Die internationale (Malt)-Whisky-Szene klatschte zufrieden Beifall, als die Japan Spirits & Liqueurs Producers Makers Association im Februar die Regeln für „japanischen Whisky“ neu und klar definierte (wir berichteten). Unter anderem muss als Ausgangsprodukt gemälztes Getreide und anderes Getreide genommen werden, wobei die Verwendung von gemälztem Getreide verpflichtend ist. Und der gesamte Produktionsprozess muss in einer japanischen Brennerei erfolgen. So weit, so gut.
Doch wie sieht es mit den populären und verkaufsstarken japanischen Blends aus? Für die großem Whisky-Hersteller stellt sich diese Frage nicht. Unter ihren Produktionsanlagen befinden sich auch Grain-Destillerien, die den benötigten Grain Whisky für japanische Blends herstellen können. Ganz anders sieht dies bei den kleineren Brennereien aus, wie Whiskey Richard auf seiner Website Nomunication schreibt. Da es in Japan nicht üblich ist, dass die Brennereien ihre Fässer/Whiskys untereinander tauschen, bleibt ihnen der Zugriff auf Grain Whisky verwehrt. So bleiben ihnen zwei Möglichkeiten: Sie beziehen den Grain Whisky von außerhalb Japans – und verzichten so dann auf das Label „Japanischer Whisky“. Oder entscheiden sich für den Bau einer eignen Grain Destillerie. Oder entscheiden sich für Kourui shochu. Diese dritte Variante stellt Whiskey Richard vor, und bringt uns ausführlich diese japanische Spirituose näher. In einen Vergleich von Kourui shochu mit Grain Whisky stellt er die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede dar.
Japanischer Whisky ist beliebt, aber ist er auch groß? Diese ganz interessante Frage stellt Whiskey Richard noch zusätzlich, ohne diese dann lang und breit zu beantworten. Denn das einfache Gegenüberstellen der Produktionskapazitäten der kleinen japanischen Brennereien und der weltweiten Nachfrage stellen das unausgeglichene Verhältnis dar und geben so eine Antwort. Und mit den neuen Regeln für japanischen Whisky wird der Bedarf ja nicht kleiner.
Zu Beginn des Jahres nahm sich Ralfy Mitchell bereits einer Abfüllung von John Crabbie &Co. an. Der Crabbie 15yo Single Malt (Review #860), der aus einer nicht näher genannten Highland-Brennerei stammt, erhielt 82 Punkte. Und Ralfy vermutete, dass die jüngere Schwesterabfüllung, der Crabbie 8yo Single Malt, möglicherweise eher die bessere Empfehlung sei.
In seinem aktuellen Video nimmt er sich genau dieser Abfüllung, und bestätigt hier seine Vermutung, wenn auch knapp. Mit und wegen eines Verkaufspreises (in Groß-Britannien) von unter £30 erzielt der Crabbie 8yo Single Malt eine um einen Punkt bessere Bewertung. Aus welchen gründen Ralfy hier 83 Punkte vergibt, und was es zu diesem Single Malt noch zu sagen gibt: In Ralfys Review #872 erhalten Sie die Antworten auf diese Fragen. Das Video finden Sie wie immer obenstehend oder auf Youtube. Viel Spaß und eine gute Unterhaltung wünschen wir.
Weiter geht es heute auf Whiskyfun mit Glen Garioch. Schon gestern konnten Single Malts aus der Highland-Brennerei überzeugen (bis auf eine Ausnahme). Und in der heutigen Verkostung, in der wir vornehmlich ältere unabhängige Abfüllungen finden, überzeugen alle, und manche wissen sogar zu begeistern. Gleich dreimal überspringen die Benotungen von Serge Valentin die 90-Punkte-Marke. So wird diese zweite Glen Garioch Session zu einem High End Tasting!
Nicht nur die Abfüllungen der irischen Clonakilty Distillery stehen im Mittelpunkt des Online-Tastings, das irish-whiskeys.de auf Zoom veranstalten wird – im Food Pairing wird es auch Fudge vom Aromakünstler geben, und als fünfte Spezialität Papdi, eine Süßspeise aus Indien.
Das Online-Tasting über Zoom findet am 30. April um 20 Uhr via Zoom statt – und alle Infos zu den Whiskys (plus Gin) sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie nachfolgend:
Zoom Clonakilty Whiskey & Fudge Tasting am 30.04.2021
Ihr wolltet schon immer alles über Clonakilty Distillery und deren Whiskeys und Gin erfahren, dann seid ihr zu diesem Zoom Tasting genau richtig. Aber ihr könnt nicht nur 4 tolle Whiskeys und einen Gin verkosten, sondern wir machen ein Food Pairing. Wir paaren die Whiskey und den Gin mit Fudge von dem Aromakünstler und Papdi, einer indischen Spezialität. Für dieses Tasting sind wir wieder kreativ für euch geworden und konnten einen lokalen Fudgehersteller finden. Der Aromakünstler hat sich auf die Herstellung von ganz tollen Fudgespezialitäten spezialisiert und wir haben davon 4 Sorten für euch ausgewählt. Einen Whiskey werden wir mit Papdi paaren. Dies ist eine indische Spezialität, die uns Spirituosenexperting, Julia Nourney, empfohlen hat. Erlebt spannende Kombinationen rund um süße Leckereien und tolle Spirituosen.
