Zwei Neuheiten aus der us-amerikanischen TTB-Datenbank gibt es zu berichten, wobei unter Umständen der erste Whisky gar nicht für den europäischen Markt gedacht ist, aber man weiß ja nie, welch verschlungene Wege manche Abfüllungen nehmen.
Neuheit Nummer 1 ist der Glenmorangie Year of the Tiger 23yo, der wohl für den asiatischen Raum gemacht wurde. 888 Flaschen wird es davon geben, mit 46% vol. abgefüllt. Die recht blumige Beschreibung des Geschmacks und Charakter deutet auch eher auf Asien hin – vielleicht aber verirren sich doch einige Flaschen zu uns nach Europa.
Vom Glendronach Cask Strength wird es in absehbarer Zeit Batch #10 geben, mit satten 58,6% vol. abgefüllt. Wieder stammt er aus einer Mischung von PX- und Olorosofässern, und er wurde in Fassstärke und ohne Farbstoffe oder Kühlfiltration abgefüllt. Die Etiketten sehen wie immer aus:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
„Know what’s in your whisky“ – unter diesem Motto fasst Bruichladdich seine kommunikativen Aktivitäten zu den Whiskys aus der Islay-Destillerie zusammen. Wissen und Genießen gehen laut Bruichladdich Hand in Hand, und wer mehr über seinen Whisky weiß, kann nach den Worten der Brennerei auch mehr in ihm entdecken – seien es die Einflüsse verschiedener Fassarten oder die Gerstesorten, die für ihn verwendet werden.
Um hier mehr zu erfahren, haben wir Bruichladdich gebeten, uns doch den Kontakt mit ihren Farmern herzustellen, um auf diese Weise noch mehr über die Zutaten des Whiskys von Bruichladdich und die Verbindung zwischen Farm und Destillerie zu erfahren. Bei Bruichladdich hat man uns gerne und tatkräftig bei diesem Anliegen unterstützt, und so können wir Ihnen heute den ersten Beitrag in einer Mini-Serie über die Farmen, die hinter einigen Whiskys von Bruichladdich stehen, präsentieren.
Unser erstes Interview führten wir mit Barrie Moar und Ian Sinclair von Ian D Sinclair, einer Farm auf den Orkneys, die von Ian D Sinclair und seiner Tochter Victoria Moar geführt wird. Das Interview haben wir für Sie auf Deutsch übersetzt:
WE: Bitte stellen Sie sich vor und erzählen Sie uns ein wenig über die Geschichte Ihres Bauernhofs.
IDS: Ian D Sinclair ist eine Partnerschaft zwischen Vater und Tochter (Ian Sinclair und Victoria Moar), die auf der Insel South Ronaldsay auf den Orkney-Inseln eine Familienfarm namens „Heads“ betreibt. Heads ist seit 1886 im Besitz der Familie Sinclair. Die Farm selbst ist nur 38 Hektar groß, aber das Unternehmen besitzt jetzt etwas mehr als 60 Hektar und mietet weitere 190 Hektar am Nachbargrundstück, hauptsächlich vom Smiddybanks Estate.
Barrie Moar
Die Farm hält eine kleine Herde von 60 Mutterkühen und 50 Mutterschafen verschiedener Rassen. Wir bauen 40 Morgen Sommergerste an (7,5 Morgen davon sind bere barley).
Als Ian 1975 die Farm von seinem Vater übernahm, begann er mit 12 Zuchtkühen, die bis 2016 auf 33 anwuchsen. Victoria und ihr Ehemann Barrie haben den Bestand nun wieder fast auf 60 Zuchtkühe und 50 Zuchtschafe verdoppelt. Auf Orkney gibt es ungefähr so viele Kühe wie Menschen!
Alle Lämmer werden exklusiv verkauft und alle Rinder werden über Orkney Auction Mart Ltd. versteigert. Alle Bestände werden überwiegend auf einem grasbasierten System gehalten, und es wird mit zusätzlicher einheimischer Gerste gefüttert. Überschüssige Gersten- und Strohvorräte werden an lokale Bauern verkauft.
Wie viele Orkney-Bauern legen wir großen Wert auf die Qualität der Produkte, die wir auf unseren wunderschönen grünen Inseln herstellen. Orkney hat einen guten Ruf für seine Produkte und wir bemühen uns, dies aufrechtzuerhalten und ein Teil davon zu sein. Um auf den Inseln zu überleben, müssen wir unsere landwirtschaftlichen Aktivitäten zukunftsgerichtet gestalten und uns immer weiterentwickeln und nicht stillstehen. Wir sind offen für den Einsatz neuer Technologien und führen Verbesserungen durch, wo wir können.
Neben der Farm engagierte sich Ian im Alter von 16 Jahren (noch in der Schule!) mit einem eigenen Agrarunternehmen auf Mietbasis und baute dieses von Grund auf auf. Er begann sein Geschäft mit einem Traktor und einer kleinen Quaderpresse – seitdem ist ein ziemlich langer Weg zurückgelegt worden, da Ian seine Maschinen gerne auf dem neuesten Stand hält, um einen effizienten Service mit den neuesten Technologien und Geräten zu bieten. Neben Ian arbeitet Victoria’s Ehemann Barrie und Ians Neffe Gavin hauptberuflich im Vertragsgeschäft. Je nach Bedarf sind mehrere andere Saisonarbeiter beschäftigt.
WE: Wie ist der Boden Ihrer Farm beschaffen und welche Art von Gerste bauen Sie dort an?
