Scotch Whisky Association mit neuer Nachhaltigkeits-Strategie

Klimaneutralität ist ein wichtiges Ziel für viele Unternehmen, auch im Zeichen des Kampfes gegen den Klimawandel. Nachdem sich schon Diageo mit einer eigenen Strategie dazu verpflichtet hat (den Bericht dazu finden Sie hier bei uns), hat nur auch die SWA, die Scotch Whisky Association, einen konkreten Plan dafür erstellt.

Dieser Plan sieht einige konkrete Schritte vor, wie das Ziel (und bis wann) erreicht werden soll:

  • Die Klimaneutraliätet soll für die gesamte Whiskyindustrie bis 2040 erreicht sein
  • Bis 2025 sollen alle Verpackungen und Gebinde wiederverwendbar, recyclebar oder kompostierbar sein
  • Man verpflichtet sich, aktiv zum Schutz der schottischen Moorgebiete beizutragen
  • Bei der effizienten Nutzung von Wasser sollen alle Produzenten 2025 bereits im Rahmen der Richtlinien liegen

Seit 2009 verpflichten sich die schottischen Whiskyproduzenten in ihrer Umweltstrategie zu umweltbewußtem Handeln. Seitdem hat man bereits einiges erreicht, so der Artikel in Insider.co.uk:

  • Eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um 34%
  • 28% der Energie der Unternehmen wird von nicht-fossilen Energiequellen gestellt (2009 waren es 3%)
  • Die Effizienz bei der Wassernutzung konnte um 22% gesteigert werden
  • Nur mehr 1% Abfall wird in Deponien gelagert, 75% weniger als 2016

Video: Die Dingle-Halbinsel im Westen Irlands

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Eine kurze Unterbrechung des Alltags genehm? Dann kommen Sie mit uns für eineinhalb Minuten auf die Dingle Halbinsel, Heimat der gleichnamigen Dingle Distillery. Auch wenn diese im Film nicht vorkommt, sehen Sie doch einige Aufnahmen des Ortes und ansonsten wunderbare Natur, die einem wieder so richtig Lust aufs Reisen macht.

Der kurze Film wurde im Dezember von Tourism Ireland auf Vimeo veröffentlicht – wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Vergnügen damit!

Serge verkostet: Ein Quartett aus Strathmill

Von Strathmill, im Besitz von Diageo, gibt es keine Standardabfüllung, allenfalls Neuabfüllungen in der Flora & Fauna Serie, die als Destilleriebottlings zählen – wer also Single Malts der Speyside-Brennerei trinken will, der muss zu den Unabhängigen greifen.

Das tut auch Serge Valentin in der Verkostung heute, und er würzt das Ganze mit dem Flora & Fauna Bottling. Die Unabhängigen haben aber allesamt die Nase vorne:

Strathmill 12 yo (43%, OB, Flora & Fauna, +/-2019)80
Strathmill 14 yo 2006/2020 (61%, The Whisky Barrel, 1st fill sherry butt finish, cask #TWB1013, 685 bottles)86
Strathmill 11 yo 2009/2020 (58.5%, James Eadie, oloroso cask finish, 617 bottles)88
Strathmill 27 yo 1991/2019 (46.1%, Cadenhead, Single Cask, bourbon hogshead, 204 bottles)87

Und hier noch ein zur Jahreszeit passendes Bild der Destillerie:

By Ulysses.Hood – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37546947

Neue Deutsche Whiskyvideos und Pocasts der Woche (216)

Willkommen zur  216. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Die Liste der teilnehmenden Vlogs und Podcasts ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

In der Ausgabe 216 finden Sie rekordverdächtige vierzehn neue Videos und einen Podcast:

Podcast We talk Malts Folge 33Wer wird WTM Masterblender?

Whisky Evening – Glenglassaugh 30 Jahre

Whisky & Vinyl – Laphroaig 10

Malts and Metal – Highland Park CS Kilchoman MB CS

Barrelbeast – Octomore 10-year-old διάλογος – 4th-Ed.

Whisky Enjoy – Garrison Brothers Small Batch Fall 2020

Malt Mariners – Clontarf Reserve Irish Whiskey

Malte talks Malts – Ardmore 11 Jahre – Douglas Laing OP

Whisky in Drag – Springbank 15

Pat Hock – Glenlivet 12 Illicit Still

https://youtu.be/PmbvtUiYnGE

WhiskyJason – Highland Cattle 11yo Blended Malt

Friendly Mr. Z – Bootleggers 6yo über Schilf geräuchert

Whiskyllerie – Glendronach 21 vs Glenygone 21

World Wide Whisky – Edradour 10 Jahre Signatory Vintage

Whisky Plausch – Tullibardine 25


Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 8)

Wir freuen uns, Ihnen jeden Sonntag ein Stück einer wunderbaren Geschichte über Schottland, Whisky und das Reisen vorstellen zu dürfen: Exklusiv im Vorabdruck präsentieren wir Ihnen Whisky Cycle, das neueste Buch von Uli Franz.

Uli Franz lebt als Schriftsteller im Chiemgau und auf der dalmatinischen Insel Brac’. Von 1977-80 arbeitete er als Zeitungskorrespondent in Peking. Über China und Tibet veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Zuletzt erschienen Radgeschichten und „Die Asche meines Vaters“ (Rowohlt Verlag).

Das Buch Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland (ca. 320 Seiten)  erscheint am 01.02.2021 im Alba Collection Verlag GbR. Es kann zum Preis von 19,- Euro hier vorbestellt werden.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist karte-fuer-text.jpg.
Die Radtour zu 17 schottischen Destillerien. Karte von Alba Collection

-hier geht es zur Folge 7-

Whisky Cycle – Eine Radreise durch Schottland von Uli Franz (Folge 8)

Das ungeschriebene Bargesetz „Selbstbedienung“ speicherte ich im Hinterkopf, die Flasche gab ich nach dem Notieren der Informationen zurück und mit dem bescheiden gefüllten Glas verkroch ich mich in eine ruhige Ecke der voller und voller werdenden Hotelbar. Mit dem Glas Organic vor mir, wartete ich auf meine Verabredung, die hoffentlich bald kommen würde. Nun ja, es war erst zehn Minuten über der verabredeten Zeit. Ich zwang mich zur Gelassenheit und widmete mich dem Glas vor mir auf dem Tisch.

