scarabus- und Old Malt Cask-Reihe. „Beide Sortimente sind definitiv ein Mehrwert in unserem bestehenden Portfolio“, sagt Maria Kitsati. „Wir nehmen gleichzeitig mehr schottischen Whisky in unser Portfolio auf, diese Kombination aus Old- und New World Whisky funktioniert für uns sehr gut.“

Die Old Malt Fässer werden entweder in Speyside oder Islay, den Lowlands oder den Islands destilliert, sie alle werden ausnahmslos mit 50% Stärke abgefüllt, um die Trinkbarkeit zu erhalten. Jede neue Abfüllung wird nicht kühlfiltriert, um sicherzustellen, dass die Persönlichkeit jedes Fasses erhalten bleibt. Es handelt sich um ein Single Cask Sortiment, das einige der bemerkenswertesten Scotches auf dem Markt enthält.

Old Malt Cask

In Österreich ist derzeit folgendes Sortiment erhältlich:

•              Old Malt Cask AUCHROISK 24Y0 GBX 70cl

•              Old Malt Cask BALMENACH 14Y0 70cl

•              Old Malt Cask DEANSTON 25Y0 70cl

•              Old Malt Cask FETTERCAIRN 11Y0 70cl

•              Old Malt Cask GLEN MORAY 16Y0 70cl

Scarabus

Scarabus ist als mystisches Gebiet auf der Isle of Islay bekannt. Der Name stammt aus dem 13. Jahrhundert und bedeutet auf Altnordisch „ein felsiger Ort“. Abgefüllt mit der perfekten Trinkstärke von 46% und stolz ohne Farbstoffe oder Kühlfiltration.

Verkostungsnotizen: Islay Torfrauch und Meersalz in der Nase, gefolgt von wärmenden Ledernoten, geschmortem Rhabarber und einer wunderbaren Vanillesüße im Mund, die zu einem reichen, anhaltenden Abgang führen.

Das folgende Sortiment ist in Österreich erhältlich:

• Scarabus Islay GBX 70cl

• Scarabus batch strength GBX 70cl

• Scarabus 10YO GBX 70cl

Genauso aufregend ist auch der lang gehegte Traum der schottischen Hunter Laing-Familie: Die Gründung der Destillerie Ardnahoe auf Islay. Alles bei Ardnahoe ist darauf ausgerichtet, eine stark getorfte, reich fruchtige Spirituose mit cremiger, leicht öliger Konsistenz zu produzieren. Der erste Whisky wird in den kommenden Jahren fertig sein, also bleiben Sie dran. Selbstverständlich werden auch diese bei Vienna Distribution erhältlich sein.

Neue Deutsche Whiskyvideos der Woche (253)

Willkommen zur 253. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

In der Ausgabe 253 finden Sie diese acht neuen Videos:

WhiskyJason – Wolfburn 2014/2021 Ruby Port Finish von Vibrant Stills

Whisky Helden – O’Loclan’s Single Malt Irish Whiskey Virgin Oak Cask Finish

The Malthead – Highland Park Viking Heart

The Whisky Waiter – Glenmorangie A Tale of Winter

Whisky Notes CS – Hakushu 12y – Suntory

World Wide Whisky – VELVET FIG Blended Malt Von WEMYSS

Whisky Evening – Ben Nevis 27 Jahre Signatory Vintage

Pat Hock – Glencadam 15


Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 45)

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Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv auf Whiskyexerts präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz, als Fortsetzungsgeschichte.

Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).

Das Buch Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten) ist momentan in der ersten Auflage vergriffen – über Neuigkeiten zu Bestellmöglichkeiten werden wir Sie natürlich rechtzeitig informieren.

