Mit Jennifer Nickerson haben wir zuletzt im Oktober im Rahmen der Falstaff-Gala in der Wiener Hofburg ein Gespräch geführt (Sie können das Video-Interview hier finden). Damals war die Finanzierung der irischen Brennerei noch nicht gesichert, aber Jennifer sagte uns, dass es dazu vielleicht schon im Dezember Neuigkeiten geben könnte.
Tatsächlich kam dann Mitte Dezember über die Irish Times die Information, das ssich die Tipperary Boutique Distillery ein 5 Millionen Investment gesichert habe (siehe hier).
Im Rahmen der Finest Spirits 2018 am letzten Wochenende in München konnten wir Jennifer wieder treffen, und natürlich interessierten wir uns dafür, wie es nun mit der Tipperary Distillery weitergehen würde. Und die Neuigkeiten, die wir dort von ihr erfuhren, sind höchst interessant und erfreulich:
Nach der Baugenehmigung, die man für das Frühjahr erwartet, wird man im Sommer nicht nur mit dem Bau der Destillerie und der Lagerhäuser beginnen, sondern gemeinsam mit Investoren auch ein Hotel und einen Golfplatz errichten, sodass die Tipperary Boutique Distillery Besuchern über das reine Brennereierlebnis hinaus Interessantes bieten kann. Tipperary soll so zu einem kombinierten Urlaubs- und Ausflugsziel werden.
Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen. Bild: Mareike Spitzer, irish-whiskeys.de
Mit dem ersten Spirit aus der Brennerei rechnet man übrigens spätestens mit Anfang 2019. Auch wenn Jennifer Nickerson es nicht aussprach, schwang in ihren Worten doch auch die Hoffnung mit, die erste Destillation bereits Ende 2018 durchführen zu können. Wir sind gespannt und drüclen die Daumen.
Sehen Sie das gesamte, knapp drei Minuten lange Interview obenstehend im Youtube-Video.
Private Edition No. 9
100% Matured in Rye Casks
46% Alk./Vol. Verkoster: Bernhard Rems Sample: Probe während des Launch-Events
Im Rahmen einer Live-Videoverkostung mit Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling & Whisky Creation, und Brendan McCarron, Head of Maturing Whisky Stocks, wurde gestern am Abend der neue Glenmorangie Spìos, die neunte Private Edition von Glenmorangie, verkostet.
Bei der Private Editions handelt es sich um die Ergebnisse von Neugier und Lust am Experimentieren. Dr. Bill Lumsden versucht mit verschiedenen Finishes und Fassreifungen, interessante neue Whiskyvariationen zu kreieren – die sich manchmal harmonisch in die Glenmorangie-Range einfügen (z.B. Milsean), manchmal aber in eine ganz andere Richtung zeigen (z.B. Tusail).
Der Glenmorangie Spìos gehört zur zweiten Kategorie. Er ist ungefähr sieben bis acht Jahre (Dr. Bill Lumsden gibt keine Altersangabe, aber Eckpunkte zum Ausrechnen) in amerikanischen Rye-Fässern gereift. In diesen Fässern, die rund um das Jahr 2008 oder 2009 zu Glenmorangie kamen (laut Dr. Bill 240 bis 270 davon, die aber nicht alle geleert wurden), lagerte zuvor sechs Jahre lang Rye-Whiskey mit einem Roggenanteil von 95%. Das, und das Destillationsdatum von wahrscheinlich 2002, lässt zumindest die Vermutung zu, dass der Rye-Whiskey von MGP in Lawrenceburg/Indiana im Auftrag anderer Destillerien/Marken produziert wurde, um dann wie damals üblich unter dem entsprechenden Markennamen in Kentucky gelagert und verkauft zu werden (welcher das ist, wäre reine Spekulation) – als gesichert ist das aber nicht zu betrachten.
Mit diesem Reifungs-Hintergrund sich als Resultat einen typischen Glenmorangie zu erwarten, wäre unangebracht. Und in der Tat hat der Spìos nichts von der Honigsüße, die man Glenmorangie gerne nachsagt.
