Mittwoch, 25. November 2020, 08:51:08

Wir verkosten: The One Whisky

Beam 2020 Laphroaig

Die neuen Whisky-Brennereien haben gerade zu Beginn eine große Aufgabe: wenn die Stills den ersten New Spirit produzieren und die ersten befüllten Fässer in die Lager rollen, dauert es noch 3 Jahre, bis die erste Flasche Whisky verkauft werden kann. Und trotzdem müssen auch in dieser Zeit Einnahmen generiert werden.
The Lakes Distillery in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands wird im September mit der Produktion ihres Whiskys beginnen. Im letzten Monat trafen die drei Stills ein. In ihrem Portfolio befinden sich aber schon drei Produkte. Neben The Lakes Gin und The Lakes Vodka gibt es “The One Whisky”, der erste britische Blend. In ihm befinden sich verschiedene Whiskys, die auf den britischen Inseln produziert wurden.
“The One Whisky” ist seit letztem Herbst auf dem englischen Markt erhältlich. Seitdem sind weitere Länder hinzu gekommen, neben den Vereinigten Arabischen Emiraten unter anderem auch Frankreich, Belgien und die Niederlande. Weitere europäische Länder sollen folgen, vielleicht findet The Lakes Distillery auch für unsere Gefilde einen Vertriebspartner.

The One Whisky wurde uns freundlicherweise von The Lakes Distillery zur Verfügung gestellt.

TheONEOutside

Nase: Eine leichte Klebstoff-Note, ein kleines bisschen frischer Rauch drängt sich mehr in den Vordergrund. Nicht brennendes Holz, vielmehr eher etwas leicht Glimmendes, Schwelendes. Plastik, Gummi? Oder doch eher Torf? Dazu vermischen sich Anflüge von Toffee und Vanille mit Weißwein-Creme.

Gaumen: Recht angenehmes Mundgefühl. Andeutung von Honig. Insgesamt hier nicht klar und eindeutig genug um exakt nennbar zu sein und deshalb etwas fordernd. Ein klein wenig ungestümer Alkohol, nicht unbedingt störend.

Finish: Kurz und knackig, mit einem leichten alkoholischen Brennen, trotz nur 40 % Vol.

Alles in allem: Die Redaktions-Disziplin fordert hier eine eindeutige Punktevergabe. Ihr hatte ich mich unterworfen in dem Wissen, dass irgendwann einmal ein Whisky seinen Weg in mein Glas findet, den ich nicht einfach mit ein paar Zahlen bewerten kann und möchte. Und so ist es dann auch jetzt gekommen.
The One Whisky ist ein Blend. Hier musste und konnte nicht auf vorhandene Lagerbestände zurück gegriffen werden. Ihm lag eine Ideen und Vorstellungen zu Grunde. Ein Jahr vor dem schottischen Referendum bringt The Lakes Distillery einen Whisky auf den Markt, in dem sie die unterschiedlich alten Whisky-Kulturen und -Stile der britischen Inseln vereint. Oder ist dies überinterpretiert?
Gründer und Geschäftsführer der The Lakes Distillery ist Paul Currie. Vor 16 Jahren baute er die Arran Distillery mit auf. In den ersten Jahren waren Whiskys aus dieser Brennerei vor allen Dingen Eins – unübersichtlich. Neben vielen Bourbon und Sherry Cask Abfüllungen und Special Editions gab es eine Vielzahl an Finishes. Es war für jeden etwas dabei. Wenn wir The One Whisky als Vorausschau auf den Whisky der Lakes Distillery nehmen (können), ist er eindeutiger und zielgerichteter. Oder ist dies überinterpretiert?

Die Redaktion pocht ein wenig ungeduldig auf eine abschließende Bewertung, und das mit Recht. Dem The One Whisky wird ein Gut verliehen.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

Whiskyexperts-Whiskyfreunde

3 KOMMENTARE

  1. Hallo, bin neu hier und in Sachen Whisky noch ein Greenhorn. Meine Frage: Ist jeder Whisky, auch die billigen Marken aus dem Supermarkt es wert einmal verköstet zu werden oder sollte man lieber gleich mehr bezahlen und was ordentliches kaufen ? Bin grade in Essex UK und habe einige günstige Blends gesichtet die es so leicht bei uns nicht zu kaufen gibt. Lohnt sich sowas ?

  2. Hallo Animal, Bernhard aus der Redaktion hier. Nein, nicht jeder Whisky muss gekostet sein. Gerade als Anfänger sollte man sich an die guten Standards halten, bis man sich etwas besser orientieren kann. Für den Beginn würde ich zu halbwegs günstigen Single Malts raten: Von der Sherryseite her sind Glenfarclas oder Glendronach schön, von den „Geraden“ würde ich persönlich sagen BenRiach 16 Jahre oder den Standard Glen Moray 12yo, Mit Rauch: Laphroaig Quarter Cask für die Mutigen und einen Talisker 10 Jahre für die Vorsichtigen. Sollte es alles im Supermarkt geben, und nach den drei Richtungen weiß man zumindest, wo die Reise überall hingehen sollte. Soweit mein Input, wie er in dieser Kürze möglich ist.

  3. Super. Dann lass ich den Fusel stehen und geniesse lieber länger an den besseren Labels. Thanks cheers Ani

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