Außerdem habt ihr an diesem Abend erstmals die Chance die neue Sonderabfüllung Clonakilty Rivesaltes Cask Finish zu verkosten.
Freut euch auf einen tollen Abend mit vielen Informationen rund um Clonakilty Distillery.
Das Zoom Tasting findet am 30.04.2021 um 20 Uhr statt. Der Versand der Tastingsets erfolgt ab dem 21.04.2021 – bitte beachtet, dass die Plätze limitiert sind. Ein paar Tage vor dem Tasting erhaltet ihr den Link für das Zoom Event per E-Mail.
Das Set besteht aus 4 Whiskeys je 5 cl, 1 Gin je 5 cl und 4 Sorten Fudge und einer Sorte Papdi:
Und noch eine Nachricht aus dem Bereich des Marktgeschehens rund um Whisky hat uns heute erreicht: Die Lowland-Destillerie Bladnoch hat sich von der HSBC UK-Bank einen Kredit von 10 Millionen Pfund gesichert, um damit die internationale Expansion voranzutreiben.
Die Brennerei, die im Besitz des australischen Multimillionärs David Prior steht (siehe unser Video-Interview mit ihm vor 2 Jahren), möchte mit dem Geld die Präsenz in priorisierten Märkten (dazu zählen für Bladnoch Australien, China, Israel, die USA und einige nicht näher spezifizierte europäische Länder) ausbauen und die Wachstumsstrategie generell damit unterstützen. Zusätzlich will man in die Energieeffizienz der Destillerie in Wigtown erhöhen und den CO2-Fußabdruck minimieren. Erreicht werden soll das durch Erneuerung der Technologie sowie Renovierungsarbeiten bei der Destillerie und in den Lagerhäusern.
Laut Master Distiller Nick Savage konnte Bladnoch auch in den Zeiten der Pandemie den Umsatz erhöhen, und man will diese gute Ausgangslage nutzen, um in neuen Märkten präsent zu sein:
“While trading conditions have been challenging in the face of Brexit and Covid-19, we’ve managed to grow through this period and the business is now in a place where it can explore new opportunities to increase our international sales and reputation.”
Sie produzieren neben einem Rye-Whisky, einem Weizenwhisky und einer Abfüllung, die in Kollaboration mit der Sonoma Distilling Company in den USA entstand, zwar hauptsächlich Gin, Rum und Selzer, aber gerade die Whisky-Schiene ist es, die die East London Liquor Company mit den Einnahmen durch eine neue Crowdfunding-Kampagne forcieren will. Auf Crowdcube hat man sich das Ziel von £750.000 gesetzt, heute, am ersten Tag der Kampagne, sind zum Zeitpunkt, da wir diesen Artikel verfassen, bereits £618.608 durch 178 Investoren hereingekommen.
Warum sammelt die East London Liquor Company nach der Kampagne im Jahr 2018 (wir berichteten hier) wieder Geld ein? Die Destillerie schreibt dazu, dass man unter anderem die Whiskyproduktion erweitern möchte, in e-commerce investieren, neue Produkte entwickeln und das Besucherzentrum ausbauen wolle. Alex Wolpert, der Gründer, im Originalton:
:“Using the capital that we secure from this next round, we will continue to invest in our key export markets and our home turf, lay down 250 casks of whisky each year by 2023, and launch exciting new products, including delicious new collaborations with London’s Royal Botanical Gardens, Kew.”
Der Firmenwert wird mit 26 Millionen Pfund angegeben, man ziele darauf ab, jährlich 11 Millionen Pfund durch den Verkauf der Produkte zu erzielen.
Drei neue, streng limitierte Single Cask Abfüllungen der Sullivan’s Cove Distillery werden in einem Vergabeverfahren über ein Lossystem heute verkauft – alle drei in Tawny Port Fässern aus französischer Eichen gelagert und zwischen 12 und 15 Jahre alt.
Die Teilnahme an der Verlosung der Kaufoption begann gestern am Abend und endet heute um 16 Uhr. Diese Einzelfassabfüllungen sind allerdings kein billiges Vergnügen. Der Preis pro Abfüllung: umgerechnet ca. 350 Euro. Wer Interesse an diesen Abfüllungen hat, muss natürlich noch Versand und Zollgebühren dazurechnen
Hier Infos der Brennerei über die einzelnen Bottlings:
Our next release is almost here and it’s one we’ve been looking forward to for a long time. In the coming days, we’ll release three French Oak single cask whiskies; one of which is a variation we have never before released.
