Mittwoch, 16. Juni 2021, 02:41:11

Wir verkosten: Big Peat Christmas Edition 2014, 55.7%

Der Big Peat Blended Islay Malt ist für Whiskyfreunde zum Weihnachtsfest ein kleiner Fixstern am Malt-Himmel: Er ist von Douglas Laing aus Whiskys der Destillerien Ardbeg, Caol Ila und Bowmore komponiert, und auch eine nicht näher bezeichnete Menge von Port Ellen findet sich in ihm.

Sein Markenzeichen sind sein rauchiger Geschmack – und zwar volle Breitseite –  und eine weihnachtliche Süße. Er ist nicht kühlfiltriert und nicht gefärbt in Fassstärke abgefüllt; für die Edition 2014 bedeutet das 55.7% Alkohol.

Silvia Behrens und Bernhard Rems aus der Wiener Whiskyexperts-Zentrale haben sich die heurige Weihnachtsabfüllung angesehen und bringen hier ihre gemeinsamen Tasting-Notes.

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Big Peat Christmas Edition 2014
Small Batch, No Age Statement
NCF, NC, CS, 55.7%

Nase: Torfig jodig, und das von Beginn an mit Kraft und Vehemenz. Leichte Zitronennoten und Salzigkeit. Er kann schon in der Nase das Ungestüme der Jugend nicht verbergen, der Alkohol ist deutlich da und zwingt einem dazu, den Whisky sehr vorsichtig zu erschuppern. Lässt man ihm im Glas etwas Zeit, dann präsentiert er sich mit dem Geruch nach Pumpernickel oder dem alpinen Kletzenbrot (Brotteig mit eingearbeiteten Dörrbirnen). Deutlich Nelkengewürz.

Gaumen: Er tritt mit einer Zuckersüße an, die einem in Erstaunen versetzt. Dann kommt der Rauchhammer mit Salzkruste. Auch hier: Jugend, fast schon wie Obstbrand in der Schärfe, sehr knallig im Eindruck, fast rabiat. Wer Komplexität sucht, der sollte das nicht hier tun. Hier dominiert Big Peat und Süße.

Finish: mittellang, rauchig, aber nach hinten zuckrig süß endend. Sehr feurig im Magen, nichts für Zartbesaitete.

Alles in allem: Der Name ist Programm – viel Torf, einiges an Süße und jede Menge Kraft.  Man sollte in der Stimmung dafür sein, denn man bekommt das, was am Etikett steht: “ A shovelful of Islay Malts“ – also Islay Malts mit der Schaufel serviert, und danach wird einem noch mit der Schaufel der Scheitel gezogen, aber zack! Man kann das mögen, muss es aber nicht. Dementsprechend in unserer Bewertungsskala ein gutes „Geht so“.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

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