Donnerstag, 24. September 2020, 02:37:08

Wir verkosten: Best Dram Ledaig 9 Jahre

Wee Beastie AUT

 

 

Für die Beiden war es nur eine reine Frage der Zeit, bis sich Mike Müller, Geschäftsführer der „Brick House Saxobar“ in Remscheid, und Michel Reick, (Mit-)Eigentümer der Bar und des Online-Shops „Whisky Dungeon“ im westfälischen Münster, über den Weg laufen. Es entwickelte sich eine Freundschaft und der Start eines gemeinsamen Projekts war nur der logische Schritt. Unter dem Label „Best Dram“ präsentieren sie seit März 2014 ausgesuchte Whisk(e)ys verschiedener Brennereien.
Von ihren aktuellen Abfüllungen stellten sie uns dieses Sample zur Verfügung, das von unserem Redakteur Dirk Piesczek verkostet wurde.

best-dram_ledaig

Best Dram
Ledaig
9 Jahre

52,2 % Vol., BourbonCask, ohne Kühlfilterung und Farbstoff

Wenn wir richtig rechnen, müsste dieses Fass 2005 abgefüllt worden sein. In den letzten Jahren haben einige Unabhängige Fässer dieses Jahrgangs abgefüllt und gezeigt, dass der sehr rauchige Whisky aus der Brennerei Tobermory auf der schottischen Insel Mull, welcher dann Ledaig heißt, auch ohne lange Reifung überzeugen kann.

Nase: Kalter Rauch springt aus dem Glas, möglicheweise ein bisschen weniger als erwartet, aber immer noch deutlich. Vielleicht gewöhnt man sich schnell an ihn und es scheint deshalb nur so, als würde er weniger werden.

Gaumen: Torfig, rauchig, Ledaig-typisch trocken. Salzige Seeluft taucht auf, dazu, ganz leicht, ein kleine zarte Süße.

Finish: Mittellang nachhallend, das Torfig-Rauchige haftet lange.

Alles in allem: Wer rauchige Whiskys schätzt, findet abseits der bekannten, geliebten und gepushten Brennereien auf Islay in Ledaig eine sich lohnende Alternative. Die eigene 10-jährige Abfüllungen der Destillerie auf Mull wurde vor ein paar Jahren ein wenig überarbeitet und verbessert. Es ist die Aufgabe der Unabhängigen, das eigentliche Potential dieser Whiskys zu präsentieren. Das trifft auch auf diesen 9-jährigen zu. Ein guter Whisky.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

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