Strohhell strahlte der Organic mich an und als ich an seiner Blume zuerst mit dem rechten und anschließend dem linken, sensibleren Nasenflügel schnupperte, ganz ruhig und ohne zu übertreiben einatmete, empfing ich Aromen von Orange und Zitrone. Keine Spur von Rauch, Räucherschinken oder Terpentin, wirklich ein gefälliger Strauß frugaler Noten. Erwartungsvoll wagte ich den ersten Schluck, nur einige Tropfen träufelte ich in die Kiefermulde unter die Zunge. Augenblicklich weckten die 50 % vol. Alkohol den Speichelfluss in den Backentaschen. Ich kaute die Tropfen ganz bewusst und schmeckte viel Malz und Holz am Gaumen. Auch cremiges Toffee Konfekt. Als der Schluck den Schlund passierte, fiel mir gleich das viele Holz auf. Die bestimmende Note von American Oak war mir zu eindimensional, zu plump durch die Speiseröhre geronnen und hatte sich recht schnell verflüchtigt. Nach dieser Kostprobe drängte sich alsbald die Frage auf: wo versteckten sich die biodynamischen Eigenschaften, das besonders intensive Geschmackserlebnis, das man beim Verzehr von Biogemüse erlebt? Beim Organic von Bruichladdich kam der biologische Gersteanbau in der Sensorik nicht zur Geltung. Für meinen Geschmack unterschied er sich in nichts von einem herkömmlich produzierten Single Malt. Aus diesem Grund fiel meine Bewertung mit zwei Stützrädern recht mittelmässig aus.

Im gut gefüllten Barraum hatte mich meine Verabredung entdeckt und sich mit einem Glas dunklem Ale zu meinem Wandtisch durchgedrängelt. Hier, in der hintersten Ecke, ließ es sich gut reden, die Menschentraube verdichtete sich um die große Bar und verschonte die hinterste Ecke mit ihrer Feierabendlaune.

„Hey Kajus! Schön, dass du gekommen bist, was magst du trinken?“

„Danke, hab mir schon ein Bier geholt“, sagte der Litauer, der frischrasiert und herb duftend in einer schwarzen Lederjacke an meinen Tisch trat. Sportlich attraktiv überragte er die meisten der Gäste. Irgendwie fühlte ich mich geehrt, als er sich mit einem gewinnenden Lächeln zu mir setzte. „Entschuldige, wie heißt du nochmals, ich habe leider deinen Namen vergessen.“

„Uli!“

„Jetzt fällt’s mir wieder ein. War ein hektischer Tag, über hundert Besucher hatten wir heute noch. Du bist mit dem Fahrrad gekommen. Alle Achtung! Nun erzähl mal, was hat dich nach Schottland verschlagen?“

„In den nächsten vier Wochen will ich von Brennerei zu Brennerei radeln, um ein Buch über Whisky zu schreiben. Und an Islay kommt keiner vorbei, nicht mal einer, der Torfwhiskys nicht ausstehen kann“, antwortete ich ganz ehrlich.

Kajus hob den Daumen. „Tolle Idee, das würde mir auch gefallen. Mit dem Fahrrad auf Tasting-Tour gehen, von einer Destillerie zur nächsten, bis ich meinen Lieblingswhisky gefunden habe.“

„Ja nur, das hört sich einfacher an als man glaubt. Allein heute probierte ich vier Malts, einen bei euch, zwei bei Lagavulin, einen bei Ardbeg. Ehrlich gesagt, nur weil ich mir Notizen mache, kann ich mich noch erinnern wie jeder aussieht, riecht, schmeckt und wie er vor allem im Abgang ist. Von heute sind die Eindrücke noch frisch, aber ich habe vor fünf Tagen Auchentoshan in Glasgow besucht und aus dem Stegreif könnte ich dir nicht mehr sagen, wie die beiden Dram dort schmeckten. Nur weil ich jede Verkostung in meinem Tagebuch notiere, kann ich mich noch an Details erinnern. Schließlich habe ich noch viele Brennereien vor mir, morgen Bruichladdich, dann geht’s weiter nach Campbeltown.“

„Respekt, da hast du ja noch einige Meilen vor dir.“

„Ja schon, darüber reden wir später. Jetzt würde ich gerne wissen, wie du zu Laphroaig gekommen bist?“

Kajus fuhr sich durch das dichte Haar und überlegte einen Moment. „Kurz gefasst, meine Eltern kamen vor fünfzehn Jahren aus Litauen und haben sich in Manchester niedergelassen. Später sind sie nach Glasgow umgezogen, wo mein Vater einen Job in einer Flaschenfüllstation von Diageo fand. In Glasgow habe ich vor zwei Jahren mit Betriebswirtschaft an der Caledonian University angefangen. Nach vielen Bewerbungen und Beziehungen fand ich schließlich die Anstellung bei Laphroaig, weil die ihren Whisky auch in Glasgow in der Station meines Vaters abfüllen lassen.“

„Ach so, ich dachte hier auf Islay.“

„Oh nein, Islay ist unter uns gesagt nur noch das Aushängeschild der hiesigen Industrie, eigentlich nur noch ein Marketing Gag.“

„Wie soll ich das verstehen?“

„Die örtlichen Destillerien brennen hier nur noch, da sie den Traditionsnamen „Islay“ auf dem Etikett haben wollen. Aber das Ausgangsprodukt kommt vom Festland oder aus Australien oder den USA, ja sogar seit neuestem aus China. Hast du nicht den riesigen Blechkasten gleich um die Ecke am Fährpier gesehen, dort wird die importierte Gerste gelagert, bevor sie in die Diageo-Mälzerei Port Ellen und von dort gemahlen und aufbereitet an alle örtlichen Brennereien verkauft wird. Selbst das Wasser für die Maische kommt zum großen Teil mit dem Schiff und Tanklastern vom Festland, denn das hiesige Wasser ist so torfhaltig, dass es richtig braun aus der Leitung kommt. Um es trinkfertig aufzubereiten, braucht man aufwändige Filter. Es ist schon verrückt, die lokale Aufbereitung ist teurer als es mit dem Schiff übers Meer herzubringen. Die Insel besteht zu sechzig Prozent aus Torf und alles Wasser in den Bächen zwischen Port Askaig und Port Ellen ist Moorwasser und ungenießbar. Aber auch das Gas zum Befeuern der Brennblasen und zum Heizen kommt mit dem Schiff und mit Tanklastern vom Festland. Schließlich wird auch der Whisky als Bulkwhisky in Tanklastern nach Glasgow abtransportiert, dort mit gefiltertem Wasser gestreckt, bis der vorgeschriebene Mindestgehalt von 40 % vol. erreicht ist. Dann wird der Malt in Flaschen abgefüllt und von Glasgow aus weltweit verschifft.“