IDS: Der Boden auf unserer Farm ist sehr unterschiedlich, aber es überwiegt ein schwerer Boden mit einem erklecklichen Anteil an Ton. Wir versuchen, viele der gemieteten Felder zu verbessern, da ein Großteil des Bodens seit langer Zeit nicht mehr umgepflügt wurde und ziemlich heruntergekommen und unproduktiv geworden war. Hier kommt die Gerste ins Spiel. Wir pflanzen mindestens 2 Jahre lang Gerste, bevor wir wieder Weideboden daraus machen. Da wir Vieh haben, produzieren wir unseren eigenen Hofdung, der dem Boden zugesetzt wird, um Nährstoffe für den Anbau von Pflanzen bereitzustellen und die Kosten für Kunstdünger zu senken.
Das Heatherbell-Feld der Farm auf den Orkneys
Es ist ausschließlich Sommergerste, die wir hier in Orkney anbauen. Wir haben im Laufe der Jahre verschiedene Sorten angebaut und probieren gerne neue, verbesserte Sorten aus, sobald sie auf dem Markt erhältlich sind. Dieses Jahr haben wir zusammen mit dem Bere Barley zum zweiten Mal die Sorte Planet ausgesät. Wir neigen dazu, Sorten zu pflanzen, die eine hohe Beständigkeit gegen Halmbruch aufweisen, da das Wetter in Orkney (strömender Regen und starker Wind) die Pflanzen schnell flachdrücken und Schäden, Verluste und Schwierigkeiten bei der Ernte verursachen kann. Andere verwendete Sorten waren: Laureatte, Propino, Tyne, Golf, Golden Promise
Wir führen alle unsere eigenen Landarbeiten im Rahmen des Agrarvertragsgeschäfts durch (mit Ausnahme des Einsatzes von Pflanzenschutzmittteln – wir sind zu beschäftigt mit anderen Arbeiten, um deren Anwendung ideal timen zu können).
WE: Wie und wann begann Ihre Beziehung zu Bruichladdich? Gibt es neben dem Anbau der Gerste für sie eine zusätzliche Zusammenarbeit? Wie nah ist das Verhältnis?
IDS: Dies ist erst unser zweites Jahr als Erzeuger von Bere Barley, der für Bruichladdich bestimmt ist, aber wir sind allerdings durch das landwirtschaftliche Vertragsgeschäft viel länger mit ihnen verbunden. Ian wurde vom Agronomy Institute am Orkney College UHI und anderen lokalen Erzeugern seit Beginn des Orkney-Anbaus für die Whiskyproduktion mit dem Anbau und der Ernte von Bere Barley beauftragt.
Der gesamte Anbau und die Ernte hier in Orkney funktionieren sehr gut, da es ein gutes Team von Leuten gibt, die über gute Kommunikationskanäle und gute Kenntnisse und Fachkenntnisse in der Arbeit mit der Ernte verfügen – diejenigen, die ernten, kennen die Herausforderungen nur zu gut, das Einbringen von Gerste ist nicht die angenehmste Erntearbeit!
In unserer Arbeit auf der Farm denken wir, dass wir mit unseren Geschäftsaktivitäten zukunftsorientiert sind, was unserer Meinung nach gut zu den Ansichten und Geschäftsvisionen von Bruichladdich passt. Ian und Barrie hatten das Glück, zusammen mit anderen Orkney-Erzeugern zu einer Besichtigung der Bruichladdich-Brennerei nach Islay eingeladen zu werden. Eine Sache, die nach diesem Besuch wirklich hängen geblieben ist, ist die Geschäftsvision und die Fortschrittlichkeit des Unternehmens sowie die starke Verbindung und Unterstützung der Einheimischen der Insel durch die Schaffung vieler Arbeitsplätze. Dies ist etwas sehr Wichtiges für ein erfolgreiches Zusammenleben auf der Insel (etwas, was wir hier auf Orkney natürlich verstehen und für wichtig halten). Bruichladdich scheint eine gute Beziehung zur gesamten Liefer- und Vermarktungskette (vom Erzeuger bis zum Großkunden) zu haben, und das bedeutet wiederum viel für die Erzeuger. Wir sind nicht nur eine Nummer, sondern ein anerkannter und geschätzter Lieferant, den man als Mensch wahrnimmt. Verschiedene Mitglieder des Bruichaddich-Teams waren auf Orkney und haben uns mehrmals besucht, was uns als Anbauer natürlich sehr freut.
WE: Welchen Whisky aus Bruichladdich mögen Sie am liebsten und warum?
IDS: Zweifelsohne sind die Orkney Bere Whiskys die besten! Die Tatsache, dass wir den genauen Feldstandort kennen, an dem Bere Barley geerntet wurde, ist fantastisch (sehen Sie das als Rückverfolgbarkeit von seiner besten Seite!).
Der Liebling aller in unserem Haus ist bisher die 2010er Flasche Orkney Bere (mit 2009 geerntetem Bere Barley), die ziemlich schnell verschwunden ist, was ein gutes Zeichen ist.
Ians Beschreibung „Es ist ein sehr trinkbarer, weicher und angenehmer Whisky mit einem angenehmen Nachgeschmack.“
Wir freuen uns darauf, in Zukunft den Whisky mit unserer ersten einheimischen Ernte aus der Ernte 2020 zu probieren – wir werden da allerdings ein bisschen warten müssen! Die Aussicht vom Feld (genannt Heatherbell), auf dem diese Ernte angebaut wurde, ist eine der besten in Orkney, daher hoffe ich sehr, dass dieser Whisky gleichermaßen herausragend ist.
Weiter geht es mit den olympischen Whiskyspielen auf Whiskyfun – bei denen japanische Whiskys um Medaillen kämpfen. Diesmal ist sind es ein Yoichi, ein Yamazaki und ein Yamazakura, die gegeneinander antreten – und es gibt zwei Sieger, die sich den Top-Podestplatz teilen.