In addition to the first French Oak Tawny Single Cask to be released in 2021 (TD0286), we will be releasing two French Oak Second Fill Tawny Single Casks (TD0254A and TD0017). This is the first time we’ve ever released a whisky of this type.
TD0286 French Oak Second Fill Tawny Single Cask, bottled at 45.6% was aged for over 15 years and yielded only 428 bottles.
Nose
Pine cones steeped in pomegranate molasses, orange blossom water… GRENADINE DREAM. Muscatels, ripe blackberries, fine licorice, straight up No. 1 Medium grade Canadian maple syrup, Oh, Canada! Strawberry jam, Werthers Originals, Demerara sugar. Really fun biscuit note: sweaty, sweet, chitting barley, like your head is in the germination tank. Fresh berries, bright citrus and a florists‘ shop.
Palate
Beautifully silky. One almost need not say much more. Crème Angliase, macadamias, mastic. A delicate spice and cocoa base layer, middle section plays on the licorice theme, and a top of plummy bursts, lime musk, jam, thick cream, orange musk and biscuits.
Finish
Loads of chocolate, and a hint of nutty coffee. Almonds, lamingtons, dates, mastic, delicious rum balls of heaven. Juicy fresh figs and pistacio baklava.
TD0017 French Oak Second Fill Tawny Single Cask, bottled at 47.5% was matured for just over 12 years and yielded only 425 bottles.
Nose
Apple juice, ginger cake, dark honey and date molasses together as a deep brooding aroma. Baked notes mingle the breaddy/grainy character with the spice and dark sugars… Baking gingerbread, cloves, All-Bran with honey and prunes. Chocolate cake. The lift is found in vibrant citrus notes of lemon curd, and orange peel, and there’s that lovely melon-pith-flint note of a Borderies Cognac.
Palate
Rolling texture kicks it off. Dark rosewater, marshmallows and sherbet. Lemon rind, and an Italian rhubarb amaro. Chocolate ice-cream, dark anise/licorice, a deep jammy breadth. Shortbread (malty and buttery), light coconut and vanilla sponge. A very happy marriage of rolling dark sugars and brighter floral and citrus notes.
Finish
Cocoa, sponge cake, cooking spices and gingerbread; intensely clovey. A lovely gentle grapefruit juice with Campari gives breadth and brightness (like Dante’s Garibaldi). Touch of musk in the background, and a hint of rosewater.
TD0254A French Oak Tawny Single Cask, bottled at 47.6% was also matured for just over 12 years and yielded only 280 bottles.
Nose
Dried apple, slightly overripe peaches, lemon rind, cinnamon and licorice all sorts. This is one smooth spirit. Brown sugars, nutty notes (roasted peanuts and green walnuts) and malt (cookie dough, roasting bread, Ovaltine, deep cocoa). A soft gentle spice, and excellent balance.
Palate
Lots of cocoa, sultana tea cake and prunes. Big wave of lovely fruit: candied grapefruit, pickled watermelon, ripe stone fruit, strawberries, cantaloupe and a hint of pineapple. Ever so slight touch of allspice and prunes. A touch of saltiness with all of the complex flavour going on ends up in a big umami effect. Wow!
Finish
Cocoa continues, like the coating of a lamington. Gentle tea leaves, musky cream, tapioca pudding, lemon curd, gingernut cookie and treacle. A soft fennel note, watermelon, and a light touch of yellow bell pepper. A really interesting medley, lengthy in flavour and texture.
So wie es mit dem Tinnashrule 1.1 eine exklusive Abfüllung eines Whiskys der Waterford Distillery für Deutschland gibt, so hat man jetzt auch in UK ein spezielles Bottling der irischen Brennerei unter der Leitung von Mark Reynier auf den Markt gebracht – und weil wir viele Fans der so auf Terroir setzenden Waterford Distillery im Südosten Irlands unter unseren Lesern wissen, wollen wir auf diese britische Abfüllung hinweisen, auch wenn das Bestellen in UK momentan noch mit einigen Post-Brexit-Hürden versehen ist.
Der Waterford Grattansbrook 1.1 ist die erste Abfüllung von der Grattansbrook Farm im County Kildare. Dort baute man 2015 Taberna-Gerste an, und diese wurde für den Whisky verwendet. Sie wuchs auf einem fruchtbaren Überschwemmungsfeld am Barrow River. Der Whisky wurde 3 Jahre und 10 Monate in verschiedenen Fässern gelagert, darunter Fist Fills und Virgin Oak Fässer aus amerikanischer und französischer Eiche. Vertrieben wird er exklusiv von Speciality Brands und er wird in verschiedenen britischen Onlineshops zu finden sein.