Bild: Whiskyexperts

Langsam dämmerte mir, dass ein kluger, aber auch sehr kritischer Kopf vor mir saß, der mit der Situation unzufrieden war. Vielleicht sah er in mir einen Journalisten, dem er sein Leid klagen konnte, dachte ich bei mir und meinte: „Das hört sich ja nach einer ausgetüftelten Spezialisierung an!“

„In BWL nennt man das Diversifikation. So muss es bei euch in Deutschland in der Autoindustrie zugehen: Zulieferung von überall her.“

„Na ja, bei den Mengen an produziertem Whisky geht das wohl gar nicht anders, oder?“, erwiderte ich, um mehr Informationen aus ihm herauszulocken.

„Ginge schon, doch dann wäre der Islay Malt um ein vieles teurer. Dafür gäbe es allerdings mehr Arbeitsplätze. Aber welcher Konzern will schon auf seinen Profit verzichten. Die Whiskygiganten sind alle Weltkonzerne, zum Teil auch Aktiengesellschaften. Aus Profitgründen haben sie in den letzten Jahren die Rationalisierung enorm vorangetrieben. Heute betreuen gerade mal acht bis zehn Arbeiter eine ganze Brennerei, die das Mälzen, die Abfüllung, das Marketing und den Vertrieb ausgelagert hat und nur noch auf die Gärung, das Brennen und die Fasslagerung spezialisiert ist. Eine Handvoll Arbeiter produziert eine Million oder mehr Liter Whisky pro Jahr, das ist doch nicht gut bei der anhaltenden Arbeitslosigkeit in Schottland. Auch in diesem Gewerbe heißt das Zauberwort inzwischen Shareholder Value, das kann ich nicht gutheißen.“

Langsam fragte ich mich, war mein Gegenüber ein Gewerkschafter, gar ein Kommunist, der Sand in die Mühlen des Kapitalismus streute? Verstohlen betrachtete ich ihn, ließ mir aber nichts anmerken und fragte weiter: „Kajus, du sprichst von Giganten, das hört sich nach etwas Bedrohlichem an.“

„Ich könnte auch Monopolisten sagen. Ich spreche nicht von den Kleinbrennereien, ich meine Global Player wie Diageo, Pernod Ricard, Beam Suntory, Rémy Cointreau und Brown Forman, die die Großzahl aller Brennereien in Schottland besitzen, die Eigentumsverhältnisse aber dezent verschleiern. Diese Strippenzieher halten sich bedeckt und agieren im Hintergrund, um dem Konsumenten zu suggerieren, dass die alten Brennereien wie Laphroaig eine eigenständige und seit 1815 durchgehende Firmengeschichte haben. Aber das ist Augenwischerei…“

„Ziemlich heftig, deine Kritik. Kannst du dies belegen?“, fragte ich dazwischen.

„Ja, klar! Ich wurde von Beam Suntory, was ein japanisches Unternehmen ist, eingestellt. Unser Nachbar Lagavulin gehört Diageo und Ardbeg ist der Geldscheißer der Franzosen von Moet Hennessy, denen auch Glenmorangie[1] gehört. Und wenn du morgen Bruichladdich besuchst, sei dir bewußt, die müssen nach der Pfeife von Rémy Cointreau tanzen.“

Kajus hatte sich echauffiert, sichtlich wütend war er auf diese Entwicklung. Mir war die ganze Aufregung aber recht, denn so erhielt ich einige Brocken Insiderwissen, das mir weiterhalf und ich bemerkte in ruhigem Ton: „Wenn ich das recht verstehe, habt ihr hier eine global vernetzte Whiskyindustrie.“

„Genau!“, antwortete Kajus und tippte mit dem rechten Zeigefinger auf mein aufgeschlagenes Tagebuch, derweil fuhr er fort: „All diese Weltkonzerne orientieren sich am Massengeschmack, um so ihren Profit zu steigern und ihren Marktanteil in diesem Kampf auszubauen. Ich kann das am Beispiel von Beam Suntory belegen. Dieser Konzern verkauft seinen schottischen Single Malt vor allem in die USA, wo traditionell Bourbon ‚on the rocks‘ getrunken wird. Da die Amis eben gewohnt sind, ihren Jim Beam eiskalt zu trinken, muss der importierte Scotch chill-filtered sein, um auf dem US-Markt Erfolg zu haben. Kühlfiltrierte Malts gibt es seit 1972, seither werden Pressfilter, ja, sogar gesundheitlich bedenkliche Asbestfilter benutzt, um zu verhindern, dass der Malt bei niedriger Temperatur wolkig im Glas steht. Ich bin ein absoluter Gegner des Filterns, denn dadurch entzieht man ihm eben auch wichtige Ballaststoffe, die seine Textur formen. Für mich wird dadurch die Reinheit des schottischen Whiskys verfälscht und das nur wegen der amerikanischen Vorliebe für einen Scotch auf Eiswürfeln.“ Kajus war richtig in Fahrt gekommen und sprach inzwischen so laut, dass die Gäste vom Nebentisch verwundert herüberschauten. Mit einer beschwichtigenden Handbewegung signalisiete ich ihm, leiser zu reden, was er auch tat.

Mit vorgebeugten Schultern und gesenkter Stimme sagte er: „Vermutlich weisst du, dass man bei einem alkoholischen Getränk die Qualität schlechter kontrollieren kann, je kälter es serviert wird. Ergo kann ein kaltes Getränk von minderwertiger Qualität sein und du merkst es nur schwer, denn bei Kälte lassen sich Aroma und Geschmack nur bedingt feststellen. Riech mal an einem Eis am Stiel, du wirst nichts riechen.“

Jetzt, wo Kajus sein Wissen so fundiert offenbarte, wurde mir immer klarer, dass ich eigentlich recht wenig über die Hintergründe des Whiskymachens wusste.

