Unsere Leser konnten die Entstehungsgeschichte der Milk & Honey Distillery in Israel von Beginn an verfolgen. Zielstrebig hat man sich dort daran gemacht, einen eigenen Whisky zu produzieren – und die ersten 100 Flaschen des Ergebnisses werden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Ganze geschieht in Form einer Auktion auf der britischen Seite Whisky Auctioneer. Dort kann man den dreijährigen Single Malt aus American Oak casks, der die letzten sieben Monate seiner Reifezeit in ex-Bourbon Barrels verbrachte, zwischen 11. und 21. August ersteigern. Die mit 46% abgefüllten Flaschen kommen in einer Box, mit einem Zertifikat und sind handnummeriert.
Wer sich für den Whisky interessiert, bei der Auktion aber leer ausgeht, kann danach die restlichen 291 Flaschen der Erstabfüllung in ausgewählten Geschäften in Israel käuflich erwerben. Preis dafür ist uns aber keiner bekannt.
Heute wurde es öffentlich gemacht: Douglas Laing baut eine über 10 Millionen Pfund teure Destillerie im Herzen von Glasgow, nahe des Watermark Business Parks. Im Gebäude wird sich auch eine Abfüllanlage, sowie ein Büro, ein Besucherzentrum und ein Whiskylabor befinden. Auch ein Warehouse soll im Komplex Platz finden.
Die Lage der neuen Destillerie in Glasgow
In der Destillerie wird man einen eigenen Malt Whisky herstellen, der nach Angaben den Unternehmens vor allem für die Märkte in den USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Taiwan und den heimischen Markt gedacht ist.
Eine Darstellung des Destilleriegebäudes von Douglas Laing in Glasgow
Die Govan Distillery (Arbeitstitel) wird 38 Arbeitsplätze schaffen und von der schottischen Regierung mit £855,000 gefördert, die gesamte Finanzierung über 10,7 Millionen Pfund ist laut Angaben von Douglas Laing bereits gesichert. Im Unternehmen sieht man das auch als strategische Investition zum 70jährigen Firmenjubiläum, um in Zukunft noch unabhängiger agieren zu können.
Zu Beginn will man in der Govan Distillery mehr als 100.000 Liter Alkohol pro Jahr herstellen. Mit den Produkten, die dort erzeugt werden, will man sich von Beginn an im Premium-Bereich ansiedeln.
In Sachen Baugenehmigung verweist man bei Douglas Laing auf „weit fortgeschrittene“ Gespräche mit den Behörden.
Das Board von Douglas Laing mit Cara und Fred Laing (Vordergrund)
Morgen ist es endlich soweit: Laphroaig startet den Verkauf des Laphroaig Cairdeas 2017 nach zwei vergeblichen Anläufen nun neu. Auch der Laphroaig Cask Strength 009 wird dann zum Verkauf gelangen – auf einer Microsite, die nur den Friends of Laphroaig bekannt gemacht wird. Alle Infos dazu in untenstehendem Bild, das Sie zum Vergrößern anklicken können:
Gute Zahlen kann Diageo in seinem jüngsten Geschäftsbericht vermelden: Um 25% Prozent stiegen die Gewinne vor Steuern, auf 3.6 Milliarden Pfund, mit Nettoverkäufen, die um 15% auf 12.1 Milliarden Pfund stiegen. Davon gehen ein Viertel allein auf Verkäufe von Scotch Whisky.
Zu einigen der Marken von Diageo im Scotch-Portfolio: Johnnie Walker stieg um 6%, Buchanan’s und Black & White um je 16%.
In Europa stiegen die Verkäufe um 5%, in den USA und Asien jeweils um 3%. Afrika (+5%) und Lateinamerika, sowie die karibischen Länder (+9%), trugen ebenfalls zum Wachstum bei.
Ein Teil der Steigerung ist allerdings auch auf die veränderten Wechselkurse zum britischen Pfund zurückzuführen, betonte das Unternehmen.
Jung, kräftig und aus Destillerien, die nicht immer ihren fairen Anteil an Aufmerksamkeit bekommen – so könnte man die Session bei Serge Valentin heute umschreiben. Er hat sich drei junge unabhängige Abfüllungen im Alter zwischen sieben und neun Jahren ausgesucht, von ebenso noch recht jungen neuen Labels – und die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.
Wie wir vorgestern berichteten, hat sich der Umsatz bei Whiskyauktionen in Großbritannien über das letzte Jahr mehr als verdoppelt. Dass dem so ist, ist nicht allein den teuren oder außergewöhnlichen Flaschen zu verdanken, die dort unter den Hammer kommen, sondern auch den Whiskyfreunden, die auf diesem Weg nach Abfüllungen suchen, die im regulären Handel nicht mehr zu finden sind.
Aber natürlich machen diese außergewöhnlichen Flaschen den besonderen Reiz solcher Auktionen mit aus. The Spirits Business hat nun eine Auswahl von zehn interessanten Flaschen getroffen, die bei Auktionen gehandelt wurden – und sich dabei nicht nur von deren Wert, sondern auch von anderen Faktoren, wie zum Beispiel einer besonderen Präsentation leiten lassen. Das Preisspektrum reicht dabei von 550 bis 460.000 Dollar. Der von uns im Titel abgebildete Bowmore 1957 ist es übrigens nicht, der den höchsten Preis erzielte, er musste sich mit „nur“ 160.000 Dollar zufriedengeben.