Hier die Angetretenen und ihre Punktewertungen in der Verkostung:
In der Nähe der Destillerie hat Fettercairn auf dem Fasque Estate 13.000 Setzlinge der Eichensorten Quercus petraea und Quercus robur angepflanzt, um dort einen historischen Wald mit schottischer Eiche wiederzubeleben.
Die Destillerie, die 1824 gegründet wurde, macht dies nicht ohne (sinnvolle) Hintergedanken: Im Rahmen des eigenen Nachhaltigkeitsprogramms möchte man in etwas fernerer Zukunft Whisky anbieten, der in eigener schottischer Eiche reifen konnte.
Das Projekt fußt auf einer Idee, die Fettercairn Whisky Maker Gregg Glass schon vor 10 Jahren entwarf, der im Laufe der Zeit viel mit schottischer Eiche experimentierte und deren Potential er dadurch entdeckte. In den Lagerhäusern der Brennerei gibt es bereits Fässer aus schottischer Eiche, und eine erste Abfüllung aus diesen Fässern soll 2022 erscheinen.
Gregg Glass zu dem Projekt:
‘We’re laying down the roots for the future for our continued ethos as whisky makers and our passion and responsibility for the local environment. The Fettercairn Forest is another step in the journey of whisky making at this incredible Distillery.’
Mit unserem neuen Gewinnspiel entführen wir Sie in die wohl südlichste Whiskybrennerei der Welt, die mit ihren Single Malts und Grains weltweit hohe Anerkennung genießt. Gemeinsam mit unserem Partner Diversa Spezialitäten verlosen wir drei Flaschen des Three Ships 12yo Single Malt aus der Master Distillers Private Collection – und dieser besagte Master Distiller ist die Whisky-Ikone und Master Distiller of the Year 2018, Andy Watts.
Machen Sie jetzt mit, das Gewinnspiel endet am Sonntag!
Andy Watts hat mit der James Sedgwick Distillery Whisky nach Südafrika gebracht, und von dort aus wieder in die ganze Welt. Die Whiskys aus der Brennerei (Three Ships als Single Malt und Bain’s Cape Mountain als Single Grain) haben zahlreiche Preise gewonnen und sind bei Whiskyliebhabern rund um die Welt begehrt.
Wer mehr über die James Sedgwick Distillery nahe Kapstadt oder Master Distiller Andy Watts erfahren will, dem legen wir unseren Bericht über die Brennerei (Teil 1 und Teil 2) oder unser Video-Interview mit Andy Watts, das wir dort geführt haben, ans Herz. Und wenn Sie sich über den ausgezeichneten, speziell für Europa abgefüllten Three Ships 12yo Single Malt aus der Master Distillers Private Collection, den Sie hier mit uns gewinnen können, informieren wollen, dann lesen Sie einfach weiter (damit fällt dann übrigens auch die Antwort auf unsere Gewinnfrage noch leichter):
Three Ships Whisky 12-Year-Old Single Malt
Hergestellt in der James Sedgwick Distillery in Wellington, Südafrika, ist der Three Ships Whisky 12 Jahre eine Hommage an den unermüdlichen Einsatz des leidenschaftlichen Whisky-Teams. Obwohl die Herstellung von Whisky in Südafrika nie für möglich gehalten wurde, haben wir durch harte Arbeit, Entschlossenheit und Hingabe erreicht, was viele nicht für möglich hielten.
Diese erste Abfüllung aus der Master Distiller’s Private Collection ist ein schönes Beispiel dafür, wie der Einfallsreichtum der südafrikanischen Whiskyhersteller zur Erweiterung der weltweiten Whiskykategorie beiträgt. Abgefüllt wurde der Whisky ohne Farbstoffe und Kühlfiltrierung mit 46,3% vol. Alkoholgehalt.
Tasting Notes:
Farbe: Helles Gold.
Nase: Vielschichtiges Shortbread, Trockenfrüchte, weiches Leder, Kirschen, geröstete Nüsse mit Noten von Blumen und Mokka.
Geschmack: Der offensichtliche rauchige, torfige Einfluss wird ergänzt durch Pfeffer, getrocknete Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Anklänge von Weihnachtsplunder und einer Erdigkeit, die an einen Kiefernwald erinnert.
Abgang: Der Abgang ist lang, warm, cremig und würzig mit zarter Lakritze, die im Mund verweilt.
Und so gewinnen Sie einen der 3 Three Ships 12yo Single Malt aus Südafrika:
Beantworten Sie folgende Gewinnfrage: In welchem Ort liegt die James Sedgwick Distillery, in der der Three Ships 12yo Single Malt gebrannt wird?
a. Nelson b. Wellington c. Churchhill
Ihre Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net – und zwar mit dem Betreff „Three Ships“!
Unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort und dem richtigen Betreff, die uns bis 1. August 2021, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir die Gewinner der Preise und geben sie am 2. August 2021 bekannt. Die Gewinne werden durch unseren Partner Diversa Spezialitäten versendet.
Pro Haushalt ist nur eine Teilnahmemail möglich!
Die James Sedgwick Distillery in Wellington/Südafrika. Bild: Whiskyexperts 2019
Teilnahmebedingungen:
Beim Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, die Gewinnfrage beantwortet und seine Antwort mit dem Betreff „Three Ships“ einsendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 1. August 2021, 23:59 Uhr. Die Gewinner*innen werden am 2. August 2021 auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts und Diversa Spezialitäten sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn wird von Diversa Spezialitäten versendet, wir übermitteln dafür die Gewinneradressen an das Unternehmen. Diese Daten werden dort wie alle Adressdaten bei uns nach Abschluss des Gewinnspiels sofort und unwiederbringlich gelöscht.
Hinweis zum Datenschutz: Wir erheben nur jene Daten von Teilnehmern, die für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig sind (Name, email-Adresse und Postanschrift). Alle in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels und der erfolgreichen Versendung des Preises ausnahmslos gelöscht und weder für unsere Zwecke weiterverwendet noch an Dritte weitergegeben. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.