An der Südküste – Blick Richtung Osten zu Laphroaig

„Damit du mich recht verstehst Uli, ich arbeite nur die Sommersaison über bei Laphroaig, im September gehe ich nach Glasgow zurück und mache meinen Master in BWL.“

Eine gute halbe Stunde war über unserer Unterhaltung verstrichen und ich spürte, dass er langsam die Lust am Kritisieren und Bewerten der ganzen Situation verlor. So fragte ich ihn abschließend: „Kajus, was gibt’s du mir noch für einen Rat für meine weitere Tour?“

„Lass dir Zeit, bring Geduld mit und versuch die nicht so offensichtlichen Arbeitsprozesse in einer Destillerie zu begreifen. Auch die Kniffe der alten Hasen mitzubekommen und leg nicht zuviel Wert auf die organisierten Führungen, auf denen wird viel schöngeredet.“

Ich war froh über seine Offenheit und dass er nicht aus Höflichkeit gegenüber einem Fremden mit seiner Kritik hinter dem Berg gehalten hatte. Als Dankeschön lud ich ihn noch zu einem letzten Absacker nach eigener Wahl ein. Kajus entschied sich für einen Laphroaig, ich für eine kleine Flasche stilles Wasser. Gemeinsam verließen wir ziemlich spät die Hotelbar und vor dem Eingang bekräftigten wir den gemeinsamen Wunsch, in Kontakt zu bleiben.

Längst war die Nacht angebrochen, aber richtig finster war es nicht in diesen hohen Breiten. So konnte ich beobachten wie gewandt Kajus sein Rennrad bestieg und ohne Licht in die Islay-Nacht hinausfuhr. In Gedanken versunken, überaus zufrieden mit dem Erlebten, überquerte ich die ausgestorben daliegende Hafenstraße und sperrte möglichst leise die Haustür zu meinem B&B auf. Voller Vorfreude auf das Frühstück am Tag meiner Weiterreise ging ich zu Bett. Nicht ohne zuvor die Ohren mit den Stöpseln zu versiegeln. Immerhin befand sich meine Ruhestatt direkt an einer dünnen  Rigipswand.

(zur nächsten Folge)


[1] glen-mor-run-jee

PR: Neu – J.B.G Münsterländer Single Malt 6yo 43%

Eine neue Abfüllung ihres beliebten Singe Malts stellt die Gutsbrennerei Joh. B. Geuting e.K. aus Bocholt mit einer Aussendung vor: Der J.B.G Münsterländer Single Malt 6yo reifte in Bourbonfässern und wurde mit 43% vol. abgefüllt. Hier weitere Infos und die Tasting Notes:


Neu: J.B.G Münsterländer Single Malt 6yo 43% in limitierter Auflage

Neue Abfüllung unseres J.B.G Münsterländer Single Malt Whisky!

Limitiert auf 520/0,7l Flaschen präsentieren wir die neue Abfüllung des J.B.G Münsterländer Single Malt Whisky, gereift in zwei Bourbon Barrels aus amerikanische Weißeiche (Fass 101 und 102).

Am 9. Dezember 2014 diese Abfüllung destilliert und in die Fässer zur Reifung gegeben, wo der Spirit über sechs Jahre lang, bis zum 14. Dezember 2020, reifen durfte. Es entstand ein weicher, ausgewogener Whisky mit vollem Körper.

Tasting Notes:

Nase: Süßlich, malzig, getrocknete Früchte, Vanille
Geschmack: Süßlich, malzig, fruchtig, würzig nach Vanille
Abgang: Mild, langanhaltend.

Bestellungen jetzt unter

www.muensterland-whisky.de

Fremde Federn (133): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger


Jede Woche erscheinen viele neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den Abertausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt?

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Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.

„Fremde Federn“ stellt Ihnen in der jetzt bereits 133. Folge Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.

Hier sind die Tasting Notes jener Blogger, die uns für die aktuelle Ausgabe ihre Links gesendet haben:

Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!


Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.

Whiskyfun: Angus verkostet Allt-A-Bhaine und Ben Nevis

Sehr unterschiedliche Brennereien finden sich heute in der Verkostung von Angus MacRaild auf Whiskyfun: Einerseits die recht unbekannte Destillerie Allt-A-Bhaine in der Speyside, die niemals dazu gedacht war, Single Malt auf den Markt zu bringen und die man bis auf eine Ausnahme auch nur bei Unabhängigen findet – und Ben Nevis in den Highlands, eine sehr bekannte Brennerei, die bei Unabhängigen und als Originalabfüllung zu finden ist.

Je zwei Abfüllungen pro Destillerie hat Angus verkostet, und alle Abfüllungen kommen zwischen 85 und 90 Punkten zu liegen, mit einem – erwartbaren – Vorteil auf Seiten von Ben Nevis:

Allt-A-Bhainne 23 yo 1997/2020 (51.3%, Watt Whisky, bourbon hogshead, 241 bottles)87
Allt-A-Bhainne 23 yo 1997/2020 (52.4%, Whisky Nerds, cask #102589, barrel, 114 bottles)87
Ben Nevis 24 yo 1996/2020 (52.1%, Berry Brothers for Royal Mile Whiskies, cask #1196, refill sherry butt / 1st fill oloroso butt)89
Ben Nevis 23 yo 1996/2020 (52.1%, The Whisky Exchange Single Casks, cask #1709, hogshead, 205 bottles)90
Ben Nevis. Bild © Jochen Wied, Joe’s Tastings

Glen Grant nach 72 Jahren noch mit 56,2% vol. Alkohol? Stuart Urquhart, Gordon & MacPhail, löst das Rätsel

Als wir vor einigen Tagen über eine neue Abfüllung von Gordon MacPhail berichteten, einen Glen Grant 72yo, also einen Methusalem unter den Whiskys, war das Staunen groß. Nicht nur, dass ihn Whiskyikone Charles MacLean als einen der besten Whiskys, die er je getrunken hatte, bezeichnete – vor allem versetzte die Stärke der Abfüllung viele in Erstaunen: Wie kann es sein, dass ein Whisky nach 72 Jahren Fasslagerung immer noch 56,2% Alkoholstärke hat? Wo bleibt da der Angels‘ Share?

