Serge verkostet: Whisky weltweit, Teil 7

Die Etappe Nummer sieben auf der Whiskyweltreise, die Serge Valentin auf Whiskyfun zum Jahresende unternimmt, berührt diesmal vier Kontinente und bringt Whiskys aus fünf Ländern: England, Schweden, Kanada, Australien und Indien.

An der Spitze ist es punktemäßig diesmal recht eng, aber sehen Sie selbst die Tabelle, bevor Sie unserem Link zu den ausführlichen Verkostungsnotizen folgen:

The English 6 yo 2011/2018 (66.6%, Blackadder, Raw Cask, England, sherry hogshead, cask #870, 299 bottles)85
High Coast ‘Solera Batch 1’ (56%, OB, Sweden, 2490 bottles, 2020)85
J.P. Wiser’s 18 yo (40%, OB, Canada, +/-2019)75
Hellyers Road 16 yo 2004/2020 (60.4%, OB for Taiwan, Australia, cask #402205)86
Paul John 6 yo ‘Batch 3’ (52.9%, That Boutique-y Whisky Company, 822 bottles, 2016)85

TTB-Neuheit: Compass Box Artist Blend

Nicht zu verwechseln mit dem King Street Artist’s Blend, den es schon von Compass Box gibt, ist unser neuester Fund in der us-amerikanischen TTB-Datenbank: Der Compass Box Artist Blend. Der Anteil der Single Malts in ihm beträgt 55%, und er stammt aus ex-Bourbon barrels, speziellen Fässern aus französischer Eiche und mit Palo Cortado Sherry präparierten Butts. Abgefüllt wurde oder wird er mit 43% vol. – gedacht ist er unter anderem auch für die Verwendung in einem Highball oder in Whiskycocktails; John Glaser schlägt auf den Etiketten aber natürlich auch vor, den Compass Box Artist Blend pur zu probieren.

Und so sehen die Etiketten aus:

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf. 

Herald Scotland: Erste Einblicke in die Johnnie Walker Princes Street Whisky Experience

Eine Bar am Dach mit Blick über Edinburgh wird das Highlight der neuen Johnnie Walker Princes Street Whisky Experience sein – und sicherlich ein Magnet für viele Besucher der schottischen Hauptstadt, wenn in absehbarer Zeit Reisen wieder möglich sein wird.

Über das Vorhaben von Diageo, diese Besucherattraktion nach deren Fertigstellung zu einem Top-Tourismusziel zu machen, haben wir ja schon mehrmals berichtet, jetzt kann Herald Scotland in einem Artikel erste Einblicke in das Innere (wenngleich noch als computergenerierte Bilder) und ein paar zusätzliche Infos geben.

Im Sommer 2021 wird das Besucherzentrum in Betrieb gehen, und man wird dort nicht nur das Dachcafe und Tasting Rooms finden, sondern auch unter anderem Räumlichkeiten für Live-Aufritte und mietbare Bereiche für Privatveranstaltungen.

In der Explorers’ Bothy Rooftop Bar werden 150 seltene Abfüllungen (darunter auch Einzelfassabfüllungen) erhältlich sein, The Johnnie Walker Label Studio ist die besagte Location für Live-Events und soll ein fixer Bestandteil des kulturellen Lebens in Edinburgh werden.

Um mehr über die Johnnie Walker Princes Street Whisky Experience zu erfahren und die (leider etwas klein geratenen) Bilder zu sehen, folgen Sie unserem Link zum Artikel von Herald Scotland.

Update: Große Bilder gibt es hier bei Scottishfield.co.uk.

Die geplante Johnnie Walker Experience in Edinburgh, Teil eines immensen Ausbauprogramms der Besucherzentren vieler Diageo-Brennereien in Schottland. Bild: Diageo.

Serge verkostet: Whisky weltweit, Teil 6

Eine Weltreise dauert. Diese hier, in der Serge Valentin Whiskys aus aller Herren Länder verkostet, erstreckt sich nun bereits über sechs Etappen – und führt uns diesmal nach Spanien, England, Taiwan, Australien und Irland. Diesmal, unter den heutigen fünf Abfüllungen, hat jene von Hellyers Road aus Australien die Nase vorne.

Hier alle Abfüllungen der Verkostung in der Übersichtstabelle:

Liber 14 yo 2006/2020 (59.9%, OB, Spain, Spanish Whisky Club, 1st fill PX, cask #73, 300 bottles) 75
East London Liquor Co ‘London Rye 2019’ (47%, OB, England, 2019)84
Kavalan ‘Distillery Select No.2’ (40%, OB, Taiwan, 2020)79
Hellyers Road 2002/2020 (60.6%, OB, European exclusive, ex-bourbon, cask #2332.01, 190 bottles)90
Irish Single Malt 17 yo 2002/2019 (47.6%, Whisky-Fässle)87

Ehemaliger Master Distiller von Michter’s, Willie Pratt, verstorben

Wie heute bekannt wurde, ist der ehemals als Master Distiller von Michter’s tätige Willie Pratt dieser Tage verstorben. Pratt kam im Alter von 20 Jahren im Jahr 1962 nach Louisville auf der Suche nach Arbeit und heuerte bei Brown-Forman an. Dort arbeitete er für über 40 Jahre in unterschiedlichsten Positionen, bis er mit 65, statt in den Ruhestand zu gehen, sich bei Michter’s als Master Distiller verpflichtete. 2017 wurde er in die Hall of Fame des us-amerikanischen Whisky Magazines aufgenommen.

