Freitag, 25. Juni 2021, 15:41:43

Wir verkosten: Säntis Malt Edition Säntis

Die Schweiz ist nicht das erste Land, das einem beim Gedanken an Whisky in den Sinn kommt. Dennoch machen auch die Schweizer Whisky – einer davon und wohl der Bekannteste ist der Swiss Highlander Säntis Malt. Die Brauerei Locher AG, die seit 1999 den Säntis Malt produziert, ist eine traditionsreiche Brauerei, die sich seit fünfter Generation im Familienbesitz befindet. Die Appenzeller produzieren bereits seit über 100 Jahren Bier und Spirituosen für ihre Kundschaft. Die Produkte werden inmitten der hügeligen Landschaft Appenzells hergestellt.

Das Besondere am Säntis Malt ist der Umstand, dass der Whisky in alten Bierfässern aus Eiche gelagert wird. Das Holz der Fässer war übrigens nie mit Bier in Kontakt, da sie innen gepecht wurden. Schmeckt er trotzdem nach Bier? Bernhard Rems hat den Säntis Malt Edition Säntis, die Standardabfüllung mit 40% Alkohol, für Whiskyexperts verkostet und versucht, nicht nur dieser Frage auf den Grund zu gehen. Das Sample wurde uns von der Brauerei Locher AG zur Verfügung gestellt.

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Nase: Es beginnt fruchtig und holzig zugleich, eine gewisse „Waschmittelfrische“ (ich meine das durchaus nicht negativ) schwebt darüber. Zitrone ist da, ein Hauch Orange. Das Ganze hat eine gewisse „irische“ Nase, jung und elegant, keineswegs ungestüm.

Gaumen: Auch hier wieder sehr süß, viele Vanillenoten hat der Whisky aus dem Holz mitgenommen, das überlagert einen leisen Getreideton. Er besitzt zudem eine cremige Textur, sodass er fast ein wenig wie ein dünner Likör wirkt. Viel Differenziertes lässt sich darin aber nicht festmachen, man schmeckt runde Süße und findet den Alkohol zurückhaltend.

Finish: Etwas kurz, süß, nach hinten hin dann bitter werdend. Ein Junger eben, der bald verfliegt und zunächst Süße, dann das Bittere zurücklässt.

Alles in allem: Der Säntis ist ein junger, trotz seiner 40% durchaus gehaltvoller Whisky. Man schmeckt seine Jugend, findet sie aber nicht störend. Angenehm fällt auf, dass der Säntis wirklich Whiskycharakter besitzt und nicht ein behübschter Getreidebrand ist. Ein Schotte ist er nicht, will er wohl auch nicht sein. Von den Bierfässern merkt man übrigens höchstens beim Nachriechen aus dem geleerten Glas etwas – da riecht man dann einen Anklang von malzigen Bier. Im Whisky selbst ist das nicht erlebbar. Insgesamt verdient der Säntis für sich stehend ein solides „Gut“.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

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