Leser von Whiskyexperts konnten die Genese der Cabrach Distillery in drei Artikeln (hier, hier und hier) bereits mitverfolgen. Nun ist die letzte Voraussetzung für den Bau der Brennerei nach der Baugenehmigung im letzten September erfüllt: Der Cabrach Trust hat insgesamt 310.000 Pfund eingesammelt und damit den tatsächlichen Bau der Brennerei, die nach ihrem Heimatort im Süden der Speyside benannt ist, gesichert, berichtet The Spirits Business in einem Artikel – auch wenn der gesamte Bau insgesamt gut 3.5 Millionen Pfund kosten soll.
Die Geldgeber setzen sich wie folgt zusammen: Der Trust bekam £125,000 von der William Grant Foundation, £25,000 von Foundation Scotland, und £110,000 von der Reekimlane Foundation. Weitere £50,000 kamen von einem anonymen Spender.
Der Rest des benötigten Geldes wird über verschiedene Kanäle besorgt, und man möchte mit dem Bau noch in diesem Jahr beginnen. Geplant ist eine Produktion von 150.000 Flaschen pro Jahr, die 2019 anlaufen soll. Auch ein Shop und ein Cafe sowie Ausstellungsräume sollen entstehen, und man will 12 Beschäftigten Arbeit bieten.
Die heutige Verkostung führt Serge Valentin in die Destillerie Mannochmore. Man kennt sie als Whiskyliebhaber, vor allem der unabhängigen Abfüllungen wegen, denn eine offizielle Linie von dort gibt es nicht, abgesehen einmal von den Loch Dhu-Bottlings und der Abfüllung in der Flora & Fauna-Serie – und einigen sonstigen Einzelgängern.
Recht hoch fallen die Bewertungen heute nicht aus, klare Favoriten gibt es bei Serge heute auch nicht, die beiden „letzten“ Plätze teilen sich zwei Bottlings aus dem Haus Gordon & MacPhail, die Nase vorne hat eines von Cadenhead, aber auch das ist jetzt punktemäßig nicht der große Knaller. Aber auch gut ist gut, oder?
Hier die Punkte der Abfüllungen in der Verkostung:
Mannochmore 1996/2017 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, refill sherry): 79 Punkte
Mannochmore 20 yo 1997/2017 (52.7%, Cadenhead, Single Cask, hogshead, 276 bottles): 85 Punkte
Mannochmore 2006/2017 (59.4%, Gordon & MacPhail, Cask Strength, Taiwan Exclusive, refill sherry, cask #12934): 83 Punkte
Wie seit 2014, ein Jahr nach unserer Gründung, zählt die Whisky Fair Rhein Ruhr in der Remise Düsseldorf auch in diesem Jahr zu den Fixpunkten in unserem Messekalender – und wir freuen uns, dort viele anregende Begegnungen und Gespräche mit unseren Lesern führen zu können.
Natürlich hat die Messe auch wieder ihre eigene Messeabfüllung, und „just in time“ ist diese Messeabfüllung aus der Black Corbie-Serie nun in Deutschland beim Veranstalter der Messe, der Rolf Kaspar GmbH, eingetroffen. In einer Pressemitteilung hat man uns über die Eckdaten der Abfüllung informiert, und wir wollen diese Infos natürlich an Sie weitergeben:
Neu: Peated Ardmore Black Corbie – mit PX Finish
Der nagelneue peated Ardmore Black Corbie ist rechtzeitig zur Whisky Fair Rhein Ruhr eingetroffen und wird auf der Messe vorgestellt werden.
Er wurde am 11.06.2010 destilliert, am 22.02.2018 wurden 234 Flaschen davon mit 56,1 % vol Alk. abgefüllt! Er ist selbstverständlich nicht kältefiltriert und nicht gefärbt.
Dieser siebenjährige Whisky wurde in den beiden PX Quarter-casks gefinished, die zuvor beim Black Corbie Craigellachie erstmalig genutzt wurden! Somit hat er neben seiner Rauchigkeit auch elegante Süße erhalten!