Kostenpunkt in UK: 70 Pfund pro Flasche.
Hier noch die englischsprachigen Tasting Notes:
Waterford Grattansbrook 1.1 Single Malt has a rich texture with a dry and oily finish. Notes of raisins, cocoa powder, marzipan, green tea, white grapes and brown sugar can be found on the nose, accompanied by citrus zest, toffee, exotic spices and banana on the palate.
Auch im Vereinigten Königreich scheint man es kaum mehr erwarten zu können, schon bald wieder die unzähligen schönen Plätze des Landes zu besuchen – und zu diesen gehört zweifellos auch die Insel Raasay, zwischen der Insel Skye und dem schottischen Festland gelegen. Seitdem dort die Isle of Raasay Distillery steht, gibt es neben der Schönheit der Natur noch einen weiteren gewichtigen Grund, das kleine Eiland zu besuchen – und diesem Grund widmet sich ein bebilderter Artikel in der Online-Ausgabe des Daily Record unter dem Titel: „Raasay – The breathtaking whisky island we can’t wait to visit when lockdown ends“ stellt man die Destillerie und die Insel vor, und auch die Übernachtungsmöglichkeit dort. Hier ein kleiner Appetitanreger über das Hotel, das im gleichen Gebäudekomplex wie die Brennerei selbst beheimatet ist:
Not only can you stay in one of the island’s cosy bed and breakfasts, and the beautiful 21 bedroom Raasay House Hotel, but the Borodale House site where the distillery can be found is unique in that it may be the only site in Scotland that provides luxury accommodation within the same building as a working distillery.
The beautifully designed hotel has six stunning rooms available where you can enjoy not only the award-winning hospitality but also the chance to roll out of bed before enjoying a distillery tour and whisky tasting.
Es wird Frühling, die Sonne kommt raus – und das bedeutet, dass man wieder in den Garten will, um draußen die Natur zu genießen. Und Grillen. Und einen guten Whisky.
Und weil wir das alle schon gar nicht mehr erwarten können, veranstalten wir gemeinsam mit unserem Partner Bruichladdich ein Gewinnspiel, das alle drei Wünsche auf einmal erfüllt: Wir verlosen den einzigartigen Bruichladdich Kugelgrill, den The Classic Laddie aus der Islay-Destillerie und 6 Designgläser, damit Sie schon bald ein tolles Grillfest mit Freunden feiern können!
Und genau so, wie es nicht egal ist was auf den Rost kommt, ist es beim Whisky nicht egal, was ins Glas kommt. Getreu dem Motto #knowhatsinyourwhisky gibt der The Classic Laddie von Bruichladdich – alles preis, was man über ihn wissen muss. Wie? Das lesen Sie hier:
Heutzutage achtet man auf seine Ernährung und kennt sich im Bereich der Lebensmittel sehr gut aus, was die einzelnen Zutaten, deren Herkunft und ihre Verarbeitung anbelangt.
Bruichladdich findet, dass das auch beim Whisky nicht anders sein sollte. Und darum können Sie diese auch für die Qualität des Whiskys wichtigen Informationen auch mit Hilfe eines QR-Codes auf jeder Flasche Bruichladdich Classic Laddie finden.
Mit dem Handy gescannt oder auf der Website www.bruichladdich.com eingegeben, verrät er alles von der Getreidesorte über die Herkunft der Rohstoffe bis hin zu Details wie zum Beispiel den verwendeten Fassarten und im Fall des Bruichladdich Classic Laddie auch dem Alter der Vattings, die für die jeweilige Abfüllung zum Einsatz kamen. So ist der The Laddie Classic zwar offiziell ein Whisky ohne ALtersangabe, aber Sie als Genießer können das Alter aller verwendeten Fässer lückenlos sehen.
Dieses Transparenzkonzept verfolgt Bruichladdich seit der Neugründung im Jahr 2001 rigoros. Anstatt ein Geheimnis aus dem zu machen, was sie tun, ist es ihr Anliegen, ihr Wissen um den Einfluss von Terroir auf den Geschmack und die Qualität von authentischem Islay Single Malt Whisky mit anderen zu teilen und auf die Wichtigkeit von Herkunft und Nachverfolgbarkeit aller Rohstoffe hinzuweisen.
Und das, so schwört die Brennerei, schmeckt man in jeder Flasche des The Classic Laddie, den sie bei uns jetzt gewinnen können.
Damit die Party steigen kann: Gewinnen Sie The Classic Laddie und den Laddie-Kugelgrill von Weber!
The Classic Laddie schmeckt natürlich mit Freunden noch viel besser – und damit Sie die Flasche Ihres Gewinns richtig genießen können, verlosen wir dazu den original Kugelgrill von Weber im Laddie-Design, mit dem jedes Grillgut perfekt gelingt!