Wir wünschen Ihnen viel Glück und drücken Ihnen die Daumen! Herzlichst, Ihr Whiskyexperts-Team
Willkommen zur 242. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
In der Ausgabe 242 finden Sie zehn neue Videos:
Whisky Evening – Meine 3 besten Standards
The Bourbon Diaries – Canadian Club: Normal vs. Small Batch Classic 12 Years
Friendly Mr. Z. – Laphroaig Càirdeas 2021
World Wide Whisky – Laphroaig Càirdeas Triple Wood 2019
Pat Hock – Johnnie Walker Black Label Islay Origin 12yo
The Whisky Waiter – Bruichladdich 1990/27 Rare Cask
Whisky Plausch – Isle of Raasay [Lightly Peated]
WhiskyJason – Glencadam „The Exceptional“ 21 Jahre alt
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv auf Whiskyexerts präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz, als Fortsetzungsgeschichte.
Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).
Das BuchWhisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten) ist momentan in der ersten Auflage vergriffen – über Neuigkeiten zu Bestellmöglichkeiten werden wir Sie natürlich rechtzeitig informieren.
Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection
Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 34)
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Bevor mich die Shopping-Fee ans Kreditkarten-Limit locken konnte, saß ich wieder in Funktionswäsche auf dem Rad und verließ Inverness zur Rush Hour im Regen. Umzingelt vom kriechenden Berufsverkehr, war ich auf meinem wieselnden Vehikel fein heraus und konnte mich elegant durch die Lücken schlängeln. Während sich die Autos Stoßstange an Stoßstange durch die Randzone der Metropole in Richtung Kessock Bridge quälten, nutzte ich freie Korridore bis ins Industriegebiet, wo mir im Sprühregen der Radweg abhanden kam und ich an einer vermüllten Böschung der A 9 landete, einer vierspurigen Autotrasse, die über den Moray Firth gen Norden führt. Spät merkte ich, dass ich falsch war, weil ich auf keinen Fall hinauf zu den windigen Orkney oder noch höher zu den Shetland Inseln wollte. Mal wieder hatte ich mich in der Grauzone einer Großstadt verfahren. An einer betonierten Brückenrampe stand ich nun neben meinem Rad so verloren wie ein Tramper an der Autobahn.
Zum Leidwesen eines Radfahrers war die ganze Gegend nur für den Autoverkehr konzipiert: öde Fahrbahnen zerschnitten das wenige Grün und grauer Asphalt kesselte wildwuchernde Buschinseln ein. In diesem Labyrinth musste ich feststellen, dass die Straßen, die parallel verliefen, alle nach Norden beziehungsweise ihre Gegenfahrbahnen nach Süden führten, während ich nach Südosten wollte. Mein Gott! Ich wollte doch nach Südosten – in die Herzkammer des ungetorften Whiskys, nach Speyside. Im Industriegebiet von Inverness, das so gesichtslos die Landschaft verhunzte, war ich an einem neuralgischen Punkt meiner Tour angelangt.
Auf jeder Reise, ob zu Rad, zu Fuß oder im Auto, erlebt man Situationen, in denen man ganz ruhig werden muss, sonst wird alles noch schlimmer, womöglich gar aussichtslos. In solchen Momenten schaue ich dann nach oben und suche den Himmel nach der Sonne ab, denn selbst wenn über einem nur Wolken den Himmel bedecken, kann man im fahlen Licht den Sonnenstand und die Himmelsrichtungen erahnen. So spähte ich nach oben und suchte als Wegweiser in der Not die Sonne hinter den Wolken. Noch hatten wir Vormittag, noch stand sie im Osten. Auch wenn ihre Strahlkraft im Versteck schwächelte, konnte sie mir doch als Kompass dienen. Kurzentschlossen machte ich kehrt, drehte das Fahrrad auf dem Hinterrad um hundertachtzig Grad und fuhr gegen die Richtung des schleichenden Verkehrs.
Immer verschlungener wanden sich die Lebensadern des urbanen Organismus um mich verlorenes Radfahrerlein, und immer nervöser wurde ich im Fahren auf einem brüchigen, mit Abfall übersäten Randstreifen. Aber was blieb mir anderes übrig, als dem dahinschleichenden Verkehr in die Augen zu schauen? Keine zwei Meter neben mir, krochen die Autos in entgegengesetzter Richtung dahin. Ihre Motoren stanken und brummten und dröhnten und verwandelten die feuchte Morgenluft in eine unappetitliche Suppe. Hinter regennaßen Scheiben starrten mich mitleidige Gesichter an. Am liebsten hätte ich mich in einem Mauseloch verkrochen.
Aber das Fahren gegen den Strom lohnte sich letztendlich doch. Schließlich fand sich eine Gelegenheit, nach Osten abzubiegen, in die Richtung von Elgin. Erleichtert folgte ich vorbehaltslos der Autostraße – zu vorschnell, wie sich bald herausstellen sollte, denn nach zwei Meilen mündete der Randstreifen, den ich befuhr, in den Standstreifen einer Autobahn ein. Nun hatte ich ein echtes Problem: das Malheur, als Radler auf der Autobahn unterwegs zu sein! Was sollte ich tun? Umkehren? Oder weiterfahren? Ganz links auf der Standspur, nahe der Leitplanke, mitten im blauen Dunst der Auspuffgase und im Gebrüll der Motoren eiskalt weiterfahren?