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Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection

-hier geht es zur Folge 44-

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 45)

Unsere Tour war inzwischen im Fasslager angelangt. Kaum hatte unser Guide die Holztür zu der weißgetünchten Lagerhalle geschlossen, drängten wir uns dicht an dicht ins abgedunkelte Innere. Unser Guide, die junge Schottin mit den brünetten Zöpfen und einem lebendigen Gesicht voller Sommersprossen, war uns vorausgegangen, wobei sie unsere Gruppe andauernd mit sachten Entschiedenheit zum Weitergehen animierte. Jetzt hob sie den rechten Arm und ihre Hand, an deren Finger roter Nagellack glänzte, zeigte auf ein großes Fass hinter einem Eisengitter. Resolut winkte sie die Letzten unserer Gruppe in das duftende Engelsheim, dann erklärte sie voller Respekt in der Stimme: „Hier haben wir noch etwas ganz Besonderes für Sie!“ Auf dem Kiesboden trat sie ganz nahe an das verschlossene Gitter heran und zeigte auf ein Fass, das Prinz Charles am 4. Juni 2010 signiert hatte. „Seine Majestät verbrachte den Sommerurlaub auf Schloss Balmoral, das ja ganz in der Nähe liegt. Eines Tages kam er überraschend zu einer Besichtigung bei uns vorbei!“

Misstrauisch wie ich inzwischen war, hätte ich gerne mit dem Fingerknöchel auf den Rücken des Prinzenfasses geklopft und gehört, ob überhaupt noch etwas Flüssiges vom 20 Jahre alten Edelstoff im Verborgenen übrig war. Aber das Hogshead war ja weggesperrt und auch die anderen Schätze des Fasslagers konnten nur aus der Distanz erschnuppert werden. Leider waren auch sie – wie der Bereich des einsamen Kontroll-Ingenieurs – durch eine rotweiße Plastikkette vom Besuchsbereich getrennt. So musste ich mich mit Vermutungen zufrieden geben. Aber eins war spätestens jetzt glasklar: die 10-Pfund-Tour bei The Glenlivet war wirklich eine strikte und überaus verschlankte Tour, die im Saal unter dem Konterfei des Gründers endete. Ein gewisser George Smith gab anno 1824 das Schwarzbrennen im nahen Drumin auf und erwarb eine staatliche Brennlizenz, die ihm die Gründung der Brennerei erlaubte. Für diesen Wechsel in die Legalität wurde George Smith von seinen ehemaligen Schwarzbrand-Kollegen im Livet Tal bis zum Äußersten bedroht – sie drohten ihm mit Erschießen. Nun musste George Smith einen eisernen Charakter gehabt haben, denn seine Antwort war radikal: der bärtige Gründer bewaffnete sich mit zwei Pistolen, die er stets im Halfter am Gürtel trug und nur zum Schlafen neben sich auf dem Nachtkästchen ablegte. Zum Glück ist von all der Härte jener frühen Pioniertage am Ende des Rundgangs nichts mehr zu spüren. Ein in Öl gemalter George Smith blickt gütig wie ein Lamm auf die 120.000 Besucher herab, die pro Jahr im 30-Minuten-Takt durch die Vorzeigedestillerie von Pernod Ricard geschleust werden.

Für unsere und all die vielen Gruppen standen im großen Saal auf einem Buffettisch zur freien Verkostung zwei kühlfiltrierte The Glenlivets bereit. Ein Fünfzehnjähriger, der im Abgang derart brannte, dass ich ihm nur zwei Stützräder gab und ein Achtzehnjähriger, der dank seines finalen Sanftmuts immerhin drei Stützräder verdiente.

* * *

Den Abstecher ins Tal von Livet hatte ich unternommen, weil mich der Duft eines ganz bestimmten Single Malts angelockt hatte, zugegeben eines exklusiven Malts, der bei einer regulären Tourverkostung nicht vorgesehen ist. So entfernte ich mich auf leisen Sohlen nach dem inkludierten Tasting aus dem Ahnensaal und schlenderte hinüber in den Verkaufsraum, um dort den eigentlichen Anreiz meines Abstechers ausfindig zu machen.