Diese Frage konnten wir nicht unbeantwortet lassen – denn das erscheint auf den ersten Blick eigentlich tatsächlich absolut unmöglich. Wir kontaktierten Gordon & MacPhail, den alteingesessenen unabhängigen Abfüller aus Elgin, und baten um eine Erklärung. Und diese bekamen wir postwendend von jemandem, der es wissen muss: Stuart Urquart, den Operations Director des Unternehmens, aus jener Familie, die bereits seit 1895 mit den Geschicken von Gordon & MacPhail verwoben ist.

Stuart Urquhart, Operations Director Gordon & MacPhail

Hier die Antwort in englischer Originalsprache – eine deutsche Übersetzung finden Sie im Anschluss:

“At Gordon & MacPhail,we do not focus on a cask releasing a certain age or certain abv, it is about releasing it when the whisky is at its absolute optimum quality. 

The Glen Grant 72YO, like many of our releases has been bottled at cask strength. The abv it is within a similar range to casks of similar age we have previously released, several factors affect this. Firstly, the environmental factor and this cask will have been kept at a cool temperature in our warehouse in Elgin, Morayshire, in the Scottish Highlands. Even in summer, temperatures inside the warehouse would rarely rise above 10 degrees Celsius so our native climate certainly helps to restrict The Angel’s Share. A second factor is the nature of the cask that has been cradling the spirit. This impacts the speed of maturation and, in turn, the favours imparted to the whisky over the decades. The thickness of the staves used to make the cask will have a direct effect on the rate of evaporation; thicker staves helping to slow the process. In general, an American oak bourbon barrel is used for maturation of lighter styles and due to its size matures spirit faster, whilst a larger Sherry Butt matures spirit more slowly , where G&M has successfully matured spirit for seventy plus years. The bigger the cask, the less spirit, comparatively, is in direct contact with the wood so maturation is slower. Finally In terms of evaporation losses from a cask, a key aspect is that the water and alcohol with the whisky can evaporate at different rates, if the water and alcohol are lost a similar rates then the strength of the cask is preserved, with increased losses experienced over the first years of maturation. Our internal standard (based on experience) is that 2% of alcohol is lost on average, in the specific case of this cask an alcohol evaporation was within expected tolerances, of spirit matured in a thick staved transport Sherry Butt, which is down to the factors mentioned.

With so many moving parts, maturation is quite rightly considered to be an art as much as a science.  My family been involved in Gordon & MacPhail since the first year of trading in 1895, and as a member of the fourth generation to work within the business, I can learn from decades of experience of experimentation with spirit from over 100 distilleries that has been matured in our bespoke casks for any time from 10 years up to 72 years. We are very careful to monitor maturing stocks carefully to make sure none fall below the minimum ABV of 40%, but the real skill comes in matching spirit to the right cask and then bottling it when it’s at its peak in terms of quality.”

Stuart Urquart, Operations Director Gordon & MacPhail

Des Rätsels Lösung besteht also aus mehreren Komponenten:

  • Eine sehr kühle und vor allem temperaturbeständige Lagerung (im Fall des Fasses kaum über 10 Grad)
  • Dicke Fassdauben, die den Angels‘ Share sehr niedrig halten und ein großes Fass, in dem der Oberflächenkontakt des Spirits minimiert ist
  • und vor allem das Verdunsten von Wasser und Alkohol in einem bestimmten Verhältnis zueinander, wodurch zwar das Fass leerer wird, aber die Alkoholstärke nahezu unverändert bleibt.

Nicht nur Stuart Urquhart merkt an, dass man bei Gordon & MacPhail einige solche Fässer besitzt, die die Reifung nahezu ohne Alkoholstärkenverlust überstanden haben, manche Whiskyfreunde werde alte Fässer mit hohen Alkoholstärken auch von der Destillerie Glenfarclas kennen.

Stuart Urquhart

Hier noch die Antwort von Stuart Urquhart in der deutschen Übersetzung:

„Bei Gordon & MacPhail konzentrieren wir uns nicht darauf, dass ein Fass ein bestimmtes Alter oder einen bestimmte Alkoholstärke hat, wenn wir es abfüllen. Es geht uns darum, es genau dann abzufüllen, wenn der Whisky seine absolut optimale Qualität aufweist.

 Der Glen Grant 72YO wurde, wie viele unserer Releases, in Fassstärke abgefüllt. Der Alkoholgehalt liegt dabei in einem ähnlichen Bereich wie bei Fässer ähnlichen Alters, die wir zuvor abgefüllt haben – und darauf wirken sich mehrere Faktoren aus. Erstens ist es der Umweltfaktor und dass dieses Fass in unserem Lager in Elgin, Morayshire, im schottischen Hochland, bei einer kühlen Temperatur gelagert wurde. Selbst im Sommer würden die Temperaturen im Lagerhaus selten über 10 Grad Celsius steigen, so dass unser heimisches Klima sicherlich dazu beiträgt, den Anteil der Engel einzuschränken.

Ein zweiter Faktor ist die Art des Fasses, das den Spirit aufnahm. Dies wirkt sich auf die Reifungsgeschwindigkeit und damit auf die Vorzüge aus, die dem Whisky dadurch im Laufe der Jahrzehnte gewährt wurden. Die Dicke der zur Herstellung des Fasses verwendeten Dauben wirkt sich direkt auf die Verdunstungsrate aus. Dickere Dauben helfen, den Prozess zu verlangsamen. Im Allgemeinen wird ein Bourbonfass aus amerikanischer Eiche zur Reifung leichterer Stile verwendet und reift aufgrund seiner Größe schneller, während ein größerer Sherry Butt den Spirit langsamer reift, wobei G & M Spirit seit über siebzig Jahren erfolgreich selbst zur Reifung bringt.