Nase: Kräuterig, eher verhalten. Dunkle Toffee-Noten finden sich da, etwas Zitrusfrucht oder Mandarine. Anflüge von frisch gemähtem Gras. Mit Wasser ändert sich nicht viel, vielleicht mehr Kräuter als zuvor, aber das ist eher subtil zu nennen.
Gaumen: Würzig. Rufzeichen. Gewürznelken, Muskat, leicht holzig. Etwas Marzipan, etwas vom fruchtigen des Glenmorangie Original schlägt durch; Vanille gibt ihm etwas Weichheit, aber alles zusammen ist recht trocken angerichtet.
Finish: Die Trockenheit verstärkt sich, etwas Zitrus, die Restsüße verschwindet in Eichennoten. Mittellang.
Alles in allem: So wie zum Beispiel der Nectar d’Or kein Scotch mit darübergestreutem Sauternes ist, so ist der Spìos kein Scotch mit darübergestreutem Rye. Die Vorbelegung der Fässer mit Rye gibt dem sehr deutliche Würze, aber die dominant brotigen Noten von Rye oder dessen Eukalyptusfrische sind hier nicht wirklich präsent, allenfalls erahnbar.
Liebhaber von Glenmorangie und Liebhaber von Rye sollten zunächst einmal die buddhistische Tugend beherrschen, ohne Erwartungen an eine Sache heranzugehen. Er hat nämlich zu vieles nicht, was man sich erwarten würde. Aber er hat auch einiges, was ihn besonders und bemerkenswert macht.
In die Serie der Private Editions fügt sich der Glenmorangie Spìos bestens ein, denn er bietet eine interessante Eigenständigkeit. Er wird wohl nicht jedermanns Liebling, aber das sind die, die ein wenig anders sind, ja selten.
Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.
Von den Veranstaltern der Finest Spirits 2018 haben wir eine Pressemitteilung über die am letzten Sonntag in München zu Ende gegangene Messe erhalten, in der man eine durchgängig positive Bilanz des Events zog.
Über 9000 Besucher haben an den drei Tagen das Gelände der Messe besucht und dort diverse Spirituosen und Higlights erlebt. Die Messe war diesmal schwerpunktmäßig dem Bourbon gewidmet, aber auch andere Spirituosen, vor allem Scotch, kamen nicht zu kurz.
Hier die Pressemitteilung und einige Bilder, die wir gerne für Sie veröffentlichen:
Finest Spirits – Ein Resümee
München im Januar 2018: Die 13. FINEST SPIRITS blickt zurück auf ein rundum gelungenes Festivalwochenende. Mehr als 9.000 Besucher trafen am Wochenende vom 26. bis 28. Januar 2018 in den Hallen des MVG-Museums auf rund 100 Aussteller. Egal ob Whisky-Kenner oder Greenhorn, Genussmensch oder Einkäufer, Barkeeper oder Hobby-Sommelier, sie alle feierten die Welt der Spirituosen!
„Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert, dass so viele Menschen die Leidenschaft für hochwertige Spirituosen mit uns teilen. Aber es geht um mehr. Es geht um diesen ganz besonderen Festival-Spirit. Wenn man mit Besuchern und Ausstellern ins Gespräch kommt, abends durch die vollen Gänge streift und die einzigartige FINEST SPIRITS-Atmosphäre erlebt, dann spürt man diesen Spirit. Und dafür machen wir es!“,
so Festivalleiter Frank-Michael Böer.
Dieses Jahr stand die FINEST SPIRITS unter dem Bourbon-Stern: Exklusive Abfüllungen mit edlen Noten, Raritäten, Neuheiten und gute alte Klassiker – auf der FINEST SPIRITS traf sich die gesamte Bandbreite der Spirituosenwelt und präsentierte ihre Prachtstücke.
