Die Verkostung von Angus MacRaild, der wie üblich für Serge Valentin am Samstag einspringt, widmet sich wieder mehreren Brennereien, diesmal Longmorn, Glenmorangie, Ardmore und Glen Garioch, wobei jeweils zwei (in einem Fall drei) Abfüllungen miteinander verkostet werden.
Ohne viel Vorrede hier die Paarungen der Verkostung und die Wertungen dazu:
Longmorn-Glenlivet 10 yo ‘Straight Malt’ (OB, Hill Thompson & Co Ltd, -/+1970): 91 Punkte
Longmorn 10 yo (48.3%, That Boutique-y Whisky Co ‘Batch 3’, 1793 bottles): 83 Punkte
Glenmorangie 27 yo 1991/2019 (55.9%, OB, Rare Cask for 10th Anniversary Loza Dzentelmenow, Poland, oloroso cask finish, 230 bottles): 91 Punkte
Secret Highland 34 yo 1985/2019 (47%, The Whisky Agency, hogshead): 90 Punkte
Ardmore 9yo 2009/2019 (53.4%, Archives ‘The Fishes of Samoa’, cask #706473, refill barrel, 234 bottles): 86 Punkte
Ardmore 10 yo 2010/2020 (55.6%, Thompson Brothers, refill barrel, 253 bottles): 85 Punkte
Ardmore 21 yo 1998/2020 (50.9%, Thompson Brothers / The Whisky Agency, 162 bottles): 90 Punkte
Glen Garioch 8 yo (43%, OB, Gasperoni Alberto import Italy, 1970s): 91 Punkte
Glen Garioch 18 yo 1974/1992 (54.9%, Cadenhead 150th Anniversary): 93 Punkte
Eine Jubiläumsausgabe des Compass Box Hedonism, den Compass Box Hedonism Felicitas, dürfen wir in absehbarer Zeit vom unabhängigen Abfüller und Blender gleichen Namens erwarten. Zumindest deutet das Erscheinen der Abfüllung in der us-amerikanischen TTB-Datenbank darauf hin.
Der Compass Box Hedonism Felicitas feiert den 20. Jahrestag der Gründung des Unternehmens von John Glaser – und dementsprechend besteht er aus drei Whiskys der drei Dekaden, in denen Compass Box existierte: Strathclyde, Port Dundas und North British – allesamt Grain Distilleries. Strathclyde und Port Dundas steuerten jeweils First Fill Bourbon Barrels bei, North British ein Recharred Barrel (oder mehrere – die Flaschenanzahl ist nicht angegeben, daher können wir keine Rückschlüsse auf die Gesamtmenge der Fässer ziehen).
Mehr Infos finden Sie auf den untenstehenden Etiketten:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Wer die Verkostungen von Serge Valentin schon längere Zeit mit uns verfolgt, der weiß, dass Glen Spey nicht an oberster Stelle der Liste seiner Lieblingsdestillerien zu finden ist.
Die vier heute von ihm verkosteten Whiskys entsprechen daher nicht wirklich seinem Beuteschema, aber das hält ihn nicht ab davon, ihnen gute bis sehr gute Noten in der Verkostung zu geben. Warum auch nicht? Würde man stetig nur in seiner Meinung bestärkt werden und nicht auch Überraschungen zulassen, man wäre würde sich um einige Bereicherungen bringen.
