Harold J. Currie war in seiner Karriere unter anderem Direktor von Chivas Brothers und dem House of Champbell. Daneben war er einer der besten Master-Blender Schottlands überhaupt. Und er hatte einen Lebenstraum: Seine eigene Destillerie zu haben – von Grund auf. Diesen Lebenstraum erfüllte er sich mit der Gründung der Firma „Isle of Arran Distillers Ltd.“ mit Sitz in Stirling und dem Bau der Destillerie auf der Insel Arran ab dem Jahr 1991. Mit der Eröffnung der Produktionsstätte 1993 war nach 156 Jahren die Kunst des Whiskybrennens auf die Insel zurückgekehrt. Der erste new make floss Ende Juni 1995 aus den beiden Brennblasen.

Zur Produktion des Arran Whiskys verwendet die Destillerie Wasser aus dem Loch na Davie. Bei der Herstellung verzichtet man – im Gegensatz zu vielen anderen Brennereien – auf den Einsatz von Farbstoff und eine Kältefiltrierung. Somit behält der Whisky seine Natürlichkeit, die Whisky Liebhaber sehr schätzen. Mit fortschreitendem Alter wird bei den Abfüllungen auch der destilleriespezifische Stil immer mehr erkennbar – Arran zeigt eine für einen Inselwhisky erstaunlich weiche Charakteristik.

2013 kam der Arran 16yo auf den Markt – der erste Teil einer Trilogie, die im Jahr 2015 mit dem Arran 18yo abgeschlossen sein sollte. In der letzten Woche erschien der Arran 17yo, den unser Redakteur Simon Rosenkranz verkostete. Das Testmuster wurde von der Destillerie zur Verfügung gestellt.

arran17yo

Nase: Eine leichte würzige Note ist sofort da, die allerdings sehr schnell einer fruchtigen Note weicht. Mandarine und Apfel stellen sich in den Vordergrund,  und ergeben ein wirklich angenehmes Aroma, das ich mit einer Vesper im Obstgarten verbinde.

Gaumen: Upps was ist da denn los? Am Gaumen ist der Arran 17yo weitaus würziger, als ich es nach der Nase vermutet hätte.  Die dominant fruchtige Note, auf die sich meine Erwartungen eingestellt haben, ist, wenn überhaupt, nur noch im Hintergrund zu erkennen.  Tabak und dunkle Schokolade sind hier vorherrschend. Interessant!

Finish: Das Ende kommt mittellang daher, der Tabak ist der Teil, der hier am längsten vorhält.  Ich persönlich hätte mir da eher die Schokolade gewünscht.

Alles in allem: Der Whisky ist eine interessante Kombination aus süßen Obstaromen in der Nase und dem recht schweren Geschmack am Gaumen. Für mich ist er eher ein Aperitivwhisky, des nicht zu langen Finishes wegen. Insgesamt erhält er ein „Gut“ von mir. 

Simon Rosenkranz

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!