Und auch das Herzstück des Festivals, die FINEST SPIRITS BAR, huldigte dem amerikanischen Klassiker mit Signature Drinks. Barmaster Richi Link und fünf weitere renommierte Münchner Barkeeper hatten im Vorfeld des Festivals ihren ganz persönlichen FINEST SPIRITS-Drink auf der Grundlage ihres Lieblings-Bourbons kreiert. Darunter der „Hell`s Bells“ mit Knob Greek vom Barchef persönlich, „Ruster“ mit Wild Turkey von Andi Till (Pacific Times) oder Winter’s Mark mit Maker’s 46 von Max Schwarz (Lux Bar). Sechs Bourbon-Drinks warteten nur darauf, verkostet zu werden! Für Frank-Michael Böer steht fest: „Die neue FINEST SPIRITS BAR war ein voller Erfolg. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir bieten den Besuchern damit die volle Bandbreite – gute Drinks und Mix-Knowhow in Bar-Atmosphäre sowie exzellente Masterclasses und Pur-Verkostung an den Ständen.“
Dies zeigt sich auch am ausverkauften Masterclass-Programm. Ein besonderes Highlight: die Verabschiedung der Grande Dame der deutschen Whiskyszene Maggie Miller. Im Abschieds-Tasting konnte man ihr noch einmal alle Ehre erweisen und mit ihr Raritäten aus besonderen Jahrgängen der Brennereien „Allt A Bhainne“, „Ardmore“ sowie „Port Charlotte“ verkosten. Premiere feierte die Masterclass von Diageo. Thomas Plaue öffnete zum ersten Mal überhaupt auf einem deutschen Festival in einer Sonder-Masterclass die Schatzkammer. Darin zu finden waren streng limitierte, außergewöhnliche Abfüllungen, meist in natürlicher Fassstärke und oft aus bereits lange geschlossenen Brennereien. Ein Muss für echte Whisky-Fans.
So wie gestern widmet sich Serge Valentin auch heute der Lowland Destillerie Auchentoshan. Sie steht ja im Besitz von Beam Suntory und destilliert, so wie es früher in den Lowlands üblich war, dreifach.
Diesmal sind unter den vier verkosteten Abfüllungen keine aus der Destillerie selbst dabei, sondern es handelt sich durchwegs um unabhängige Bottlings. Zwei davon wurden für La Maison Du Whisky in Frankreich abgefüllt, sollten also bei uns nicht ganz so leicht erhältlich sein wie die übrigen beiden.
Diesmal sind die Bewertungen durchgängig hoch – 87 Punkte sind das Niedrigste, das von Serge diesmal vergeben wird. Die gesamte Auflistung der Flaschen in der Verkostung finden Sie nachfolgend, für die detaillierten Tasting Notes folgen Sie bitte unserem Link:
Auchentoshan 24 yo 1992/2016 (53.2%, Signatory Vintage, bourbon, cask #530, 226 bottles): 87 Punkte
Auchentoshan 1992/2017 (47.8%, Signatory Vintage for La Maison du Whisky, bourbon barrel, cask #5428, 159 bottles): 88 Punkte
Auchentoshan 10 yo 2001/2016 (54.6%, La Maison du Whisky, Artists #6, barrel, cask #800108): 88 Punkte
Auchentoshan 18 yo 1997/2015 (52.3%, Blackadder, Raw Cask, hogshead, cask #29009, 247 bottles): 90 Punkte
Destillerie Auchentoshan. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Eine Konstante bei Whiskyexperts ist die regelmäßige Suche nach einem neuen Whisky des Monats. Die Kriterien, welche dieser Whisky erfüllen muss, sind transparent und beständig; eine sehr gute Verfügbarkeit, kombiniert mit einer hohen Qualität, und das alles zu einem attraktiven Preis. In manchen Monaten drängen sich bestimmte Abfüllungen geradezu auf, in anderen Monaten fällt die Wahl ein wenig schwerer. Und ab und zu fragen wir uns, wieso wir diesen oder jenen eigentlich noch nicht in unserer Auswahl hatten. Wie auch jetzt: unser Whisky des Monats Februar ist der Springbank 10yo.