Stillman in Neonweste
Unglück wurde zu Glück. Eine Meile war ich mit beschleunigtem Puls auf dem Standstreifen der Autobahn dicht neben zwei überfüllten, sich quälenden Spuren gefahren, dann konnte ich die Angst vor der Polizei und einer Geldbuße für widerrechtliches Autobahnbenutzen hinter mir lassen. Nach einer Meile wies ein grünes Schild einen Fluchtweg aus dem inzwischen rasant fließenden Verkehr, und schon bald frohlockte ich über ein Schild, dessen Königsblau mir wie das Rotweiß eines Rettungsrings vorkam. National Cycle Route No. 1, Elgin, 35 miles – stand darauf in weißer Schrift.
Nach zwei Ruhetagen in einem B&B, wo die Kloschüssel beim Hinsetzen knirschte, und wo am Bett Omas ausrangierte Nachtkästchen auf einem fleckigen Salz-und-Pfeffer-Teppich den spärlichen Raum ausfüllten, war ich endlich wieder frei und meine vier Wände waren die vier Richtungen unter dem Himmel. Mutterseelenallein und leicht ums Herz pedalierte ich auf dem nationalen Radweg No.1 in die offene Weite des Ostens hinein, in Richtung Elgin.
Ein Klacks, frohlockte ich, kaum, dass ich den Hinweis 35 miles registrierte – diese Distanz reiße ich in zwei Stunden runter. Erst nach einer Weile dämmerte mir mal wieder, dass diese Meilenangabe immerhin 56 Kilometer betrug – und zwar auf regennaßer Fahrbahn und bei Gegenwind. Dem Wind die Stirn bietend, ertappte ich mich recht bald dabei, wieder einmal nur ans Ziel zu denken. Ja, wieder einmal verhielt ich mich wie ein Entfernungskonsument.
Ein Ziel vor Augen zu haben, ist wichtig, aber der Weg dorthin ist genauso wichtig, das hatte ich doch schon mehrmals erlebt! Nun war auf der anstehenden Etappe der Weg sogar überaus wichtig, weil auf ihm eine vielversprechende Zwischenstation lag. Bei meiner vorbereitenden Selektion der Brennereien war ich auf Roseisle[1] gestossen. Roseisle sei die modernste Destillerie des Diageo Konzerns, sie arbeite ökologisch und mit ihrer Abwärme würde eine ganze Ortschaft beheizt. All das klang spannend, also wollte ich die Lobeshymne auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen. Zu meinem Erstaunen stieß ich auf eine sehr dürftige Faktenlage. Überhaupt schien es mir generell so, als ob der zweitgrößte Spirituosenkonzern der Welt den Ball sehr, sehr niedrig hielt, wenn es um seine beachtliche Monopolbildung ging – um den Besitz von 28 Brennereien, vier Mälzereien und mehreren Abfüllfabriken allein in Schottland. So hatte ich über die Diageo Brennerei Roseisle außer imposanten Fotos kaum Fakten gefunden. Dieser Zustand reizte mich, auf dem Weg nach Elgin den Geheimnistuern einen Besuch abzustatten.
Einem Messerschnitt glich das blitzgerade Band des Radwegs, das die Monokultur der Sommergerste zerteilte. Diese zartgrüne Kultur schien endlos, bis tief in den Horizont hinein reichte sie.
Moray, so hieß die küstennahe Region, breitete sich topfeben aus und wäre nicht das Windduett aus Nordseebrise und Gegenwind gewesen, ich hätte in aller Stille leichtes Reifenspiel gehabt – und zwar über Stunden. Die zartgrüne, maschinell gepflanzte Akkuratesse rechts und links des schnurgeraden Teerbands lullte mich im Fahren ein, ich wurde bereits schläfrig, als ich kurz vor Elgin durch einen Fremdkörper am Horizont hellwach wurde: weißer Rauch waberte aus vier schlanken Industriesäulen, zwischen denen ein mattglänzendes Röhrensystem und Silos aus matt glänzendem Edelmetall auftauchten – eine Fabrikanlage erhob sich mitten aus dem zarten Grün und wirkte durch einen langgestrecken Backsteinbau monumental. Nur der Eingeweihte konnte hinter dieser Silhouette eine Destillerie erahnen. Oder ein Blinder, den ein feines Gespür für Gerüchte auszeichnete. Eine Destillerie, nicht anders als eine Brauerei, verströmt Gerüche, die schon von weitem auszumachen sind, mostige Gärgerüche, essigsauer und zugleich malzig süß.
Aus der Einsamkeit des Radwegs No.1 bog ich auf die B 9089 ein, überquerte diese schwach befahrene Autostraße und sah schon bald neben einem offenen Fabriktor eine Firmentafel in dezentem Grau. Roseisle stand in verblassten Lettern oben und Diageo klein darunter. Solch ein bescheidenes und in die Jahre gekommenes Firmenschild hatte ich auch am Fabriktor der Port Ellen Mälzerei auf der Insel Islay entdeckt, was meine Vermutung bestärkte, dass Diageo keinen großen Wert auf Publicity legt. Hinter dem grauen erspähte ich ein gelbes Schild am Tor, das mich ins Grübeln brachte. „Zutritt nur für autorisierte Personen“ stand da, was vermuten ließ, dass die Brennerei kein Visitors Center unterhielt.
Weiterfahren? Also die Vorschrift missachten? Das sperrangelweit geöffnete Tor empfand ich als Einladung. Und war es nicht so, dass das Produkt, das hier entstand, mich als Whiskyautoren gewissermaßen autorisierte, auf das Firmengelände vorzudringen? Genau das tat ich, wobei ich nach Überwachungskameras an den Gebäuden Ausschau hielt.
