Wenn man jemanden nach einem guten irischen Whiskey fragt, dann fällt in der Regel unter anderem auch der Name Redbreast. In Bourbon und Sherryfässern gereift, ist dieser Blend ein Synonym für die Sanftheit irischen Whiskeys. Herausgeber Bernhard Rems hat den Redbreast 12yo mit 40% für unsere Serie über Standard-Whisk(e)ys verkostet – und ist durchaus angetan von ihm…

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Nase: Im Tumbler finden sich etwas Banane und getrocknete Früchte, Vanille und Holznoten. Vom Sherryanfangs nur leichte Anflüge, die später stärker werden und dunklere Noten bringen. Insgesamt, trotz etwas Würzigkeit, sehr weich und zurückhaltend, angenehm.

Gaumen: Hier ist der Redbreast nicht so süß wie in der Nase und bringt ein gewisses Feuer, bleibt dabei aber schön rund und sanft. Auf den Wangen trägt man die Schokolade und süßen Orangennoten, auf der Zunge eher die Bitterkeit. Birnenkompott, Kaffee und Malzbonbon. Sehr befriedigend.

Finish: Beginnt sanft und süß, wird dann mit der Dauer holziger und kantiger, behält aber seine Öligkeit und wird nicht trocken. Mittellang höchstens, nicht besonders beeindruckend.

Alles in allem: Eine runde, komplette und angenehme Sache, die man schön nebenher süffeln kann. Der Redbreast 12yo mit 40% verlangt keine große Aufmerksamkeit, aber im Dezenten ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Der Sherry gibt dem Blend Körper, die dreifache Destillation macht ihn geschmeidig und kuschelig. Gut.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!