Auf dem Regal hinter dem Tresen standen zwei Flaschen von The Glenlivet, Archive, 21 years, 43 % vol., von dem das Dram acht Pfund kosten sollte. Doch als ich dem jungen Bartender den Grund meines Besuchs im Plauderton mitteilte und er mir ebenfalls im Plauderton gestand, dass er Maschinenbau-Student von der Uni Glasgow sei und hier nur zur Aushilfe arbeite, schenkte er mir das Nosing Glas halb voll, ohne auch nur ein Sterbenswörtchen übers Bezahlen zu verlieren.

Goldbraun stand der Single Malt aus dem berühmten Fassarchiv von The Glenlivet im Glas. Als ich ihn kreiseln ließ, legte er sich wie Gelee ans Kristall. Den Gesetzen der Schwerkraft folgte er nur zögerlich und hinterließ beim Abwärtsfließen dicke Tränen. Meine Nase konnte es kaum erwarten, die sofort präsenten Fruchtaromen aus nächster Nähe kennenzulernen. Tief sog ich die Blume mit dem rechten, dann mit dem linken Nasenloch ein und schon erlebte ich ein Prickeln, ein heiteres Kitzeln. Voller Erwartungen atmete ich den Duft von Zitrus und Rosinen ein. Der erste Schluck war nicht minder lecker. Im Gleichklang ergossen sich Gewürznoten und auch eine Spur Lakritze über die Zunge und in den Backentaschen schmeckte ich dunkle Schokolade und Malz. Wie erwartet, war die Holznote nur ein schüchterner Begleiter und schwang sich dezent über das Gaumenzäpfchen bis in den Schlund, wo sie ein warmes Wohlgefühl erzeugte. Das Finale war exotisch süß und changierte mit einer trockenen alkoholischen Wärme, in der sich Spuren von Nüssen versteckten. Dieser Single Malt entspannte und beruhigte meine Nerven und ihm gelang, was weder Baldriantropfen noch Kamillentee gelungen wäre – die Enttäuschung über den streng regulierten und getakteten Rundgang rasch verblassen zu lassen. Guten Gewissens gab ich ihm vier Stützräder, bekanntlich das Prädikat der Superlative meiner Gaumenwahl. Nun war ich zufrieden, der Abstecher hatte sich allemal gelohnt, immerhin hatte ich soeben den perfekten Schluck Nummer 6 aufgespürt.

Vor dem Verlassen des Barraums schaute ich nochmals das Gemälde mit dem Kampf um das Whiskyfass an: Um Himmels Willen, waren das noch Zeiten des Kampfes auf Leben und Tod gewesen! Wie zahm, wie geordnet geht es doch heute in Schottland und in seinen berühmten Brennereien zu. Von wegen wildes, unentdecktes Land, dachte ich mir und öffnete die gläserne Schwingtür ins Freie, wo mich die Sommerfrische in Empfang nahm und ohne langes Zaudern mit all ihrer Sanftheit umarmte.

Doch in der lieblichen Umarmung schwang auch eine Warnung mit. Wie ein erhobener Zeigefinger mahnte mich der Luftsauerstoff: Vorsicht altes Haus, du hast drei Drams intus und gleich fällt die Straße tüchtig ab. Gewiss! lenkte ich beschwichtigend ein und versuchte mein Gewissen zu beruhigen. Die Einsicht besiegte den Überschwang und half mein Mütchen zu kühlen.