Die Whiskywelt trauert mit seiner Frau Patsy, den Kindern, Enkelkindern und Großenkelkindern. Hier die offizielle Aussendung von Michter’s (Update 22:25: Sie liegt uns jetzt in deutscher Sprache vor, wir haben den Text dementsprechend ausgetauscht):


Michter’s trauert um seinen Master Distiller Emeritus Willie Pratt

LOUISVILLE, Kentucky, 29. Dezember 2020 /PRNewswire/ — In tiefer Trauer gibt Michter’s den gestrigen Tod von Master Distiller Emeritus Willie Pratt bekannt.

Bild: Michter’s

Willie wurde 1942 als Sohn einer Lehrerin und eines Bergarbeiters in der Stadt Hazard in Eastern Kentucky geboren. Im Alter von 20 Jahren machte sich Willie auf den Weg nach Louisville, um Arbeit zu finden. Er trat in die große Destillerie Brown-Forman ein und diese bezahlte seine Ausbildung für ihn, so dass er in Abendkursen seinen Abschluss an der University of Louisville machen konnte. Willie arbeitete über vier Jahrzehnte in verschiedenen Positionen bei Brown-Forman, wo er einige Jahre im Komitee des Unternehmens saß, das sich mit Destillation, Böttcherei und Alterungsbedingungen beschäftigte.

Im Alter von 65 Jahren ging Willie bei Brown-Forman in den Ruhestand, aber seine Leidenschaft für die Bourbon-Industrie brachte ihn dazu, weiter zu arbeiten. 2007 kam Willie als Master Distiller zu Michter’s. Zu Beginn seiner Tätigkeit im Unternehmen beaufsichtigte er die Produktion von Michter’s, die in einer anderen Brennerei in Kentucky durchgeführt wurde, bevor sich Michter’s eine eigene Anlage leisten konnte. Schließlich beaufsichtigte Willie das Design und den Bau der hochmodernen Michter’s Shively Distillery. Als Willie beschloss, weniger zu arbeiten, übergab er die Verantwortung als Michter’s Master Distiller an Pam Heilmann, die schließlich von Dan McKee abgelöst wurde. Willie arbeitete weiterhin als emeritierter Master Distiller des Unternehmens und blieb bis zu seinem Tod aktiv an der Produktion bei Michter’s beteiligt.

2017 wurde Willie in die The Whisky Magazine Hall of Fame aufgenommen.

„Ich habe großes Glück gehabt, dass ich mit Willie arbeiten durfte und ihn zum Freund hatte. Wenn die Herausforderungen überwältigend schienen, kamen Willies Führungsqualitäten besonders zum Vorschein. Er war ein Musterbeispiel für Stärke und Mut“,

sagte der President von Michters Joseph J. Magliocco. Willie war sehr auf Qualität bedacht und wurde von den Vertriebsmitarbeitern von Michter’s gutmütig „Dr. No“ genannt, weil er sich weigerte, Whiskey zur Abfüllung freizugeben, bevor er ihn nicht für richtig befand, auch wenn der Whiskey deutlich älter war als die Altersangabe auf dem Etikett.

Willie wurde von dem Michter’s Team, das er mit aufbaute, respektiert und geliebt.

„In Zeiten wie diesen wird mir bewusst, wie viel Glück ich hatte, von einem der ganz Großen der Branche lernen zu dürfen. Ich werde es vermissen, wieder mit Willie in der Brennerei zu stehen, über die Herstellung von Whiskey zu sprechen und seiner Lebensgeschichte zuzuhören“,

sagte der Master Distiller bei Michter’s Dan McKee. Andrea Wilson, Master of Maturation bei Michter, kommentierte:

„Es kommt nicht oft vor, dass man in seiner Karriere die Gelegenheit hat, jemandem mit über 50 Jahren Erfahrung in dieser Branche zuzuhören, der sein Herz und seine Seele in jedes einzelne Detail gesteckt hat. Bourbon zu machen war für Willie kein Job, es war eine reine Freude für ihn.“ Die Master Distiller Emerita von Michters Pam Heilmann sagte: „Es war mir eine Freude und eine einmalige Gelegenheit, mit Willie zu arbeiten. In den Jahren, in denen wir zusammen gearbeitet haben, habe ich dank seiner Weisheit und unter seiner Anleitung viel gelernt und mein Wissen über die Bourbon-Industrie erweitert.“

Zu Willies Hobbys gehörten Angeln in Florida, Motorradfahren und das Fliegen mit seinem Cherokee-Viersitzer. Er hinterlässt seine geliebte Frau Patsy, seine Kinder, seine Enkel, seine Urenkel und seinen Hund Sophie.