Hier die Whiskys der Verkostung und ihre Punktewertungen. Jeder von ihnen ist in einem anderen Fass mit einer Vorbelegung mit fortifizierten Weinen gefinsht worden:
Glen Spey 11 yo 2007/2019 (60.5%, Whiskyecke, 1st fill amarone finish, batch #2, 136 bottles): 85 Punkte
Glen Spey 12 yo 2007/2020 (59.7%, James Eadie for Germany, Marsala finish, cask #805425, 312 bottles): 82 Punkte
Glen Spey 12 yo 2007/2020 (60%, James Eadie, palo cortado finish, 303 bottles): 87 Punkte
Glen Spey 11 yo 2007/2019 (58.9%, James Eadie, PX sherry finish, cask #805410, 288 bottles): 80 Punkte
Ein Lebenszeichen der Spirituosenwirtschaft gibt es aus Kentucky zu vermelden: Dort hat die Bardstown Bourbon Company nach einem Bericht in The Whisky Business den Spatenstich zu einer neuen Abfüllanlage für ihre Bourbons gesetzt und damit einen Schritt dazu gemacht, die gesamte Produktion selbst zu übernehmen, denn bislang wurden die Whiskeys von einem Drittanbieter abgefüllt.
„Ihre Bourbons“ ist dabei übrigens ein sehr weit zu betrachtender Sammelbegriff, denn die Bardstown Bourbon Company produziert Whiskey für 27 unterschiedliche Marken im Besitz anderer Unternehmen. Auch eigene Marken werden produziert, diese aber erst seit 2018.
25 Mitarbeiter soll die neue Abfüllanlage, die im Frühjahr 2021 fertiggestellt wird, beschäftigen. 4400qm ist die Anlage groß und wird pro Jahr hunderttausende Kartons mit Spirituosen abfüllen können. Man setzt also weiter auf Wachstum.
Für eine Brennerei ist eine Auszeichnung nicht nur etwas an sich Befriedigendes, etwas, das man natürlich auch als Auszeichnung für die eigenen Anstrengungen sieht, sondern mindestens genauso eine Möglichkeit, den gewonnenen Preis in der Kommunikation zu nutzen.
Genau das macht nun auch die us-amerikanische Buffalo Trace Distillery, die bei der San Francisco World Spirits Competition mitdem Titel „Destillerie des Jahres“ ausgezeichnet wurde – und zwar für die Gesamtheit der bei dem Wettbewerb gewonnenen Preise. Details dazu, inklusive einer Liste der Auszeichnungen, in der nachfolgenden englischsprachigen Pressemitteilung:
Buffalo Trace named Distillery of the Year by Tasting Panel Magazine at 2020 San Francisco World Spirits Competition
The Spirits Produced at the Distillery Received 19 Awards
FRANKFORT, Franklin County, Ky (May 28, 2020) – With expansions underway everywhere you look at Buffalo Trace Distillery, the whiskey maker is expanding its status as World’s Most Award Winning Distillery. The Distillery was just named Tasting Panel Magazine’s Distillery of the Year at the 2020 San Francisco World Spirits Competition. This prestigious award recognizes the single distiller earning the most points, measured by the number and level of awards won in a given year. That honor is bestowed to Buffalo Trace Distillery in 2020 after its spirits garnered a total of 18 medals and a Best in Class designation. This includes five Double Gold medals, four Gold medals, six Silver medals and three Bronze medals and the title of Best Small Batch Bourbon 11 Years and Older for its Eagle Rare 17 Year Old.
“Our focus has always been on making quality spirits, so this honor motivates us to continue the hard work and maintain the high standards we’ve set for ourselves,” Master Distiller Harlen Wheatley said. “This is an ongoing team effort. We’re very proud and thankful for the work every one of our team members puts forth for our whiskies to reach this level of recognition.”
Garnering more than 1,000 awards over the years, this Distillery of the Year title further underscores Buffalo Trace’s commitment to produce excellent spirits. As its collection of honors continues to grow, so too is the popularity of Buffalo Trace’s whiskies and spirits. With the second phase of its Distillery expansion underway, Buffalo Trace is making significant progress on its $1.2 billion investment to expand its distilling capabilities and make more award-winning whiskey.