Je größer das Fass ist, desto weniger Spirit steht vergleichsweise in direktem Kontakt mit dem Holz, sodass die Reifung langsamer ist. In Bezug auf die Verdunstungsverluste aus einem Fass ist ein Schlüsselaspekt, dass das Wasser und der Alkohol aus dem Whisky mit unterschiedlichen Raten verdampfen können. Wenn das Wasser und der Alkohol in nahezu gleichen Anteilen verloren gehen, bleibt die Stärke des Whiskys, mit erhöhten Verlusten in den ersten Jahren der Reifung. Unser interner Standard (basierend auf Erfahrung) ist, dass durchschnittlich 2% des Alkohols verloren gehen. Im speziellen Fall dieses Fasses lag die Alkoholverdunstung innerhalb der erwarteten Toleranzen für Spirit, der in einem für den Transport vorgesehenen Butt mit dicken Dauben gereift ist.

 Bei so vielen Variablen wird die Reifung zu Recht sowohl als Kunst als auch als Wissenschaft betrachtet. Meine Familie ist seit dem ersten Handelsjahr 1895 bei Gordon & MacPhail tätig. Als Mitglied der vierten Generation, die innerhalb des Unternehmens arbeitet, kann ich aus jahrzehntelanger Erfahrung des Experimentierens mit Spirituosen aus über 100 Brennereien lernen in unseren maßgeschneiderten Fässern für einen Zeitraum von 10 bis 72 Jahren. Wir sind sehr darauf bedacht, die reifenden Bestände sorgfältig zu überwachen, um sicherzustellen, dass keine den Mindest-ABV von 40% unterschreitet. Aber die größte Kunstfertigkeit besteht natürlich darin, den Spirit in das richtige Fass zu geben und es dann abzufüllen, wenn es in Bezug auf die Qualität seinen Höhepunkt erreicht hat.“

PR: Ausnahme-Whisky aus der Kult-Brennerei mit 91 Punkten – Signatory Vintage Ardbeg 1979 für Kirsch Import

Einen ganz besonderen Whisky aus der Brennerei Ardbeg können wir Ihnen heute ankündigen – ein 40 Jahre alter Ardbeg aus dem Jahr 1979, der exklusiv für Kirsch Import abgefüllt wurde und wohl nicht nur Sammlerherzen höher schlagen lässt. Bei Serge Valentin auf Whiskyfun wurde er mit 91 Punkten bewertet (wir berichteten gestern).

Lesen Sie alles Wissenswerte zu dieser Exklusivabfüllung, die schon bald im Handel erhältlich sein wird (der unverbindlich empfohlene Verkaufspreis einer der 24 erhältlichen Flaschen beträgt 11.900,00 €):


Ausnahme-Whisky aus der Kult-Brennerei mit 91 Punkten – Signatory Vintage Ardbeg 1979 für Kirsch Import

Ardbeg hat Kultstatus. Davon zeugt v.a. eine lebendige Fangemeinde, aus der im Jahr 2000 das Ardbeg Committee hervorging – passionierte Genießer, die den Fortbestand ihrer Lieblings-Brennerei sichern wollen. Denn: Angesichts der heutigen Beliebtheit der rauchigsten Islay Single Malt Scotch Whiskys kaum vorstellbar, musste die Insel-Destillerie doch Ende des letzten Jahrhunderts um ihr Überleben fürchten. Kurz vor Schließung bzw. Minimalbetrieb von 1981 bis 1997 erblickte der New Make das Licht der Welt, aus dem sich in über 40 Jahren die außergewöhnliche Abfüllung von Signatory Vintage entwickelte.

Der Ardbeg 1979 ist eine Exklusivabfüllung für Kirsch Import. Vier Jahrzehnte nach Destillation floss der kostbare Islay Single Malt in insgesamt 24 Flaschen. Eine besondere Rarität für Liebhaber – auch, da unabhängig abgefüllte Ardbeg-Whiskys äußerst selten sind. Das Destillat stammt zudem aus einer Zeit, in der die Brennerei von der Südküste der Hebriden-Insel noch auf dem eigenen Malzboden mälzte und das Gerstenmalz anschließend über Torf aus dem Moor oberhalb der Brennerei darrte.

Die Ausnahme-Abfüllung reifte bei Signatory Vintage im Bourbon Barrel. Das Fass unterstreicht genüsslich die Brennerei-typischen Aromen: Prominent zählt dazu auch nach 40 Jahren noch eine intensive, rauchige Torfnote, gemeinsam mit wärmender Würze, malzigen Anklängen und der überraschenden Süße von Vanille und Schokolade, die keinen Raum lassen für eine bittere Eichennote, wie sie bei Whiskys diesen Alters vielleicht zu erwarten wäre. Mit noch immer 51,5% vol. in Cask Strength abgefüllt, ungefärbt und nicht kühlfiltriert, ermöglicht der Ardbeg 1979 den vollmundigen, unverfälschten Genuss aller Aromen.

Ardbeg 1979/2020 for Kirsch Import punktet bei whiskyfun.com
„Possibly the oldest Ardbeg ever bottled“? Nicht die einzige Eigenschaft unserer Abfüllung, über die Serge Valentin in Verkoster-Verzückung gerät.

Wieso der Whisky-Influencer den 40-jährigen Ardbeg mit stolzen 91 Punkten kürt, können Sie auf seinem Blog Whisky Fun nachlesen.

Ardbeg 1979/2020 – Heavily Peated
Signatory Vintage Rare Reserve
Specially selected and bottled for Kirsch Import

40 Jahre
Dest. 13/09/1979
Abgef. 17/06/2020
Fasstyp: Bourbon Barrel
Fassnr. 9859
24 Flaschen
51,5% vol. Cask Strength
0,7 Liter
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert

UVP: 11.900,00 €

Serge verkostet: Knockdhu im Doppelpack

Für Serge Valentin gibt es heutet zwei Whiskys aus der Destillerie Knockdhu in der Verkostung – jene Brennerei, die ihren eigenen Whisky unter dem Namen AnCnoc verkauft. Damit wissen wir schon, dass die beiden Abfüllungen aus dem Tasting von unabhängigen Abfüllern stammen – fehlen uns nur noch die Punkte dazu – aber dafür gibt es ja wie immer unsere Tabelle:

Knockdhu 2013/2020 (60%, Whisky Is The Limit, first fill Pomerol barrique, cask #51)85
Knockdhu 10 yo 2006/2017 (56.5%, Cadenhead, Small Batch)87
Knockdhu © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen

PR: Der erste offizielle Whisky für das Wacken Open Air kommt aus Sersheim in Baden-Württemberg

Gestern konnten wir erstmals über den offiziellen Whisky zum Wacken Open Air berichten, heute haben wir eine Presseaussendung der Fessler Mühle, wo der mettermalt Whisy Wacken Edition destilliert wurde, mit einigen weiteren Infos, Hintergründen und Bildern.