Nach der Hochzeit des Whiskys in Campbeltown …
Ihre besten Zeiten haben die Whisky-Brennereien in Campbeltown hinter sich, und seit dem gehen die Uhren hier anders. Noch vor knapp 100 Jahren stapelten sich quasi die Destillerien in dieser kleinen Stadt. Knapp über 30 aktive lizenzierte Whisky-Brennereien konnten in den 1910er Jahren gezählt werden. Doch mit Beginn der Prohibition in den Vereinigten Staaten begann der langsame und stetige Abstieg. Immer mehr Brennereien mussten wegen des Absatzrückgangs schließen. Nur noch zwei bestehende Destillerien gab es 1934: Glen Scotia – und Springbank.
Abseits der anderen schottischen Whisky-Brennereien, und auf der Halbinsel Kintyre auch recht abseits gelegen, hielt man bei Springbank scheinbar das Rad der Zeit an. Die Brennerei Springbank ist als eine der wenigen schottischen Destillerien noch immer im Familienbesitz. Die Produktions-Gebäude befinden sich weiterhin mitten in Campbeltown. Auch alle zur Produktion gehörenden Prozesse finden vor Ort statt. Bei Springbank verarbeitet man die verwendete Gerste in der eigenen Mälzerei. Die Lagerhäuser befinden sich vis-a-vis dem Brennerei-Gebäude. Und auch die Abfüllung der Flaschen wird in der eigenen Abfüllungs-Anlage auf dem Brennerei-Gelände durchgeführt. Ganz selten findet in Schottland die Produktion eines Whiskys ausschließlich an nur einem Ort, direkt bei der Brennerei, statt.
Der 10-jährige Springbank bildet den Einstieg in die sehr eigenständigen Whiskys von Springbank. Sowohl in früheren Bourbon-Fässern als auch in Ex-Sherry-Cask gelagert, finden sich in der Nase feine Frucht-Armonen, ergänzt durch Malznoten, Vanille und einem Anflug von Rauch. Am Gaumen überrascht die ölige Textur, er wird würziger und offenbart im Finish eine leicht Salzigkeit.
Die Springbank Whiskys haben weltweit eine große Fan-Gemeinde und auch über diese hinaus eine hohe Reputation. Der 10yo führt an diese Destillerie heran und präsentiert hier schon im recht jungen Alter, was die Brennerei und deren Whiskys ausmacht: eine sehr große Eigenständigkeit.
Als die Whiskyindustrie in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts darniederlag, importierten die US-amerikanischen Corti Brothers, ein Spezialist für Essen und Wein, von R.W. Duthie Co. in Aberdeen abgefüllte Whiskys für den amerikanischen Markt. Die Abfüllungen bestechen durch die hervorragende Zusammenstellung der Whiskys, die seltene Jahrgänge und bestens ausgesuchte Fässer repräsentieren.
Die bislang größte bekannte Sammlung von Abfüllungen der Corti Brothers, nämlich 26 Stück, kommen jetzt unter den Hammer und sollten an die 50.000 Pfund einbringen, schätzt das Auktionshaus Whisky Auctioneer. Zusammengetragen hat die Sammlung ein englischer Whiskyfan, und darunter befinden sich 21 eintigartige Bottlings, wie zum Beispiel die einzige Flasche Highland Park 1963, ein Jura 1966, Bowmore 1964, Clynelish 1965 und ein Springbank 1958.
Die Auktion ist jetzt live (siehe unser Link oben) und endet am 5. Februar, berichtet The Spirits Business. Die Flaschen werden einzeln versteigert, der Clynelish 1965 steht zum Beispiel momentan bei 3.222 Pfund.
Es ist eine Geschichte, wie man sie nicht selbst erfinden kann: Da geht jemand aus dem oberösterreichischen Salzkammergut nach Chicago und gründet dort gemeinsam mit seiner Frau, die er in den USA kennen- und liebengelernt hat, eine kleine Craft Distillery. Er macht alles anders als die Amerikaner, geht den eigenen Weg. Und obwohl er klein bleibt und unabhängig, verändert er innerhalb von 10 Jahren die gesamte Whiskeyszene der USA.
