Auf Islay baut man fleißig an der Wiedererrichtung von Port Ellen (am ursprünglichen Standort nahe der Mälzerei), aber bis wir von dort die ersten Abfüllungen sehen werden, wird es noch etwas dauern. Angus behilft sich bis dahin mit vier Bottlings aus der alten Brennerei, und das Quartett zeigt eines deutlich: Es war auch nicht immer alles gut, was von Port Ellen kam – aber meistens schon sehr.
Drei Knaller, ein Blindgänger, so kann man die Verkostung gut beschreiben:
Port Ellen 1970 (40%, Gordon &MacPhail, Connoisseurs Choice, 1980s): 93 Punkte
Port Ellen 23 yo 1975/1998 (45%, Samaroli, 744 bottles): 75 Punkte
Port Ellen 1977/1992 (61.5%, Scotch Malt Whisky Society, #43.4): 92 Punkte
Port Ellen 1982/2003 (61.2%, Scotch Single Malt Circle, sherry): 92 Punkte
Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?
Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.
„Fremde Federn“ stellt Ihnen seit nun 85 Folgen Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, die uns von ihnen zugesendet wurden. Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.
Hier sind die Tasting Notes jener Blogger, die uns für die aktuelle Ausgabe ihre Links gesendet haben:
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen (die ohnehin meist nicht einheitlich ist 😉 ). Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
Können Sie sich noch erinnern? Am Mittwoch zeigten wir Ihnen ein Wallpaper eines wunderschönen alten Morris Lieferwagen, der für William Grant & Sons Whiskys ausfuhr und jetzt als Schauobjekt fungiert? Wir bezeichneten ihn als schönsten Whiskylieferwagen der Welt.
Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich hier Widerspruch regte – und wir müssen sagen: Völlig gerechtfertigt. Achim Hafener von eoi-whisky.de schrieb uns eine kurze Mail mit Attachment:
Hallo zusammen,
wollte Euch nur mitteilen, daß es auch hierzulande schöne Lieferfahrzeuge gibt. Hier ist mein 61er Morris Minnor 1000 Convertible mit satten 45PS und 1098ccm, Schönen Gruß
Ja, also: Wir finden auch, dass dieser Morris mit dem anderen Objekt locker mithalten kann. Und damit ist er für uns offiziell der „mindestens genauso schönste Whiskylieferwagen der Welt“.
Vor einigen Monaten hat Douglas Laing in einer für viele unerwarteten Aktion die Brennerei Strathearn erworben. Seitdem war es etwas ruhig um sie, aber nun tut sich was: Das Unternehmen hat uns mitgeteilt, dass der Strathearn Single Malt Batch #001 nun im Webshop von Douglas Laing erhältlich ist.
85 Pfund (plus Porto und Verpackung) muss man für den im Jahr 2013 und 2014 destillierten Single Malt aus der kleinen Highland-Brennerei auf den Tisch legen. Der Whisky ist mit 46,6% vol. abgefüllt und erscheint in einer kleinen Auflage (die Anzahl der Flaschen ist nicht verlautbart worden). Er stammt aus europäischen Eichen- und Sherryfässern.
Geschmacklich soll der Strathearn rote Früchte durch die Sherryfässer bieten und weich und sanft am Gaumen auftreten.
Trotz der Bezeichnung als Batch #001 ist das natürlich nicht der erste Strathearn, der auf den Markt gekommen ist – 2016 gab es die erste Flasche aus der Destillerie mit 18.000 Litern Jahresproduktion, und 2018 sogar eine, die exklusiv für Deutschland abgefüllt war.
Von der Hanseatischen Weinhandelsgesellschaft, dem deutschen Importeur der Whiskys der Brennereien Springbank (Springbank, Longrow und Hazelburn) und Glengyle (Kilkerran), haben wir die Pressemitteilung über das Erscheinen des lang erwarteten neuen Longrow Red 13yo – Chilean Cabernet Sauvignon Matured erhalten (er ist letzte Woche bereits in Großbritannien erschienen), die wir natürlich sehr gerne mit Ihnen teilen.