Double Gold medals went to
Eagle Rare 17 Year Old Kentucky Straight Bourbon
William Larue Weller Kentucky Straight Bourbon
Thomas H. Handy Sazerac Straight American Rye Whiskey
Stagg Jr. Kentucky Straight Bourbon
Elmer T. Lee Single Barrel Kentucky Straight Bourbon
Gold medals were awarded to
Colonel E.H. Taylor, Jr. Small Batch Bottled-in-Bond Kentucky Straight Bourbon
Colonel E.H. Taylor, Jr. Single Barrel Bottled-in-Bond Kentucky Straight Bourbon
Weller Special Reserve Kentucky Straight Bourbon
Weller Full Proof Kentucky Straight Bourbon
Silver medal recipients were
Buffalo Trace Kentucky Straight Bourbon
Eagle Rare 10 Year Old Kentucky Straight Bourbon
George T. Stagg Kentucky Straight Bourbon
Colonel E.H. Taylor, Jr. Bottled-in-Bond Straight American Rye Whiskey
Weller CYPB (Craft Your Perfect Bourbon) Kentucky Straight Bourbon
Weller 12 Year Old Kentucky Straight Bourbon
Bronze medals went to
Weller Antique 107 Kentucky Straight Bourbon
Wheatley Vodka
Buffalo Trace Distillery Bourbon Cream Liqueur
Spirits entered into the San Francisco World Spirits Competition are judged over four days of highly controlled blind tastings by a panel of more than 40 judges made up of respected, experienced industry experts. Complete results for the 2020 San Francisco World Spirits Competition can be found at http://www.sfspiritscomp.com/results/.
Japanischer Whisky gilt schon lange nicht mehr als Geheimtipp. Im Gegenteil, Abfüllungen von Destillerien aus Japan sind begehrte, gesuchte und oft auch hochbepreiste Whiskys. Whisky-Enthusiasten auf der ganzen welt können schon seit längerem mit den Namen Yamazaki und Nikka sehr viel anfangen, und bedauern, Karuizawa vielleicht viel zu spät kennen und schätzen gelernt zu haben.
In seinem heute auch auf Welt online erschienen Artikel nimmt uns Dave Broom mit nach Japan und stellt uns fünf Destillerien vor – alt eingesessene und Newcomer. Neben Yamazaki und Yoichi sind dies Chichibu, Mars Shinshu und Kanosuke. Bebildert ist der Artikel mit Fotos aus seinem im Oktober auch auf deutsch erschienen Buch „Japanischer Whisky: Eine Reise zu den wichtigsten Destillerien Japans“. Mit Sicherheit fast eine Pflichtlektüre für Whisky-Freunde, wie ebenfalls viele andere Bücher von Dave Broom.
Mit Whiskymessen sieht es in diesem Jahr eher schlecht aus – aber bei Whiskys zu Whiskymessen wesentlich besser. Heute zum Beispiel kündigt Pinkernells Whisky Market den extra für Limburg abgefüllten Myken Limburg Special Edition 2020 an – eine Sonderabfüllung mit einer interessanten Hintegrundgeschichte und in Kleinauflage.
Alles Wissenswerte dazu nachfolgend:
Der Messewhisky ohne Messe
Pinkernells Whisky Market und Myken Destilleri präsentieren ihre exklusive Abfüllung zur Whisky Fair 2020 in Limburg
Norwegens größte Whiskybrennerei hätte sich in diesem Jahr erstmals auf der Whisky-Fair in Limburg präsentiert. Zu diesem Anlass war geplant, ein besonderes Fass exklusiv abzufüllen. Wir haben uns nun trotz ausgefallener Messe entschlossen, an diesem Plan festzuhalten.
Brennereigründer Roar Larsen hatte zu diesem Anlass eines seiner persönlichen Familienfässer freigeben. Hierbei handelt es sich um ein 40l Rebuild Ex-Bourbon Fass von Wild Turkey. Nicht nur ist es einer der ersten Whiskys, die bei Myken gebrannt wurden, es ist auch der erste, welcher mit über 60% abgefüllt ist. Die Fassstärke von 62,7% Alkohol ist insofern besonders, da es in Norwegen nicht erlaubt ist, Trinkalkohol mit über 60% zu verkaufen.