Für alle, die es diesmal nicht zur Messe schaffen, ist der Peated Ardmore Black Corbie auch im Webshop der Rolf Kaspar GmbH erhältlich und wird danach auch bei ausgewählten Händlern in Deutschland zu finden sein.
Whisky wird seit jeher nicht nur getrunken, sondern auch gesammelt – sei es, um besondere Tropfen für später aufzuheben oder rein des Sammelns willen. Immer schon, und verstärkt in den letzten Jahren, war Whisky auch ein Gegenstand der Wertanlage – begünstigt durch den Umstand, dass ältere Jahrgänge immer rarer werden und sich der Markt für Whisky global ausweitet.
Märkte sind dynamisch und ändern sich. Gastautor Marco Jansen von der Whisky Investments GmbH wirft für uns vierteljährlich einen Blick auf den Sammlermarkt und berichtet dabei über relevante Ereignisse und Entwicklungen. Hier ist sein aktueller Beitrag, durch die Grippewelle ein paar Tage verspätet:
Der Whisky-Sammlermarkt – Bericht über das Q1 2018
Obwohl das Jahr an den internationalen Kapitalmärkten furios mit neuen Höchststanden bei Dow Jones und Dax startete, wurde das erste Quartal nach größeren Kursverlusten, verursacht durch den zwischen den USA und China aufflammenden Handelsstreit, mit einem Performanceminus abgeschlossen.
Deutlich ruhiger und weniger schwankungsintensiv ging es hingegen an den Whiskysammlermärkten zu. Obwohl zuletzt Jahr für Jahr neue Höchstkurse beim RW APEX 1000 Index der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. (bildet die Entwicklung der tausend gefragtesten Abfüllungen am Sekundärmarkt ab) erreicht wurden, konnte das erste Quartal mit einem weiteren Anstieg von +4% abgeschlossen werden. Bei den marktengeren Indizes APEX 100 sowie APEX 250 fiel die Steigerung doppelt so hoch aus – ein Indiz dafür, dass der Fokus der Sammler und Anleger sich immer weiter auf vielversprechende Abfüllungen fokussiert.
Der Blick auf die Entwicklung der Abfüllungen der einzelnen Destillen spiegelt das Marktgeschehen der letzten Monate durchaus wider. Während die Abfüllungen von Macallan nach dem sprunghaften Anstieg der Preise der letzten 24 Monate sich kaum vom Fleck bewegten, zählten die zuletzt schwächelnden Port Ellen und Rosebank zu den Gewinnern. Die anfängliche Skepsis nach Bekanntwerden der Wiedereröffnung scheint ins Gegenteil umzuschlagen und besonders die älteren Releases konnten deutlich im Preis zulegen – bei Port Ellen sogar im deutlich zweistelligen Bereich.
Wieder erstarkt ist nach einer längeren Seitwärtsbewegung auch das Interesse an Karuizawa. Entfacht durch die ambitionierte Preisgestaltung der letzten Releases erreichten die Preise des Distillery Index mit einem Plus von fast 10% ein neues Allzeithoch – es dürfte spannend werden ob sich dieser Trend weiter fortsetzen kann.
Die Aussichten für den weiteren Verlauf des Jahres sind immer noch weiter positiv. Neben den immer weiter steigenden Umsätzen am Sekundärmarkt ist zu beobachten, dass neue Releases namhafter Destillerien sehr stark nachgefragt werden. Neben den jährlichen Limited Editions werden vermehrt sehr alte High-End-Abfüllungen höchster Qualität – z.B. Dalmore 40, Macallan 50 etc. – am Markt platziert. Auch in diesem hochpreisigen Segment dauert es in der Regel nur wenige Tage bis diese Schätze neue Besitzer gefunden haben – ein weiteres Indiz für die Robustheit der Nachfrage und des Interesses an den Whiskysammlermärkten.
Marco Jansen von Whisky-Investments.de
Autor Marco Jansen, Gesellschafter der Whisky Investments GmbH, arbeitet seit 16 Jahren in der Finanzbranche und sein Betätigungsfeld 1– neben der Betreuung von vermögenden Privatkunden – sind die internationalen Kapitalmärkte. Vor etwa 10 Jahren entdeckte er bei einer Reise nach Schottland seine Leidenschaft für Single Malt Whisky. Seitdem verfolgt er mit Interesse die Whiskymärkte und eine kleine Sammlung erlesener Tropfen füllt die speziell dafür eingerichtete Vitrine in seiner Heimat am Niederrhein.
