Dienstag, 09. März 2021, 02:39:27

Exklusiv: Das Diageo Special Release Tasting in Berlin (Teil 3)

Was ist ein Ghost Whisky? Eine Videoreportage von der Verkostung der Special Releases 2016

Vor genau einer Woche lud Diageo in das Union Jack – The Whisky Pub in Berlin zu einer ganz besonderen Verkostung: Unter der Leitung von Thomas Plaue, Master of Whisky bei Diageo, konnten die Gäste alle zehn Abfüllungen der Special Release 2016 probieren. Whiskyexperts war dabei – und wir möchten Sie dazu einladen, die Verkostung mit uns aus erster Hand zu erleben.

Ein Blick auf einen Teil der Teilnehmer des Tastings in Berlin
Ein Blick auf einen Teil der Teilnehmer des Tastings in Berlin

In drei Teilen (der erste Teil erschien am letzten Freitag, der zweite Teil am Montag) und insgesamt 10 Full HD-Videos wird Ihnen Diageos Master of Whisky, Thomas Plaue die Whiskys im Detail vorstellen, über die offiziellen Tasting Notes sprechen – und wir werden unsere eigenen Eindrücke dazu schildern.

Die letzten drei Whiskys aus der Special Release 2016 waren an der Reihe, als es schon auf Mitternacht zuging. Und sie hatten es in sich.

Lagavulin 12yo:

lagavulin12Einige Vorbemerkungen von Thomas Plaue, und die offiziellen Tasting Notes zum Lagavulin 12yo als Video:

Unser zusätzlicher Eindruck: Schon zum sechzehnten Mal ist der Lagavulin 12yo in der Reihe vertreten, und auch in diesem Jahr kann er wieder begeistern. Zu der gewohnten Kraft kommt diesmal eine besondere Eleganz und Weichheit – ohne dass er seinen Charakter verraten würde. Toll! 

Brora 38yo:

brora38

Im Video stellt Thomas Plaue zunächst den Brora 38yo vor, bevor Jürgen Deibel, einer der profiliertesten Whiskykenner in Deutschland, erzählt, warum wir es hier aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Ghost Whisky zu tun haben:

Unser zusätzlicher Eindruck: Die geschmackliche Nähe zu einem Talisker ist tatsächlich sehr ausgeprägt. Das ist Whisky auf allerhöchstem Niveau, eigentlich etwas zurückhaltend, aber dabei präsent und groß. Nur deshalb nicht der Tagessieger bei uns, weil uns der Mannochmore verblüfft hat. Vom Brora haben wir nichts anderes als Perfektion erwartet. 

Port Ellen 37yo:

portellen16th

Je später der Abend, desto kürzer die Videos. Hier die Vorstellung des Port Ellen 16th Release durch Thomas Plaue, die offiziellen Tasting Notes gibt es danach schriftlich und ausführlich:

Farbe: Poliertes Teakholz, gute Perlung.

Nase: Raffiniert und unaufdringlich; im Wesentlichen trocken; anfangs leichter Rauch, dann entfaltet sich eine Welle bekannter süßer und rauchiger Noten, begleitet von Jute und warmen Holztönen. All dies weist auf sein hohes Alter hin. Ferner Rauch kommt rasch näher und wird duftiger, während darüber die angenehmen Aromen von in Honig mariniertem geräuchertem Fleisch oder Wurzelgemüse schweben. Durch alles hindurch entwickelt sich eine frische reinigende Note, die mit süßer Minze, spritziger Zitrone und weinigen Tönen wetteifert. Schließlich tauchen weiche Noten von dunklem Kakao auf, sowie etwas Vanille und weiterer Holzrauch. Mit Wasser, zunächst süß, dann etwas abgetönter und pikanter, bevor die klare fruchtige Süße wiederkehrt.

Körper: Mittelschwer

Gaumen: Wundervoll in natürlicher Fassstärke. Süß, prickelnd und trocken, mit einer großartigen Mischung aus Holzasche, gebrannten Marmeladentörtchen, Melassetoffee und karamelisierter Orange. Dann alles durchdringender Rauch mit würzig-kräutriger Note und Nelken. Wasser macht ihn kühler und milder, verändert aber sein gut ausgewogenes Geschmacksprofil nicht. Zuerst dunkler Toffee, dann Räucherfleisch, Bücklinge, Asche und reinigende Phenole.

Abgang: Lang, kühlend und komplex; trocken, aber auch umhüllend. Sofort appetitlich, mit kandiertem Apfel, angebranntem Toast, Zitronenzesten, reifen roten Äpfeln und gebranntem Pflaumenkuchen. Ausgesprochen kräuterbetont und schwer mit holzigem Rauch, mit Wasser weicher.

Unser zusätzlicher Eindruck: Die Süße ist hier wirklich sehr deutlich vertreten, bevor sich die Asche durchsetzt. Ein ausgewogener, dichter Port Ellen – die Frage stellt sich, wie lange es noch Fässer dieser Qualität geben wird und wann die Zeit ihren Tribut fordert. Dieser hier jedenfalls zeigt noch keine Müdigkeit.

Mit dem Port Ellen endete der offizielle Teil der Verkostung und man stand danach noch zusammen, um die Eindrücke zu diskutieren. Ein schöner Abend war es, die weite Anreise wert, und wir hoffen, dass Sie an unserem Bericht ebenso viel Freude hatten wie wir an der Teilnahme an dieser außergewöhnlichen Verkostung.

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