Die Rede ist von Robert Birnecker und KOVAL. Als er gemeinsam mit Sonat Birnecker 2008 KOVAL gründete, war die Szene der Craft Distilleries in den Vereinigten Staaten klein und überschaubar. Heute sind es an die 1800, und die Birneckers haben davon gut 180 mit Gerätschaften ausgestattet und weitere 300 beim Aufbau ihres Geschäfts beraten. Das mag zeigen, welche Bedeutung ihnen dort zukommt.
Robert und Sonat Birnecker. Bild: Koval Distillery
KOVAL ist in den USA ein Begriff, der weit über die Szene hinausstrahlt. Das liegt auch an ihren Produkten. Wer den Bourbon von KOVAL kennt, der weiß, dass er sich fundamental von den Standards in den USA unterscheidet. Es liegt auch daran, dass sich die Herstellung der Whiskeys bei KOVAL eklatant von den üblichen Methoden unterscheidet – von der Verarbeitung der Rohstoffe bis hin zu den Fässern.
In unserem exkluisven Interview mit Robert Birnecker auf der Finest Spirits in München haben wir darüber gesprochen, ebenso wie über die Pläne, jetzt auch stärker auf dem europäischen Markt präsent zu sein. Erfahren Sie mehr im obenstehenden, fünfeinhalb Minuten dauernden Videointerview. Wir wünschen viel Vergnügen!
Auf den ersten Blick wirkt die Überschrift für Whiskyfreunde etwas befremdlich, denn was hätte Whiskytrinken mit Strohhalmen zu tun – aber Plastikstrohhalme und -rührstäbe sind in der Barkultur ein unverzichtbares Accessoire, und ein Umweltproblem zugleich. Denn Plastik verrottet kaum und belastet zum Beispiel, zerrieben durch Umwelteinflüsse, als Mikroplastik auch unsere Nahrungsmittel und damit unseren Organismus.
So ist es also keineswegs befremdlich, sondern sehr erfreulich, dass sich die SWA (Scotch Whisky Association) in einer Presseaussendung dem Thema gewidmet hat und ankündigt, Plastikstrohhalme und -rührstäbe aus ihren Büros, Anlagen und Veranstaltungen zu verbannen. Bis 2020 will man gemäß der Umweltstrategie ohnehin auch die gesamten Verpackungen der Whiskyindustrie auf 100% wiederverwertbares Material umstellen.
Auch Firmen wie Diageo, Pernod Ricard und Bacardi haben bereits angekündigt, Plastikstrohhalme durch biologisch abbaubare Alternativen zu ersetzen.
Verkostungen bei Serge haben manchmal die Tendenz, sich mit für „Normalsterbliche“ unerreichbaren Abfüllungen zu beschäftigen, die entweder aus vergangenen Zeiten oder aus unbezahlbaren Flaschen stammen. Interessant zu lesen sind sie immer, aber mindestens ebenso interessant ist es, wenn Serge Valentin Standards oder leicht erhältliche Bottlings verkostet – so wie heute.
Heute geht es um die Lowland-Destillerie Auchentoshan, genauer gesagt um zwei Originalabfüllungen, wovon eine ein selbst in manchen Supermärkten erhältlicher Standard ist, die andere im Travel Retail steht. Die unabhängigen Abfüllungen stammen von Signatory und Douglas Laing und sprengen nicht die Brieftaschen normaler Whiskyfreunde.
Die Wertungsbrüller sind diesmal zwar nicht darunter (die Punkte gehen von 78 bis 84), aber gut ist auch gut, würden wir anmerken wollen.
Single Malt Scotch Whisky genießt, anders als Blends, durch gesetzliche Bestimmungen einen hohen Schutz, was Herkunft aus und Produktion in Schottland betrifft. Faktisch jeder Schritt in der Wertschöpfungskette muss im Land erfolgen von der Erzeugung bis hin zur Verpackung der fertigen Flasche. So ist es heute nicht mehr möglich, ein Fass aus Schottland zu exportieren und zum Beispiel in Deutschland abzufüllen und es dabei noch „schottischen Whisky“ zu nennen.
Sinn dahinter ist es natürlich, das Geld im Land zu verdienen. Auch bleiben dadurch viele Arbeitsplätze in Schottland, und die Kontrolle über die Qualität verbleibt ebenfalls im Ursprungsland.
