St. Kilian Whisky
 

Seit 1. Mai gilt in Schottland ein Mindestpreis für Alkohol. Das ist nicht nur insofern bemerkenswert, als das gerade im Land des Whiskys passiert, sondern auch deshalb, weil Schottland das erste Land der Welt ist, das so einen Mindestpreis einführt.

Der Mindestpreis hat hierzulande zum Teil Verunsicherung gebracht. Uns von Whiskyexperts sind vermehrt Fragen dazu gestellt worden, die wir hier in einem kleinen Artikel beantworten wollen. 

Warum ist in Schottland der Mindestpreis eingeführt worden?

Nun, es steht außer Zweifel, das Schottland im Generellen mit einem doch recht deutlichen Alkoholproblem zu kämpfen hat. Besonders in Supermärkten ist Alkohol recht günstig zu bekommen. Dem wollte die schottische Regierung einen Riegel vorschieben und hat ein Gesetz beschlossen, das den billigsten Alkohol verteuern und damit dem Alkoholmissbrauch wenigstens einen kleinen finanziellen Riegel vorschieben soll.

Wie steht die Scotch Whisky Association dazu?

Wegen rechtliche Bedenken hat die SWA gegen das Gesetz geklagt, aber in letzter Konsequenz verloren. Die Einführung des Gesetzes konnte sie damit allerdings doch deutlich um mehrere Jahre verzögern.

Wie sieht das Gesetz genau aus?

Für eine Einheit Alkohol (10ml reiner Alkohol) muss in Schottland ab 1. Mai 2018 mindestens 50p (57 cent) verlangt werden. Einige alkoholischen Getränke waren bislang um 16p/unit zu bekommen. Diese verteuern sich doch deutlich.

Was bedeutet das für Whisky?

Wir haben es an drei Beispielen durchgerechnet:

  • Der billigste Blend (40%) kostet pro Flasche ab 1. Mai 2018 mindestens 14 Pfund
  • Der theoretisch billigste Malt mit 46% kostet dann 16.1 Pfund
  • Ein fassstarker Whisky mit 55% Alkohol müsste theoretisch mindestens 19.25 Pfund kosten

Und das bedeutet für uns Whiskyfreunde?

Für uns, die wir Whisky zum Genuss trinken, ist dieses Gesetz also in Wirklichkeit völlig bedeutungslos. 99.9% der Whiskys, die wir kaufen, kosten deutlich mehr als es der Mindestpreis verlangen würde. Vorstellbar ist, dass man in Schottland den Preis für die Billig-Blends auch im Export anheben wird, aber das sind nicht jene Flaschen, die Genusstrinker interessieren.

Hat die Regelung Vorbildwirkung?

Die schottische Premierministerin meint: ja. Und denkt dabei vor allem an Wales und Irland. Ob auch andere Länder versuchen, den Konsum über den Preis zu regulieren (wie es bei Zigaretten ja bereits geschieht), bleibt aber abzuwarten.

von Kotivalo (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons