Dienstag, 01. Dezember 2020, 06:16:20

Whiskyexperts auf der Deutschlandpremiere des Octomore 7.1

Beam 2020 Laphroaig

Er hatte sich auf der Whisky Fair Rhein Ruhr in Düsseldorf am vorletzten Wochenende schon kurz gezeigt und damit auch sein Erscheinen in Deutschland angekündigt. Gestern Abend wurde er im Whiskyhort in Oberhausen (im westlichen Ruhrgebiet) zum ersten Mal auch offiziell präsentiert: der neue Octomore Edition 7.1.

Gemeinsam mit dem deutschen Distributor Team Spirit in Person von Tobias Klocke lud das noch recht junge Whisky-Fachgeschäft Whiskyhort zu einem Bruichladdich-Tasting. Unser Redakteur Dirk Piesczek folgte dieser Einladung. Durch die aktuelle Range der Islay-Brennerei führte Ewald J. Stromer. Er besuchte 2005 als Student die Bruichladdich Whisky Academy auf Islay und darf sich seit dem „Single Malt Ambassador“ nennen. Er kennt sich bestens mit dieser Islay-Brennerei aus, die ihre Whiskys prinzipiell ohne Färbung und Kühlfilterung abfüllt.

bruichladdich

Der Auftakt zur Whisky-Verkostung war dem Bruichladdich Classic Laddie vorbehalten, welcher aus 100 % schottischer Gerste hergestellt wird. Seiner einladenden, malzigen Nase mit Zitrus- und Vanille-Noten folgt am Gaumen eine deutliche Cremigkeit, in der die Aromen der Nase dezent eingebettet sind, bevor er sich mit einem kurzen und leicht scharfen (und das darf er auch bei 50 % Vol.) Finish verabschiedet.

Ihm folgte der Bruichladdich Islay Barley. Die Gerste dieses Whiskys wurde auf der Rockside Farm auf Islay angebaut und hat – vom Mälzen bei Bairds in Inverness abgesehen – die Insel erst als Whisky wieder verlassen. In der Nase dezenter, erscheint hier, neben malziger Zitrus-Vanille, noch eine grasige Note mit einer feinen Salzigkeit im Hintergrund. Auch am Gaumen erneut die Bruichladdich-typische Cremigkeit, mit einer recht leichten, aber auch komplexen und dichten Aromenkombination aus Gras, Malz, Vanille und einem Anflug von Zitrus. Sein nachhaltiges Finish hält lange an.

Waren die bisherigen Whiskys aus der Produktion nach der Wiedereröffnung 2001, lässt der nun folgende Black Art in die Zeit davor blicken. Die 4.1 Edition ist ein Jahrgangswhisky und wurde im Jahr 1990 destilliert. Bevor er 2013 abgefüllt wurde, durften die in ihm enthaltenden Whiskys in einer Vielzahl verschiedener Fasstypen reifen. Das Ergebnis ist ein unheimlich komplexer und vielschichtiger Whisky. In der Nase würzig mit einem Anflug von Eiche, präsentiert er sich am Gaumen sehr weich, sehr komplex und sehr dicht, mit einer fruchtigen Süße. Sein sehr langes und weiches Finish ist eine Einladung zu einer erneuten Annäherung. Der Black Art ist mit einem einmaligen Nosen und einem kleinen Schluck nicht komplett zu erfassen, denn er weiß immer wieder neue Aromen zu offenbaren.

port-charlotte

Bisher beschäftigten wir uns mit den ungetorften Whiskys der Brennerei Bruichladdich. Nun kommen wir mit Port Charlotte zu den deutlich rauchigen Abfüllungen. Mit 40 ppm hat die bei Port Charlotte verwendete Gerste in etwa den gleichen Phenolgehalt wie z.B. Laphroaig. Doch die Kombination aus dem kalten und langsamen Mälzen und der behutsamen Destillation führt zu einem völlig anderen Geschmacksprofil. Der Port Charlotte Scottish Barley präsentiert sich ähnlich wie der Classic Laddie, ergänzt durch Torfnoten und kalten Rauch. Der Port Charlotte Islay Barley zeigt sich in der Nase recht mild und dezent, am Gaumen leicht und frisch mit einer deutlich wahrnehmbaren Getreidenote, bevor er sich mit viel Torf und überraschend wenig Rauch verabschiedet.

octomore

Wer es mit Rauch und Torf stärker mag, ist mit Octomore – immer in Fassstärke – bestens bedient. Der nun folgende Octomore Scottish Barley 6.1 weist einen Phenolgehalt von 167ppm auf. Doch wer jetzt ins Gesicht springenden Rauch und Torf erwartet, sieht sich getäuscht. Auch hier führt das spezielle Mälzen und die langsame Destillation zu einem Whisky, der zwar deutlichen Rauch und Torf in sich trägt. Ihm fehlen aber die aggressiveren Noten, die bei manchen anderen Islay-Whiskys zu finden sind. So zeigt sich der Octomore 6.1 überraschend verschlossen und gibt nur langsam, aber deutlich Torfnoten preis. Dem Gaumen fügt er eine trockene Süße hinzu und ergänzt im Finish mit deutlichem Rauch. An dieser Stelle klärte Ewald J. Stromer über die Bedeutung der Zahlen hinter dem Octomore-Komma auf. Das .1 zeigt immer das Verwenden von 100 % schottischer Gerste. Nur im Travel Retail sind die .2 Abfüllungen erhältlich und immer ein Fassexperiment, und das .3 weist auf 100% Islay Gerste hin. So wie beim nun folgenden Octomore 6.3. Die Gerste dieses Whiskys baute James Brown auf seiner Farm an. Deutlich offener, breiter und vielschichtiger im Vergleich zum 6.1, zeigt der 6.3 viel Salz, Süße, Torf und Rauch und auch erdige Noten. In Bezug auf die ppm-Zahl setzte der Octomore 6.3 einen neuen Maßstab. Mit 258 ppm darf er sich der rauchigste Whisky der Welt nennen.

Der neue Octomore 7.1 hat „nur“ 208ppm und präsentiert viel malzige Süße mit grasigen und floralen Noten in Kombination mit deutlichem Rauch und Torf. Er ordnet sich genau zwischen den beiden vorherigen Octomores ein. Deutlich zugänglicher als der 6.1 und ein wenig filigraner als der etwas einfordernde 6.3, ist der Octomore 7.1 der ausgewogenere der drei Torf-Monster an diesem Abend. Er ist ab sofort im Handel erhältlich und kostet um die 150 €.

 

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