Lesen Sie die Hintergrundinfos hier:


Der erste offizielle Whisky für das Wacken Open Air kommt aus Sersheim in Baden-Württemberg

Müllermeister und Seniorchef Gerhard Fessler ließ es sich nicht nehmen mit seinen 98 Jahren die ersten Flaschen für die Wackengründer Thomas Jensen und Holger Hübner selbst von Hand abzufüllen und zu signieren.

Die Fessler Mühle in Sersheim im Landkreis Ludwigsburg feiert in diesem Jahr ihren 625. Geburtstag und zählt mit zu den ältesten Unternehmen im Land. Leider gibt es für die familiäre kleine Mühle in Sersheim an der Metter zumindest im ersten Halbjahr keine Planungssicherheit für irgendwelche Jubiläumsfeiern. Auch von der derzeitigen Pandemie ist die Sersheimer Mühle stark betroffen, viele Geschäftszweige der Mühle wie die Kleinkunstbühne, Events oder der Fitnessbereich sind schon länger behördlich geschlossen.

Aber die drei Müllermeister Gerhard, Wolfgang und Tobias Fessler sind bekannt für Spontanität und Innovationsreichtum, das hat die Mühle bis heute am Leben erhalten.

Wacken in Schleswig-Holstein mit seinen 1840 Einwohnern ist ist bekannt durch das Wacken Open Air, zu dem alljährlich bis zu fünfundsiebzigtausend Heavy Metal Fans aus der ganzen Welt anreisen. Auch dieses Festival musste 2020 ausfallen und wie es in diesem Jahr letztendlich aussieht steht noch in den Sternen. Tobias Fessler ist schon viele Jahre auf dem Wacken Open Air zuhause und nimmt immer mal wieder seinen Vater Wolfgang mit, was sonst unter Vater und Sohn nicht unbedingt üblich ist. Auch Großvater Gerhard verfolgt Wacken im Fernsehen, wenn seine Sprösslinge vor Ort sind. Wolfgang Fessler ist ein Musikfan und hat eine große Musiksammlung in Schellack, sowie Vinyl und hört alles gern, von Zarah Leander über Pur bis Rammstein.

So kam es, dass die beiden den Wackengründer Thomas Jensen kennengelernt haben. Zur Fessler Mühle gehört mit der fesslermill 1396 Destillerie auch eine kleine Whisky-Brennerei, die sich überwiegend auf Whisky und Gin spezialisiert hat und zwischenzeitlich einen hervorragenden Ruf weit über die Landesgrenzen genießt. Wenn man schon nicht feiern kann, dachten sich die drei Müllermeister und Masterdestiller, dann machen wir alle viertel Jahr im Jubiläumsjahr einen besonderen Whisky oder Gin für besondere Anlässe oder Bands.

Für die beiden Wackengründer Thomas Jensen und Holger Hübner war es somit keine Frage der Sersheimer Mühle mit seiner Destillerie die Lizenz für 666 Flaschen und weiteren 600 Flaschen im Jubiläumsjahr zu geben, eine besondere Plattform für das historische Jubiläum der Sersheimer Mühle.

Wolfgang und Tobias Fessler haben natürlich einen besonderen Whisky aus dem Keller geholt. Gelagert in gebrauchten schottischen Whiskyfässern, Weinfässern von Weinbauern der Region und noch in einem gebrauchten Fass von der weltbekannten Destille Laphroaig auf der Islay, Argyll and Bute, Schottland, in dem über 400 Jahre alten Keller der Fessler Mühle. Für das Etikett durften die Sersheimer Whisky-Brenner das aktuelle Wackenlogo für 2021 verwenden.

Die ersten 30 Flaschen werden vom 98 jährigen Gerhard Fessler und Wolfgang sowie Tobias Fessler im Keller von Hand abgefüllt und signiert, Nummer eins und zwei gehen an die Wackengründer, die restlichen signierten Flaschen bekommen besondere Gäste im Jubiläumsjahr. Ab Ende Januar gibt es die Wackenedition offiziell zu kaufen und die Fessler’s hoffen natürlich, dass in diesem Jahr das Wacken Open Air vom 29. Juli bis 31. Juli stattfinden kann, ganz nach dem Motto: See you in Wacken – rain or shine!

Man darf gespannt sein, welche Paten für die anderen Jubiläumswhiskys aus Sersheim das Jahr über zur Verfügung stehen. Eines haben die Sersheimer Whisky- und Ginbrenner schon verraten, eine ganz besondere Serie eines milden Single Malt Whisky für Ladys kommt auch gerade in die Flasche. Infos gibt es unter www.fesslermill.de oder natürlich vor Ort direkt im Mühlenladen der Fessler Mühle in Sersheim. Die Wacken-Abfüllung gibt es im Onlineshop der Fessler Mühle.

PR: Whisky Auctioneer peilt mit Auktion neue Rekorde an

Ab 12. Februar 2021 geht nun der zweite Teil der Gooding-Collection (über die erste Teilversteigerung berichteten wir hier), bestehend aus 1900 Flaschen, bei Whisky Auctioneer in die Versteigerung – und das Auktionshaus erwartet sich einen neuen Rekord – insgesamt und für einige der zur Versteigerung kommenden Flaschen.

Was alles in der Versteigerung zu finden ist und wie Sie sich bei Interesse dafür anmelden können, finden Sie im nachfolgenden Artikel:


WORLD’S MOST EXPENSIVE WHISKY SET TO BREAK RECORDS IN UPCOMING SALE

The second half of one devoted whisky lover’s ‘Perfect Collection’ will go under the hammer next month in a sale that is set to go down in whisky history.

From 12-22 February 2021, over 1,900 bottles of the rarest, most coveted and expensive single malts in existence, including many from Scotland’s long lost distilleries, will feature in the sale hosted by online whisky auction specialists, Whisky Auctioneer.