Unser Titelbild zeigt die Catedral do Whisky – die größte Whiskysammlung der Welt
Kilver, Gessner und No. 270, so nennen sich die letzten drei Neuerscheinungen aus der Destillerie Wolfburn hoch oben im Norden des schottischen Festlandes. Die Brennerei aus Thurso hat sich bereits eine große Fangemeinde geschaffen, und so sieht man wohl mit Interesse auf die Beschreibungen, die Serge für die neuen Whiskys geschrieben hat.
Eines vorab: Die Wertungen liegen eng beisammen, und die Unterschiede sind eher marginal. Aber eines hält Serge definitiv fest: Für das Alter findet er Wolfburn hervorragend, und er freut sich auf das Älterwerden (der Abfüllungen, zumindest).
Eine neue limited Edition von Woodford Reserve wurde heute von Brown-Forman vorgestellt: der Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley ist die 12. Edition der Master’s Collection. Die besondere Herstellung war eine Idee von Master Distiller Chris Morris – und wird in der nachfolgenden Pressemitteilung genauer vorgestellt:
Kreativität und Pioniergeist vereint: Woodford Reserve lanciert die zwölfte, limitierte Master’s Collection Cherry Wood Smoked Barley
Hamburg, im April 2018. Aus dem Besonderen wird das Beste: Die amerikanische Traditions- Whiskeybrennerei Woodford Reserve präsentiert mit Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley die zwölfte Edition der streng limitierten Master’s Collection. Diese trägt die unverkennbare Handschrift von Chris Morris, dem Woodford Reserve Master Distiller, der die Rezeptur persönlich konzipiert und kreiert hat. Entstanden ist der erste Kentucky Bourbon auf Grundlage gemälzter Gerste mit einem Malzgehalt von dreißig Prozent.
Die diesjährige Master’s Collection überzeugt durch eine besondere Rezeptur: Anstelle von natürlich gemälzter Gerste revolutioniert Master Distiller Chris Morris das Kornrezept durch die Verwendung von Malz, das während des Brennvorgangs mit Kirschholz geräuchert wurde. Dieser Vorgang lässt feine Noten von gerösteten Nüssen und geräucherten Mandeln im Bourbon hervortreten. So außergewöhnlich wie seine Rezeptur, so besonders sind auch die Aromen und der Geschmack des Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley: Der bernsteinfarbene Whiskey ist geschmeidig am Gaumen, weich und rund im Abgang durch die anhaltenden Noten von geräucherter Mandel mit einem süßen und fruchtigen Ausklang. Diese facettenreiche Melange setzt sich aus sattem Karamell, braunem Zucker und dunkler Schokolade, verfeinert mit einem Hauch von fruchtiger Kirschkonfitüre sowie nussigen, leicht rauchigen Noten zusammen. Ob pur oder on the rocks serviert – diese Master’s Collection ist der perfekte Whiskey für einen besonderen Abend mit Freunden.
Erstmals wurde die Master’s Collection von Woodford Reserve im Jahre 2006 herausgebracht. Die exklusive Serie hat sich längst zu einer beliebten Erweiterung des Woodford Reserve Produktportfolios entwickelt. Jede Master’s Collection ehrt auf traditionelle Art den wegweisenden und innovativen Produktionsprozess der Woodford County Distillery. Die Ausgangsbasis für die Master’s Collection bildet dabei stets der klassische Woodford Reserve Bourbon, der auf fünf wesentlichen Geschmacksäulen, den sogenannten „5 Sources of Flavor“ (Getreide, Wasser, Fermentation, Destillation, Reifung) gründet. Jeder einzelnen dieser Säulen schenkt Woodford Reserve besondere Aufmerksamkeit. So werden Jahr für Jahr und Fass für Fass beste Zutaten aus der Region mit dem seit Generationen überlieferten Wissen in besonderen Kentucky Bourbon Whiskey verwandelt.