PR: Zwei exklusive Omar Single Cask Whiskys aus der taiwanesischen Nantou Distillery bei Anam na h-Alba

Einzelfassabfüllungen aus der taiwanesischen Nantou Distillery sind in unseren Landen extrem selten zu finden (und selbst in Taiwan muss man danach suchen) – in Zusammenarbeit mit Concerto, einem Kreis von Whiskyenthusiasten in Hong Kong Kong, ist es dem unabhängigen Abfüller Anam na h-Alba gelungen, Anteile von zwei Einzelfässern nach Deutschland zu importieren. Die wenige Flaschen daraus sind ab sofort im Webshop von Anam na h-Alba erhältlich – Verlinkungen dazu finden Sie in der nachfolgenden Pressemitteilung, die auch Details zu den beiden Whiskys erhält.


Zwei exklusive Omar Single Cask Whiskys aus der taiwanesischen Nantou Distillery bei Anam na h-Alba

Ab sofort können Whiskyenthusiasten bei uns zwei absolut exklusive Bottlings aus dem fernen Taiwan vobestellen!

Worum geht es überhaupt?

Seit 2008 wird in der Nantou Distillery in Taiwan Whisky destilliert, bekannt auch als Omar Whisky.
Ab 2013 waren die Abfüllungen meist direkt nach Release ausverkauft und unabhängige oder private Bottlings waren bis auf die von SMWS und That Boutique-Y nicht vorhanden.

Es ist auch nicht leicht ein Fass dort zu kaufen, denn nur nach persönlichem Besuch in der Destille erhält man vielleicht die Chance auf den Erwerb eines Casks.

Concerto, einem Zusammenschluss von Whisky Enthusiasten aus Hong Kong, ist aber genau das gelungen und es wurden zwei Fässer exklusiv für sie abgefüllt.

Und jetzt kommen wir ins Spiel! Uns hat sich die Möglichkeit ergeben von jedem dieser beiden Fässer 48 Flaschen zu sichern, welche wir natürlich genutzt haben.
Dies ist eine absolut einmalige Gelegenheit auf zwei fassstarke Single Cask Abfüllungen der Nantou Distillery!!  Dies ist außerdem das erste Single Cask eines Virgin Oak außerhalb Taiwans.

Jetzt verbindlich vorbestellen, pro Abfüllung sind 48 Flaschen vorhanden.
Lieferung ab Anfang Februar.

Concerto Op.1 : Cattleya Orchids

Omar Single Malt Whisky
57.9%
Bourbon Cask
30.06.2014-03.02.2020

0,7l 229€ (327,14€/1l) zzgl. Versand

Hier geht es zum Whisky im Shop

Notes:

The Bourbon single cask from Nantou is golden amber in colour, full of perfume, ripe stone fruit, mixture of caramel cake with oriental spices and incenses characters.
Soft but complex, delicate but elegant with long finish. Fruity, sweet yet not luscious. Charming and appealing whisky.

Concerto Op.2 : Murraya Paniculata cv.

Omar Single Malt Whisky

55.9%

Virgin Oak Cask

13.11.2015-04.02.2020

0,7l 229€ (327,14€/1l) zzgl. Versand

Hier finden Sie den Whisky im Shop

Notes:

The tawny coloured virgin oak casked whisky has fresh fruit in the top layer with subtle sandalwood and agarwood at the back, opulent stone fruit matches perfectly with sweet spices.
A long-drinkable, energetic whisky that can spend time with, and it is somewhat matured- more mature then its actual age. The masculine style is pretty different from the elegant soft Op. 1.

Serge verkostet: Whisky weltweit, Teil 5

Auch in der letzten Woche des Jahres geht die Weltreise von Serge Valentin auf Whiskyfun weiter – diesmal in fünf Länder, die er anhand ihrer Whiskys besucht: Frankreich, England, Taiwan, Australien und die USA. Diesmal hat die taiwanesische Nantou-Destillerie mit 90 Punkten die Nase vorne, allerdings muss sich kein Land in diesem Quintett für den dort produzierten Whisky verstecken.

Aber sehen Sie selbst, hier die Whiskys der Verkostung und ihre Punktewertungen:

Glann ar Mor 2007/2020 (57.7%, La Maison du Whisky, Version Française, France, 1st fill bourbon barrel, cask #13128, 184 bottles)86
Cotswolds ‘Small Batch 20 rue d’Anjou’ (60.8%, OB for LMDW, 480 bottles, 2020)87
Nantou ‘Omar’ 2014/2018 (56%, OB, Taiwan, Hotmalt, the Keeper Richard’s Choice II, cask #10841117, 210 bottles)90
Sullivan’s Cove 10 yo (67.3%, Artist by La Maison du Whisky, Australian tawny, cask #TD0305, 336 bottles)88
Heaven Hill 10 yo 2010/2020 ‘Corn Whiskey’ (59.3%, Artful Dodger Collective, USA, Port pipe, cask # 152726, 2020)86