By Alan Jamieson, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53418448
Kaum war ich um eine hangargroße Halle gebogen, kam ich mir wie eine Ameise vor, die das Rollfeld eines Flughafens überquerte, so gewaltig war die betonierte LKW-Zufahrt angelegt, so hochragend stemmte sich die kantige Architektur der Halle empor, durch deren Fensterfront die Kupferhaut von vielen Brennblasen rötlich schimmerte. Diese langgestreckte Halle mit Fensterschlitzen an der Längsfassade hätte in ihrer Form auch das Trockendock einer Schiffswerft sein können. Weit gefehlt – es war das still house der im Jahr 2009 erbauten Großdestillerie Roseisle, der größten des Giganten Diageo.
Beim Rundblick sah ich nur gähnende Leere, keine Menschenseele weit und breit. Zu hören war aus keiner Ecke Motorenlärm von Tanklastern, die Gerste anlieferten oder Bulkwhisky abtransportierten, zu hören war nur ein Zischeln und Zischen, das ab und an von den Silos und dem Metallröhrensystem herüberwehte. Anhaltend wisperte nur der Wind, der immer um mich war, und den ich schon lange nicht mehr registrierte. So fuhr ich bedächtig, aber ohne Halt, tiefer in die Industrieanlage hinein. Alles wirkte befremdlich, nahezu unheimlich, niemand stoppte die Ameise, die einsam und verloren einen betonierten Platz überquerte, auf dem bequem fünfzig Trucks mit Aufleger hätten parken können.
Moment! Dort hinten an der grauen Barackenwand stand doch ein Mensch, der den Arm gebietend hob. Also hatte doch jemand die Ameise entdeckt und wollte sie stoppen. Sollte ich zu diesem Aufseher hinüberfahren, mich vorstellen und ihm mein Anliegen vortragen? Oder sollte ich ihn ignorieren und so tun, als sei er zu weit entfernt und lieber das Büro der Geschäftsleitung aufsuchen? Leichter gesagt als getan, nirgendwo war ein Hinweisschild auf ein Empfangsbüro zu entdecken.
Inzwischen umkreiste ich ein Ensemble aus haushohen Kesseln und Silos, aus denen es rauchte und qualmte und immer noch zischelte und zischte. Das musste die Mälzerei sein, wo in gewaltigen Trommeln die Gerste getrocknet und gemahlen wurde. Beim Anblick solch einer industriellen Raffinerie vergeht einem jegliche Whiskylust, schon eher verlangt es einen nach einer Kopfschmerztablette.
Da ich nirgendwo ein besetztes Büro oder wenigstens einen Hinweis auf ein Empfangsbüro finden konnte, fuhr ich verhalten tretend an die graue Barracke heran. Plötzlich löste sich die Anspannung in mir und herzhaft musste ich lachen. Der Mensch mit dem ausgestreckten Arm war kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern ein angeklebter Poster-Mann, der in einer neongrünen Weste für Arbeitssicherheit warb. Die Baracke umkreiste ich nun bedächtig fahrend. Aber auch sie war leer, so stoppte ich schließlich an einer Eisentür, die sich in der Mitte des türkis gestrichenen Hangars befand.
Seit Passieren des Schilds „Zutritt nur für autorisierte Personen“ hatte ich mich in meiner Haut unwohl gefühlt und jetzt, da diese Eisentür plötzlich aufging und tatsächlich ein Mensch aus Fleisch und Blut vor mich hintrat, durchzuckte mich ein gehöriger Schreck und raubte mir kurz den Atem. Zumal dicht hinter dem Arbeiter ein alter Bekannter mit aller Gewalt ins Freie drängte.
Der alte Bekannte war eine Wolke essigsaurer Gärgerüche, auf die eine zweite schmeichelnde Wolke aus würzigen und vanillesüßen Brennaromen folgte, die zum Glück versöhnten. Da mir dieser Cocktail inzwischen nicht mehr fremd war, steckte ich den Nasenstüber des alten Bekannten schnell weg. Schließlich befand ich mich nicht in einer Kläranlage, sondern in einer Destillerie.
Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?
Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.
„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der nun 159. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor – eine Sammlung von Meinungen zu verschiedenen Whiskys, die Ihnen ein wenig ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.
Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Hier die sommerliche Sammlung der Verkostungsnotizen dieser Woche:
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten, in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
Bei den olympischen Whisky-Spielen, die gestern starteten, ist heute bereits der erste Ruhetag. Denn Angus MacRaild konnte seinen Umzug erfolgreich abschließen und hat nun wieder samstäglich die Zeit und Muße, seine Tasting Notes auf Whiskyfun beizusteuern. Seinen Umzug feiert er heute mit einigen Glenlivets. Diese Session bietet Single Malt Whisky auf hohem Niveau. So sind wir es von Glenlivet gewohnt, und von Angus MacRaild sowieso. Die Verkostung in der tabellarischen Übersicht kurz und knapp zusammengefasst sieht dann so aus:
Glenlivet 8 yo (80 proof, Gordon & MacPhail, early 1970s)
89
Glenlivet 13 yo 2007/2020 (65.3%, Signatory Vintage for The Whisky Exchange, cask #900243, 1st fill sherry butt, 625 bottles)
86
Glenlivet 30 yo 1990/2020 (54.4%, Gordon & MacPhail ‚Connoisseur’s Choice‘, cask #17167, refill hogshead, 197 bottles)
90
Glenlivet 34 yo 1966/2001 (64.9%, Scotch Malt Whisky Society #2.36, ‚Caramel bon-bons and fromage frais‘)
91
Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License
Ring frei! Simple Sample lädt ein zum dritten Whisky Battle! Das Thema lautet: Kampf um die geschmackliche Vorherrschaft in der Region. Alles über die Kontrahenten und wie Sie an diesem Tasting teilnehmen können, erfahren Sie in der folgenden Presseaussendung:
Das Whisky Battle von Simple Sample geht in die nächste Runde!
Das Whisky Battle ist ein schon jetzt äußerst beliebtes Live-Tasting Format von und mit Simple Sample!