Die „Limburg Special 2020“ ist auf 47 Flaschen limitiert und ausschließlich in Deutschland erhältlich. Diese sind ab sofort im Groß- und Einzelhandel über Pinkernells Whisky Market Berlin verfügbar.
Eine Empfehlung zum anstehenden Vatertag am 14. Juni erhielten wir heute von Pernod Ricard Austria: Der Blend Chivas Regal in den drei Qaulitäten 12yo, XV und 18yo inklusiver dreier Cocktail-Ideen, was wir natürlich sehr gerne mit Ihnen hier teilen:
Auch wenn unsere Väter das ganze Jahr über unsere Helden sind, ist doch besonders der Vatertag dazu da, bewusst Danke zu sagen. Am 14. Juni servieren wir unseren Vätern daher genussvolle Whisky-Drinks von Chivas Regal. Zum Ehrentag der Väter präsentiert der schottische Blend Drinks für die Qualitäten Chivas Regal 12yo, XV und 18yo. Das mindestens 12-jährige Heranreifen in ausgesuchten Eichenfässern und das auf hoher Destillierkunst beruhende dreifache Blending geben dem Chivas Regal 12 yo seinen reichen und fruchtigen Geschmack. Chivas Regal XV, der mindestens 15 Jahre reift erhält sein besonderes Finish in Cognac Eichenfässern und dadurch seine fruchtigen Aromen von Birnen vermischt mit Karamell. Chivas Regal 18 yo zeichnet sich durch einen langsamen Reifeprozess, darunter beste Malts aus dem Speyside, unter anderem Strathisla und Longmorn, in Kombination mit den Geheimnissen des Master Blender Colin Scott, aus.
Was sich ‚Irish Whiskey‘ nennen und als solcher in Europa verkauft werden darf, ist klar und deutlich in der ‚Verordnung (EG) Nr. 110/2008 der Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008‘ definiert und hinter unserem Link zu finden. Ganz stark verkürzt kann ‚Irish Whiskey‘ nur in Irland aus Getreide destilliert werden und muss mindestens 3 Jahre in Irland lagern. Doch woher dieses verwendete Getreide stammt, ist gesetzlich für einen ‚Irish Whiskey‘ nicht vorgeschrieben. So werden zum Beispiel jährlich 100.000 t Mais importiert, um „irischen“ Whiskey herzustellen.
Doch möglicherweise wird sich dies in Zukunft ändern. So vermutet es zumindest Siobhán Walsh in ihrem Artikel auf der Website AgriLand. Denn in der letzten Woche stellte die EU-Kommission die neue Farm-to-Fork-Strategie vor (die Sie hinter unserem Link finden). Unter anderem soll hier dann der Rechtsrahmen für geografische Angaben (g.U.-Produkte und g.g.A.-Produkte) gestärkt und gegebenenfalls spezifische Nachhaltigkeitskriterien einbezogen werden. Und dies könnte dann zur Folge haben, dass ‚Irish Whiskey‘ nur noch aus irischem Getreide hergestellt werden kann.
Bei vielen anderen Produkten mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung ist nicht der Ort der Herstellung vorgeschrieben, sondern die Herkunft der Vor-Produkte. So kann sich zum Beispiel Champagner als solcher nur nennen, wenn die Trauben in der französischen Champagne angebaut und geerntet wurden. Wird dieser dann in einem anderen Land hergestellt, muss dies klar angeben werden. Bei anderen Produkten sind die Vorschriften rigoroser. Dort gehört zur geschützten Herkunftsbezeichnung, dass Vor-Produkt und Herstellung die gleiche Herkunft haben. Sie sehen, es ist kompliziert.