Und fürs Stimmungsbild des Artikels haben wir heute die Cotswolds Distillery ausgesucht – in der gleichnamigen, bezaubernd pittoresken englischen Gegend bei Stratford-upon-Avon gelegen…

William Grant & Sons erwartet Verkaufsrückgang von 15% für 2020, Gewinn wird um 30% fallen

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2019, in dem der Umsatz um 7,5% auf fast 1,5 Milliarden Pfund anwuchs (der Gewinn stieg dabei sogar um über 20% auf 314 Millionen Pfund), sieht der schottische Familienkonzern und Besitzer der Destillerien Glenfiddich und Balvenie, William Grant & Sons, mit Sorgen auf das ablaufende Jahr 2020.

Laut den Angaben aus dem Unternehmen wird der Verkauf um etwa 15% sinken, und der Gewinn nach Steuern sogar um 30%, trotz eines rigorosen Sparprogramms – vor allen bei den Kosten für das Marketing.

Dank des erfolgreichen Jahrs 2019 sieht man sich aber in einer guten Position, die Rückschläge, die man für 2020 erwartet, zu verkraften. Man sieht sich von der Krise auch deshalb besonders betroffen, weil ein wichtiges Standbein im Verkauf, der Global Travel Retail, in diesem laufenden Jahr fast gänzlich weggebrochen ist.

Man weist auch darauf hin, dass man mit den Investitionen in die globale Infrastruktur, den neuen Auftritt der wichtigsten Abfüllungen, Glenfiddich 12 und Glenfiddich 15 und der Einführung des Glenfiddich Grand Cru eine solide Basis geschaffen hat, um die momentanen Probleme des Marktes gut zu überstehen.

Kent Online: Bericht über die englische Copper Rivet Distillery

Vor kurzem hat man in der englischen Copper Rivet Distillery den ersten Single Malt auf den Markt gebracht (Batch #1 des Masthouse Whisky ist allerdings bereits ausverkauft) – ein guter Zeitpunkt für einen etwas ausführlicheren Bericht über die junge Destillerie in Chatham, dachte man sich bei Kent Online, und betrachtet die Brennerei näher. Man sprach mit Head Distiller Abhi Bank und den drei Russells, Bob und seine beiden Söhne Stephen und Matthew, die gemeinsam die Destillerie betreiben, schreibt über ersten Jahre dort, die Besonderheit des Whiskys (die Gerste für ihn stammt aus lokalen Farmen in der Grafschaft Kent), wie man bei der Copper Rivet Distillery während der Pandemie für zusätzliches Einkommen sorgte – und auch über die Kategorie des englischen Whiskys insgesamt.

Den gesamten Artikel können Sie hier nachlesen.

Chatham Docks. Von Nilfanion – Own work, CC BY-SA 4.0,

Neue Deutsche Whiskyvideos und Podcasts der Woche (212)

Willkommen zur  212. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Die Liste der teilnehmenden Vlogs und Podcasts ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

Wir wünschen schon jetzt allen Vloggern und Podcastern eine wunderschönes Weihnachtsfest!

In der Ausgabe 212 finden Sie einen neuen Podcast und fünf neue Videos:

Podcast Patcast Folge 12

WhiskyJason – Bud Spencer The Legend (St. Kilian)

Friendly Mr. Z – Port Ellen 1979 37yo Diageo SR 2017

World Wide Whisky – Glenfarclas Family Casks 1993 20yo

Pat Hock – Benromach 45yo

https://www.youtube.com/watch?v=tgbt315OnJM

The Bourbon Diaries – Gold Bar 889 Blend


Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 4)

Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv im Vorabdruck präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz.

Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).

Franz‘ heimliche Liebe gilt Schottland und dem Wasser des Lebens. In Whisky Cycle entführt er den Leser auf ca. 280 Seiten nach Schottland, wo er in fünf Wochen 1.500 Kilometer auf dem Fahrrad zurücklegte. Seine Besuche in 17 großen und kleinen Destillerien waren verbunden mit Tastings und der Suche nach dem perfekten Schluck – the perfect dram.

Das Buch ist auch ein Stück Autobiografie. So steht am Anfang eine Jugendsünde, ein Vollrausch im Alter von siebzehn, den ihm der fahrlässige Umgang mit dem legendären VAT 69 einbrachte. Dieser Rausch hatte zur Folge, dass er zwanzig Jahre lang Whisky weder riechen noch schmecken konnte. Erst dann wich die Abscheu einer immer stärker werdenden Neugier. Auf der Radreise durch Schottland fand dann die endgültige Aussöhnung statt. Aus diesem Grund endet das Buch mit einer Verkostung des Jugendwhiskys VAT 69 an einem Ort, wo die schottische Whiskygeschichte ihren Anfang nahm.

Das Buch Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten)  erscheint am 01.02.2021 im Alba Collection Verlag GbR. Es kann bis zum 15.01.2021 zum Einführungspreis (Subskriptionspreis) von 16,- Euro hier vorbestellt werden.