Die Woodford Reserve Master’s Collection Cherry Wood Smoked Barley ist ab sofort in ausgewählten Spirituosenfachgeschäften und in der Top Gastronomie erhältlich.
Der neue Glenmorangie Grand Vintage 1989 ist nicht nur der Nachfolger des im Vorjahr erschienenen Grand Vintage 1990, sondern auch der Ersatz für den Glenmorangie 25yo, der nun nicht mehr produziert wird. Damit stellt er für die Highland-Destillerie ein wichtiges Leuchtturmprojekt dar, ist er doch der Rerpäsentant des Hausstils in der Oberklasse. Dr. Bill Lumsden hat den wahrscheinlich letzten Batches, die im ehemaligen Brennhaus destilliert wurden, unter Verwendung ehemaliger Côte-Rôtie Weinfässer einen ganz besonderen Charakter mitgegeben, der aber immer noch typisch Glenmorangie ist.
Präsentiert hat den Glenmorangie Grand Vintage 1989 in Wien Global Brand Ambassador Paul Malone, der aus der Praxis und nicht aus dem Marketing stammt (er ist bei Glenmorangie Purchasing Manager), und dessen Blick auf den Whisky ein fachkundiger ist. Grund genug für uns bei Whiskyexperts, Paul zu bitten, den Glenmorangie Grand Vintage 1989 mit uns exklusiv zu verkosten.
Im obenstehenden Interview beschreibt Paul zunächst die Genesis des neuen Malts von Glenmorangie, um sich danach ganz seinem Geschmack zu widmen. Nach der Verkostung sprechen wir mit ihm noch über das Fassmanagement bei Glenmorangie und seine Bedeutung für zukünftige Abfüllungen, sowie über den geplanten Ausbau der Brennerei, der nun langsam Fahrt aufnimmt. Neben der Erweiterung der Lagerhäuser, die schon länger offiziell bekannt ist, wird ja auch die Kapazität durch neue Brennblasen erweitert werden.
Wir möchten natürlich auch mit unseren eigenen Eindrücken zum Glenmorangie Grand Vintage 1989 nicht hinter dem Berg halten, ergänzend zu den Tasting Notes von Paul Malone, die wir für sehr treffend halten:
Wir fanden vor allem beeindruckend, wie in ihm Vielschichtigkeit und leichte Trinkbarkeit zusammenspielten. Er ist ein Whisky mit klassischer Eleganz, gehaltvoll und harmonisch, ohne überbordende Holztöne. Ein Schluck von ihm schafft eine ruhige Zufriedenheit, einen Genußmoment, der nichts Aufgesetztes hat. Vor allem aber: er ist ein ganz typischer Glenmorangie, der den Hausstil akzentuiert. Mit einem Preis von knapp 600 Euro ist er natürlich kein Alltagswhisky, aber das ist er auch aus seinem Wesen nicht. Wenn es einmal ein ganz besonderer Glenmorangie sein soll: Wenn das Portemonnaie passt, passt der genau.
Gestern wurde in Wien der neue Glenmorangie Grand Vintage 1989 vorgestellt, und zu diesem Anlass hat uns die Destillerie eine Pressemitteilung mit allen relevanten Informationen zum Whisky, der den Glenmorangie 25yo ersetzen wird, übermittelt. Wir bringen Sie hier ungekürzt für Sie, inklusive der Tasting Notes:
Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989
Eine grandiose Assemblage
Komponiert aus den finalen Batches des ehemaligen Brennhauses, assembliert aus den besten Fässern – Glenmorangie Grand Vintage 1989 spiegelt eine Intensität und Komplexität wie kein anderer 27jähriger gereifter Single Malt. Lesen Sie mehr über diesen außergewöhnlichen Whisky.