Vor einigen Wochen kündigten die Besitzer der Destillerie Bunnahabhain, die Distell Group, an, eine Menge Geld in die Hand zu nehmen und die etwas heruntergekommene Islay-Destillerie von Grund auf zu renovieren (unser Bericht hier). Einiges wird sich dort also verändern.
Grund genug, noch einmal auf den Status quo zu schauen – mit einem fotografischen Reisebericht aus dem Mai 2017, den wir wieder einmal Alexandra Kreutz von Genuss am Gaumen zu verdanken haben, die uns freundlicherweise die Bilder zur Verfügung stellte. Begleiten Sie sie und uns also auf dieser und der nächsten Seite in den Norden Islays und schauen Sie mit uns in die Destillerie, die vielleicht gerade wegen ihrer Patina einen besonderen Charme zu besitzen scheint:
Und noch eine Meldung über die Lieferung neuer Stills können wir Ihnen heute bringen, diesmal aber von südlich der schottischen Grenze, wo die Aber Falls Welsh Whisky Distillery im Entstehen ist. Besitzer ist der britische Getränkehersteller Halewood International, der sich vor kurzem auch bei West Cork Distillers eingekauft hat (wir berichteten). Aber Falls in Abergwyngregyn ist die dritte Whisky-Destillerie in Wales nach Penderyn und Dà Mhìle, und die erste in Nord-Wales seit mehr als 100 Jahren.
Die im Bau befindliche Destillerie hat nun ihre Stills angeliefert bekommen. Das nachfolgende Foto, das die Brennblasen am Sattelschlepper zeigt, wurde von Stewart Hainsworth, dem CEO von Halewood Wine & Spirits Group, auf Linkedin gepostet:
Mangels eines Fotos der Destillerie zeigen wir Ihnen die namensgebenden Aber Falls, die landschaftliche Attraktion der Gegend, die sich kurz hinter dem Ort Abergwyngregyn befinden, als Titelbild. Photo credit: paul_p! via VisualHunt / CC BY
Unsere herzlichsten Glückwünsche an Serge Valentin zum 15. Geburtstag seiner Seite Whiskyfun.com – seit langem, noch immer und hoffentlich für lange noch DIE Quelle für ehrliche und interessante Tasting Notes.
Zur Feier des Tages verkostet Serge heute einen Whisky aus einer Destillerie, die noch vor dem 2. Weltkrieg stillgelegt wurde: Glenfyne. Der Whisky aus den 1930ern ist natürlich eine absolute Rarität – und dem Jubiläum angemessen. Die Wertung der Verkostung ist dabei gar nicht so wichtig, sei aber der Vollständigkeit halber hier natürlich auch angeführt:
Glamis (Glenfyne) 10 yo (86 US proof, OB, unblended pot still malt, for Greig, Lawrence & Hoyt, New York, 4/5 quart, 1930s): 88 Punkte
Interessant sind die Gedanken von Serge zum Jubiläum, zur Whiskyszene insgesamt und zu den Veränderungen, die im letzten Jahr stattgefunden haben. Dies, und die Geschichte von Glenfyne machen den Tagesbeitrag heute besonders lesenswert!
PS: Wer den Whisky auch kosten will (und gerade 7.500 Pfund locker hat) – er ist bei The Whisky Exchange erhältlich 😉
Hier, in der Nähe von Ardrishaig, lag die Destillerie Glenfyne. Photo credit: Draco2008 via Visual hunt / CC BY
Unsere heutigen News möchten wir mit einem exklusiven Feature beginnen: Die GlenWyvis-Destillerie in Upper Dochcarty, Dingwall, hat ja zu Anfang des Jahres mit dem Bau der durch Crowdfunding finanzierten Brennerei begonnen (Live-Bilder der Baustelle können Sie übrigens hier abrufen). Und während die Gebäude hochgezogen werden, hat man bei Forsyths in Rothes die Stills gefertigt.
Vor einigen Tagen nun sind sie bei, für Schottland untypisch wunderbarem Wetter, zur Destillerie geliefert worden. Wir haben die Verantwortlichen bei GlenWyvis ersucht, doch einige Bilder des Transports für unsere Leser zu machen und sie uns dann zur Verfügung zu stellen. Office Manager Josh Fraser hat sie uns nun gesendet (ganz herzlichen Dank dafür!) – und Sie können sie untenstehend sehen. Viel Vergnügen!
Für 6000 britische Pfund ist der neue The Dalmore 40yo zu haben, der heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er reifte zunächst in ex-Bourbon Fässern aus amerikanischer Eiche, danach für 30 Jahre in Gonzalez Byass Matusalem Oloroso Sherry butts. Nach dieser Reifung kam er noch in ein drittes Fass, ein first fill Bourbon barrel.