Und weil Stil sich auch in den richtigen Gläsern zeigt, legt Bruichladdich noch die richtigen Gläser zu Ihrem Gewinn dazu – und das gleich im Sixpack:
Und so gewinnen Sie das Grillset von Bruichladdich mit The Laddie Classic, 6 Gläsern plus Laddie-Kugelgrill von Weber!
#knowwhosinyourparty – Sagen Sie uns, welche Ihrer Freunde Sie zur Grillparty mit Bruichladdich einladen werden – und machen Sie die dann auf das Gewinnspiel aufmerksam, denn gemeinsam haben Sie noch mehr Chancen!
Ihre Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net – und zwar mit dem Betreff „Bruichladdich“!
Unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort und dem richtigen Betreff, die uns bis 25. April 2021, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir die Gewinnerin oder den Gewinner der Preise und geben sie am 26. April 2021 bekannt. Die Gewinne werden durch unseren Partner Bruichladdich versendet.
Pro Haushalt ist nur eine Teilnahmemail möglich!
Teilnahmebedingungen:
Beim Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, die Gewinnfrage beantwortet und seine Antwort mit dem Betreff „Bruichladdich“ einsendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 25. April 2021, 23:59 Uhr. Der/die Gewinner*in werden am 26. April 2021 auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts und Bruichladdich sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Gewinn wird von Bruichladdich versendet, wir übermitteln dafür die Gewinneradressen an das Unternehmen. Diese Daten werden dort wie alle Adressdaten bei uns nach Abschluss des Gewinnspiels sofort und unwiederbringlich gelöscht.
Hinweis zum Datenschutz: Wir erheben nur jene Daten von Teilnehmern, die für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig sind (Name, email-Adresse und Postanschrift). Alle in diesem Zusammenhang erhobenen Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels und der erfolgreichen Versendung des Preises ausnahmslos gelöscht und weder für unsere Zwecke weiterverwendet noch an Dritte weitergegeben. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden – und geben uns auch die Erlaubnis, Ihren Namen und Wohnort im Falle des Gewinns auf unserer Seite veröffentlichen zu dürfen.
Wir wünschen Ihnen viel Glück und drücken Ihnen die Daumen!
Glen Garioch zählt mit zu jenen Destillerien, bei denen Schreibweise und Aussprache weiter auseinanderklaffen als bei anderen. „Glen Gierie“ wäre die halbwegs korrekte deutsche phonetische Schreibweise, oder „Glen Geerie“ auf Englisch.
Gleich sieben der Whiskys aus der Brennerei verkostet Serge Valentin heute zum Wochenbeginn, beginnend mit drei offfiziellen Abfüllungen, wobei die erste, der Virgin Oak, so gar nicht zu gefallen weiß. Von da an sind aber die Wertungen durchgehend positiv, auch bei den vier unabhängig Abgefüllten.
Hier also die Wertungen der Verkostung in der tabellarischen Übersicht:
Glen Garioch ‚Virgin Oak No. 2‘ (48%, OB, +/-2019)
Noch ist es mit dem Reisen nicht einfach, was die Quarantänebestimmungen betrifft, aber es häufen sich die Anzeichen, dass der Whiskytourismus zunächst einmal für Einheimische langsam wieder möglich sein wird – und das lässt für die mittelfristige Zukunft auch für uns „Ausländer“ hoffen.
Nachdem nun einige schottische Brennereien wie zum Beispiel die Lagg Distillery auf Arran (ab morgen) oder Glengoyne (hier schon seit letzter Woche) für Besucher wiedereröffnen, ist es ab morgen auch bei der St. George’s Distillery der English Whisky Distilling Company soweit: Shop und Restaurant sind wieder geöffnet, ab 17. Mai soll es dann auch wieder Touren geben:
From Monday 12th April, we are re-opening our doors and can’t wait to welcome you back.
Our shop will re-open, fully stocked with our complete range of English whisky, along with a great range of glassware, clothing and gifts. Feel free to pop into browse!
The beautiful river walk within the distillery grounds will also be open.
Our friends at OakVilla Restaurant will also be opening their doors for the first time for outdoor service only. A beautiful stretch tent will keep the rain off, should the weather not be perfectly sunny.
Willkommen zur 227. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
In der Ausgabe 227 finden Sie einen Podcast und zehn neue Videos:
Friendly Mr. Z – Linkwood 30yo Amarone Finish Riegger
Whisky Evening – John Walker Celebratory Blend
The Malthead – Caol Ila „A Dream of Scotland“ cs. 25yo
World Wide Whisky – Macallan 12yo Sherry Oak Cask
Malte talks Malts – GlenAllachie 15 Jahre
Whisky Enjoy – Murray Hill Club Bourbon Blend Whiskey
WhiskyJason – The Balvenie Week of Peat 14yo
Pat Hock – High Coast Dálvve
The Whisky Waiter – ADoS Rosenrot Penderyn 7 Jahre
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv auf Whiskyexerts präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz, als Fortsetzungsgeschichte.
Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).
Das BuchWhisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten) ist momentan in der ersten Auflage vergriffen – über Neuigkeiten zu Bestellmöglichkeiten werden wir Sie natürlich rechtzeitig informieren.
Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection
Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 19)
Ein Geräusch von oben lenkte meine Aufmerksamkeit zum Dachgiebel hinauf und schon durchzuckte mich ein Schreck. Auf einer wackeligen Europalette stand ein Arbeiter, über und über mit weißer Farbe bekleckert, und strich ohne Seilsicherung, von einem mobilen Teleskoparm in die Höhe gehoben, die Giebelfront des Hauptgebäudes mit frischem Weiß. Wie ein Artist turnte er gut acht Meter über dem Boden unterhalb des Schriftzugs „Glen Scotia Distillery 1832“. Sein Hantieren mit der Farbrolle, die an einer Holzstange mit schwarzem Klebeband festgetapt war, sah so waghalsig aus, dass ich schon das Schlimmste befürchtete und schnell um die Ecke zurück in die Dalaruan Street lief.
Nach einigem Suchen fand ich den niedrigen Eingang zum Visitors Center, das sich als holzgetäfelte und urgemütliche Probierstube entpuppte. Wie in den Brennereien zuvor hatte man die alte Mälztenne zu Räumlichkeiten für Verkauf und Verkostung umgewidmet. Wieder einmal durfte ich erleben, dass Gäste aus Deutschland gerngesehene Gäste sind. Nun gut, ich war alleine gekommen und außer mir war kein anderer Besucher anwesend. Aber nicht nur bei Glen Scotia, sondern auf der gesamten Radtour sollte ich erleben, dass Deutschlands Image im Ausland viel besser als zuhause ist. So stand ich am Tresen als beliebter deutscher Gast und wurde hofiert. Mister Callum, ein verrenteter Vorarbeiter, der das kleine Center betreute, schenkte mir einen exklusiven Tropfen ein, einen 15jährigen Glen Scotia mit 63,5 % vol. Alkohol, dessen leuchtendes Bernstein viel Sanftmut vermuten ließ.
In der Nase lockten Zitrusfrüchte, die sich wie bei einer Schichttorte cremig über eine vanillige Eichennote legten und einen federleichten Pfirsichduft verströmten. Der Strauß an Aromen hätte nicht harmonischer duften können. Am Gaumen erlebte ich gleich einen Reigen aus Rosinen, Feigen und Karamell. Erstaunlich – fruchtige Aromen und malzige Holznuancen lagen sich harmonisch in den Armen. Leider war diese Umarmung zu flüchtig, ihre Verbindung hielt nur kurz und hatte keinen Bestand. Schlimmer noch, es folgte eine echte Enttäuschung: eine Holzkeule zertrümmerte im Schlund und in der Speiseröhre die anfängliche Begeisterung und hinterließ im Abgang ein unversöhnliches Brennen in der Kehle. Nach einem zweiten Schluck lautete das Resümee: Antritt faszinierend frisch, doch im Abgang viel, viel trockenes Holz und herbes Kratzen. Bei bestem Willen, ich konnte dem exklusiven Glen Scotia nicht mehr als drei Stützräder geben.
Höflich bedankte ich mich bei Mr. Callum, dem Pensionär, der Springbank und Glen Scotia gleichermaßen kannte, und trat durch die niedrige Tür auf den nassen Gehweg hinaus.
Neugierig, ob der Maler noch durch die Lüfte turnte, schaute ich wieder um die Ecke. Zum Glück hatte sich der Artist wider Willen verzogen, die Farbrolle und der Eimer standen allerdings noch verkleckert am Boden herum. Irgendwie lockte mich die Unordnung an und ich entschloss mich, den Innenhof zu erkunden. Das Tor des Lagerhauses stand offen und aus dem düsteren Inneren strömte der Duft der Engel, deren Odeur mich schon wieder beschwipste. Fässer über Fässer, sechs Regale hoch, stapelten sich im fensterlosen Raum bis knapp unter das dunkel verschattete Dach. Vor dem offenen Tor ratschten seelenruhig zwei Arbeiter mit dem Gabelstaplerfahrer, der gerade die Umschichtung einer Fässerreihe beendet hatte. Wieder mal auf Gälisch erklärte der Fahrer mir, dass die untere Lage nach oben rotieren müsste und die obere nach unten, damit der Whisky in unterschiedlichen Klimazonen reifen konnte. Im ersten Moment erschien mir diese Hoch-Tief-Aktion übertrieben, doch als ich den Kopf in den Nacken legte und hinaufsah, eröffnete sich mir der Sinn der Massnahme, denn das Blechdach wurde im Sommer sehr heiß und im Winter kalt, während die Kiesschüttung des Hallenbodens in der heißen Jahreszeit und im Winter kühl blieb.