Für den ‚Scotch Whisky‘, so vermuten wir, wird dieses Thema nicht relevant werden. Denn hier sollte der Brexit und die momentan noch andauernden Verhandlungen über den Ausstieg des vereinten Königreichs aus der Europäischen Union noch nicht so weit voran geschritten sein, dass solch ein Detail verhandelt hätte werden können.
Acht schottische Craft Distillers haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die schottische Regierung gewandt. Sie erwarten Klarheit bei der staatlichen Unterstützung, mit der die Umsatzeinbußen der Unternehmen kompensiert werden sollen. So führt die Gruppe beispielsweise an, dass einigen Mitgliedern die von den schottischen Ministern versprochene 12-monatige Befreiung von der Gewerbesteuer von den local council abgelehnt wurde. Und andere warten noch immer auf eine Rückmeldung.
In ihrem Brief stellen die Craft Distillers die Besonderheiten ihrer Situation dar. Aufgrund der Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie mussten die Brennereien ihre Besucherzentren, Cafés und Shops schließen. Als kleine Unternehmen sind die Brennereien auf die Einnahmen angewiesen, die Touristen, Hochzeiten und andere Veranstaltungen ermöglichen, und die jetzt wegfallen.
Zusammen konnten die Brennereien im vergangenen Jahr mehr als 200.000 Besucher begrüßen. In ihren Besucherzentren beschäftigen sie rund 110 Mitarbeiter, einige befinden sich in abgelegenen und ländlichen Gemeinden. In vielen Fällen sind auch andere lokale Kleinunternehmer und Dienstleister auf die Whisky-Touristen angewiesen, die von der örtlichen Destillerie angezogen werden.
Der Brief wurde von den Brennereien Ardnahoe, Ardnamurchan, Holyrood, Isle of Harris, Isle of Raasay, Kingsbarns, Lindores Abbey und Nc’Nean unterzeichnet.
Ein kleines, schnelles und sehr feines Tasting bietet Serge Valentin uns heute auf Whiskyfun. Drei Whiskys der Speyside-Brennerei Glen Moray in Elgin, destilliert im Jahr 2007, jeweils von einem unabhängigen Abfüller, scheinbar alle als Einzelfass-Abfüllung und in Fassstärke, mit Punktbewertungen über der 85-Punkte-Marke. Und in unserer Kurzübersicht sieht die heutige Glen Moray Session dann wie folgt aus:
Glen Moray 11 yo 2007/2019 (51.1%, Which, Nymphs of Whisky, hogshead, cask #5640, 261 bottles) 86 Punkte
Glen Moray 10 yo 2007/2017 ‘Ichigo Ichie’ (56%, Mizunara Hong Kong, first fill bourbon) 88 Punkte
So ein Durcheinander! „Am Bùrach“ ist gälisch und steht für Durcheinander, Wirbel – und ist der Name der neuen Limited Edition von Kichoman, die wir bereits Ende März unseren Lesern ankündigen konnten. Nun ist sie offiziell erschienen.
Das Durcheinander entstand, als ein Stillman, dessen Name aus verständlichen Gründen nicht genannt wird, durch ein Versehen Machir Bay und einen im Portfass gereiften Kilchoman vermischte. Demnach besteht er aus Whisky aus Bourbon und Sherryfässern, die mit im Portfass gereiften Kilchoman aus dem Jahr 2014 vermengt wurden, gemeinsam nochmals sechs Jahre in Bourbonfässern reifen durften um danach ein letztes Mal für sechs Monate in Portfässer zu kommen. Die ältesten Whiskys im Am Bùrach sind damit neun Jahre alt. Abgefüllt wurde er mit 46%, bei Kilchoman gibt es niemals Farbzusätze oder Kältefiltrierung.
Im Originalton wird der Geschmack des Kilchoman Am Bùrach so beschrieben:
Rich, fruity and sweet on the nose, it coats the palate with red fruits, creamy sweetness and herbaceous peat smoke on the palate before a long finish of dried fruit and citrus sweetness.