Streng limitierte Edition aus Campbeltown eingetroffen: Longrow RED 13yo – Chilean Cabernet Sauvignon Matured – 51,6% Vol. Cask Strength
Mit dem streng limitierten Longrow RED (9.000 Flaschen weltweit) erwartet uns eine neue exklusive und faszinierende Edition aus Campbeltown.
Diese Sonderedition reifte zunächst 10 Jahre in Bourbon Barrels und Refill Sherry Hogsheads, gefolgt von 3 Jahren in Cabernet Sauvignon Barrels des Weinguts MontGras, gelegen zu Füßen der majestätischen Anden (Chile).
Longrow Red erscheint einmal jährlich, in Fassstärke, ist lediglich streng limitiert verfügbar und wird stets in Rotweinfässern nachgelagert.
Für die diesjährige Edition wurden Fässer des chilenischen Weinguts MontGras ausgewählt.
The Work of Human Hands
Springbank und die zugehörige Schwesterbrennerei Kilkerran produzieren ihre Single Malts zu 100% handwerklich, traditionell und vor Ort; mit dieser außergewöhnlichen Handwerksleistung ist Springbank einzigartig unter Schottlands Destillerien. Infolge der ursprünglichen Produktionsverfahren liegen daher lediglich begrenzte Kontingente vor. Jeder Campbeltown Malt aus dem Hause J. & A. Mitchell & Co. Ltd offenbart dabei seinen eigenen typischen Stil durch unterschiedliche Destillationsstufen und Rauchintensitäten. Das Malz für den Longrow wird ganze 48 Stunden über Torffeuer gedarrt, wohingegen Springbank eine feine Rauchnote aufweist.
Zudem arbeitet die Springbank Distillery mit dem 2,5-fach destillierten Springbank, dem 3-fach gebrannten Hazelburn sowie der typischen 2-fach Destillation des Longrow einen außergewöhnlichen Variantenreichtum heraus, für den die Halbinsel Kintyre mit ihrer Whisky-Region Campbeltown seit jeher bekannt ist. Alle drei Single Malts werden in der Springbank Brennerei destilliert und unterscheiden sich in ihrer Stilrichtung.
Sollten Sie Ihre monatliche Freimenge an Artikeln auf Nikkei Asian Review noch nicht aufgebraucht haben, dann legen wir Ihnen einen interessanten Beitrag über die Situation am heimischen Markt ans Herz legen: Unter dem Titel „Suntory, Asahi and Kirin face sober reality in Japan“ wirft man einen genaueren Blick an die nicht ganz einfache Situation in Japan, wo trotz des Booms von japanischem Whisky der generelle Alkoholkonsum aus Gründen einer Änderung im sozialen Verhalten und des Schrumpfens der eigenen Bevölkerung zurückgeht.
Im Beitrag wird zunächst ausführlich über die Situation bei Whisky gesprochen – man versucht bei den Unternehmen, sich mehr ins Ausland zu orientieren, weil man den Trend im Land kurzfristig nicht ändern kann und auch mittel- bis längerfristig allerhöchstens sehr leichtes Wachstum erwartet.
Der zweite Teil handelt dann von Bier, aber in der Gesamtschau ist dies ein sicher ebenfalls nicht uninteressantes Thema, weil die beiden Bereiche recht deutlich machen, mit welchen Überlegungen sich die japanischen Getränkekonzerne beschäftigen müssen.
Ein insgesamt spannender Artikel, der uns sehr lesenswert erscheint.
Nach der erfolgreichen Black Rock Serie bringt nun irish-whiskeys.de, der Spezialist für irische Whiskeys in Deutschland, eine zweite Abfüllungsserie mit eigens ausgewählten Fässern an den Start: Fairy Cask wird sich vor allem besonderen Fassreifungen und Finishes widmen.
Die erste Abfüllung ist ein stark rauchiger Single Malt Irish Whiskey mit Rum Cask Finish, und er ist ab sofort im Webshop bei irish-whiskeys.de erhältlich (Link im Text unten). Und natürlich kann er auch ab heute auf der Whisky Fair in Nürnberg verkostet werden.
