Freitag, 18. September 2020, 13:04:05

Whisky des Monats September: Longmorn 16 yo

Wee Beastie AUT

 

Auch in diesem Monat stellen wir Ihnen wieder einen Whisky vor, dem wir wünschen, dass ihm ein wenig mehr Beachtung geschenkt wird – und wie immer sehr subjektiv. Wir bleiben nach dem Benriach 10yo im Juli und dem Aultmore 12yo im letzten Monat weiterhin in der Speyside. Unser Whisky des Monats September ist der Longmorn 16 yo.

Recht spät im 19. Jahrhundert, im Jahre 1894, gründete John Duff gemeinsam mit Charles Shirres und George Thomas die Destillerie Longmorn. John Duff gründete fast 20 Jahre mit Partnern zuvor schon die Brennerei Glenlossie, konzentrierte seine Arbeit aber ganz auf das neue Projekt Longmorn und löste seine Verbindung zu Glenlossie. Wenig später ging Longmorn in den Besitz des Nachbarn Benriach über. In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, nach dem Zusammenschluss 1970 mit Glenlivet und Glengrant, wurden die Brennblasen auf acht verdoppelt und die Brennerei umfassend renoviert. Die kanadische Firma Seagram übernahm 1977 dann Longmorn, seit 2001 ist die Destillerie nun im Besitz von Pernod Ricard. Für eine schottische Brennerei blickt Longmorn auf eine wenig abwechslungsreiche Geschichte zurück, dazu passt auch, dass es in ihrer Historie nie zu einer zeitweisen Schließung kam.

Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz

Seagram brachte 1986 eine 15-jährige Brennerei-Abfüllung auf den Markt. Auch wenn der Eigentümer sich nicht besonders intensiv um die Vermarktung dieses Whiskys kümmerte, war er in der Fachwelt wegen seiner äußerst hohen Qualität hoch angesehen. Jim Murray zählte ihn in seiner vor-biblischen Zeit zu den „Zehn besten Whiskys der Welt“. Und Walter Schobert erklärte in seinem „Whiskylexikon“ nach dem Übergang von Longmorn in den Besitz von Pernod Ricard eine mögliche Einstellung dieses 15-jährigen zum Verbrechen, einem der, seiner Meinung nach, komplexesten und größten Whiskys Schottlands. Pernod Ricard tat dies trotzdem.

longmornbottle

Jahre später brachten sie dann den noch immer so erhältlichen Longmorn 16 yo auf den Markt, ein Jahr älter als sein Vorgänger und mit kräftigeren 48 Vol. % abgefüllt. Die bauchige Flasche mit Metall-Banderole und Leder umfassten Fuß kommt in einer schlichten, aber akzentuierten Eleganz daher, ebenso schlicht und elegant ist die Umverpackung mit ihrem Magnetverschluss. In Zeiten der teilweise recht bunten und äußerst aufwändigen Designs von Flasche, Umverpackung und auch Namensgebung erscheint der Longmorn 16 yo ein wenig wie ein Mauerblümchen, das erst auf den zweiten Blick auffällt, dann aber zu faszinieren vermag. Nicht verwunderlich, finden wir ähnliches auch beim Whisky wieder. Wohl fast ausschließlich in Ex-Bourbonfässern gereift, tritt uns der Longmorn 16 yo ohne ein möglicherweise überdeckendes Finish oder übergroßen Fasseinfluss entgegen. In der Nase finden wir fruchtige Aromen, welche sich mit Noten aus der Welt der kräftigeren Gewürze zu einem komplexen Bouquet vermengen. Am Gaumen leicht trocken, mit weniger Frucht, mehr Würze, und weiterhin komplex, im Finish dann lang anhaltend und deutlich nachhallend mit seiner Würzigkeit.

Der Whisky aus der Brennerei Longmorn ist einer der Hauptbestandteile des sich ebenfalls im Besitz von Pernod Ricard befindenden Blends Chivas Regal. Und auch unabhängige Abfüller schätzen die Whiskys von Longmorn und greifen hier gerne zu. In unserem Verkostungsarchiv finden sich ein Longmorn aus der Duncan Taylor Octave Serie und ein 21-jähriger aus dem Hause Best Dram – beide mit einem „Sehr Gut“ von uns bewertet, und nur zwei von vielen unabhängigen Longmorns.

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