Wer so lange auf dem Rad unterwegs ist – inzwischen waren vier Wochen ins Land gegangen – braucht sich nichts mehr zu beweisen. Und aus Erfahrung wusste ich, dem harten Asphalt zu nahe zu kommen, ist nicht so schön und kann schnell böse enden. Bedachtsam und in Intervallen abgebremst, überwand ich das heftige Gefälle ins Tal, wo ich wenig später am Wasser des Livet eintraf. An der keltischen Brücke stoppte ich kurz und blickte nochmals hinauf zu den weißen Bauten. Der Blick vom Talboden hinauf zu jenem gewaltigen Malt Castle war der letzte Blick auf eine zentrale Highland Destillerie. Ohne Halt lenkte ich ab jetzt das Rad zurück durch Dufftown und über die Whisky- Metropole hinaus in die Weiten des Ostens.

Fündig im Osten

Der Osten zeigte sich nicht als Freund, zumindest nicht bei unserer ersten Begegnung. Über Stunden wehte eine steife Brise von vorn, so stark, dass der Whiskyradler den Eindruck gewann, die Küstenregion wolle ihn mit Macht zurück in die Hügel der Highlands schieben. Aber er ließ sich nicht kleinkriegen, denn nahe der Nordsee gab es noch einiges zu entdecken.

Nach Huntly kam ich am späten Nachmittag echauffiert und überaus durstig. Aber immerhin hatte ich wie geplant die Kleinstadt nordwestlich von Aberdeen erreicht und nicht versagt, unterwegs nicht das Handtuch geworfen. Zugegeben, über dem stundenlangen Pedaltritt war die antrainierte Wadenkraft zu einem jämmerlichen Häuflein zusammengeschmolzen.

Huntly, das ich ziemlich spät erreichte, hatte sich in Mausgrau gehüllt. An Camouflage von Arbeitslosigkeit und Armut dachte ich beim Rundblick auf dem Marktplatz. Selbst die Schlossruine mit ihren toten Augen, einst Fenster und Türen, schaute traurig zwischen dem Grün alter Eichen hervor. Huntly, die ländliche Kleinstadt litt unter Anämie. All diejenigen, die einer Arbeit nachgingen, waren frühmorgens in ihre Autos gestiegen und in die umliegenden Industriestandorte gefahren. Erst spät abends kamen sie wieder und brachten das Leben zurück. Die Dagebliebenen waren allesamt ohne Arbeit oder in Rente. In Huntly wie in vielen Kleinstädten lebten die Bewohner von der Substanz, Rücklagen zum Renovieren der Häuser fehlten, der ganze Monatsverdienst, die Stütze und natürlich auch die Rente gingen für den Lebensunterhalt drauf.

Eine aufgelassene Eisenbahntrasse hatte die Regierung in einen Radweg umgewidmet – na immerhin! Aber der nutzte nur den Jungen, die noch auf ein Fahrrad steigen konnten. Den Alten diente die kleine Modernisierung wenig. Ihnen fehlte die Schienenanbindung, sie konnten jetzt nur noch den lokalen Bus in die größere Stadt nehmen. Selbst das Postamt war längst aufgegeben, die Türen waren verrammelt und mit Werbung überklebt. Stattdessen kam jeden zweiten Tag die Post auf vier Rädern, auf deren Chassis sich in einem rotrostigen Kasten der Postschalter befand, für eine Stunde auf den Marktplatz gerollt.

Am Marktplatz fuhren die Einheimischen am Geldautomaten vor, sprangen bei laufendem Motor aus ihren Autos und zogen nach Preisgabe ihrer Geheimnummer ein, zwei, höchstens drei Scheinchen aus dem Schlitz des Bancomaten. Hatte der Schalter das Bargeld ausgespuckt, verschwanden sie gleich wieder mit aufheulendem Motor. Wenig später entdeckte ich die tätowierten Jungs mit ihren Mädels gegenüber meiner Unterkunft in der örtlichen Frittenbude. So günstig wie beim Selfservice fisch & chips, für umgerechnet 10 Euro, bekam man sonst nirgendwo ein warmes Abendessen geboten. Da auch ich meinen Abendhunger auf der anderen Straßenseite mit Schellfisch im frittierten Teigmantel und Kartoffelstäbchen stillte, wusste ich über das Treiben der Jugend von Huntly Bescheid. Mehr sollte ich über Huntly erfahren, als es mich nach dem Verzehr des öltriefenden Fischgerichts nach einer süßen Nachspeise gelüstete.

Ziellos schlenderte ich durch den Ort und landete im Cost Cutter, einer Kette, die Lebensmittel und vieles mehr supergünstig auf abgeschabten Regalen verkauft. Der Laden an der 14 Gordon Street hatte leider nur eine bescheidene Eisauswahl, dafür entdeckte ich hinter der Kasse ein reichhaltiges Whiskysortiment, das dank zahlreicher Sonderangebote viel günstiger als in anderen Spirituosengeschäften war. Als meine Augen die Whiskyschachteln auf dem Regal abscannten, erlebte ich einen Lichtblick – im Bruchteil einer Sekunde war ich hellwach und der Süßhunger vergessen. Hinter dem Verkäufer, auf dem untersten Regal, entdeckte ich eine unverpackte Flasche meines Jugendwhiskys – einen Vat 69 und daneben denselben Scotch als Miniatur, als dunkelgrünes Fläschchen mit der großen weißen Zahl 69 auf dem kleinen Etikett.

Kaum, dass ich den VAT 69 erblickte, bestürmte mich die Erinnerung, der Absturz in der Jugend und der Vorsatz, nie wieder einen Whisky anzurühren. Wie hypnotisiert starrte ich auf die dunkelgrüne Flasche mit der weißen Schrift und überlegte ernsthaft, ob ich sie kaufen sollte? Doch meine beiden Gepäcktaschen waren randvoll und der Preis von umgerechnet 20 Euro war überzogen, denn im Internet war er bereits für 14 Euro zu haben. Aus Vernunftsgründen sah ich vom Erwerb der 0,7-Flasche ab und entschied mich für das Flaschenkind. Die VAT 69 Miniatur wollte ich mir zum gegebenen Zeitpunkt zur Brust nehmen. Aus diesem Grund kaufte ich sie für kleines Geld. Mit meinem Schicksalswhisky en miniature in der Jackentasche und einem Eis am Stiel in der Hand verließ ich den Billigladen und schlenderte lutschend in Richtung Marktplatz, wo zwei blinkende Bankautomaten sogar des Nachts den Rachen aufsperrten.

Aus einer Gasse drang plötzlich Geschrei an mein Ohr. Mein Schlenderschritt hatte mich zu einer stadtbekannten Kneipe gelenkt. Hier flutete durch eine Schwingtür Menschenlärm auf die Gasse und weckte meine Neugier auf das Geschehen hinter der Tür. Erlebte ich gleich eine Schlägerei? Wurde ein Fußballmatch im Fernsehen übertragen? War eine Party im Gang? Geätzte Milchglasscheiben und Gardinen im Straßenfenster verwehrten den Blick ins Innere. Kurzentschlossen zog ich die rotlackierte Kneipentür an goldblinkenden Messinggriffen auf und betrat The Golden Crown Pub.