Über hundert Jahre lang wurden Glenmorangie Whiskys unter dem vertrauten Dach unseres alten Brennhauses destilliert. Doch zum Ende der 1980er Jahre stieg die Nachfrage nach unseren prämierten Highland Single Malt Whiskys so stark an, dass dieses ehrwürdige, jedoch zu kleine Gebäude, zu eng war. Im Jahr 1990 wurde deshalb das Warehouse No. 1, das ehemalige Zollfreilager aus dem 19. Jahrhundert, in das heutige majestätische Brennhaus umgebaut, um weitere Brennblasen zu beherbergen. Dieses Vermächtnis zelebrieren wir mit der Bond House No. 1 Kollektion, einer Reihe bedeutender Abfüllungen aus jener Zeit. Jeder Release wird von unseren talentierten Brennmeistern sorgsam ausgewählt und nur auf deren besonderer Empfehlung hin Teil dieser besonderen Kollektion.
Das Vermächtnis
Heutzutage zählt das Brennhaus von 1990, häufig auch als Glenmorangies „Hochland-Kathedrale“ benannt, zu den Schönsten in ganz Schottland. Doch die Ära des Vorgängers wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Destillerie haben. Mit der kraftvollen Komplexität des zweiten Releases der Bondhouse No. 1 Kollektion ehren wir mit dem Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 das Andenken an diesen besonderen Ort. Die dafür verwendeten Batches stammen aus den letzten Tagen des früheren Brennhauses.
Mit jahrelanger, äußerst sorgsamer Fassreifung dieses unvergleichlichen Single Malts wurde die Vision von Dr. Bill Lumsden, unserem Director of Distilling, Whisky Creation and Whisky Stocks, lebendig. „Ich war fasziniert vom besonderen Charakter dieses Jahrgangs, der so untrennbar mit der Geschichte des früheren Brennhauses verbunden ist,“ sagt er. „Glenmorangie von diesem besonderen Ort ist Vergangenheit und ich denke, wir zelebrieren dies angemessen mit diesem bedeutsamen Whisky.“
Das Prestige
Dr. Bill Lumsden wählte die besten Batches des Jahres 1989 und übertrug sie in seltene, ausgesuchte Fässer. Darunter herausragende, ehemalige Weinfässer, die besten Oloroso Sherryfässer und hervorragende Ex-Bourbon-Fässer. Mit äußerst raren, ehemaligen Côte-Rôtie-Weinfässern gelang Dr. Bill dem Whisky die Krone aufzusetzen: Benannt nach den sonnigen, steil terrassierten Weinbergen hoch über dem Ufer der französischen Rhône, ist der Wein der Côte Rôtie (französisch für „geröstete Hänge“) für seine kraftfüllenden, vielschichtig-gehaltvollen Aromen bekannt. Bislang niemals für die Reifung von Glenmorangie verwand, konnte Dr. Bill Lumsden kaum das Ergebnis erwarten, wie diese Fässer zur Komplexität des Single Malts beitragen.
„Es ist äußerst ungewöhnlich, Whisky in ehemaligen Côte-Rôtie-Weinfässern zu reifen. Zuerst sind sie sehr schwierig zu bekommen und die Reifung des Whiskys muss sorgfältig überwacht werden. Letztendlich ist auch die perfekte Vermählung mit weiteren Single Malts eine große Herausforderung.“
Die Sorgfalt
Nach fast drei Jahrzehnten konnte Dr. Bill Lumsden den perfekten Reifezeitpunkt der verwendeten Whiskys feststellen und sie in einer komplexen Assemblage der einzelnen Fässer zusammenführen. Jeder Single Malt aus den unterschiedlichen Fassreifungen spiegelt dabei seinen eigenständigen Charakter wider und komplettiert den in ehemaligen Côte-Rôtie-Fässern gereiften Whisky perfekt.