Nicht ganz so streng sieht das die schottische Whiskyindustrie beim Thema Blend. Der kann nämlich auch in anderen Ländern geblendet, abgefüllt und etikettiert werden – das gilt, weniger bekannt, auch für Single Grain. Das versucht eine Initiative namens „Save our Scotch“ zu ändern, die von einer Gewerkschaft ins Leben gerufen wurde und mittlerweile auch in der Politik Unterstützung findet.
So hat sich nun laut einem Bericht in Herald Scotland der Abgeordnete der SNP (Scottish National Party), Martin Docherty-Hughes, hinter die Initiative gestellt und fordert für sie Unterstützung über alle Parteigrenzen hinaus. Er fordert die Bevölkerunng auf, sich bei ihren Abgeordneten für eine Änderung der Gesetze in der entsprechenden Richtung einzusetzen, und damit Arbeitsplätze in Schottland zu halten.
Wie die schottische Whiskyindustrie oder deren Interessensvertretung, die Scotch Whisky Asssociation, zu dieser Initiative steht, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.
Kommen Sie jetzt mit uns und dem Yamazaki 50yo auf eine Zeitreise, die Ihnen die Tränen in die Augen treiben wird – Tränen des Schmerzes als potentielle Käufer, Tränen des Glücks als Verkäufer.
Am 17. August 2014 war uns der Verkauf einer Flasche Yamazaki 50yo um satte 33.000 Dollar einen Bericht wert, den Sie hier nachlesen können. Vielleicht haben Sie damals den Kopf geschüttelt, wie man um alles in der Welt für eine Flasche Whisky diesen Preis bezahlen kann – selbst wenn das damals der älteste erhältliche japanische Whisky war.
Nun ist wieder eine Flasche Yamazaki 50yo versteigert worden. Wieder in Hongkong, aber diesmal nicht bei Bonham’s, sondern bei Sotheby’s. Und diesmal hat der Gewinner der Auktion 298.000 Dollar dafür gezahlt und damit den Weltrekord für den teuersten japanischen Whisky aufgestellt.
Mitte 2014: 33.000 Dollar. Anfang 2018: 298.000 Dollar. Es ist jetzt an uns, den Kopf zu schütteln. Warum haben wir den damals nicht gekauft? 🙂
Eines der Highlights auf der Finest Spirits 2018 in München war der Glenfiddich Winter Storm. Die Glenfiddich Experimental Series ist ja im Vorjahr mit zwei interessanten und gut erhältlichen Abfüllungen angelaufen (IPA und Project XX), mit dem Winter Storm kam danach ein Bottling, das streng limitiert und dementsprechend heiß begehrt war.
Wir hatten auf der Messe in München die Gelegenheit, mit Brand Ambassador Markus Heinze über den Glenfiddich Winter Storm und die Geschichte dahinter zu sprechen. Markus erklärt, wie es zur Abfüllung kam, was Ungarn und Kanada damit zu tun haben und was man sich geschmacklich vom Glenfiddich Winter Storm erwarten kann.
Unser obenstehendes Video dazu dauert vier Minuten und wir wünschen Ihnen wie immer viel Vergnügen damit. Und wenn Sie kein neues Video bei uns versäumen wollen (allein von der Finest Spirits in München haben wir noch einiges in petto), dann abonnieren Sie doch unseren Youtube-Kanal. Uns würde es freuen :-).
Und wieder mal Futter für Träume: Die schottische Insel Linga, ein Teil der Shetlandinseln, steht für wagemutige und abenteuerlustige Neo-Siedler zum Verkauf an – und das zu einem wirklich günstigen Preis: Nur knapp mehr als 283.000 Euro ist das Anfangsgebot bei der Auktion, in der das Eiland nahe der Shetland-Insel Wall zur Versteigerung kommt.
Wie Esquire berichtet, ist die Insel nicht gerade ein Zentrum pulsierenden Lebens: Die 259.000 Quadratmeter große Insel ist seit 1934 unbewohnt. Die beiden auf der Insel vorhandenen Häuser sind daher etwas heruntergekommen, trotz der strikten Bauvorschriften auf den Shetlands darf der neue Besitzer die Gebäude jedoch renovieren. Sogar ein neues Haus zu bauen wäre ihm erlaubt.