Nach den sehr erfolgreichen ersten zwei Battles, endlich die lang ersehnte Fortsetzung!
Hier treten immer zwei Whiskys gegeneinander an.
Das Besondere: Ihr wisst was ihr kauft, aber nicht was ihr trinkt!
Da die Samples neutral etikettiert sind, wisst ihr nicht, welcher Vertreter euch im Glas erwarte.
Verkostet werden immer 2 Whiskys gleichzeitig in verschiedenen „Runden“.
Die Abfüllungen werden Live im Stream mit euch verkostet.
Somit geht man völlig neutral und ohne Vorurteile an die Sache heran.
Beim dritten Whisky Battle lautet das Thema: Kampf um die Geschmackliche Vorherrschaft in der Region.
Findet es gemeinsam heraus!
Runde 1
– Tamdhu 14 Jahre Ambar Oloroso Sherry Cask vs. Macallan 15 Jahre Double Cask
Zwei Premium Whiskys, die beide eine ordentliche Vollreifung in Sherry Fässern hatten und ihre Herstellungs-Standorte liegen nur 13 Fahrminuten auseinander. Dieses Battle ist ja schon fast Pflichtprogramm!
Kann sich Tamdhu endlich mit Macallan auf eine Stufe stellen, oder gar noch mehr?
Die Besonderheit hier: Der Tamdhu 14 Ambar ist in Deutschland sogar eine kleine Seltenheit.
Runde 2
– Glen Scotia 11 Jahre Sherry Double Cask Finish vs. Springbank 12 Jahre Cask Strength
Das laufende Whiskymuseum, in Familien Besitz, gegen eine Distillery mit bewegender Geschichte und eigenem Brennerei-Geist. Ordentliche 54,1% vol. gegen starke 55,4% vol., beide haben eine ähnliche Fassreifung und ähnliche Altersangaben.
Wer kann sich in Campbeltown behaupten?
Runde 3
-Isle of Raasay Lightly Peated vs. Talisker Storm
Newcomer gegen etablierten Platzhirsch.
Fast in Sichtweite, können sich diese zwei Konkurrenten mit einem schönen Glas Whisky ein Slàinte Mhath über das Meer schicken.
Ihr dürft gespannt sein, ob sich jugendlich leichter Torf und eine bahnbrechende Fasslagerung gegen den unberechenbar, stürmischen und typischen Isle of Skye Single Malt Whisky durchsetzen kann.
Sampleset bestehend aus:
– 5cl Tamdhu 14 Jahre Ambar Oloroso Sherry Cask 43,0%vol.
Auch in diesem Jahr hat die Wolfburn Distilleryzusammen mit dem deutschen Distributeur Alba Import eine Small Batch Release aufgelegt. In seiner heutigen Presseinformation stellt Alba Import die limitierte Abfüllung Wolfburn „Vibrant Stills“ for Germany vor, die in First Fill Bourbon Barrels reifte und ein Finish in Ruby Port Hogsheads erhielt. Alles weiteren Information finden Sie folgend:
Neue Wolfburn „Vibrant Stills“ Release für Deutschland erschienen
Nachdem Wolfburn Distillery auch bereits in den vergangenen Jahren zusammen mit dem deutschen Distributeur Alba Import oHG eine Small Batch Release für den deutschen Markt aufgelegt hat, möchte man dies auch so 2021 fortsetzen.
Der diesjährige Wolfburn „Vibrant Stills“ for Germany ist limitiert auf 1206 Flaschen und Distillery Manager Iain Kerr hat hierfür First Fill Bourbon Barrels ausgewählt, die dann für sechs Monate eine Schlussreifung in intensivsten Ruby Port Hogsheads erhielten. Die zweite Reifung in Port Fässern hat eine üppig rosa Farbe erzeugt und süße Fruchtnoten hervorgebracht, die wunderschön mit den vanilletönigen Noten der ex Bourbon Fass Reifung harmonieren.
Die Fässer stammen aus 2014, also aus dem zweiten Jahr der Wolfburn Destillation und reiften 7 Jahre, bevor sie vermählt und mit 50% Alkoholgehalt in die Flasche kamen – natürlich wie immer unchill-filtered und in Natural Colour.
Die Tastingnotes von Alba Import:
Nase: sehr fruchtig, Himbeerkuchen mit Vanille, Biskuit, Johannisbeeren, rote Grütze untermalt mit zarten Kräuternoten wie Salbei und Menthol.
Geschmack: cremig-fruchtig am Gaumen, Yogurette, Erdbeermarmelade, Pflaume, roter Apfel gepaart mit einer schönen Würze nah Piment und Salbei.
Diese Abfüllung ist nunmehr im Fachhandel verfügbar.
Dietmar Schulz von Alba Import kommentiert zu der aktuellen Wolfburn Release:
„Erneut zeigt das Wolfburn Destillat seine hervorragende Qualität. Der perfekte New Make ist äußert aufnahmebereit für die Fassaromen und reift in den traditionellen Dunnage Warehouses der Brennerei außerordentlich schnell. Wir sind immer wieder aufs Neue begeistert von der Konsequenz, mit der bei Wolfburn Distillery produziert und gereift wird! Wolfburn entspricht wahrlich unserem Motto Vibrant Stills. Wir dürfen schon gespannt sein, wie sich Wolfburn Single Malt noch weiter entwickeln wird.“
Eckdaten in Kürze:
Wolfburn Distillery, Henderson Park, Thurso, Caithness, KW14 7XW, Scotland
Whiskymax, Importeur von Marken wie James Eadie oder House of McCallum, informiert über die neuen Abfüllungen seiner Serie „Idols of Scotland“ aus den Destillerien Glenburgie, Inchgower, Knock Dhu und Tormore, jeweils mit einem besonderen Finish. Hier alle Infos dazu:
„Auf die Persönlichkeit kommt es an.“
Schottland hat in seiner Jahrhunderte währenden Geschichte große Namen hervorgebracht. Große Namen, die auch bis heute international Beachtung finden. Mit unserer Serie Idols of Scotland würdigen wir einige der herausragendsten schottischen Persönlichkeiten.