By Abbieclements – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99286834
Gerade als ich das Gelände verlassen wollte, pirschte der Gabelstapler an die Pritsche eines eingefahrenen Lasters heran und fing sofort an, Paletten mit graubraunen, nicht mehr neuen Fässern abzuladen. Auf den Fassköpfen der angelieferten Ware stand eingebrannt das Insignium: Beam, USA. Das Brandmal bewies, dass es sich bei der eingetroffenen Ladung um frisch aus den Staaten importierte Ex-Bourbonfässer handelte. Hätte ich mich nicht ausgekannt, ich hätte verächtlich die Nase gerümpft: gebrauchte Fässer, graubraun, dreckig und fleckig und durch die Bank unansehnlich anzuschauen! Doch diese Geringschätzung wäre fehl am Platz gewesen, denn die Karamell-Note der gebrauchten Fässer bildet das geschmackliche Rückgrat eines Single Malt. Seit 1940 ist es gang und gäbe, dass ein new make zur ersten, mehrjährigen Reifung in ein Ex-Bourbonfass gegeben wird, denn das Einmaleins lautet: gebrauchte Bourbonfässer aus nordamerikanischer Weißeiche verpassen ihm jene begehrte Note von Karamell und Vanille, während jungfräuliche Weißeiche eine holzige Note mit Röstaromen liefert.
Den Tesco-Supermarkt passierend, schlenderte ich die Esplanade entlang wieder in Richtung Zentrum. Das Meer an meiner Seite gehorchte dem Rhythmus von Ebbe und Flut und in den Stunden des Nachmittags warf es weit draußen Wellen. Das befestigte Ufer roch süßlich nach Algen und salzigem Tang. Niedlich anzuschauen, die großen graugrünen Krebse, zwischen den bemoosten Steinen huschten sie aus Angst vor den Möwen von Deckung zu Deckung.
Auch in mir zog sich etwas zurück und schürte Verlassensängste. Es war jenes wehmütige Gefühl, das jeder beim Abschied von einem liebgewordenen Menschen oder einem vertrauten Ort kennt. Schon bald musste ich einem Ort den Rücken kehren, wo ich viel erfahren hatte – viele technische und handwerkliche Kniffe des Vorbereitens, Destillierens und des Fassmanagements. Im verregneten Campbeltown hatte ich ein Plätzlein gefunden und gelernt, dass das Erzeugen einer vergnüglichen und komfortablen Spirituose ein ehrwürdiges Traditionshandwerk war, ein Handwerk, das sich aus harter Hand- und Maschinenarbeit speiste.
Glen Scotia. Bild Uli Franz
Schaukelt ein Whisky, egal ob Single Malt, Blend oder Bourbon, bernsteinfarben und verheißungsvoll im Glas, ist es nur schwerlich vorstellbar, wieviele Schweißtropfen und Handgriffe und dann Geduld, Geduld und nochmals Geduld es kostet, bis das perfekte Dram zum Trinken angerichtet ist. In den beiden Campbeltowner Regentagen dämmerte mir, dass Trinkgewohnheiten eine kulturelle Angelegenheit sind und dass genau deshalb die Geduld eine ehrbare Ingredienz des Whiskys ist. Nicht umsonst kursiert unter Kennern der Spruch „Geduld ist keine Eigenschaft, sondern eine Zutat“.
Zu Beginn meines Whiskyunterrichts hatte ich mich noch in deutscher Manier gefragt, warum sind die Schotten solche Langweiler? Warum sind sie so einfältig und warten eine halbe Ewigkeit, bis sie den richtigen Trinkmoment für gekommen erachten? Warum halten sie es nicht wie wir Deutschen, wie die Polen oder die Russen und zwitschern den Korn oder Wodka gleich nach der Destillation? Langsam, ganz allmählich glaubte ich, das Geheimnis der Schotten, eben die Geduld, gelüftet zu haben. In diesem Sinn war Campbeltown zu einem Sesam-öffne-dich geworden.
Zum Abschluss meines Besuchs in Schottlands südlichster Whiskystadt gönnte ich mir nach einem Fischdinner noch einen Drink in der Hafenkneipe Bilbannam.
Kaum, dass ich durch die Schwingtür in die gerammelt volle Schankstube trat, sprangen mich von der Bar und von den vorderen Tischplätzen her strenge Blicke an, als wäre ich ein stadtbekannter Zechpreller. Augenblicklich schmolz der Schneid des Soloradlers dahin und vor lauter Verlegenheit wusste ich plötzlich nicht mehr, was ich inmitten all der Männer, der abgeheuerten alten Matrosen, der Destilleriearbeiter, der Automechaniker und der Bauarbeiter hier wollte. Gezwungen lächelnd nickte ich der glotzenden Gemeinschaft zu und stellte mich an einen freien Platz am langen Tresen. Der kurz abgeebbte Lärm gab mir ein wenig Zeit, um mich umzusehen. Die meisten Männer im schlecht belüfteten, von Zigarettenrauch geschwängerten Schankraum trugen karierte Flanellhemden über gewaltigen Bäuchen, die in blauen und schwarzen Arbeitshosen steckten. Urig wie man sie von Seebären kennt, sahen alle wettergegerbten, bartlosen oder bärtigen Gesichter aus und mittendrin kam ich mir vor wie ein frischgeschlüpftes Küken. Doch dann entdeckte ich ein zweites Küken im überhitzten Raum, ein ungemein kindlich wirkendes zartes Mädchen mit einem käsig bleichen, runden Gesicht unter rotbraunen Haaren, das als Barfrau die Gäste an der Theke und an den Tischen bediente. Das bleiche Kind wirkte zerbrechlich und irgendwie kränklich, so als käme es nie an die frische Luft. Wie ich bei ihr ein Draft bestellte, fiel mein Blick auf das Flaschenregal in ihrem Rücken.
Oh Wunder, da stand zum Greifen nahe inmitten vieler angebrochener und auch halbleerer Spirituosen mein Schicksalswhisky, die schwarzgrüne Flasche mit der großen weißen Zahl – der VAT 69. Aufgeregt zeigte ich mit ausgestrecktem Arm auf die Flasche und bat das zarte Barmädchen: „Bitte, von dem ein Dram“.
Verwundert sah sie mich an, gar befremdet, als behauptete ich, ihr Vater zu sein. Kurz angebunden sagte sie: „Die ist leer!“
„Was für ein Pech“, antwortete ich, „wo krieg ich davon eine Flasche her?“
„Weiß ich doch nicht!“
Eine solch knappe Antwort sollte ich noch öfters erhalten, sobald ich auf der weiteren Reise nach etwas Ausgefallenem und Nichtalltäglichem verlangte.
Da stand ich nun an der Theke und wusste nicht so recht, sollte ich als nächstes die VAT 69-Fährte aufnehmen oder die Suche ans Ende meiner Radtour vertagen? Schließlich entschied ich mich für das Hier und Jetzt und ließ mir von dem schrecklich bleichen Thekenkind ein blondes Belhaven zapfen. Mit einem großen Schluck wurde ich Teil der urigen Gemeinschaft, weil ich tat, was alle hier taten: Bier aus großen Gläsern trinken. Während um mich herum wieder lärmend auf Gälisch palavert wurde, stellte ich fest, dass alle vor sich Gläser mit Ale oder einem Blond stehen hatten. Keiner gönnte sich einen Kornwhisky oder gar einen teuren Single Malt. Überhaupt war mir inzwischen klar geworden, dass in Schottland im Vergleich zur Massenfertigung herzlich wenig Whisky getrunken wurde.
Wie hatten sich doch die Zeiten seit den achtziger Jahren verändert! Wieviel zahmer und genügsamer waren die Schotten geworden! Noch vor vierzig Jahren wurde zu Silvester und Neujahr zuhause in der Familie und im Pub versöhnlich mit den Nachbarn bis zum Umfallen gepichelt. Und nicht nur zwischen den Jahren, sondern zu jeder Jahreszeit kreiste der Flachmann im Freien, beim Fischen oder Jagen oder unter den Wanderkameraden.
Dass sich kein Einheimischer zu mir gesellte und mich in ein Gespräch einband, gramte mich nicht. Das Alleinsein an der Stehtheke nutzte ich zum Bilanzieren. Obwohl es die beiden letzten Tage nur geregnet hatte, war mein Stimmungsbarometer nie unter Null gefallen, vielmehr hatte mich stets eine leichte Wohlfühlbrise umweht. Bei Springbank und in den Gesprächen mit den Adepten der Whisky Schule hatte ich so viel Grundwissen über das Whiskymachen erhalten, dass ich mich ab jetzt in einer Runde von Connaisseurs nicht mehr zu verstecken brauchte. Nun war der richtige Moment gekommen, am südlichsten Punkt meiner Radreise umzukehren und die Fahrt nach Norden anzutreten. Mit dem Auto wäre das ein Klacks von fünf Stunden Fahrt gewesen – aber mit dem Fahrrad? Wie lange würde die Fahrt nach Inverness wohl dauern? Noch hatte ich nur eine vage Vision, aber keinen Fahrplan.