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Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection

Kommen Sie also mit auf eine Reise durch die Zeit – und zu 17 Brennereien in Schottland:


-hier geht es zur Folge 3-

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 4)

Noch nie zuvor war mir ein Laphroaig über die Lippen geronnen und hatte meinen Gaumen berührt. Begegnet war er mir nur in den Büchern. So hatte ich aus dem „Malt Whisky Yearbook“, in dem Jahr für Jahr Fakten und Neuigkeiten über die weltweite Whiskyindustrie publiziert werden, gelernt, dass die Laphroaig Malts zu den rauchigen, medizinisch schmeckenden Torfwhiskys von Islay gehören. Als ich nun als erster Gast an diesem Sonntagmorgen an den Ausschanktresen trat, nahm ich mir vor, das Torfwhisky-Tasting unvorbelastet und ohne Vorurteile anzugehen. Auf keinen Fall wollte ich mein laienhaftes Wissen über diese Spezies von Whisky mit sensorischen Phrasen und Angelesenem kaschieren.

Während sich der Bartender noch dem Ordnen der Verkostungsgläser widmete, sah ich mir die Dekoration auf der Theke an, hinter der er hantierte. Befremdend! Die Brocken, die da lagen und aussahen wie schwarzbraune, zulange gebackene Biosemmeln, waren aus getrocknetem Torf von der Insel unter meinen Füßen. Wie ich eine der Semmeln in die Hand nahm, wunderte ich mich, wie wenig der Torfbrocken wog, geradezu luftig lag er in der Hand, und als ich ihn an die Nase hielt, wunderte ich mich noch mehr, weil dieser Brocken verrotteter, tausend Jahre alter Pflanzenerde nach gar nichts roch, vollkommen nichtsriechend begrüßte er mich.

Torf aus Mooren war in Altschottland das gängigste Brennmaterial, weil Brennholz allerorts fehlte. Nicht nur die Whiskypioniere glichen den Mangel an Brennholz aus, indem sie Torf zum Trocknen der eingeweichten Gerste und zum Heizen der Brennblasen benutzten, sondern auch die Bauern und Landleute nahmen getrockneten Torf zum Kochen und Heizen ihrer Cottages und Crofter Siedlungen.

Als ich den Brocken vor meiner Nase hin und her drehte und beschnüffelte und befingerte, lachte der junge Barmann, als hätte er das Fragezeichen hinter meiner Stirn erspäht: „Ja, der Torfbrocken in Ihrer Hand riecht weder nach Holz noch nach Gras, einfach nach nichts. Das wundert alle Besucher. Erst beim Verbrennen kommt die rauchige Note zur Geltung. Der Rauch der verbrannten Fladen ist allerdings extrem beizend und verleiht der Gerste und später dem Whisky seine rauchige Note.“

Der junge Barmann gefiel sich hinter dem Tresen und auf Anhieb gefiel mir seine Art, wie er auf den Besucher einging und dessen Interesse aufgriff. Seine flinken Augen und das heitere Spiel seiner Gesichtszüge ließen einen klugen Kopf vermuten. Wie er auf Englisch sprach, wirkte er gebildet und kein bißchen überheblich. Ob er wohl Schotte war? Bei dem schwarzen, ungemein dichten Haarschopf, fragte ich mich das. Mit federnden Schritten lief er hinter dem Bartisch hin und her. Gewiss war er sehr sportlich und durchtrainiert, womöglich gar ein Rennradfahrer, sagte ich mir und wollte ihn gleich fragen. Aber erst einmal wollte ich einen Laphroaig probieren. Zumal er mir bereits unaufgefordert ein bauchiges Nosing Glas eingeschenkt hatte.

Von wegen, homöopathische Dosis eines Teelöffelchen! Das Dram, das inzwischen generös eingeschenkt vor mir stand, füllte die birnenförmige Wölbung bis an die ausladendste Stelle der Glaswand. Weiß Gott, ein einschüchterndes Quantum an getorftem Whisky! Schon war die Erinnerung an den Komarausch in der Jugend wieder da, und allein beim Gedanken an die zu erwartende Rauchnote bekam ich feuchte Hände.

Verwundert, womöglich gar erschreckt, musste ich ihn angeschaut haben, denn beruhigend sagte er: „Das Glas ist viel kleiner als ein Tumbler, keine Angst, ich schenkte Ihnen nur einen besseren Schluck ein“. Diese Aussage klang nicht ganz ernst und schon umspielte ein Schmunzeln seine Lippen.