Im hohen Schankraum schwirrte und summte ein Schwarm gälischer Laute durch die Luft. Der kehlige Singsang lud zum Nähertreten und gemütlichen Trinken ein. Sogleich fühle ich mich angezogen, denn dieser Pub rief die Erinnerung an meinen ersten London Aufenthalt zu Studienzeiten wach. Abend für Abend zog es mich damals in einen Pub wie diesen, eingerichtet im viktorianischen Stil mit einem Billiardtisch mit mintgrünem Filz, einem erloschenen Kamin und uralten Reklameschildern für Temment’s Lager und Glenfiddich an den verrauchten Wänden. Der Altar war auch hier ein Bartresen aus falschem Mahagoni, hinter dem sich eine verspiegelte Regalwand voller Whiskyflaschen mit bunten Etiketten bis zur Decke aufbaute. Der Goldkronen-Pub musste das Wohnzimmer des lokalen Fußballclubs sein, vermutlich auch die örtliche Trinkstube für alleinstehende Männer. Als einzige Frau erspähte ich hinter der Theke eine rothaarige, schrill bebrillte Dame, die in die Jahre gekommen war. Männer, junge mit großflächigen, schwärzlichen Tätowierungen an Armen und im Nacken, und ältere mit mächtigen Bäuchen, belagerten die Barhocker und schauten gen Decke, wo ein älterer TV-Kasten eine Fußballübertragung ausstrahlte. Wieder einmal musste ich über die Tätowierung der Leute staunen, nahezu jeder trug Ornamente und Bilder auf Händen, Armen und am Hals. Inzwischen hatte ich allerdings gelernt, dass das Stechen von Tattoos eine sehr, sehr lange Tradition in Schottland hat. Bereits die Vorfahren der Schotten, die Pikten, tätowierten sich am ganzen Leib, diese Vorliebe belegt der Name Pikten, was „Bemalte“ heißt. Den Namen Pikten gaben sich die Einheimischen nicht selbst, sondern die Römer, die im 3. Jahrhundert die Provinzen Britannia und Caledonia besetzt hielten.

(Fortsetzung folgt)

Whiskyfun: Angus verkostet Tomintoul

Tomintoul ist eine Speyside-Destillerie, die es nie so wirklich ins Rampenlicht geschafft hat. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass man – trotz einer recht ansehnlichen Range – wenig Lautstärke im Marketingkonzert zeigt.

Die beiden Tomintoul, die Angus MacRaild heute in Vertretung von Serge Valentin vorstellt, können jedenfalls überzeugen, auch wenn Angus nach eigenen Angaben kein besonderer Fan der Destillerie ist. Beide Wertungen der Verkostung kann man dem Bereich „sehr gut“ zurechnen:

AbfüllungPunkte

Tomintoul 10 yo 2010/2021 (56.7%, Watt Whisky, refill butt, 246 bottles)85
Tomintoul 2004/2020 (60.4%, OB for Royal Mile Whiskies, cask #2229, bourbon, 389 bottles)87

Fremde Federn (170): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger

Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?

Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.

„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der nun 170. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor – eine Sammlung von Meinungen zu verschiedenen Whiskys, die Ihnen ein wenig ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.

Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.

Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!


Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein untergeordneter Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.

PR: Neu – Smokehead Twisted Stout

Smokehead Islay Single Malt Scotch Whisky hat eine neue Abfüllung angekündigt: Smokehead Twisted Stout. Der rauchige Islay Single Malt mit einem Stout Cask Finish, wird exklusiv über die eigene Webseite angeboten – ein Trend, der sich in letzter Zeit immer mehr verstärkt, und der in diesem Fall für europäische Whiskyfreunde durch den Brexit und die damit verbundenen Zollformalitäten eher eine Hürde als für den Anbieter ein Vorteil ist.

Hier die Presseinfo zu der Abfüllung, samt Tasting Notes:


SMOKEHEAD TWISTS TRADITION WITH NEW LIMITED-EDITION STOUT CASK EXPRESSION

STILL PACKS A PEATY PUNCH: SMOKEHEAD UNLEASHES BOLD & UNEXPECTED FLAVOUR COMBINATION WITH RELEASE OF TWISTED STOUT

Smokehead Islay Single Malt Scotch Whisky, one of the fastest growing single malts in the UK and globally, is once again twisting tradition with their latest release, Twisted Stout. The brand-new limited-edition expression has been part finished in stout casks, priced at RRP £49.99 and with an ABV of 43%, it is only available to purchase exclusively from www.smokehead.com

Still packing that unmistakably Smokehead peaty punch, Twisted Stout brings a smoother, sweeter, and silkier experience with this delicious and different whisky.