Leading the auction is the world’s most expensive bottle of whisky – The Macallan 1926 Fine and Rare 60 Year Old. Drawn from hallowed Cask #263, containing liquid distilled nearly a century ago in the height of America’s Prohibition, this is one of no more than 14 in the world adorned with the iconic Fine and Rare label. Considered the most coveted bottle of whisky in existence and the pinnacle in rare whisky collecting, the headline bottling is expected to fetch a hammer price of over £1m.

This is not the only collector’s item available in the auction, with whiskies such as The Balvenie 1937 50 Year Old also featured and icons of the whisky world hailing from

Bowmore’s legendary 1964 vintage. Elusive whiskies from a bygone era in Scotland’s distilling landscape also appear, including a 1921 private cask bottling of Dallas Dhu which has not been seen on the secondary market for over 25 years.

The Perfect Collection Part Two, which initially launched last April, was postponed following a major cyber attack. Part one of the auction took place in February 2020, fetching a total hammer price of £3.2million and Whisky Auctioneer became the first online auction house to sell a million-dollar bottle.

Iain McClune, Founder of Whisky Auctioneer said:

“Mr Gooding’s Collection is nothing short of extraordinary and we are honoured and delighted to bring it to auction. Collectors, investors and whisky lovers alike will have their interest sparked by the truly astonishing array of whiskies on offer.

“Undoubtedly the entire collection is crowned by the incomparable The Macallan 1926 Fine and Rare, a whisky that has in recent years become the pinnacle of whisky collecting and for good reason. With no more than 14 bottles in existence the rarity of this opportunity cannot be overstated and we anticipate that the battle for this icon of whisky will be a mighty one.”

Old and rare whisky expert, Angus MacRaild, commented:

„The Macallan 1926 Fine & Rare is one of those handful of iconic whisky releases which has accrued such a lofty status that it exists more in relation to fine art these days than other whisky bottlings. Its performance at auction will no doubt be a powerful, bellwether statement about just how iconic and culturally relevant Scotch Whisky remains in the 21st century. Irrespective of where you sit in the whisky world, the chance to see such a bottling come to auction and potentially break price records is undeniably fascinating and exciting.

„The most notable aspects about The Perfect Collection, for me, are that it offers enthusiasts and drinkers of old style whiskies a treasure trove of opportunities to obtain obscure and very rarely seen independently bottled single malts done solely for the USA market – bottlings which are now all but impossible to otherwise obtain. But overall, the collection represents who Mr. Gooding was as a person, his preferences as a drinker, his quirks and historical fascinations. It’s clearly a collection put together by someone who genuinely loved whisky and who loved to open, enjoy and share it with friends, as all great collections should be.“

Those who used to look to the markets for investment may, at this time, be looking for alternative investments in assets. Not only is whisky seeing a rise in demand with value tied to liquid rarity, recent reports have shown that over the last decade rare whisky has seen a huge increase in value, overtaking more traditional alternative investment assets such as cars and fine art.

The Collection was amassed by late American businessman and philanthropist, Mr. Richard Gooding, who dedicated over two decades to collecting whiskies from almost every Scottish distillery. Guided by his passion for Scotch, its provenance, and the iconic distilleries that craft it, Mr. Gooding travelled regularly to Scotland to search for special bottles in pursuit of creating the ‚perfect collection‘ – a representation of every Scottish distillery, open or closed.

His collection would grow to become an eclectic library of 3,900 bottles of primarily single malt whisky – one of the largest and most significant whisky collections ever to go to public auction.

Additional auction highlights include:

  • A host of highly sought-after bottles from some of Scotland’s lost distilleries including Dallas Dhu, Port Ellen, Glenugie and Killyloch with some bottles dating back as far as 1921.
  • Other historic artefacts in the sale include a 1924 Royal Brackla 60 Year Old, of which only 62 were ever bottled, 1922 vintage Highland Malt from Berry Brothers and Rudd and a 1930s example of Old Vatted Glenlivet from Andrew Usher & Co. the industry fathers of whisky blending.
  • Incredibly special and rare Bowmore finds such as the 1967 Largiemeanoch, the heralded 1964 vintage Oddbins exclusive and a 25 Year Old expression limited to just 75 bottles which were gifted exclusively to guests at the Auld Alliance reception at Chateau Lagrange in 1995.
  • Near impossible to acquire, The Perfect Collection features some of America’s most enigmatic and sought-after Black Maple Hill whiskeys.
  • A singular, 1 of 1 bottling of The Balvenie Vintage Cask 1961. A truly unique bottling, hand-filled and labelled at the distillery two years prior to the official 1961 Vintage Cask release in 1999.

Last year was a record year for Whisky Auctioneer as it experienced huge growth in its online customer base and announced its expansion into Europe with a new base in Germany, reflecting the global rise in demand for whisky. The business currently sees over 100,000 bids per month and has conducted deliveries to 74 countries across the globe.

To sign up for Part Two of The Perfect Collection by Mr. Richard Gooding and for more information, visit: www.whiskyauctioneer.com

Hakushu 12 Year erscheint wieder

Vor einigen Jahren wurde der japanische Whisky das Opfer seines eigenen Erfolges. Die gestiegene Nachfrage und große Popularität führte dazu, dass die Lagerbestände ausdünnten und manche Abfüllung nicht mehr produziert werden konnte. Vor allem bei den Bottlings mit Altersangabe mussten wir manche Einstellung vermelden. Hakushu 12 Year musste zum Beispiel 2018 eingestellt werden. Die japanischen Brennereien kompensierten dies einerseits, indem sie Whisky ohne Altersangabe veröffentlichten. Und anderseits erweiterten sie deutlich die Kapazitäten ihren Destillerien.

The Hakshu 12 Year in der Version von 2018.
Bild mit freundlicher Genehmigung von whiskybase.com

So ist die japanische Whisky-Industrie nun in der Lage, manche der vor kurzem eingestellten Bottlings wieder zu reaktivieren. Hakushu 12 Year erscheint wieder, zumindest in Japan. Ab dem 30. März wird diese Abfüllung dort wieder in Regalen erhältlich sein. Der Verkaufspreis ist mit ¥8.500, ungefähr 68 €, angegeben.