Alle Infos zur neuen Serie und dem neuen Whiskey in der nachfolgenden Pressemitteilung:
Fairy Casks – Irish Single Cask Whiskey: Irish-Whiskeys.de präsentiert eine feenhafte Geschmacksexplosion
Die zauberhafte Welt der Feen spielt in Irland bis in die heutige Zeit eine wichtige Rolle. Überall berichten lokale Legenden und alte Sagen von den Sidhe, dem verborgenen Feenvolk Irlands. Dabei fällt es nicht schwer, zwischen den grünen Hügeln der irischen Insel Hinweise auf die geheime Welt dieser magischen Wesen zu entdecken. Zwischen Fairy Hills und Fairy Rings überträgt der seichte, irische Wind eine zarte Musik. Die zauberhafte Musik der irischen Feen.
Der mächtige Einfluss der irischen Feen findet sich auch im Whiskey von der Grünen Insel wieder. Wenn das von Menschenhand gebrannte Wasser des Lebens in den Holzfässern ruht, ist es das Werk der Feen, das aus ihm mit der Zeit echten Irish Whiskey macht. Dabei spielen die Feen mit den Aromen, die das Holz wie auf magische Weise an das Destillat abgibt. Dadurch entsteht still und heimlich ein neuer, perfekter Irish Whiskey. Aromatisch und vollkommen. Eine wahre Geschmacksexplosion aus Feen Hand.
Fairy Casks – Irish Single Cask Whiskey ist nach der Black Rock-Serie die zweite Abfüllungsreihe von Irish-Whiskeys.de. Im Bunde mit der mystischen Macht der irischen Feen entstehen hier wahrhafte magische Whiskeys mit besonderen Fassreifungen und Finishes. Dafür wählte Mareike Spitzer zunächst die richtigen Fässer persönlich vor Ort in Irland aus. Mit einem erfahrenen Auge für erstklassige Fässer und dem Gespür für großartigen Whiskeys, schuf sie die hochwertige Basis für die ersten Fairy Casks. Für den Rest der Arbeit sorgte anschließend der Zauber der irischen Feen.
Die erste Abfüllung ist der stark rauchige Fairy Casks Heavy Peated Single Malt Irish Whiskey mit Rum Cask Finish. Hierbei lagerte der Whsikey zunächst für drei Jahre in einem First Fill Bourbonfass. Anschließend erhielt der Whiskey ein einjähriges Finish in einem Barbados Rum Cask. Die Abfüllung des Fairy Casks Heavy Peated Single Malt Irish Whiskey erfolgte bei 59,4 %. Dieses erste Release der Fairy Casks – Irish Single Cask Whiskeys erhielt keine Farbbeigaben und ist nichist nicht kühlgefiltert. Insgesamt sind 510 einzeln nummerierte Flaschen erhältlich.
Tasting Note:
Aroma: cremige Vanille, grüner Apfel, Mango, Torf, etwas Holz
Sample: Ardbeg Deutschland Verkoster: Bernhard Rems
Ab 3. März ist er für Committee-Mitglieder erhältlich – der neue Ardbeg Blaaack, ein altersloser Ardbeg aus neuseeländischen Pinot Noir-Fässern, die Abfüllung zum zwanzigjährigen Jubiläum des Ardbeg Committees. Zum Ardbeg Day am 30. Mai wird es wieder die „Publikumsversion“ davon geben – der gleiche Whisky mit etwas weniger Alkoholstärke.
Wir verkosten aber natürlich zunächst einmal den Ardbeg Blaaack Committee Release, den wir von Ardbeg Deutschland zur Verfügung gestellt bekommen haben – unser herzlicher Dank dafür geht wie in jedem Jahr an Tobias Russ.