Intertwined with the intense smack-in-the-tastebuds smoke you’d expect from Smokehead, the creamy, malty stout flavour adds unfamiliar notes of rich chocolate and treacle toffee, vanilla ice cream, roasted nuts, and toasted biscuits.

Wrapped up in a striking new pack design, the ever-courageous brand’s new and innovative release is available to buy now only from www.smokehead.com

Commenting on the launch Iain Weir, Smokehead Brand Director said “Our unique  and disruptive Smokehead thinking has led to some convention challenging, trail blazing, rule breaking whiskies over the years that don’t follow the usual traditions and rituals.

“We’ve clearly struck a chord with those who do things their way, live life on their own bold terms, and pick a whisky that’s as disinterested in the status quo as they are. Twisted Stout is as far away from a standard single malt as the combination of tastes, aromas and flavours inside the bottle.

“So, while all our releases come with an original twist, our latest might just be our most twisted yet. Which is just how we like things.”

SMOKEHEAD TWISTED STOUT TASTING NOTES:

THE FIRST IMPRESSION

The usual island intensity of Smokehead comes cloaked in sweet aromas of chocolate and treacle toffee. Maritime air meets a decent pint on the shore. Unexpected. Unusual. And unsettling for the senses.

THE FULL-ON FLAVOUR

You’re past the point of no return now. Hot and soothing at the same time. Salty smoke weaves its way around dry roasted nuts, toasted marshmallow, vanilla ice-cream and… is that someone putting a pot of fresh coffee on?

THE FINALE

New flavours unlocked. Old favourites reunited, wood smoke and spices. Malty, toasted biscuits. Zingy citrus. Dark and delicious. A fitting sign-off from the twisted lovechild of whisky and beer.

Smokehead also grabbed the headlines recently with the launch of the first-ever pre-mixed single malt in a ready to drink can serve. Kick-starting the brand-new ready to drink range with two eye-popping serves: ‘Smokehead mixed with Cola’ and ‘Smokehead mixed with Ginger and Lime’, both available to buy online via Amazon, Smokehead.com and other UK selected retailers.

The Smokehead core range (see below) is also available globally via online and instore.

Ältester Whisky der Welt, Gordon & MacPhail Generations 80yo, erzielt neuen Auktionsrekord bei Sotheby’s

Es ist eine interessante Situation: Der Gordon & MacPhail Generations 80yo, der vor kurzem in Frankfurt einem deutschen Fachpublikum vorgestellt wurde (ein Videointerview mit Stephen Rankin, Director of Prestige bei G&M, finden Sie hier, einen PR-Artikel dazu hier), hat noch keinen offiziellen Verkaufspreis – den will Gordon & MacPhail erst nach dem Ablauf der Auktion bei Sotheby’s, bei der eine Flasche dieses ältesten Single Malt Scotch Whiskys der Welt versteigert wurde, bekanntgeben.

Nun ist diese Auktion bei Sotheby’s in Hong Kong beendet worden, und der Decanter hat einen Rekordpreis von 167.000 Euro für einen ältesten Single Malt erzielt. Ersteigert hat ihn übrigens kein Käufer aus Asien, wie man vermuten könnte, sondern ein Liebhaber aus Europa, der laut Sotheby’s zum ersten Mal bei einer Auktion von ihnen in Erscheinung trat (das Geld geht übrigens an die schottische Wohltätigkeitsauktion Trees for Life, die sich der Aufforstung der Wälder Schottlands widmet).

Jetzt dürfte es also bald einen offizielle Kaufpreis für die restlichen 249 Flaschen geben, von denen nur eine kleine Zahl für Deutschland vorgesehen ist. Um auf die interessante Situation zurückzukommen: Der Preis ist für mögliche Interessenten eigentlich nicht mehr von Belang, weil die deutschen Flaschen auch ohne Preisnennung bereits nach der Auskunft eines Händlers restlos ausverkauft sind.