Was sollte ich protestieren, entwaffnend war der Schelm, der aus seinen braunen Augen blitzte. Stumm nickte ich und ergab mich in mein Schicksal. Ein Trost war immerhin, ich hielt nicht meinen Schicksalswhisky VAT 69 in der Hand, sondern einen Laphroaig. Während ich das Glas mit dem Bauch in der Hand wiegte und den ersten Schluck hinauszögerte, fragte er mich, woher ich käme und als ich antwortete: „Aus Deutschland“, erhellte echte Freude sein junges Gesicht. „Auch vom Kontinent, ich stamme aus Litauen. Ich hätte schwören können, dass Sie kein Schotte sind, denn denen kann das Torf-Bukett nicht deftig genug sein. Irgendwie spürte ich, dass Sie mit dem Torf nicht so zurecht kommen, deshalb habe ich Ihnen einen mässig getorften Single Malt eingeschenkt, einen Laphroaig‚ Quarter Cask 4 Oaks, Fassstärke 48 % vol.“

Dankbar nickend, hob ich das Nosing Glas und prostete ihm zu. Noch bevor ich mir den ersten Schluck erlauben konnte, sprach er schon wieder, wofür ich dankbar war: „Wie all unsere Malts ist dieser zwar getorft, aber er überzeugt vor allem durch seine Vanille-Note, die er durch zehn Jahre Reifung im Ex-Bourbonfass und anschließender einjähriger Abrundung in kleinen Ex-Sherryfässern gewonnen hat.“

Laphroaig – Photo von Bjarne Henning Kvaal…, CC BY-SA 3.0, Link

Noch immer stand das prächtig gefüllte Glas Laphroaig Quarter Cask 4 Oaks zwischen einem erwartungsvoll schauenden Litauer und einem zögernden Deutschen auf dem Tresen – und harrte der Dinge.

Aber dann packte ich den Stier bei den Hörnern! Erst einmal schwenkte ich das kleine Glas und beobachtete, was passierte. Als der Quarter Cask zu kreiseln anfing, lief er in öligen legs, in Tropfenbändern, den Glasbauch hinab und kam am Boden schnell wieder zur Ruhe. Sein warmes Strohgelb beruhigte mich, auch milderte es die angestaute Skepsis gegenüber dem beizenden, muffigen Geruch und herben Geschmack eines getorften Whiskys, eines peated malt. Ruhig führte ich das Glas an die Nase, genau genommen zuerst zum rechten und dann zum linken Nasenloch, denn mit jeder Seite riecht man unterschiedlich gut. Bei meinem prominenten Zinken verbirgt sich im linken Flügel der eigentliche Aromadetektiv.

Erstaunlich! Kein niederschmetternder Torfhammer, nur kurz ein Anflug von Räucherschinken und Medizin, der recht schnell von Aromen von Pfirsich, Apfel und Zimt überlagert wurde und die Nasenmuschel mit einem Kitzeln belebte. Die frugalen Aromen kletterten hoch hinauf, bis dicht unter das Nasendach, wo sie sich bestimmend niederließen. Ermutigt durch die Fruchtnote wagte ich nun zu nippen. Nur einem zaghaften Schluck erlaubte ich das Vordringen in den Mundraum. Nur mit Bedacht erlaubte ich einigen hochprozentigen Tropfen den Zutritt zur Zungenspitze und zu den seitlichen Backentaschen. Dort hinten ereignete sich eine kleine Sensation: augenblicklich wurde der Speichelfluss angeregt und ich schmeckte schöne Süße.

Leider ging es nicht so angenehm weiter. Der Umschwung setzte mit dem zweiten Schluck ein, kaum, dass ich den Laphroaig zu kauen begann. Fetter Räucherschinken im Entrée, bedrängt von einer würzig-medizinischen Note, auf die viel Holz und Leder folgten. Die Versöhnung brachte allerdings die Vanille und zwar in großer Portion. Oh weh! Schon kündigte sich der Abgang brennend an, zuerst im Schlund und dann in der Speiseröhre. Gleich darauf stand die Magengrube in Flammen. Der Alkohol, der Träger der Aromen, war einfach nicht gut eingebunden. In seiner Dichte wirkte er wie ein gezückter Dolch, welcher der frugalen Note recht schnell den Garaus machte. Hätte ich kein schottisches Frühstück mit Toast, Lachs und Rührei samt salzigem Porridge im Magen gehabt, wäre es mir übel ergangen.

Der Quarter Cask in Fassstärke war ein guter Malt, aber mehr als drei Stützräder gab ich ihm nicht, auch wenn mir klar war, dass sich Schotten über diese zweitrangige Bewertung ärgern würden. Zugegeben, ein peated malt mit seiner medizinischen Bitterkeit und dem Aroma von geräuchertem Speck ist immerhin ein Malt, der den Urgeschmack aller Whiskys verkörpert und von ihnen bevorzugt getrunken wird. Lobt man die Ungetorften wie die Fruchtig-Süßen von Speyside, dann tönt es lästernd aus gegerbten Kehlen: „Old Maiden Malt“. Trotz dieser Kategorisierung stand für mich fest: nach dem Genuss des Quarter Cask 4 Oaks würde ich wirklich nicht die Kontrolle über mein Bike verlieren, also beließ ich es bei drei Stützrädern für diesen Laphroaig.