„Es ist wirklich eine überragende zweite Auflage unserer exklusiven Bond House No. 1-Kollektion,“ sagt Dr. Bill Lumsden. „Mit Glenmorangie Grand Vintage 1989 ist es uns gelungen, Glenmorangies Finesse mit den Noten reifer, roter Früchte aus den ehemaligen Weinfässern mit den tiefen Eichenaromen zu verbinden. Für eine Abfüllung dieses Alters bieten die süßen und etwas rauchigen Aromen eine überraschend große Vielfalt. Sein vielschichtiges Geschmacksprofil ist in herrlicher Weise intensiv und opulent.“
Die Kunst
Es scheint, dass das meisterhafte Können, das nötig ist, den Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 zu komponieren, nicht unbemerkt blieb: Der renommierte Autor der „Whisky-Bibel“, Jim Murray, beschreibt ihn als:
„Eine atemberaubende Assemblage von Single Malts, die sowohl in Geschmacksprofil als auch in der Textur meisterhaft kombiniert wurden.“ Und weiter: „Ein Dram von höchster Kunst“
Zurück in das alte Brennhaus, das weiterhin ein wichtiger Ort für die Destillerie ist: Bereits kurz nach dem Umbau wurde das Gebäude Teil des neuen Besuchszentrums und in ein kleines Museum umgewandelt. Jetzt, da es seinen neuen Zweck erfüllt, erweckt es die Vergangenheit der Destillerie für viele Besucher aus aller Welt. Sie können nun den Ort entdecken, wo Glenmorangie seit 1843 von Hand meisterhaft destilliert wird.
Verkostungsnotizen
An der Nase: Äußerst vielschichtig mit Aromen getoasteter Marshmallows, Mandeln und einer duftenden Kopfnote von Vanille mit Weichtoffee. Noten von Bratäpfeln springen hervor mit roten Früchten, schwarzen Johannisbeeren und tropischen Früchten, gefolgt von frisch gebackenem Brot, Bienenwachs und einem Hauch Holzrauch.
Auf der Zunge: Siruphaft, einem pfefferigen Gaumengefühl folgen reichhaltige, komplexe Noten von Bratapfel, butterweichem Toffee mit sanften Zitrus-Noten.
Im Nachhall: Noten von Orangenblüten verbinden sich mit Honig, Eukalyptusöl, Anis und Leder in einem langen, kräftigen Nachhall mit klassischen Aromen von Holz und Eichenspänen.
Hinter der etwas bombastisch klingenden Jobbezeichnung „Head of whisky intrinsic excellence“, die man Andy Watts bei der Distell Group, Besitzer von Bunnahabhain, Deanston und Tobermory, aber auch von Bain’s Cape Mountain Whisky, der mehrfach als besten Grain Whisky der Welt ausgezeichneten Marke aus Südafrika, gegeben hat, steckt eine Menge Verantwortung. Der ehemalige Cricketspieler ist nämlich für die Qualität des Whiskys aus Südafrika zuständig, und er ist heuer als Master Distiller/Blender of the Year bei den World Whiskies Awards ausgezeichnet worden.
Master of Malts hat mit Andy Watts ein Interview über seine Karriere und seine Prinzipien geführt, das auch schöne Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Bain’s Cape Mountain Whisky bietet. Auch über Neuheiten bei der anderen südafrikanischen Marke, Three Ships, erzählt Andy Watts, und warum er im Moment bei Bain’s Cape Mountain Whisky eher auf Kontinuität als auf neue Abfüllungen setzt.
Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem englischsprachigen Interview, in dem Andy Watts über den Einfluss der Region auf den Whisky gefragt wird:
Do you think that region has an identifiable terroir?
I would say yes, the specific climate of our little valley does affect. Let’s say you are making your whisky in Johannesburg, then you’re 6,000 foot higher in altitude than what Cape Town is, so you would expect there to be a difference in the whisky there. In our little valley, we get hot dry summers and cool wet winters. I think we can say that plays a specific role in how our end product comes about.
Später als sonst kommen momentan die Tasting Notes von Serge Valentin auf Whiskyfun – dass wir sie also nicht schon am Morgen präsentieren können, sondern erst am Nachmittag, damit müssen wir zur Zeit einmal leben. Egal – Hauptsache, sie kommen. Denn interessant sind sie immer, auch heute, wo es wieder um fünf Amerikaner geht.
Zwei davon sind, wie es der Fremdwortfreund ausdrücken würde, rezent, die drei anderen von alt bis uralt. Zwei davon sogar über 100 Jahre alt.