Der Anbieter, Vladi Private Islands, hat sogar Pläne für eine Solaranlage und ein kleines Windkraftwerk in der Schublade, sodass man nicht ganz von allen Vorzügen der Zivilisation abgeschnitten sein muss – allerdings darf man damit rechnen, dass man dann doch noch etwas mehr als den reinen Kaufpreis in das eigene Inselparadies investieren muss.
Werfen Sie im obenstehenden Video einen Blick auf die Insel und ihre Umgebung, die vielleicht schon bald Ihre neue Heimat sein könnte…
Von Diageo sind wir über eine personelle Veränderung informiert worden, die auch den Bereich Whisky tangiert. Gerald Gehrke hat mit Jahreswechsel das Unternehmen verlassen und übergibt seine Position am Oliver Weyerstall, zuletzt Commercial Director für die Marke Guinness und als Off-Trade Field Force Director für Deutschland.
Bitte entnehmen Sie alle Details dazu der nachfolgenden Pressemitteilung, die wir ungekürzt für Sie wiedergeben:
Oliver Weyerstall neuer Commercial Transformation Director Diageo Central Europe
Hamburg, 30.01.2018 – Oliver Weyerstall (45) hat mit Wirkung zum 1. Januar 2018 seine neue Position als Commercial Transformation Director Central Europe bei Diageo übernommen. Das Central Europe Cluster von Diageo fasst die europäischen Organisationsstrukturen der Märkte Deutschland, Polen, Österreich und Schweiz zusammen. Weyerstall löst damit seinen Vorgänger Gerald Gehrke (41) ab, der das Unternehmen zum 31. Januar verlässt und auf eine erfolgreiche Karriere bei Diageo zurückblicken kann.
Oliver Weyerstall
Mit Oliver Weyerstall will man an bisherige Erfolge anknüpfen und gemeinsam mit ihm das Unternehmen weiter nach vorne bringen. Seit 2009 ist es ihm erfolgreich gelungen, einen wichtigen Beitrag zum Wachstum von Diageo zu leisten. Sein umfassendes Verständnis des europäischen Spirituosenmarktes und sein Gespür für die Feinheiten des Handels, das er als Commercial Director für die Marke Guinness und als Off-Trade Field Force Director für Deutschland erworben hat, bestätigen seine Qualifikation. Beides konnte Oliver Weyerstall zuletzt in seiner Position als Senior Innovation Commercialisation Manager Central Europe unter Beweis stellen.
„Durch die Einführung neuer Produkte hat er unseren Markterfolg immer wieder entscheidend mitgestaltet,“ betont Dr. Christopher D. Stagg, Country Director Central Europe. Und weiter: „Ich freue mich sehr, dass ich Oliver Weyerstall als Commercial Transformation Director für unseren Cluster Central Europe gewinnen konnte. Er ist eine sehr erfahrene Führungspersönlichkeit und mit seinen langjährigen Kenntnissen unserer Branche und unseres Geschäfts, sowohl im Vertrieb als auch in der Vermarktung, wird er unseren erfolgreichen Weg in diesem wichtigen Bereich fortsetzen können. Ich wünsche ihm alles Gute für seine neuen Aufgaben und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm.“
Dr. Stagg würdigt zugleich die Arbeit des bisherigen Commercial Transformation Directors Gerald Gehrke und sagt:
„Ich habe die Zusammenarbeit mit Gerald Gehrke hinsichtlich seines großen Verständnisses für unser Geschäft, unsere Kunden und seiner starken Führung sehr geschätzt. Sein umfassendes Branchenwissen und seine strategischen Leistungen waren stets ein wichtiger Faktor für den Erfolg unseres Unternehmens. Ich möchte ihm für seinen Beitrag und sein Engagement für unser Unternehmen danken. Im Namen des restlichen Teams von Diageo wünsche ich ihm alles Gute für seine weitere Karriere.“