Als ich das Glas mit einer Anstandspfütze auf dem Tresen abstellte und mich mit Handschlag von dem jungen Litauer verabschieden wollte, hielt er meine Hand kurz fest und fragte: „Bist du mit dem Rad unterwegs.“ Längst hatte sein geübter Blick aus meinem Aufzug Schlüsse gezogen.

„Ja, warum?“

„Super, ich fahre für mein Leben gerne Fahrrad. Sollten wir uns nicht nochmals treffen, heute Abend hätte ich Zeit, was meinst du?“

Kurz stutzte ich, hatte er seinen Wunsch doch mit gesenkter Stimme vorgebracht. „Ja, gern, ich wohne in Port Ellen, im B&B von Frau Lorry, genau gegenüber vom Hotel Port Ellen.“

„Das trifft sich gut, ich wohne ganz in der Nähe. Lass uns doch heute Abend an der Hotelbar einen trinken. Ich heiße übrigens Kajus.“

„Ok, um 8 Uhr! Uli heiße ich.“

„Alles klar, um 8, Uli!“

Inzwischen tanzte mir der Laphroaig im Blut und lockerte mein Gemüt – der Ernst des Lebens war im Handumdrehen verflogen! Geradezu übermütig hob ich die Hand und wie unter Sportskameraden gaben Kajus und ich uns die Fünf.

Voller Tatendrang schulterte ich die Umhängetasche und ging beschwingt an zwei Rundständern mit schwarzen Laphroaig-Shirts und Logo-Jacken vorbei zur genieteten Eisentür, durch die im selben Moment eine Busladung Chinesen hereindrängte. Seitlich, mit vorgereckter Schulter schob ich mich an der schnatternden Gruppe vorbei und stand kurz darauf im blendenden Tageslicht. Ohne Sonnenbrille taten die Augen weh und wie ein Maulwurf, der sich verlaufen hat, kam ich mir auf den ersten Schritten ins Freie vor. Da half nur ein Blinzeln und bedachtsames Gehen.

Erneut zog es mich ans Wasser, erneut verzauberte mich das gläserne Meer, wie es die Bucht belebte. Nach dem Tasting kam es mir vor, als sei die Landschaft noch schöner. Das Glucksen des nahen Wassers klang wie eine wiederkehrende Melodie, und den fischigen Geruch von Tang und sattgrünen Algen empfand ich als Wohlgeruch, als Ausdünstung der Natur, wie wir ihn von frischem Gemüse kennen.

Wie aus heiterem Himmel bedrängte mich plötzlich die Frage: Warum hast du das Dram nicht im Freien, am Wasser verkostet? Warum nicht in der freien Natur, die alle Sinnen anregt und einen den Ursprung von uisge betha viel eher erahnen lässt, als eine Verkostung in den vier Wänden eines abgezirkelten, ja, beschränkten Raumes. Wenn man heutzutage von Whisky Tasting spricht, denkt man gleich an ein Sesselvergnügen, an ein Verkosten im ledernen Fauteuil. Doch dieses Klischee ist nur der modernen Bequemlichkeit geschuldet. Ursprünglich war der Schluck uisge betha ein Schluck, um das harte Landleben, die Arbeit des Schafhirten und des Ackerbauern oder des Handwerkers erträglicher zu machen. Historisch wurde wärmender Whisky draußen getrunken, gerne bei der Jagd oder auf dem Fuhrwerk oder dem Pferderücken. Einst ging es im herben Klima Schottlands zu wie heute noch auf dem Balkan: die Bauern, Männer wie Frauen, trinken seit altersher den Zwetschgenbrand Slibowitz bevor sie ihr Tagwerk beginnen. Wer ein Stampl zum Frühstück zu sich nimmt, dessen Eingeweide sind gegen Parasiten gefeit, lautet der medizinische Rat. Das heißt aber nicht, dass die Balkanbauern betrunken zur Arbeit gehen. Der Zucker im Stampl Slibowitz befeuert die Muskelarbeit und der berauschende Alkohol wird über der Handarbeit locker ausgeschwitzt.

Auch mir war wohlig warm, als ich vor dem Visitors Center mein Rad loskettete und es über den Hof an dem geparkten Tanklaster von Mundell LTD. vorbeischob. Kurz musste ich anhalten und das Bild auf dem glänzenden Stahltank in Augenschein nehmen. Auf dem rundgebogenen Metall sah ich meine Gestalt, meinen weißen Helm, das weiße Rad und die rote Satteltasche bauchig verzerrt wie in einem verspiegelten Horrorkabinett auf der Kirmes. Wahrlich, eine groteske Erscheinung, dieser beschwipste Satteltänzer!

Mit dem Wegfahren ließ ich mir Zeit und ergatterte am Fabriktor, das ich bei der Herfahrt zügig passiert hatte, eine wichtige Information: bescheiden klein stand da auf einer Metalltafel „Beam Suntory“ zu lesen. Dezent wurde offenbart, dass Laphroaig sich im Besitz des japanischen Spirituosenriesen Suntory befindet. Diese Information war mir neu. So nahm ich mir für den Abend vor, mich bei meinem Litauer nach den genauen Besitzverhältnissen seines Arbeitgebers zu erkundigen.