Nun aber zu den Tasting Notes:
Nase
Nach kurzer Wartezeit öffnet sich der Whisky und bringt zunächst, typisch für das Weinfass, viel Süßes an die Nase: angeröstetes Paprikapulver, Weingummi, Maraschinokirsche und die süßlichen Komponenten von Tabakblättern. Nur wenig Rauch ist an der Nase wahrnehmbar, dazu noch warmes Balsaholz, erloschenes Lagerfeuer und etwas von einem elektrischen Britzeln. Nach einiger Zeit kommt dann der leichte Kuhstall, der gerne aus torfigen Destillaten durchschlägt. Insgesamt erscheint das alles weich, blumig, mit einem sanften Pfeffer hinten nach.
Gaumen
Auch hier beginnt es weich, fast schmeichelnd, öffnet sich dann aber fast aufbrausend und explosiv hin zu einer fruchtigen Melange aus Kirsche, Birne, Fruchtkompott mit Rhabarber. Pfeffrige, knisternde Obertöne mengen sich dazu, Bittertöne von Kaffeepulver, etwas Säure, Ruch, Ruß und Bitterschokolade. Der Pinot Noir macht sich keine Mühe, sich hinter dem Whisky zu verbergen, bringt noch einiges an Tannin dazu, ohne dabei abtrocknend zu werden.
Finish
Auch hier die Weinnoten, dazu Holzrauch. Der Geschmack besetzt den Hals und bleibt lange darin liegen.
Alles in allem
Man muss kein Fan von Weinfinishes sein um zu bemerken, dass Dr. Bill Lumsden, dem Director of Distilling, Whisky Creation and Whisky Stocks bei Ardbeg, ein spannender Ardbeg gelungen ist. Jedermanns Liebkind wird er wohl nicht sein, aber man kann seinen Spaß mit ihm haben und von den bisherigen Committee Releases unterscheidet er sich deutlich genug, um als Jubiläumsabfüllung heraus zu stechen. Der Ardbeg Blaaack Committee Release tritt wuchtig auf – den Vorwurf der Subtilität muss er sich nicht gefallen lassen. Aber wer Pinot Noir als Bestandteil der Geschmackskomposition verwendet, der will auch nicht kleckern, sondern klotzen. Es wird auch interessant zu sehen sein, wie er sich dann in der regulären Abfüllung mit weniger Prozenten schlägt – denn der gewisse Druck, den die 50% vol. liefern, tut dem Gesamteindruck durchaus gut.
Deutlich überarbeitet haben die Elixir Distillers das Aussehen ihrer geplanten neuen Whisky-Brennerei an der Südküste Islays. Die neuen Pläne, die die Brennerei einreichte, sehen nun eine Destillerie mit einem geänderten Außendesign vor. Auf The Spirit Business finden Sie eine Zeichnung des Destillerei-Gebäudes im neuen Design (im Vergleich sehen Sie hier den vorherigen Entwurf). Traditionelles Aussehen sowie „moderne Akzente“ spiegeln jetzt die individuelle Landschaft des Standorts wider, so lesen wir.
Die technische Ausstattung der Brennerei sieht Malting Floors vor, die 75% der benötigten Gerste bereit stellen sollen. Angelegt ist der Brennerei-Komplex für eine jährliche Kapazität von einer Million Litern. Die Anlage bietet Platz für 16 Washbacks und vier Paar Pot Stills sowie kleinere Stills. Die Brennerei wird mit der modernen Technik einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, um die Umweltbelastung möglich gering zu halten und die Energieeffizienz zu maximieren.
Im nächsten Monat sollen in einem zusätzlichen Antrag die Pläne für den Bau von acht Häusern für die Angestellten der Destillerie eingereicht werden. Darüber hinaus werden die Elixir Distillers einen gemeinnützigen Fonds auflegen. Ab der Eröffnung der neuen Brennerei wird dieser dann jährlich aufgestockt. Ein Kuratorium wird die Mittel und deren Verwendung erwalten. Mitglieder der Islay-Community werden gebeten, Treuhänder zu werden. Die ersten Einzahlungen in diesen Fond wird dem Erlös der limitierten Auflage des Port Askaig 2020 entnommen. Für jede verkaufte Flasche zahlen die Elixir Distillers £1 ein. Voraussichtlich ergibt dies £15.000, und weitere Spendenaktionen sollen folgen.