750 Flaschen, die mit 42% abgefüllt sind, kann man noch in diesem Jahr von ausgesuchten Händlern weltweit erstehen. Man bekommt einen Whisky, der laut den offiziellen Tasting Notes nach kolumbianischem Kaffee und Orangenmarmelade riecht, am Gaumen den Geschmack von Gingerbread und Honig entfaltet und sich im Finish geschmacklich in Richtung Blutorange, Apfel und Lakritze entwickelt.
Präsentiert wird der Whisky in einem Decanter der französischen Firma Baccarat, natürlich handgeblasen und mit dem Emblem von Dalmore verziert, das von den Hoflieferanten Hamilton & Inches erzeugt wurde.
Verkoster: Reinhard Pohorec Sample: Die Whiskybotschaft
Farbe: hell klar, golden schimmerndes Ocker, zart Richtung Bernstein, dichte Perlen mit glänzender Corona, kräftig viskos
Nase: sauber, sehr prononciert, kraftvoll intensiv nach Nuss-Nougat, deutliche Sherry Anflüge bereits in der Nase, dunkle Würze, kräftig ledriger Touch wie von sauer eingelegten Dörrpflaumen, Umeshu, würzig kräutrig mit herbschalig maritimem Einschlag, fast umami-artig, packend grünlicher Touch, grüne Walnuss, kandierte Orangenzesten, Arancini. Dann macht sich Mandelcreme und braune Butter bemerkbar, auch Vanille stimmt mit ein, dicklich einreduzierter Karamell, schokoladig, Fleur de Sel. Verspielt im Duft, intensiv ausgeprägt – die Nase profitiert deutlich von Wasserzugabe. Da wird das Ensemble deutlich komplexer, breiter, etwas mehr Frucht, etwas mehr Kräuter, überreife Banane, Milchbrötchen.
Gaumen: rein am Gaumen, wiederum intensiv zupackend, kräftige Struktur, markanter Alkohol aber wohlig eingebunden und nicht offensiv, weicher Schmelz, extraktsüß und von fruchtig schokoladiger Rundung, dahinter dann etwas süßliche Nussnoten, cremig dichter Oloroso, schwer würzig, Anis, etwas Fenchelsaat, Karamellbonbon mit Salzflocken bestreut, analog zur Nase. Mit der Zeit entwickeln sich Kardamom, Minze und etwas Selleriegrün.
Finish: langer Abgang, getragen von alkoholischer Kraft, etwas Gerbstoff und süßlich schwerer Würze, breit üppig, dicht verwoben, straight in der Stilistik, füllig, mit viel Druck, ein Kraftlackel, der seine Jugendlichkeit wohlig zu umspielen versucht, der Sherry legt seinen süßlich, dicht-würzigen Deckmantel über das Destillat.
Alles in allem: ein gelungener, kraftvoller Whisky mit schokoladig-schmelzigem Sherry Überzeug, Magnum mit Extra Karamell gefüllt und von galant üppiger Struktur. Sanft ist anders.
Manche Whiskys kommen auf den Markt, ohne dass die Destillerie auf dem Etikett genannt wurde. Meistens sind das Blended Malts, also mehrere zusammengemischte Single Malts, manchmal aber auch Single Malts, bei denen der Abfüller die Destillerie nicht angeben darf.
Solche Whiskys verkostet Serge Valentin heute – wie er selbst sagt, eine Art Blindverkostung. Die Wertungen dabei sind ganz passabel, und natürlich kann es Serge nicht lassen, hin und wieder zu raten, was er da wohl im Glas hat:
Vega 23 yo 1993/2017 (51.1%, North Star Spirits, blended malt, 400 bottles): 87 Punkte
Speyside 18 yo 1998/2017 (52.7%, Archives, butt, cask #1034, 239 bottles): 88 Punkte
Speyside 15 yo (43%, Chieftain’s, single malt, butts, 8400 bottles, 2015): 84 Punkte
Red Snake ‘Redneck RC02’ (61.3%, Blackadder, Raw Cask, first fill bourbon, 248 bottles, 2016): 83 Punkte
Speyside 20 yo 1995/2015 (53.6%, Chieftain’s, single malt, first fill sherry butt, cask # 1378, 645 bottles): 81 Punkte
Was die Nachfrage nach besonderen Abfüllungen und die damit umgesetzten Werte anbelangt, ist kein Ende des Booms festzustellen: Um 71% stieg die Anzahl der ersteigerten Flaschen von April bis Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – 21.617 Flaschen wechselten so die Besitzer, berichtet Rare Whisky 101.
Wertmäßig sieht das ganze noch imposanter aus: Statt 2.8 Millionen Pfund im Vergleichszeitraum wurden nun 6.18 Millionen Pfund umgesetzt, das sind um 121 Prozent mehr. Der Anstieg kam vor allem von Käufern aus dem asiatischen und US-amerikanischen Markt, die auf professioneller Ebene für Kunden als Wertanlage einkauften.
RW101 ist selbst erstaunt über diesen nach wie vor ungebremsten Anstieg, der auf ohnehin schon rekordbrechende Umsätze im Jahr 2016 folgte.