Die Hände an den Lenkergriffen, schwang ich nun das linke Bein über das Oberrohr, platzierte routiniert den Turnschuh auf dem linken Pedal und trat dieses mit Kraft bodenwärts, während ich mein Hinterteil gleichzeitig in den Sattel hob. Kaum, dass sich das Rad in Bewegung setzte, positionierte ich den rechten Fuß auf dem rechten Pedal und trat dem Rollwiderstand entgegen. Unter schneller werdenden Tritten balancierte ich mich rasch aus, und das leichte Rad gewann geschwind und mühelos an Fahrt. Nicht trotz, sondern wegen des Laphroaig im Blut, funktionierte die Anfahrt wie geschmiert. An Tempo gewinnend, querte ich den inzwischen von Menschenscharen bevölkerten Besucherparkplatz, vorbei an drei Bussen, und steuerte wieder auf das Eichenwäldchen und das braune Bächlein zu. Dort angelangt, bog ich nach Osten ab und fuhr die Südküste weiter zur nächsten, wohl berühmtesten Brennerei auf Islay.

(Fortsetzung folgt am nächsten Sonntag)

PR: Zwei Sansibar Whisky Single Casks exklusiv für deinwhisky.de

Auch über die Weihnachtsfeiertage ist die Whiskyszene nicht eingeschlafen, sondern nur etwas ruhiger. Deinwhisky.de meldet sich zum Beispiel mit der Ankündigung zweier exklusiver Abfüllungen von Sansibar Whisky, die exklusiv für den Onlineshop von deinwhisky.de gebottelt wurden und ab sofort auch dort verfügbar sind. Hier alle Infos zu den beiden Whiskys, einer aus der Speyside, der andere aus den Highlands – und beide in Fassstärke und mit erwähnenswertem Alter: 29 und 24 Jahre.


EXKLUSIV: Sansibar Whisky Single Casks für deinwhisky.de

Zum Jahresabschluss präsentiert deinwhisky.de zwei herausragende Single Cask Abfüllungen, welche exklusiv vom unabhängigen Abfüller Sansibar Whisky für den Onlineshop abgefüllt wurden.

Bei der ersten Abfüllung handelt es sich um einen 29-jährigen Single Malt von 1991 aus einer nicht genannten, jedoch sehr bekannten Speyside-Brennerei aus der Nähe von Dufftown. Der Whisky reifte in einem Ex-Bourbon Cask und wurde in natürlicher Fassstärke mit 49,1% vol. auf ingesamt 242 Flaschen abgefüllt.  Ein toller harmonischer und vielschichtiger Single Malt Whisky mit herrlichen süßen hellen und exotischen Früchten, schon fast wie ein Rum in der Nase, dazu mit viel cremigem Honig, zarten Kräutern und etwas Eichenwürze. 

Die zweite Abfüllung stammt aus der beliebten Highland-Brennerei Ben Nevis und wurde 1996 destilliert. Nach 24 Jahren in einem Ex-Bourbon Cask wurde dieser Whisky ebenfalls in natürlicher Fassstärke mit nur noch 43,9% vol. auf 282 Flaschen abgefüllt. Ein wundervoll komplexer Single Malt mit reifen Früchten, Pfirsichen und Mirabellen, dazu herben Kräutern und trockener Eichenwürze. Ein Whisky mit Ecken und Kanten, bei dem es viel zu entdecken gibt.

Die Whiskys gibt es ab sofort bei deinwhisky.de unter: 
https://www.deinwhisky.de/exklusiv/

Fremde Federn (129): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger


Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist tastings.jpg.

Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.

„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der mittlerweile 129. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, die uns von ihnen zugesendet wurden. Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.

Allen Bloggerfreunden wünschen wir aus der Redaktion schon jetzt ein wunderbares Weihnachtsfest!

Hier sind die Tasting Notes jener Blogger, die uns für die aktuelle Ausgabe ihre Links gesendet haben:

Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!


Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.

TTB Neuheit: Glenmorangie The Cadboll Estate 15yo Batch #2

Im November 2019 berichteten wir über ein neues Etikett in der us-amerikanischen TTB-Datenbank: Ein Glenmorangie The Cadboll Estate 15yo tauchte dort auf, nicht zu verwechseln mit dem alterslosen Cadboll aus dem Travel Retail. Er schien auf den transatlantischen Markt beschränkt gewesen zu sein, denn im europäischen Handel war er danach nicht zu finden, allenfalls am Sekundärmarkt.

Wird es mit dem jetzt angekündigten Glenmorangie The Cadboll Estate 15yo Batch #2 anders sein? Wir wissen es nicht, aber über ihn in Kenntnis setzen möchten wir Sie auf jeden Fall. Wiederum stammt er aus amerikanischen Bourbonfässern und ist mit 43% vol. abgefüllt. Gebrannt wird er ausschließlich mit Getreides des Cadboll Estates.

Hier also die Etiketten zur Neuerscheinung:

Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.