10550 Flaschen gibt es weltweit, ab heute 12.30 unserer Zeit ist er auf der Webseite erhältlich – und er wird auch in vielen Ländern in den Fachhandel kommen, sodass man ruhig ein wenig entspannt bleiben kann, wenn man nicht unbedingt zu den ersten gehören will, die ihn besitzen.
Prognosen sind immer eine unsichere Sache, besonders wenn sie die Zukunft betreffen – diesen klugen Satz sollte man im Hinterkopf haben, wenn man die folgenden Zeilen liest, aber: Laut einer Studie von IWSR, die in The Spirits Business zitiert wird, wird es wohl bis 2024 dauern, bis sich die Alkoholindustrie vom Schlag, den ihr Covid-19 versetzt hat, auf das Niveau von 2019 erholen wird.
Das wird laut der Studie wesentlich länger dauern, als es nach der Finanzkrise 2008 gedauert hat, und vor allem in den von der Pandemie momentan besonders betroffenen Ländern USA und UK. Whisky ist besonders betroffen, weil ein guter Teil des Umsatzes in Lokalen und im Travel Retail gemacht wird – jene Plätze, die zur Zeit kaum Umsatz generieren. Dennoch: Whisky wird mit Gin zu den sich besonders schnell erholenden Kategorien zählen, wohingegen Wodka wahrscheinlich das Niveau von 2019 nicht mehr erreichen wird.
Für Travel Retail sagt man für dieses Jahr einen Einbruch um 60% voraus. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise 2008 gab es einen Einbruch um 12 Prozent.
Wieder einmal nimmt sich Serge Valentin auf Whiskyfun einer Sorte Malts an, die schmallippig sind, wenn es um ihre Herkunft geht. Entweder verbergen sie sich hinter Kunstnamen, oder sie führen nur die Region an, aus der sie stammen. Meist liegt diese Verschämtheit nicht am Abfüller, denn der möchte in der Regel schon angeben, was er da in die Flasche füllt, sondern eher an den Vorbesitzern des Fasses, die die Erlaubnis zur Nennung der Destillerie nicht erteilen.
Ob mit Destillerieangabe oder nicht, das ist für die Qualität des Whiskys belanglos – auch, ob es sich im einen Single Malt oder Blended Malt (auch solche gibt es in der Verkostung heute) handelt, der hat aber natürlich von Natur aus keine Herkunftsangabe.
Genug der (verwirrenden?) Vorrede, kommen wir zu den Wertungen der Verkostung:
Taraansay 12 yo 2007/2020 (59.5%, Liquid Treasures, bourbon barrel, cask #4, blended Scotch, 249 bottles): 80 Punkte
Secret Highland Malt 19 yo 2000/2020 (55.6%, Liquid Treasures, joint bottling with the Whisky Fair, bourbon hogshead, cask #1442, 325 bottles): 89 Punkte
Uisge Teine 15 yo 2004/2019 (56.4%, Svenska Eldvatten, blended malt, bourbon barrel, cask #SE105, 207 bottles): 88 Punkte
Anecdote 24 yo ‘Small Batch’ (47.9%, Chapter 7, blended malt, bourbon hogsheads, 424 bottles, 2020): 88 Punkte
Red Snake (58%, Blackadder, Raw Cask, first fill bourbon and Guyana rum, cask #redneck 08, 259 bottles, 2017): 89 Punkte
Black Snake ‘VAT No.4 Third Venom’ (60.3%, Blackadder, single malt, 426 bottles, 2017): 80 Punkte
Speyside 46 yo 1973/2019 (49.7%, Maltbarn, sherry, 68 bottles): 92 Punkte
Und so eine Verkostung wie heute, ohne angegebene Brennereien, schreit förmlich zur Illustration nach einem schottischen Stimmungsbild. Hatten wir eigentlich schon jemals ein Schaf?