Mehr als 40 Jahre arbeitete Duncan McNicoll in der Glengoyne Distillery. 1977, im Alter von 20 Jahren, begann er seine Tätigkeit in der Brennerei als Mashman. Anschließend arbeitete er als Stillman und zuletzt als Assistant Distillery Manager. Im Januar diesen Jahres ging er in seinen wohlverdienten Ruhestand.
Anlässlich dieses besonderen Ereignisses bat die Destillerie Duncan, ein Fass aus den Warehouses auszuwählen, welches unter seinem eigenen Namen abgefüllt werden soll. Seine Wahl fiel auf das Fass No. 561, ein Sherry-Butt aus amerikanischer Eiche. Es wurde am 24. April 2002 befüllt, in ihm durfte der Whisky 17 Jahre lang reifen. 520 Flaschen des Glengoyne Duncans Dram 17yo Single Cask No. 561 mit 57,3 % Vol. konnten abgefüllt werden, jede Flasche wurde einzeln nummeriert. Und die Flasche mit der Nummer 1 erhielt Duncan McNicoll als Geschenk.
Die restlichen Flachen des Glengoyne Duncans Dram 17yo Single Cask No. 561 sind nun im Destillerie- und Online-Shop zum Preis von £ 189 erhältlich (etwa 225 €). Diesen Single Malt mit warmer Toffee-Farbe beschreiben die offiziellen Tasting Notes mit Aromen von roten Äpfeln, Hagebuttensirup, Vanilla Fudge und kandierten Zitronen in der Nase. Volle, würzige Eiche zeigt er am Gaumen mit Aromen von dunkelbraunem Zucker und Zitronenmarmelade.
„Die europäischen Brennereien werden zu einer Macht unter den Whisky-Herstellern.“ So in etwa formuliert es Nicola Carruthers in seinem Artikel „Distillers shaping the European whisky scene“ auf The Spirits Business. Schottische, irische und amerikanische Produzenten trieben das Wachstum von Whisk(e)y weltweit voran. Doch die Produzenten der neuen Whisk(e)y-Welt mussten ihre eigen Identität im und mit Whisky erst suchen, und haben diese mittlerweile gefunden. Durch „innovative und faszinierenden Angebote“ sowie „ungewöhnliche Fass-Finishes“ und die „Stärkung ihrer Markenidentität mit Herkunftsmerkmalen“ machten sich die europäischen Brennereien einen Namen in der Whisky-Welt.
Im weiteren Verlauf des Artikel stellt Nicola Carruthers drei, seiner Meinung nach, aufstrebende Whisky-Regionen vor. Neben Italien, den skandinavischen Ländern (Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen und Island) zählt er auch Deutschland dazu. Ein Grund hierfür ist die Anzahl der Whisky-Brennereien, die höher ist als in Schottland. Zwei Destillerien stellt der Artikel auch explizit vor. Neben der am Schliersee gelegene Brennerei Slyrs sind es die St. Kilian Destillers aus Rüdenau.
Warum immer Springbank? Mit dieser kurzen, prägnanten und eher rhetorischen Frage leitet Serge Valentin die heutige Glen Scotia Verkostung ein. Die vier Abfüllungen, die er heute verkostet, zeigen mehr als deutlich, dass die Whisky-Region Campbeltown mehr zu bieten hat als nur die Destillerie Springbank und ihre drei Whiskysorten.
Mit Noten am Ende der 80er-Skala vereint die heutige Verkostung auf Whiskyfun vier hervorragende Abfüllungen zu einem Tasting, wie Sie in unserer kurzen und kompakten Übersicht sehen können:
Glen Scotia 45 yo 1972/2017 (40.2%, Malts of Scotland, Angel’s Choice, bourbon barrel, 144 bottles) 89 Punkte
Glen Scotia 27 yo 1992/2019 (45.9%, The Perfect Fifth, bourbon, cask #05917, 174 bottles) 85 Punkte
Glen Scotia 26 yo 1992/2018 (47.3%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 228 bottles) 87 Punkte
Glen Scotia 25 yo 1992/2017 (53.3%, Scotch Malt Whisky Society, 2nd fill oloroso, #93.78, Like a vintage dessert wine, 186 bottles) 85 Punkte
Er wurde auf Islay geboren und wuchs auch auf der Hebriden-Insel auf. Obwohl von Brennereien umgeben, beachtete er Whisky nicht. Sein Universitäts-Studium brach er wieder ab, kam zurück nach Islay, arbeite als Tour Guide bei Bruichladdich und ist dort jetzt schon seit fast fünf Jahren Head Distiller.