Wie machen sich so alte Bourbons? Fantastisch, wenn man dem Gaumen von Serge vertraut. Hier die Wertungen der Verkostung:
Booker’s 6 yo (62.7%, OB, Kentucky straight bourbon, batch #2017-01E, 2017): 85 Punkte
Reservoir Bourbon (50%, OB, bourbon, +/-2017): 85 Punkte
Very Old Fitzgerald 8 yo1958/1966 (43%, OB, for Germany, Kentucky Straight Bourbon): 94 Punkte
Belmont (no ABV statement, Kentucky bourbon, sour mash, +/-1910): 93 Punkte
Old Overholt 1909 (no ABV statement, Mellon private bottling, American rye, +/-1927): 93 Punkte
Einen zehnjährigen Glenlivet Vintage 2007 Sherry Cask Matured gibt es seit dieser Woche in Deutschland, und nur für Deutschland. Importeur Kirsch Whisky hat für die Small Batch Edition #1 in den Lagernhäusern von Signatory in Pitlochry fünf Fässer ausgesucht und dann auf 48.1% reduziert. Er stammt aus 2 1st fill Sherry Butts und drei First Fill Sherry Hogsheads. Hier die genauen Destillationsdaten der Fässer:
1st Fill Sherry Butt 900251 – 10.04.2007
1st Fill Sherry Butt 900252 – 10.04.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900195 – 27.03.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900196 – 27.03.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900197 – 27.03.2007
Insgesamt wurden davon am 19. März 2018 2927 Flaschen abgefüllt, natürlich nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. Sie sollten dieser Tage bei den Fachhändlern auftauchen.
Hier die Flasche in einer Vorder- und Rückansicht:
Flóki – so heißt der erste Single Malt Whisky, der von der Insel Island kommt. Die erste Abfüllung dieses Whiskys bringt Kirsch Whisky nach Deutschland. Darüber informieren sie uns heute in ihrer Pressemitteilung, die wir Ihnen hier ungekürzt präsentieren:
Island wird Whisky-Land
Erster Island-Whisky „Flóki“ jetzt in Deutschland erhältlich
Fünf Jahre ist es her, dass die Eimverk Distillery ihre Brennblasen in Betrieb nahm. Jetzt ist es soweit: Der erste Single Malt Whisky Islands ist abgefüllt. In Handarbeit aus isländischer Gerste hergestellt und in Ex-YoungMalt-Fässern gereift, verspricht „Flóki“ ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis – von dem sich ab sofort auch Fans in Deutschland überzeugen können.
163 Test-Destillationen, vier Jahre Experimente und dann noch einmal drei Jahre Reifung lang haben das Team der Eimverk Distillery und ihre Fans auf den ersten Whisky der Familienbren-nerei warten müssen – jetzt hat „Flóki“ die Fässer verlassen. Der Single Malt ist der erste Whisky Islands. Er reift in ursprünglich unbeleg-ten Fässern, in denen zuvor nur die „Young Malts“ der Familienbrennerei gefüllt wurden – Destillate, die bis zu drei Jahren gereift sind und bisher einen Vorgeschmack auf den Single Malt lieferten. In Handarbeit und zu 100 Prozent aus isländischer Bio-Gerste hergestellt, sorgt Flóki für überraschende und untypische Genussmo-mente: fruchtig-süß und zugleich voller Würze und Vanillearomen.
Isländische Gerste für einen untypischen Single Malt Whisky
Verantwortlich für den besonderen Geschmack des Whiskys ist unter an-derem die isländische Gerste: Das robuste isländische Getreide enthält we-nig Stärke, weshalb etwa 50 Prozent mehr Gerste pro Flasche Whisky ver-wendet werden muss als bei anderen Gerstensorten. Auch für die Fässer gehen die Eimverk Distillers neue Wege: „Flóki“ reift in Eichenfässern, die zuvor nur mit den Young Malts der Destillerie belegt waren.
Das Ergebnis ist ein untypischer Single Malt: Er duftet ungewöhnlich würzig nach Tannennadeln, Pinienkernen und Muskat, mit der Zeit auchfruch tig-frisch mit milden Vanillearomen. Im Geschmack ist „Floki“ überraschend süß und fruchtig, gefolgt von einer Würze, die an Wurzelgemüse erinnert.