Jede Person steht für ein besonderes Finish des Whiskys in Fässern im spezieller Vorbelegung, die den Whiskys eine besondere Würze mitgeben. Etwa Flora McDonalds, die Heldin des letzten schottischen Aufstandes 1746, deren Konterfei unseren Calvados-Finish Whisky von Inchgower ziert. Oder Schottlands Nationaldichter Robert Burns auf dem Knockdu 2016 mit Marsala-Finish.
Unser Rare Malt Manager hat die Fässer in schottischen Destillerien sorgfältig ausgesucht. Nach dem Ende der Finish-Reifung werden die Idols Of Scotland auf Trinkstärke eingestellt.
Glenburgie Idols of Scotland – Sir Walter Scott Jamaican Rum Cask Finish 2012 46,5% UVP 54,90
Farbe: Fahles Stroh
Aroma: Satte Getreidenote mit angenehmer Balance aus süß und kernig, frische Birnen und Limetten mit einem Hauch Eiche.
Geschmack: Frisch-fruchtig mit sauren Drops, Fruchtgummi und einem Hauch frischem Ingwer, dahinter zarte Gewürze.
Abgang: Mittellang, sehr fruchtig mit Äpfeln und Birnen, mild ausklingende Süße mit zarter Eiche und mildem Gewürz im Finish
Aroma: Kerniges Getreide, knackige Äpfel und deren Schale, markante Gewürznote mit einem Hauch trockener Eiche.
Geschmack: Grüne Äpfel, schöne Balance aus säuerlich und süß mit kerniger Malz Note und einem Hauch Gewürz und frischem Ingwer.
Abgang: Mittellang bis lang, sehr getreidebetont mit aromatischer Eiche und zart ausklingendem Mix aus Säure und Süße mit einer Spur Zimt im Finish.
Knock Dhu Idols of Scotland – Robert Burns Marsala Cask Finish 2016 46,5% UVP 45,90
Farbe: Helles Gold
Aroma: Kräftige Gewürze mit weissem Pfeffer und Muskatnuss, dahinter Lorbeerblätter mit einem Hauch Nelke, Anklänge von kandierten Äpfeln und glasierten Birnen.
Geschmack: Weich und fein mit Kandiszucker, einer trockenen Malznote und aromatischer Würzigkeit von Nelke und Muskatnuss.
Abgang: Mittellang, Äpfel und Birnen spielen mit der süßen Getreidenote, zart ausklingende Würzigkeit im Finish.
Tormore Idols of Scotland – Robert the Bruce Moscatel Cask Finish 2015 46,5% UVP 47,90
Farbe: Zartes Rosé
Aroma: Ausgeprägte Malznote mit zarter Süße, Pfeffernüssen und Lebkuchengewürz, dahinter Anklänge von Schokolade mit einem Hauch Vanille und Birne.
Geschmack: Angenehm süß mit satter Getreidenote, Apfel- und Birnenschale, dahinter finden sich milde Kräuter mit einer Spur Vanille und Sanddorn.
Abgang: Mittellang, malzig mit zart ausklingender Süße, Kräutern und einer Prise Pfeffer im Finish.
Mit einer großen Regelmäßigkeit berichten wir über neue Abfüllungen aus der Welt des Scotch- und Malt-Whiskys, die preislich im oberen High-End-Bereich liegen. Für solche Flaschen müssen und werden auch teilweise mehrere tausend Euros bezahlt. Ihr Inhalt wird selten genossen, sie werden in der Regel mehrheitlich nicht geöffnet und finden sich in einer Sammlung wieder. Oder sie dienen als Investition.
Aus dem Bereich Bourbon berichten wir weniger von solchen hochpreisigen Abfüllungen. Solche Flasche finden sich allerdings auch in diesem Segment. Gear Patrol stellt im Artikel ‚What’s the Most Expensive Bottle of Bourbon?‘ einige Bottlings vor. Hier findet sich allerdings nicht nur eine schlichte Auflistung mit Angabe einer Preises. Es wird auch dargestellt, was A.H. Hirsch Reserve 16 Year Old, Michter’s 25 Years Old Double, Eagle Very Rare, O.F.C. Vintages, E.H. Taylor, Jr. Warehouse C Tornado Surviving, The Last Drop (Buffalo Trace, 1980), Willett Family Estate Single Barrels, E.H. Taylor, Jr. Old Fashioned Sour Mash und Old Rip Van Winkle 25 Years Old so besonders macht.
Recht olympisch-sportlich geht es die nächsten acht Tage auf Whiskyfun zu. Denn, die momentan in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele begleitend, vor Serge Valentin liegt ein ziemlich wilder Haufen unterschiedlicher Whiskys aus Japan. Aus diesem werden jeden Tag je drei verkostetet, die dann um die Medaillen ringen. Im heutigen Wettbewerb finden wir zwei Whiskys aus der Brennerei Yoichi, die sich mit dem ‚Coffey Malt‘ aus dem Hause Nikka messen. Das Podium der heutigen Verkostung auf Whiskyfun sieht als Übersichts-Tabelle wie folgt aus:
Gold
Yoichi 20 yo (52%, OB, Japan, +/-2005)
92 Punkte
Silber
Yoichi 1987/2007 (55%, OB, Japan, 2000 bottles)
87 Punkte
Bronze
Nikka ‚Coffey Malt‘ (45%, OB, Japan, +/-2021)
78 Punkte
Yoichi Destillerie, Foto von 663highland, CC-Lizenz