Stark verkürzt ließe sich die Karriere von Adam Hannett so darstellen. Doch natürlich nimmt er sich im Interview, welches Felipe Schrieberg für Forbes mit ihm führte, mehr Zeit und Raum. Und stellt ausführlich seinen beruflichen Werdegang bei Bruichladdich dar. Welche Rolle Jim McEwan hierbei spielte, welche die unterschiedlichen Whiskysorten der Brennerei sind und natürlich auch, was hinter Bruichladdichs Philosophie und dem Konzept des Terroirs-Whiskys steht – dies können Sie im Interview mit einem „Terroiristen“ lesen.
Im Jahr 2016 begann eine Serie experimenteller Untersuchungen zur Whiskyreifung in der Buffalo Trace Distillery – damals wurde der Einfluss von natürlichem Licht untersucht. Nun ist das zweite Experiment abgeschlossen (insgesamt sind die Versuche über einen Zeitraum von 20 Jahren geplant) – und diesmal ging es um Temperatur – und zwar unter genau definierten Versuchsbedingungen. Ein Text, den wir dazu erhalten haben, geht genauer auf die Versuchsanordnung ein. Konkrete Ergebnisse werden nicht vorgestellt, dazu bedarf es dann wohl noch der weiteren geplanten Experimente:
Zweites Warehouse X Experiment in der Buffalo Trace Distillery abgeschlossen
Die Buffalo Trace Distillery hat ihr zweites Experiment im Warehouse X abgeschlossen. Das 2013 erbaute Lagerhaus wurde speziell für die Brennerei entwickelt, um die vielen Variablen zu untersuchen, die den Alterungsprozess des Bourbons beeinflussen. Nach der Fertigstellung des experimentellen Lagers startete die Brennerei ein 20-jähriges Projekt, bei dem sie eine Reihe von atmosphärischen Elementen wie natürliches Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftstrom über die vier unabhängigen Kammern und den Luftflow des Lagers überwacht.
Das erste Experiment, das 2016 endete, konzentrierte sich auf natürliches Licht und hielt die Fässer zwei Jahre lang in verschiedenen Lichtstadien.
Im zweiten Experiment ging es darum, wie die Temperatur den Alterungsprozess beeinflusst. Man nutzte die vier Kammern des Lagers, um festzustellen, wie die Fassaktivität mit Temperaturschwankungen korreliert. Dabei hielt man zwei Kammern konstant und in zwei weiteren Kammern variiert veränderte man die Temperatur. Der Windweg blieb unverändert.
Man verfolgte Temperaturschwankungen von 5 Grad bis 109 Grad Fahrenheit und überwachte Zylinderdrücke von -2,7 psi bis 3,2 psi. Insgesamt wurden im zweiten Experiment 9,1 Millionen Datenpunkte gesammelt. Als Ergebnis dieses Experiments konnte die Brennerei analysieren, wie sich die Temperatur über einen Zeitraum von drei Jahren auf Druck, Farbe und Geschmack auswirkt.
Drei Jahre später ist jetzt das zweite Experiment abgeschlossen. Ein drittes, neues Experiment soll nun die bisherigen Temperaturexperimente erweitern und sich darauf konzentrieren, wie sich Temperaturschwankungen auf die Whiskeyaktivität im Fass auswirken. Dies wird ein zweijähriges Experiment sein welches nun anläuft. Buffalo Trace geht davon aus dass man bis zum Ende des 20-jährigen Projekts mehr als 70 Millionen Datenpunkte sammeln wird.