Innovationslust inspiriert von Wikingerlegende Hrafna-Flóki
2009 gegründet, sorgte die Eimverk Distillery bisher unter anderem mit ihrem international ausgezeichneten Gin und Aquavit für Aufsehen. Der rauchige Young Malt von Eimverk ist ebenfalls ein Unikat: Da es auf Island keinen Torf gibt, wird traditionell mit Schafsdung geräuchert – auch das Malz für den „Sheep dung smoked Reserve“. Die Innovationslust der Eimverk Distillers ist von der Geschichte Islands inspiriert.
Nach einer langen und strapaziösen Reise kam der Wikinger Hrafna-Flóki erstmals auf die sagenumwobene Insel und taufte sie auf ihren heutigen Namen. Eimverk hat den ersten Single Malt Islands nach diesem Wikingerhelden benannt – inspiriert von seiner Entschlossenheit und seinem Mut Dinge zu tun, die zuvor noch niemand anderes getan hat.
Zwei interessante Neuheiten sind uns in der US-amerikanischen TTB-Datenbank aufgefallen: Zunächst scheint Glenfiddich eine neue Abfüllung im Rahmen der Experimental Series zu planen: Der Glenfiddich Fire & Cane wird wohl ein torfiger Glenfiddich werden, der in Rumfässern gefinisht wurde (daher auch der Name). Er wird mit 43% vol. Alk. abgefüllt werden. Hier die Labels dafür:
„The Spaniard“ von Compass Box ist besonders für Sammler der Whiskys von John Glaser interessant, wird es von ihm doch nur 360 Flaschen geben, die aller Voraussicht nach nur am US-amerikanischen Markt verkauft werden. Man findet in ihm in Sherryfässern gereiften Whisky nicht näher bezeichneter Herkunft, Highland-Whisky aus Bourbonfässern und einen kleinen Anteil von Islay Malt.
Auch hier haben wir die Labels für Sie:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Scotch Whisky muss in Schottland produziert werden, mindestens 3 Jahre in Eichenfässern gereift sein und mit minimal 40% vol. Alk. abgefüllt werden. Das sind die Umrisse der minimalen Ansprüche, die die Scotch Whisky Association und der Gesetzgeber an das Wasser des Lebens stellen und die durch ihre Vorgaben wohl mitgeholfen haben, Whisky zu dem zu machen, was er heute ist.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass diese Regeln auch recht strikte Grenzen setzen, wie Unternehmen auf geänderte Ansprüche des Marktes und vor allem neue Möglichkeiten reagieren können. Einen Trend zu leichteren und aromatisierten alkoholischen Getränken, kann man seitens der Whiskyindustrie unter dem Siegel des Whiskys nicht bedienen. In den USA, wo die Situation mit den Vorschriften ähnlich ist, hilft man sich damit, dass man diese dort extrem beliebten Getränke zwar unter dem Markennamen (Jim Beam Honey), nicht aber unter dem Begriff „Whiskey“ verkauft. Solcherlei gibt es in Schottland nicht, oder noch nicht. Das liegt daran, dass es für den heimischen Markt nicht wirklich relevant ist – aber wer auf Exportmärkte schielt, der denkt auch in der schottischen Whiskyindustrie über die vorgegebenen Grenzen hinaus.
Das ist, wie schon angesprochen, eine Entwicklung, die man ambivalent sehen kann – und dies tut auch ein Artikel in der Business Times, der sich unter dem Titel „Flavoured, low-alcohol Scotch? Distilleries test whisky’s limits“ mit eben dieser Frage beschäftigt. In ihm geht es zum Beispiel auch um Experimente mit Chocolate Malt, das dazu dienen kann, Whisky mit zusätzlichem Geschmack zu versehen und mit dem bereits experimentiert wurde. Man versucht darzustellen, warum die Industrie einerseits die Beschränkungen für sinnvoll erachtet, andererseits mit Experimenten über sie hinausgeht und aus eigener Sicht hinausgehen muss.
Wie sich die Whiskyindustrie in diesem Spannungsfeld bewegt und einige Stimmen dazu finden Sie im interessanten Artikel, der heute erschienen ist.
Wir bei Whiskyexperts verfolgen seit unseren Anfängen die Redaktionslinie, nur über Produkte zu berichten, die der Definition von Whisky entsprechen – mit einigen wenigen Ausnahmen, die uns für Whisky relevant erscheinen.